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Joseph II.

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91

Montag, 24. April 2017, 14:52

Sagt mal, von wann ist denn der Maskenball an der Wiener Staatsoper? Ich bin ja ganz begeistert. Endlich noch mal gemalte Kulissen.

INSZENIERUNG Gianfranco de Bosio
BÜHNENBILD Emanuele Luzzati
KOSTÜME Santuzza Calì

Premiere am 19. Oktober 1986

Diese Inszenierung erlebte bereits beinahe 100 Aufführungen.

:hello:
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Knusperhexe

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92

Montag, 24. April 2017, 14:54

Danke dir Joseph. Ob solche Bühnenmalerei heute noch in Wien möglich wäre? Gute Bühnenmaler gibt es kaum mehr in Deutschland. Ich weiß nicht, wie es in Österreich ausschaut.
Regietheater? Nein, danke!

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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93

Mittwoch, 26. April 2017, 16:45

Ich fand die Maskenball-Bühnenbilder jetzt nicht malerisch toller als das, was in Altenburg/Laxenburg momentan an gemalten Kulissen auf die Bühne kommt.

Alfred_Schmidt

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94

Mittwoch, 26. April 2017, 17:14

Selbstverständlich kann man solche Bühnenbilder noch heute herstellen. Man kann auich historische Bauwerke wie die Semperoper in Dresden nachbauen - es ist lediglich eine Sache des Willens und des Geldes.

Ich verlinke hier gerne auf Ausschnitte der Aufführung der Wiener Staatsoper
Die Aufführung stammt vom 23.4.2017 - ist also 3 Tage alt




Hier kann auch die jüngere Generation sehen, wie die Aufführungen eines großen staatlichen Opernhauses früher ausgesehen haben - und auch noch heute aussehen wenn mann nur will. die Wiener Staatsoper soll ja einen Direktor bekommen, der aus der Non-LKlassik Musikszene kommt - und er soll die Staatsoper "entstauben" Sowas hat an der Wiener Staatsoper nicht mal Gustav Mahler überlebt - und ich sehe keine Anzeichen dafür, daß das diesmal anders sein wird.

mfg aus Wien
Alfred

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WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Knusperhexe

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95

Donnerstag, 27. April 2017, 09:52

Danke, Alfred!

Er will entstauben? Werden endlich Eure Traviata und der Faust entsorgt?
Regietheater? Nein, danke!

Alfred_Schmidt

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96

Montag, 1. Mai 2017, 16:28

Das wird sich alles weisen - Am Wiener Opernhaus wurden schon mehr Direktoren entsorgt als Inszenierungen. Die gibt es offensichtlich so etwas wie ein geheimes Netztwerk wo Einflußreiche Perönlichkeiten - über die Politik hinaus - ihre Fäden ziehen. Wollen wir hoffen, daß das diesmal auch der Fall ist.
mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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97

Montag, 1. Mai 2017, 16:41

Aber nun wieder Erfreuiliches: Schon in der Saison 2014/15 brachte die Opera die Roma eine Aufführung auf die Bühne, welche einer Inszenierung des Werkes aus dem Jahre 1900 nachempfunden ist.
Die Clips enttammen jeweils der Saison 2014/15 und 20115/16 es sollen aber auch heuer wieder Aufführungen am Spielplan stehen...




mfg aus Wien
Alfred

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  • »Joachim Schneider« ist männlich

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98

Montag, 1. Mai 2017, 20:37

Hallo, Alfred,

Mahler hat die Hofoper nicht "entstaubt", sondern von kunstwidrigen Schlampereien und unangemessenem Starkult befreit, zudem das Publikum zu entsprechender Konzentration und dem heute noch gebräuchlichen Verhalten erzogen, das der Respekt vor dem Kunstwerk und dem Bemühen der ausführenden Künstler erfordert.
Niemandem aus dem Wiener Publikum wäre es gelungen, ihn hinauszuintrigieren (dies gelang noch nicht einmal manchen Erzherzögen), da er das Vertrauen des Kaisers und des Fürsten Montenuovo genoss. Wäre es nach deren Wünschen gegangen, hätte er die Hofoper sicher bis 1918 leiten können.
Warum werden die 10 Mahler-Jahre heute als "goldenes Zeitalter" der Oper bezeichnet?

