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moderato

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Donnerstag, 5. Januar 2012, 22:45

Adalbert Stifter
Bunte Steine
Es steht mir der Sinn nach österreichischer Literatur aus dem 19. Jahrhundert.


Und weil ich ein Querleser bin, als Kontrapunkt österreichische Literatur aus dem 20. Jahrhundert:
Franz Innerhofer
Schöne Tage

.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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moderato

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Dienstag, 10. Januar 2012, 20:11

Gabriel Garcia Marquez
Von der Liebe und anderen Dämonen

aus dieser Box
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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m-mueller

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Sonntag, 22. Januar 2012, 01:03

Grantchester Grind, Tom Sharpe

Dies ist der Nachfolger von Porterhouse Blue, einem Buch über die Geschicke eines fiktiven College in Cambridge. Es ist im Prinzip die Fortsetzung der bisherigen Sharpe-Bücher mit gleichen Mitteln an anderer Stelle.

Eine Serie von zufälligen und gewollten Mißverständnissen führt immer dazu, daß am Ende niemand mehr Freund und Feind, richtig und falsch, wahr und unwahr auseinanderhalten kann und alles möglich wird, was im Prinzip unmöglich sein sollte.

Zum Teil bleibt einem das bei "Wilt" noch unbeschwerte Lachen über die verschiedenen absurden Verwicklungen im Halse stecken, kommt man doch zu der Ansicht: gerad so könnt´ es gewesen sein.

farinelli

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Sonntag, 22. Januar 2012, 22:17

Farinelli empfiehlt:

Die Sonnenuhr, Erzählungen von Tami Oelfken. Geschrieben 1934, doch erst nach dem Krieg erschienen. Oelfken, eine mutige Pädagogin, wurde von den Nazis verfemt und verboten. - Die Autorin, Jahrgang 1888, schildert in loser Verknüpfung Erinnerungen einer Kindheit aus der Vorstadt Bremens zu Beginn des 20. Jh., absolut liebenswert und zauberhaft.

:hello:
Zerging in Dunst das heilge römsche Reich

- uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

moderato

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Sonntag, 22. Januar 2012, 22:28

Colum Mc Cann

Der Tänzer

Rudolf Nurejews Leben als Romanvorlage. Keine Biografie des begnadeten Tänzers, eine Nachempfindung, die sich an den bekannten Fakten orientiert.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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s.bummer

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Sonntag, 22. Januar 2012, 22:31

Wenn man denn so um die 60 ist

Was mir so passiert, dann trifft man imme rmehr Leute, die sich mit einem an die wilden Zeiten erinnern.
Doch wie waren die Zeiten? Trügt die Erinnerung, waren die Freunde von damals wirklich so, wie wir Sie erinnern, war es so und nicht anders?
Ein kleiner Roman, knapp 190 Seiten lang, ist so etwas von genau und zugleich verwirrend, doch gibt er einen Antwortsvorschlag:
"Vom Ende einer Geschichte" von Julian Barnes. Das Original ist trotz der feinen Übersetzung noch sprachmächtiger!
Ich mochte Barnes schon immer, dieses Meisterwerk ragt aus seinem Schaffen hervor.

Zitat

History is that certainty produced at the point where the imperfections of memory meet the inadequacies of documentation


Gruß aus Kiel

Nachtrag: Um wenn ich so bedenke, wie uninformiert hier so manches über Künstler abgesondert wird, dann ist das Zitat auch fürs Forum zutreffend.
Johannes Richter: Neue Ideen setzen sich nur durch, weil die Anhänger der alten aussterben

Rheingold1876

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Montag, 23. Januar 2012, 07:27

Adalbert Stifter
Bunte Steine


Eine sehr gute Wahl. :) Bei mir ist Stifter immer griffbereit.

Gruß Rheingold
Erda: "Alles, was ist, endet."

Reinhard

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Montag, 23. Januar 2012, 19:16

Paßt zwar nicht ganz in diesen Thread, aber sei's drum....

