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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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Mittwoch, 29. August 2018, 11:42

Nadine Sierra ziert übrigens das Cover des neuen Opernglases.

Melomane

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Mittwoch, 29. August 2018, 11:45

Nadine Sierra ziert übrigens das Cover des neuen Opernglases.


Na, das ist aber mal ein Zufall, gerade jetzt, wo ihre neue CD erscheint! :D

Melomane

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Mittwoch, 29. August 2018, 14:20

zu Nadine Sierras CD "There's a place for us"

Habe - spotify sei Dank - mal in die von "Caruso41" angesprochene CD hereingehört und finde sie unter dem Strich sehr unbefriedigend. Beim ersten Hören klingt die Stimme von Frau Sierra in der Mittellage relativ voll und ist angenehm dunkel timbriert, aber schon im passagio tritt ein unangenehm meckerndes Vibrato hinzu, das sich in der Extremhöhe leider noch verstärkt. "Glitter and be gay" klingt oben derart offen und beinahe schon gekräht, dass man sich fragen muss, ob Frau Sierra nach 30 Versuchen entweder wahnsinnig müde war, oder ob ihr die technischen Fähigkeiten fehlen, um die Töne mit einer gewissen Kontrolle anzugehen. Ich schreibe "gewisse Kontrolle", weil mir natürlich klar ist, dass "Candide" nicht "Lucia" ist und dass man hier nicht die reinen Koloraturen einer Erna Berger erwarten kann, sondern oben hier dem Affen durchaus etwas Zucker geben darf, nur darf es dann halt nicht so sehr nach Unvermögen klingen wie in dieser Aufnahme. Dazu kommt - und das stört mich fast noch mehr - eine völlige Emotionslosigkeit in den textlastigen Passagen am Anfang der Strophen. Gerade sie als Muttersprachlerin könnte hier vielmehr Inhalt, ja auch Witz vermitteln, das fehlt m. E. völlig. Nach dem ebenso runtergedudelten "Will there really be a morning" habe ich dann die Lust verloren, technische Schwächen und interpretatorischer Unwille sind dann doch des guten zu viel, da hilft die von Natur aus aparte, kleine (!) Stimme nicht viel, um das auszugleichen. Mal sehen, ob sich diese Einschätzung bei einem Live-Erlebnis ändert, diese Saison gibt es ja dazu einige Gelegenheiten, u.a. im neuen "Rigoletto" in der Berliner Staatsoper.

Caruso41

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Mittwoch, 29. August 2018, 15:50

zu Nadine Sierras CD "There's a place for us"

Lieber Melomane,

es ist ja wirklich toll, dass es so etwas wie <Spotify> gibt. Da kann man wohl ganz neue CDs gleich hören und sich einen Eindruck verschaffen.
Und dass Du diesen Eindruck gleich mitteilst, finde ich auch toll. Ich habe ihn mit Interesse gelesen. Allerdings auch mit Staunen. Du beschreibst einige Mängel, die so gar nicht anschlussfähig sind an meine Live-Eindrücke.
Ich habe sie wie gesagt beim Bertelsmann Gesangswettbewerb, dann in Hannover beim NDR Klassik Open Air als Gilda und zweimal an der Berliner Staatsoper unter Barenboim (Amor und Nanetta) live erlebt.
Weder technische Schwächen sind mir aufgefallen und erst recht nicht "interpretatorischer Unwille". Könnte die Studio-Situation einen negativen Einfluss gehabt haben? Oder war das Programm doch nicht geeignet, ihre Stärken ins rechte Licht zu setzen?
Ich bin nun sehr neugierig. Aber zu <Spotify> habe ich keinen Zugang. Also werde ich geduldig sein müssen, bis ich das nächste Mal zu meinem CD-Händler komme.

Beste Grüße

Caruso41

Übrigens:
oben kannst Du nachlesen, wie begeistert sich auch andere Taminos über ihre Gilda, die seinerzeit im Fernsehen übertragen worden ist, geäussert haben.


