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Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 770

Registrierungsdatum: 9. August 2004

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Dienstag, 12. Dezember 2017, 11:29

Vom Umgang mit "klassischer Musik" in vergangenen Zeiten

Schon der Begriff "klassische Musik" im Titel ist im Zusammenhang mit diesem Thema eigentlich falsch, denn oft werden wir uns hier mit "zeitgenössischer" Musik vergangener Jahrhunderte befassen. Da ich im Rahmen der Wiederbelebung verschiedener Threads auch "neue Erkenntnisse" oder "alte Erkenntnisse" die aber hier nie zur Sprache kamen in die Threads einbringen will, oder neue neue starten will, bin ich derzeit etwas intensiver mit "Musikliteratur" im weitesten Sinne beschäftigt, aber auch mit dem Abhören verschiedener Interpretationen und Versionen von heute als klassisch geltenden Werken. Dabei ist mir aufgefallen, daß der Umgang mit Musik in der Vergangenheit - quer durch die Jahrhunderte, ein großzügigerer, historisch desinteressierter, und wenn man so will, auch ein schlampiger oder willkürlicher war.
Da wurden Werke vom Komponisten ausgeweidet und für neue Stücke verwendet, da wurden von eitlen Interpreten virtuosengerechte Bearbeitungen erstellt, die dann oft berühmter wurden als das Original, da wurde gekürzt und umarrangiert, was das Zeug hält, letztlich auch neu orchestriert, Instrumente dazugegeben oder weggelassen, bzw durch andere ersetzt. Die Motive waren vielfältig, das ging um Kompositionsaufträge die zeitlich unter Druck standen und der Komponiost hat Teile aus einem vergessenen weil erfolglosen Werk genommen und wiederverwendet, aber auch besonders beliebte Themen wurden gerne erneut benutzt. Bei Instrumental-Virtuosen mit vorhandenem Kompositionstalent war der Grund der Bearbeitung wohl klar: das Ziel die eigene Kunstfertigkeit beweisen zu können, also persönliche Eitelkeit zu befriedigen. Dann die Praxis einiger Dirigenten, einzelne Sätze von "mißlungenen" Sinfonien aufzuführen, in der guten Absicht wenigstens einen
Teil - nämlich den "brauchbaren" und vermutlich publikumswirksamen zu "retten"
Und dann kommen noch die "Missionare", welche bei klassischen Werken in der Absicht eingriffen, die offensichtlichen Fehler des Komponisten "auszubessern" und "schwache Stellen" zu bearbeiten.
Klassische Musik als Patchwork - vielleicht wäre das der bessere Threadtitel gewesen - seis drum....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix