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Joseph II.

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1

Dienstag, 17. Mai 2005, 15:52

G.F. Händel: Tamerlano - Welche Aufnahme ist die Referenz?

Hallo, alle miteinander.

Händels Oper "Tamerlano" dürfte zu den weniger bekannten des großen Barock-Meisters zählen. Nichts desto trotz gibt es einige Aufnahmen auf CD.

Auf die Schnelle fand ich diese Aufnahmen:







Kennt sich jemand hier mit diesem "Stiefkind" Händels besser aus als ich bzw. könnte jemand eine Empfehlung bzgl. der verschiedenen Aufnahmen machen?

Mit den allerfreundlichsten Grüßen,
Don Felipe
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

der Lullist

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2

Dienstag, 17. Mai 2005, 23:33

Eure Majestät,

leider waren wir von dem Werk wenig angetan, wir haben uns der Aufnahme des Meisters Gardiner bedient, da die Aufnahmen von Malgoire, der Präsident des Centre Musique Baroque de Versailles, schon zu häufig bei uns vertreten ist.

Malgoire ist bei uns mit Rinaldo und Xerxes vertreten. Mit ihm macht man sicherlich nichts falsch, aber im Vergleich zu Einspielungen von René Jacobs fällt er natürlich ab.

Die Pinock Aufnahme hört sich relativ vielversprechend an, da auch einige sehr gute Sänger hier vertreten sind.

Alle drei Einspielungen wurden von Spezialisten Eingespielt, nur der direkte Vergleich wird Auskunft geben können.

Zumindest können wir die Gardiner Einspielung gut heißen.
Tamerlano ist sicherlich keines von Händels besten Werken, aber die Einspielung ist in Ordnung und eventuell besser als die Malgoire. Wir beziehen uns jetzt auf die anderen beiden Einspielungen, die doch einen deutlichen Interpretationstil erkennen lassen.

Joseph II.

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3

Mittwoch, 18. Mai 2005, 01:28

Monsieur Lully,

wir danken Euch für Eure Hilfe. ;)
Wir tendieren auch zur Pinnock-Aufnahme - aus irgendeinem Bachgefühl heraus.

Ich weiß nicht, aber hat Herr Gardiner wieder mal gekürzt? :stumm:
Das soll er nämlich bei Händels "Hercules" getan haben - davon halte ich absolut nichts, einfach nur widerlich, das macht ja das ganze Meisterwerk zunichte; da hilft dann auch die beste Einspielung nichts mehr...

Mit den allerfreundlichsten Grüßen,
Don Felipe
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

salisburgensis

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4

Mittwoch, 18. Mai 2005, 09:35

Auch ich besitze die Gardiner-Aufnahme und bin zufrieden damit. Ob er gekürzt hat, kann ich nicht endgültig sagen, ein schneller Vergleich zwischen (online-)Tracklist und HWV geht jedenfalls in diese Richtung. Genaues folgt, sobald ich zuhause im booklet nachschauen kann.

Deroselben weitere gnädigste Befehle mit allem Respekt erwartend, verbleibe bis an mein Ende, Ew. Hochfürstl. Durchlaucht u. s. w.

Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

salisburgensis

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5

Mittwoch, 18. Mai 2005, 23:59

Händel selbst hat Tamerlano wie kaum ein anderes seiner Werke umgearbeitet. Das Ganze ist ein großes Durcheinander an Streichungen und Neueinfügungen, sodass der Aufführende sich selbst erstmal entscheiden muß, was genau zur Aufführung kommt. Es gibt also nicht DIE Fassung. Gardiner und sein Team achten dabei auf die Schlüssigkeit und Dramatik der Handlung, ich finde ihre Argumentation jedenfalls nachvollziehbar. Am besten also, du legst dir alle Aufnahmen zu, wahrscheinllich hat jeder was anderes mit dem vorhandenen Material gemacht. :D

Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

MarcCologne

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6

Dienstag, 26. Juli 2005, 13:32

Ich kann auch die Gardiner-Einspielung wärmstens empfehlen! Allein schon wegen des Counters Derek Lee Ragin, den ich sehr gerne höre - er hat eine sehr ausdrucksstarke, plastische Vortragsweise, kommt gut in affektgeladenen barocken Partien!

"Tamerlano" ist von der Handlung her zur Abwechslung auch mal eine wirklich ungewöhnliche Oper: Es kommt selten vor, dass eine Hauptperson (hier der türkische Sultan Bajazet; darüberhinaus eine der seltenen großen barocken Tenorrollen!) am Ende stirbt! Also auch unter diesem Aspekt ist die Oper unbedingt zur näheren Beschäftigung empfohlen!

