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Alfred_Schmidt

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31

Mittwoch, 25. März 2015, 19:04

HEFT 6 - Beitrag 1: Ludwig van Beethoven: Gesang der Mönche WoO 104

In Heft Nr 6 setzt Schumann auf große Namen. Er veröffentlicht ein (vermutlich) bisher ungedruckters Werk von Ludwig van Beethoven ohne Opuszahl. Der Text stammt von Friedrich von Schiller und ist seinem "Wilhelm Tell" entnommen.
Auch wenn das Stück nur eine Minute und vierzehn Sekunden lang dauert- es ist dennoch beeindruckend

Gesang der Mönche WoO 104

Rasch tritt der Tod den Menschen an,
es ist ihm keine Frist gegeben;
es stürzt ihn mitten aus der Bahn,
es reißt ihn fort vom vollen Leben.
Bereitet oder nicht, zu gehn,
er muß vor seinen Richter stehen!



mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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32

Freitag, 27. März 2015, 18:49

HEFT 6 - Beitrag 2: Franz Schubert: Chor der Engel D440

Schumann überlässt nichts dem Zufall. Er weiß genau welchen Komponisten und welches Werk er auswählt, wo er es letztlich placiert und welchen Effekt er damit erziehlt. Auf Ludwig vanBeethoven folgt folgerichtig Franz Schubert. Und - fast ironisch - auf den "Gesang der Mönche" folgt der "Chor der Engel" Alles - laut Schumanns Ankündigung - noch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in seinem Heft - bis dato ungedruckte Werke. Man wird sehen daß Schumann diesen Ansatz in Heft 6 konsequent weiterführen wird.

Chor der Engel

Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
Den die verderblichen,
Schleichenden, erblichen
Mängel unwanden.
Christ ist erstanden!


Der Test ist von Johann Wolfgang Goethe und stammt aus "Faust"

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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33

Sonntag, 29. März 2015, 23:14

HEFT 6 - Beitrag 3: Carl Maria von Weber: VI Fugetten op. 1

Ein weiterer prominenter Komponist des frühen 19. Jahrhunderts, Carl Maria von Weber (1786-1827), wird von Schumann in das Projekt seiner Zeitung eingebunden. Allerdings - ich entnehme diese Information dem Beiheft zur CD-Box - war dieses Werk bereits gedruckt wurden - widerspricht daher Schumanns selbst definiertem Anspruch, nur bisher ungedruckte Werke in der Sammlung zu haben. Man nimmt an, daß er von der bereits erfolgten Veröffentlichung nichts wusste.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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34

Montag, 30. März 2015, 23:19

HEFT 6 - Beitrag 4: Simon Sechter: Contrapunktische Studien I und II


Ich gestehe, daß ich den "Contrapunktischen Studien" von Simon Sechter (1788-1867), einem Schüler von Antonio Salieri, nur wenig abgewinnen kann. Er schrieb indes angeblich 8000 (!!!) Kompositionen, die meines Wissens heute alle vergessen sind. Bekannt ist er indes bis heute als Musiktheoretiker und Lehrer zahlreicher Berühmtheiten, von denen ich nur die bekanntesten hier erwähne:
Anton Bruckner, Adolf Henselt, Theodor Kullak, Franz Lachner, Teodor Leszetycki, Johann Rufinatscha, Franz Schubert, Sigismund Thalberg, Henri Vieuxtemps, Carl Zeller.
Sein Ruf als Lehrer war geradezu legendär - seine Kompositionen sind indes heute vergessen. Für Schumann war es sicher eine Frage der Reputation, ein Werk dieses berühmten Mannes in seiner Zeitung exklusikv abdrucken zu dürfen....
Damit schliesst der 6. Band der Beilagenhefte zu Schumanns Musikzeitung "Neue Zeitschrift für Musik" - weitere 10 Bände sollten noch folgen....
In einigen Tagen werde ich die nächsten Werke dieses Projekts vorstellen - wer zu den bisherigen etwas schreiben möchte - ist dazu herzlichst eingeladen....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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35

Dienstag, 7. April 2015, 23:45

HEFT 7 - Beitrag 1: Clara Wieck-Schumann: Andante und Allegro op 11/2 (Romanze)

