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maxmax

Anfänger

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Registrierungsdatum: 15. Dezember 2005

31

Samstag, 7. Januar 2006, 13:22

Orgel im Stephansdom

Das Hauptproblem der großen Kaufmann-Orgel ist, dass sie nie wirklich intoniert wurde (weil Kaufmann unter Druck gesetzt wurde, trotz Krankheit fertigzustellen) und dass sich auch danach niemand bereiterklärt hat, die Orgel in technischer und klanglicher Hinsicht auf Vordermann zu bringen. So gesehen weiss man gar nicht, ob dieses Instrument gut oder schlecht ist.
maxmax

sebastian

Schüler

  • »sebastian« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. Juli 2005

32

Samstag, 7. Januar 2006, 21:49

das ist super - dann soll sie jemand gut intonieren (irgendein altmeister des neobarock), dann passt die sache
Bach ist Anfang und Ende aller Musik

33

Montag, 9. Januar 2006, 21:24

ist mir nicht klar, wozu?
Wer interessiert sich im Zeitalter der mechanischen Trakturen noch für so eine Orgel?
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

sebastian

Schüler

  • »sebastian« ist männlich

Beiträge: 171

Registrierungsdatum: 15. Juli 2005

34

Dienstag, 10. Januar 2006, 22:01

Ich - ich finde es sehr, sehr spannend, orgeln aus verschiedenen epochen zu spielen; denn du spielst ja sicher auch gerne auf spring- oder kegelladen, wenngleich deren zeit auch, soweit wir es heute absehen können, schon lange zu ende ist.
man lernt sehr viel für die technik, für die registrierungen (warum immer 8'4'2'2 2/3'2'Mixtur für irgendwelche Toccaten, wenn man nicht ganz andere, bessere möglichkeiten hat?), für den umgang mit historischen orgeln. denn (sorry, aber so kommt es mir vor!) solche leute, die meinungen wie deine vertreten haben, sind dafür verantwortlich, dass wir kaum noch romantische instrumente erhalten haben.
Bach ist Anfang und Ende aller Musik

35

Dienstag, 10. Januar 2006, 22:55

ich finde diese orgel von der Bezeichnung "romantisch" weit entfernt...nur die Größe allein machts nicht...
IMO ist diese Orgel ein Prestigeobjekt der Nachkriegszeit ohne erkennbaren Stil;
mit der Orgel im Musikverein habe ich ja ein ähnliches Problem - allerdings: elektrische Traktur - widerlich scharfer Klang der Mixturen, charakterlose Zungen..

das 20.Jh hat wenige Epochen, die gutes hervorgebracht hätten - lediglich vor dem ersten WK und in den letzten 20 Jahren...
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

sebastian

Schüler

  • »sebastian« ist männlich

Beiträge: 171

Registrierungsdatum: 15. Juli 2005

36

Mittwoch, 11. Januar 2006, 22:34

das meine ich doch gar nicht!!!! klar ist diese orgel alles andere als romantisch. ich habe romantisch nur insofern erwähnt, als diese instrumente ja (mit fast denselben argumenten wie von dir angeführt) im 20. jahrhundert total abgelehnt wurden...
als erkennbaren stil: eine synthese aus romantischen und neobarocken stimmen - ob geglückt oder nicht, kann niemand sagen, da sie nicht intoniert ist...
und was ist das problem einer elektrischen traktur? wenn du die beiden spieltische in der tonhalle zürich vergleichst, spielst du viel, viel lieber auf dem (wunderbaren!) elektrischen als an diesem furchtbaren mechanischen spieltisch! also einfach das schlagwort "elektrisch" zu verwenden (wieder genau wie zur zeit der ablehnung der romantik: war eine orgel pneumatisch oder hatte mechanische kegelladen, war sie per se schlecht, unkünstlerisch - vom gegenteil kann man sich in bremen, verden, lüneburg, berlin etc überzeugen) halte ich wieder für zu einfach und auch nicht aus der geschichte gelernt (sry). außerdem: eine orgel mit diesen dimensionen mechanisch anzuspielen (trakturwege?) bereitet allen beteiligten - orgelbauer, spieler, zuhörer etc - größte schwierigkeiten!!!
Bach ist Anfang und Ende aller Musik

maxmax

Anfänger

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Beiträge: 47

Registrierungsdatum: 15. Dezember 2005

37

Mittwoch, 18. Januar 2006, 17:39

Größte Orgel

Apropos Mechanik: ich galube, die größte mechanische (Kirchen-)Orgel steht in Lübeck in der Marienkirche(mit über 105 Registern)
maxmax

Karsten

Profi

Beiträge: 400

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

38

Freitag, 4. August 2006, 19:12

RE: Größte Orgel weltweit?

