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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Hildebrandt

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  • »Hildebrandt« ist männlich

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61

Samstag, 23. Februar 2008, 16:44

Huhu, Verwaltung! :hello:

Gehört das WTK hierhin? Oder nicht doch besser in die "Alte Musik"?
Oder soll ich da einen Konkurrenz-Thread aufmachen?

BigBerlinBear

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  • »BigBerlinBear« ist männlich

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62

Samstag, 23. Februar 2008, 17:38

Zitat

Oder soll ich da einen Konkurrenz-Thread aufmachen?


Solltest Du, und zwar unter dem Titel:

Das WTK auf Instrumenten, die Bach dafür vorgesehen hatte !

Dann muss man sich nichtmehr durch die Lektüre von Aufnahmerezensionen
auf Klimperkisten des 19.,20.,21.Jh. qäulen !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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63

Samstag, 23. Februar 2008, 17:44

Grundsätzlich bin ich gegen Vermehrung von threads (Röhls Rasiermesser: fila non sunt multiplicanda praeter necessitatem.)
Aber im Falle eines so zentralen Werks kann man wohl ausnahmsweise vertreten, dort einen zusätzlichen thread für Cembalo-Aufnahmen aufzumachen, wenn das die Cembalo-Fraktion so dezidiert befürwortet. (Ich würde dann irgendwann mal einen link dorthin setzen und umgekehrt.)
Aber was machen wir z.B. mit Landowskas historisch fragwürdiger Kiste? :D hier oder dort?

JR

Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

BigBerlinBear

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  • »BigBerlinBear« ist männlich

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64

Samstag, 23. Februar 2008, 17:54

Zitat

Aber was machen wir z.B. mit Landowskas historisch fragwürdiger Kiste?


Hallo JR:

Landowskas "fragwürdige Kiste"gehört ganz eindeutig zur Kategorie der Handkurbel-Waschmaschinen und darf damit gerne bei den Aufnahmen für Klimperkästen verbleiben, denn schliesslich handelt es sich beim Cembalo im Gegensatz zu den Dingern von Steinway usw. um ein voll ausgereiftes Instrument ! :D

:hello:
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Hildebrandt

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65

Samstag, 23. Februar 2008, 18:18

Zitat

Original von BigBerlinBear

Landowskas "fragwürdige Kiste"gehört ganz eindeutig zur Kategorie der Handkurbel-Waschmaschinen und darf damit gerne bei den Aufnahmen für Klimperkästen verbleiben, denn schliesslich handelt es sich beim Cembalo im Gegensatz zu den Dingern von Steinway usw. um ein voll ausgereiftes Instrument !



:hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:

Ich hatte das zwar bisher immer unter "Modell Singer" geführt, aber Handkurbelwaschmaschine triffts entschieden deutlicher. :D


PS:
Für die Freunde des gepflegt Gezupften geht es hier weiter:
Das Wohltemperierte Klavier auf Instrumenten, die Bach dafür vorgesehen hatte

Zwielicht

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66

Samstag, 23. Februar 2008, 19:23

Vielleicht sollte man einfach ein HIP-Parallelforum gründen, dann kämen die feindlichen Parteien sich nicht mehr ins Gehege.

Schade nur für diejenigen, die sich ab und zu sowohl ein Cembalo- wie ein Steinway-WTK antun. Die soll's auch geben.

Faszinierend erscheint vor allem die Perspektive, man könnte in diesem oder im neuen Parallelthread etwas über das WTK erfahren, das sich ausnahmsweise nicht mit der alles dominierenden Rolle des gewählten Instruments oder des bevorzugten Pianisten/Cembalisten beschäftigt. Da sollte man vielleicht einen dritten Thread eröffnen. Die Fixierung auf "Interpretation" und "Instrument", bei der das Werk selbst völlig in den Hintergrund tritt, treibt jedenfalls seltsame Blüten.

Warum man hier nicht über Cembalo-Einspielungen diskutieren kann, erschließt sich mir nicht ganz. Weil wir hier im Klavierforum sind? Weil der Thread mit sage und schreibe 65 Beiträgen total überfüllt ist und man vor lauter Gould und Gulda den Überblick verliert? Weil man lieber nicht mit Leuten spricht, die das falsche Instrument bevorzugen?

