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Theophilus

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1

Sonntag, 18. März 2007, 21:24

A Flying Dutchman was here...

Na, war das genug Anglizismus? :D

Da ich etwas verkühlt bin und mit ständigem Hustenreiz kämpfe, getraute ich mich heute nicht in die Premiere des Fliegenden Holländer. Ich kann daher nur eine kurze Zusammenfassung des fast endlos sprudelnden, begeisterten Berichts meiner Frau wiedergeben. In einem Satz: es war ein grandioser Premierenerfolg! Das prall gefüllte Haus sah einen musikalischen und gesanglichen Erfolg mit einer alles überragenden Christiane Libor als Senta. Dazu eine sensationelle Regie, die Peter Konwitschny im achten Anlauf seinen bisher größten Erfolg in Graz gebracht hat. Die Leute haben vor Begeisterung getobt und getrampelt! Nach der 18-Vorstellungen-Serie von Carmen, die immer exzellent besucht war, haben wir offenbar den nächsten Dauerbrenner!

Ciao

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yago

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2

Montag, 19. März 2007, 10:27

war denn sonst keiner??
welche produktion(en) werden in die nächste saison übernommen?
bin am 2.6. im schönen graz.("anything goes")
lg yago

GiselherHH

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3

Montag, 19. März 2007, 10:34

RE: A Flying Dutchman was here...

Zitat von »Theophilus«

Da ich etwas verkühlt bin und mit ständigem Hustenreiz kämpfe (...)

"Gut Bess´rung dem Meister!"

Und von der Inszenierung her konnte ja eigentlich nichts mehr schief gehen, in München ist Ks. "Holländer" ja ein einziger rauschender Erfolg. Wie sind denn die Spinning-Räder angekommen?

:hello:

GiselherHH
"Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."

(Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

Theophilus

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4

Montag, 19. März 2007, 10:59

RE: A Flying Dutchman was here...

Zitat

Original von GiselherHH
...
"Gut Bess´rung dem Meister!"

.... Wie sind denn die Spinning-Räder angekommen?
...
Danke!

Sehr gut! Laut meiner Frau haben sich alle Regie-Elemente trotz mancher unerwarteter Lösungen sehr harmonisch ins Gesamtkonzept eingefügt (z.B. die diesmal "sichtbare" Mannschaft des Holländers, die sehr gut ins Geschehen integriert sein soll).

Ürigens: Christiane Libor sollte dir ein Begriff sein. Wie ist sie denn in Hamburg bislang angekommen?

:hello:

Ciao

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Theophilus

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5

Montag, 19. März 2007, 11:01

Zitat

Original von yago
war denn sonst keiner??
welche produktion(en) werden in die nächste saison übernommen?
bin am 2.6. im schönen graz.("anything goes")
lg yago

Ein ganz nettes, kleines Musical, das auch recht unterhaltend präsentiert wird. Und vor allem: wo kann man das schon einmal sehen?

Ciao

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severina

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6

Montag, 19. März 2007, 11:05

RE: A Flying Dutchman was here...

Zitat von »Theophilus«

Zitat von »GiselherHH«

...
"Gut Bess´rung dem Meister!"

.... Wie sind denn die Spinning-Räder angekommen?

...
Danke!

Sehr gut! Laut meiner Frau haben sich alle Regie-Elemente trotz mancher unerwarteter Lösungen sehr harmonisch ins Gesamtkonzept eingefügt (z.B. die diesmal "sichtbare" Mannschaft des Holländers, die sehr gut ins Geschehen integriert sein soll).

:hello:
Hallo Theophilus, im "Merker" haben sie den "Holländer" erwartungsgemäß verrissen, d.h. dass er sicher wunderbar ist! :D Ich könnte ja in den Teppich beißen, aber ich schaffe es einfach nicht nach Graz in der Zeit. Vielleicht wird er ja im nächsten Jahr wieder aufgenommen.
Sag', wie war denn der Robert Hale???? ( Ich dachte, der singt längst nicht mehr!! Ich hörte ihn vor 20 Jahren in Hamburg als Holländer, da war er großartig, aber jetzt?????)

lg Severina :hello:

Theophilus

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7

Montag, 19. März 2007, 11:16

RE: A Flying Dutchman was here...