Angeregt durch einen Artikel in der "Zeit" wollte ich mal fragen, wer mir was zu den historischen Romanen von Peter Berling sagen kann. Empfehlenswert? Oder eher nicht?


:hello:
Reinhard
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

Uwe Schoof

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Montag, 23. Januar 2012, 21:25

Mir hat Berlings "Die Kinder des Gral" gut gefallen. Ich finde diesen Roman lebendig und unterhaltsam, mit einem Schuss augenzwinkendem Humor und mittelalterlicher Rustikalität, auch ein wenig lehrreich.

Auf jeden Fall hat mich die atmosphärisch intensive Schilderung der Burg "Montsegur", die mir neben dem Mönch fast als "Hauptperson" im Gedächtnis geblieben ist, dazu gebracht, im letzten Sommerurlaub auf dem Weg zum Atlantik einen Umweg über die Vorpyrenäen zu machen und eben diese Burg zu besuchen. Ich fand sie nahezu genauso vor, wie ich sie mir aufgrund des Lesens vorgestellt habe; äußerst eindrucksvoll, sehr gut von Berling getroffen.

Uwe
Musiker haben immer nur den Wunsch, daß man absolut stumm ist, während man selbst nur den Wunsch hat absolut taub zu sein.

Oscar Wilde

Klaus 2

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Dienstag, 24. Januar 2012, 21:31

Einen Österreicher


Für mich einer der größten Stilisten der letzten Zeit. Die Handlung ist fast völlig egal. Ich berausche mich an der Sprache.
Herrlich.
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

tukan

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Sonntag, 29. Januar 2012, 10:37

Bücher für den Winter

Mich zieht es im Winter literarisch immer in den Norden. Diese Saison wird von dem isländischen Nobelpreisträger Halldór Laxness beherrscht, der in diesem Jahr 110. Geburtstag hat. Aus diesem Anlass hat der Steidl-Verlag sein Hauptwerk in 13 Taschenbänden zu einem Spottpreis (48 €) herausgebracht:



Im Moment ist der Roman "Weltlicht" dran, 1939 erschienen, das Schicksal eines Dichters, der nur für seine Kunst lebt und in der bäuerlichen Gesellschaft Islands zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen schweren Stand hat. Laxness umgibt auch das kargste Milieu einerseits mit Ironie, andererseits mit großer Einfühlsamkeit, so dass auch dieses faszinierende kalte Land am Rande des Polarmeers eine reiche Kulisse menschlichen Handelsn bietet.



tukan

moderato

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Montag, 6. Februar 2012, 04:19

Peter Härtling
Liebste Fenchel!

Das Leben der Fanny Hensel-Mendelssohn in Etüden und Intermezzi

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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Marnie

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Montag, 6. Februar 2012, 12:37

Lange habe ich auf den neuen T. C. Boyle gewartet, und nun ist er endlich da:



:jubel: :jubel:

Heute Abend geht es dann los, ich freue mich schon sehr darauf!
Viele Grüße,

Marnie

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Montag, 6. Februar 2012, 23:21

Joachim-Ernst Berendt
Nada Brahma

Die Welt ist Klang

In meiner Jugend hatte ich der wöchentlichen Jazz-Sendung Berendts gebannt gelauscht. "Das Jazzbuch" brachte mir diese Musik näher und ich verstand die geschichtlichen Zusammenhänge.

Jahre später stiess ich auf den Titel eines Buches, das meine Neugier weckte: Das 3. Ohr. Autor war der Jazz-Papst mit der prägnanten Stimme. Das Hören bekam einen anderen Stellenwert. Berendts Verdienst ist es, in einer vom Sehsinn dominierten Welt dem Hören und Lauschen neu Gewicht gegeben zu haben.

