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salisburgensis

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61

Freitag, 10. November 2006, 19:21

Salut faun,

das war eher die Ausnahme denn eine Regel. Denn einen Dirigent im heutigen Sinne gab es damals nicht. Händel beispielsweise hat seine Opern und Oratorien von Cembalo oder Orgel aus geleitet. Das ist eher die Regel, dass die Leitende Person selbst im Orchester oder Ensemble mitgespielt hat - oft aber nicht immer am Tasteninstrument. Selbst bei Mozart war das noch so.


herzliche Grüße,
Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

Ulli

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

62

Freitag, 10. November 2006, 19:37

RE: fehlendes instrument ?

Zitat

Original von faun
wird das heute auch gemacht? ich kenne keine beispiel.


Salut,

ich glaube nicht, dass jemand heute Freude daran hätte, eine Einspielung mit Dauerstampfen bei Lullys Werken zu hören... obschon es ja historisch korrekt wäre... das hätte was technomäßiges.

:D

Zitat

lully dürfte doch wohl schuhe angehabt haben.


Außer am 8. Januar 1687... :beatnik:

Dann aber müsste man auch bei frühen Kraus-Werken und bei vielen anderen Komponisten bis etwa 1780 anstelle des schlanken Taktstabes einen zusammengerollten Notenpapierdoppelbogen verwenden.

Viele Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

der Lullist

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Beiträge: 3 963

Registrierungsdatum: 13. Januar 2005

63

Freitag, 10. November 2006, 21:40

Das Taktschlagen im wörtlichen Sinn wurde nur bei Tanzmusik und Taktwechsel angewendet - kein Dauergestampfe - ich glaube das wirkt sich dann auch körperlich aus - der eine Arm ist muskolös und trainiert, der andere nicht :hahahaha:
(ich weiß man könnte jetzt eine ganze Schubkarre von Kalauern auskippen....)


Im Normalfall, also wenn man wirklich historisch korrekt sein wollte, dann müßte auch bei jeder Aufnahme mit barocker und klassischer Tanzmusik das Geblöcke des Tanzmeisters mit dabei sein. Denn der Tanzmeister war unverzichtbar, da er die Figuren ansagte.

Das echte Taktstampfen ist allerdings nur bis zu Lullys Tod in Mode gewesen - aus unerklärlichen Gründen ( :D ) wurde der 2m lange Taktstab auf die Hälfte abgesägt und man "simulierte" das Schlagen nur noch....

Das Dirigieren vom Cembalo oder der Violine aus war nur bei Italienern üblich. In Deutschland wurde das im beginnenden 18. Jahrhundert dann übernommen.
Das Taktschlagen verlor sich gegen 1740 in Frankreich.
Es gibt auch Berichte über einen Dirigentenstab - immer noch 1m lang mit dem der Dirigent das Orchester leitete und widerspenstige Musiker züchtigen konnte :D

(Lully zerschlug ihnen meist die eigenen Instrumente auf ihren Rücken...)

HIP ist doch was schönes :D