Natürlich war es Schumanns Bestreben, neben seinen eigenen auch Werke seiner Frau in die Sonderhefte aufgenommen zu wissen. Clara dürfe dem einen gewissen passiven Widerstand geleistet haben, denn am 11. Februa 1838 schreibt Schumann in einem Brief an Clara: "Du mußt mir etwas componieren für die Zeitung, sonst, lass ich mich von Dir scheiden - hörst Du ?"
Solche, im Scherz geäusserten Ermahnungen folgen noch mehrfach in gewissen Abständen, Schumann ermuntert, bettelt, fleht, ist auch gelegentlich leicht entmutigt und verärgert. - aber bei Erscheinen des Heftes Nr 7 ist es endlich so weit.: Clara stellt ein ca 6 Minuten dauerndes Klavierstück: Andante und Allegro op 11 Nr 2 zu Verfügung.
Clara hat es nur mit Widerwillen geschrieben, sie zweifelt an ihren eigenenen Fähigkeiten als Komponistin,schämt sich sogar dafür, will es Schumann gar nicht zeigen (schließlich ist ihr bekannt welch unbarmherziger Kritiker er ist) Aber Schumann ist überglücklich, die "Romanze" - so heisst das Stück ursprünglich geht ohne Korrektur von seiten Schumann in Druck.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Donnerstag, 9. April 2015, 19:39

HEFT 7 - Beitrag 2: Anonym: Chor ais Ossians Gesängen

Warum Schuman gerade dieses anonyme Werk seiner Sammlung einverleibte wird zumindest mir ein Rätsel bleiben, wenngleich hier musikalisch der Geist der Romantik beschworen wird - ein wenig erinnert das Musikstück schon an den berühmten Jägerchor aus Webers "Freischütz" :untertauch: :stumm:
Interessant auch, daß der Text ursprünglich als keltische Gesänge aus dem 8. Jahrhundert galten. Auch Goethe war davon Fasiniert und liess in seinen "Leiden des jungen Werher" den Titelhelden das Original lesen und teilweise übersetzen.
Erst Jahre nach Goethes Tod war man in der Lage zu beweisen, daß es sich bei diesen angeblichen Gesängen eines Barden namens Ossian um eine Fälschung handelte, ein schottischer Schriftsteller namens James Macpherson (1736-1796) hatte sie selbst verfasst....

mfg aus Wien
Alfred

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Sonntag, 12. April 2015, 19:01

HEFT 7 - Beitrag 3: Carl Koßmaly: "Mein erster Gedanke"

Carl Koßmaly (1812-1893) war ein deutscher Komponist und Musikschriftsteller, der heute weitgehend vergessen ist. Er studierte unter anderem bei Zelter und verfasste einige Bücher zum Thema klassische Musik. Zudem war er ein sehr engagierter Mitarbeiter von Schumanns "Neuer Zeitschrift für Musik" Schumann bot ihm sogar die Nachfolge als Chefredakteur seiner Zeitung an.
Im Rahmen meiner kurzen Recherche ist es mir nicht gelungen festzuustellen, was Koßmaly ausser Liedern noch komponiert hatte. Wir hören indes als 3. Beitrag des Heftes Nr 7 eines seiner Lieder mit dem Titel "Liebessehnen"auf einen Text von König Ludwig I von Bayern. Wie man sieht, verwendete Schumann für sein Beilagenheft gern Kompositionen von Leuten aus seinem Bekannten- und Freundeskreis, sowie aus Familie und Zeitungsredaktion.....

Liebessehnen

Mein erster Gedanke,
Mein letzter Gedanke,
Geliebte, bist du;
Wenn ich erwache,
Wenn ich entschlummre,
Gedenke ich dein.

Von dir kaum geschieden,
Verlangt es mich sehnend
Von Neuem zurück;
Ich zähle die Stunden
Mit heißem Verlangen
Dich wiederzusehn.

Es dränget die Seele
Zur glücklichen Nähe,
Ich eile zu dir;
Wenn ich dich gefunden,
So bin ich beseligt,
Im Himmel schon hier!


mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Dienstag, 2. Juni 2015, 17:07

HEFT 7 - Beitrag 4: Johann Sebastian Bach: Fuge in e-moll BWV 545

Warum Schumann immer wieder Bach in seine Sammlung einbringt, darüber ließe sich trefflich spekulieren. Vermutlich wollte er eine Verbindung zwischen einem der bedeutendsten deutschen Komponisten und den in seiner Sammlung enthaltenen Zeitgenossen herstellen - vorzugsweise natürlich mit sich selbst. Pikanterweise finden wir im - übrigens vorzüglichen - Booklet zu dieser CD-Edition von cpo im Rahmen einer Fußnote den Hinweis. daß im Falle von BWV 545 die Autorenschaft Bachs keineswegs als gesichert anzusehen ist....

mfg aus Wien
Alfred

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Mittwoch, 3. Juni 2015, 02:57

HEFT 8 - Beitrag 1: Johann Sebastian Bach: Choralvorspiel: Ich ruf zu Dir BWV 639

Und wieder ein Stück von Bach. Diesmal ein fast dreiminütiges Orgeslstück. Die Verfasserin des Booklets zu der hier vorgestellten Box, die das gesamte Projekt enthält, geht davon aus, daß Schumann Bach mehr oder weniger als Beginn deutscher Komponistenkultur aufzeigen will, und ihn deshalb so oft in die Sammlung einbaut (Weitere kurze Stücke werden bald folgen) Ich bin hier nüchterner in meiner Betrachtung. Vermutlich wurde Bach immer dann als (luxuriöser !) "Lückenbüsser" herangezogen und in das Projekt eingefügt, wenn sich gerade kein einigermaßen respektabler Komponist für die jeweilige Auflage finden ließ. Man darf ja nicht ausser acht lassen, daß Schumann damals noch nichtso berühmt war wie heute- und es vermutlich viele Absagen gab.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Mittwoch, 3. Juni 2015, 19:53

HEFT 8 - Beitrag 2: Franz Schubert: Andante in c-moll aus Klaviersonate D 840

Meine Vermutung scheint sich zu bestätigen: Schumann dürfte Nachschubprobleme mit Beiträgen von Zeitgenossnfür seine Edition gehabt haben. Wiederum ein bereits verstorbener Komponist, wenn auch zeitlich näher an den damaligen Zeitgenossen. Es hndelt sich um das Andante aus Schuberts Klaviersonate D 840. Ein musikalisch wertvolles Stück - ohne Zweifel. Aber für uns, die wir auf Entdeckungssuche fast unbekannter Komponisten des 19. Jahrhunderts gehen wollen - eher unergiebig...

mfg aus Wien
Alfred

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Donnerstag, 4. Juni 2015, 18:43

HEFT 8 - Beitrag 3: Adolph Henselt Romanze in cis moll

Endlich wieder ein Zeitgenosse Schumanns. Noch dazu einer, der zu Lebzeiten höchste Anerkennung genoss. Seine Kompositione begeisteten sowohl Robert Schumann als auch Franz Liszt. Besondere Auffmerksamkeit erregte indes sein Klavierspiel, das ihm 1838 den Titel eines "kaiserlichen Hofpianisten" der Zarin - und weitere Titel eintrug, bis er 1876 in Russland geadelt wurde. Die Romanze - offenbar wegen ihrer Kürze (ca 55 Sekunden) - trägt keine Opuszahl - ist an dieser Stelle der dritte musikalische Beitrag. Sehr angenehm zu hören, aber keine epochale Komposition....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Montag, 8. Juni 2015, 22:54

HEFT 8 - Beitrag 4: Robert Schumann: Fragment ("Intermezzo" op 26 Nr 4)

Ein ungestümes Stück, das Schumann aus eigener Feder hier ins Rennen wirft. Und wieder ist es ein Fragment - nicht schlecht, aber auch nicht erste Wahl. Das Projekt scheint sich zu diesem Zeitpunkt in einer Krise befunden zu haben. Schumann meistert sie routiniert. Dem Heft 8 sind 5 Beiträge zugeordnet, wobei Schumann wieder einen Sprung in die Vergangenheit tun wird...
mfg aus Wien
Alfred

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Dienstag, 9. Juni 2015, 21:58

HEFT 8 - Beitrag 5: Johann Sebastian Bach: Choralvorspiel: Das alte Jahr BWV 614

Wiederum - wie schon in Beitrag 1 dieses Heftes bedient sich Schumann eines Choralvorspiels aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach. "Das alte Jahr" BWV 614 - es ist eines der ausgeführten 46 Orgelwerke von ursprünglich geplanten 164. Aber wie so oft bei Mammutprojekten der Fall: Man plant voll Begeisterung - nach bestem Wissen und Gewissen - wird aber dann von äusseren Einflüssen oder Mangel an Energie von der Ausführung abgehalten. Schön, daß es Bach nicht besser erging als uns normalen Sterblichen...... Derzeit läuft übrigens ein Projekt das unkomplette "Orgelbüchlein" von zeitgenössischen Komponisten komplettieren zu lassen - IMO eine Schnapsidee !!!

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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44

Mittwoch, 10. Juni 2015, 19:12

HEFT 9 - Beitrag 1: Julie von Webenau: Eigne Bahn

Mit Heft 9 sind wir im Jahr 1840 angelangt. Endlich wird es wieder - zumindest für mich - interessant. Julie von Webenau, geborene Baroni-Cavalcabo (1813-1887) ist hier mit einem Chorstück vertreten, dessen Text vom österreichischen Lyriker Johann Nepomuk Vogl (1802-1866) stammt.

Lasst mich wandern meine Straße
unbeirrt wohin es sei.
Ob ich liebe, ob ich hasse
ist ja doch Euch einerlei

Ob mein Pfad, umhängt von Schauern,
ob er Bblumenreich und licht
Ach ! Nur raten und bedauern,
aber helfen könnt Ihr nicht

Drum wohin ich auch mich wende,
kümmert Euch darnach nicht viel.
Denkt, es findet doch am Ende
alles sich an einem Ziel.


Eigentlich schade, daß dieses Lied das einzige ist, welches derzeit von dieser Komponistin auf Tonträger erhältlich ist. Sie gehörte zum Bekanntenkreis Schumanns, der sie sehr geschätzt hat...

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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45

Freitag, 26. Juni 2015, 22:48

HEFT 9 - Beitrag 2: Ferdinand von Hiller: Die Rheinmöve

Als zweiten Beitrag im Heft 9 verwendet Schumann ein Lied von Ferdinand Hiller (1811-1885) auf einen anonymen Text. Hiller war zu Lebzeiten hoch angesehen und war mit zahlreichen Komponisten und Literaten seiner Zeit bekann oder befreundet, darunter Clara und Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Gioachino Rossini, Franz Liszt und Frederic Chopin. Letzterer widmet Hiller seine Nocturnes.

Die Rheinmöve:

Du seliger Vogel in der Luft
schwebst über dem mächtigen Rhein
Du folgst der Stimme, die dich ruft
und Land und Mehr ist dein...

Dich lockt der nahende Strom hinaus
Dich reizt der Wolken Gestalt
Und des Windes Stimm und der Wetter Btaus
ziehn Dich fort mit Zaubergewalt

Dort oben ist es dumpf und schwül
da kämpft ein arger Drang
Dort unten fliesset rein und kühl
der Rhein sein Leben lang.....


..und zwei weitere Strophen.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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46

Dienstag, 4. August 2015, 21:43

HEFT 9 - Beitrag 3: Robert Schumann : Hauptmanns Weib

Die dritte Nummer in Heft 9 wird von Schumann selbst bestritten - eigentlich unüblich, denn Schumann placiert seine eigenen Kompositionen strategisch richtig zumeist am Ende des Heftes. Das Geheimnis werden wir bei der nächsten Nummer lüften. Hier wird ein eher kurzes Lied abgedruckt: "Hauptmanns Frau" aus Myrthen op 25 Nr 19 nach einem Text von Robert Burns (1759-1796)


Hoch zu Pferd !
Stahl auf zartem Leibe
Helm und Schwert
ziemen Hauptmanns Weibe

Tönet Trommelschlag
unter Pulverdampf
siehst Du blutgen Tag
und Dein Lieb im Kampf

Schlagen wir den Feind
küssest Du den Gatten
wohnst mit ihm vereint
in des Friedens Schatten

...........
Wenn man bedenkt welch unerbittlicher Kritiker Schumann war, so muß einen die Auswahl mancher seiner Texte schon sehr wundern...
na ja....

mfg aus Wien
Alfred


PS: Um das Hineinhören in die einzelenen Stücke zu erleichtern habe ich das entsprechende Cover erneut eingestellt

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Mittwoch, 24. Februar 2016, 22:18

HEFT 9 - Beitrag 4: Robert Schumann : Weit, weit !

Als ich diesen Thread startete, hatte ich drei Befürchtungen:
a) er könnte schnell verpuffen, im Sinne schnell beendet sein, Schumanns Werk binnen 2 Monaten "abgearbeitet"
b) die CD-Box könne schnell ausverkauft sein, und potentielle Interessenten könnte sie nicht mehr erwerben
c) das Interesse an diesem Thread könnte gering sein.

Nun - zumindest in den Punkten a und b waren meine Befürchtungen grundlos.

Somit setze ich nach mehrmonatiger Pause den Thread fort,

Ich hatte im vorigen Beitrag versprochen, das Rätsel zu lösen, warum Schumann ein eigenes Werk in die Mitte des Heftes stellte, wo er doch seine eigenen Kompositionen - strategisch richtig - sonst immer ans Ende eines Heftes positioniert.
Nun - das tut er auch diesmal, sowohl der 3. als auch der 4. Beitrag stammen aus seiner Feder.
Auch dieser Beitrag nr 4 ist "Myrthen" entnommen, als Textdichter fungiert wieder Robert Burns (1759-1796)

Weit, Weit !

Wie kann ich froh und munter sein
und flink mich drehn bei meinem Leid?
Der schmucke Junge der mich liebt
Ist über die Berg weit, weit !

Was kümmert mich des Winters Frostm
und ob es draußen stürmt und schneit?
Im Auge blinkt die Träne mir,
denk ich an ihn der weit, weit !

Er hat die Handschuh mir geschenkt,
das bunte Tuch, dad seidne Kleid.
Doch er, dems ich zur Ehre trag,
ist über die Berge weit, weit !


mfg aus Wien
Alfred

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Sonntag, 28. Februar 2016, 22:38

HEFT 10 - Beitrag 1: Johann Sebastian Bach: Choralvorspiel: Durch Adams Fall ist ganz verderbt" BWV 637

Bis dato hat dieser Thread 1981 Seitenaufrufe - das ist für ein derartiges Spezialthema gar nicht so schlecht.
In Heft 10 hat Schumann den ersten Beitrag Johann Sebastian Bach gewidmet. Auch wenn das Choralvorspiel "Durch Adams Fall ist ganz verderbt" BWV 637 weniger als 2 Minuten dauert, so erreicht Schumann doch sein angestrebtes Ziel: Einerseits Bachs Bedeutung besonders hervorzuheben, ihn bei den Musikfreunden im Gedächtnis zu halten und gleichzeitig auf die Kontinuität hinzuweisen, und sich selbst und seine befreundeten Musiker.Zeitgenossen als legitime "Nachfahren" darzustellen.

mir freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Montag, 29. Februar 2016, 19:34

HEFT 10 - Beitrag 2: Wilhelm Taubert: Präludium in A.dur

Bei Beitrag 2 handelt es sich um ein kurzes aber sehr angenehm zu hörendes Klavierstück von Wilhelm Taubert (1811-1891)

Taubert war Pianist, Komponist. Pädagoge und Dirigent.
Er schrieb Operm, Sinfonien. Streichquartette. diverse andere Kammermusik und über 300 Lieder.
Derzeit sind so gut wie keine Aufnahmen von Wilhelm Taubert verfügbar. Lediglich die zwei Klavierkonzerte auf der hier abgebildeten CD aus der hyperion Serie "The Romantic Piano Concerto" sind im Handel.

Mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Dienstag, 1. März 2016, 22:07

HEFT 10 - Beitrag 3: Stephen Heller

Der dritte Beitrag in diesem Heft wird von Stephen Heller (1813-1888) bestritten.Das hier veröffentlichte kurze Charakterstück Toccatina op 17 Nr 7 ist gewissermaßen ein Heimspiel für den Komponisten, dessen Tonsprache sich ohnedies relatv stark an Schumann und Mendelssohn orientierte. Hellers Kompositionem sind meist kürzere Stücke für Klavier.......
Vermutlich wird mir fast jedermann beipflichten, wenn ich drauf hinweise, daß Hellers Stücke weit unterschätzt sind.
Allmählich indes holt man seine Werke wieder hervor und es gibt auch einige Aufnahmen,,,,,,

mit freundlichen Grüßen
aus Wien
Alfred

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Sonntag, 6. März 2016, 15:51