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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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MSchenk

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Dienstag, 7. Februar 2012, 10:56

Passend zu den momentan vorherrschenden Temperaturen kann ich dieses kleine Büchlein empfehlen:

Erzälht wird zum einen die Geschichte der Österreich-Ungarischen Nordpolexpedition (auch: Payer-Weyprecht-Expedition) von 1872-1874 und zum anderen die fiktive Ein-Mann-Expedition eines Nachfahren der damaligen Schiffsbesatzung Joseph Mazzini einhundert Jahre später. Ransmayr schafft es in seinem Roman, reportage-artige Elemente, Briefquellen u.ä. mit der Prosa-Erzählung um Mazzini auf auf geschickte Weise so zu verknüpfen, dass - wie man heute sagen würde - ein Reality-Roman auf sprachlich höchstem Niveau zustande kommt.

Nun werde ich mich wohl demnächst auch an seinen Ovid-Roman Die letzte Welt herantrauen.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

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Dienstag, 7. Februar 2012, 11:14

Passend zu den momentan vorherrschenden Temperaturen kann ich dieses kleine Büchlein empfehlen:

Erzälht wird zum einen die Geschichte der Österreich-Ungarischen Nordpolexpedition (auch: Payer-Weyprecht-Expedition) von 1872-1874 und zum anderen die fiktive Ein-Mann-Expedition eines Nachfahren der damaligen Schiffsbesatzung Joseph Mazzini einhundert Jahre später. Ransmayr schafft es in seinem Roman, reportage-artige Elemente, Briefquellen u.ä. mit der Prosa-Erzählung um Mazzini auf auf geschickte Weise so zu verknüpfen, dass - wie man heute sagen würde - ein Reality-Roman auf sprachlich höchstem Niveau zustande kommt.


Ja, das Buch fand ich auch außerordentlich faszinierend (und es könnte momentan zum virtuellen Aufwärmen dienen, wenn man weiß, wie viele kälter es noch werden könnte). Allerdings schien mir die skurrile Ein-Mann-Expedition des Nachfahren eher überflüssig.

Ich habe dann von Ransmayr noch "Morbus Kitahara" gelesen, ein düsteres und bizarres Buch, das ich von der Idee und einzelnen Szenen her auch faszinierend, insgesamt aber etwas unbefriedigend fand. Es ist im Grunde eine "alternative history", in der die Allierten eine Art verschärften Morgenthau-Plan umsetzen und Deutschland und Österreich (oder jedenfalls die eher einsame Gebirgsregion, um die es geht) in ein elendes, anarchisches und vor-industrielles Zeitalter degenerieren.

moderato

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Mittwoch, 8. Februar 2012, 05:36

Annie Proulx

Das grüne Akkordeon

Produktinformation
"Ein grünes Akkordeon, 1890 in Sizilien gefertigt, gelangt mit seinem ersten Besitzer nach Amerika. Fast 100 Jahre lang erlebt es eine Odyssee durch den Kontinent, wird gestohlen, verkauft, verpfändet und verschenkt und begleitet die Nachfahren verschiedener Einwanderersippen auf ihrer Suche nach einem besseren Leben. Der Roman, voll Musik und Leidenschaft, voll Schmerz und Gewalt, erzählt von der Geschichte Amerikas und vom Schicksal der Menschen, die es schufen."
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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Mittwoch, 8. Februar 2012, 06:34

Ich lese die Beiträge in diesem thread, immerhin 2177 sind es bisher. Beitrag 2084 von Andrew hat meine Neugierde geweckt, weil der Plot, so unwahrscheinlich scheint. (Aktueller Anlass für mein Interesse: die Queen feiert ihr Thronjubiläum*.)

Ich bin mal gespannt, ob Die Souveräne Leserin von Alan Bennett hält, was in der Kurzbeschreibung steht: und für den Leser bleibt kein Auge trocken.

* noch ne kleine Anektote zum Wort "Thron", die mir beim Tippen eingefallen ist: Als Konrad Duden das Regelwerk für die deutsche Sprache schuf, hatte der deutsche Kaiser sich vorbehalten, dass das Wort "Thron" weiterhin mit Th geschrieben werden soll.
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Mittwoch, 8. Februar 2012, 09:20

Den Bennett kenne ich nur auf englisch (wo die Pointe nicht ganz so offensichtlich schon mit dem Titel verraten wird), ist ziemlich unterhaltsam, aber natürlich kein Schenkelklopfhumor.

