Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN
  • »pt_concours« ist männlich
  • »pt_concours« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 438

Registrierungsdatum: 11. März 2008

1

Montag, 22. September 2008, 22:16

-Klaviermusik: ein Überblick auf 5 CDs?

Hallo,

Angeregt durch eine Diskussion, wie man mit wenigen CDs einen umfassenden Eindruck über gesamte Klaviermusik bekommen kann, stellte ich mir folgende Frage:
Gelingt es mit ca. 5-7 CDs einen guten Überblick über die gesamte Klaviermusik zu bekommen?
Dazu müssten dann auf diesen CDs möglichst alle wichtigen Klavier-Komponisten vertreten sein. (Als "gesetzt" würde ich dann BACH, HAYDN, MOZART, BETTHOVEN, SCHUBERT, SCHUMANN, CHOPIN, LISZT, BRHAMS, RACHMANINOV, DEBUSSY, RAVEL, PROKOFIEV, BARTOK betrachten, sicher gibt es noch einige weitere Komponisten, die da in Betracht kommen.)

Es wurde also daraufhin von mir ein Suchprofil für CDs mit folgenden Merkmalen erstellt:
- es müssen mind. drei bedeutende Klavierkomponisten mit einem gewichtigen Werk enthalten sein
- alle Werke werden von einem Interpreten gespielt (damit es nicht zu leicht wird :-), die Einspielungen sollen mind. sehr gut, möglichst sogar Referenzcharakter haben
- gewünscht wären klanglich gute Aufnahmen

ein ideales Beispiel dafür wäre mein erster Vorschlag



LISZT Sonate h-moll
CHOPIN Polonaise-Fantasie
SCHUMANN Carneval op.9
M. Korstick



weitere Vorschläge



BRAHMS Vier Balladen op.10
SCHUBERT Sonate a-moll D 537
BEETHOVEN Sonate Es-Dur op. 7
A. Benedetti-Michelangeli





SCHUBERT Fantasie C-Dur „Wanderfantasie“
BRAHMS Fantasien op.116
LISZT Ungarische Rhapsodie Nr.12
E. Kissin





SCHUMANN Sonate Nr.1 fis-moll op.11
CHOPIN Ballade Nr.1 g-moll
LISZT « Apres une lecture de Dante «
H. Grimaud





FRANCK Prélude Chorale et Fuge
RAVEl Sonatine
DEBUSSY Pour le piano
I. Moravec


Habt ihr weitere Vorschläge, vielleicht bekommt man ja sogar die 5-7 CDs hier zusammen.
Bewusst habe ich hier reale CDs gesucht (wobei die aktuelle Verfügbarkeit erstmal nicht entscheidend sein soll), da es ja eine reale Aufgabe ist.
Allerdings wären natürlich auch „Wunschkoppelungen“ interessant, (manche von mir wurde sogar in der Reihe „Great Pianists of the 20th century“ verwirklicht!)

Ich bin auf weitere Vorschläge gespannt!
Gruß pt_concours
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 471

Registrierungsdatum: 12. August 2005

2

Dienstag, 23. September 2008, 16:11

Da ich normalerweise Zusammenstellungen mit unterschiedlichen Komponisten nicht so gerne mag und nicht so viele Recital-Scheiben kenne greife ich zu ein paar Tricks:

1. Pogorelich: Bach Englische Suiten in a-moll und g-moll & Scarlatti


2 a oder 2b Pollini: eine von diesen Schumann/Schubert-Kombinationen (ich kenne allerdings nur die mit den beiden Sonaten, aber zum Einstieg sind die Fantasien wohl eher besser)


noch lieber aber diesen Klassiker 3. (dann hätte Schubert Pech gehabt)



4. einmal Beethoven, z.B. Gulda:



5. Argerich: Liszt, Chopin, Brahms, Ravel, Prokofieff



6. Michelangeli: Debussy



7.


Richter: Bach, Haydn, Schubert, Schumann, Chopin, Debussy, Rachmaninoff, Prokofieff (2 CDs) würde zwar vieles abdecken, aber für den Einsteiger nicht so geeignet, da z.B. bei Haydn, Schubert, Schumann nur Nebenwerke enthalten sind.

Mit 1, 2a, 4, 5 und 7 hätte man zwar 6 Scheiben, da ein Doppelalbum, aber alles außer Mozart und Bartok abgedeckt.

