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Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 770

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Freitag, 5. Oktober 2012, 19:09

Felix WOYRSCH - Der Musikdirektor von Altona war kein Neutöner

Felix WOYRSCH (1860-1944)

Mit Felix Woyrsch setze ich die Serie von Mahler – Zeitgenossen fort, denen es (bis jetzt) nicht vergönnt war, den Ruhm oder die Achtung,die sie zu Lebzeiten genossen auch posthum aufrecht zu erhalten. Woran das im einzelnen liegt wird zu hinterfragen sein.
Immerhin schrieb der Dirigent der Uraufführung von Woyrsch’s 2. Sinfonie Karl Panzer (1863 – 1923) an den Komponisten:

Zitat

“Ich muß Ihnen durch diese Zerilen meine Bewunderung, meine Freude zu dem Gelingen des prachtvollen Werkes übermitteln- Das Ganze ist ein Wurf ! Hochinteressant von der erst bis zur letzten Note“

Die Uraufführung von Woyrsch’ Sinfonie Nr 2 in C-dur op 60 fand am 15. Jänner 1915 statt.
Das Werk kam sowohl bei der Presse, als auch beim Publikum gut an, was kaum verwundern wird, wenn man die teilweise fast lieblichen Themen, die in ausgewogenem Kontrast zu den rhythmisch lebhafteren Teilen stehen – gehört hat.
Die Musikhistoriker, und somit auch die Musiklexika haben Woyrsch jedoch stets ignoriert. Es findet sich – bei aller individuellen Tonsprache – nichts Innovatives, Avantgardistisches in seiner Musik – und das – obwohl er Gustav Mahler, dessen Geburtsjahr auch das seine war – um Jahrzehnte überlebt hat.
Wenngleich es die Avantgarde nicht wirklich geschafft hat die Liebe des Publikums zu gewinnen, so ist es ihr doch geglückt, alles „Nicht-avantgardistische“ verstaubt scheinen zu lassen.
Woyrsch 2. Sinfonie war schon zur Zeit der Uraufführung, 1901 nicht mehr am „Puls der Zeit“, sie war der klassisch-romantischen Tradition verpflichtet, und somit teil sie das Schicksal etlicher Werke dieser Zeit mit ähnlicher Ästhetik....
Gedruckt wurde sie indes erst 1927. – Viel zu spät…..


Mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

2

Samstag, 6. Oktober 2012, 06:42

Alfreds verdienstvoller Thread erweckte in mir die Erinnerung, dass ich - geboren nach Ende des 2. Weltkriegs - in Hamburg-Bahrenfeld (eigentlich zu Hamburg-Altona gehörend) im Woyrschweg oder in der Woyrschstraße wohnte. Im Zuge der Umbenennug vieler Straßen wurde diese Straße in Mendelssohnstraße umbenannt - ein Komponist rehabilitiert, ein anderer - noch dazu einer aus Altona - in den Orkus des Vergessens geschickt.

Gruß, Peter

3

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 10:34

Der spanische Sender Radio Clásica sendet am 1.11. um 23 Uhr Werke von Felix Woyrsch:

FELIX WOYRSCH: Prólogo sinfónico a la “Divina Comedia” de Dante, Op. 40 (24’40’’). Orq. Sinf. de Hamburgo. Dir.: M. A. Gómez-Martínez. Hamlet, Op. 56 (13’29’’). Oldenburgisches Staatsorchester. Dir.: T. Dorsch. Nocturnos, Op. 1 nºs. 1 y 2 (6’07’’). Impromptus, Op. 23 nºs. 2, 3 y 4. (9’13’’). R. Plagge (p.).

Gruß, Peter