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Freitag, 31. Juli 2009, 14:38

Forenbeitrag von: »martello«

Regietheater - letzte verbliebene Schrumpfform linker Ideologie ?

Eine wirklich (oder weitgehend) "originalgetreue" Inszenierung geht natürlich auch in anderen Theatern - sofern die Bühne es von den Dimensionen her zulässt (idR: klein genug ist). So etwa Herbert Wernickes - eigentlich ein "Böser" - wunderbar barock-historisierte Inszenierung von Cavallis "Calisto": überbordende Bühnenkostüme, Lifte vom Schnürboden und jede Menge Klapptüren. Hinreißend! Ich habe auch überhaupt kein Problem mit altmodischen Inszenierungen/Szenerien, wenn die Personenführung pass...

Freitag, 31. Juli 2009, 12:38

Forenbeitrag von: »martello«

Jetzt wird's schwierig...

Zunächst eine kleine Abbitte an den Lullisten (und andere): Ja, Barockoper hatte eine ausgefeilte Personenregie - freilich nicht im Sinne einer realistischen Personenführung im heutigen Sinn, sondern im Sinne eines Katalogs an Gesten und Posen. Also ähnlich wie in den von mir diesbezüglich angeführten asiatischen Theaterformen. Auch das mit dem Rampensingen war etwas pauschalierend (bei der Seria wohl eher häufig - jedenfalls wurde der Uraufführungs-Idomeneo wegen seines statuarischen Spiels kri...

Mittwoch, 29. Juli 2009, 15:58

Forenbeitrag von: »martello«

Systemfehler

Ist es eigentlich die Aufgabe von Moderatoren, missliebige Kommentare zerstückelt zu kommentieren und dabei gleich freundlicherweise gleich auch noch bewusst den Zusammenhang unter den Tisch fallen zu lassen (- oder ihn einfach nicht kapiert zu haben)? Gerade Kirchenkunst hat große Überschneidungen zum Handwerk, da wenig individuell und nach strengen Vorgaben (Posen, Farben, Symbole) - echte Individualisten gab's natürlich auch, primär in der Renaissance. Die hatten aber durchwegs Mäzene und kon...

Mittwoch, 29. Juli 2009, 14:41

Forenbeitrag von: »martello«

Links - Rechts

Schwierige Geschichte - schaun wir mal: Kunst und Totalitarismus geht jedenfalls nicht zusammen - das Ergebnis ist stehts zum Kübeln (völlig gleich, welchen ideologischen Anstrich dieser Totalitarismus hat). Tendenziell entsteht Kunst durch Reibung oder individuelle Überzeugung (oft mit erst deutlich späterer Anerkennung), selten durch Anpassung an den Geschmack der Masse oder des Herrschers - Mozart hat die etablierten Vorgaben etwa ständig unterlaufen. Damit hat Kunst ein provokatives/herausfo...

Mittwoch, 29. Juli 2009, 14:25

Forenbeitrag von: »martello«

Der Lauf der Zeit...

Zunächst möchte ich mal auf ein paar historische Tatsachen verweisen: 1. Regie als eigenständige Kunstform existiert im engeren Sinn erst seit dem 20. Jhdt. - Davor agierten die Darsteller entweder nach strikten Schemata (griechische Tragödie, No, Kabuki, Peking Oper), die eine individuelle Ausgestaltung durch die Darsteller verunmöglichen oder in einer Kulisse im Wesentlichen nach eigenem Gutdünken mit viel Improvisation (Shakespeare, Nestroy). In der Oper agierten sie zunächst zumeist gar nich...

Sonntag, 26. April 2009, 11:35

Forenbeitrag von: »martello«

Mozarts "MITRIDATE" - Theater an der Wien

Ausnahmsweise die Termine mal vorneweg: Nur noch morgen (27.04.) sowie Mittwoch (29.04.) und Samstag (02.05.) Drei Jahre nach dem sie der Überraschungserfolg bei den Salzburger Festspielen 2006 war, kommt Mozarts - neben "Lucio Silla" - einzige echte "opera seria" auch nach Wien. In einer Koproduktion mit Brüssel - und beweist neuerlich, dass sie weit mer als nur eine nette Rarität oder ein abitioniertes Jugendwerk (eines 14-Jährigen) ist. Bruce Ford singt den Mitridate seit rund 15 Jahren und h...

