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musikwanderer

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Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

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Montag, 7. Mai 2012, 12:47

HÄNDEL, Georg Friedrich: JUDAS MACCABAEUS

Tamino Oratorienführer
Georg Friedrich Händel (1685-1759):

JUDAS MACCABAEUS
Oratorium in drei Teilen für Soli (SSAATTBB), Chor (SSATB) und Orchester, HWV 63

Libretto von Thomas Morell nach dem apokryphen Buch der Makkabäer
und der „Antiquitates Judaicae“ des Flavius Josephus

Uraufführung am 1. April 1747 in Covent Garden

DIE PERSONEN DER HANDLUNG

Judas Maccabaeus, Tenor
Simon, sein Bruder und Hoher Priester, Baß
Ein Israelit, Mezzosopran
Eine Israelitin, Sopran
Eupolemus, jüdischer Gesandter in Rom, Baß
Erster Bote, Alt
Zweiter Bote, Baß

Die Geschehnisse sind um das Jahr 160 v. Chr. angesiedelt.


INHALTSANGABE

Vorgeschichte

Im Jahre 168 v. Chr. besiegte der Seleukidenkönig Antiochus IV. Epiphanes im Sechsten Syrischen Krieg die ägyptischen Könige Ptolemaios VI. und Ptolemaios VIII. Zur Kriegsbeute gehörte auch die bis dahin zum Ptolomäerreich gehörende Stadt Jerusalem. Der neue Herrscher verbietet umgehend den Jahwe-Kult und zwingt die Juden, den griechisch-heidnischen Götter zu opfern.

In Mondein, einer Kleinstadt nahe Jerusalem, widersetzt sich der Priester Mattathias den Anordnungen des Abgesandten von Antiochus und muß daraufhin mit seinen Anhängern in die Berge fliehen. Die Schar kämpft im Stil von Partisanen gegen die seleukidischen Besatzer, was beim jüdischen Volk nicht nur breite Zustimmung findet, sondern auch Hoffnung aufkommen läßt, die Besatzer zu verjagen. Bald darauf wird Mattathias jedoch krank und stirbt plötzlich 161 v.Chr.


Erster Teil

Die einleitende Sinfonia beginnt zunächst mit einem feierlichen Marsch, dem eine energische Fuge folgt, die jedoch immer wieder durch abrupte Pausen unterbrochen ist. Ein langsamer Satz mit schwerlastenden punktierten Rhythmen und seufzenden Trillerfiguren in den Violinen kann man als Klagegesang für den verstorbenen Mattathias deuten.

Mit dem c-Moll-Chorsatz „Mourn, ye afflicted children“ (Trauert, kummervolle Kinder), der sich mal seufzend, mal in auferegtem Durcheinander äußert, setzt sozusagen die Trauerfeier für den allseits verehreten Mattathias, Vater von Judas und Simon, ein. Von besonderer Auffälligkeit ist berührende Phrase „Your hero, friend an father is no more“ (Der Held, Freund und Vater ist nicht mehr): sie weist in seiner absteigenden melodischen Linie auf das Unwiderrufliche hin.

Ein israelitisches Paar ruft das Volk in einem Rezitativ mit anschließendem Duett dazu auf, Bußkleider anzulegen, Asche auf die Häupter zu streuen und seine Klagen zum Himmel zu senden. Der anschließende düstere f-Moll-Chor „For Sion lamentation make“ (Zion stimme Klagen an) ist jener geforderte Klagegesang.

Nun spricht Simon zu den Umstehenden und erbittet sich, im Sinne seines verstorbenen Vaters, daß man, aller Trauer zum Trotz, den Blick nach vorn richten und sich als das auserwählte Gottesvolk erweisen solle. Die Israelitin unterstützt Simons Aufruf und meint, die Gebete und Lieder würden Gottes Liebe zu seinem Volk neu entfachen. Und das Volk wendet sich mit dem schlichten Gebet „O Father, whose Almighty pow'r“ (O Vater, dessen allmächtige Gewalt) an Jehovah und bittet ihn um den kühnen Anführer, der nicht erobern, wohl aber das Volk erretten soll.

Simon ergreift in seiner Funktion als Hoher Priester die Initiative und verkündet in einem feierlichen Rezitativ, daß Gott die Bitten seines Volkes erhört und Judas, seinen Bruder, als diesen neuen Anführer bestimmt habe. Seine von Trompetenklängen begleitete Arie „Arm, arm, ye brave (Auf, rüstet euch, ihr Tapferen) soll eindeutig Mut machen, und das Volk gibt sich mit dem Chorsatz „We come, we come, in bright arrayus“ (Wir kommen, wohl gewappnet) mutig und will Judas folgen.

Mit seiner D-Dur-Arie „Call forth thy pow'rs, my soul“ (Erwecke, meine Seele) tritt der Auserwählte in fröhlicher Stimmung sein neues Amt an. Er ruft das Volk auf, den Geist der kühnen Väter in sich aufzunehmen und mit Gottes Hilfe den Kampf gegen die Besatzer und Frevler gegen den wahren Glauben zu beginnen.

Diesem kriegerischen Aufruf folgt eine Reihe von Sologesängen, darunter das Gebet der Israelitin, die Gott um seinen Segen anfleht und die „süße Freiheit“ herbeisehnt. Auf ihren Arientext „Come, ever-smiling liberty“ (Komm, Freiheit, die du immer lächelst) gestaltet sie mit ihrem Partner noch ein liebliches Duett. Dann ruft mit einer kriegerischen Musik das Volk mit „Lead on! Lead on!“ (Voran! Voran!) zum Kampf gegen die „feindlichen Ketten“ auf.

Judas erinnert in einem Rezitativ die Umstehenden an seinen Vater, der schon früher Entschlußkraft einforderte: „Resolve, my sons, on liberty, or death“ (Entschließt euch, meine Söhne, zu Freiheit oder Tod). Volkes Antwort, nur von Alt- und Männerstimmen vorgetragen, ist ein Allegro mit tänzerisch-lebhaftem Gestus. Nochmals wendet sich Judas, von einem Israeliten unterstützt, an die Männer, nicht nach zügelloser Machtgier zu streben, sondern Frieden in Freiheit zu erlangen, ehe der erste Teil mit dem Chor „Hear us, o Lord, on Thee we call“ (Erhör uns, o Herr, wir flehn dich an, zum Sieg entschlossen oder edlem Tod) endet - einem Satz, der zwischen ruhigem Gesang und vorwärts drängenden Skalenläufen der Orchesterstimmen pendelt.

Zweiter Teil

Aus dem einleitenden Chor „Fall'n is the foe“ (Gefallen ist der Feind) wird deutlich, daß der Sieg unter Judas' Führerschaft errungen wurde. Auffällig gestaltet Händel in diesem Lobgesang auf die Unterstützung des himmlischen Vaters das Wort „Fall'n“, das immer wieder den dahinströmenden Gesang piano unterbricht. Das berühmte „Sion now her head shall rise (Zion hebt sein Haupt empor), eine feierliche Siegesarie der Israelitin, die vom Chor aufgenommen wird, ist erst 1757, für eine Wiederaufnahme von „Esther“ komponiert, durch Händel ins Oratorium eingefügt worden.

Die folgenden Nummern, eine Arie der Israelitin, ein Duett mit dem Israeliten, der Chor „Hail, hail Judea, happy land“ (Heil Heil, Judäa, glücklich Land) und Judas' Arie „How vain is man“ (Wie eitel ist der Mensch) sind Freudengesänge und der Aufruf zur Demut vor Gott.

Doch es ist den Israeliten keine Ruhe gegönnt. Ein Bote bringt die schlimme Nachricht, daß der syrische Herrscher Antiochus Ägyptens Pharao Ptolomäus die Städte Memphis und Pelusium geraubt hat. Nun steht sein tapferer Feldherr Gorgias an den Grenzen, um das Volk Gottes und sein Heiligtum auszulöschen. Die folgende Klage der Israelitin, der sich das Volk anschließt, ist eine jener Eingebungen Händels im Dreiertakt, mit denen er Trauer ausdrückt. Der Hohe Priester Simon erinnert die Klagenden an Gottes Macht, denn „der Herr“ wirkt Wunder, und deshalb sei er ehrfürchtig gepriesen.

Judas befiehlt, umgehend die Trompeten zum Sammeln der Tapferen und Mutigen zu blasen und der anschließende Chor „We hear the pleasing dreadful call“ (Wir hör'n den grausam-süßen Klang) zeigt das Volk mit schmetterndem Kriegesklang jetzt kampfbereit. Simon äußert in einer Arie seine Überzeugung, daß Zion die feindlichen Völker nicht fürchten muß, weil Gott der Herr sie schützt. Das Duett des israelitischen Paares, „O never, never bow we down“ (O nimmer, nimmer wollen wir uns beugen), ist ein ein eindeutiger Schwur, keine Götzenbilder, sondern nur Israels Gott anzubeten.

