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Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 8 065

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

31

Sonntag, 21. September 2014, 11:26

Was ist mit dem Großinquisitor in Don Carlos ? Der hat ja auch nur einen einzigen Auftritt.

Falsch, er hat drei Auftritte: Königsgemach, Revolutionsszene und Finale.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 208

Registrierungsdatum: 15. April 2010

32

Sonntag, 21. September 2014, 20:03

Zitat

Stimmenliebhaber: Falsch, er hat drei Auftritte: Königsgemach, Revolutionsszene und Finale.

Jawohl! Und bestimmt keine "Wurzen"! Diese Rolle wurde und wird immer mit erstklassigen Bässen (Giulio Neri, Ivo Vinco, Matti Salminen u. A.) besetzt.
W.S.

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 4 301

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

33

Montag, 29. Januar 2018, 21:11

Eines meiner liebsten Stücke aus der Zauberflöre gehört auch hierhin, es sind die beiden Geharnischten. Der Stil ist ganz altmodisch, wie ein Choral; vielleicht eine Reverenz Mozarts an Bach.
Auch der Bauer in der "Klugen" hat ja nur eine Arie (O hätt sich meiner Tochter nur geglaubt), ein Paradestück für unsere grandiosen deutschen Bässe.
Eigentlich gehört auch das nachkomponierte Sopransolo aus dem "Deutschen Requiem" von Brahms hierhin (ihr habt nun Traurigkeit).
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

Beiträge: 984

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

34

Mittwoch, 7. Februar 2018, 10:31

Späte Entdeckung

Manchmal lohnt es sich, einen älteren Thread, den man schon öfters gedankenlos überblättert hat, einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Selbiges tat ich soeben, gedachte den Nachtwächter aus den Meistersingern beizusteuern, musste aber sehen, dass ich da viel zu spät dran war. Aber manchmal hat sogar Sixtus einen Einfall. Ecco:
Es handelt sich zwar nicht um einen Solitär, aber dafür um eine geballte Ladung von Wurzen (übrigens ein Wiener Ehrentitel für die Winzlinge unter den Opernrollen):

Kunz Vogelgesang,
Hermann Ortel,
Baltasar Zorn,
Konrad Nachtigall,
Augustin Moser,

Ulrich Eißlinger,
Hans Foltz,
Hans Schwarz.

Sie haben alle so gut wie nichts zum Geschehen beizutragen, sind gleichsam Staffage um der Vollständigkeit willen, damit die Atmosphäre der Meisterzünfte anschaulich wird. Und wenn das noch nicht genügt, verweise ich auf die Leerzeile in der Aufzählung der Namen. Die ist zu füllen mit :

Niklaus Vogel? - Schweigt?
(Lehrbube:) Ist krank.
(Kothner:) Gut´Bess´rung dem Meister!
(Die Meister:) Walt´s Gott!
(Lehrbube:) Schön´Dank!

Diese aparte, ja liebevolle Anekdote im ersten Akt verweist übrigens alle aktuellen Versuche, Wagners WERK antisemitische Züge anzudichten, ins Reich der boshaften Unterstellungen. Wagner war wohl Antisemit (wie viele damals). Aber in seinen Opern dergleichen zu suchen, zeugt, gelinde gesagt, von ideologischer Verblendung. Grade in den Meistersingern geht es vor allem um Kunst. Und in dieser Szene wird das spätmittelalterliche Nürnberg in seinen Bemühungen um die Kunst mit liebevoller Ironie anschaulich vorgeführt.
Lassen wir uns also die Freude an diesem Meisterwerk auch in Zukunft nicht verderben -
meint, mit herzliichen Grüßen, Sixtus

musikwanderer

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  • »musikwanderer« ist männlich

Beiträge: 4 320

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

35

Donnerstag, 8. Februar 2018, 00:33

Eines meiner liebsten Stücke aus der Zauberflöre gehört auch hierhin, es sind die beiden Geharnischten. Der Stil ist ganz altmodisch, wie ein Choral; vielleicht eine Reverenz Mozarts an Bach.
Dr. pingel erlaubt mir hoffentlich den Hinweis, dass die Musik (modal hypophrygisch) der beiden Geharnischten (Der, welcher wandelt diese Straße voll Beschwerden) erstmals im 'Erfurter Enchiridion' auftauchte und Luther selbst zugeschrieben wird. Er soll sich dabei von einer vorreformatorischen weltlichen Melodie (Begirlich in dem hertzen min von 1410) hat anregen lassen. Textlich beruht er auf Psalm 12 (Lateinisch Salvum me fac).