Donnerstag, 15. Mai 2008, 13:08

Forenbeitrag von: »martello«

SAINT-SAENS: Samson et Dalila - Erotik und Ethos

Ja, dieser wunderbare Schmachtfetzen gehört auch zu meinen Lieblingsopern. Allerdings gibt es wohl keine Oper, die so zwingend nach französischer Sprache verlangt, wie diese (Carmen wohl noch am ehesten): das liegt vor allem an den geradezu aberwitzig aufgesetzten Orientalismen, die so schwülstig daherkommen, dass italienisch viel zu scharf und deutsch völlig ungeschlacht daherkommt. "Coeur" kann nur durch schauerlicheste Vokaldehnung zu "Herz" (pardon: Hee-ee-eerz) werden. Meine Tipps: CD: Cura...

Montag, 5. Mai 2008, 13:31

Forenbeitrag von: »martello«

Spielzeit 07/08: ...and the Oscar goes to...

Nun ja - die beiden Wiener Inszenierungen sind ja nicht wirklich "traditionell" sondern schlichtweg alt. Sehr hübsch gemachte Arbeiten, schöne Museumsstücke fürwahr, aber halt mittlerweile ohne Konzept. Die SängerInnen spielen letztlich wie sie wollen (oder bei der letzten Neuinszenierung) geprobt haben - das kann je nach den beteiligten Personen spannend/ergreifend bis lächerlich sein. Inszenierung (geschlossenes Konzept aus Bühne und DarstellerInnen) ist es allerdings nicht.

Freitag, 2. Mai 2008, 10:58

Forenbeitrag von: »martello«

Zustimmung!

Dem kann ich mich im Großen und Ganzen nur anschließen (ich war am 25.4. dabei). Calleja war für mich die positive Überraschung des Abends - er hat sich in meinen Ohren für den völlig verpfuschten Rigoletto-Herzog in der Staatsoper (ist schon ein Weilchen her; der Mann hat offenbar gut an seiner Stimme gearbeitet) rehabilitiert. Bei Netrebko/Garanca fand ich den "Widerspruch" zwischen Stimmlage und Timbre besonders reizvoll. Der Mezzo hell - im Kontext "jungenhaft" - timbriert, der Sopran dünkle...

Mittwoch, 30. April 2008, 13:20

Forenbeitrag von: »martello«

Dräuende Götterdämmerung

Mal abgesehen davon, dass hier in geradezu unglaublicher Art und Weise auf die Regularien der Satzung gepfiffen (mir würde noch ein ganz anderes Wort mit "ge..." einfallen, hat mit dem Excorpieren von Stoffwechselprodukten zu tun, aber das will ich Alfred nicht antun) wird: Wenn hier nochmals ein Lebenszeit-Vertrag hergegeben wird, ist klar, was passiert - Eva ist in maximal 10 Jahren weg (herausgeekelt, kaltgestellt oder mit 70+ einfach zu alt für die effektive Mitgestaltung und Katharina spiel...

Freitag, 11. April 2008, 14:59

Forenbeitrag von: »martello«

Erste "Entführungs"-Versuche: W. A. Mozart’s ZAÏDE (Das Serail)

Ich habe damals die Radioübertragung der Harnoncourt-Version (bei weitgehend gleicher Besetzung) mitgeschnitten. Musikalisch großartig - Orchester wie Sänger. Der Knackpunkt ist Moretti - sowohl hinsichtlich seiner Texte, als auch seines Vortragsstils. Die Texte finde ich teilweise platt und unschlüssig, der Vortrag mit eindeutig zu viel Pathos - ich hab' sie bis auf wenige gelungene Schlüsselstellen hinausgeschnitten. Kann aber sein, dass es auf CD dezenter klingt (bzw andere weit weniger stört...

Mittwoch, 9. April 2008, 13:33

Forenbeitrag von: »martello«

Bei Oper: Purcell

Im Bereich der Oper würde ich diesen Titel (über dessen grundsätzliche Sinnhaftigkeit man durchaus diskutieren kann) an Henry Purcell verleihen: Dido and Aeneas - in knapp 60 Minuten Gefühlsregungen von überschäumender Freude und Lebenslust, Liebe, Hass, tiefer seelischer Enttäuschung bis Todessehnsucht in oft nur 1-2 minütigen Stücken derart plastisch zu schildern, ist für mich einfach genial. "Dido and Aeneas" ist für mich "Große Oper" in der kompaktesten Form - alles drin (inklusive Ballett),...

Mittwoch, 19. März 2008, 19:00

Forenbeitrag von: »martello«

Wunderbares historisches Dokument

...mit expliziter Betonung auf "historisch"! Nach Durchsicht des Samplers erlaube ich mir folgende Einschätzung: Szenisch sind die arbeiten phasenweise absolut beeindruckend (wenn auch angesichts der der u.a. mimischen Expressivität für Jüngere mitunter ein weing befremdlich). Musikalisch sieht das leider oft anders aus. Gesungen wird 1. deutsch (mit eher schwacher Übersetzung) 2. in einem Deklamationsstil, der -tschuldigung- phasenweise fast unerträglich hölzern klingt 3. von SängerInnen, die a...