Klar gehört dieser Thread eigentlich ins Alte-Musik-Forum: dort wird ja durchaus des öfteren über Nicht-Hip-Interpretationen gesprochen. Seinerzeit wurde mir aber von der Moderation mitgeteilt, der Thread befände sich nicht deshalb im Klavierforum, weil es hier nur um Aufnahmen auf dem modernen Flügel geht (was ja auch nicht stimmt), sondern weil man dieses Unterforum nicht unnötig schwächen wolle.

Natürlich wird gleich wieder versichert werden, man wolle keine Grabenkämpfe - nachdem man ein paar kräftige Salven abgefeuert und sich dann in einen neuen Thread eingebuddelt hat...


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Hildebrandt

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67

Samstag, 23. Februar 2008, 19:41

Zitat

Original von Zwielicht
Vielleicht sollte man einfach ein HIP-Parallelforum gründen...
Natürlich wird gleich wieder versichert werden, man wolle keine Grabenkämpfe - nachdem man ein paar kräftige Salven abgefeuert und sich dann in einen neuen Thread eingebuddelt hat...


Jungejunge, das klingt jetzt aber gallebitter. :no:

Hier ging es mir zu sehr durcheinander, und ich hatte auch wie BBB wirklich keine Lust, mich durch die gesammelten Vergleiche diverser Klaviereinspielungen zu graben (ohne zu kämpfen).

Außerdem: Wozu ist denn das Alte-Musik-Abteil da?

"Grabenkämpfe" finde ich auch etwas unvorsichtig.
Wenn dann offene Feldschlacht mit Artillerie! :D

Schenk Dir ein Gläschen ein und höre Dir das WTK an, worauf immer Du willst, aber bekomm bitte bessere Laune. :yes:

Zwielicht

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68

Samstag, 23. Februar 2008, 19:57

Zitat

Original von Hildebrandt
Hier ging es mir zu sehr durcheinander, und ich hatte auch wie BBB wirklich keine Lust, mich durch die gesammelten Vergleiche diverser Klaviereinspielungen zu graben (ohne zu kämpfen).


Seit wann ist es hier denn üblich, sich einen Thread durchzulesen, bevor man einen weiteren Beitrag dranhängt? :D


Zitat

Außerdem: Wozu ist denn das Alte-Musik-Abteil da?


Natürlich u.a., um dort einen Thread zum WTK unterzubringen. Ich habe ja auch dafür plädiert, DIESEN Strang dorthin zu verfrachten. Aber wenn wir nach diesem Prinzip der Verdoppelung weiterverfahren, könnte man auch im Oratorien & Co-Forum einen Thread über die Matthäuspassion eröffnen, in dem es nur um Klemperer, Karl Richter usw. geht.


Zitat

"Grabenkämpfe" finde ich auch etwas unvorsichtig.
Wenn dann offene Feldschlacht mit Artillerie! :D


Du glaubst doch nicht im Ernst, mit Deinen Holzkisten gegen moderne Stahlrahmen eine Chance zu haben? :D


Zitat

Schenk Dir ein Gläschen ein und höre Dir das WTK an, worauf immer Du willst, aber bekomm bitte bessere Laune. :yes:


Ja, ich krieg mich ja schon ein, Du hast ja recht. Ich versuch's mal mit Bob van Asperen - was hältst Du von der Aufnahme? Antwort natürlich im anderen Thread - damit hier nichts durcheinander gerät! :D


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Hildebrandt

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69

Samstag, 23. Februar 2008, 20:36

Zitat

Original von Zwielicht
Du glaubst doch nicht im Ernst, mit Deinen Holzkisten gegen moderne Stahlrahmen eine Chance zu haben? :D


Zu Lande sieht es gegen die Stahlrammen wirklich schlecht aus. Aber auf hoher See gehen sie rettungslos unter. :D

miguel54

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70

Sonntag, 24. Februar 2008, 02:05

Zitat

Original von Hildebrandt
Orgel und Hammerflügel halte ich für wenigstens überflüssig. Hausorgeln waren damals nun wirklich nicht sehr verbreitet – Bach hatte auch keine. Eine orgelmäßige Faktur findet sich auch fast nirgends.

Also da gibt es schon Stellen, wo eine Note im Bass über mehrere Takte stehenbleibt - wie soll das auf dem Cembalo gehen?
Levin spielt hier auch keine dezente Truhenorgel, sondern die der Kirche in Wassenaar.

Melot1967

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71

Sonntag, 24. Februar 2008, 02:56

Zitat

Original von Zwielicht
Vielleicht sollte man einfach ein HIP-Parallelforum gründen, dann kämen die feindlichen Parteien sich nicht mehr ins Gehege.

Schade nur für diejenigen, die sich ab und zu sowohl ein Cembalo- wie ein Steinway-WTK antun. Die soll's auch geben.

Faszinierend erscheint vor allem die Perspektive, man könnte in diesem oder im neuen Parallelthread etwas über das WTK erfahren, das sich ausnahmsweise nicht mit der alles dominierenden Rolle des gewählten Instruments oder des bevorzugten Pianisten/Cembalisten beschäftigt. Da sollte man vielleicht einen dritten Thread eröffnen. Die Fixierung auf "Interpretation" und "Instrument", bei der das Werk selbst völlig in den Hintergrund tritt, treibt jedenfalls seltsame Blüten.

Warum man hier nicht über Cembalo-Einspielungen diskutieren kann, erschließt sich mir nicht ganz. Weil wir hier im Klavierforum sind? Weil der Thread mit sage und schreibe 65 Beiträgen total überfüllt ist und man vor lauter Gould und Gulda den Überblick verliert? Weil man lieber nicht mit Leuten spricht, die das falsche Instrument bevorzugen?

Klar gehört dieser Thread eigentlich ins Alte-Musik-Forum: dort wird ja durchaus des öfteren über Nicht-Hip-Interpretationen gesprochen. Seinerzeit wurde mir aber von der Moderation mitgeteilt, der Thread befände sich nicht deshalb im Klavierforum, weil es hier nur um Aufnahmen auf dem modernen Flügel geht (was ja auch nicht stimmt), sondern weil man dieses Unterforum nicht unnötig schwächen wolle.

Natürlich wird gleich wieder versichert werden, man wolle keine Grabenkämpfe - nachdem man ein paar kräftige Salven abgefeuert und sich dann in einen neuen Thread eingebuddelt hat...


Viele Grüße

Bernd



Hallo Bernd, was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen. Ich lese da keine Bitterkeit heraus, wie jemand unterstellte. Ich finde es auch etwas seltsam, warum man nicht Cembalo- und Klavieraufnahmen im selben Thread besprechen kann. Ich glaube nicht, dass jemand das eine oder das andere Instrument wirklich ablehnt. Ich hoffe mal, es ist einfach eine Unlust, das andere zu hören. Von allen Aufnahmen, die ich bis jetzt kenne, mag ich derzeit mit Klavier am liebsten die mit Ashkenazy und Koroliov, Ashkenazys CDs klingen aufnahmetechnisch noch etwas prächtiger, finde ich. Musikalisch-technisch sind sie einander ebenbürtig, unterscheiden sich aber etwas in der Herangehensweise, natürlich auch im Anschlag, in der Wahl der Tempi etc. Alle anderen, mit Ausnahme von Gould, der wieder ein eigenes Kapitel ist, gefallen mir weit weniger, selbst Richter, Schiff, Gulda, Fellner (WTK1), ...
Mit Cembalo kann ich Bob van Asperen und Keith Jarrett (WTK2) empfehlen.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

Zwielicht

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72

Sonntag, 24. Februar 2008, 14:54

Hallo Melot,


Zitat

Original von Melot1967
Hallo Bernd, was du schreibst, kann ich gut nachvollziehen. Ich lese da keine Bitterkeit heraus, wie jemand unterstellte. Ich finde es auch etwas seltsam, warum man nicht Cembalo- und Klavieraufnahmen im selben Thread besprechen kann.


