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sagitt

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121

Montag, 2. Oktober 2017, 19:59

Lieber Wlli

ich habe keine Daten,aber music@michael-leslie.eu. Er ist sehr freundlich.


Liebe Grüße


Hans

P.S. Er wird sich bestimmt ! über Deine Besprechung freuen

Dr. Holger Kaletha

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122

Dienstag, 3. Oktober 2017, 10:28

Beethoven, Sonate Nr. 29 B-dur op. 106, "Hammerklavier-Sonate"
Michael Leslie, Klavier
AD: 2008
Spielzeiten: 9:53-2:32-15:41-2:37-8:52 --- 39:35 min.;
Das müsste eine "Pfleid-Recording" sein, lieber Willi. Ich habe einige davon, u.a. die Diabelli-Variationen mit Leslie. Interpretatorisch ist das sehr gut, klangtechnisch war ich davon allerdings nicht so überzeugt.

http://www.sengpielaudio.com/Aufnahmetec…idrecording.pdf

Ich schaue nachher mal nach, ob ich auch die "Hammerklaviersonate von ihm habe!

Einen schönen Feiertag wünscht :hello:
Holger

Dr. Holger Kaletha

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123

Sonntag, 7. Januar 2018, 12:30

Neue Perahia-Aufnahme erscheint am 9.2.

Schon gesehen? :)



Schöne Sonntagsgrüße
Holger

William B.A.

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124

Sonntag, 7. Januar 2018, 13:29

Nein, hatte ich noch nicht, lieber Holger. Schönen Dank für den Tipp. Aber jetzt noch einen Tipp für dich:

Hier ist sie noch etwas günstiger:



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

HolgerB

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125

Sonntag, 7. Januar 2018, 16:00

Schon gesehen? :)



Schöne Sonntagsgrüße
Holger


Bereits am 03.01. hatte ich auf diese Neuerscheinung im Thread „Kommende Neuerscheinungen“ hingewiesen ... ;)

Gruß
Holger
"Es ist nicht schwer zu komponieren.
Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen"
Johannes Brahms

Dr. Holger Kaletha

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126

Sonntag, 7. Januar 2018, 18:13

Aber jetzt noch einen Tipp für dich:

Hier ist sie noch etwas günstiger:
Danke, lieber Willi! :)
Bereits am 03.01. hatte ich auf diese Neuerscheinung im Thread „Kommende Neuerscheinungen“ hingewiesen ... ;)
Das habe ich glatt übersehen, lieber Holger!

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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127

Sonntag, 7. Januar 2018, 19:33

Gerade sehe ich: Bei jpc ist die CD zur Einführung auch preisreduziert. Bei Amazon muss man ja, falls man kein Prime nutzt, noch 3 Euro Porto draufrechnen. Dann ist jpc doch etwas günstiger. :D

Schöne Grüße
Holger

William B.A.

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128

Montag, 8. Januar 2018, 00:36

Zitat

Dr. Holger Kaletha: Bei Amazon muss man ja, falls man kein Prime nutzt, noch 3 Euro Porto draufrechnen. Dann ist jpc doch etwas günstiger.

Richtig, aber wenn man Prime-Kunde ist und so viele CD`s kauft wie ich, lohnt sich das allemal. :D

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

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129

Freitag, 2. März 2018, 19:50

Paul Lewis, 2005/2006


Beethoven, Sonate Nr,. 29 B-dur "Hammerklaviersonate"
Paul Lewis, Klavier
AD: 2005/2006
Spielzeiten: 11:35-2:43-18:27-12:49 --- 45:24 min.;