Hallo,

bezüglich der größten (spielbaren) Orgel in Wanamaker Store, Philadelphia ist vielleicht folgende nachricht interessant. Nachdem der vormalige Besitzer das Kaufhauses verkauft hat und die Zukunft des Gebäudes samt Orgel ungewisse war, wurde kürzlich das Kaufhaus wieder eröffnet. Jetziger Besizer ist Macy's, die sich wohl um die Orgel kümern werden (müssen). Der Tag der Wiedereröffnung wurde auch mit drei Konzerten des "Wanamaker-Organisten" Peter Conte begangen.

Gruß
Karsten

Freiburg_Orgelfan

unregistriert

39

Samstag, 5. August 2006, 22:48

RE: Größte Orgel weltweit?

Hallo,
die größte, soweit ich weis soll in den USA stehen. Soweit ich weis, hat diese sogar ein 64'-Zungenregister im Pedal.
Gruß
Freiburger_Orgelfan

widor

Schüler

  • »widor« ist männlich

Beiträge: 98

Registrierungsdatum: 27. Juli 2006

40

Sonntag, 6. August 2006, 10:44

jaa...das wissen wir...guck ma hier:
http://www.die-orgelseite.de/kurioses.htm
das findest du was über alle 64'-register der welt
www.bnote.de -> Musikverlag freier Werke

Tresor

Schüler

  • »Tresor« ist männlich

Beiträge: 155

Registrierungsdatum: 31. Mai 2007

41

Freitag, 20. Juli 2007, 21:57

Bevor dieser Thread der Superlative und Gigantomanie ganz in Vergessenheit gerät, möchte ich ihn wieder ein bißchen auffrischen.

Orgeln mit "echten" 64'-Registern gibt es nur ganze zwei

- die Orgel in der Town Hall, Sydney
und
- die Orgel der Covention Hall in Altlantic City.

"Unechte" 64'er gibt's auch, z.B. im Dom zu Paderborn, nachzulesen hier oder beim Domorganisten.

Übrigens Gereon Krahforst war vor einigen Jahren Domorganist in Minden, meiner Heimatstadt. Habe schon viele und hervorragende Konzerte von ihm gehört. Mindestens 1x im Jahr spielt er hier im Dom zu Minden. Die Orgel ist in meinem Avatar zu sehen.

Da wir die größten Orgel durchhaben, wie wäre es denn mit Superlativen im Detail?

Hier ist die größte (gemeint ist wohl der Durchmesser) und schwerste Orgelpfeife der Welt. Sie befindet sich nicht - wie man vermuten könnte - in den USA oder Australien. Nein, in dem Land, dass für seine feinmechanischen Uhren bekannt ist, in der Schweiz.

Hofkirche St. Leodegar, Luzern
Prinzipal 32' offen,
57 cm Durchmesser,
10 m lang,
383 kg,
erbaut von Johann Geissler um 1650!

Zu sehen in der Mitte direkt über dem Spieltisch.



Ob man da während des Spiels die Noten festhalten muss?

Diese Orgel wurde 1972 - 1977 von der Orgelbaufirma Kuhn (Männedorf, Schweiz) restauriert und erweitert. Die Orgel des Mindener Doms (mein Avatar) ist auch eine Kuhn-Orgel, erbaut 1996.

Wer den fantastischen Klang der Orgel in der Hofkirche erleben möchte, dabei gleichzeitig die Tieftonfestigkeit seiner Lautsprecher oder Kopfhörer testen möchte, und vor allem wirklich hervorragende Kompositionen bei excellenter Interpretation genießen möchte, dem empfehle ich folgende CDs:

- Olivier Messiaen, Marie-Claire Alain, Kuhn-Orgel der Hofkirche Luzern, 1988 erschienen bei ERATO (leider kein Bild gefunden)

und

- Jaen Langlais, Oeuvres pour Orgue, Helga Schauerte-Maubouet, Hofkirche Luzern, erschienen bei MKI



Gruß
Tresor
Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

chris

Anfänger

  • »chris« ist männlich

Beiträge: 45

Registrierungsdatum: 26. September 2007

42

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 19:04

Hallo

Die größte Orgel Österreichs steht meines Wissens nach im Wiener Stephansdom auf der Hauptempore, die Kauffmann Orgel. sie besitzt 125 Register auf 4 Manuale, allerdings eine elektropneumatische Traktur. Sie ist seit der Einweihung der Rieger Nebenorgel nicht mehr in Betrieb. Allerdings besitzt sie trotz der klanglichen und spielmäßigen Nachteile einer der schönsten Freiprospekte der Welt.
Zum Zeitpunkt ihrer Errichtung war das Konzept einer elektropneumatischen Kegelladenorgel sehr umstrtten da zu dieser Zeit bereits die neue Orgelbewegung mit der Herstellung von Orgeln mit rein mechanischer Traktur und Tonkanzellenlade gang und gebe war. Da gab es sehr heftige Auseinandersetzungen. Warum sich die Kauffmann Orgel doch durchsetzte entzieht sich meiner Kenntinis. Da werden wohl noch andere Gesichtspunkte ihren Einfluß genommen haben.


Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »chris« (10. Oktober 2007, 19:17)