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zweiterbass

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121

Dienstag, 22. Januar 2013, 10:18

Hallo m-mueller,

Versionen für Tasteninstrumente haben mich bisher nicht überzeugt, der Klang insbesondere des Klaviers ist zu wuchtig für die filigranen Strukturen.
Ja! Vom Klangbild (Durchsichtigkeit) müsste ein Spinett gut passen - ob die Mechanik "mitkommt"?


Die CD gibt es sehr günstig bei jpc
Die CD von Romero ist auf meinem Merkzettel bei JPC gelandet - ich melde mich, wenn ich die CD habe.


Ein Beispiel für einen ganz exzellenten Gitarristen, der manchmal etwas überfordert ist, findet man hier:
Unter Beachtung der Klangqualität sowie einer guten Interpretation halte ich jedoch diese Einspielung für die anhörenswerteste:
Da höre ich die Spieltechnik des 1. um einiges besser und die bessere (?) Interpretation des 2. kann dann diese Mängel bei mir nicht ausgleichen.


Was nun die Interpretation von Hopkinson Smith angeht (das, was bei youtube verfügbar ist), so würde ich sie qualitativ im unteren Spitzenfeld ansiedeln, der Klang der Laute ist gut, die Technik ist weitestgehend sauber, aber manchmal gibt es einen kleinen Bruch in der Perlenkette der Töne, als sei ein Akkord etwas überhastet angegangen worden und die Finger müßten sich erst einmal wieder rearrangieren.
Nachdem ich die Doppel-CD habe: Könntest Du bitte die Laufzeitangaben bei youtube posten, wo du diese überhasteten Perlenketten hörst, dann würde ich es mit meiner CD vergleichen und würde mich dann (u. U., wenn ich's auch so höre) gerne Deiner Meinung anschließen.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

m-mueller

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122

Donnerstag, 24. Januar 2013, 01:01

Hallo Zweiterbass,

gerade die Spieltechnik des ersten finde ich ein klein wenig weniger souverän, es sind allerdings nur Nuancen.

Feeley hat Probleme im Bereich zwischen 3:30 und 4:10, keine großen, aber sein Fingersatz ist ziemlich hektisch, er kommt kaum nach.

Redzic ist dagegen technisch über die gesamte Dauer souverän, er hat offensichtlich auch einen anderen Fingersatz, wenngleich er von der Aufnahmequalität nicht an Feeley herankommt, es gibt immer Nebengeräusche.

Hopkinson Smith´s Laute ist vom Klang her etwas "erdiger" als die Gitarren, vermutlich ist sie aufgrund der vielen Saiten auch schwerer zu beherrschen, jedenfalls erscheinen mir die schwierigen Stellen zwischen der dritten und vierten Minute als etwas weniger ausdifferenziert als bei den Gitarren.

Gehörtes Material: http://www.youtube.com/watch?v=0KXDmyUG-pw

Cheers

Felix Meritis

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Donnerstag, 7. März 2013, 11:14

Wieder was neues

Es gibt wieder einmal was neues an der Violin-Soli Front! Gerade frisch erschienen und von mir sogleich erworben die Solosonaten gespielt von Gunar Letzbor, einem österreichischen Experten und Ensembleleiter für Alte Musik:

Für mich schließt diese fantastische Aufnahme eine alte Lücke. Der Klang dieser Aufnahme ist nämlich ganz direkt und ungeschönt, so als würde man danebenstehen. Wer's nicht glaubt, der höre sich die Klangbeispiele mal an! In seinem Einführungstext betont Letzbor, wie wichtig es ihm war, dass die Aufnahmen so klingen, wie er die Musik hört, wenn er sie gerade spielt. Als jemand, der einige dieser Stücke - selbstvertständlich auf Krötenniveau - selbst gespielt hat, kann ich nur bestätigen, dass dies Letzbor auf überzeugende Weise geglückt ist. Da ist nichts mehr von dem (öden) Hochglanz, wie wir es z.B. bei Hilary Hahn hören. Hier bekommt man die Soli in ihrer ganzen Härte und Ruppigkeit, aber auch eben ihrer Direktheit zu hören. Ein wahrer Ohrenöffner! Allerdings wird diese Aufnahme nur der schätzen, der die Violinsoli ohnehin mag. Aufgrund der Härte der Interpretation ist Letzbors Aufnahme wohl ungeeignet, Skeptiker dieser Werke auf seine Seite zu ziehen.

m-mueller

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Sonntag, 17. März 2013, 22:41

In der Tat sehr kratzig. Ich fürchte, ich ziehe da doch die Version von Hahn vor (habe allerdings nur die bei jpc und amazon verfügbaren Schnipsel gehört).

Felix Meritis

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Montag, 18. März 2013, 11:19

In der Tat sehr kratzig. Ich fürchte, ich ziehe da doch die Version von Hahn vor (habe allerdings nur die bei jpc und amazon verfügbaren Schnipsel gehört).

Na ja, diese Werke polarisieren eben. ;) Mir gefällt es, wie Letzbor das macht. Er scheint auch damit in guter Gesellschaft zu sein, wenn man an eine Konzertrezension George Bernarnd Shaws über Joseph Joachims Konzert, in welchem er einige der Bach Soli spielte, denkt:

"Of course, you cannot really play a fugue in three continuous parts on the violin: but by dint of double stopping and dodging from one part to another, you can evoke a hideous ghost of a fugue that will pass current if guaranteed by Bach and Joachim. That was what happened on Tuesday. Joachim scraped away frantically, making a sound after which an attempt to grate nutmeg effectively on a boot sole would have been as the strain of an Eolian harp. The notes which were discernible enough to have any discernible pitch at all were horribly out of tune. It was horrible-damnable! Had he been an unknown player, introducing an unknown composer, he would not have escaped with his life. Yet we all-I no less than the others-were interested and enthusiastic. We applauded like anything, and he bowed to us with unimpaired gravity. The dignified artistic career of Joachim and the grandeur of Bach’s reputation had so hypnotised us that we took an abominable noise for the music of the spheres"


zweiterbass

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Samstag, 17. August 2013, 15:56

Es wäre nun sehr interessant, wenn nun m.mueller und kurzstückmeister (er spielt die Werke selbst, BWV 1001 - 1006) - und Alle die sich angesprochen fühlen - hier Stellung nehmen würden, wie sie die Lautenfasssung hören ob es für sie eine auch mögliche Form der Interpretation ist oder die Werke ihre Eigenart nur entfalten können, in der Originalfassung von Bach.

Das Zitat bezieht sich auf die Beiträge Nr. 103 und 108.

Hallo,

nachdem die „Angesprochenen“ nicht geantwortet haben, lege ich nun nach und zitiere aus dem Booklet:

„BWV 1001 – 1006 sind für Solovioline geschrieben und für andere Instrumente eingerichtet worden, komplett für Cello (ob von Bach kann ich nicht ermitteln, meine Einfügung), Teile für Laute und Orgel, für Tasteninstrumente und Bach selber hat BWV 1006 selber für Laute eingerichtet.
…Auch auf einer rein praktischen Ebene gibt es Elemente in der Schreibart der Werke, die über die Möglichkeiten der Solovioline hinausgehen und in besonderer Weise gerade die Laute einzuladen scheinen, diese Werke für sich einzurichten. Erstens besteht Bachs polyphone Satzweise, auf die Solovioline bezogen, nur in Andeutungen. In einem Gewebe von 3 oder 4 Stimmen geht er von einem Register zum anderen, wobei es…Teile der verschiedenen Stimmen gibt, die der Geiger – und entspr. der Zuhörer - innerlich in einen polyphonen Zusammenhang bringen muss, so, als wären die Stimmen tatsächlich durchgeführt worden… Ein wichtiger Unterschied zwischen Violine und Laute liegt jedoch auch darin, dass die Laute die einzelnen Stimmen sehr oft auch in unterschiedlichen Registern aushalten kann, wohingegen der Ton der Violine naturgemäß nur solange gehört werden kann, sobald der Bogen die Violinsaite noch nicht verlassen hat…(ich kürze ab)…Es kommt nun entscheidend darauf an ob das Spiel des Geiger den Hörer so anregen kann, dass dieser in seinem inneren Ohr den nicht mehr gehörten Ton oder die nicht zu Ende geführte musikalische Linie (aufgrund der technischen Möglichkeiten der Violine) noch präsent hat, um die kompositorische Idee hören zu können. Diese Probleme gibt es bei der Laute nicht, da diese einen sehr viel umfangreicheren, weiterklingenden Tonvorrat hat als die Violine…Auch um die Basslinie zum Klingen zu bringen, hat die Laute die spieltechnisch weitaus besseren Möglichkeiten.
Ein dritter Grund der für die Laute spricht, sind die zahlreichen Beispiele, wo die Musik auf einer dermaßen abstrakten Ebene abläuft, dass die Partitur selber als eine Art Bearbeitung für die Violine erscheint. Wie so oft in Bachs Instrumentalwerken, erscheint die Musik von jenseits, gelegentlich von weit jenseits des Instruments, mit dem sie verbunden ist, zu kommen…Jeder Musiker ist bestrebt, seine körperlichen Möglichkeiten und die des Instruments mit dem musikalischen Gestus in Übereinstimmun zu bringen, sodass Technik der Ausführung und Musik sich zu einer organischen Einheit verbinden. Bei der Solovioline ist es aber oft unmöglich für den Bogen, der fließenden Horizontalität des Satzes zu folgen, während der Bogen unaufhörlich zwischen der äußeren Grenzen seines Instrumentes hin und her springt. Oft nehmen nun Passagen ohne musikalischen Gewaltausdruck spieltechnisch bedingt genau diesen an. Anders die Laute, die in ihren natürlichen Klangmöglichkeiten, auch beeinflusst durch die Anschlagart der Lautenisten, dieses Problem nicht kennt.

Zitat von Johann Friedrich Reichardt: „Bach spielte die Werke selbst oft auf dem Clavichord und fügte Harmonie so viel dazu bey, als er für nöthig befand. Er erkannte auch hierinn die Nothwendigkeit einer klingenden Harmonie, die er bey jenen Composotionen nicht völlig erreichen konnte.“

Es ist nicht überraschend, dass Bach gerade das Clavichord für die eigenen Ausarbeitungen dieser Werke nutze, denn das Clavichord ähnelt in seiner Klangfarbe, Dynamik und Feinheit des Anschlags der Laute am meisten.“

Viele Grüße
zweiterbass
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Felix Meritis

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127

Samstag, 17. August 2013, 17:07

Die Originalüberschrift für die Werke lautet "Sei solo (sic!) a violino senza basso accompagnato". Ich denke damit ist geklärt, wie Bach die Stücke gespielt haben wollte - z.B. von seinem Freund Pisendel. Es spricht nichts dagegen die Werke für andere Instrumente zu transkribieren, a priori handelt es sich aber um Violinwerke, welche auch nicht ohne frühere Vorbilder sind.

zweiterbass

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Sonntag, 18. August 2013, 01:05

a priori handelt es sich aber um Violinwerke,

Was auch nicht bestritten wurde/wird.
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Felix Meritis

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Sonntag, 18. August 2013, 01:29

Als Hobbygeiger reagiere ich manchmal pikiert auf diverse Versuche von Lautenisten oder anderen Instrumentalisten die Violinsoli der Geige abspenstig zu machen. Ich weiß jetzt nicht, aus welchem Booklet Du zitiert hast, aber Einspielungen von BWV 1001 - 1006 auf Zupfinstrumenten gibt es ja einige. Auch ich habe eine, die mir durchaus gefällt. Was ich etwas zu kurz gegriffen finde, ist, dass immer nur auf die streng polyphonen Sätze verwiesen wird. Klar, hat da die Violine Probleme mit der Darstellung - was man übrigens mit einem speziell gearbeiteten Bogen beheben kann. Andererseits strotzen die Soli vor Passagen mit Legatobögen, die nur von einem Streichinstrument adäquat wiedergegeben werden können. Das sollte man auch mal erwähnen. Übrigens weist die von Bach eigenhändig transkribierte E-Dur Partita (so wie die anderen "Lautensuiten" ursprünglich für Lautenwerk, einer Art Cembalo, und nicht für Laute, wohlgemerkt) mit Abstand am wenigsten Kontrapunkt auf und ist ohne jegliche Einschränkung auf der Violine spielbar.

moderato

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130

Sonntag, 18. August 2013, 06:35

In Beitrag 61 erwähnt romeo&julia in ihrem kompetenten Vergleich verschiedener Aufnahmen Gordan Nikolic, der auf einer modernen Geige spielt.

Zitat "Fugenthema sehr tänzerisch ohne übertriebene Interpretation gespielt, Oberstimmen orientiert, ändert den Klang des Themas jedes Mal in der Fuge, sehr genau und grundsätzlich recht tänzerisch, flexibel in der Periodik. Spielt sehr punktiert und lotet die emotionalen Dimensionen gut aus, ungemein farbenreich mit wenig Vibrato."

Ich besitze diese, beim französischen Label Syrius 1998 erschienene, inzwischen leider nicht mehr erhältliche Aufnahme ebenfalls und schätze sie sehr. Sie zählt für mich, der einige Aufnahmen sein eigen nennen kann, zu den drei liebsten Einspielungen.

Das Unangestrengte, das der besondere Vorzug der Lautenfassung von Hopkinson Smith darstellt, überzeugt mich musikalisch. Puristen mögen eine solche Fassung ablehnen. Mich spricht die Gelassenheit an, die durch die Darstellung der gebrochenen Akkorde auf der Laute entsteht. Letztlich ist dies eine Frage des persönlichen Geschmacks, welcher Fassung, Violine oder Laute, man den Vorzug gibt.
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Felix Meritis

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Sonntag, 18. August 2013, 11:17

Puristen mögen eine solche Fassung ablehnen.
Sollte mit "Purist" ich gemeint sein, so kann ich gelassen auf folgende Sätze meiner beiden vorhergehenden Beiträge verweisen:

Zitat

Auch ich habe eine (Anm.: Transkription für Zupfinstrument), die mir durchaus gefällt.

Zitat

Es spricht nichts dagegen die Werke für andere Instrumente zu transkribieren

moderato

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132

Sonntag, 18. August 2013, 14:35

Lieber Felix Meritis

Der Ausdruck "Purist" war nicht auf deine Person gemünzt, sondern bezeichnet eine mögliche Sichtweise, die von mir nicht abwertend gedacht ist.
Purist ist in meiner Lesart ein Anhänger des Reinen. Zitat "Purismus (von französisch pur = rein, unvermischt, pur) bedeutet in der Ästhetik ein Schwergewicht auf dem Klaren, Genauen, Regelmäßigen, auch Unverfälschten." Es bezeichnet eine mögliche Haltung zu einem Werk der Kunst. Ob dies die einzig wahre ist, masse ich mir nicht an zu urteilen. In Bezug auf die "Sei solo a violino senza basso accompagnato" kann eine Transkription für Laute als Verfälschung der ursprünglichen Intentionen Bachs angesehen werden. Für mich als Hörer der Lautenfassung werden andere Aspekte des Notentextes eröffnet, die in der ursprünglichen Violinfassung in dieser Weise nicht möglich sind. (Ich besitze das Faksimile der Originalhandschrift und spiele zuweilen aus diesem Notentext.)
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Felix Meritis

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133

Sonntag, 18. August 2013, 14:51

Lieber Felix Meritis

Purist ist in meiner Lesart ein Anhänger des Reinen. Zitat "Purismus (von französisch pur = rein, unvermischt, pur) bedeutet in der Ästhetik ein Schwergewicht auf dem Klaren, Genauen, Regelmäßigen, auch Unverfälschten." Dies ist in keiner Weise abwertend sondern bezeichnet eine Haltung zu einem Werk der Kunst. Ob dies die einzig wahre ist, masse ich mir nicht an zu urteilen. In Bezug auf die "Sei solo a violino senza basso accompagnato" kann eine Transkription für Laute als Verfälschung der ursprünglichen Intentionen Bachs angesehen werden. Für mich als Hörer der Lautenfassung werden andere Aspekte des Notentextes eröffnet, die in der ursprünglichen Violinfassung in dieser Weise nicht möglich sind. (Ich besitze das Faksimile der Originalhandschrift und spiele zuweilen aus diesem Notentext.)
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Lieber Moderato,

mir ist schon klar, dass der Begriff "Purismus" nicht per se negativ konnotiert ist, allerdings hat sich doch im Laufe der Zeit der Nebengeschmack des "Pedantischen" oder "Verbohrten" eingeschlichen. Aber egal, ich fühle mich ohnehin nicht angesprochen, denn meine Einwände bezogen sich ausschließlich auf die Ausführungen des von Zweiterbass zitierten Lautenisten. Dieser ist mit seiner Werbung für seine Interpretation doch ein wenig über das Ziel hinausgeschossen, indem er die Violine "krankredet". Die Schwierigkeit mit der Violine mehrstimmigen Kontrapunkt wiederzugeben, ist unbestritten, aber die Soli bestehen eben nicht nur aus dichtem Kontrapunkt. In den Partiten findet man nur in der ersten und in der Chaconne der zweiten wirklich viel Mehrstimmigkeit. Die dritte liegt für einen erfahrenen Geiger wirklich gut in der Hand. Witzigerweise ist es gerade dieses Werk, das Bach am häufigsten transkribiert hat, denn das Präludium setzte er auch für Orgel und arbeitete es in einen Konzertsatz um, der die Ratswahlkantate BWV 29 eröffnet.

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Sonntag, 18. August 2013, 15:31

Eine Pointe der Werke könnte ja gerade die Realisierung kontrapunktischer Setzweise auf einem dazu nur begrenzt fähigen Instrument zu sein. Man sollte außer den vielen violintypischen Spielfiguren auch nicht unterschlagen, dass die meisten Hörer die Violine bei legato, kantablem und melodischem Spiel (was wider Erwarten in diesen Werken auch eine Rolle spielt...) einem Zupfinstrument für überlegen halten dürften.
Da Bach einige der Stücke selbst bearbeitet hat, wäre es sicher puristisch, das als "verboten" zu betrachten. Ich halte es aber auch für einigermaßen abwegig zu behaupten, die Stücke funktionierten in einer Transkription sogar besser.

Felix Meritis

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135

Sonntag, 18. August 2013, 15:40

Eine Pointe der Werke könnte ja gerade die Realisierung kontrapunktischer Setzweise auf einem dazu nur begrenzt fähigen Instrument zu sein. Man sollte außer den vielen violintypischen Spielfiguren auch nicht unterschlagen, dass die meisten Hörer die Violine bei legato, kantablem und melodischem Spiel (was wider Erwarten in diesen Werken auch eine Rolle spielt...) einem Zupfinstrument für überlegen halten dürften.
Da Bach einige der Stücke selbst bearbeitet hat, wäre es sicher puristisch, das als "verboten" zu betrachten. Ich halte es aber auch für einigermaßen abwegig zu behaupten, die Stücke funktionierten in einer Transkription sogar besser.

100% d'accord! Wie ich schon schrieb, lässt sich Legato und Kantabilität auf einer Violine ganz anders realisieren als auf einem Zupfinstrument. Die Bearbeitungen sehe ich als Bereicherung der Bach-Diskographie aber nicht als Ersatz für die Violine.

zweiterbass

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Sonntag, 18. August 2013, 22:31

Hallo m-mueller,

ich beziehe mich auf Deinen Beitrag Nr. 120 v. 22.01.2013 - BWV 1004 - gespielt und eingerichtet für Gitarre von Pepe Romero. (Ich habe die von Dir empfohlene CD schon lange – nur falsch einsortiert.)

P. Romero spielt technisch einwandfrei – im Vergleich zu H. Smith auch schneller, was auf einer Gitarre etwas einfacher sein dürfte im Vergleich zur Laute. Ich meine allerdings, wenn schon auf Zupfinstrument transkribiert, dann auf Laute mit nicht zu greifenden Basssaiten, sie passt besser zu Barockmusik. Beim Hörvergleich fiel mir auf, dass Romero in „d“ klingt, während Smith in „cis“. Ich nehme aber an, dass dies kein Fehler in der Transkription ist, sondern seine Laute in „alter Stimmung“ gestimmt ist, was ja auch passen würde. Ich vermute, wenn das Werk auf einer Violine aus dem 18.Jahrhundert mit der damals üblichen Stimmung gespielt wird, würde es in heutiger Stimmung auch in „cis“ klingen.

Viele Grüße
zweiterbass
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Theophilus

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Montag, 19. August 2013, 16:47

Da Bach einige der Stücke selbst bearbeitet hat, wäre es sicher puristisch, das als "verboten" zu betrachten.

Ja? ich würde das schlicht als falsch bezeichnen. Selbst der Purist kann Bach nicht überstimmen.

:hello:

Ciao

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m-mueller

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Montag, 19. August 2013, 23:55

Hallo Zweiterbass,

grundsätzlich möchte ich Dir zustimmen, daß Barockmusik auf Laute häufig genauso gut, wenn nicht besser klingt als auf Gitarre.

Für Romero trifft das m.E. nicht zu, er spielt die Chaconne so flüssig und leicht, so schwebend und elegant, daß ich bisher keine Interpretation - auch auf Laute nicht - gehört habe, die auch nur nahe kommt.

Im Vergleich zur Violine ist es ein anderes Stück, die Violine hat ihre eigenen Meriten, sie ist viel wilder und kratziger, aber für die einsame Insel oder wenn ich das Stück 20mal hintereinander hören sollte, würde ich Pepe einpacken.

Daß es in d-moll gespielt wird, obwohl d-moll damals anscheinend heute cis sein müßte, ist mir natürlich nicht aufgefallen....

Melante

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 19:04

Kammermusik muss nicht in einer Kammer aufgenommen sein.
Letzbor spielt großartig!
Nur ist es eine "Badezimmezimmeaufnahme", mit noch dazu vetrauschten Kanälen, grausig.
Dennoch: musikalisch eine Referenz!
Was der/die Tontechniker hier verzapft haben, ist mir ein Rätsel!
Mike
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Schneewittchen

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 21:22

Lieber Mike,
wie kann man bei einer Aufnahme mit Solo Violine heraushören,dass die Kanäle der CD vertauscht wurden?
Ich würde bei einem einzelnen Instrument wohl kaum merken, ob Stereo oder Mono aufgenommen.
mfG
Michael

Theophilus

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141

Donnerstag, 10. Oktober 2013, 02:34

Nur ist es eine "Badezimmezimmeaufnahme", mit noch dazu vetrauschten Kanälen, grausig.
Er hat in einem Interview ausgeführt, dass es ihm bei der Aufnahme darum ging, dass der Hörer zu Hause möglichst das gleiche Klangbild hat wie er beim Spielen. Es ist also das Gegenteil einer "Badezimmeraufnahme", nämlich extrem wenig Hall und Raumatmosphäre, extrem direkt im Klang (Badezimmer sind wegen der großen glatten und harten Flächen zumeist extrem hallig). Sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber klanglich keinesfalls "grausig".


Ich würde bei einem einzelnen Instrument wohl kaum merken, ob Stereo oder Mono aufgenommen.
Das mit den angeblich vertauschten Kanälen ist mir auch nicht klar. Allerdings stehen die wenigsten Geiger beim Spielen steif und ruhig da, so dass man zumeist an den Bewegungen des Instruments eine Stereo- von einer Mono-Aufnahme unterscheiden kann.

:hello:

Ciao

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142

Donnerstag, 10. Oktober 2013, 10:26

Er hat in einem Interview ausgeführt, dass es ihm bei der Aufnahme darum ging, dass der Hörer zu Hause möglichst das gleiche Klangbild hat wie er beim Spielen. Es ist also das Gegenteil einer "Badezimmeraufnahme", nämlich extrem wenig Hall und Raumatmosphäre, extrem direkt im Klang (Badezimmer sind wegen der großen glatten und harten Flächen zumeist extrem hallig). Sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber klanglich keinesfalls "grausig".

So ist es - genau das wollte Letzbor erreichen. Im CD-Booklet führt er detailliert aus, wie und warum er mit dem Tontechniker das vorliegende Resultat erarbeitet hat. Letzbor betont auch, dass nur diese "originalgetreue" Wiedergabe für ihn der Grund war, die Werke einzuspielen (von denen es ja bei Gott genug Aufnahmen gibt). Für mich ist diese Einspielung von epochaler Bedeutung. Bach zum Greifen, sozusagen. Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt!

Melante

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143

Donnerstag, 10. Oktober 2013, 17:23

...problematisch für mich, dass eben die Kanäle derart divergieren.
Mal ehrlich, die Violine ist ein kleines Instrument, das aufnahmetechnisch zu "trennen" in rechts und links eher zweifelhaft ist.
Wie gesagt: er spielt grandios, aber mit diesem phasenverschobenen Klang werde ich nicht warm.
Zur Ergänzung: Letzbor ist für mich einer der famosesten (Barock-)Geiger überhaupt! Keiner sonst bewältigt Biber wie er und versprüht auch noch Freude dabei.
Hier aber vergisst er, dass ein Zuhörer das Instrument anders hört als der Geiger. Für wen spielt er?
Für sich? Warum dann die Platte?! - Ganz böse formuliert.
Für den Zuhörer? Dann auch die Mikros bitte so, dass der was davon hat. Oder?

Mike
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zweiterbass

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Donnerstag, 16. Juli 2015, 22:21

Es wäre nun sehr interessant, wenn ... - und Alle die sich angesprochen fühlen - hier Stellung nehmen würden, wie sie die Lautenfasssung hören ob es für sie eine auch mögliche Form der Interpretation ist oder die Werke ihre Eigenart nur entfalten können in der Originalfassung von Bach.

Hallo,

nachdem auf mein Zitat kaum eine Reaktion kam, noch ein Beitrag von mir; es geht um BWV 1001




https://www.youtube.com/watch?v=kr2UzisjKk8
https://www.youtube.com/watch?v=4654R9fesEk

Was höre ich als Vor- bzw. Nachteile der Originalversion Violine gegenüber der Transkription (oder doch Bearbeitung) für Barocklaute; in diesem Fall für Barocklaute mit frei schwingenden, also nicht zu greifenden sondern nur zu zupfenden, Basssaiten.

Nachdem die Lautenversion 1 Oktave tiefer gespielt wird und wegen der noch tieferen Töne der Basssaiten spreche ich doch von einer Bearbeitung, wegen des sehr veränderten Klanges.
Wegen der Möglichkeit des Legatospiels der Violine (was die Laute im Klangeindruck nicht so kann), sind die Melodie- und Spannungsbögen besser zu hören, auch Dynamik und dramatischer Ausdruck liegen der Violine besser (die Violine hat m. E. die besseren Ausdrucksmöglichkeiten). Was die Harmonik betrifft, hat die Laute den Vorteil, dass mehrere Saiten gemeinsam angeschlagen besser klingen und die Saiten auch noch nachschwingen können, wenn sie nicht mehr bespielt werden; die Töne vom Saiten einer Violine verstummen, wenn die Saite/n nicht mehr gegriffen wird. Die Harmonik in der Originalversion für Violine muss daher z. T. hinzugedacht, -gehört werden, was durch die Durchgangsnoten und die teilweise zwei- und dreistimmigen Akkorde (vierstimmig wird’s schon sehr eng) an sich kein Problem ist; die Laute liefert’s meist aber mit und dazu ein einem sehr wohltönenden, warmen Klang, der nie spitz klingt. So ganz spurlos geht die vielse(a)itige Akkordarbeit am Lautenklang aber auch nicht vorbei.

Bach hat auch direkt für Laute komponiert (z.B. BWV 995) oder manche seiner Werke für Laute transkribiert, was die Bearbeitung für Barocklaute ebenfalls authentisch macht, ganz abgesehen davon, dass Bach für eine Reihe seiner Werke die Besetzung offen gelassen hat.

Wie so oft gibt es für beide Versionen Vor- und Nachteile; wenn ich Bachs Werke für Solovioline rational hören will, dann die Aufnahme mit Milstein, wenn emotional, dann ist zuerst die Laute am Zug.