Paul Lewis ist temporal wesentlich moderater als Michael Leslie und auch noch langsamer als Steven Kovacevich, die ich zuletzt vor einigen Monaten besprochen hatte.
Er spielt das Ganze in einem großen, majestätischen Bogen, wobei er die zeitlichen Bewegungen vorzüglich ausführt, besonders das herausragende Ritartando am Schluss des Hauptthemas II (Takt 32 bis 34) im Verein mit den dynamischen Bewegungen, dem großen Crescendo poco a poco (Takt 11 bis 15), den häufigen Dynamikwechseln im Hauptthema II (Takt 17 bis 22), dem anschließenden Crescendo (Takt 24 bis 27 und dem abschließende Diminuendo (ab Takt 31).
Auch der Übergang zum Seitenthema im Hauptthema III (ab Takt 39) sowie das Seitenthema selbst sind vom Feinsten. Er erweist sich hier wieder einmal als ein großer Legatospieler.
In der 2. Phase des Seitenthemas (ab Takt 64 mit Auftakt) spielt er die kleinen Ritardandi ganz ausgezeichnet sind es die Bögen mit den Oktavierungen, die so wunderbar hervortreten.
Auch die wundersame Schlussgruppe mit dem lyrischen ersten Gedanken (ab Takt 100) den Gewichtigen Ganzen-Akkorden im Mittelteil und dem staccatoförmigen 2. Gedanken spielt er wirklich mitreißend. Natürlich wiederholt er auch die Exposition.
Auch in der Wiederholung kann sein kontrastreiches Spiel in Tempo und Dynamik nur gelobt werden.
Dem schließt sich eine kraftvolle Einleitung der Durchführung an, die dann durch ein Pianissimo-Tal in eine neuerliche Steigerung in zwei kraftvollen glockenförmigen Oktavsprüngen zum Kern der Durchführung hin ausläuft.
Im Kern der Durchführung setzt er die 4 Einsätze des Fugatos deutlich voneinander ab, ohne den Fluss zu unterbrechen, wobei er die dynamische Steigerung von der Mitte des 1. Einsatzes (Takt 144) aus bis zum Beginn des 3. Einsatzes organisch in die Entwicklung einfließen lässt.
Im zweiten Fugato-Abschnitt ab Takt 177 mit Auftakt lässt er die Achtelsekund leicht durch die Oktaven hüpfen, bis die ff-Akkorde ab dem zweiten Themeneinsatz in c-moll (Takt 181) das Regiment übernehmen und in einer schier endlosen ff-Figur über fast 20 Takte dennoch im sog. Stillstand ab Takt 197 in einem grandios gespielten Diminuendo-Ritardando zur Ruhe und zum Stillstand kommen.
Dann spielt Lewis ein wirklich berührendes, tief in den musikalischen Kern vordingendes Cantabile-Espressivo (ab Takt 201 nach dem Doppelstrich) und im letzten Teil der Durchführung ( zur Reprise hin) wunderbare Intervallsprünge. Ich bin, nicht erst seit dieser Aufnahme, der Meinung, dass man diese Entwicklungen besser darstellen kann, wenn man nicht in der Hauptsache versucht, die Metronomvorgaben Beethovens zu erfüllen, wenngleich der eine oder andere hoch virtuos veranlagte Pianist (z. B. Korstick), es doch schafft, in diesem Abschnitt zum Kern vorzudringen.
Lewis hat hier den Zwang nicht, in der Reprise aus einem hohen Tempo heraus , z. B. in der Modulation der Reprise (ab Takt 234 mit Auftakt, die temporalen Bewegungen zu gestalten, er kann sich aus einem weniger hohen Tempo heraus die Verläufe optimal gestalten und wiederum ein einem herausragenden Diminuendo-Ritardando (Takt 264 bis 267) auslaufen.
In einer neuerlich kontrastreichen Rückleitung gelangt er dann wieder zum berückenden Seitensatz, der, wie es gehört die nötige Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, wobei hier die Oktavierungen unterbleiben, in der dritten Seitensatzphase (ab Takt 313) jedoch wieder auftauchen und in die rhythmisch und dynamisch kontrastreiche und sehr ausdrucksvolle Schlussgruppe übergehen,, der er eine ebenfalls grandios gespielte Coda folgen lässt.

Im Scherzo ist Paul Lewis etwa zeitgleich mit Stephen Kovacevich, aber etwas langsamer als Michael Leslie und deutlich langsamer als Michael Korstick.
Dynamisch spielt er, wie schon im Kopfsatz sehr aufmerksam den Vorgaben der Partitur entsprechend und bildet die Akzentverschiebungen von der Phrasenmitte in den ersten 12 Takten zum Phrasenanfang in den ersten vier Takten des Mittelteils (ab Takt 15 mit Auftakt und ab Takt 31 mit Auftakt in der Wiederholung) sehr deutlich ab. Auch an solchen Beispielen sieht man die frappierende mathematisch genaue Architektur des Sonatensatzaufbaus in Beethovens Klaviersonaten.
Im Trio zeigt sich wieder wie in etlichen ähnlichen Hörbeispielen, dass etwas weniger im Tempo mehr ist in Bezug auf die Transparenz der Wiedergabe, hier speziell bezogen auf die Achteltriolen in der Begleitung, die in schöner Regelmäßigkeit mit den Themen-Oktavakkorden die Oktaven wechseln.
Auch das Presto geht in seiner Struktur klar und deutlich ins Ohr des Hörers, und wieder ist das dynamisch exakte Spiel des Pianisten zu loben.
Im Scherzo II tritt die zusätzliche Achtel bei dieser klugen Tempogestaltung klar und deutlich hervor und fällt nicht unter den Tisch wie bei manchen, wie ich finde, zu schnellen Scherzos. Lewis spielt auch den temporal kontrastreichen Schluss (nach einem berührenden "poco ritartando" das Presto mit den originellen vier Schlusstakten auf dem hohen Niveau des bisher Gespielten.
So klingt es m. E., wenn der Pianist partiturtreu spielt und dabei sein hohes Können ganz in den Dienst der Musik stellt.