Die Duden-Wilhelm-2-Anekdote habe ich auch schon gehört und weitererzählt, bin da inzwischen aber skeptisch. Das h vom "th" ist nämlich nur bei Wörtern deutscher Herkunft (Thal, Thor) weggefallen, nicht bei solchen aus dem Griechischen wie Thron, Athlet, These usw.
Daher kann ich mir kaum vorstellen, dass das h in Thron gefährdet gewesen sein sollte. Selbst die Entwicklung seither und die neue Reform hat nur wenige "ph", "rh", "ch" oder "th" angetastet. Eigentlich fallen mir nur ph-Beispiele ein, die in häufig verwendeten Wörtern wie Fotografie oder Telefon meistens durch f ersetzt wurden, ohne dass die andre Variante falsch geworden wäre.

Klaus 2

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Mittwoch, 8. Februar 2012, 19:27

Ich lese (nur so nebenher, denn es sind nur kurze Bonmots) "Worte wie Musik" von Leonard Bernstein. Man sollte ja nicht vergessen, dass er auch als Plauderer, als Erklärer ein ganz großer war.
Wahrscheinlich werde ich Euch in Zukunft immer wieder mal mit ein paar Zitaten nerven.
Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Andrew

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Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:37

Ich lese zurzeit mit großer Begeisterung:




Carsten Jensen
Wir Ertrunkenen
Roman. Mit einem Nachwort des Autors
Übersetzung: Sonnenberg, Ulrich
btb Taschenbuch , 04/2010


Zitat


Carsten Jensen erzählt von Menschen, deren Leben vom Meer bestimmt ist. Von Männern, die ihrer Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer folgen, und von Frauen, die dem Meer, das ihnen die Männer und die Söhne raubt, den Kampf ansagen. „Wir Ertrunkenen“ ist ein großes Buch über Liebe, Freundschaft, Verlust und Wahnsinn, voller Satanskerle, Glücksritter, Leichtmatrosen und starker Frauen.

Verlagsinfo


„Was für ein Buch, was für ein gewaltiges Buch! Man wird es vor seinem Ende nicht aus der Hand legen wollen. (…) Dass Carsten Jensen sich in Seefahrtsdingen so kundig gemacht hat, verdient Respekt, dass er sich aber in dem, was Menschen, Frauen wie Männer, antreibt, noch viel besser auskennt und dass er davon auf so hinreißende Weise erzählen kann, das verdient Bewunderung.“

Die Zeit


Genau so ist es. Kein Pageturner, bei dem man hechelnd Seite für Seite liest, um den Protagonisten bei der Entdeckung des Geheimnisses der Sonnenpyramide zu folgen. Das nicht. Aber dafür ein kultiviert geschriebener Roman, der gut und packend erzählt, der dreidimensionale Charaktere entwirft und glaubwürdig schildert, der anrührend, phantasievoll, tiefsinnig, spannend und unterhaltsam ist. Ein richtig schönes, dickes Lesebuch. Herrlich.

Beste Grüße von der eisigen Nordseeküste sendet Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Andrew

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Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:41

Beitrag 2084 von Andrew hat meine Neugierde geweckt, weil der Plot, so unwahrscheinlich scheint. (Aktueller Anlass für mein Interesse: die Queen feiert ihr Thronjubiläum*.)

Ich bin mal gespannt, ob Die Souveräne Leserin von Alan Bennett hält, was in der Kurzbeschreibung steht: und für den Leser bleibt kein Auge trocken.



Hallo Moderato,

ich sehe erst jetzt, dass Du Bezug nimmst auf meine Leseempfehlung.