:hello:

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

miguel54

Prägender Forenuser

  • »miguel54« ist männlich

Beiträge: 1 747

Registrierungsdatum: 12. September 2007

3

Dienstag, 23. September 2008, 16:41

RE: -Klaviermusik: ein Überblick auf 5 CDs?

Zitat

Original von pt_concours
Gelingt es mit ca. 5-7 CDs einen guten Überblick über die gesamte Klaviermusik zu bekommen?


Impossible! Weder der Musik noch ihren Interpreten wird das gerecht, von der unvermeidbaren Reduktion auf die vermeintlichen Genien mal abgesehen, und alles vor Bach fällt sträflicherweise sowieso unter den Tisch.

Man steht vor einem Gebirge, die Wanderschaft ist lang, aber einen etwas geschweifteren Weg sollte man schon nehmen.


Caesar73

Prägender Forenuser

  • »Caesar73« ist männlich

Beiträge: 4 372

Registrierungsdatum: 22. März 2005

4

Dienstag, 23. September 2008, 18:50

Lieber pt_concours,

Deine Idee finde ich durchaus spannend- nur bin ich eher geneigt, mich Miguel anzuschließen. Sowohl die schiere Masse des Repertoires als auch die Zahl der Interpreten spricht aus meiner Sicht dagegen. Es hieße einfach zu sehr zu verkürzen.

Und vor den Lohn haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt :D :D

Ich meine ja nicht, dass man erst den ganzen Bach, den ganzen Beethoven und den ganzen Debussy, den ganzen Schubert gehört haben muss :D

Vielleicht eine Spur übertrieben. Aber ich denke, es wird deutlich wo das Problem liegt.

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

WolfgangZ

Prägender Forenuser

  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 227

Registrierungsdatum: 16. April 2007

5

Dienstag, 23. September 2008, 19:31

Hollfelder - (mild offtopic)

Zitat

Original von miguel54


Von der Sache her würde ich Miguel und Christian zustimmen.

Zum Hollfelder: Er ist ein sehr ausführliches Werk, was Namen und Daten anbelangt, und ich lasse mich gerne über die Entstehungsdaten unbekannter Klavierkonzerte informieren, denn da findet man beeindruckend viel.

Zu den Personalstilen und der Charakteristik wichtiger Einzelwerke erfährt man aber zu wenig Spezifisches. --- Oder weicht die Auflage von 1999 da von meiner ab - sieht aber nicht so aus !? (Das große Handbuch der Klaviermusik, Sonderausgabe Hamburg 1996, 1457 S.)

Da würde ich den zweibändigen Reclams Klavierführer oder auch Günther Batel (Meisterwerke der Klaviermusik) bevorzugen, die freilich nicht mit so vielen Namen aufwarten.

Besten Gruß, Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

miguel54

Prägender Forenuser

  • »miguel54« ist männlich

Beiträge: 1 747

Registrierungsdatum: 12. September 2007

6

Mittwoch, 24. September 2008, 11:27

RE: Hollfelder - (mild offtopic)

Zitat

Original von WolfgangZ

Zum Hollfelder: Er ist ein sehr ausführliches Werk, was Namen und Daten anbelangt, und ich lasse mich gerne über die Entstehungsdaten unbekannter Klavierkonzerte informieren, denn da findet man beeindruckend viel.

Zu den Personalstilen und der Charakteristik wichtiger Einzelwerke erfährt man aber zu wenig Spezifisches. --- Oder weicht die Auflage von 1999 da von meiner ab - sieht aber nicht so aus !? (Das große Handbuch der Klaviermusik, Sonderausgabe Hamburg 1996, 1457 S.)

Da würde ich den zweibändigen Reclams Klavierführer oder auch Günther Batel (Meisterwerke der Klaviermusik) bevorzugen, die freilich nicht mit so vielen Namen aufwarten.


Der Batel ist mir gerade nicht eingefallen - danke für die Ergänzung! Wenn man eine auswählende Handreichung sucht, ist der - oder der Reclam Führer - sicher erstmal besser.
Ich habe auch die ältere Ausgabe des Hollfelder - werde bei Gelegenheit mal in die Neuaausgabe reinschauen, wie die Unterschiede so sind.