Im Adagio ist Paul Lewis deutlich langsamer als Stephen Kovacevich un noch deutlicher langsamer als Michael Leslie, aber ebenso deutlich schneller als Michael Korstick.
Dynamisch ist das sehr beeindruckend. noch mehr aber nimmt mich die musikalische tiefe seines Spiels gefangen, ganz entspannt, nicht zu sehr nach außengekehrt, aber dennoch spannungsreich empfinde ich es, wie er kleine und große Bögen, aber auch die Non-Legato-Abschnitte zu einer ganz großen Bewegung zusammenfasst und in den ersten schier überirdischen, von innen leuchtenden Bogen (Takt 14/15) hineinfließen lässt und es dann trotz des Zurückfallens in das traurige fis-moll weiter fließen, um wenige Takte später den Bogen nochmals leuchten zulassen, diesmal in einer zusätzlich Oktavierung nach oben- wunderbar!
Und dann stimmt er den bewegteren, aber ebenso tieftraurigen "con grand espressione"-Teil an (ab Takt 28 mit Auftakt), wo es wogt, dann aber, wie aus dem Nichts sich auflöst (Takt 33 in der zweiten Sechzehnteltriole) und zu dieser einmaligen überirdischen Überleitung zu jenem himmlischen Seitenthema geformt wird, das mich seit vielen Jahren gepackt hat. Lewis spielt das trotz der enormen musikalischen Dichte sehr klar und gleichzeitig sehr berührend.
Und das himmlische Seitenthema selbst ist eine Offenbarung bei einem hochlyrischen Pianisten wie Paul Lewis, und er führt ganz organisch dieses Seitenthema über die schon früher beschriebenen signalartigen Sext-Terz-Kombinationen, hier in Takt 63 und 65/66 in die Durchführung hinein, die geprägt ist von den originellen aufsteigenden Sechzehntelfiguren und zudem der kürzeste Teil des Adagios ist, in hellen Es-dur beginnt und im letzten Viertel wieder im fis-moll endet und im Smorzando (Takt 86) versinkt und Platz macht für die Reprise, in der Beethoven das Thema wieder in neuem Gewande präsentiert, zunächst in den spektakulären Zweiunddreißigstelläufen in der hohen und ganz hohen Oktave, die kontrastiert werden von dreistimmigen , später auch vierstimmigen Akkorden, die zwischen Quinte und Dezime changieren un d im Bass unerbittlich den Takt schlagen. Grandios, wie Lewis das spielt in teilweise weit ausladenden dynamischen Bewegungen, am Ende dieser Sequenz in wunderbaren, gleichsam sich ständig wandelnden Figuren und Oktavierungen auslaufen, bevor in einer neuerlichen Auflösung in Takt 108 mit Auftakt zunächst wieder das "grand espressione und dann die ebenfalls gewandelten überirdischen Überleitung wieder ankündigt, auf dem Wege dahin im Bass von großen Intervallsprüngen kontrastiert. Lewis führt mit großer Ruhe und gleichzeitig leidenschaftlichem Spiel wiederum kongenial zum himmlischen Seitenthema (ab Takt 129)hin, , das am Ende wieder über unsere schon bekannten Sext-Terz-Kombinationen zur wundersamen Coda hinführt, in dem noch einmal kurz das Seitenthema auftaucht, dann aber in einer furiosen Steigerung untergeht, Lewis spielt das auch furios mit drei hammerharten sehr dichten Zweiunddreißigstel-Sextolen am Ende von Takt 165, bevor das Hauptthema mit langem Atem und einem ausgedehnten ritardando alles wieder unter dem wunderbaren Bogen zur Ruhe bringt und nach einem letzten Crescendo das lange Geschehen mehr und mehr zusammensinkt und in einem wunderbaren ätherischen Fis-dur, Morendo in einem letzten gebrochen Akkord vergeht.
Ein überragend gespielter Satz!