Erhatte ja auch in Wien sehr viele begeisterte Anhänger, die später Weingartner das Leben schwermachten.
Weggegangen ist er m.E., weil er sich in viel größerem Umfang um seine Kompositionen kümmern, diese insbesondere durch eigene Aufführungen gewissermaßen verbindlich überliefern wollte.
Daß er sich heute sicher kein halbes Jahr auf diesem Posten halten könnte, steht auf einem anderen Blatt.

Viele Grüße

Joachim
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

Knusperhexe

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99

Montag, 1. Mai 2017, 21:08

https://www.google.de/search?q=biwako+ha…Fb3hPA27lsZu_M:


Ich glaube nicht, dass sie auf dem Vormarsch sind. Die schönen Inszenierungen. Jedenfalls nicht in Europa. Schaut mal, wie Hampe in Japan Rheingold inszeniert hat. Was würde ich dafür geben, das einmal hier so sehen zu dürfen.
Regietheater? Nein, danke!

m.joho

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100

Montag, 1. Mai 2017, 21:43

Es scheint mir wirklich signifikant, dass die alt gewordenen Könner wie Hampe, Lehmann in unseren Breitengraden seit Jahren nicht mehr beschäftigt werden. Die einzige Ausnahme ist der weise gewordene Peter Stein. Traurig in der Tat... Die Werkverdreher wie Homoki usw., usw. haben die Theater mafiagleich fest im Griff! :cursing:

Dieter Stockert

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101

Montag, 1. Mai 2017, 23:03

Hallo, Alfred,

Mahler hat die Hofoper nicht "entstaubt", sondern von kunstwidrigen Schlampereien und unangemessenem Starkult befreit […]
Dann wären Alfreds Ausführungen dazu ja Fake news gewesen. Man kann sich auf nichts mehr verlassen.
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Alfred_Schmidt

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102

Dienstag, 2. Mai 2017, 00:46

Zitat

Dann wären Alfreds Ausführungen dazu ja Fake news gewesen. Man kann sich auf nichts mehr verlassen.


Aber das ist doch im Prinzip dasselbe was Joachim Schneider da beschreibt. Der Unterschied liegt IMO lediglich im verschiedenen Point of view, und in der subjektiven Wahrnehmung. "Enstauben . da versteht man ja heute auch das Entfernen von Schlampereien, wo sich im Laufe der Zeit "Traditionen" gebildet haben. Mahler hat sich indes nicht begnügt, "Schlacken" zu entfernen, er hat sogar Beethoven "bearbeitet" (was zu Protesten geführt hat)

Zitat

Weggegangen ist er m.E., weil er sich in viel größerem Umfang um seine Kompositionen kümmern, diese insbesondere durch eigene Aufführungen gewissermaßen verbindlich überliefern wollte
.

Das ist prinzipiell nicht falsch. Ich behaupte aber, daß er vor allem weggegangen ist, weil er weggeekelt (heute würde man sagen : "gemobbt") wurde.
Bei WIKIPEDIA liest sich das so:

Zitat

Mahlers Ungeduld mit Sängern und Orchestermitgliedern, die seinen Ansprüchen nicht genügten, zunehmende Tourneen als Dirigent eigener Werke, eine Pressekampagne gegen ihn mit antisemitischen Tendenzen und Streitigkeiten mit seinen Vorgesetzten bei Hof über häufige Abwesenheiten und die Programmgestaltung, deren Gipfel das Verbot der Uraufführung von Richard Strauss’ Salome war, brachten schließlich beide Seiten dazu, Mahlers Wiener Amtszeit zu beenden. Die Zensur hatte das Salome-Libretto als „sittlich verletzend“ und „sexualpathologisch“ inkriminiert und die Aufführung verboten. Am 24. November 1907 dirigierte Mahler zum letzten Mal in Wien. Die tiefgreifenden Konflikte mit der Intendanz der Hofoper zeigten sich nicht zuletzt in der Tatsache, dass Mahler nicht offiziell verabschiedet wurde