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Caruso41

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815

Montag, 3. September 2018, 09:21

Die Koffer sind schon im Auto, in ein paar Minuten werden wir nach Bayreuth düsen. Dennoch kurz einige Töne von Sean Panikkar gehört. Zumindest weckt selbst der Kurzkontakt Interesse, mach Appetit auf mehr.
Selbst auf den Bildern wirkt der Junge ungemein anziehend und gewinnend sympathisch. Nach der reichlichen Wagnerkost, die wir jetzt genießen, werden wir uns uns diesen Tenor intensiver anhören.


Lieber Operus,

sicher hast Du in Bayreuth große Aufführungen erlebt und musst die nun erst mal verdauen!
Wenn Du dich dann aber Sean Pannikar zuwendest, hoffe ich, dass Du Deine Eindrücke und Meinungen auch kurz mitteilen kannst.

Bisher habe ich nicht gehört, dass weitere Auftritte von Pannikar in Europa geplant sind. Es geht nach der Salzburger Festspielen nun erst mal wieder nach Los Angeles, wo er den Gandhi in Satyagraha singen wird. Dann kommen Romeo, Don José, Rodolfo und Nadir in Amerikanischen Opernhäusern.

Liebe Grüße

Caruso41
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Caruso41

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816

Freitag, 7. September 2018, 16:00

Louise Alder, Sopran (England)

In einem anderen Thread habe ich gelesen, dass Operus wohl so bald nicht dazu kommen wird, sein Versprechen einzulösen, dass er noch etwas zu Sean Pannikar beitragen wolle. Also ist es vielleicht das Beste, wenn wir erst mal mit einer weiteren Vorstellung weitermachen.

Dafür habe ich eine junge Sopranistin ausgewählt, die mir allein schon deshalb imponiert, weil sie sich sehr bewusst auf die Arbeit in einem festen Ensemble einlässt und ein sehr vielfältiges Repertoire erarbeitet.

Es ist die englische Sopranistin
Louise Alder



Zunächst ein paar Worte zur Biografie:
Louise Alder stammt aus einer Musikerfamilie. Als Kind tanzte sie und bekam Geigenunterricht. Sie besuchte die Lady Margaret School in Fulham in London und spielte im London School’s Symphony Orchestre Violine.
Nach der Schule nahm sie ihre Studien an der Universität Edinburgh, wo sie im Studententheater erste Bühnenerfahrungen sammelte. Da diese Erfahrungen sehr ermutigend waren, begann sie an der International Opera School des Royal College of Music eine Ausbildung zur Opernsängerin. Zu ihren Lehrerinnen gehörte Kiri Te Kanawa.

Sie erhielt 2017 bei den International Opera Awards den Young Singer Award; beim Cardiff Singer of the World Wettbewerb errang sie den Publikumspreis.
Seit 2014/2015 singt Alder im Ensemble der Oper Frankfurt und trat dort als Gilda (Rigoletto), Atalanta (Xerxes), Cleopatra (Giulio Cesare in Egitto), Füchsin Schlaukopf (Das schlaue Füchslein), Sophie (Der Rosenkavalier), Susanna (Le nozze di Figaro), Gretel (Hänsel und Gretel) und Juliette Vermont (Der Graf von Luxemburg) auf. Zur Zeit ist sie als Pamina (Die Zauberflöte) an ihrem Stammhaus zu erleben, eine lyrische Partie, die sie bereits an der Garsington Opera sang. Weitere neue Partien werden die Romilda (Xerxes) und die Monica (The Medium) sein. Im Frühjahr 2019 wird sie am Teatro Real de Madrid in der Titelpartie von Händels Calisto zu hören sein.

Als Gast sang sie in der Londoner Royal Festival Hall und im Wiener Musikverein, bei den BBC Proms und in Glyndebourne, sowie an der Welsh National Opera in Cardiff, an der Garsington Opera, am Royal Opera House Covent Garden in London sowie in Bukarest.