Der Schlußchor des zweiten Teils, We never will bow down“ (Noch niemals beugten wir das Knie), ist ein feierlicher, von c-Moll nach C-Dur modulierender Gesang, ein abermaliges Bekenntnis des Volkes zum Gott Israels. Darin steht das Gelöbnis „We worship God, and God alone“ (Wir dienen Gott, nur Gott allein), das auf den Hörer durch seine homophone Ausgestaltung wie ein Choral wirkt, das sich dann jedoch zu einer Fuge ausweitet.

Dritter Teil

Am Beginn des dritten Teils stehen mehrere Gebete des israelitischen Paares für den errungenen Sieg - als letztes die berühmte Sopran-Arie „So shall the lute and harp awake“ (Mögen Laute und Harfe jetzt erklingen), das in seiner heiter-pastoralen Grundstimmung zu den hervorragendsten Eingebungen Händels gehört.

Dann kommen zwei Boten, von denen der erste einen Bericht der militärischen Ereignisse bei Kapharsalama abliefert: Es nahte Lysias mit seinem gut geordnet auftretenden Heer, das mit Schilden aus Gold und Messing bewehrt war, und den riesenhaften Elefanten. Aber Judas ließ sich nicht einschüchtern und focht unerschrocken. Der zweite Bote unterbricht plötzlich den Redefluß seines Kollegen und weist auf die (gedanklich) nahenden Sieger hin. So quasi nebenbei teilt er auch noch mit, daß die Hand und das Haupt des Verlierers auf einem Speer vorangetragen werden. Ein grausamer Beweis für die Kriegsgreuel zu allen Zeiten.

Die Grausamkeit der Siegerjustiz wird aber sofort vergessen, wenn zunächst der Chor der Jünglinge, dann der Jungfrauen und schließlich der Gesamtchor als Volkesstimme jene Melodie anstimmt, die zu den populärsten Eingebungen Händels überhaupt gehört, ja fast schon Volksliedcharakter angenommen hat: „See, the conqu'ring hero comes“ (Seht den Sieger, ruhmgekrönt). Dabei - und das mag dem heutigen Hörer befremdlich vorkommen - ist das melodische, aus einfachen Terzenparallelen bestehende Stück Musik in der Urfassung des JUDAS nicht einmal enthalten, sondern erst zwei Jahre später für das Oratorium „Joshua“ geschrieben, dann aber von Händel (geschäftstüchtig, wie er war) in den viel erfolgreicheren JUDAS eingefügt worden. Und nur hier kann man sich diesen Chorsatz heute vorstellen, und es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, daß viele Hörer auf den Augenblick warten, wenn es gesungen wird.

Ein instrumentaler Marsch, aus dem dem thematischen Material des Chorsatzes geformt, läßt den Eindruck aufkommen, daß die Sieger gerade vorbeiziehen, vom Jubel des Volkes begleitet: „Sing unto God, and high affections raise“ (Singt unserm Gott, laßt den Gefühlen freien Lauf) wird zuerst von den Solisten angestimmt und dann vom Chor in kunstvoll-polyphonem Stil übernommen. Judas aber wendet sich an die Menschen und ermahnt sie, auch an die im Kampf gefallenen Krieger zu denken. Ganz besonders erwähnt er den heldenhaften Eleazar, der den riesigen Elefanten durchbohrte und von dem verwundeten „Untier“ in seiner Wut und Todesangst überrant wurde.

Vor dem thematisch lapidaren, aber großartigen Schlußchor überbringt Eupolemus, der jüdische Botschafter in Rom, noch ein Bündnisangbot der Römer. Das Ton um Ton zur Sexte auf- und absteigende „Hallelujah“ in der Siegestonart D-Dur beschließt das Oratorium.


INFORMATIONEN ZUM WERK

Was bereits in den Werkinformationen zum „Occasional-Oratorio“ und zu „Alexander Balus“ hier im Oratorienführer beschrieben wurde, gilt in gleichem Maße auch für JUDAS MACCABAEUS: Das Werk ist die Frucht der realpolitischen Situation im Königreich. Ein fast vergessener Thronprätendent aus dem Hause Stuart, Prinz Charles Edward, war mit einem Heer in Schottland gelandet und marschierte, mehrere erfolgreiche Schlachten schlagend, auf England zu. Erst die Schlacht bei Culloden, die der Herzog von Cumberland, ein Sohn von König Georg II., mit seinem Heer am 16. April 1746 gewann, entschied die Situation gegen den Stuart. Händel wollte offensichtlich mit seinen Werken die patriotische Gesinnung heben.