@Felipe II:
Da ja nun schon einige Zeit verstrichen ist, würde mich untertänigst interessieren, ob und wenn ja für welche der Aufnahmen sich Majestät nun entscheiden haben und wie sie den königlichen Lauschern denn behagt? :] :jubel: :]
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

Arietis

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7

Donnerstag, 6. September 2007, 00:08

Hallo,

kennt jemant diese DVD?



Ist sie zu empfehlen?

Gruß

Jörg

tmichelmgn

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8

Donnerstag, 6. September 2007, 13:01

Zitat

Original von Arietis
Hallo,

kennt jemant diese DVD?

Ist sie zu empfehlen?


Schwer zu sagen: ich liebe sie, weil ich die Aufführung gesehen habe (es ist eine Aufzeichnung aus dem Goethe-Theater Bad Lauchstädt von den Händel-Festspielen). Deshalb sehe ich sie weniger analytisch sondern erlebe meine glücklichen Emotionen von damals wieder. [Also: Kritiker könnte ich nie werden!:untertauch: ]

Die Inszenierung ist sehr statisch, das kann man sehen wie man will: sie betont den Vorrang der Musik, oder wahlweise ist sie langatmig. Damals war ich begeistert und meine Frau eingeschlafen (was allerdings auch durch extrem hohe Temperaturen im Theater bedingt war).

Insgesamt und ganz subjektiv: Empfehlung!

Thomas
"Dem Volke zur Freude und Erhebung"
Widmung Georgs II am Giebel des Meininger Theaters

Frank1970

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Registrierungsdatum: 10. Juli 2007

9

Donnerstag, 6. September 2007, 13:23

Ich besitze nur die Gardiner-Einspielung. Diese habe ich vor inzwischen über 10 Jahren mehrfach mit Begeisterung gehört. In Erinnerung geblieben ist mir besonders Derek Lee Ragin, den ich hier und zur gleichen Zeit auch in der Aufnahme der Oper Flavio sehr gerne hörte.

Die Aufführung aus dem Goethe-Theater Bad Lauchstädt (von der DVD) wurde auch schon mal im Fernsehen gezeigt (3Sat oder Arte). Ich muss gestehen, dass ich - obwohl Händel-Fan - nach einiger Zeit gelangweilt ausgeschaltet habe um mir lieber was anderes von CD über Kopfhörer anzuhören. :stumm:

Kann aber auch stimmungsabhängig gewesen sein. Mein Statement also bitte nicht überbewerten!

Viele Grüße
Frank

P.S.: Das mit de Hitze im Goethe-Theater Bad Lauchstädt kenne ich auch aus persönlicher Erfahrung! ;)
War leider nicht bei der Tamerlano-Aufführung.
From harmony, from heavenly harmony
this universal frame began.

Arietis

Schüler

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Beiträge: 110

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10

Freitag, 7. September 2007, 07:48

Hallo,

danke Euch beiden. Also "langweilig" und "langatmig" - das ist nichts für mich. Am liebsten wäre mir bei Barockoper auch eine barocke Ausführung, etwa wie bei 'Le Borugeios Gentilhomme' auf Alpha.



Auch "statisch", aber keineswegs langweilig. Schade, dass sich keiner traut so etwas in der Art bei Händel zu machen. Am schlimmsten find ich ja Portierungen von Opern in irgendwelche Chefetagen usw. oder noch schlimmer in die 'Hinkel'-Zeit.

Zitat

Original von Frank1970
Ich besitze nur die Gardiner-Einspielung. Diese habe ich vor inzwischen über 10 Jahren mehrfach mit Begeisterung gehört. In Erinnerung geblieben ist mir besonders Derek Lee Ragin, den ich hier und zur gleichen Zeit auch in der Aufnahme der Oper Flavio sehr gerne hörte..


Ja, die ist wirklich sehr gut. Gardiner bewies bei den Kürzungen und Änderungen ein gutes Händchen (viele Veränderungen bei anderen Aufnahmen gelangen ihm nicht so gut).

Gruß

Jörg

der Lullist

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Beiträge: 3 963

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11

Freitag, 7. September 2007, 08:00

Ich fand diese Inszenierung auch sehr faszinierend und es ist eine Alternative zu dem bekannten Einerlei der Operninszenierungen.

In Boston versucht man angeblich in dieser Hinsicht die Opern zu inszenieren, aber die Kostüme die man ja auf den CD's sehen kann sind obergrottig.

Ich denke da muss einfach noch sehr viel passieren in Sachen Barockoper.

Die Diskussion gehört zwar nicht hierher, aber ich glaube das dieses Vorturteil, dass für uns barockes Theaterspielen langweilig ist, unhaltbar ist, weil es eben noch nie wirklich ausprobiert worden ist. Die Inszenierung des "Bourgeois Gentilhomme" ist der erste Schritt gewesen.
Der einzige Schwachpunkt ist die Choreographie, da hätte man sich durchaus stärker an die alten Choreographien halten können.


