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musica

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Tuesday, July 17th 2007, 11:15am

Eine Nacht in Venedig

Hallo,

Ich habe vor sehr langer Zeit in der Operette "Eine Nacht in Venedig" gespielt und kann mich nur noch erinnern, dass das Libretto etwas anders war, als das übliche bekannte von Korngold
Inhaltlich war die Frau von Delaqua, Barbara nämlich, auch beim Herzog und suppierte mit ihm und Annina. Dazu kam dann noch Ciboletta, die aber dann schnell erkannt wurde. Das Versteckspiel zwischen Barabara und Annina und dem Herzog begann mit dem Auftrittslied der Barbara "Oh wie das Herz mir schlägt", außerdem im Duett mit dem Herzog "Du gingst am Montag wie ein Stern mir auf", im Terzett mit Annina beim Suppieren, im letzten Akt sang sie "Oh du schöne Nacht im Karneval".
Sie verschwand also nicht wie üblich in den anderen Libretti, sondern blieb von Anfang bis Ende im Geschehen drin.

Kennt jemand diese Fassung? Es ist nicht die spätere Fassung von Korngold, auch nicht die Urfassung von 1883.

Liebe Grüsse
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


Walter Krause

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Tuesday, July 17th 2007, 11:55am

RE: Eine Nacht in Venedig

Liebe Musika,

Das ist, wie man so schön sagt, eine Zwölferfrage. Denn selbst bei der Strauß-Edition spricht man von "unzähligen" Bearbeitungen. Urfassungen gibt es auch zwei, die Berliner und die Wiener. Die Edition enthält beide und merkt auch an, daß die Umarbeitung für Wien durch Johann Strauß selbst nicht immer glücklich war. Deshalb sei es auch immer wieder zu Neufassungen durch Dritte gekommen.
Im Moment kann ich es nur vermuten, aber eine gewisse Geltungskraft dürfte eine Marischka-Bearbeitung gehabt haben (1930er Jahre???) - Genaueres weiß ich leider auch nicht, es ist nur eine vage Erinnerung im Hinterkopf (und hoffentlich keine Gedächtnistäuschung). Man müßte vielleicht Ernst Märzendorfer fragen, der sich gerade mit dieser Operette sehr gut auskennt. Ich glaube, er hat noch immer sein ebenerdiges Eckzimmer in der Wiener Staatsoper. Ob er es noch fleißig benützt, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

Siegfried

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Monday, July 23rd 2007, 9:47pm

RE: Eine Nacht in Venedig

Hallo Musika, :hello:

in dieser Operette wird wohl gern experimentiert. Den Lagunenwalzer hab ich hier schon vom Herzog als auch von Caramello gesungen gehört.
Weißt du, was original richtig ist?
Freundliche Grüße Siegfried

musica

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Monday, July 23rd 2007, 10:39pm

Hallo Siegfried,

das stimmt, - in der Uraufführungsfassung ( Berliner Fassung) wurde diese Arie vom Herzog von Urbino gesungen. Der Text beginnt mit der Zeile "Auf der Lagune bei Nacht". - In der Wiener Fassung erhielt der Walzer einen neuen Text: "Ach, wie so herrlich zu schau'n, sind all' die lieblichen Frau'n". Außerdem ist er jetzt Teil der Rolle des Caramello.

Franz von Gernerth schrieb für die Wiener Erstaufführung der Operette "Eine Nacht in Venedig" den neuen und endgültigen Text "Ach, wie so herrlich zu schau'n" zum Lagunenwalzer (3. Akt).

Richard Genée unterstützte Gernerth bei der Neudichtung des Textes

Liebe Grüsse :hello:
musica

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Emotione

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Monday, July 23rd 2007, 11:12pm

Hallo Musika und Siegfried,

ich glaube, mal gelesen zu haben, dass der Lagunenwalzer bei der Uraufführung mit Gelächter beim Publikum aufgenommen wurde. Der Text lautete ursprünglich "bei Nacht sind die Katzen so grau . . ." Der Erfolg stellte ich erst ein, als man umtextete auf "ach, wie so herrlichg zu schauen"

Grüße

Emotione
Glück ist ein Stuhl, der plötzlich dasteht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.
George Bernard Shaw

musica

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Monday, July 23rd 2007, 11:14pm

Hallo Emotione,

eigentlich ist der Urteixt: "Auf der Lagune bei Nacht". man müsste mal etwas nachforschen, mach ich vielleicht mal. :hello:

Liebe Grüsse
musica

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musica

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Sunday, July 29th 2007, 11:30pm

Hallo,

vielleicht kann Rideamus was dazu sagen...ich möchte gerne das Libretto von der Operette, die ich damals gespielt habe...aber mein ganzes Nachforschen blieb bisher ohne Erfolg. ?(

Liebe Grüsse
musica

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Emotione

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Monday, July 30th 2007, 12:02am

Hallo Musika,

jetzt habe ich schnell noch mal nachgelesen in der Strauß-Biografie, die Uraufführung am 03.10.83 in Berlin war tatsächlich ein Reinfall. Neben anderen Widrigkeiten erregte der Lagunenwalzer mit dem Text "Nachts sind die Katzen so grau, nachts tönt es zärtlich miau" Lachsalven und Miauschreien beim Publikum (Quelle kann ich allerdings nicht angeben) Bei der Wiener Erstaufführung 1 Woche später erhielt dann der Walzer seinen neuen Text und die Operette wurde ein Riesenerfolg.

Liebe Grüße

Emotione
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musica

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Monday, July 30th 2007, 12:06am

Hallo Emotione,

das kann ich mir denken, dass dieser Text ein Lacherfolg wurde, da mussten sich die Sänger sicher sehr zusammennehmen, um nicht selber lachen zu müssen. Ich meine, beim Katzenduett sind die Lachsalven erlaubt und es wäre schlecht, wenn sie ausblieben.

Liebe Grüsse :hello:
musica

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Jacques Rideamus

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Monday, July 30th 2007, 4:15pm

Quoted

Original von musika
Hallo,

vielleicht kann Rideamus was dazu sagen...


Liebe musica,

danke, aber das ist zuviel der Ehre. Dem bisher hier schon richtig Gesagten kann ich nur hinzu fügen, dass die Korngold-Bearbeitung ursprünglich stürmisch gefeiert wurde und sich bis heute hält, im Gegensatz zu der Marszalek-Bearbeitung, wie zu Recht viele "Aktualisierungen" klassischer Operetten, sehr bald wieder verworfen wurde. So legt sich inzwiwchen fast jeder Intendant und Regisseur seine eigene venezianische Nacht zurecht.

Bezeichnenderweise verliert Volker Klotz in seinem Standardwerk "Opwerette" den diversen Bearbeitungen nur einen kurzen abschließenden Absatz, der mindestens eine der hier aufgekommenen Fragen klären dürfte:

"Die Originalpartitur ist unbedingt dem Gängigen Arrangement von ... Korngold vorzuziehen, das die Commedia-Atmosphäre verdünnt, in dem es den Klang verdickt und... die Rolle des Herzogs aufpäppelt zu Lasten der Rolle von Annina. Derlei musikalische Bearbeitungen, fragwürdig allemal, lassen sich vollends schwer rechtfertigen, zumal wenn kritische Ausgaben verfügbar sind. ... Letztere (die vion Rot) mit dem Vorteil, gleich beide Fassungen anzubieten, die Berliner wie die Wiener"

Bei Letzterem liegt vielleicht der größte Hase im Pfefer, worauf auch der dankenwerte Hinweis vonb Emotione abzielt. Jedenfalls habe ich mangels (bislang) eigenen Studiums der Fassungen auf den feinen Klotz keinen groben Keil zu setzen.

:hello: Rideamus
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musica

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Saturday, October 20th 2007, 2:18pm

Quoted

Original von musika
Hallo,

vielleicht kann Rideamus was dazu sagen...ich möchte gerne das Libretto von der Operette, die ich damals gespielt habe...aber mein ganzes Nachforschen blieb bisher ohne Erfolg. ?(

Liebe Grüsse


Durch Zufall habe ich nach jahrelangen Rescherchen die von mir gesuchte Fassung der Operette bekommen. Ich habe schon nicht mehr daran geblaubt, nun habe ich sie.

Diese Fassung von F. Zell und R. Geneé bearbeitet von Gustav Quedenfeldt und Eugen Rex, musikalisch neu eingerichtet von Karl Tutein.
Der Inhalt ist etwas anders als der übliche, die Rolle der Barbara ist nicht unter "ferner liefen", sondern sie hat ein Auftrittslied im Palst des Herzogs und ein Duett mit ihm, sie ist also auch in der Szene beim Herzog mit Annina dabei. Zum Schluß hat sie noch einen Walzer, der sehr schön ist, "Oh du schöne Nacht im Karneval".
Leider wird diese Fassung heute nicht mehr gespielt, meines Wissens.

Eine wirklich amüsante Verwechslungskomödie. :hello:
musica

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Siegfried

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Sunday, October 21st 2007, 12:54pm

Quoted

Original von musika
Durch Zufall habe ich nach jahrelangen Rescherchen die von mir gesuchte Fassung der Operette bekommen. Ich habe schon nicht mehr daran geblaubt, nun habe ich sie.

Diese Fassung von F. Zell und R. Geneé bearbeitet von Gustav Quedenfeldt und Eugen Rex, musikalisch neu eingerichtet von Karl Tutein.
Der Inhalt ist etwas anders als der übliche, die Rolle der Barbara ist nicht unter "ferner liefen", sondern sie hat ein Auftrittslied im Palst des Herzogs und ein Duett mit ihm, sie ist also auch in der Szene beim Herzog mit Annina dabei. Zum Schluß hat sie noch einen Walzer, der sehr schön ist, "Oh du schöne Nacht im Karneval".
Leider wird diese Fassung heute nicht mehr gespielt, meines Wissens.

Eine wirklich amüsante Verwechslungskomödie. :hello:


Hallo Musika

ist Dein erwähnter Fund die Partitur oder eine Aufnahme?
:hello:
Freundliche Grüße Siegfried

musica

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Sunday, October 21st 2007, 1:19pm

Hallo Siegfried,

es ist ein Klavierauszug. Ich glaube nicht, dass man es irgendwo als CD finden kann....

Liebe Grüsse
musica

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oper337

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Tuesday, March 25th 2008, 8:49pm

Kann ich Dir angeben

Es war das schon im ersten (und im zweiten) Johann Strauss Buch von Marcel Prawy drin,
dann in den Geschichten des Theaters an der Wien von Günter Tolar, weil ja die geglückte Uraufführung in Wien, da war,

und dann habe ich es aus einem uralten Johann Strauss Buch.

Bitte der text mit den Katzenist ja recht wenig originell, und die Berliner hatten Recht da zu lachen.

oper337

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Wednesday, April 16th 2008, 8:14pm

RE: Eine Nacht in Venedig

Habe heute wieder eine ältere Aufnahme mir gekauft

und zwar von den Bregenzer Festspielen 1953,

Herzog von Urbino - Karl Friedrich,
Delaqua - Alfred Jerger,
Caramello - Kurt Preger,
Annina - Ester Réthy,
Barabara - Marai Schober,
Ciboletta - Rudhilde Boesch,
Papacoda - Hugo Mayer Gamsbacher,
Barbarucchio - Erich Kaufmann

Der Bregenzer Festspielchor, Die Winer Symphoniker,
Dirigent: Anton Paulik

Habe leider nur einen großen Querschnitt bekommen, der dauer aber auch 66,30 Min.

Die Gesamtaufnahme ist vergriffen.

Ohne Prosa (wie schon gehabt)

Liebe Grüße aus dem kälter gewordenenn Wien sendet Euch Peter

Walter Krause

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16

Thursday, November 27th 2008, 6:55pm

Meine Lieben,

Die möglicherweise älteste Gesamtaufnahme entstand 1938 und ist 1997 von NAXOS herausgebracht worden.




Die Edition beruht auf einer Radiosendung. Die Aufführung fand aber vor Publikum statt. Leider existiert keine einzige Quelle, welche die Vorstellung geschlossen wiedergibt. Alle haben bereits Lücken, Fehler oder sonstige Mängel. Die CD-Wiedergabe ist daher aus verschiedenen Quellen - von den Rundfunkbändern bis privaten Mitschnitten - zusammengestellt, ohne daß man damit alle Übergänge auch wirklich hundertprozentig abdecken konnte. Das stört aber weniger als die zum Teil recht jämmerliche Tonqualität. Inzwischen sind wir ja ein bißchen verwöhnt, sodaß selbst bei diesem frühen Datum sich ein wenig Enttäuschung einstellt. Andererseits muß man dankbar sein, daß es diese Aufnahme überhaupt gibt, weil sie natürlich von besonderem historischen Interesse ist.

