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Samstag, 18. November 2017, 23:32

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Friedrich Schiller: "Da wandte sich der Gast mit Grausen..."

Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich diese Debatte nicht mehr aushalte. Dass ich hier mitmache, ist eine der skurrilsten Episoden meines Lebens - ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Ich hatte, mit Mitte Siebzig, nach einem Leben, in dem die Gattung Oper immer zentral war, vom aktuellen Opernbetrieb die Nase voll. Aber mein später Freund Siegmund Nimsgern (dem es ähnlich ging), lockte mich zum Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft. Dort "entdeckte" mich die zufällig anwesen...

Dienstag, 14. November 2017, 16:11

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Regisseurstheater und modernes Orchester

Nicht erschrecken bitte, dass ich mich mal wieder melde. Ich tue es, um Alfred in allen Punkten zuzustimmen. Auch ich gehöre inzwischen zu denen, die am liebsten ihre Ruhe haben wollen, wenn auch vorwiegend aus Rücksicht auf meine Gesundheit. Aber es scheint mir auch, dass inzwischen zu den Ideologen und Theoretikern noch einige Haarspalter und Erbsenzähler gestoßen sind, die den Freunden der werkgerechten Aufführung von Opern das Leben schwer machen. Ich selber halte es seit dem Ende meiner Mer...

Samstag, 11. November 2017, 14:52

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Austausch über Höreindrücke zu den Sänger-Jubilaren

Ich habe diesen Thread im Schnelldurchgang gelesen und manche Sänger wiederentdeckt, die ich sehr schätze. Besonders gefreut habe ich mich über die mehrfach geäußerte Wertschätzung von Elisabeth Grümmer. Bei Partien wie Agathe, Figaro-Gräfin, Desdemona, Micaela: d´accord! Es gibt wenige Sängerinnen, die, trotz der Studiobedingungen, so viel Gemüt, so viel Seele transportieren. Wenn ich nichts übersehen habe, gibt es bei ihr etwas zu ergänzen: Sie war eine unübertreffliche Eva. Wenn ich die Meist...

Donnerstag, 2. November 2017, 17:22

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Satire? Fehlanzeige!

Nachdem ich bis hierher gelesen habe, hat sich bei mir immer mehr der Eindruck verstärkt: Dies alles enthält mancherlei Kluges, Bedenkenswertes. Aber von Satire habe ich nichts entdeckt. Es ist von Anfang an mehr oder weniger gut getarnte Polemik, die, wie Operus in Nr.20 befürchtet hat, zunehmend die alten Klischees von Pro und Kontra bedient und zu neuen Grabenkämpfen führt. Der Grund ist nicht schwer zu finden: Am Thema Oper scheiden sich die Geister. Das führt leicht dazu, dass man sich in s...

Montag, 30. Oktober 2017, 09:45

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Verdi Don Carlo am 25.10. 2017 in der Pariser Oper

Defizite gibt es, mehr oder weniger, immer. Ich habe den Pariser Carlos von Anfang bis Ende gesehen. Die einzigen größeren Defizite, die mich gestört haben, sind bei der Regie zu suchen: Albernheiten in der Personenregie (einschließlich Pferd), die trostlos leere Bühne etc. Für die Sänger stimme ich dem Versprechen des Generaldirektors zu: Er hat für jede Partie die möglichst optimale Besetzung gesucht - und meiner Meinung nach auch gefunden. Zu kritisieren gibt es immer etwas, aber im Ganzen ha...

Samstag, 28. Oktober 2017, 12:00

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Coraggio!

Diese Ermutigung, lieber Chrissy, die eigentlich gar nicht bei Verdi steht und die deshalb nicht ganz zu dieser Oper passt, sage ich jetzt einfach zu Dir, um meinen Respekt für Deine unermüdliche (und sicher berechtigte) Werbung für das Theater in Liberec zu bekunden. Lass dich nicht entmutigen! Ich habe ja im Mai, trotz der schweren Indisposition eines Protagonisten, dort einen erstaunlich guten Verdi mit Dir erlebt. Und wenn Du so weiter machst, fahren bald Busse von Dresden nach Reichenberg z...

Montag, 23. Oktober 2017, 15:15

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Konzertant oder szenisch?

Immer wieder geht es hier um die Hauptfrage: Was ist essenzieller Bestandteil einer Oper, was ist verhandelbar? Ich meine, auch die Kernsubstanz einer Oper ist kein einheitlicher Block, sondern differenziert sich mehr oder weniger durch die Funktion der Teile für das Ganze. Für mich stellt sich das Gefüge so dar: Der innere Kern einer Oper ist das, was die Autoren dem Publikum anbieten, also Text und Musik - die Partitur. Ohne sie ist alles andere sinnlos. An zweiter Stelle kommen für mich die A...