Zitat

Original von severina
Hallo Theophilus, im "Merker" haben sie den "Holländer" erwartungsgemäß verrissen, d.h. dass er sicher wunderbar ist! :D Ich könnte ja in den Teppich beißen, aber ich schaffe es einfach nicht nach Graz in der Zeit. Vielleicht wird er ja im nächsten Jahr wieder aufgenommen.
Sag', wie war denn der Robert Hale??? ?( Ich dachte, der singt längst nicht mehr!! Ich hörte ihn vor 20 Jahren in Hamburg als Holländer, da war er großartig, aber jetzt?????)
lg Severina :hello:

Hallo Severina

Ich habe jetzt nachgeschlagen und festgestellt, dass Robert Hale ja ein singender Methusalem ist! Gleichwohl soll er sich recht gut gehalten haben, mit einigen Momenten der hörbaren Anstrengung. Aber wie gesagt, das Ereignis auf der Bühne soll Christiane Libor gewesen sein!

:hello:

Ciao

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GiselherHH

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8

Montag, 19. März 2007, 15:03

Hallo Theophilus,

in Sachen Christiane Libor muss ich leider passen. Ich habe ein bisschen recherchiert und da ist mir aufgefallen, dass sie vor allem in Wiederaufnahmen gesungen hat ("Rosenkavalier", auch Konwitschny, "Fidelio" und "Fledermaus"), die ich wegen anderer Besetzungen gemieden habe. Es kann sein, dass ich sie in Poulencs "Karmeliterinnen" gehört und gesehen habe, aber das ist ja nun eine genuine Ensemble-Oper, bei der die einzelnen Sämger nicht so in den Vordergrund treten. Aber ich werde in Zukunft nach ihr Ausschau halten...

:hello:

GiselherHH
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Theophilus

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9

Montag, 19. März 2007, 15:07

Hallo Giselher

Danke!

:hello:

Ciao

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Ingrid

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10

Montag, 19. März 2007, 22:16

RE: A Flying Dutchman was here...

Zitat

Original von severina
:hello Hallo Theophilus, im "Merker" haben sie den "Holländer" erwartungsgemäß verrissen, d.h. dass er sicher wunderbar ist!

Selbstverständlich ist er wunderbar, auch wenn unser Traumholländer ( Juha Uusitalo) nicht gesungen hat. :D

Nur, gab es tatsächlich einen Schneesturm?

"...der Landgang im Schneesturm mit den total ausgelaugten Matrosen..."

Den haben sie in der Münchener Inszenierung doch glatt unterschlagen, obwohl die sicher auch eine tolle Schneekanone haben. Könnte sich Herr Skoreba evtl. doch verschrieben haben oder sind seine Augen etwas schwach geworden, denn nicht nur das Regietheater kann in die Jahre kommen, wie er meint. ;)

:hello: Ingrid

Theophilus

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11

Donnerstag, 22. März 2007, 03:34

...und abermals verstrichen sind sieben Jahr!

Huch, wie die Zeit vergeht!

Auf jeden Fall habe ich es geschafft, mich noch rechtzeitig zum nächsten Landgang des Fliegenden Holländers in die Oper zu schleppen. Und es war ein erfreulicher Abend!


Es mag paradox erscheinen, aber das erfreulichste war die ungleichmäßig verteilte Ensembleleistung! Die Philharmoniker unter ihrem Chef Johannes Fritzsch lieferten eine solide, tadellose Leistung (der "Boss" sendet eigentlich nicht auf meiner musikalischen Wellenlänge), wir hatten einen sehr passablen Erik, noch besser waren Daland und Steuermann, Oldboy Robert Hale lieferte einen noch immer beeindruckenden, ungemein gut zur Darstellung passenden Holländer ab und der (erweiterte) Chor erbrachte eine echte Bravourleistung! Sie alleine wäre die Stehplatzkarte mehrfach Wert gewesen! Fehlt noch etwas? Keine Sorge, ich habe mir nur das Highlight zum Schluss aufgehoben!

Ich habe eine wunschlos beglückende Senta erlebt!!!