zumal es ja bei den Händel-Klavier-/Cembalowerken auch funktioniert. Aber ich denke, die Sache ist jetzt gegessen - das ist letztlich eines dieser Forums-Selbstbespiegelungs-Themen, auf die man nicht allzuviel Energie verschwenden sollte. Viel wichtiger bleibt, dass überhaupt mal wieder über das WTK gesprochen wird, in welchem Thread auch immer. (Und mit der Bitterkeit hatte Hildebrandt schon ein bisschen recht - man sollte sich doch eher über wichtigere Themen aufregen... :D)


Zitat

Von allen Aufnahmen, die ich bis jetzt kenne, mag ich derzeit mit Klavier am liebsten die mit Ashkenazy und Koroliov, Ashkenazys CDs klingen aufnahmetechnisch noch etwas prächtiger, finde ich. Musikalisch-technisch sind sie einander ebenbürtig, unterscheiden sich aber etwas in der Herangehensweise, natürlich auch im Anschlag, in der Wahl der Tempi etc. Alle anderen, mit Ausnahme von Gould, der wieder ein eigenes Kapitel ist, gefallen mir weit weniger, selbst Richter, Schiff, Gulda, Fellner (WTK1), ...


Von den Klavieraufnahmen besitze ich die mit Gould, Gulda und Fellner (WTK 1). Gould habe ich sehr oft gehört - streckenweise faszinierend, manchmal unerträglich manieriert (cis-moll-Präludium in WTK 1). Gulda ist ok, konnte mich aber nie wirklich begeistern. Fellner habe ich anfangs sehr gern gehört - weitgehend stimmige Interpretationen, wunderschöner, vielleicht etwas zu weicher Klavierklang. Inzwischen irritiert mich das etwas defensive Klavierspiel aber doch ein wenig.


Viele Grüße

Bernd
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john_lackland

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73

Dienstag, 26. Februar 2008, 20:13

doch nochmals: FEINBERG

.. lud gestern aus dem netz eine dort frei verfügbare aufnahme des wohltemperierten klaviers band 1 und 2 mit samuel feinberg herunter, die ich seither intensiv herauf- und herunter- und vergleichs-gehört habe (ich habe sonst noch: barenboim, gould, henck, fischer, schiff, gulda, richter, tureck) -
und muss sagen: unglaublich gut!!
wie bereits in diesem thread gesagt: romantische tradition, aber "russisch" d.h. freier und letztlich spannungsvoller wie der z.T. ähnliche (und ganz klar: hervorragende) edwin fischer - v.a. in der agogik ist feinberg variabler und mutiger - was die stücke sehr gut vertragen. sehr intensiv sind v.a. die langsameren stücke; der ganze zyklus wirkt wie vom licht einer dunklen sonne bestrahlt.
ganz wundervoll ist feinberg beim herausarbeiten einzelner stimmen, so dass sich eine ganz eigene mischung aus romantischer intensität und analytischem zugriff ergibt: fast so etwas wie die quadratur des kreises (bisherige favoriten: so ein "dreick" aus richter, fischer und gould)

alles in allem: ein erlebnis! - kann ich jedem nur empfehlen, geht sehr zu herzen (wenn ich das so klischeehaft sagen darf..)
herzlicher gruß
john lackland

iLLumination

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74

Mittwoch, 5. März 2008, 21:47

Ich bin kein besonders großer Fan des WTK 1 - Teil 2 kenne ich leider nicht.

Mir ist diese Masse an verschiedenen Stücken zu bieder. 3000 Stücke, die durchschnittlich 1,5 Minuten dauern. Wenn´s nach dem Prinzip schon gehen muss, dann bevorzuge ich die Goldberg-Variationen. Sonst lieber diverse Fugen, Kunst der Fuge, Italienisches Konzert, Französische Overtüre etc

Aber früher oder später werde ich mich sowieso enger mit dem WTK beschäftigen, da ich ja inzwischen auch Klavier spiele und das WTK ja eines der Standardwerke ist. Dann gefällt´s mir ja vielleicht ein wenig besser.

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75

Mittwoch, 5. März 2008, 22:13

Zitat

Original von iLLumination
Ich bin kein besonders großer Fan des WTK 1 - Teil 2 kenne ich leider nicht.