Caesar73

Prägender Forenuser

  • »Caesar73« ist männlich

Beiträge: 4 372

Registrierungsdatum: 22. März 2005

7

Mittwoch, 24. September 2008, 15:48

Übrigens: Was die Interpreten, ihren Stil etc. angeht ist kürzlich ein umfangreiches Kompendium erschienen, herausgegeben von Ingo Harden und Gregor Willmes. lLesern des Fono Forums werden die beiden Namen vertraut sein. Ingo Harden ist schon seit mehreren Jahrzehnten für das Magazin tätig:




Verdienstvoll ist das Kompendium alleine schon deswegen, weil Kaisers Standardwerk "Große Pianisten in unserer Zeit" nun wirklich schon ein wenig in die Jahre gekommen ist.


Ganz billig ist der Schmöker nicht- aber ich werde ihn mir bei Gelegenheit kaufen.



Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • »pt_concours« ist männlich
  • »pt_concours« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 438

Registrierungsdatum: 11. März 2008

8

Mittwoch, 24. September 2008, 16:38

nur 5 CDs!

Hallo,

Vielen Dank für Eure Antworten! Wie viele hier im Forum sicher bereits gemerkt haben, gehört die Klaviermusik zu meinen Lieblingsgenres, ca. die Hälfte meiner CD-SAmmlung entfallen auf die Klaviermusik (also ca. 500 CDs), deshalb kenne ich auch viele der hier noch vorgeschlagenen CDs, besitze von den meisten Komponisten auch mindestens eine Aufnahme der Hauptwerke und habe sogar von den meisten Komponisten, die ich oben genannt habe, eine Kompletteinspielung aller Werke. Ebenso besitze ich den Hollfelder, sowie die beiden Bände des Reclams Klaviermusikführers. (Darüner hinaus empfehle ich bei ausreichend Fremdsprachenkenntnis eher ein Buch über die Klaviermusik aus einem anderen Land -z.B. Frankreich-, die Sicht, was mehr oder weniger bedeutend ist weicht da von Land zu Land immer etwas ab!)

An einen Überblick auf die gesamte Klaviermusik würde ich mich sicher nicht herantrauen, wenn ich nicht soviel kennen würde! Denn nur wer alle Stücke eines Komponisten kennt, kann wirklich beurteilen, ob ein Stück wirklich repräsentativ sein kann.

Schade, dass niemand meinen Vorgaben folgen wollte, aber die Gründe dafür wurden ja hinreichend genannt. Ich halte dennoch an meinem Konzept fest, und habe inzwischen auch weitere Ideen bekommen.

Zitat

Original von Johannes Roehl
Da ich normalerweise Zusammenstellungen mit unterschiedlichen Komponisten nicht so gerne mag und nicht so viele Recital-Scheiben kenne greife ich zu ein paar Tricks:


Auch ich bevorzuge CDs mit nur einem Komponisten (weil die sich am einfachsten ins Regal einsortieren lassen ;-), am liebsten sind mir mittlerweile ja sogar Kompletteinspielungen (so die künstlerische Qualität stimmt), da ich nur noch selten CDs komplett höre, sondern mir (als fortgeschrittener Hörer) meine Programm selber zusammenstelle.
Dennoch meine ich im Zuge dieser Überlegungen hier festgestellt zu haben, dass es heute eher üblich geworden ist, eine CD einem Komponisten zu widmen, aber hier kann mein Eindruck auch täuschen. Im Konzert erlebt man ja immer noch viele gemischte Programme, und mir fallen da sofort zwei ein, die ich als CD hier liebend gerne einordnen würde: Brednel mit HAYDN, MOZART, BEETHOVEN und SCHUBERT; sowie Perahgia mit BEETHOVEN, SCHUMANN, BRAHMS und SCHUBERT.
Ich sehe bei meinem Konzept zwei Schachpunkte:
1. es kann nicht jeder Komponist mit seinem absoluten „Paradestück“ vorgestellt werden
2. nicht jedes Stück mit seinem „Parade-Interpreten“ vorgestellt werden
Beides nehme ich aber in Kauf, da mir im Rhamen von 5 CDs vertretbar erscheint.
Speziell zu 1. muss man auch sagen, egal ob ich z.B. eine zwei, drei, fünf oder zehn Beehovensonten kenne, den Zyklus der 32 Klaviersonaten kann ich doch eh nur einschätzen, wenn ich alle kenne (oder zumindest über 20!) Zu 2. würde ich sagen: ich mag keine CDs mit verschiedenen Komponisten und Interpreten! Ich finde eine CD verliert doch deutlich an Kontur, wenn sowohl der Komponist, wie auch Interpret wechselt!

Hier noch meine weiteren Vorschläge




SWEELINCK Fantasia D
J.S.BACH Goldbergvariationen
MOZART Sonate C-Dur KV 330
SCHÖNBERG Suite op.25
mit G. Gould




kein Bild

HAYDN Sonate C-Dur XVI:50
SCHUBERT Sonate G-Due op.78
BRAHMS Vier Klavierstücke op. 119
LACHMANN 5 VAriantionen über eine Schubert-Thema
mit L.Vogt






BEETHOVEN Andante favori F-Dur
CHOPIN Barcarolle, Scherzo Nr. 2, Drei Walzer
DEBUSSY Suite bergamasque, Estampes
mit S.Richter






RAVEL Miroirs, Valses nobles et sentimentales
SKRJABIN Sonate Nr. 7
PROKOFIEV Sonate Nr. 2
mit S.Richter

Überhaupt scheint Richter der einzige Interpret zu sein, mit dem man so eine Folge von 5 CDs alleine verwirklichen kann. (Vielleicht noch mit Gieseking, und mit kleinen Abstrichen Gilels, Arrau und Rubinstein. Oder übersehe ich da jemanden- zumindest bei denen, die nicht mehr aufnehmen)



folgende CDs kenne ich noch nicht, sie könnten aber auch die Kriterien erfüllen:




STRAVINSKY Serenade in A-Dur
SCHOSTAKOWITSCH Sonate Nr. 2, op. 61
SKRJABIN Sonate Nr. 9 op. 68
PROKOFIEV Sonate Nr. 7 B-Dur op. 83
mit A. Lubimov






RACHMANINOV Sonate Nr. 2 b-moll op. 36
SKRJABIN Sonate Nr. 2 gis-moll op. 19
PROKOFIEV Sonate Nr. 8 B-Dur op. 84
mit S.Fiorentino






STRAVINSKY Etüden f. Klavier op. 7 No. 1-4
BARTOK Etüden f. Klavier op. 18 No. 1-3
MESSIAEN Etudes de rythme No. 1-4
LIGETI Etüden f. Klavier No. 1-14
mit E. Haase

Gruß pt_concours

@Caesar: das Buch "Pianisten-Profile" würde mich auch interessieren, sobald Du näheres weisst, berichte doch bitte.
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 770

Registrierungsdatum: 9. August 2004

9

Montag, 29. September 2008, 15:42

Ich habe mir die Vorgaben ehrlich angesehen, sehe mich aber auch außerstande sie zu erfüllen.

Haydn-Sonaten, Clementi-Sonaten Mozart Sonaten, Beethoven Sonaten, Schubert Sonaten,
Klavierkonzerte von
Mozart (Nr 19/20/26/27/, Beethoven Nr 4 und 5/

des weiterenWerke von

Chopin, Liszt, Tschaikowsky, Schumann, Mendelssohn, Skrijabin, Rachmaninoff, Prokoffieff, Ravel, Sklrijabin, Satie, Bartok, Janacek etc etc.

Was soll da weggelassen werden ? Die "Mondscheinsonate, die Apassionata, Waldsteinsonate, Pathetique, Verzichten wir auf Mozarts Klavierkonzert Nr 20 oder auf Nr 22, bzw 23. Sind die Diabelli-Variationen entbehrlich - oder doch eher die Eroica-Variationen?

Wie wichtig sind Mendelssohns "Lieder ohne Worte", welche Schubert Sonate ist mehr - welche weniger wichtig ?

Es ist ja eigentlich so, daß jene Klavierliteratur, die man heutzutge als CD oder im Konzert angeboten bekommt ohnedies nur ein schmaler Auszug aus dem eigentlich vorhandenen Repertoire ist.

In meiner Aufzählung habe ich sogar auf Haydn, Johann Christian Bach - und auf Johann Sebatian Bach "verzichtet" - weil es ja umstritten sein kann inwieweit Cembalowerke der eigentlichen Klavierliteratur zuzurechen sind.

Aber wie immer man es drehen und wenden mag: 5 CDs sind einfach zuwenig um einen auch nur annähernden Überblick über das Thema "Klassische Klaviermusik" zu ermöglichen...

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix