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Alfred_Schmidt

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1

Sonntag, 3. Mai 2009, 16:19

Österreichische Pianisten der Gegenwart

Liebe Forianer,

Wem sind Namen wie Paul Badura-Skoda, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, Jörg Demus, Friedrich Gulda, Ingrid Haebler, Walter Klien, Artur Schnabel kein Begriff ?

Sie alle prägen bis heute den Begriff "Pianist aus Österreich" nachhaltiig.
Einige sind leider bereits verstorben, andere haben die Karriere bereits beendet, andere sind noch immer aktiv und erfolgreich.

Rudolf Buchbinder gehört eigentlich nicht in diese Liste, er ist gemessen an den anderen geradezu ein "Jüngling" - aber er passt dennoch hinein, denn er ist bereits ein Klassiker - sein Ruhm ist den genannten ebenbürtig.

Aber es gibt auch eine "Neue" Pianistengeneration, die sich unter "österreichischer Flagge" in internationalen Gewässern behauptet, ja bei bestimmtem Repertoire geradezu unverzichtbar ist.

Gesucht werden also österreichische Pianisten, die HEUTE entweder am Zenith ihrer Karriere stehen oder aber est vor kurzem durch irgendwelche Konzerte oder (noch besser) Tonaufnahmen von sich reden machten, bzw sich am Tonträgermarkt behaupteteten.

Wenn ich HEUTE schreibe, dann meine ich Namen die binnen der letzten 20-25 Jahre erstmals auftauchten und heute wenigstens im Bewusstsein der Klavierspezilalisten verankert sind. und von denen wenigstens 2 Einspielunge am Tonträgermarkt vorliegen.

Den interessantesten könnten wir anschliessend eigene Threads widmen, daher hier nur ein kurzes subjektives Statement - und eine Hinweis auf eine oder zwei Aufnahmen....

Deas Thema ist eröffnet

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Operngernhörer

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2

Samstag, 16. Mai 2009, 21:58

Liebe Taminos !

An dieser Stelle möchte ich als Klavierduo die Brüder Eduard und Johannes Kutrowatz nennen, deren Name mir in den Klavierthreads noch nicht aufgefallen ist.

Einen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeiten bilden Recherchen zur Entdeckung und Aufführung bisher nicht berücksichtigter Originalliteratur für 2 Klaviere und Klavier zu 4 Händen.

Ich schätze nicht nur die Schuberteinspielungen sondern auch die von Franz Liszt. Die Aufnahme der Ungarischen Rhapsodie Nr.2 für Klavier zu vier Händen gehört zu meinen absoluten Lieblingsstücken an diesen Instrument. Es wird mit Schwung und Freude gespielt, wie man sie nicht oft hört. Empfehlenswert ! :jubel:

Euer Operngernhörer :hello:
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Alfred_Schmidt

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3

Samstag, 16. Mai 2009, 23:21

Es wird ja wohl niemanden hier wundern, wenn mein Erster Kandidat der Grazer Pianist Markus Schirmer ist, ein Rudolf Kehrer-Schüler, der aber auch bei Paul Badura-Skoda und anderen studiert hat.

Neben seiner Pianistenkarriere ist er Jurior bei diversen Wettbewerben und Professor an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz.

Sein Lieblingskomponist ist Franz Schubert, aber sein Repertoire umfasst Werke aller Komponisten der Wiener Klassik - und darüber hinaus

.

.

Markus Schirmer ist längst über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt,
in Sachen Tonaufnahmen gilt: Klasse statt Masse....
Aus meiner Sicht zählt der zu den bedeutendssten österreichischen Pianisten, die heutzutage auch live zu hören sind....

mfg aus Wien

Alfred

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Alfred_Schmidt

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4

Samstag, 6. Juni 2009, 20:17

Heute stelle ich einen weiterne Pianisten aus Österreich vor, es ist der 1965 in Wien geborene Stafan Vladar. 1985 Gewann er den internationalen Beethoven-Klavierwettbewerb in Wien.

Allgemein bekannt wurde er durch die Einspielungen der Beethoven Klavierkonzerte (1988 ) für naxos. Heute ist er aus dem internationalen Konzertleben nicht mehr wegzudenken, und speziell in Wien geniesst er hohes Ansehen, seine Konzerte im Wiener Musikverein sind regelmäßig ausverkauft.

.
.

Zu seinem Kernrepertoire zählt die Wiener Klassik, Robert Schumann und Johannes Brahms.

Eine Empfehlung von mir persönlich:
Hört in den dritten Satz des Kllavierkonzerts Nr 21 von Mozart hinein*, da bekommt ihr ein gutes Beispiel, daß man Mozart sehr wohl mit Attacke spielen kann, ohne daß es schrill und unangenehm klingt.
Auf dieser Aufnahme für Harmonia mundi spielt Vladar den Solopart und dirigiert von Klavier aus die Camerata Academica Salzburg.

mfg aus Wien

Alfred

*einfach Cover anklicken und dann den entsprechenden Track wählen...

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uhlmann

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5

Sonntag, 7. Juni 2009, 16:05

stefan vladar ist übrigens auch erfolgreich als dirigent tätig. er ist chef des wiener kammerorchesters und künstlerischer leiter der stiftskonzerte st.florian.

6

Dienstag, 9. Juni 2009, 10:55

Till Fellner, Barbara Moser, Paul Gulda

Auf keinen Fall übersehen werden sollte hier der 1972 in Wien geborene Till Fellner, der neben Bach-Aufnahmen unter anderem auch die selten zu hörende Klaviersonate b-moll von Julius Reubke (1834-1858 ) eingespielt hat:



Die 1970 in Wien geborene Barbara Moser ist unter anderem mit einer CD mit Liszt-Klavierstücken nach Liedern von Schubert zu nennen:



Und der 1961 geborene Paul Gulda ist beileibe nicht nur "der Sohn von Friedrich". Vor allem als Kammermusiker, etwa in der Zusammenarbeit mit dem Hagen Quartett, würde ich ihn hier gerne auch nennen. Zum Beispiel mit den Werken für Viola und Klavier von Johannes Brahms



oder mit dem Klavierquintett von Schumann:

Freundlicher Gruß
Alexander

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7

Dienstag, 9. Juni 2009, 11:38

RE: Till Fellner, Barbara Moser, Paul Gulda

Zitat

Original von Alexander_Kinsky

Und der 1961 geborene Paul Gulda ist beileibe nicht nur "der Sohn von Friedrich".

oder mit dem Klavierquintett von Schumann:



Das ist eine grandiose CD, mit einer außerordentlich feurigen Interpretation des Quintetts (das Quartett ist auch sehr gut). Schade nur, daß auf dieser (oder der mit den restlichen Quartetten) nicht noch das unterschätzte Klavierquartett untergebracht wurde (wäre angesichts der recht kurzen Spieldauern möglich gewesen).

Ich meine, Rico Gulda, der jüngere Bruder (aus späterer Ehe) hätte auch einige Aufnahmen vorgelegt; gehört habe ich davon aber keine...
(und ich nehme mal an, Hinterhuber ist ebenfalls ein jüngerer österreichischer Pianist.)



JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Alfred_Schmidt

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8

Sonntag, 21. Februar 2010, 22:59

Und wieder Stefan Vladar

Das Wiener Tonträgerlabel "PREISER RECORDS VIENNA" hat sich offenbar am Erfolg anderer Kleinlabels orientiert und nimmt wieder klassisches Repertoire auf.

Ich war sehr überrascht, als ich - durch einen Zufall - sah, daß gleich DREI Neuerscheinungen mit dem rennommierten Wiener Pianisten Stefan Vladar (er wurde weiter oben im Thread schon erwähnt) veröffentlicht wurden.

Für eine Hörprobe war die Zeit zu kurz, Rezensionen werden in absehbarer Zeit folgen.
Es gibt jedoch glücklicherweise wieder jpc Hörproben
Einfach die Label anklicken....

.




mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

William B.A.

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9

Dienstag, 23. Februar 2010, 22:42

RE: Österreichische Pianisten der Gegenwart

Interessant ist ja, wie ich mal gelesen habe, dass Badura-Skoda, Brendel, Gulda, Klien, Demus und Ingrid Haebler alle um 1930 herum geboren sind (Zufall?)
Ich würde Buchbinder auch in dieser Reihe sehen, aber auch Till Fellner, zumal die beiden die einzigen sind, die ich außer Alfred Brendel (insgesamt neunmal) auch schon je dreimal im Konzert erleben durfte, und wenn sie nicht derartig gut wären, hätte ich sie nur einmal gesehen.
Aufnahmen habe ich von Brendel (ganz viele), Gulda (etliche), Demus (mehrere Aufnahmen als Liedbegleiter von Fischer-Dieskau) und Inrid Haebler (die frühen Mozartkonzerte). Ich würde auch noch gern die Schubertsonaten von Walter Klien erwerben, die sollen ja außergewöhnlich sein.

Liebe Grüße

Willi
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Alfred_Schmidt

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10

Dienstag, 23. Februar 2010, 23:04

Zitat

Interessant ist ja, wie ich mal gelesen habe, dass Badura-Skoda, Brendel, Gulda, Klien, Demus und Ingrid Haebler alle um 1930 herum geboren sind (Zufall?)


Wie mans nimmt. Die besondere Vorrangstellung dieser Pianisten geht ja nicht nur auf ihre besonderen Leistungen zurück (die unbestritten sind !!) sondern auch auf die Tatsache dass diese Generation zur ersten zählte, deren Zenith ziemlich genau in den Beginn des Stereozeitalters fiel. Die Namen sind bekannt, die Aufnahmen sind (zumindest teilweise) verfügbar, es sind Legenden.

Für ein relativ kleines Land wie Österreich ist, der Output an international bekannten Pianisten schon beachtenswert.

Die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellte, war, ob die heutige Generation österreichischer Pianisten an diese Tradition anknüpfen kann, oder ob diese Ballung von Österreichern am internationalen Klassikmarkt nur eine singuläre Erscheinung war, wie beispielsweise einst Karajan, Böhm und etwas später Harnoncourt am Dirigentensektor.

Mein erster Eindruck ist, dass Österreich zumindest in der Klavierszene noch immer stark vertreten ist und hier durchaus vorne mitmischt - wenngleich nicht mehr so herausragend wie in der Vergangenheit.

mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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Titan

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11

Samstag, 24. April 2010, 01:10

Till Fellner + Mozart

Liebe Taminoeaner/innen
In dem Beethoven Thread übers V. KLAVIERKONZERT ging es vor einigen Tagen um eine Neuaufnahme von Till Fellner.
Die Kritik im Fono Forum war eher schlecht.......
was für ein oder zwei von unserem Bord irritierend war. (SORRY habe vergessen, WER sich gerade die Aufnahme der Beethoven-Konzerte 4 + 5 mit Fellner und Nagano gekauft hatte)

Mir war Fellner bisher auch eher vom Hörensagen ein Begriff. In Erinnerung hatte ich lediglich ein Schumann Konzert, das für mich eher "okay" war.....und ich nicht als außergewöhnlich in Erinnerung habe.

Das Plattenlabel soll nur den Pianisten zeigen....die Aufnahme hat mit dem von mir geschilderten KV 466 NIX zu tun.
Im Moment höre ich dies zum 3, Mal in Folge mit FELLNER, nämlich Mozarts d-moll Konzert. Es kam vor 1 Std im ARD - Nachtkonzert mit dem SWR Sinfoniekonzert unter Hans Zender.

Ich erlebe FELLNER als hervorragenden Mozart - Spieler.
Zender leitet eine äußerst agile, klare Interpretation, die einen richtigen "Drive" und trotzdem "Tiefe" hat. Till Fellner spielt sehr lebendig und differnziert, hat eine große Dynamikskala.

Eine sehr schöne Aufnahme ....sie macht mich neugieri MEHR mit diesem Pianisten zu hören.

Gruß..............."Titan"

Bernward Gerlach

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12

Samstag, 24. April 2010, 09:26

Österreichische Pianisten der Gegenwart » Antwort erstelle

Till Fellner + Beethoven


Guten morgen Titan,

ich besitze Fellner mit Beethoven 2,3,4 und 5. Ich werde sie auch nicht zurückgeben.
Der Rezensent zu 4 und 5 in fonoforum überschreibt seinen Beitrag mit "RATLOS".
Gleichfalls testiert er dem Pianisten betörende Momente und penible Gestaltung. Auch
das Orchester kling betörend in ihrem weltversunkenen Schmerz zu Beginn des Fünften usw.

Allein die Tatsache, dass diese Aufnahme den Rezensenten ratlos macht, qualifiziert sie
noch nicht ab.

Warten wir mal auf die ersten Beiträge weiterer Forianer, die diese Aufnahme gehört haben.

LG, Bernward

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


Michael

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13

Samstag, 24. April 2010, 10:04

Sorry, Beethoven habe ich nicht mit Till Fellner, aber
Mozart KV. 488, sehr gut und auch sehr frisch gespielt
LG Micha:jubel:

William B.A.

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14

Mittwoch, 10. November 2010, 23:57

Österreichische Pianisten der Gegenwart

Auch ich gehöre zu denen, die Till Fellner eine große Karriere voraussagen, nicht, weil er bei Alfred Brendel gelernt hat, sondern vielleicht, weil er bei ihm das Entscheidende gelernt hat, was seine Begabung weiter voranbrachte, Gelassenheit, Bescheidenheit, eine hohe Anschlagskultur usw.
Ich habe Till Fellner vor vielen Jahren kennenglernt, als er in einem kleinen Dorf (5000 Einwohner) in Westfalen auftrat, vor 130 Zuhörern (ausverkauft).
In diesem kleinen Konzertsaal (Bauerntenne) sind auch Größen wie Olli Mustonen, Bruno Leonardo Gelber, Alfredo Perl und Gerhard Oppitz aufgetreten.

Till Fellner spielte vor der Pause u.a. Schuberts "Reliquie" und nach der Pause Liszts h-moll-Sonate. Mei Liaber, da ging die Post aber ab. Das war Klavierspiel vom Allerfeinsten.
Beim Klavierfestival Ruhr sah ich ihn dann 2006 und 2009 wieder.
Ebenso erlebte ich bei diesem Klavierfestival schon des öfteren einen weiteren österreichischen Pianisten, der von Alfred weiter oben schon ausführlich vorgestellt wurde und wo ich Alfreds Ausführungen nur vollinhaltlich unterstreichen kann: Rudolf Buchbinder.
Jetzt habe ich auf der Homepagen des Wiener Musivereins gelesen, dass Buchbinder im nächsten Mai an zwei Abenden alle fünf Klavierkonzerte Beethovens mit den Philharmonikern aufführt. Ich versuche, dafür Karten zu bekommen, da es sich nicht um ein Abonnementskonzert der Philharmoniker handelt.

Liebe Grüße

Willi ^^
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Alfred_Schmidt

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15

Sonntag, 23. Juli 2017, 15:32

Bevor ich diesen Thread dann noch heute weiter vorantreibe möchte ich in aller Kürze bei Till Fellner anschliessen: Nicht alle Rezensenten macht Fellners Aufnahme der Beethoven Klavierkonzerte "ratlos":

Zitat

Audio 05 / 10: »Mit Fellner und Nagano werden das G-Dur und des Es-Dur-Konzert zu Ohrenöffnern. Im G-Dur-Konzert (Nr. 4) erklingen zarte, zurückhaltende Töne; auch das ›Emperor‹ -Konzert Nr. 5, Es-Dur, kommt eher sachte in Fahrt. Aber genau darin steckt die Kraft. Fellner und Nagano sichern sich so eine gewaltige Energie-Reserve, aus der sie dann großzügig schöpfen können. Beide halten den Blick auf das Detail. Fellner spielt lieber mit Farben als mit der Wucht, er modelliert Läufe, schattiert Modulationen, gestaltet logische Abschnitte. So lebendig, von einem kontrollierten Feuer erfüllt, hat man diese Konzerte seit Friedrich Gulda nicht mehr gehört. Wer bei Beethoven wieder etwas entdecken will, der muss hier zugreifen.«


Zusätzlich stelle ich nun die Links zu besagter Aufnahme in den Thread, damit sich jeder sein persönliches (Klang)Bild machen kann. Man darf sich bei Fellner keine "Löwenpranke" erwarten. Hier auf seinen Lehrer Alfred Brendel hinzuweisen ist einfach, aber auch spätestens seit den Aufnahmen mit Arthur Schoonderwoerd wissen wir, daß man Beethovens Klavierkonzerte auch ohne geballte Wucht auskommt, es gibt andere Qualitäten, Wilhelm Kempf sei an dieser Stelle ebenfalls erwähnt.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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AcomA02

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16

Sonntag, 23. Juli 2017, 16:39

Lieber Alfred,

von den gegenwärtigen österreichischen Pianisten fallen mir Paul Badura-Skoda (BS) als Senior, Rudolf Buchbinder (B), Stefan Vladar, Markus Schirmer und Till Fellner (F) ein. Am meisten Erfahrung habe ich mit BS und B. Die Gesamtaufnahme der Beethoven-Sonaten (live) bei RCA, der Beethoven-Konzerte (live) bei Sony und der Mozart-Konzerte (live) bei Hänssler Profil jeweils mit B sind sehr empfehlenswert. B ist zur Zeit wohl der international beständigste.

Mit F habe ich das WTK I (ECM), die Bachschen Inventionen und die 5. Französische Suite (ECM) und die GA der Beethovenschen Werke für Klavier und Violoncello mit Heinrich Schiff (Brillant). Hinzu kommt seine sehr frühe Einspielung von Schumanns Kreisleriana und Reubkes Sonate (Apex). Alles ebenfalls sehr empfehlenswert. Nur ist F nicht bei einer Firma unter Vertrag, welche aggressiv promotet (z.B. DG).

LG Siamak