Das einleitende Largo des Finales spielt Lewis, wie ich meine, in angemessenem Tempo, wiederum die dynamischen Akzente sorgfältig ausführend. Auch das anschließende Allegro (ab Takt 3) spielt er überschaubar und dynamisch in den entsprechenden Kontrasten.
Auch im "tenuto"-Teil (Takt 9 un f 10) spielt er mit reduziertem Tempo und präzisen Abstufungen in den Zweiunddreißigstel und Achteltriolen und lässt es organisch in den hochrhythmischen "a tempo"-Teil (Takt 10, Forts.) einfließen. Weil er diesen Abschnitt ganz langsam beginnt, ist sein Accelerando um so größer und gefällt mir über die Maßen. Auch das Crescendo ist außerordentlich.
Im I. Teil des Allegro risoluto,. der Exposition des Themas in B-dur, Tat 16 bis 84, liest der Hörer dank des maßvollen Tempos und es rhythmisch wie dynamisch präzisen Spiels wie in einem offenen Buch und kann immer besser erkennen, mit welchen raffinierten Mitteln hier den Fortgang des Satzes überschaubar gestaltet, mal in den Sechzehntelläufen durch Basstriller am jeweiligen Taktanfang strukturiert, mal durch wiederholte identische Sechzehntelfiguren im Bass, mal durch die Verlagerung des Themas in die hohe Oktave. Wenn der Pianist als oberste Maxime die möglichst schnelle und virtuose Bewältigung des höchstschwierigen Satzes im Sinn hat, ist dieser Aufbau kaum nachzuverfolgen, kommt der Hörer ein um's andere Mal ins Schwimmen (und der Pianist manchmal auch). Paul Lewis macht das hier, wie ich finde, ganz im Sinne des Zuhörers sehr transparent.
In diesem Sinne geht es im II. Teil, Takt 85 bis 152der Vergrößerung in es-moll, weiter. Hier trägt er der Gestaltung des Gehaltes durch hochdynamische Sforzandoketten und kreuz und quer über die Oktaven hüpfende Trillerketten Rechnung, wobei er die dynamischen Bewegungen in den Fluss mit einbindet, wobei dieser durch die kunstvoll eingestreuten Viertel- und Achtelpausen immer wieder kurz stockt, aber immer wieder weitergeht.
Im III. Teil, dem Rücklauf des Themas in h-moll, Takt 153 bis 207, gestaltet er die verschiedenen Stilmittel Beethovens auch sehr transparent, in der ersten Hälfte im "cantabile" die langen Bögen in den Halben und Vierteln, von den Sechzehntelläufen darunter kontrastiert, anschließende die Sechzehntelläufen oben, dann wieder gewechselt, und im zweiten Teil durch die schon vorher einmal angewandten Repetitionen von gleichen oder ähnlichen musikalischen Sechzehntelfiguren in stets verschiedenen Lagen.
Im IV, Teil schließlich, Takt 208 bis 249, in dem das Thema umgekehrt wird und der die Mitte (und den Höhepunkt) des Allegro risoluto markiert, wie ich schon früher einmal ausführte, erweitert Beethoven sein Repertoire an musikalischen Mitteln, indem er nicht nur kleinere oder größere Figuren auf gleicher oder unterschiedlicher Höhe wiederholen lässt, sondern auch unterschiedlich lange Tonfolgen in beiden Oktaven parallel laufen lässt, z. B. in Takt 220 oder 222 oder schließlich ähnlich strukturierte Figuren gegenläufig spielen lässt, so ab Takt 229, schließlich endend in diesen beispiellosen wilden Trillersprüngen Takt 242 bis 246. Paul Lewis setzt all das, wie ich meine, absolut gekonnt und sachdienlich um und endet diesen auch von der Schwierigkeit her absoluten Höhepunkt des Satzes in donnernden Fortissimoakkorden.
Auch den V. und kürzesten Teil, jene ruhevolle "Insel, die Durchführung des zweiten Themas in D-dur, Takt 250 bis 278, spielt Lewis sehr anrührend, mit klarem, die3sseitigen Ton ganz im Bachischen Stile, wie ich finde.
Den VI. und längsten Teil, bestehend aus drei Abschnitten, zuerst die gleichzeitige Ausführung beider Themen in B-dur, dann zweifache Ausführung des 1. Themas in B-dur, schließlich die Schlussankündigung der Durchführung in B-dur, schließt Lewis voll konzentriert und "ben marcato" mit gestiegenem dynamischen Niveau und rhythmischer Kraft an.
Hier fährt Beethoven noch einmal alles auf, was ihm an Gestaltungsmitteln zur Verfügung steht, und Lewis fährt noch einmal alles an Können auf, was ihm zur Verfügung steht. Zusammen ergibt das ein atemberaubendes Procedere, das Lewis mit der grandios gespielten unglaublichen Coda zu einem würdigen Ende führt.
Eine herausragende Interpretation!

Liebe Grüße

Willi :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

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1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
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