HEFT 10 - Beitrag 4: Johannes Verhulst - Notturno

Johannes Verhulst (1816-1891) war ein niederländischer Dirigent und Komponist. Hört man sein "Notturno" so komme man ihn für ein Werl "reinsten Wassers" von Robert Schumann halten. In der Tat ist Verhulsts Tonsprache jener von Schumann und Mendelssohn verpflichtet. Mit letzterem war er übrigens persönlich befreundet und darüber hinaus gehörte der dem Kreis der "Davidsbündler" an. 1842 Das wurde er zum Hofmusikdirektor ernannt
Das Ouvre Verhulsts ist nicht sehr umfangreich, etwa 45 Werke, darunter eine Sinfonie, drei Streichquartette und etliche Lieder
Ungeachtet dessen, dass er heute nur mehr wenigen bekannt ist, so zählt er doch zu den bedeutensdsten Komponisten der Niederlande.

mit freundkichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Montag, 14. März 2016, 21:39

HEFT 10 - Beitrag 5: Robert Schumann: Fughette op 32 Nr 4

Strategisch völlig richtig schliesst Robert Schumann das Heft Nr 5 mit einem eigenen Beitrag ab, der Fughette op 32 Nr 4.
Nicht unbedingt ein Meilenstein, aber waschechter Schumann, So bleibt man doch ein wenig im Gedächtnis des Publikums, obwohl die Miniatur lediglich eine Minute und 21 Sekunden lang dauert.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Freitag, 18. März 2016, 01:40

HEFT 11 - Beitrag 1: Adolph Henselt: Der Dombau

Heft 11 enthält durchwegs Vokal, bzw Chormusik: Ich gestehe, daß ich mit dieser Art von Musik (a Capella Chor) im Allgemeinen - aber hier auch im Speziellen wenig abfangen kann. Aber natürlich entspricht die Auswahl dem Zeitgeist der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eigenartig. Loewe Balladen haben mich immer begeistert, Schubertlieder sowieso......

Henselts Lied "Der Dombau" nach einem Text von Anton Wilhelm vonZuccamaglio (Pseudonym: Wilhem von Waldbrühl 1802-1869) lässt mich indes nicht nur kalt, ich empfinde es eigenartig schematisch und musikalisch langweilig.
Auch textlich kein wirklicher Geistesblitz. Das Lied handelt von der Vollendung des Kölner Doms und ist pathetisch angelegt.

Na ja - zumindest eine Kostprobe will ich hier bieten

Zu Köllen wo vom breiten Strom
Der Wellengruß erklingt
da steht ein stolzer alter Dom
der nach Vollendung ringt

die Zeit sie winkt, die Zeit verfliegt,
das Werk noch stets im Werden liegt.
Heil dem, der es zu Ende fügt
dem dieser Turm gelingt
Wann kommt der Meister
Hält die Schau vollendet diesen Bau

---ich glaube das sollte genügen.

mfg aus Wien
Alfred

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Mittwoch, 11. Januar 2017, 22:06

HEFT 11 - Beitrag 2: Carl Koßmaly: Von Dir so ferne

Nach einer 10 monatigen Pause setze ich dieses Projekt der "Sammlung von Musikstücken alter und neuer Zeit " fort. Beitrag Nr 2 aus Heft 11 stammt vom deutschen Komponisten Carl Koßmaly (1812-1893) und außerdem Mitbegründer und Autor der "Neuen Zeitschrift für Musik", in der diese Notenabdrucke erfolgten. Koßmaly komponiert sein knapp 2 Minuten dauerndes musikalisches Kleinod auf Worte von Wilhelm Rückert (1788-1866), der jedem Musikfreund zumindest durch Gustav Mahlers "Kindertodtenlieder" bekannt sein dürfte.

Von Dir so ferne

Ach, dass ich muss so ferne stehn
Du meine Einzige von Dir
O lass mich doch nicht unter gehn.
Dies heisse Sehnen o still es mir



mfg aus Wien
Alfred

clck 3568

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Sonntag, 5. März 2017, 19:13

HEFT 11 - Beitrag 3: Friedrich Hieronymus Truhn: An die Kunstgenossen

Hieronymus Truhn (1811-1886) war ein Deutscher Komponist, Dirigent und Musikschriftsteller

Der Zelter-Schüler machte sich besonders ums Chorlied verdient, er gründete beispielsweise in Berlin die "Neue Liedertafel". Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist er in diversen Musikzeitschriften aktiv, unter anderm auch in Robert Schumanns "Neue Zeitschrift für Musik", wo auch dieses zweiminütige Chorstück nach einem Text von Johann Ludwig Deinhardtstein (1794-1859). abgedruckt wurde.
Mir ist nicht ganz klar ob Schumann seine Redakteure "belohnte", indem er Kompositionen von ihnen abruchte, oder ob er sie mit sanftem Druck dazu verpflichtete. Ich persönlich tippe auf Zweiteres....

An die Kunstgenossen

Ausgehalten! Ausgehalten !
Kämpft sie nieder die Gewalten
die Euch feindlich keck umflechten
nicht ein Haarbreit weicht vom Rechten
Lasst Euch nicht den Sinn verrücken
wenn sie höhnen, Beifall nicken
Narren tadeln, Narren loben
hat kein Sandkorn noch verschoben

Ohne Wanken, ohne Zagen,
was wir können lasst uns wagen
Nimmer in die Nacht versenken
was wir wollen, was wir denken
Guter Sinn zeugt gute Thaten
ob sie manchmal kaun gerathen
Auf dem Wege straucheln Alle
hütet Euch nur vor dem Falle

Ob sie zweifeln oder dräuen
Achselzucken oder schreien
Fort zum Ziel hin unverdrossen
Wackre muthge Kunstgenossen
Fort nur Fort! So wirds gelingen
Und Ihr müsst den Kranz erringen
wird eruns auch nicht zum Tage
Abends doch am Sarkophage


Na ja - Jedenfalls ist die Komposition besser als das Gedicht.
Ob den Stumpsinn wenigstens die Zeigenossen - äh Kunstgenossen verstanden haben ?
Ich glaube nicht....

PS: Soeben lese ich daß Deinhardstein aus Wien stammt und österreichischer Schriftsteller, Literaturkritiker, Dramaturg und Hofbeamter war. In diesem Falle nehme ich das vorher gesagte zurück und gehe davon aus, daß es ein genialer Text ist, den ich lediglich nicht verstanden habe. Freudig stimme ich in den Chor mit ein: "Ausgehalten! Ausgehalten !
Kämpft sie nieder die Gewalten !!!"

Es ist wichtig, daß man Flagge zeigt
mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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56

Dienstag, 13. Juni 2017, 01:20

HEFT 11 - Beitrag 4: Robert Schumann: Ratlose Liebe op 33 Nr 5

Scheinbar ist das Interesse an dieser Sammlung eher gering, die eben doch auf den Geschmsck de Publikumd des frühen 19, Jahrhunderts zurechtgeschnitten war und auch damals GRATIS als vierteljärliches Geschenk an die Abonnenten von Schumanns Musikzeitung gegeben wurde, denn jpc hat den Preis erneut gesenkt und bitet jetzt die gesamte 3CD Box um 2.99 Euro an. Ich persönklich habe deb Kauf dieser historisch interessanten Sammlung nie bereut und hätte eigentlich das Interesse daran höher eingeschätzt.

Wie so oft beendet Schumann auch Heft 11 mit einem kurzen Beitrag von sich selbst. op 33 Nr 5

nach einem Gedicht von Johann Wolfgang Goethe
Auf der CD wird das äiusserst kunstvoll mehrstimmig dargeboten, dem Abonnenten wurden nur die Noten überlassen


Rastlose Liebe


Dem Schnee, dem Regen,
Dem Wind entgegen,
Im Dampf der Klüfte,
Durch Nebeldüfte,
Immer zu! Immer zu!
Ohne Rast und Ruh'!

Lieber durch Leiden
Möcht' ich mich schlagen,
Als so viel Freuden
Des Lebens ertragen.
Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!

Wie soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens!
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh',
Liebe, bist Du!


mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

EDIT:
Wowwwww. Ich scheine mich geirrt zu haben was das Interesse an diesem Thread betrifft:
5538 !! Seitenauf rufe. Auch wenn man die kange Laufzeit diese Threads mit einbezieht, so ist das Ergebnis in Anbetracht des spezifischen Themas geradezu GIGANTISCH !!

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