Viele Grüße
zweiterbass


Nachsatz: Ich verwende diese Art von YouTube-Link, weil bei dessen Aufruf neben dem "Cover" auch die Infos gelesen werden können.
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Sonntag, 26. Juli 2015, 14:37

Nachtrag zum letzten Beitrag: Was ich zu BWV 1001 gepostet habe, gilt auch für die weiteren auf den beiden CDs zu hörenden Werke - in beiden Versionen sehr gut interpretiert.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

moderato

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Freitag, 31. Juli 2015, 19:12

Lieber zweiterbass

Ich kann mich deiner Meinung anschliessen. Sei es für Milstein in der Fassung für Violine, sei in der Hopkinschen Bearbeitung für Barocklaute, auf die ich in meinem Beitrag 103 hingewiesen hatte.

Liebe Tamino-Mitglieder, liebe Mitleser

Zuweilen fällt einem etwas zu. Diese Woche ist es mir im schweizerischen Poschiavo geschehen. Ich stehe vor der Auslage einer Drogerie und lese die Ankündigung einer Bach-Meditation. Freier Eintritt. Nachmittags von 14 bis 17 Uhr. Maya Homburger spielt auf der Barockvioline die Sonaten und Partiten BWV 1001-1006.



Ich besuche die Veranstaltung in der Kapelle des Osorium St. Anna und betrete den kleinen sakralen barocken Raum hinter den aufgereihten Totenschädeln, der gewöhnlich für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Das Rezital beginnt hinter dem Altar mit einer Improvisation zu Veni Creator Spirito, die Maya Homburger und ihr Ehemann, der Bassist Barry Guy geben. Ich höre gebannt zu. Unterbrochen wurden die bachschen Sonaten und Partiten mit kurzen Improvisationen des Bassisten und Stücken von Kurtag. Ein klug aufgebautes Programm, das die Musiker zusammengestellt haben. Das uneitle Spiel Maya Homburgers, ihre tadellose Technik auf der schwierig zu spielenden Barockvioline nehmen mich gefangen. Die Grosszügigkeit den Zuhörern ohne Entgelt diese Musik zu spielen hat mir gefallen. An dieser Stelle sei der Dank ausgesprochen.



Der unfassbare Geist Johann Sebastian Bachs, durch den eine Wahrheit eines Grösseren offenbar wird, gelangt mir in diesen Stunden ins Bewusstsein.

Einige Aufnahmen mit Barockviolinen wurden in diesem Thread bereits erwähnt. Es fehlt noch diese, in meiner Einschätzung vorzügliche Aufnahme Maya Homburgers der Sonaten und Partiten BWV 1001-1006. Zwischen die Sonaten und Partiten sind Improvisationen Barry Guys gesetzt, deren Titel auf Schmetterlinge Bezug nehmen: Inachis, Aglais, Lysandra. Für Maya Homburger sind diese Geschöpfe "Wunder und Spiritualität der Natur", die "gleichzeitig Farbe, zartes Berühren, Intensität symbolisieren."


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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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zweiterbass

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Sonntag, 2. August 2015, 23:56

Hallo moderato.
schön öfter habe ich gepostet, dass ich viele meiner Beiträge "für mich" schreibe, weil ich damit in Musik weiterkomme.

Ich gebe aber auch gerne zu, dass ich mich freue, wenn meinen Beiträgen zugestimmt wird.

Recht entmutigend ist es für mich allerdings, wenn mein Beitrag zu Johann Staden nur knapp 100x angeklickt wird und überhaupt keine Antwort kommt; dabei ist die Weltersteinspielung ganz hervorragend - das betrifft die Solisten, die Instrumentalensembles und besonders den Windsbacher Knabenchor unter Martin Lehmann und dessen interpretatorische Leistung.

Zuletzt - aber als Höhepunkt meines Lobliedes - die überragenden kompositorische Großtaten von Staden - seine mir bislang bekannten Werke können es mit jedem Komponisten der Barockzeit aufnehmen, z. T. sogar in den Schatten stellen.

Habe ich schlecht gepostet - wird es als Heimat-Tümelei (Staden/Nürnberg) gesehen?

Viele Grüße
zweiterbass
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