Wir können auf Wunsch über Gustav Mahler im Thread:

Vom Verfemten zum Superstar

weiter über Mahler diskutuieren, was ich aber nichr für ideal halter, weil der Thread sich vorzugsweise mit seiner eher unerwarteten Renaissance ab 1960 befasst, wogegen ich vorschlagen würde, das Bild Mahlers zu seinen Lebzeiten in einem neu zu startenden Thread der Serie "Wer war eigentlich ?" zu beleuchten. also im noch nicht existierenden Thread "Wer war eigentlich dieser Gustav Mahler ?"

Oder aber als Kompromissvorschlag die Wiederbelebung des kurzen Threads

Die Macken des Herrn Gustav Mahler - Gedanken über seine Persönlichkeit

der zur Not auch umbenannt werden könnte

mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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103

Dienstag, 2. Mai 2017, 01:34

Zitat

Ich glaube nicht, dass sie auf dem Vormarsch sind. Die schönen Inszenierungen. Jedenfalls nicht in Europa.


Alles ist relativ. als ich vor ungefähr 9 oder 10 Jahren für einen Thread - ich glaube sogar, Du warst der Auslöser - Bühnenbilder aus klassischen Inszenierungen im Internet suchte, da war das schwierig bis unmöglich, welche zu finden. Ich hatte damals den Eindruck, sie wären mir Absicht aus dem Netz verbannt worden, wie in Orwells Buch "1984", wo unerwünschte Personen und Geschehnisse nachträglich aus den Zeitungen getilgt wurden, damit sich niemand an sie erinnere...
Heute ist es kein Problem zahlereiche Videos von traditionellen Inszenierungen der letzten Jahre zu finden - und es werden - langsam aber sicher - immer mehr. die Nutzniesser und Schmarotzer des RT lassen natürlich ebensowenig locker, wie eine Zecke, wenn sie sich erst mal an Dir festgesetzt hat, aber das ist alles nur eine Zeitfrage.....

mfg aus Wien
Alfred

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chrissy

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104

Dienstag, 2. Mai 2017, 12:35

Ich glaube nicht, dass sie auf dem Vormarsch sind. Die schönen Inszenierungen. Jedenfalls nicht in Europa.
Das kann man verallgemeinernd so nicht sagen, denn auch Polen und Tschechien gehören ja zu Europa. Deshalb kann ich das so nicht bestätigen.
Ich weiß, daß in Breslau, sowie in Prag und Pilsen hervorragende traditionelle Aufführungen gemacht werden.
Und aus eigener 4 1/2 jähriger Erfahrung kann ich zum Glück sagen, in Liberec /Reichenberg wird bisher noch überwiegend gutes, traditionelles, ansehenswertes Theater gemacht.
Von den dort erlebten 13 oder 14 verschiedenen Aufführungen, war nur eine mißraten - der Don Pasquale.

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Knusperhexe

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105

Dienstag, 2. Mai 2017, 15:05

Hm, ich lebe in der Diaspora:-( Um mich herum zeckt nur das Regietheater:-(
Regietheater? Nein, danke!

m.joho

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106

Donnerstag, 4. Mai 2017, 12:26

Wer die Übertragung verpasst hat, kann hier den recht traditionell inszenierten Chénier aus München nachholen:

Mme. Cortese

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107

Donnerstag, 4. Mai 2017, 19:31

Eine Neuinszenierung von Mozarts Entführung an der Semperoper:



Viel Spaß!
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

Alfred_Schmidt

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108

Sonntag, 6. August 2017, 19:47

Stets findet Überraschung statt wo man sie nicht erwartet hat.
Oft suche ich geradezu verzweifelt nach Videoclips, welche bestimmte Threadthemen unterstützen sollen und stoße - ins Leere.
Dann wieder suche ich etwas völlig anderes - und finde mehr, als ich je zu hoffen gewagt habe.
So war das auch heute. Ich wollte in einem anderen Thread etwas über die Gestaltung des Cherubino durch Sian Pendriy in einer Inszenierung der Opera Australia (Sydney Opera- House) aus dem Jahr 2011 schreiben, da sah ich, daß diese sehr gute aber gleichzeitig auch ein wenig skurile Inszenierung schon durch eine neuere ebenso gute ersetzt wurde - Welch ein Luxus!!!

Aber Opera Australia dürfte derzeit gut drauf sein - um es flapsig auszudrücken.
Zuerst nun aber die Inszenierung aus dem Jahre 2011 in einer Liveübertragung

Eine eigenartige Abart des englischen Humors hat sich hier manifestiert, oft an der Grenze des guten Geschmacks - diese Grenze indes aber niemals wirklich überschreitend - (es sei denn man ist ausgesprochen prüde) Ich würde sagen: Frech, Spritzig Witzig.
Die Figuren sind leicht überzeichnet, an die Commedia dell arte erinnernd quasi lebend gewordene Figurinen. Die Ausstattung ist eigentlich traditionell, abgesehen von einer im Hintergrund stehenden Trockenhaube und eines Bügeltisches, wenn ich mich richtig erinnere. Mir war - als ich die Aufnahmen auf blue ray disc erwarb, nicht ganz klar, warum man sich damit die so schöne Aufführung "verpatzte".
Heute hege ich die Vermutung, daß es sich dabei um eine "Bosheit" handelte (die Aufführung strotzt geradezu davon!!!) - eine Anspielung auf moderne Inszenierungen gewissermaßen, verspöttelnd gewissermaßen.
Diese Inszenierung ist so, daß Beaumarchais vermutlich seine Freude daran hätte. Statt höfischer Eleganz eher triebgetriebene Leute, die ihre Begierden nicht im Zaum halten können - und auch nicht wollen. Auch wenn man es hier nicht sehen kann; Cherubino ist hier nicht schüchtern, sondern äusserst frühreif, und er deutet es gelegentlich durch eindeutige Gesten an... Der Rest spricht für sich, wenn man die beiden Clips (solange noch verfügbar) genau ansieht.... und alles mit Augenzwinkern.




Es gibt die Aufnahmen auf CD-Rom und Blue Ray Disk.
Ebenfalls auf CD - aber das wäre schade - Diese Aufnahme ist auch OPTISCH ein HOCHGENUSS!! Weniger durch die eher schlichte Dekoration, als die Personen



mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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Alfred_Schmidt

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109

Sonntag, 6. August 2017, 21:40



Und hier nun weiterer Geniestreich von Australian Opera mit Paolo Bordogna in der Titelrolle. Die Aufführung stammt vom November 2015. Ich konnte nicht wirklich herausfinden, ob sie aus Sydney oder Melbourne stammt. Eingestellt wurde sie von Sydney Opera House - aber am Vorspann steht : Arts Center Melbourne......

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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110

Montag, 7. August 2017, 00:09



Einigermaßen überrascht war,ich als ich die Inszenierung der Oper Dortmund sah. Durchaus traditionell inszeniert, keine Spur von Regietheater. Man hat sich keine gröberen Schnitzer geleistet. Dennoch: Was fehlt ist der Witz, der Esprit, das duftige, leichte. Wenn Humor verarbeitete wird, dann kommt der für meine Augen recht plump daher, oder wenn man so will: gewollt. Das wird insbesondere deutlich, wenn man die australischen Produktionen im Kopf hat.
Irgendwie will man in Deutschland - das war schon in meiner Jugend so - dem Zuschauer vor Augen führen, daß es sich hier um ein Kunstprodukt handelt, oft durch Stilisierung der Kostüme oder Bühnenbilder. Man möchte Illusionen erst gar nicht aufkommen lassen, es ist immer wieder mehr oder weniger versteckt der Hinweis: Das ist nur Theater - wir sind im 21, Jahrhundert. Genau das sollte aber imo vermieden werden. Bei der neueren Australischen Produktion ist übrigens auch ein sachlicher "Kunstfehler" mit eingebaut - bin gespannt ob den jemand bemerkt.
Zurück nach Dortmund. Eine - soweit man das an Hand der kurzen Ausschnitte sehen kann - leicht stilisierende Inszenierung mit gelegentlich dann doch vereinzelt witzigen Einfällen, indes weit entfernt von den gelegentlich sogar karikierenden Darstellungen der australischen Inszenierung von 2011. Dennoch - ein Schritt in die richtige Richtung und eine sicher sehenswerte Aufführung für deutsches Publikum. Hampe gibts eben nur einen.... und Loriot hat ja meines Wissens (leider) keine Opern inszeniert.....

mfg aus Wien
Alfred

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MSchenk

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111

Montag, 7. August 2017, 08:52

und Loriot hat ja meines Wissens (leider) keine Opern inszeniert.....

Martha und Freischütz; siehe hier.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

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Montag, 7. August 2017, 09:09

Genau! Sehr witzig, sehr hintersinnig - und üppig ausgestattet. Bei Loriot bestellt sich nach meinem Eindruck die bei Tamino weit verbreitete berühmt-berüchtigte Frage nach der Werktreue gar nicht. Es ist einfach gut gemacht. Zwei Inszenierungen, die sich auch heute noch mit Gewinn anschauen lassen. Er hat ja auch die "Meistersinger" inszenieren wollen. Daraus wurde leider nichts. :(

Enthalten sind "Martha" und "Freischütz" in dieser Box:

Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

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113

Montag, 7. August 2017, 11:33

JAAA Loriot war ein Genie !!

Ich setze jetzt meine Vorstellungen von "Le Nozze di Figaro" in "traditionellen" Inszenierungen fort´. Und allmählich scheint sich der Titel des Threads zu betätigen.
Die hier gezeigten Inszenierungen sind durchwegs nicht älter als 5-10 Jahre, eine indes sogar brandneu. Interessant dabei ist, daß manches, wo hier z. B "2012 eingestellt" steht vor einigen jahren trotz intensiven Suchens nicht auffindbar war.
Diesmal ist es ganz anders. Ich suchte gestern nach einer IMO gelungenen Inszenierung aus Australien von 2011. Als Sammler von Videaufzeichnungen ist das ein Jahr, das von mir schon als "vor kurzem" eingestuft wird. und zwar deshalb, weil damals schon in Full HD aufgezeichnet werden konnte und Übertragungen von einer bislang unerreichten Naturtreue ermöglicht. (Dazu mehr in einem anderen Thread.)
Gefunden habe ich aber eine noch neuere, ebensogute Inszenierung von ebendort. Und seither reisst die Liste nicht ab: Dortmund, Lonsdon etc.
Alles hinreissende Inszenierungen.
Und an Hand der vielen Vergleichsmöglichkeiten ist auch das alte Vorurteil zu widerlegen, da die konservativen Inszenierungen alle gleich aussähen und die Kreativität einschränkten.

Diesmal möchte ich auf eine aktuelle Lesart des Figaro aus Covent Garden, London hinweisen.



Viel Vergnügen
Alfred

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114

Montag, 7. August 2017, 12:57

So - Nun habe ich sie doch gefunden, die Aufführung, die mir gestern sozusagen in den Schoß gefallen ist - die ich mir für heute aufgehoben habe, und dann stundenlang nicht gefunden habe, weil mir die Stadt entfallen war- es war eine Inszenierung der Opera San Francisco.