Samstag, 21. Oktober 2017, 22:47

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Opernaufführungen als Übertragungen per Rundfunk und Fernsehen

Diese selten gespielte ungekürzte Orginalfassung habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen, wollte mich aber nicht vordrängen. In Kürze: Diese Fassung, so schlüssig sie dramaturgisch sein mag, ist nicht mein Favorit. Warum? Im 1.Akt wird vieles ausführlich erklärt, was für die Handlung von Bedeutung ist. Aber musikalisch ist es eine halbe Stunde (beinahe) Leerlauf. Die Oper ist dan (für Verdi) zu lang. Die Aufführung selbst hatte musikalisch hohes - und vor allem ausgewogenes Niveau. Man konn...

Donnerstag, 19. Oktober 2017, 20:31

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Zwischenbilanz: Zwei Baritone - oder doch nur einer?

Lieber Operus, du sprichst das an, was ich in meinem Eröffnungsbeitrag aus Zeitgründen ausgespart habe: die Überschreitung von Fachgrenzen. Das ist vor allem eine Frage der Intelligenz, der Musikalität - und besonders der Stimmtechnik. Ich habe am Abend nach dem Konzert Eike Wilm Schulte flapsig gelobt mit der Bemerkung: Ein guter Stimmsitz hält ein Leben lang! Er darauf, mit dem Finger auf seine Schädeldecke zeigend: Hier oben! Runter kommt sie von alleine! Recht hat er... Ähnlich gilt das für ...

Dienstag, 17. Oktober 2017, 11:32

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Festkonzert bei der Gottlob-Frick-Gesellschschaft - nicht gestern, aber Oper pur!

Das diesjährige Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft war für mich ein schöner Anlass, mich aus einem Gemisch aus Urlaub und gesundheitlichem Einbruch zurückzumelden - und mich für alle guten Wünsche von Kollegen zu bedanken. Ich werde künftig etwas kürzer treten müssen, um meinen Kreislauf nicht durch Strapazierung vollends zu ruinieren. Deshalb von der Veranstaltung am 14./15.10. nur ein kurzer Bericht über das traditionelle Festkonzert, das dank der fantasievollen Initiative von Oper...

Dienstag, 15. August 2017, 17:55

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Verdi Aida Salzburg

Manchmal lohnt es sich, einen Live-Mitschnitt innerhalb von wenigen Tagen ein zweitesmal zu hören und zu sehen. Ich habe das diesmal gemacht und muss nach dem zweitenmal einige Aussagen präzisieren - und zum Teil auch etwas korrigieren: Herrn Meli muss ich einiges abbitten. Er ist noch kein astreiner Radames, aber er singt die Partie ehrlich und schwindelt sich nicht durch. Auch die heiklen Stellen sind schön gesungen und klingen gesund. In Anbetracht der jetzigen Tenornot ist er jedenfalls eine...

Sonntag, 13. August 2017, 17:28

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Verdi Aida Salzburg

Noch ein Gedanke zu den inzwischen unvermeidlichen Kriegs-, Gewalt- und Flüchtlings-Zutaten in Opern-Inszenierungen: Es ist Mode geworden, Spielzeiten und Festspiele unter ein politisch-ideologisches Motto zu stellen. Und wenn ein Intendant auf sich aufmerksam machen will, klappt das zur Zeit am besten (passend oder nicht) mit einem Verweis auf Trump, Erdogan, Putin, Orban etc. - oder eben auf die allgegenwärtigen Flüchtlinge. Der neue Leiter der Salzburger Festspiele macht davon keine Ausnahme....

Sonntag, 13. August 2017, 16:53

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Sinn und Unsinn von Hosenrollen

Lieber La Roche, der Ariadne-Komponist muss auch ein sehr junger Mann sein (ein Jüngling im Sprachgebrauch der Molière-Zeit). Denn der Musiklehrer, der seine Mühe mit ihm hat, sagt begütigend zu ihm: "Mein Freund, ich bin halt dreißig Jahre älter als du und hab gelernt, mich in die Welt zu schicken." Insofern ähnelt er dem Octavian. Nur in Liebesdingen ist er etwas später dran, aber das ist im Ariadne-Vorspiel grade dabei, sich schnell zu ändern. Dafür sorgt Zerbinetta! Ich hatte in grauer Vorze...

Sonntag, 13. August 2017, 11:12

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Verdi Aida Salzburg

Den Beiträgen 2 und 5 stimme ich in einigen wesentlichen Punkten zu, besonders was die hilflose Inszenierung angeht, samt Bühnenbild. Es gab kaum Szenen und Bilder, die über die simpelste Konvention hinausgingen. Stattdessen Willkürakte wie einen an die an die senkrechte Rückwand projezierten Nil, einen steril zubetonierten Un-Tempel und ein Grab, das einer Bahnhofshalle alle Ehre gemacht hätte. Optisch also Fehlanzeige in Sachen Atmosphäre. Eine Personenführung fand nicht statt. Die Sänger muss...

Samstag, 12. August 2017, 10:49

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Sinn und Unsinn von Hosenrollen

Sehr interessante Aspekte werden da angesprochen! Beim Cherubino ist über den philosophischen Spekulationen Kierkegaards wohl die ganz nüchterne Überlegung von Da Ponte und Mozart aus dem Focus geraten, dass mit diesem chaotischen, aber zugleich charmanten Knaben und seiner wild wuchernden Erotik ein dramaturgischer Katalysator das Geschehen der Komödie immer wieder beflügelt. Sollten wir aber nicht, nach dieser ausführlichen Würdigung der beiden prominentesten echten Hosenrollen, auch die wenig...

Sonntag, 6. August 2017, 18:07

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Sinn und Unsinn von Hosenrollen

Verzeihung, lieber Operus, aber ich sehe die Partie des Fidelio nicht als Hosenrolle im eigentlichen Sinn. Vielmehr handelt es sich um eine Frau, die sich, als Mann verkleidet, ins Gefängnispersonal einschleicht, um ihren gefangenen Mann zu retten. Der Zuschauer, sofern nicht gänzlich unbedarft und unvorbereitet, erkennt das von Anfang an. Außerdem sagt es immer wieder ihr Text, z.B. "Wie groß ist die Gefahr, wie schwach der Hoffnung Schein..." oder "Komm, Hoffnung, lass den letzten Stern der Mü...

Samstag, 5. August 2017, 12:48

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Zurück auf dem Boden der Realität?

Zufällig habe ich diesen zehn Jahre alten - und gestern von Alfred wieder aufgefrischten - Thread entdeckt. Da das Thema mir etwas an den Haaren herangezogen erschien, habe ich ihn, teils kopfschüttelnd, teils interessiert, ganz gelesen. Wer mich, wenn auch nur vom Lesen, etwas kennt, kann sich denken, dass ich mit diesem Thema kaum Berührung habe - als männliches Exemplar der Gattung homo sapiens. Anders als Opernfreund. Und in dieser Eigenschaft möchte ich aus meiner Sicht einiges etwas begrad...

Montag, 31. Juli 2017, 09:38

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Bayreuther Festspiele 2017: Eröffnungspremiere "Die Meistersinger von Nürnberg"

Es wäre sicher sachdienlich, lieber Rheingold, wenn nicht nur ich, sondern auch andere deine mehr als hundertköpfige Irritation mit Inhalt gefüllt bekäme(n). Wie soll sonst eine Auseinandersetzung stattfinden? Mit meiner Empfehlung an Kosky, ein Zeichen der Entspannung zu setzen, dachte ich z.B. an die Initiativen von Barenboim, die ich ja hier nicht näher erläutern muss. Ich denke, das wäre ein konstruktiver Schritt in Richtung Entspannung und Versachlichung gewesen. Aber Kosky hat sich für die...

Sonntag, 30. Juli 2017, 23:17

Forenbeitrag von: »Sixtus«

Bayreuther Festspiele 2017: Eröffnungspremiere "Die Meistersinger von Nürnberg"

Eigentlich wollte ich mich aus diesem Thread ganz heraushalten, weil mir die Meistersinger zu schade sind für die Schlammschlacht, die ich hier erwartet habe - und die auch tatsächlich stattfindet. Aber nachdem ich mich durchgelesen und entdeckt habe, dass mein Beitrag an anderer Stelle hierher transportiert wurde, will ich noch ein paar Sätze dazu sagen: Ich bescheinige Herrn Kosky, dass er sein Handwerk versteht und dass er mit brillanten Ideen die Handlung durch Verdopplung bereichert, aber s...

Samstag, 29. Juli 2017, 13:06

Forenbeitrag von: »Sixtus«

(Fortsetzung wegen Panne)

Eine falsche Bewegung hat meinen Bericht abrupt unterbrochen. Jetzt also weiter: Der 2.Akt spielt (statt in der Nürnberger Altstadt) in einer Art vergammeltem Innenhof, offenbar Teil des Gebäudes der späteren Kriegsverbrecherprozesse, natürlich ohne blühenden Fliederbaum. Die Atmosphäre der Mittsommernacht fehlt, Stolzing und Eva müssen sich hinter einer Kompostlege verstecken. Der 3.Akt findet zur Gänze (statt in der Schusterstube und später auf der Festwiese) im Gerichtssaal dieses Gebäudes st...