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  • »Arlecchino« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 300

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

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Montag, 23. Mai 2011, 14:12

Moses und Aron in Zürich, besuchte Vorstellung: 22.5.11

Opernfragment in drei Akten | Musik: Arnold Schönberg | Dichtung vom Komponisten | Uraufführung: 12. März 1954 in Hamburg (konzertant) | 6. Juni 1957 in Zürich (szenisch)
Musikalische Leitung: Christoph von Dohnany
Regie: Achim Freyer

Die packende, ja geradezu begeisternde musikalische Umsetzung einer der komplexesten und faszinierendsten Partituren des 20. Jahrhunderts (wenn nicht der gesamten Opernliteratur) stiess beim Ppublikum zu Recht auf ungeteilte Zustimmung. Endlich kehrt dieses wichtige Werk an den Ort seiner szenischen Uraufführung zurück. Ein Triumph!
Die Aufführung ist in erster Linie ein musikalischer Erfolg, der Christoph von Dohnányi geschuldet ist. Er hat sich in seiner langen Karriere immer wieder mit Schönbergs Hauptwerk beschäftigt und mit seinen Interpretationen Maßstäbe gesetzt. Von Dohnányi leuchtet die expressive Partitur in den über weite Strecken kammermusikalischen Passagen – vor allem im ersten Akt – bis in feinste Verästelungen aus und lässt die Farben aufleuchten. Durchsichtiger könnte der Klang nicht sein. Auf dem Höhepunkt dann, beim Tanz um das Goldene Kalb, verweben sich Spannung und Ekstase im Graben mit den von Achim Freyer geschaffenen fantastischen Bildern auf der Bühne zu einem rauschenden Gesamtkunstwerk. Dohnányis lange Werkerfahrung führt in Zürich zu einem orchestralen Bekenntnis für Schönbergs viel zu selten aufgeführte Oper.

Der Slowakische Philharmonische Chor Bratislava zeigt eine phänomenale Leistung. Die hochkomplexen, mehrstimmigen Chorpassagen, die subtil abgestuften und mit fantastischer Klarheit artikulierten Chorsätze, welche oft als eine delikate und heikel umzusetzende Mischung aus Sprache und Gesang konzipiert sind, werden mit überwältigender Kraft und Eindringlichkeit wiedergegeben. Die Dynamik reicht vom unheimlichen Flüstern bis zur beängstigenden Urgewalt der entfesselten Triebe. Der unmittelbaren, tief greifenden Wirkung dieser Stimmen kann man sich nicht entziehen.