Mir ist diese Masse an verschiedenen Stücken zu bieder. 3000 Stücke, die durchschnittlich 1,5 Minuten dauern. Wenn´s nach dem Prinzip schon gehen muss, dann bevorzuge ich die Goldberg-Variationen. Sonst lieber diverse Fugen, Kunst der Fuge, Italienisches Konzert, Französische Overtüre etc


Das kann ich nur schwer nachvollziehen. Das WTK ist doch viel abwechslungsreicher als 15 Fugen in derselben Tonart über ein und dasselbe Thema oder eine (ebenfalls tonartlich gebundene) Suite von stilisierten Tänzen. Auch die Spieldauern variieren eher stärker als bei den Suiten. Die kürzesten Präludien dauern > 1 min, das länges (h-moll) etwa 8 min.
Wenn jetzt alle Präludien& Fugen geringfügige Variationen von z.B. Nr. 2 in c-moll wären, könnte ich das verstehen. Sind sie zum Glück aber nicht.
(Band II ist noch abwechslungsreicher)

Allerdings ist richtig, dass das WTK nie dafür gedacht war, in einem Rutsch gespielt oder angehört zu werden. (ich höre aber lieber eine halben Band WTK als die komplette Kunst der Fuge auf einmal...)

:hello:

JR
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Khampan

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76

Mittwoch, 5. März 2008, 23:37

Zitat

Original von Johannes Roehl
Das WTK ist doch viel abwechslungsreicher als 15 Fugen in derselben Tonart [...]

Allerdings ist richtig, dass das WTK nie dafür gedacht war, in einem Rutsch gespielt oder angehört zu werden. (ich höre aber lieber eine halben Band WTK als die komplette Kunst der Fuge auf einmal...)


möglicherweise ist das WTK zum schnöden Hintereinanderhören zu abwechslungsreich. Auch ich würde lieber mal länger in einer Tonart bleiben oder mir tonartliche Bezüge wünschen, so wie ich das beim Selberspielen ganz automatisch tue.
Eigentlich ist die übliche CD-Track-Einteilung unpraktisch. Wenn jeweils Präludium und Fuge unter einem Track zusammengefaßt wären, dann könnte man schnell mal eine andere Abfolge programmieren oder auf Zufallswiedergabe schalten. (Das bringt mich auf die Idee, mir eine CD mal entsprechend umzukopieren)

Gruß,
Khampan

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77

Mittwoch, 5. März 2008, 23:58

Zitat

Original von Khampan

Zitat

Original von Johannes Roehl
Das WTK ist doch viel abwechslungsreicher als 15 Fugen in derselben Tonart [...]

Allerdings ist richtig, dass das WTK nie dafür gedacht war, in einem Rutsch gespielt oder angehört zu werden. (ich höre aber lieber eine halben Band WTK als die komplette Kunst der Fuge auf einmal...)


möglicherweise ist das WTK zum schnöden Hintereinanderhören zu abwechslungsreich. Auch ich würde lieber mal länger in einer Tonart bleiben oder mir tonartliche Bezüge wünschen, so wie ich das beim Selberspielen ganz automatisch tue.


Wie? Du hast beide Bände auf dem Klavier liegen und spielst nach dem C-Dur aus Vol I das aus Vol II? ;) automatisch?

Zitat


Eigentlich ist die übliche CD-Track-Einteilung unpraktisch. Wenn jeweils Präludium und Fuge unter einem Track zusammengefaßt wären, dann könnte man schnell mal eine andere Abfolge programmieren oder auf Zufallswiedergabe schalten. (Das bringt mich auf die Idee, mir eine CD mal entsprechend umzukopieren)


Auf meiner Ausgabe von Sviatoslav Richters Aufnahme sind Prl & Fuge immer auf einem track zusammengefaßt, scheint aber eine Ausnahme zu sein. Wie ich sicher schon mal schrieb, findet sich hier mal ein Vorteil von Schallplatten. Man hört eine Seite (ca. 4 Prl & Fugen). Hat man noch Lust, hört man halt noch die Rückseite. Aber 70+ min am Stück, wenn die CD eingelegt ist....