Da sie vom Reichssender Berlin ausgestrahlt wurde, ist diese "Nacht in Venedig" natürlich an der Berliner Fassung orientiert, die seinerzeit eine deutliche Verschlimmbesserung bedeutete. Als Wiener bin ich da freilich kein objektiver Richter, sondern Partei. Mich stört, daß hier oft plattester Berliner Klamauk den leichten Wiener Schmäh ersetzt, daß der Witz mitunter bleifüßig-derb gerät, sowie besonders, daß Pappacoda (Erich Zimmermann)) und Ciboletta (Rosl Seegers) hier akustisch als ziemliche Proleten auftreten, was völlig fehl am Platz wirkt. Und das "Ho,ho" der Agricola (Margarethe Arndt-Ober) artet fast schon zu übler Schmiere aus.

Musiziert wird allerdings meist recht schön und mit viel Einfühlung. Heinrich Steiner hat das Orchester des Reichssenders Berlin gut im Griff und weiß die Stimmen schwungvoll zu tragen. Warum aber Pappacoda seine Gesänge teilweise im Schnelltempo herauskeuchen muß, bleibt mir unerfindlich.

Die Besetzung kann sich sehen und hören lassen. Den richtigen Strauß-Ton trifft aber eigentlich nur Carla Spletters Annina. Sowohl Karl Schmitt-Walter als Herzog wie auch vor allem und in erster Linie der fast baritonal klingende Startenor Marcel Wittrisch als Caramello prunken mit heldischen Tönen, die natürlich eindrucksvoll sind (und das Publikum hinreißen), aber mit Straußoperette nicht viel zu tun haben. Tuba und Posaunen statt Horn und Klarinette sozusagen. Mir fehlt die Eleganz, welche diese Musik an sich auszeichnet. Wir sind doch nicht im "Ring".

Mit dem Rauschen, dem Kratzen und den Verzerrungen kann man letztlich leben. Im Hinblick auf den dokumentarischen Wert und die Stimmzeugnisse soll man auch nicht kleinlich sein. Doch als Interpretation dieser Meisteroperette hinterläßt die Aufnahme sehr zwiespältige Gefühle.

Übrigens: Meines Wissens ist die "Nacht" die einzige Operette, bei der selbst Puristen keine der offiziellen Versionen empfehlen, sondern offen zugeben, daß die Wahrheit in der Mischung liegt.

LG

Waldi
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oper337

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17

Thursday, November 27th 2008, 8:36pm

RE: Eine Nacht in Venedig

Quoted

Original von oper337
Habe heute wieder eine ältere Aufnahme mir gekauft

und zwar von den Bregenzer Festspielen 1953,

Herzog von Urbino - Karl Friedrich,
Delaqua - Alfred Jerger,
Caramello - Kurt Preger,
Annina - Ester Réthy,
Barabara - Marai Schober,
Ciboletta - Rudhilde Boesch,
Papacoda - Hugo Mayer Gamsbacher,
Barbarucchio - Erich Kaufmann

Der Bregenzer Festspielchor, Die Winer Symphoniker,
Dirigent: Anton Paulik

Habe leider nur einen großen Querschnitt bekommen, der dauert aber auch 66,30 Min.

Die Gesamtaufnahme ist vergriffen.

Ohne Prosa (wie schon gehabt)

Liebe Grüße aus dem kälter gewordenen Wien sendet Euch Peter




Ist aber doch noch immer meine Lieblings "Nacht in Venedig! Ist aus Bregenz, da wurde auch noch Operette am See gespielt.

Jetzt muss es ja Oper sein.

Liebe Grüße Peter aus Wien. :hello: :hello:

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Tuesday, November 24th 2009, 2:31pm

Johann Strauß in Stockholm

Nachdem ich mir erst kürzlich die Doppel-CD "Fürstin Ninetta" von Naxos zugelegt habe, überrascht uns Naxos mit einer weiteren Johann-Strauß II-Operette aus Stockholm: "Eine Nacht in Venedig":



Johann Strauss II (1825-1899)
Eine Nacht in Venedig

Operetta in Three Acts • Libretto by F. Zell & R. Genée
Guido,
Herzog von Urbino (The Duke) . . . . . Daniel Buckard, Tenor
Caramello (The Duke’s Barber) . . . . .Pierre Gylbert / Johan Christensson, Tenors
Delaqua (Senator) . . . . . . . . . . . . . . . Erika Andersson, Sopran
Barbara (Senator Delaqua’s Wife) . . . Anna Larsdotter Persson, Mezzo-sopran
Annina (Fish-girl) . . . . . . . . . . . . . . . . .Merete L. Meyer
Coro Notturno .... . . Anna-Maria Krawe / Kristina Hansson, Sopranos
Stockholm Strauss Orchestra
Mika Eichenholz

Label: Naxos , DDD - 2 CDs
Erscheinungstermin: 23.11.2009

Quoted

Als der Schwerenöter Herzog von Urbino beschließt, Barbara, die schönste Frau Venedigs, auf einem Maskenball zu verführen, ist das der Beginn einer Geschichte von einer unvergesslichen Nacht in der Lagunenstadt. Leider hat der Herzog die Rechnung ohne seinen Barbier Caramello gemacht, der die Einladung nicht an die Mitglieder der High-Society, sondern an seine Arbeiterkollegen aus dem einfachen Volke verteilt. Die Verwechslungen, die daraus erwachsen, eröffnen ein äußerst heiteres Scharmützel im immerwährenden und zeitlosen Kampf der Geschlechter.

Die prickelnde Operette Eine Nacht in Venedig von Johann Strauss genießt bis heute weltweit einen beachtlichen Erfolg. Bei der Live-Aufnahme auf dieser CD handelt es sich um die wesentlich seltener zu hörende Wiener Originalversion ohne Dialoge aus dem Jahr 1883, die sich von der später überarbeiteten Version Erich Wolfgang Korngolds deutlich unterscheidet.


LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
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musica

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19

Tuesday, November 24th 2009, 4:26pm

RE: Johann Strauß in Stockholm

Quoted

Original von Harald Kral
Nachdem ich mir erst kürzlich die Doppel-CD "Fürstin Ninetta" von Naxos zugelegt habe, überrascht uns Naxos mit einer weiteren Johann-Strauß II-Operette aus Stockholm: "Eine Nacht in Venedig":


Johann Strauss II (1825-1899)
Eine Nacht in Venedig

Operetta in Three Acts • Libretto by F. Zell & R. Genée
Guido,
Herzog von Urbino (The Duke) . . . . . Daniel Buckard, Tenor
Caramello (The Duke’s Barber) . . . . .Pierre Gylbert / Johan Christensson, Tenors
Delaqua (Senator) . . . . . . . . . . . . . . . Erika Andersson, SopranBarbara (Senator Delaqua’s Wife) . . . Anna Larsdotter Persson, Mezzo-sopran
Annina (Fish-girl) . . . . . . . . . . . . . . . . .Merete L. Meyer
Coro Notturno .... . . Anna-Maria Krawe / Kristina Hansson, Sopranos
Stockholm Strauss Orchestra
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Label: Naxos , DDD - 2 CDs
Erscheinungstermin: 23.11.2009

:hello:


Ist ja komisch, Senator Delaqua von einer Sopranistin? ?( ?( ?(
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Tuesday, November 24th 2009, 5:34pm

RE: Johann Strauß in Stockholm

Quoted

Ist ja komisch, Senator Delaqua von einer Sopranistin?


Keine Ahnung, wahrscheinlich sind die Zeilen verrutscht.

Näheres gibt es hier bei Naxos.

LG Harald

:pfeif: :pfeif:
Harald

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Thursday, December 31st 2009, 4:20pm

Schwarzkopf / Ackermann

Unter der Rubrik "Operette im Radio" habe ich bereits auf die heutige Sendung im Radio Bayern 4 Klassik hingewiesen: Otto Ackermann dirigiert "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauß.

Wer am Silvesterabend etwas anderes vorhat, kann sich diese Operettenaufnahme, die lange Zeit bei EMI gestrichen war, jetzt für ganz wenig Geld bei jpc bestellen:



Johann Strauss II (1825-1899)
Eine Nacht in Venedig

Aufnahme 1954 in London
Dirigent: Otto Ackermann
London Philharmonic Orchestra
London Philharmonia Chorus
(Bearbeitung von E.W. Korngold und Ernst Marischka)

Rollen und Sänger:
Agricola: Hanna Ludwig
Annina: Elisabeth Schwarzkopf
Barbara: Hanna Ludwig
Barbaruccio: Karl Stepanek
Bartolomeo Delaqua: Karl Dönch
Caramello: Erich Kunz
Ciboletta: Emmy Loose
Enrico Piselli: Anton Differing
Guido, Herzog von Urbino: Nicolai Gedda
Pappacoda: Peter Klein

für ganze 4,99 Euronen - Zwischenverkauf vorbehalten!


LG

:hello:
Harald

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22

Sunday, April 3rd 2011, 9:00pm

Österr. Spielfilm von 1953

Am kommenden Samstag bringt 3sat einen Operettenfilm von 1953:

3sat: 9. April 2011 - 11:10 Uhr

Eine Nacht in Venedig
Spielfilm, Österreich 1953

Darsteller:
Annina Jeanette Schultze
Caramello Peter Pasetti
Barbara Marianne Schönauer
Herzog von Urbino Hans Olden
Ciboletta Lotte Lang
u.a.
Musik von Nico Dostal nach Melodien von Johann Strauß Sohn
Regie: Georg Wildhagen
Länge: 77 Minuten

Quoted

Im Palazzo Urbino herrscht große Aufregung: Sehr zur Freude der Damen wird der Herzog erwartet, der als Don Juan bekannt ist. Weniger erfreut über sein Kommen sind die Männer der Stadt, da sie die Konkurrenz fürchten. Senator Delagua beschließt daher, seine bildschöne Gattin in einem Kloster zu verbergen, um dem Herzog ihr Kammermädchen als seine Frau vorstellen. Als sich auch des Herzogs Kammerdiener eine List überlegt, scheinen die Verwicklungen kein Ende zu nehmen.
Der österreichische Spielfilm "Eine Nacht in Venedig" (1953) basiert auf der gleichnamigen Operette von Johann Strauß Sohn.
(ORF)


LG

:hello:
Harald

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Alfred_Schmidt

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23

Tuesday, April 5th 2011, 1:12am

Ich habe diesen Thread erst jetzt zu Gesicht bekommen und möchte ganz kurz auf die verschiedenen Fassungen eingehen.
Am 3. Oktober 1883 findet die Premiere in Berlin statt, da Die Frau von Jahann Strauß ein Verhältnis mit dem Direktor des TRheaters an der Wien eingegangen ist, und Strauß das Werk deshalb nicht aus der Taufe heben lassen will.
Die Berliner Erstaufführung wird jedoch eher ein Flop und das Libretto als "Italienischer Salat von Torheit und Langeweile" bezeichnet. Kurz darauf kommt das Werk dennoch nach Wien, wo der Erfolg ungleich grösser ist.
Dennoch lässt sich nicht leugnen, daß das Libretto nicht eines der Besten ist. Strauß hat es indes gewählt, weil die Rolle des Pappacoda so ideal auf Alexander Girardi zu passen schien.
Starkult war auch in Hinkuft für den Erfolg des an sich inhaltlich eher schwachen Werkes ein prägender Faktor.
Die Korngold Fassung nahm Rücksicht auf die speziellen Eigenarten des Tenors Richard TAUBER.....

Es ist fast unmöglich von einer Originalfassung zu sprechen, andauernd wurde gekürzt - hinzugefügt- umgestellt uind umgetextet....

mfg aus Wien

Alfred
Unmögliches wird sofort erledigt - Wunder dauern etwas länger - Auf Wunsch wird gehext

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24

Wednesday, November 2nd 2011, 8:07pm

Venedigs Lagune am runden Eckensee in Stuttgart

Auslöser für diesen Beitrag war eine Anmerkung von unserem Tamino-Freund Siegfried im Thread "Sind Opernsänger die Idealbesetzung bei Operetten ?":

Quoted

Original von Harald Kral
Fritz Wunderlich z.B. hat jede Menge Operetten auf Platte gesungen, aber nie auf der Bühne!

Stimmt nicht ganz, lieber Harald. 1956 gab es auf dem See vor der Württ. Staatsoper eine Inszenierung von "Eine Nacht in Venedig" mit Fritz Wunderlich als Caramello.
Und zu Silvester 1960 sang er ebenfalls in Stuttgart den Alfred in "Die Fledermaus".
:hello:

Irgendwie wollte ich mehr erfahren über diese Freiluft-Aufführung in Stuttgart, dem einzigen Operetten-Bühnenauftritt von Fritz Wunderlich, der unzählige Operetten-Melodien auf Platte hinterlassen hat.

Siegfried hat mir jetzt auch noch den damaligen Theaterzettel geschickt:



Auf der Webseite der Stuttgarter Zeitung habe ich ein altes Foto aus dieser Zeit gefunden - geschossen von Gerd Lederle 1958, das ich hier mal einstelle (sollte es hier Copyright-Probleme geben, werde ich es sofort entfernen)



Der damalige Dirigent, der das Ganze auch für die Freiluftbühne eingerichtet hat, war Curt Cremer, der spätere Chefdirigent des Kölner Rundfunkorchsters. Curt Cremer, inzwischen im wohlverdienten Ruhestand, hat sich in einem Aufsatz zum Foto und zu dieser Aufführungs-Serie geäußert, an die er sich noch gut erinnern kann:

Quoted

Curt Cremer
am 04.11.2008
Eckensee, Stuttgart
Zeitzeugenbericht
Es war kurz vor der Zeit, als das Foto von Gerd Lederle im Jahr 1958 entstanden ist, da wurde das Staatstheater innen renoviert und währenddessen „Eine Nacht in Venedig“ auf dem Eckensee gespielt. Der damalige Caramello übrigens war Fritz Wunderlich. Etwa 30 Mal haben wir unter meiner Stabführung die Operette von Johann Strauß mit Riesenerfolg aufgeführt. (Zur damaligen Zeit war ich Kapellmeister an der Staatsoper Stuttgart).

Am Tag der Generalprobe hatte es geregnet, so dass wir für die Premiere fürchteten. Aber am Premierenabend schien der Vollmond am wolkenlosen Himmel und die Gondel mit dem Herzog von Urbino wurde von den beiden Eckenseeschwänen auf den Canal Grande geleitet, die zuvor von der Bildfläche verschwunden schienen. Gewaltig waren die Auf- und Überbauten die sich über den gesamten Eckensee erstreckten.

Die Distanz zwischen Chor, Solisten und Orchester betrug mehr als 150 m. Eine schöne Erinnerung an den damaligen runden Eckensee, was bestimmt vielen Besuchern der Aufführung in Erinnerung geblieben ist.

Curt Cremer, Chefdirigent a.D. (WDR)


Herzliche Grüße nach Bad Boll!
Tonaufnahme ist leider keine vorhanden.

LG

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Harald

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25

Thursday, November 3rd 2011, 12:05pm

Vielen Dank, Harald, für diese musikalische Erinnerung!
Freundliche Grüße Siegfried

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26

Friday, June 29th 2012, 6:35pm

Fernsehtipp für 30.6.2012

Morgen vormittag in 3sat:

11:10 Uhr
Eine Nacht in Venedig
Spielfilm, Österreich 1953
Musik von Nico Dostal nach Melodien von Johann Strauss
Darsteller:
Annina Jeanette Schultze
Caramello Peter Pasetti
Barbara Marianne Schönauer
Herzog von Urbino Hans Olden
Ciboletta Lotte Lang
u.a.
Regie: Georg Wildhagen
Länge: 77 Minuten

Quoted

Im Palazzo Urbino herrscht große Aufregung: Sehr zur Freude der Damen wird der Herzog erwartet, der als Don Juan bekannt ist. Weniger erfreut über sein Kommen sind die Männer der Stadt, da sie die Konkurrenz fürchten. Senator Delaqua beschließt daher, seine bildschöne Gattin in einem Kloster zu verbergen, um dem Herzog ihr Kammermädchen als seine Frau vorzustellen. Als sich auch des Herzogs Kammerdiener eine List überlegt, scheinen die Verwicklungen kein Ende zu nehmen.
Der österreichische Spielfilm "Eine Nacht in Venedig" von 1953 basiert auf der gleichnamigen Operette von Johann Strauss (Sohn).
(ORF)


LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Bernward Gerlach

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  • "Bernward Gerlach" is male

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Friday, June 29th 2012, 6:48pm

Danke Harald. Programmiert!

LG, Bernward

"Nicht immer sind an einem Misserfolg die Künstler schuld.
Manchmal ist es auch das Publikum, das indisponiert ist."
Leonie Rysanek (1926-1998)


  • "Harald Kral" is male

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28

Thursday, October 3rd 2013, 5:04pm

vor 130 Jahren uraufgeführt:



Eine Nacht in Venedig
von Johann Strauß,
Operette in drei Akten
Text von F. Zell und Richard Genée
Uraufführung am 3.10.1883 Friedrich Wilhelmstädtisches Theater Berlin
mit Jani Szika • Siegmund Steiner • Ottilie Collin • Elise Schmidt • Reinhold Wellhof • Grünfeld,
Dirig. Johann Strauß.

LG

:hello:
Harald

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(Vinícius de Moraes)