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Sixtus

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Beiträge: 984

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

36

Freitag, 9. Februar 2018, 11:09

Ganz wichtig!

Der wegen Krankheit abwesende Niklaus Vogel (in meinem Beitrag 34) brachte mich auf einen viel wichtigeren Abwesenden: den FELDMARSCHALL im Rosenkavalier - vielleicht die wichtigste Person in dieser Oper.
Über die Gründe dafür sind zwei weitere Protagonisten zu befragen: die Marschallin und ihr Quinquin alias Oktavian. Mehr muss ich nicht verraten. Aber jeder Leser darf sich selber fragen, ob er auch schon mal in einer ähnlichen Situation war wie einer von den dreien... Hoffentlich ist es nicht der FELDMARSCHALL !
Nachdenkliche Grüße von Sixtus

dr.pingel

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Beiträge: 4 301

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

37

Freitag, 9. Februar 2018, 23:21

Es gibt eine Satire, leider habe ich vergessen von wem (ich tippe auf Herbert Rosendorfer), in der der Feldmarschall ausführlich zu Wort kommt.
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

Rheingold1876

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Beiträge: 4 777

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

38

Samstag, 10. Februar 2018, 09:05

Hoffentlich ist es nicht der FELDMARSCHALL !


Lieber Sixtus, in der Stummfilmvariante des "Rosenkavalier" von 1926 taucht auch der Feldmaschall, dargestellt von Paul Hartmann, auf:



Dieser Film wurde 2007 in Verbindung mit einer Dokumentation in Buchform beim Verlag Filmarchiv Austria neu aufgelegt und kann dort immer noch erworben werden.

Ob aber der abwesende Marschall "vielleicht die wichtigste" Person im "Rosenkavalier" ist - darauf würde ich nicht zustimmend antworten wollen.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Sixtus

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Beiträge: 984

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

39

Sonntag, 11. Februar 2018, 11:25

Mag sein, lieber Rüdiger, dass ich den Feldmarschall etwas überschätze. Aber seine Abwesenheit (auf die es mir ankam) halte ich doch für eminent wichtig, und das aus einsichtigen Gründen. Seine Frau achtet jedenfalls sehr genau auf die Gefahr seiner vorzeitigen Heimkehr...
Ein weiterer Abwesender scheint mir auch unentbehrlich zu sein: Hundig ist im 1.Akt nur eine Viertelstunde auf der Bühne. In der Viertelstunde davor und der halben Stunde danach werden aber wichtige Weichen gestellt, die auch ihn betreffen.
Man sollte also besser nicht allzu lange von zuhause wegbleiben. So viel zu Oper als Lebenshilfe.
Herzliche Grüße von Sixtus

Caruso41

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Beiträge: 4 615

Registrierungsdatum: 19. November 2010

40

Sonntag, 11. Februar 2018, 12:20

In verschiedenen Opern singt - meist aus der Ferne - ein Gondoliere oder ein Straßensänger sein Lied, hat aber in dem Stück sonst keine Funktion und taucht auch nicht wieder auf! Zum Beispiel in Rossini "Otello" oder in Puccinis "Tabarro".

Besonders schön in Anton Arenskys "RAFFAELO"

https://www.youtube.com/watch?v=ak6pB4Tkjt8



Das Lied des Straßensängers beginnt kurz nach 17:10 Minuten. Es wir hier von Vsevolod Grivnov gesungen.

Man kann es aber unter anderem auch von Piotr Beczała hören!
Eine ganz prächtige Aufnahme:

https://www.youtube.com/watch?v=bEgbMd0R2Hs



Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Mme. Cortese

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Beiträge: 1 456

Registrierungsdatum: 12. Januar 2010

41

Sonntag, 11. Februar 2018, 15:15

Die Erwähnung von Rossinis "Otello" hat mich auf einen weiteren Solitär desselben Komponisten gebracht: Das Lied des Fischers ganz am Anfang von "Wilhelm Tell", hier in Italienisch gesungen vom noch ganz jungen Alfredo Kraus:

Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

dr.pingel

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Beiträge: 4 301

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

42

Sonntag, 11. Februar 2018, 21:07

In Janaceks "Totenhaus" gibt es in der Szene, in die Schiffe abgewrackt werden, einen Sänger hinter der Bühne, der ein sehnsuchtsvolles Lied. singt.
Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)