Damit beende ich meine kleine Exkursion in die Welt der "konventionellen" Inszenierungen von Mozarts "Le nozze di Figaro"

Man sieht, wie vielfältig die Gestaltungsmöglichkeiten sind, und daß jede Inszenierung dem Werk eine völlig andere Farbe verleiht.
Einige "Trends" sind gelegentlich zu bemerken, nämlich die etwas freieren erotischen Anspielungen, vermutlich ganz im Sinne Baumarchais, der ja einen messerschaften analytschen Blick hatte.
Daponte wärs vermutlich egal, er war ein allglatter anpassungsdähiger Theatermann mit einem Gspür (wie wir Wiener sagen) für das was beim Publikum ankommt, jederzeit bereit für eine Wendung , wen es ihm nützte - ungeachtet dessen (oder vielleicht gerade deshalb ?): ein großer Theatermann.

Eine weiter Gemeinsamkeit dieser Inszenierungen: Sie sind annähern "werktreu", ästhetisch ansprechend, und bedürfen keiner Auslegung, Verteidigung oder weitschweifigen Analyse. Auch wenn jede dieser Lesarten der Oper eine eigene Farbe gibt so läßt sie im Grunde das Werk unbeschädigt.

Ich habe mir die Frage gestellt, wie ein zeitgenössisches Publikum auf die teilweise doch recht deutlich gezeigte Erotik in einigen Inszenierngen reagiert hätte (abgesehen, daß die Zensur das vorher verhindert hätte)
Man hätte sich wahrscheinlich empört, aber im geheimen gelächelt oder die handelnden Personen beneidet.

mfg aus Wien
Alfred



Beste Grüße aus Wien
Alfred

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115

Montag, 7. August 2017, 23:23

Cosi Fan tutte und Zauberflöte habe ich derzeit nichts brauchbares gefundem aber eine geradezu maßstäbliche Schüleraufführung aus Denver, vom Lamont Operea Theatre. Soweit ich das mitbekommen habe, handelt es sich hioer um eine Musikschule, die derzeit zur Universität Denver gehört. Bühnenbild, Kosüme und Inszeierung atmen einen gewissen nostalgischen Hauch aus, was dem Werk naturgemäß gut bekommt. So sahen Aufführungen an mittelgroßen Häusern in meiner Jugend aus
Die wunderbaren gemalten Kulissen hinterlassen einen dreidimensionalen realistischen Eindruch und sind sehr leicht den jeweiligen gegebenheiten der Szene anzupassen. Die Lichttechnik zaubert herrliche Stimmungen, die schon am Monitor beeindrucken - live muß das ja ein Traum sein. Die Crew besteht aus jungern Leuten, die hier meiner Meinung nach genz vorzügliche Leistungen erbringen. Die Aufführung stammt von 2014



mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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Gerhard Wischniewski

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116

Montag, 7. August 2017, 23:24

Zitat

Zitat von Alfred Schmidt: Man sieht, wie vielfältig die Gestaltungsmöglichkeiten sind, und daß jede Inszenierung dem Werk eine völlig andere Farbe verleiht.
Lieber Alfred,

danke für das Einstellen der verschiedenen Inszenierungen der "Hochzeit des Figaro". Das zeigt deutlich, wie unterschiedlich man Inszenieren kann, ohne das Werk zu beschädigen und ohne ihm mit dem Holzhammer fixe Ideen aufzuoktroyieren. Es wiederlegt auch eindeutig die hier schon mehrfach angesprochene These, dass wir Freunde der unverfälschten Originalwerke immer nur dasselbe sehen wollen.

Liebe Grüße
Gerhard
Ich bin einverstanden, und ohne Bedauern, wenn meine Opern nicht aufgeführt werden; aber wenn sie aufgeführt werden, verlange ich, dass es so sei, wie ich sie mir vorgestellt habe.
(Verdi an Giulio Ricordi, Juni 1894)