Montag, 3. März 2008, 15:53

Forenbeitrag von: »martello«

Pflichttermin!!

Da kann ich mich (nach zwei "live"-Besuchen) nur anschließen: Unbedingt ansehen! - Und bei Gelegenheit die angekündigte DVD kaufen. Peter

Dienstag, 5. Februar 2008, 12:59

Forenbeitrag von: »martello«

Ein (weiterer) Star

Zumindest bei den (ganz) hohen Männerstimmen gibt's ständig hochwertigen Nachschub. Jaroussky ist meiner Ansicht nach ein hervorragender Sänger, der derzeit ein Stimmfach besetzt, das gewissermaßen ein biologisches Ablaufdatum hat. Derzeit ist er geradezu ideal für die perlenden, virtuosen Arien von Vivaldi, Scarlatti, etc., die regelmäßig für Sopran- und nicht für Altkastraten geschrieben wurden ("Stimmchen" ist daher ein wenig irreführend - diese Arien vertragen keinen händelschen Heldenklang)...

Mittwoch, 2. Januar 2008, 16:33

Forenbeitrag von: »martello«

SÄNGER-VOTING 2007-Das Ergebnis

Kann mich den Ersuchen von Harald und Petra nur anschließen: Auch wenn es bei solchen Votings wesentlich (auch) um Sympathie geht, sollten zwei Trennungen vorgenommen werden: - aktive und "historische" Sänger - getrennt nach Stimmfächern (dafür evtl. weniger Nennungen pro User)

Montag, 10. Dezember 2007, 15:32

Forenbeitrag von: »martello«

Sieht etwa niemand "Tristan" zur Saisoneröffnung der Scala??

Ich war an diesem Abend im Konzerthaus, bei einer ausgezeichnteten konzertanten "Alcina" (Händel). Habe den Tristan zwar aufgezeichnet, jedoch nur ein paar "Fetzen" angesehen - die waren aber durchwegs beeindruckend: etwa Finale 2. Akt; Liebestrank-Szene im 1. Akt (sogar die Mimik und Gestik war perfekt in die Musik choreografiert). Ich freu mich also schon auf den "Durchlauf". Ja, arte ist hinsichtlich Opern phantastisch (und beschenkt uns über Weihnachten mit einer Vielzahl toller Konzerte) - ...

Mittwoch, 5. Dezember 2007, 12:54

Forenbeitrag von: »martello«

WSO-Walküre: Direktor meuchelt Künstler

Vielleicht beginne ich ja paranoid zu werden, was diesen Direktor betrifft - aber die Erfahrung der letzten Jahre lässt ihn mir als ziemlich rücksichtslosen Egomanen erscheinen (und da meine ich bitte ausschließlich öffentliches und nachprüfbares Verhalten und nicht diverse Gerüchte, Stichwort "Besetzungscouch"). Dennoch: - Warum lobt er Uusitalo nicht dafür, dass der sich für diese Neuproduktion offenbar total eingesetzt hat? Ich kenne einige bewundernde Anekdoten über SängerInnen, die Proben a...

Dienstag, 4. Dezember 2007, 12:59

Forenbeitrag von: »martello«

WSO-Walküre: Direktor meuchelt Künstler

Einen Teilaspekt der Walküren-Premiere würde ich gerne gesondert hervorheben und behandeln: Direktor Holenders kleine Ansprache vor dem dritten Akt. Mit einer kaum je gesehenen Virtuosität wurde hier vordergründig ein Künstler verteidigt, diesem (und anderen gleich mit) jedoch gleichzeitig das "Hackl in's Kreuz g'haut" (er wird schlecht gemacht - für Nicht-Wiener). Der Subtext war in etwa folgender: - Ich habe dem Uusitalo bei den Proben gesagt, er soll gefälligst markieren, aber der Dummkopf wo...

Dienstag, 6. November 2007, 16:04

Forenbeitrag von: »martello«

Robert Holl

Neben dem hervorragenden Lied- und Oratorieninterpreten Robert Holl sollte man auch dem Opernsänger die gebührende Referenz erweisen. Hier zeigt Holl nämlich ein - deutlich vom Liedgeang beeinflusstes - Einfühlungsvermögen und eine Textbezogenheit unter Auslassung jeglicher zirkushafter Attitüde, die ihresgleichen sucht. Besonders beeindruckt hat mich sein "König Marke" - kein donnernder Machtmensch sondern eine verzeifelte, beinahe schwache, Figur, tief getroffen von einem Treuebruch, den er ni...