:hello:

JR
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Khampan

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78

Donnerstag, 6. März 2008, 01:56

Zitat

Original von Johannes Roehl
Wie? Du hast beide Bände auf dem Klavier liegen und spielst nach dem C-Dur aus Vol I das aus Vol II? ;) automatisch?


sorry daß die Antwort etwas banal ausfällt:
- klar liegen beide Bände immer auf dem Klavier.
- länger in einer Tonart bleibt man automatisch wenn man hin und wieder ein Stück mehrmals spielt (einige kann man jedesmal völlig anders spielen, das ist gerade das schöne daran).
- intuitiv wähle ich (näher oder entfernter) verwandte Tonarten aus. Jedenfalls gehe ich gerade nicht einen Halbton höher, schon gar nicht mehrmals hintereinander.
:hello: Khampan

Caesar73

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79

Freitag, 31. Oktober 2008, 15:43

So, inzwischen hat Martin Stadtfeld seine Interpretation des ersten Teils des WT vorgelegt. Hat jemand die Einspielung schon hören können?




Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

zatopek

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80

Mittwoch, 18. November 2009, 22:22

Pollini

Der Andrang in diesem Thread ist ja riesig :pfeif:

Trotzdem wage ich einen weiteren Wiederbelebungsversuch. Anlass ist die Neueinspielung des Ersten Buches des WTK (oder WTC) von Maurizio Pollini.



Ich muss gestehen, ich habe sie erst einmal gehört, aber ich tue mich schwer damit. Imo im Vergleich zu Gulda (mein persönlicher Favorit), Schiff oder Richter deutlich schwächer. Ich weiss nicht, wie ich es beschreiben soll, aber ich habe den Eindruck, er weiss nicht so genau was er damit anfangen soll. Weder puristisch noch romantisch, irgend was dazwischen. Ich würde sagen: belanglos...

Was ist eure Meinung ?

VG, Bernd

zatopek

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Registrierungsdatum: 13. Dezember 2008

81

Donnerstag, 29. April 2010, 12:44

Roger Woodward

Nachdem mein letzte Beitrag wieder auf so umwerfende Resonanz gestoßen ist - ich kann mir kaum vorstellen, dass in diesem Forum niemand ausser mir die Pollini-Aufnahme gehört haben will - versuche ich es noch mal und schreibevor mich hin:

Es gibt eine weitere Neueinspielung von dem australischen Pianisten Roger Woodward. Ist mir völlig unbekannt, der Mensch. Er scheint aber bisher in seiner Karriere ein ganze Menge eingespielt zu haben.





Gehe ich recht in der Annahme, dass die noch keine kennt ?

Ich habe sie erst heute bekommen und rippe sie gerade auf HDD. Für die Aufmachung ist der hohe Preis vollkommen gerechtfertigt: zwei schön gestaltete Boxen mit insgesamt 5 CD, ausführlichem Booklet (in Deutsch) zur Aufführungspraxis und den kompletten Noten (teilweise Replika der Autographen, sonst in moderner Notenschrift).

Viele Grüße,

Bernd

m-mueller

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82

Sonntag, 31. März 2013, 23:35

Ich habe den halben Abend damit zugebracht, unterschiedlichen Versionen von Stücken aus dem WTK auf youtube zu lauschen, 6 beispielhaft unterschiedliche Interpretationen des selben Stückes möchte ich hier mal vorstellen und Euch um Eure Meinung bitten.

Es handelt sich um die Fuge aus Präludium und Fuge f-moll, BWV 881, aus dem WTK II, einem der m.E. besten Stücke des gesamten WTK.

- Kenneth Gilbert, Cembalo, ab 4´11: http://www.youtube.com/watch?v=sWU5qYaF3nI
- Chiara Massini, Cembalo, ab 4´05: http://www.youtube.com/watch?v=S3Xi1GklJ20
- Rosalyn Tureck: http://www.youtube.com/watch?v=o6dJw8WZm5Y
- Friedrich Gulda, ab 5´12: http://www.youtube.com/watch?v=lucu-gtrZqQ
- Grigory Sokolov, ab 3´38: http://www.youtube.com/watch?v=SHnF-eyEwMw
- Nikolai Demidenko, ab 2´30: http://www.youtube.com/watch?v=rI8jE4Wqk4Y