Nach den Eintragungen im Autograph begann Händel die Komposition am 9. Juli 1745 und setzte am 11. August den Schlußstrich unter das vollinstrumentierte Werk. Wie aus den Erinnerungen des Librettisten Thomas Morell, die fünfundzwanzig Jahre später niedergeschrieben wurden, zu entnehmen ist, kam die Anregung zu JUDAS MACCABAEUS schon 1745 auf. Der Prince of Wales, ein Bruder des Herzogs von Cumberland, hatte Thomas Morell als Librettisten vorgeschlagen; deshalb enthält das Libretto auch eine Widmung an den „Truly Wise, Valiant and Virtuous Commender“, sozusagen als Glückwunsch-Adresse der Autoren des Oratoriums.

Die Quellen für das Libretto von Judas Makkabäus sind die zwei Bücher der Makkabäer in den Apokryphen. Beide Bücher berichten über den Freiheitskampf der Juden und sind als Hauptquellen für die Geschichte des jüdischen Volkes von 187-135 v. Chr anzusehen. In Händels Oratorium ist Theater-Athmosphäre deutlich spürbar. Eine wichtige Rolle spielt der Chor, er nimmt nicht nur an der Handlung teil, sondern stellt auch Betrachtungen darüber an. Die Handlung wird wie in einem Drama dargestellt und könnte auch szenisch wiedergegeben werden. Wenngleich das Libretto sehr skizzenhaft ist, enthält es dennoch Szenen mit dramatischer Spannung.

Die Wahl auf JUDAS MACCABAEUS fiel im Jahre 1746 und war eindeutig ein Preisgesang auf den Duke of Cumberland. Auch Christoph Willibald Gluck versuchte während seines London-Aufenthaltes, den Herzog zu ehren, und zwar durch die Oper „La Caduta dei Giganti“, die aber keinen Erfolg hatte.

Neuere Forschungsergebnisse weisen aber noch einen ganz anderen, bisher unbekannten Aspekt für die Wahl hin: Ohne die im Königreich lebenden Juden hätte es vielleicht zu einem Zusammenbruch kommen können, denn deren Beitrag für Handel und Wirtschaft war nahezu unentbehrlich für das Land. Insofern wundert es auch nicht, daß ein Jude der Delegation beigeordnet wurde, die nach Beendigung des Kampfes die Glückwünsche der Stadt London zu überbringen hatte. Die Wahl von JUDS MACCABAEUS durch Händel und Morell war somit nicht nur Ausdruck der Würdigung für einen militärischen Helden (der gleichwohl den wenig schmeichelhaften Titel „Schlächter Cumberland“ erhielt), sondern auch Anerkennung für das Verdienst einer Minderheit in diesen Zeiten. Die Juden nahmen JUDAS MACCABAEUS auch in diesem Sinne auf und gehörten, ohne seine späteren Oratorien in gleicher Weise zu unterstützen, zu den eifrigsten Förderern seiner Konzerte.

Die erste Aufführung von JUDAS MACCABAEUS wurde wegen der politischen Ereignisse auf den 1. April 1747 verschoben und fand, bei Anwesenheit des Prinzen und der Prinzessin von Wales, im königlichen Theater Covent Garden statt. Der „General Advertiser“ kündigte die Aufführung am Tage vorher und nochmals am Tage der Aufführung (mit geändertem Text) mit folgenden Worten an:

Covent Garden. At the Theatre-Royal Covent Garden. Tomorrow, will be perform'd a New Oratorio, called JUDAS MACCHABAEUS with a New Concerto (...) To begin at Half an Hour after Six O'Clock.

Der Erfolg war durchschlagend, und eine Wiederholung wurde für den 8. April angesetzt. Lord Shaftesbury berichtete von „sehr großem Beifall“. Zu Händels Lebzeiten gab es vierundfünfzig Aufführungen, von denen er dreiunddreißig selbst leitete. Das war für den Komponisten nicht nur ein gesellschaftlicher, sondern auch ein pekuniärer Erfolg. Nur 1750, als London zwei Erdbeben erlebte und eine Massenpanik ausbrach, hatte Händel Einbußen zu verzeichnen.

Am 30. April gekündigte John Walsh eine Notenausgabe an, aber nicht als vollständiges Werk, sondern nur mit der Ouvertüre, den Gesängen und dem Marsch. Die vollständige Partitur in der Newman Flower Collection ist vermutlich für die Walsh-Ausgabe benutzt worden, nicht dagegen die in der Hamburger Universitätsbibliothek „Carl von Ossietzky“ verwahrte Dirigier-Partitur. Die Barrett-Lennard-Partitur ist noch älteren Datums als die im British Museum (von 1766); sie ist aber interessant durch die Eintragungen in den Singstimmen der Arien, wo Verzierungen und Kadenzen hinzugefügt sind. Die Partitur von 1766 ist ein Geschenk-Exemplar mit gestochener Titelseite; sie stimmt in vielen Einzelheiten mit dem Autograph überein, enthält jedoch viele Fehler durch eine geradezu liederlich schlechte Abschrift.

1779 bearbeitete Joseph Starzer das Werk für eine Aufführung in Wien bei Baron van Swieten, in Deutschland wurde es bereits zu dieser Zeit mehrfach in deutscher Sprache gegeben. 1811 dirigierte Carl Friedrich Zelter JUDAS MACCABAEUS in Berlin, 1839 Felix Mendelssohn-Bartholdy in Düsseldorf und 1859 Franz Liszt in Weimar.


© Manfred Rückert für Tamino-Oratorienführer 2012
unter Hinzuziehung folgender Quellen:
Libretto (im Web bei jvogelsaenger.de oder kuk-art.com)
Oratorienführer von Kurt Pahlen, Werner Oehlmann, Prof. Silke Leopold
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Montag, 7. Mai 2012, 13:21

Diskographische Hinweise

Händels Oratorium wird bei den Tamino-Werbepartnern umfangreich gehandelt:


mit Emma Kirkby, Catherine Denley, James Bowman, Michael Geroge, Jamie MacDougall: es singt der Choir of the New College Oxford; The King's Consort; Robert King


Sir Charles Mackerras leitet das English Chamber Orchestra und den Wandsworth School Boys' Chorus; es singen Janet Baker, Felicity Palmer, Ryland Davies, Paul Esswood und John Shirley-Quirk


in deutscher Sprache mit Ernst Haefliger, Theo Adam, Gundula Janowitz, Peter Schreier, Herta Töpper, Siegfried Vogel; Solistenvereinigung und Großer Chor des Berliner Rundfunks; Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin; Leitung Helmut Koch


mit Guy de Mey, Lisa Saffer, Patricia Spence, David Thomas; U. C. Berkeley Chamber Chorus; Philharmonia Baroque Orchestra; Leitung Nicholas McGegan


Thomas Frey dirigiert das Schlierbacher Kammerorchester und den Schliebacher Motettenchor; es singen Elisabeth von Magnus, Jörg Wörle, Monica Meier-Schmid, Jörg Dürmüller, Elisabeth von Magnus, Franz-Josef Selig


mit Nuria Rial, Lucia Duchonová, Lothar Odinus, Sergio Foresti; Schleswig-Holstein- Festival-Chor Lübeck; Elbipolis Barockorchester Hamburg; Leitung Rolf Beck


Leonardo García Alarcón dirigiert: Les Agrémens, den Kammerchor Namur; es singen Mariana Rewerski, Maria Soledad de la Rosa, Makoto Sakurada, Fabián Schofrin und Alejando Meerapfel


Musica Florea Prag, Maulbronner Kammerchor, Leitung Jürgen Budday; es singen Catherine King, Sébastien Pratschke, Marc Le Brocq, Charles Humphries undChristopher Purves


es singen Naan Pöld, Agnes Giebel, Fritz Wunderlich, Juliana Falk, Ludwig Welter; Rafael Kubelik leitet Chor und Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks


Johannes Somary leitet das English Chamber Orchestra; es singt der Amor Artis Chorale; als Solisten sind zu hören Christopher Keyte, Helen Watts, Heather Harper, Alexander Young und John Shirley-Quirk

Drei Aufnahmen älteren Datums finden sich bei den Tamino-Werbepartnern nicht, sie sind bestimmt gestrichen, was angesichts der Interpreten zu bedauern ist:

(1) Ferenc Fricsay; RIAS Symphonie-Orchester Berlin, RIAS Kammerchor Berlin; mit Maria Stader, E. Hartwig, Ernst Haeflinger und Dietrich Fischer-Dieskau

(2) Maurice de Abravanel dirigiert das Utah Symphony Orchestra und den Utah University Chorus; genannt wird als einziger Sänger John McCollum in der Titelpartie

(3) Wolfgang Gönnenwein dirigiert das Orchester der Ludwigsburger Festspiele, den Süddeutschen Madrigalchor Stuttgart und die Sänger/innen Marjana Lipovsek, Helen Donath, Peter Schreier, Alison Browner und John Bröcheler
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