Christiane Libor brachte eine Senta, bei der man ins Schwärmen geraten könnte. Von ganz zart und locker gebrachten Okavsprüngen in der Ballade bis zu perfekt sitzenden, trompetenhaften Spitzentönen im Finale war es eine geradezu unglaubliche Leistung einer Sängerin, von der ich vor vier Tagen das erste Mal gehört habe. Vermutlich das erfreulichste, was ich an Wagnergesang in Natura je gehört habe! Welch eine Stimme, allein der Gedanke, dass dieser dunkle, voll tönende Sopran bereits als Marschallin zu hören ist, bereitet mir Herzklopfen. Das könnte eine sinnliche Erfahrung sein, die unvergesslich bleibt. Wie aber auch der gestrige Abend, der mit Peter Konwitschnys kurzweiliger Regie eine selten gute Opernunterhaltung bot.

Ciao

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yago

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12

Donnerstag, 22. März 2007, 06:12

der spielplan der saison 07/08 ist ja jetzt online und leider wird der "holländer" nicht wieder aufgenommen,sondern "nur" "carmen" u. "nussknacker".
also dürfte ich den "holländer" doch nicht mehr erleben können, ev. flieg ich kurzfristig mal n. graz oder zur "carme".wiederaufnahme.
lg u. thx f. d. bericht

Ingrid

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13

Donnerstag, 22. März 2007, 23:32

Das ist mir ja völlig unverständlich, dass sie den Holländer in der nächsten Saison schon nicht mehr bringen. Haben sie den Erfolg angezweifelt?

Lieber Theophilus, auch von mir vielen Dank für den wunderbaren Livebericht (hoffe, die Seeluft hat Dir gut getan :] ) Auch wenn Bühne und Kostüme praktisch identisch sind (müßten ja wohl auch in einer Werkstatt gefertigt worden sein, oder?) würde sich der Besuch aller drei Städte bestimmt sehr lohnen, um die musikaische Seite zu vergleichen. Auch in München hatten wir mit Anja Kampe eine Senta, der man ihre Rolle voll abnahm. Gerade die Schlussphase ließ einem den Atem gefrieren. Kann da wirklich keinen Besucher verstehen, der in der Lage ist, sogar noch vorzeitig zu klatschen. Ich brauche immer einige Vorhänge, bis ich dazu in der Lage bin. Auch Uusitalo identifiziert sich so voll mit der Rolle, dass er sogar in der Freizeit eine Jacke trägt, auf der THE FLYING DUTCHMAN steht. Er wird mir sehr abgehen.

:hello: Ingrid

Theophilus

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14

Samstag, 31. März 2007, 02:46

Finding SENTA

Die 5. Vorstellung des Fliegenden Holländers stand unter lauter guten Sternen!

War die zweite Vorstellung überraschenderweise ganz deutlich nicht ausverkauft, lief die 5. verdientermaßen bei vollem Haus ab.

Die Inszenierung ist jetzt richtig schön eingefahren. Man sieht keine Operntruppe auf der Bühne, die erfolgreich eine Wagner-Oper realisiert, sondern ein perfekt eingespieltes Ensemble, das einen förmlich in die Handlung hineinzieht. Besser wird es nicht mehr werden!

Dazu kommt eine merkliche Wandlung im Graben. Johannes Fritzsch war etwa drei bis vier Minuten schneller unterwegs als in der zweiten Vorstellung, aber diese Zahl kann den Unterschied in der erhöhten musikalischen Dichte nur andeuten. Es begann wie üblich etwas zu direkt und plakativ, aber schon Mitte des ersten Akts kamen die Philharmoniker so richtig ins Musizieren und wie die Spannung im Laufe des zweiten Aktes und dann im dritten aufgebaut wurde, war ganz außerordentlich. Zum ersten Mal bei Johannes Fritzsch saß ich da und dachte nicht nur, "wie gut sie heute wieder spielen", sondern es mehrten sich die Momente, wo ich mir dachte, "wie schön sie heute spielen"!

Auf der Bühne setzte sich die erfreuliche Entwicklung fort. Es wurde großartig agiert und mit der Sicherheit in der Darstellung steigerten sich auch noch die gesanglichen Leistungen (vor allem Edward Randall als Erik). Im Zentrum dieser Ensembleleistung stand wieder Christiane Libor als wunderbare Senta (wie oft erlebt man schon, dass Sentas Schlusssatz einem im positivsten Sinne durch Mark und Bein geht?), aber alle - inklusive dem wieder prächtig disponierten Chor - trugen gemeinsam zum spannendsten Opernabend bei, den ich seit längerer Zeit erleben konnte.



Übrigens: Im Merker wurde die wenig passende Kritik von Peter Skorepa durch eine wesentlich zutreffendere von Klaus Billand ersetzt!

Ciao

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Ingrid

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15

Samstag, 31. März 2007, 08:42

RE: Finding SENTA

Zitat von »Theophilus«

Übrigens: Im Merker wurde die wenig passende Kritik von Peter Skorepa durch eine wesentlich zutreffendere von Klaus Billand ersetzt!

Vielen Dank für den Hinweis auf die geänderte Kritik. Sie entspricht jetzt wirklich genau dem, was ich bei meinen Holländer-Besuchen empfand. (Hoffe nur, inzwischen wird nicht mehr zu früh applaudiert.) Ich werde mir diese Kritik auf jeden Fall ausdrucken und in mein Programmheft legen. Das wäre auch eine Premiere, denn das hat bisher noch kein Kritiker vom Merker geschafft :D An den Unterschieden der Bewertung konnte man aber wieder sehen, dass man sich unbedingt ein eigenes Bild machen muss, denn jeder empfindet anders. Schätze aber, Herr Skorepa wollte noch eine Rechnung mit Konwitschny begleichen und da eignete sich so eine Premiere halt ganz gut dazu. In dem Fall ging der Schuss, zum Glück, nach hinten los.

LG Ingrid

Theophilus

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16

Samstag, 31. März 2007, 10:50

RE: Finding SENTA

Hallo Ingrid

Ich glaube, dass bei der Premiere einfach die aufgestaute Begeisterung zu den verfrühten Beifallskundgebungen geführt hat. In den beiden Vorstellungen, die ich gesehen habe, hat das Publikum brav den musikalischen Schluss abgewartet. Es kennt ihn gewissermaßen auch, denn Peter Konwitschny wiederholt in nur leicht abgewandelter Form hier den Schluss seines Macbeth.

Bei Peter Skorepa gab es nicht nur eine andere Betrachtungsweise, sondern auch ein paar faktische Irrtümer. Es gibt z.B. keinen Schneesturm, und Peter Konwitschny eine teilweise nicht vorhandene Personenführung vorzuwerfen, ist angesichts dieser bis ins letzte Detail ausgefeilten Regiearbeit eine gewagte Aussage .

:hello:

Ciao

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Ingrid

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17

Sonntag, 1. April 2007, 00:17

RE: Finding SENTA

Lieber Theo,

danke, dass ich jetzt auch den Schneesturm ad acta legen kann. Kam mir ja gleich spanisch vor, aber zeigt auch, dass man diesen Kritiker wirklich in der Pfeife rauchen kann und hoffentlich bekommt der für Graz keine Freikarte mehr. Wer nun auf die Meinung von so einem Herrn vertraut, dem kann einiges entgehen. Auch bei uns in München kenne ich Leute, obwohl Wagner-Fans, die diese Inszenierung nicht ein einziges Mal besucht haben, da die Spinnstube kein Fitnessstudio sein kann und fertig.

Wäre beinahe ebenso schlechten Kritiken aufgesessen und heute nicht in Chowanschtschina gegangen und jetzt bin ich richtig glücklich heimgekommen, denn allein der riesige Schlusschor und die Musik sowieso waren es wert, bis zum Ende durchzuhalten, auch wenn die Inszenierung mit ihren Betonkastln jetzt nicht unbedingt als "schön" zu bezeichnen ist. Da gehe ich sicher noch öfter rein.

Gute Nacht und herzliche Grüße nach Graz
Ingrid

PS. Das finde ich allerdings wieder nicht so gut, dass sich K. eigene Gags klaut :rolleyes:

Theophilus

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18

Sonntag, 1. April 2007, 00:53

RE: Finding SENTA

Hallo Ingrid

Zitat von »Ingrid«

... Das finde ich allerdings wieder nicht so gut, dass sich K. eigene Gags klaut :rolleyes:

Es ist wohl bei jedem Regisseur so, dass er sich im Laufe der Zeit wenigstens gelegentlich wiederholt. Bei Peter Konwitschny ist es auf jeden Fall so, dass er gute Ideen wieder aufgreift, wenn auch zumeist in abgewandelter Form. Das kann sogar so weit gehen, dass er auf diese Weise quasi seine Paraphe auf die Inszenierung setzt.

