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MatthiasR

Fortgeschrittener

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Beiträge: 259

Registrierungsdatum: 7. November 2005

1

Sonntag, 18. Juni 2006, 13:50

Hilfe bei Programmzusammenstellung!

Hallo liebe Forianer!

Ich würde gerne, nach dem Vorbild des von mir so geschätzten tastenwolfs, eure Meinungen zu einem Konzertprogramm hören.
Ich erhoffe mir einige Anregungen von euch und hilfreiche Tipps!
Aber nun wirds konkreter:

Im Oktober soll ich einen Part bei einem kleineren Konzert übernehmen, an sich keine große Sache, allerdings für mich persönlich sehr wichtig, da es eine Art Abschied sein wird von vielen Leuten, die mich Jahre lang in meiner musikalischen Laufbahn unterstützt und motiviert haben und denen ich sehr viel verdanke! Deshalb möchte ich mir bei diesem Konzert besonders viel Mühe geben.
Es handelt sich um ein Konzert in einer Kirche.
Das Instrument ist ein älteres britisches Klavier, ziemlich solide, Tschaikowsky b-Dur würde es aber nicht aushalten. :-D
Ich soll etwa 1/3 des Programms tragen, da noch 2 andere noch ihren Auftritt haben sollen.
D.h. maximal 30 min.
Ich würde mich gerne auf einen Komponisten konzentrieren meine Idee ist folgende:

Chopin:
Nocturne Op. 15 No 2
Nocturne Op. 48 No 1
------- (sanfter, technisch nicht zu anspruchsvoller Einstieg)
Polonaise Op. 26 No 2
Polonaise Op. 40 No 2
------- (etwas deftigerer Mittelteil)
Etüde Op. 10 No. 5
Etüde Op. 10 No. 12
(ein wenig Technik zeigen muss auch sein, mit aktustisch hoffentlich eindrucksvollem Ende)

Müsste etwa eine halbe Stunde sein.

Alternativer Vorschlag wäre außerdem:
Statt Polonaisen: Ballade in g-moll

Ahja mein Chopin Repertoire umfasst so weit alles bis auf die frühen Polonaisen, die Ballade No. 4, Bolero und den Konzerten.
Bei den Etüden sind allerdings einige zu gefährlich um im Konzert gespielt zu werden. Was geht wäre:
Op 10 No 1,3,5,6,10,12
Op 25 No 1,4,5,7,10,12
Der Rest ist zu heikel, oder in der Mache!

Ich würde mich wahnsinnig über Tipps freuen, sodass am Ende ein schönes ausgewogenes Programm entstehen kann!

Ahja und fühl euch frei auch alles umzuwerfen, ich bin für jeden Vorschlag dankbar!

Hoffnungsvolle Grüße
Matthias

2

Sonntag, 18. Juni 2006, 15:49

Hallo Matthias,

Wow, fast das ganze Chopin Repertoire... da wäre es doch gut, eine Mischung aus bekannteren und unbekannteren Stücken zu machen.

erster kleiner Tip - nie 2 gleiche Stücke hintereinander, selbst wenn diese sehr unterschiedlich gebaut sind.

die Idee mit einem sanften Einstieg finde ich nicht ganz so gut - ideal finde ich Stücke, bei denen man sich sicher fühlt, gleichzeitig Selbstbewußtsein aufbauen kann und auch schon die Fähigkeiten zeigen kann.

auf Kontrastwirkungen lege ich großen Wert, Abwechslung zwischen starken, brillanten und ruhigen, gefühlvollen Stücken, rhythmische Abwechslung (ja nicht zu viel im gleichen Takt...)

eine mögliche Folge:

eine Polonaise (eher kurz...)
ein Nocturne
ein Scherzo (das vierte Scherzo ist IMO ein Hit) - oder ein Walzer (die sind schon sehr virtuos!)
oder gleich ein Schinken wie die Fantasie Polonaise
ein Nocturne, oder die Berceuse, oder 10/3 (riskiers einfach... der Mittelteil ist nicht so schwer)
zum Schluß ein bekanntes Stück z.B. 10/12 oder Ballade g-Moll (die ich aber für abgedroschen halte) oder das Fantasie-Impromptu,

insgesamt geht es nur darum, was du von dir zeigen willst - die romantische Seite, die virtuose, die Wandlungsfähigkeit deines Gefühlsausdrucks.

die Auswahl sollte den frühen und den Spätstil berücksichtigen - kennst du die Rondos? ich hab mal das Es-Dur Rondo gespielt - das ist ähnlich wie die Konzerte...ganz nett finde ich auch die op 71/1 Polonaise (d-Moll) (klingt vielleicht einfach und verspielt, ist aber sauschwer, wenn es Leichtigkeit ausstrahlen soll...)

die späten Nocturnes sind wiederum IMO die Höhepunkte seines Stils, mein Favorit ist op.55/2 - das ist schwer wie scrjabin...

ich halte es für das beste, wie du auch schreibst, ein ausgewogenes Programm zu studieren. sonst könntest du ja gleich die ganze h-moll Sonate spielen...

ich hoffe, fürs erste genug Anregung gegeben zu haben,

(PS. was das "Technik zeigen" betrifft, das sollte man nie in Erwägung ziehen - hast du es notwendig, jemandem imponieren zu müssen?? wem denn? Verwandten oder Freunden? oder Kollegen und dem Lehrer?
und wenn schon, dann gibts dafür gerade jene haarigen Stücke: fang mit op.25/11 an, das imponiert wirklich)
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

MatthiasR

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3

Sonntag, 18. Juni 2006, 16:01

Hallo Tastenwolf!

Danke für die vielen hilfreichen Tipps.
Man Ziel ist es eigentlich Vielseitigkeit zu zeigen, obwohl ich nur einen Komponisten präsentiere.
Meine bisherige Strategie war deshalb das Programm steigernd was den Schwierigkeitsgrad und die Viruosität anbelangt zu gestalten, aber so wie du es vorgeschlagen hast klingt das auch sehr gut!

Was hälst du davon:

A- Dur Polonaise Op 40
Nocturne Op 72 No. 1
Walzer Op. 34 No. 1
Etüde Op. 10 No. 3 (die übe ich gerade sowieso nochmals)
Schlussgranate: Op 10. No 12
Wenn Zugaben gewünscht sind dann:
Minutenwalzer (den kennt wahrlich jeder :D)

Wulf

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4

Sonntag, 18. Juni 2006, 16:57

Hallo Matthias,

schooon wieder Chopin? :( :stumm: Verfolgt man (zumindest bei uns in Berlin) Spielpläne von Klavierabenden, so beschleicht einen der Verdacht, es hätte nur 3 Komponisten der gesamten Musikgeschichte gegeben, die Klaviermusik geschrieben hätten: Chopin, Liszt, Beethoven. Ach ja manchmal Schubert und sporadisch Bach oder sehr sporadisch Debussy.
Aber eine Million Interpreten für Chopin :stumm:
Um nicht nur zu meckern:
Wie wäre es mit Debussy, z.B. die Etüden?
Oder Skrijabin?? ....

:hello:
Wulf.
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
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MatthiasR

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5

Sonntag, 18. Juni 2006, 17:51

Tut mir leid, aber Chopin ist mein Hausgott :D.
Man kennt mich nunmal mit meinem Chopin dort und wenn ich mich verabschiede, dann auch mit Chopin. :yes:

Wulf

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6

Sonntag, 18. Juni 2006, 18:28

Hallo Matthias,

habe das inzwischen aus deinem Profil entnehmen können.
Es sei Dir verziehen :D

Leider kann ich wenig beisteuern, weil ich mich mit Chopin nicht so gut auskenne (es sind Jugendtraumata, meine Mutter spielte Chopin rauf und runter...) Aber ein Werk gefällt mir außerordentlich gut, nämlich das Scherzo on b-moll (op.32??? es ist ein kräftigeres, temperamentvolles Werk - meine Mutter hat es nie gespielt :D )
Vielleicht magst Du das mit einbeziehen?

LG
Wulf.
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MatthiasR

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7

Montag, 19. Juni 2006, 16:29

Ui das Scherzo ist technisch sehr gefährlich.
Glaube nicht dass ich mich da drantraue, zumal ich dann zum rennen neige und dann die Musik flöten geht.
Aber du hast recht, das b-moll Scherzo ist wirklich grandios!

