Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

lohengrins

Prägender Forenuser

  • »lohengrins« ist männlich

Beiträge: 762

Registrierungsdatum: 12. Februar 2006

61

Mittwoch, 31. Januar 2007, 07:45

Guten Morgen.

Zitat

Original von musicophil
...
DAS Publikum (d.h. die große Menge) hat überhaupt keine Ahnung davon, wie man etwas wirklich aussprechen muß. Wenn Du Pech hast, denken sie noch, der Sänger solls wissen, und ändern ihre Mundart.
...


Wenn sich das auf die Muttersprache beziehen sollte, bezweifle ich das doch sehr. Wie zuvor in anderen Beiträgen schon deutlich geworden, glaubt ja fast jeder Deutsche, irgendwie Hochdeutsch zu sprechen und würde insofern kaum Grund sehen, sich da etwas abzuschauen.
Und gerade weil das Deutsche keine allzu leicht beherrschende Sprache ist, fallen einem Muttersprachler Unsauberkeiten eben auch so leicht auf. Ich denke - mal von exotischen Fremdworten abgesehen - dass man sehr wohl weiß, wie Dinge (zumindest im eigenen Umfeld/Dialekt) ausgesprochen wird.
Deshalb kann (eher: konnte) ein Domingo seinen Wagner noch so schön singen, zumindest in meinem Bekanntenkreis mag sich das niemand auf Dauer antun.

:hello:,

Gruß, l.

DasMutzel

Anfänger

  • »DasMutzel« ist männlich
  • »DasMutzel« wurde gesperrt

Beiträge: 23

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

62

Mittwoch, 31. Januar 2007, 08:32

Btw, das war up kölsch. Ich hab nur verpasst einen Übergang zum berlinerisch meiner GL herzuleiten und übernehme die Schuld an diesem Missverständnis. :beatnik:
Ego sum lupus in fabula

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DasMutzel« (31. Januar 2007, 08:33)


musica

Prägender Forenuser

  • »musica« ist weiblich
  • »musica« wurde gesperrt

Beiträge: 2 370

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

63

Mittwoch, 31. Januar 2007, 08:44

Ich finde gerade in der Ausbildung der Sänger MUSS darauf geachtet werden, dass Eigenarten der Muttersprachler sich nicht im Gesang wiederspiegeln. Da muss ein B ein B sein und darf nicht zum P werden, ebenso darf nicht ein G zum K werden, nur um zwei Beispiele zu nennen. Allerdings glaube ich, dass an den MHS da niemand drauf achtet, sonst gäbe es nicht so viele Sänger, die kein sauberes Hochdeutsch singen.

Umzulernen ist schwer, erlebe es bei meinen Schülern, aber mit viel Geduld ist alles zu machen.

LG
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


MarcCologne

Prägender Forenuser

  • »MarcCologne« ist männlich

Beiträge: 1 036

Registrierungsdatum: 4. Juli 2005

64

Donnerstag, 1. Februar 2007, 16:20

Unser Chorleiter hat als Dozent an der Kölner MHS immer häufiger mit Studenten zu tun, die sich mit der deutschen Sprache sehr schwer tun, weil sie für sie eine Fremdsprache ist (viele Koreaner und seit neustem auch zahlreiche Chinesen).

Was ist wohl schwieriger:

Das "Auswendiglernen" einer völlig neuen Sprache und deren Ausspracheregeln (wobei stets die Gefahr besteht, dass man gerade beim Singen manche dieser Regeln vergisst, weil man ja auch noch an viele andere Dinge zu denken hat)

oder

das oft sehr mühsame "Ausmerzen" von mundartlich-regionalen Eigenheiten zu Gunsten eines einwandfreien Hochdeutsch. Wobei die "crux" darin liegen dürfte, dass diverse regionale Sprach-Eigenheiten einem bis dato nie als "Dialekt" und damit "Nicht-Hochdeutsch" bewusst waren und einem diese seit frühster Kindheit praktizierten Aussprachefehler derart in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass sie partout nicht (oder nur unter größter Gewaltanstrengung) mehr wegzukriegen sind.... ?(

Ich würde sagen: Beide Fälle erfordern enorm viel Konzentration und harte Arbeit an der eigenen Aussprache/ beim Sprachenlernen.
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

musicophil

Prägender Forenuser

  • »musicophil« ist männlich
  • »musicophil« wurde gesperrt

Beiträge: 7 091

Registrierungsdatum: 19. Februar 2006

65

Donnerstag, 1. Februar 2007, 16:53

Zitat

Original von lohengrins

Zitat

Original von musicophil
...
DAS Publikum (d.h. die große Menge) hat überhaupt keine Ahnung davon, wie man etwas wirklich aussprechen muß. Wenn Du Pech hast, denken sie noch, der Sänger solls wissen, und ändern ihre Mundart.

Wenn sich das auf die Muttersprache beziehen sollte, bezweifle ich das doch sehr. Wie zuvor in anderen Beiträgen schon deutlich geworden, glaubt ja fast jeder Deutsche, irgendwie Hochdeutsch zu sprechen und würde insofern kaum Grund sehen, sich da etwas abzuschauen.

Hallo Lohengrins,

Wir hatten schon irgendwann darüber geredet.
Mir ist aufgefallen, das z.B. das Wort "China" von Fernsehpräsentatoren/Moderatoren auf verschiene Weise ausgesprochen wird.
Von "Kina" via "China" (fast wie im französischen Wort cheval) bis "Sjina" (scharfes "s"). Jede Aussprache ist also regional abhängig. Vielleicht merke ich, Ausländer, das eher.
Der Deutscher kann ja glauben, er redet irgendwie "Hochdeutsch", aber dann nur bedingt.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

DasMutzel

Anfänger

  • »DasMutzel« ist männlich
  • »DasMutzel« wurde gesperrt

Beiträge: 23

Registrierungsdatum: 29. Januar 2007

66

Donnerstag, 1. Februar 2007, 18:14

Ich sollte und hab im Unterricht mir selbst imaginiert, dass meine Muttersprache eine Fremdsprache sei, und auf einmal war ich von der
regionalen Dialektik weg, sprich deutliche Konsonanten und automatisch die Vokale wie sie sein sollten.

Gruss

Sascha
Ego sum lupus in fabula