Ich denke schon, dass das Auge trocken bleibt, denn es ist ein recht trockener britischer Humor. Wer den schätzen kann - und das wird bei Dir ohne Zweifel der Fall sein - , der hat eine überaus inhaltsreiche, britisch-humorvolle, skurrile, kurzweilige und lesenswerte Lektüre vor sich. Ich glaube, ich werde es in nächster Zeit noch einmal lesen.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Freude bei der Lektüre - auch mit trockenen Augen ;)

Freundliche Grüße, Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

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Donnerstag, 9. Februar 2012, 20:27

Lieber Andrew

Englischer Humor, klar, davon ging ich auch aus. Eine Prise Ironie schwang in meinen Worten mit, als ich das Zitat der Kurzbeschreibung erwähnte. ;)
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Andrew

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Freitag, 10. Februar 2012, 09:48

Lieber Moderato,

falls Dir "Die souveräne Leserin" gefällt, empfehle ich auch noch ein anderes Buch von Bennett, das ich in den letzten Tagen gelesen habe:



Alan Bennett:
Handauflegen
Kurzroman
Originaltitel: The Laying on of Hands
Übersetzung: Herzke, Ingo
Wagenbach Klaus GmbH , 02/2009


Zitat

Unter den Augen eines unbestechlichen Gesandten der übergeordneten Kirchenbehörde zelebriert Pater Jolliffe einen Gedenkgottesdienst für den Bettgefährten der 'beautiful people' von London, einen auch ihm selbst wohlbekannten Mann. Unerwartete Enthüllungen der versammelten Hinterbliebenen sorgen dafür, dass die traurige Zeremonie einen rasanten Wandel durchläuft. Die weihevolle Andacht wird zum nervenzerrenden Schreckensspektakel, um dann unversehens in einem überaus sinnenfrohen Dankgottesdienst zu enden, als herauskommt, woran dieser Mann nicht gestorben ist.


Eine amüsante und scharfsichtige Milieustudie, dargestellt anhand einer Trauerfeier, sehr lesenswert.

Ich wünsche viel Freude bei der Lektüre, freundliche Grüße von Andrew
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Freitag, 10. Februar 2012, 23:31

Lieber Andrew,
Danke für den Hinweis auf den Kurzroman. Übrigens: Der Wagenbach-Verlag bringt eine Sonderausgabe von "Die Souveräne Leserin" heraus, die jedoch erst im Mai erscheinen wird.

Aus der Produktinformation:
Zum 60. Thronjubiläum der Queen: einmalige limitierte Sonderausgabe in royaler Ausstattung; blaue Seide, Silberprägung, farbiges Vorsatzpapier und Fadenheftung - zum gleichen Preis! Bereits 450.000 verkaufte Exemplare auf Deutsch.

Wo bleibt das Lesebändchen? ;) Ich werde auf die Prunkausgabe verzichten und mir die Untertanen-Ausgabe anschaffen .
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2 186

Freitag, 24. Februar 2012, 20:18

Herbert Rosendorfer

Grosses Solo für Anton

Aufwachen und feststellen, dass man der einzige Mensch auf der Welt ist. Wunschvorstellung oder Horror-Vision?
Ich bin gespannt, was Rosendorfer daraus macht.



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Montag, 27. Februar 2012, 11:01

Die "Großen" der deutschen Nachkriegsliteratur fand ich trotz des Nobelpreises eher langweilig. Von Böll mochte ich nur "Dr. Murke", von Grass nur "Das Treffen in Telgte" (die Stadt Telgte bietet Stadtführungen nach dem Buch an) und von Walser nur seine vergnüglichen Bodenseekrimis mit Thassilo M. Grübel.

Ich lese da gerade in letzter Zeit manches und sehr beeindruckt haben mich z.B. Kurzgeschichten von Böll (z.B.: Wanderer kommst Du nach SPA) und Lenz (Stimmungen der See), fasziniert haben mich Gedichte von Jandl und Celan, keineswegs langweilig waren die Physiker von Dürrenmatt. Einige Gedichte von Eich, Krolow, Fried und Enzensberger sind schon länger unter meinen Lieblingen. Demnächst kommt ein Band experimenteller Gedichte von Heißenbüttel dran und der dicke Arno-Schmidt-Ziegel wartet auch noch. Heiner Müllers Hamletmaschine hat mich in der Opernversion von Rihm immer derart mitgerissen, dass ich bei der "trockenen" Lektüre etwas enttäuscht war, werde ich aber sicher nochmal probieren. An die Erzählungen von Andersch kann ich mich jetzt nicht mehr so gut erinnern, die brauchen auch mal eine Auffrischung. Neugierig bin ich auch noch auf Borchert, bei dem ich noch hadere, obs denn nur das Hauptwerk oder gleich das Gesamtwerk werden soll ...

Also mir wird nicht langweilig.
:hello:

dr.pingel

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Montag, 27. Februar 2012, 11:28

Adalbert Stifter
Bunte Steine
Es steht mir der Sinn nach österreichischer Literatur aus dem 19. Jahrhundert.


2011 war mein Stifter - Jahr. Da habe ich alles gelesen, was mir in die Finger kam. Wenn man sich mal an den Stil gewöhnt hat, kann man gar nicht mehr aufhören. Sogar den "Nachsommer" habe ich geschafft und müsste jetzt König von Polen sein (das ist die Belohnung für jeden, der das schafft - ich glaube Nietzsche oder Heine haben das gesagt). "Witiko" habe ich mir dann aber geschenkt, nach 100 Seiten konnte ich nicht mehr. Aber die Kurzromane werde ich in einigen Jahren mir noch mal vornehmen.
Was ist das Schlechte an schlechter Musik? Sie bildet den Heuhaufen, in dem man die Nadeln der guten Musik suchen muss! (Dr. Pingel´s musikalische Sottisen, 222, frei nach Schopenhauer)

Andrew

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Montag, 27. Februar 2012, 20:53

Dieses Buch lese ich gerade mit Interesse und Entzücken. Eigentlich hatte ich es meiner Frau zu Weihnachten geschenkt, aber der Funke spang (zwischen ihr und dem Buch) irgendwie nicht über. Nun lese ich es:



Thomas Kielinger:
Elizabeth II.
Das Leben der Queen
Beck C. H. , 10/2011


Beschreibung

Königinnen gibt es viele, doch nur eine Queen. Elizabeth II. hat fast die ganze Nachkriegszeit auf dem Thron erlebt. Dabei hat sie mehr Krisen überdauert, als irgendein Politiker sich vorstellen kann. Von den Sex Pistols als "fascist regime" besungen, von vielen als skurril und museumsreif belächelt, scheint sie ihr Land heute noch immer zu einen.
Die Krone war der jungen Elizabeth keineswegs in die Wiege gelegt. Doch als ihr Onkel Edward VIII. um der Liebe Willen dem Thron entsagte und ihren Vater zum König machte, gelangte eine unbeschwerte Kindheit an ihr abruptes Ende. Die junge Prinzessin lernte früh, ihre Gefühle ihrer majestätischen Rolle unterzuordnen. Mit jugendlichen 25 Jahren bestieg sie den Thron und gab dem Land, das noch immer unter den Folgen des Krieges litt, neue Hoffnung. Seither hat sie zwölf Premierminister zur wöchentlichen Audienz empfangen, das Land durch jeden Niedergang und jeden Aufschwung hindurch begleitet und ihre Familie durch die größte reale Soap Opera unserer Zeit gesteuert.


Dieses Buch ist durchaus keine Hagiographie der Queen, sondern eine kritische und auch gewitzte Beschreibung, aber auch mit Respekt vor der Leistung der Frau, die unser aller Queen ist.

Freundliche Grüße von Andrew, dessen Heimat von 185 bis 1837 ebenfalls zu Great Britain gehörte. :jubel:
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

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Dienstag, 28. Februar 2012, 20:44

Ist es ein Zufall, dass ich wieder ein Buch aus dem Diogenes Verlag lese?
Ein Buch von Leben und Tod.


Hugo Loetscher
Wunderwelt
Eine brasilianische Begegnung
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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