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History is that certainty produced at the point where the imperfections of memory meet the inadequacies of documentation
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

Passend zu den momentan vorherrschenden Temperaturen kann ich dieses kleine Büchlein empfehlen:
Erzälht wird zum einen die Geschichte der Österreich-Ungarischen Nordpolexpedition (auch: Payer-Weyprecht-Expedition) von 1872-1874 und zum anderen die fiktive Ein-Mann-Expedition eines Nachfahren der damaligen Schiffsbesatzung Joseph Mazzini einhundert Jahre später. Ransmayr schafft es in seinem Roman, reportage-artige Elemente, Briefquellen u.ä. mit der Prosa-Erzählung um Mazzini auf auf geschickte Weise so zu verknüpfen, dass - wie man heute sagen würde - ein Reality-Roman auf sprachlich höchstem Niveau zustande kommt.
Quoted
Carsten Jensen erzählt von Menschen, deren Leben vom Meer bestimmt ist. Von Männern, die ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer folgen, und von Frauen, die dem Meer, das ihnen die Männer und die Söhne raubt, den Kampf ansagen. „Wir Ertrunkenen“ ist ein großes Buch über Liebe, Freundschaft, Verlust und Wahnsinn, voller Satanskerle, Glücksritter, Leichtmatrosen und starker Frauen.
Verlagsinfo
„Was für ein Buch, was für ein gewaltiges Buch! Man wird es vor seinem Ende nicht aus der Hand legen wollen. (…) Dass Carsten Jensen sich in Seefahrtsdingen so kundig gemacht hat, verdient Respekt, dass er sich aber in dem, was Menschen, Frauen wie Männer, antreibt, noch viel besser auskennt und dass er davon auf so hinreißende Weise erzählen kann, das verdient Bewunderung.“
Die Zeit
Beitrag 2084 von Andrew hat meine Neugierde geweckt, weil der Plot, so unwahrscheinlich scheint. (Aktueller Anlass für mein Interesse: die Queen feiert ihr Thronjubiläum*.)
Ich bin mal gespannt, ob Die Souveräne Leserin von Alan Bennett hält, was in der Kurzbeschreibung steht: und für den Leser bleibt kein Auge trocken.
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Unter den Augen eines unbestechlichen Gesandten der übergeordneten Kirchenbehörde zelebriert Pater Jolliffe einen Gedenkgottesdienst für den Bettgefährten der 'beautiful people' von London, einen auch ihm selbst wohlbekannten Mann. Unerwartete Enthüllungen der versammelten Hinterbliebenen sorgen dafür, dass die traurige Zeremonie einen rasanten Wandel durchläuft. Die weihevolle Andacht wird zum nervenzerrenden Schreckensspektakel, um dann unversehens in einem überaus sinnenfrohen Dankgottesdienst zu enden, als herauskommt, woran dieser Mann nicht gestorben ist.
Ich werde auf die Prunkausgabe verzichten und mir die Untertanen-Ausgabe anschaffen . Die "Großen" der deutschen Nachkriegsliteratur fand ich trotz des Nobelpreises eher langweilig. Von Böll mochte ich nur "Dr. Murke", von Grass nur "Das Treffen in Telgte" (die Stadt Telgte bietet Stadtführungen nach dem Buch an) und von Walser nur seine vergnüglichen Bodenseekrimis mit Thassilo M. Grübel.
2011 war mein Stifter - Jahr. Da habe ich alles gelesen, was mir in die Finger kam. Wenn man sich mal an den Stil gewöhnt hat, kann man gar nicht mehr aufhören. Sogar den "Nachsommer" habe ich geschafft und müsste jetzt König von Polen sein (das ist die Belohnung für jeden, der das schafft - ich glaube Nietzsche oder Heine haben das gesagt). "Witiko" habe ich mir dann aber geschenkt, nach 100 Seiten konnte ich nicht mehr. Aber die Kurzromane werde ich in einigen Jahren mir noch mal vornehmen.