Im Herbst 2008 wird mit der selben Truppe (dann aber Sänger statt Schauspieler) Lullys "Cadmus et Hermione" inszeniert. Das dürfte wieder sehr interessant werden.

Arietis

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12

Freitag, 7. September 2007, 08:11

Zitat

Original von der Lullist

Ich denke da muss einfach noch sehr viel passieren in Sachen Barockoper.
Die Diskussion gehört zwar nicht hierher, aber ich glaube das dieses Vorturteil, dass für uns barockes Theaterspielen langweilig ist, unhaltbar ist, weil es eben noch nie wirklich ausprobiert worden ist. Die Inszenierung des "Bourgeois Gentilhomme" ist der erste Schritt gewesen.


Richtig, nach der 'HIP'en Revolution in der Alten Musik, könnte das gleiche jetzt auch endlich mal im Theater passieren.

tmichelmgn

Anfänger

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Beiträge: 38

Registrierungsdatum: 15. August 2007

13

Freitag, 7. September 2007, 11:53

Zitat

Original von der Lullist
Die Diskussion gehört zwar nicht hierher, aber ich glaube das dieses Vorturteil, dass für uns barockes Theaterspielen langweilig ist, unhaltbar ist, weil es eben noch nie wirklich ausprobiert worden ist.


Es ist natürlich auch nicht leicht. Zur barocken Operninszenierung gehörte natürlich zwingend eine bestimmte, damals allgemein verständliche, festgelegte Gestik, die schon deshalb kaum wiederbelebt werden kann, weil es kaum Fachleute gibt, die sie kennen.

Einen Eindruck davon bekam man im letzten Jahr in der Admeto-Inszenierung der Händelfestspiele Halle (auf DVD erhältlich), aks eine moderne Inszenierung mit barocker Gestik dargeboten wiurde. Ich fand das höchst interessant.

Zurück noch mal zu Tamerlano: damit es keine Missverständnisse gibt: Ich fand es nicht langweilig.

Thomas
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Mela

Fortgeschrittener

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Registrierungsdatum: 15. Februar 2007

14

Freitag, 7. September 2007, 13:15

Zitat

Original von der Lullist


Im Herbst 2008 wird mit der selben Truppe (dann aber Sänger statt Schauspieler) Lullys "Cadmus et Hermione" inszeniert. Das dürfte wieder sehr interessant werden.


Hallo Lullist,

die Aufführung ist bereits im Januar in Paris an der Opéra Comique. Ich überlege schon, ob ich im Januar nicht einen Kurzurlaub in Paris einplane...

Das Begleitprogramm zu der Aufführung kann sich auch sehen lassen:
- 5 Aufführungen von Cadmus et Hermione mit Dumestre in der Inszenierung von Lazare


- Eine Ausstellung mit Szenen aus Ballets de Cour

- Ein Kolloquium über die Erfindung der französischen Oper

- Ein Zyklus von 5 Konzerten mit Dumestre und dem Poeme Harmonique (Le Lever du Roi)

- 4 Aufführungen von Pierrot Cadmus, einer Parodie von Carolet von 1737, szenisch, die Ausführenden sind Poeme Harmoniique und Opera de Rouen

- 2 Aufführungen von Le Carneval et la Folie, Opera Ballet von Destouches, szenisch mit Niquet

Irgendwie wahnsinnig, was in Paris teilweise so auf die Beine gestellt wird...

Viele Grüße,

Melanie

epiphaneia

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Registrierungsdatum: 20. April 2008

15

Dienstag, 15. September 2009, 00:25

Zitat

Original von Arietis
Hallo,

kennt jemant diese DVD?



Ist sie zu empfehlen?

Gruß

Jörg


Hallo Joerg,

ganz subjektiv: Ja, ja, ja!

Eine -sogar fuer den Tamerlano- erheblich zu statische Inszenierung.
Eine -noch vorsichtig formuliert- gesanglich wie spielerisch fragwuerdige Besetzung fuer die Titelpartie.

Aber: Graham Pushee als Andronicus. Sein "Benche mi sprezzi" ist zum Dahinschmelzen schoen, mir kommt jedes Mal ein Traenchen ins Auge (ich vermute, das liegt daran, dass meine Wohnung so staubig ist).

Viele Gruesse vom
aus beruflichen Gruenden lange abwesend gewesenen, aber sich jetzt wieder einfindenden

Epi
In the beginning the universe was created. This has made a lot of people very
angry and is generally considered to have been a bad move. (Douglas Adams)