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Sven Godenrath

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Beiträge: 920

Registrierungsdatum: 24. März 2010

1

Freitag, 27. April 2012, 09:11

Was besser nie veröffentlicht worden wäre: Klaus Florian Vogts CD Helden

Ich muß es hier einmal ganz offen zugeben.
Ja, ich bekenne mich schuldig.
Ja, ich habe moch eines der schlimmsten Verbrechen schuldig gemacht, die man einem anderen Menschen nur antun kann.
Ich habe einem Bekannten eine CD vorgeführt ohne mich vorher von der Qualtität selbiger Überzeugt zu haben.
Warum habe ich das bloß getan?
Nun, ich bekenne hier ganz Kleinlaut wir kannten den Sänger.
Wir hörten ihn Live als Max in Bremen und Live als Lohengrin in Hamburg.
Auch kannten wir seinen Lohengin von einer DVD.
Und ich weiß es ist keine Entschuldigung aber in allen drei Fällen fanden wir ihn gut bis sehr gut.
Ich weiß, das ist keine Entschuldigung für diese schwerwiegenden Tat, dennoch muß ich hier in aller Öffentlichkeit abbitte leisten.
Das bin ich meine Gewissen einfach schuldig.

Aber jetzt zur Sache.
Der Sänger heißt Klaus Florian Vogt und es geht um seine aktuelle CD: Helden.
Helden des Alltag waren hier wahrscheinlich gemeint, solche die Omi mit dem Rollator über die Straße helfen, oder anderen die 10 cent hinter her tragen, die sie gerade verloren haben.
Helden die einem alten Menschen in der Bahn oder im Bus einen Platz anbieten, ja das sind die wahren Helden im Alltag.
Für Klaus Flroian Vogt hingegen sind es Max ( der zumindest in der Romanvorlage Agathe seinem eigenen Vorteil opfert ), Siegmund ( der auf offener Bühne sich dem Ehebruch und der Inzest schuldig macht ), Lohengrin ( der solange im Schalfzimmer rumschwalfelt damit wir ja nicht auf unsere Kosten kommen. Jeder Romy Schneiderfilm bietet uns da mehr ) und ..und .. und.
Ochstester und Sänger wurden mit zwei verschiedenen Mikrophonen aufgenommen, das ist normal und das kennen wir ja auch schon von Peter Alexander.
Das Mikrophon ganz dicht an den Lippen und anstatt zu singen säuselt man einfach hinein, die
Tontechnik wird es schon richten ( in Titel von Peter Alexander war es der wahre Held des Alltags, nämlich der Papa ) und das tat diese denn auch.
Auf der gesamten CD von Titel 1-11 ( Vorspiele die sich auch auf selbiger befinden einmal ausgenommen, wahrscheinlich sollte der Sänger nicht überfordert werden ) wird gehaucht, gesäuselt, geflüster, nur leider leider keine einzige Note gesungen.
Einige Beispiele:
- Arie des Max: Mich pakt Verzweiflung - Ja, ja, die Verzweiflung kennen wir die nicht auch, jede Woche im Supermarkt, nehme ich jetzt die normale oder die Fettarme Milch.
- Foltert Spott - Und dann diese Blicke der Kassiererin an der Kasse, wenn ich dann die Fettarme genommen habe, als wollte sie laut sagen, naja, sie haben es ja auch nötig.
- Arie des Siegmund: Winterstürme wichen dem Wonnemond - Naja hier kam nicht einmal ein lauer Abendwind auf.
Und dann Lohengrin: In fernem Land - Als ob wir hier gerade bei der Hitparade der Volkmusik oder der Schalgerparade gelandet wären.
Ganz ehrlich von Patrick Lindner ( sorry er ist ein so symphatischer, netter Mann ), Andy Borg oder Michael Holm hätte es auch nicht anders geklungen.
Dannach bin ich dann zum letzten Titel der CD vorgerückt
Die tote Stadt: Glück das mit verblieb ( mit Manuela Uhl ) - und ganz ehrlich ( ich weiß ich wiederhole mich ) aber viel Glück bleib einem hier wirklich nicht mehr.
Sie fing an und sie sang!!!!!!
Ich dachte im ersten Moment ich höre nicht richtig, aber doch zum erstenmal wurde auf dieser CD tatsächlich gesungen.
Kurz darauf setzte die Stimme von Herrn Vogt ein und auch er sang zum ersten und einzigenmale auf dieser Cd.
Was war geschehen?
Ich griff zur Hülle und ganz unten im Kleingedruckten wurde man dahingehend belehrt, das hier etwas vom 8 eines Monats aus der Oper Berlin Livemitgeschnitten wurde und irgentwie seinen Weg auf diese CD gefunden haben muß.
Um aber die Zuhörer nicht von vorherein zu verprellen wurde im Vorfelde nicht daraufhingewiesen welcher Titel es sein würde, wahrscheinlich sollte Plüschomi nicht im Vorfelde vergrault werden.
Der nicht herausgeschnittene Applaus am Ende verriet sie denn aber doch.
Glück das mir Verblieb war der Livemitschnitt und somit auch der einzige Titel auf dieser CD der sein Geld, es waren mit Porto 8 Euro, wirklich wert war.
Wenn, ja wenn ich nicht den Livemtischnitt schon gehabt haben sollte, ich habe es jetzt nicht mehr kontrolliert.
Aber denkbar wäre es.
Als Resüme läßt dieses ganze Machwerk nur einen einzige Handlung zu, Deckel auf, rein die Tonne und dann einen dicken Mantel des Schweigens drüber und nicht vergessen, den Deckel auch wieder schließen.
Diese CD ist gelinde gesagt eine einzige Katastrophe und ist vor allen Dingen nur eines bezogen auf Klaus Florian Vogt, sie ist Rufschädigend.
Nachdem hören dieser CD würde ich mit sicherheit nicht eine Aufführung mit dem Sänger mit dieser unendlich dünnen und temperamentlosen Stimme besuchen,es sei denn ich hätte eine doppelte Portion Hallo Wach im Petto.

hami1799

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  • »hami1799« ist männlich

Beiträge: 3 438

Registrierungsdatum: 6. Februar 2012

2

Freitag, 27. April 2012, 10:55

Hallo Sven,

ich setze hier mal einen qualitativ völlig unzureichenden Beitrag in den Thread: Vielen Dank für diese aufschlußreiche und amüsante Rezension.

Der ´Erfolg´wird sicher nicht ausbleiben und alle werden jetzt nach dieser CD rennen. Du wirst fett von den Provisionen leben können. :angel:

Grüße aus Stockholm
hami1799

Gregor

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  • »Gregor« ist männlich

Beiträge: 1 268

Registrierungsdatum: 25. Januar 2008

3

Freitag, 27. April 2012, 13:52


ich setze hier mal einen qualitativ völlig unzureichenden Beitrag in den Thread: Vielen Dank für diese aufschlußreiche und amüsante Rezension.

Der ´Erfolg´wird sicher nicht ausbleiben und alle werden jetzt nach dieser CD rennen. Du wirst fett von den Provisionen leben können. :angel:


Die CD verkauft sich allem Anschein nach sowieso schon sehr gut.
Zum Album selbst kann ich nichts sagen, da ich es nicht kenne. Obwohl schon von mehreren Seiten zu hören war, dass die Aufnahmen nicht gut sein sollen.

Nur stellt sich mir die Frage, ob man deswegen wirklich einen eigenen thread eröffnen mußte. :rolleyes:
Ich meine, es gibt einen thread über Herrn Vogt, da hätte diese Rezension eigentlich, weil zum Thema gehörend, sehr gut hingepaßt. Gerade weil auch dort über dieses Album bereits diskutiert wurde.
Also, warum gleich wieder ein neuer thread? Sowas trägt nur zu größerer Unübersichtlichkeit im Forum bei. :thumbdown:

Gregor

  • »Antalwin« ist männlich

Beiträge: 321

Registrierungsdatum: 10. Januar 2011

4

Samstag, 28. April 2012, 15:47

Hallo,

zu der Fragestellung dieses Threads lese man bitte mein letztes Posting im Thread über Klaus Florian Vogt. Diese CD ist meiner Meinung nach ein "Montags-Produkt", das wirklich den Ruf des Sängers schädigt. Meines Erachtens gibt es da noch einen heißeren Anwärter, für eine CD, die man niemals hätte machen sollen: Villazons Aufnahmen von Händel-Arien !

Gruß,

Antalwin