Nun ein paar Worte zu Stimme und Gesang:
Ich habe Louise Alder zunächst in Frankfurt als Atalanta in Händels XERXES kennen gelernt und war sogleich entflammt: eine klare Stimme von heller Leuchtkraft. Süß und verletzlich, aber auch mit einem metallischen Kern, der es ihr erlaubt, dramatische Akzente zu setzen. Sie zeichnet die Linien mit konzentrierter Musikalität und einem geradezu nachtwandlerischen Stilempfinden. Koloraturen singt sie mit Lust und stupender Virtuosität. Händels endlose Läufe lässt sie mit souveräner Atemkontrolle und mit Sinn für Farben und Phrasierungspointen herrlich perlen.

Man mag sie jetzt noch als lyrischen Koloratursopran einstufen, aber die Stimme tendiert erkennbar in das lyrische Fach, hat ein gutes Fundament und Fülle. Das haben mir dann die Marzelline (Konzertanter FIDELIO bei den BBC Proms) und die Susanna (NOZZE DI FIGARO) eindrücklich beweisen.
Wie sie das Quartett im ersten Akt des Fidelio geführt hat, das war so bewegend, wie ich es seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gehört habe.
Als Susanne entfaltete sie einen Reichtum an lyrischen Farben: sie konnte seidenweich klingen aber auch resolut und kratzbürstig, Was mir diese Susanna aber zu einem besonderen Ereignis machte, das war der mal flirrende Ton der Koketterie und Verführung, dann aber vor allem die erotische Ausstrahlung von Stimme und Gesang.

Eigentlich müsste ich noch von ihrem darstellerischen Talent und von ihrer Fähigkeit schwärmen, einer Figur Profil zu geben und das in all ihren Gesten und Gängen überzeugend auszudrücken. Im Fidelio wurde sie fast zur Hauptfigur, deren Schicksal mehr interessierte und das Publikum berührte als die ganze Geschichte der Leonore, die immerhin Frau Merbeth sang.
Wo kann man Louise Alder hören?

Wo kann man Louise Alder hören?
Ihr erstes Soloalbum mit Liedern von Richard Strauss ist 2017 bei Orchid Classics erschienen.

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Dann gibt es noch einige Mitschnitte von Produktionen der Frankfurter Oper, in denen sie mitwirkt. Wenn Interesse danach besteht, werde ich die gerne später noch einstellen.

Hier will ich aber erst mal die Möglichkeit bieten, sich über Youtube einen ersten Eindruck von der Sängerin, ihrer Stimme und ihrem Gesang zu verschaffen.

Monteverdi
https://www.youtube.com/watch?v=OfUZCqRs0jI


Monteverdi
https://www.youtube.com/watch?v=BiRfTUccoxk


Mozart
https://www.youtube.com/watch?v=Y1oKerJ_…vtDW5N_nDEDH0OA


Stravinsky
https://www.youtube.com/watch?v=FAQDZAmO…vtDW5N_nDEDH0OA


Die Einstudierung von Händels Semele
https://www.youtube.com/watch?v=cdRX9Ba1Nx8


Lied-Aufnahmen gibt es sehr reichlich von Louise Alder auf Youtube.
Hier erst mal nur:

Liszt "Pace non trovo" at BBC Cardiff Singer of the World 2017.
https://www.youtube.com/watch?v=KgWiQsJ1…DEDH0OA&index=5


Die komplette Zauberflöte kann man aus der Garsington Opera hören:
Ab 14.09.2018 um 19:00 MEZ
https://operavision.eu/de/bibliothek/auf…ern/magic-flute
https://operavision.eu/de/bibliothek/auf…ern/magic-flute

Vielleicht kennt ja jemand längst Frau Alder aus Frankfurt (oder anderswo) und will seine Eindrücke und Urteile mitteilen. Ich bin gespannt!
Natürlich freue ich mich auch über andere Reaktionen!

Liebe Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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