Aber in dieser Holländer-Inszenierung konnte er beim besten Willen kein rotes Sofa unterbringen... :D

:hello:

Ciao

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klingsor

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19

Sonntag, 1. April 2007, 01:18

RE: Finding SENTA

gestern von 19.00 bis 22.30 uhr gehört in der frankfurter oper:

le nozze di figaro ...

sehr schön musiziert und gesungen, inszenierung recht nett und nah an der commedia, einziger wermuthstropfen: die oftmals zu leisen blechbläser und die ziemlich grauslig unsauber spielenden hörner :wacky: dafür knallten die pauken so laut wie noch nie gehört ...insgesamt: sehr vergnüglicher abend mit empfehlungscharakter ... :yes:

:hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

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20

Sonntag, 1. April 2007, 12:02

RE: Finding SENTA

Wie hast du dich denn hierher verirrt?

:hahahaha:

Ciao

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Ingrid

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21

Montag, 18. Juni 2007, 19:25

RE: Finding SENTA

Zitat

Original von davis1926

Zitat

Original von Ingrid
Ich bekomme auf jeden Fall vom fliegenden Holländer in der Inszenierung von Konwitschny nie genug!

"Summ und brumm, du gutes Rädchen"; das ist aber auch zu lustig! Ist dir aufgefallen, dass hier nicht nur der Südwind bläst? Das steht wohl bei Wagner in der frühen Fassung so drin.
Bloß der Schluss mit dem Giftmüllfass und der Explosion und der Musik vom Band, hm... Aber insgesamt war ich auch begeistert und werde in der nächsten Spielzeit nochmal reingehen. Die liebste Aufnahme ist mir die von Bruno Weil, weil Astrid Weber die Ballade gar so schön singt.


Lieber Davis,

schätze mal, in diesem Thread sind wir ein wenig besser aufgehoben, denn hier geht es ja ebenso um den "Konwitschny" Holländer, auch wenn Theophilus tolle Berichte aus Graz geschrieben hat.

Da ich von dieser Neuinszenierung in München ja kaum eine Vorstellung ausließ, konnte ich natürlich gut mitverfolgen, wie vergnügt das Publikum die summenden Spinningräder aufnahm. Ich finde die Idee wirklich genial, da der Altersunterschied oder die unterschiedlichen Zeitepochen zwischen Holländer und Senta viel stärker ins Bewußtsein kommen. Eine altertümliche Spinnstube hätte das nie und nimmer bewirken können, zumindest nach meinem Empfinden, denn ich sah ja auch schon Fernsehübertragungen im herkömmlichen Sinn (z.B. aus Wien).

Die ausgegrabene Textstelle mit dem blasenden Mädchen ist natürlich ein Gag, den sich Konwitschny wohl nicht entgehen lassen wollte. Wagner war sich damals der heutigen Bedeutung wohl nicht bewußt (vielleicht später, als er sie wieder änderte?). Ich finde aber, dass man es durchaus so lassen kann, denn der Steuermann wird ja aus dem Tiefschlaf geholt und da bringt man schon mal was durcheinander ;) Richtig "witzig" wurde es dann ja erst, als man in dieser Saison auch deutsche Opern übertitelte, der Steuermann brav seinen vorgeschriebenen Text sang und auf dem Band der Südwind blies. Da schoben viele den Dreher natürlich dem armen Kevin Conners in die Schuhe, der auch ansonsten ab und zu Eigenkreationen lieferte und das dann gut gepasst hätte. In dem bes. Fall war er aber unschuldig :D Inzwischen soll die Übertitelung geändert worden sein.

Der Schluss oder vielmehr das ganze Konzept Konwitschnys, wurde mir durch ein sehr gutes Interview im Programmheft mit ihm, Leiacker und Hintze sehr viel verständlicher, obwohl es einige gibt, die dem Erlösungsschluss, trotz sonstiger Begeisterung, nachtrauern und sich um ihn betrogen fühlen. Bei mir löst diese Variante Konwitschnys jetzt auf jeden Fall immer wieder den Schock aus, wie es zu Wagners Zeiten wohl noch Sentas Sprung ins Meer bei den Besuchern tat und so soll es doch eigentlich sein, oder nicht?

Wünsche Dir und allen anderen noch viele spannende Besuche in der BSO
:hello: Ingrid