8

Mittwoch, 21. Juni 2006, 15:39

hallo Matthias,

die Reihenfolge spricht mich sehr an! sehr attraktiv und abwechslungsreich...

als kleiner Kritikpunkt müßte ich erwähnen, daß es sehr nach "Best of Chopin" aussieht. aber das ist sowieso deine Entscheidung.

mir ist aufgefallen, daß ich die Mazurken total übersehen habe in meinem Beitrag...die sind schön kurz ..zum Drüberstreuen...und eigentlich das Charakteristikum von Chopin.

(IMO wird bei der Revolutionsetüde meistens die rechte Hand zu wichtig genommen und die Akkorde so hineingedonnert; ich bevorzuge, wenn die linke Hand führt und in der rechten Hand quasi Holzbläser spielen zu den schnellen Streicherpassagen, kein 3faches Blech - was meinst du?)
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

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9

Mittwoch, 21. Juni 2006, 16:08

Von der A-Dur-Polonaise würde ich abraten, eines der wenigen Chopin-Stücke, das ich inzwischen als "abgedroschen" empfinde. Lieber eine der weniger bekannten (ich weiß leider die Nummer nicht, aber z.B. die mit den "Trommelwirbeln" im Mittelteil e-moll? oder fis-moll)
(edit: ich meinte op. 44 fis-moll, aber alles ist m.E. besser als die allzu oft gehörte A-dur)

Meine Lieblings-Scherzi sind #1 und #3. Wir sollten wirklich mal die einzelnen Chopin-threads wiederaufleben lassen, nachdem sich die Klavierfraktion hier von ihrer Dezimierung wieder erholt zu haben scheint...

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Caesar73

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10

Mittwoch, 21. Juni 2006, 17:03

Zitat

Original von Johannes Roehl

Meine Lieblings-Scherzi sind #1 und #3. Wir sollten wirklich mal die einzelnen Chopin-threads wiederaufleben lassen, nachdem sich die Klavierfraktion hier von ihrer Dezimierung wieder erholt zu haben scheint...



Ganz meine Meinung. Vor allem weil es beispielsweise zu den Balladen bzw. den Scherzi noch keine eigenen Threads gibt, da ist also noch Terra Incognita für Jeden, der sich dort noch austoben möchte :D

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Wulf

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11

Mittwoch, 21. Juni 2006, 17:35

Prinzipiell haben die Komponisten/Werk - threads starken Nachholbedarf.
IMO gibt es inzwischen viel zu viele "allgemein"-threads.
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MatthiasR

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12

Donnerstag, 22. Juni 2006, 17:22

Zitat

Original von tastenwolf
(IMO wird bei der Revolutionsetüde meistens die rechte Hand zu wichtig genommen und die Akkorde so hineingedonnert; ich bevorzuge, wenn die linke Hand führt und in der rechten Hand quasi Holzbläser spielen zu den schnellen Streicherpassagen, kein 3faches Blech - was meinst du?)


Hallo tastenwolf!

Zu Anfang halte ich es so wie du mit der rechten Hand, in der "Reprise" jedoch gibts bei mir volles Rohr, da hau ich den TUTTI Schalter rein :D. So ist es denke ich auch gedacht von Chopin, da die Rechte viel mehr zu tun bekommt mit den triolischen Umspielungen des Themas.

13

Donnerstag, 22. Juni 2006, 23:15

mir ist die Ausgewogenheit beider Hände eben wichtiger -
in der rechten Hand reindreschen ist leicht - aber die linke Hand geht unter - dazu dann noch zuviel Pedal...ich denke, machmal verwechselt man da Chopin und Liszt -
es wird doch erzählt, Chopin konnte keine große Dynamik erzielen..."Salonpianist"

naja, volles Rohr setze ich nur noch selten ein - ähnlich, wie man auch Wagner nicht von Anfang bis Ende durchbrüllen sollte - gute dynamische Höhepunkte setzen ist mein Ziel...
(schließlich spiele ich viel Reger, ständig zwischen ff und ffff)
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
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