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Oolong

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1

Mittwoch, 28. Juni 2006, 15:53

Die ganz stille Liebe - Mauerblümchenmusik

Hallo zusammen,

dieser Thread ist aller Musik gewidmet, die EIGENTLICH als ein wenig unglücklich ausgeführt, leicht angestaubt, eher schwach komponiert oder gar langweilig gilt, die uns persönlich aber tief ins Herz geht, auch wenn man den Grund nicht immer erklären kann.

Ich bin sicher, Ihr kennt so etwas!

Bei mir sind es die " Moralischen Kantaten" von Telemann, besonders " Die Zeit"

Ich habe diese Musik in einem schwach besuchten Kirchenkonzert mit einem in Ehren ergrauten Tenor einer Provinzbühne, der von einer mangelhaft restaurierten Orgel ( Schleifgeräusche!) begleitet wurde, kennengelernt - und was soll ich sagen - es wurde MEINE Musik! Selbst der arg pädagogische Text von Joachim Johann Daniel Zimmermann macht mir immer wieder Freude. Hier ist er:

Aria

Die Zeit verzehrt
die eignen Kinder
viel geschwinder
als sie die selbigen
zur Welt geboren hat.
Jahr, Monat, Wochen, Tag und Stunden
sind, wenn sie sind, verschwunden;
der Leib, der sie gebiert
ist ihr gewisses Grab;
die Mutter würgt sie selber ab
und hort nicht auf und frisst
und wird doch niemals satt.

Recitative
Der Anfang lieget stets beim Ende.
Kaum bricht der lichte Tag hervor,
so zieht die Nacht den braunene Flor
den heitern Lüften an;
sie nimmt den Schatten in die Hände,
der auch sogar den Mittag selbst verdunkeln kann,
und kehrt das Licht in Finsterniss.
Ach, braucht den Tag!
Die Nacht folgt bald, und dass gewiss.

Aria
Fahrt, reitet, spielt Karten,
trinkt Koffee, raucht Knaster,
sucht Scherz und Vergnügen,
singt, tanzet und lacht!

Macht euch lustig, aber wisset,
dass ihr einst von euer Lust
Red und Antwort geben müsset!
Darum bleibet in den Schranken,
nehmt dei Grenzen wohl in acht!



Nun bin ich auf Eure Mauerblümchen gespannt!

Gruß
Stefan
Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

Wulf

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2

Mittwoch, 28. Juni 2006, 16:11

Hallo Oolong,

sorry, aber da muß ich gleich einmal zumindest bedingt querschießen.

Gut, daß ein Werk aus einer bestimmten Perspektive "schwach" komponiert ist, kann ich so akzeptieren. Gehen wir z.B. von Struktur aus, so kann ich auch strukturell vermeintlich schwache Werke lieben, da dann vielleicht die Thematik überzeugt. Ich denke z.B. an die Rhapsody in Blue

Ob Musik leicht angestaubt erscheint, sagt IMO weniger über die Qualität der Musik aus als über Rezeptionsgeschichte. Hier könnte man an vielleicht heute etwas "angestaubte" Opern von Auber, Cherubini etc. denken. Was aber noch lanege nichts gegen deren Qualität sagt.

Ob Musik gar langweilig ist oder nicht, scheint mir am wenigsten objektiv
wertbar zu sein. Ich kenne eigentlich auch kein Werk, das in der Allgemeinheit als langweilig gilt. Ich kenne auch niemanden, der so eine statement ernsthaft vertreten würde.
Ein Beispiel: Mein Vater fand immer Beethovens Chorfantasie Musik für die Altdamenrunde, während er die Ode an die Freude deutlch vorzog. Mir ging es lange Zeit genau anders. Habe ich nun eine Affinität zu Bridge-Runden mit alten Damen? Ich hoffe nicht!
Und selbst wenn, tangierte mich das nur äußerst peripher...

Also, meine Conclusio: Wenn Dir/mir ein Werk gefällt, tief ins Herz gehen, kann ich es zar nicht (ganz) freisprechen von kompositorischen "Mängeln", aber auf alle Fälle vom Vorwurf der Langweiligkeit. Und ich schötze mal Deinen Anspruch so ein, daß wenn Dir ein Werk gefällt, es so schwach nicht sein kann Oder? ;)

LG
Wulf.
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

MarcCologne

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3

Mittwoch, 28. Juni 2006, 17:11

Hallo Wulf,

ich glaube Oolong hat das Ganze lediglich etwas unglücklich mit "angestaubt", "schwach komponiert", bzw. "langweilig" definiert.

Der Begriff "Mauerblümchen" trifft hingegen eher das, was (mit Sicherheit) eher gemeint sein sollte:
Ein allgemein unbeachtet (aus welchen Gründen auch immer) gebliebenes Musikstück, das äußerlich auch etwas unscheinbar wirken mag (wie in Oolongs Beispiel eine ihn sehr berührende Kantate, die sich "unscheinbar" unter vielen, vielen anderen Telemann-Kantaten "versteckt" hat)

Der "Mauerblümchen-Effekt" tritt dann ganz überraschend ein, wenn man z. B. im Konzert ganz urplötzlich ein solches persönliches "Aha!"-Erlebnis hat, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hatte.

Mir ging es vor ein paar Jahren mit ein paar Sonaten für (Travers-)Flöte und basso continuo von Händel so - recht selten gespielte Werke, die meist unter "ferner liefen" abgehandelt werden (abgesehen von seinen Cembalosuiten gilt Händel im Gegensatz zu Bach ja nicht als ein großer Meister der barocken Kammermusik).
Bei Händel zählen zuerst ja immer die Opern und Oratorien und dann noch Feuerwerksmusik & Co.
Und das schlägt sich eben auch in seinen Biographien und in den Konzertführern nieder.

Aber mich persönlich hat diese intime Musik sehr angesprochen, ohne dass ich jetzt erklären könnte, warum eigentlich. Ist halt oft komisch mit Musik und der individuellen Reaktion darauf. Aber genau darum geht es wohl in diesem Thread - man findet etwas unerwartet Schönes im (fast) "Verborgenen", wo man eigentlich gar nicht mit gerechnet hätte, ein "Mauerblümchen" halt :)

Das hier ist die Aufnahme:



Flötensonaten op. 1 Nr. 1b, 5, 9 + Flötensonate in D;
Oboensonaten op. 1 Nr. 6 & 8;
Fitzwilliam-Sonate in B; Oboensonate in F
Camerata Köln

Ein absoluter "Zufallsfund" (ich weiß nicht mal mehr, warum ich die CD damals eigentlich gekauft hatte :] ), der sich für mich als echter "Glückgriff" erwies und mein Interesse an Flötenmusik (auch Solowerke) geweckt hat.

Ich höre diese Stücke zu gern, sie passen für mich zu vielen Stimmungslagen und bringen irgendwie eine bestimmte Saite in mir zum Klingen...

Die Sonaten würde ich zu gerne mal live hören - aber wie gesagt: Die Stücke führen ein Schatten-/ Mauerblümchendasein und werden selten gespielt :(
"Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
(Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

Ulli

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

4

Mittwoch, 28. Juni 2006, 22:58

RE: Die ganz stille Liebe - Mauerblümchenmusik

Svensk Dansk von Kraus.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

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5

Mittwoch, 28. Juni 2006, 23:00

Zitat

Original von MarcCologne
Mir ging es vor ein paar Jahren mit ein paar Sonaten für (Travers-)Flöte und basso continuo von Händel so - recht selten gespielte Werke, die meist unter "ferner liefen" abgehandelt werden (abgesehen von seinen Cembalosuiten gilt Händel im Gegensatz zu Bach ja nicht als ein großer Meister der barocken Kammermusik).
Bei Händel zählen zuerst ja immer die Opern und Oratorien und dann noch Feuerwerksmusik & Co.
Und das schlägt sich eben auch in seinen Biographien und in den Konzertführern nieder.

Aber mich persönlich hat diese intime Musik sehr angesprochen, ohne dass ich jetzt erklären könnte, warum eigentlich. Ist halt oft komisch mit Musik und der individuellen Reaktion darauf. Aber genau darum geht es wohl in diesem Thread - man findet etwas unerwartet Schönes im (fast) "Verborgenen", wo man eigentlich gar nicht mit gerechnet hätte, ein "Mauerblümchen" halt :)

...

Die Sonaten würde ich zu gerne mal live hören - aber wie gesagt: Die Stücke führen ein Schatten-/ Mauerblümchendasein und werden selten gespielt :(


Welche barocke Kammermusik, von ein paar Werken Bachs abgesehen, wird schon häufig gespielt? Ich finde Händels Kammermusik ebenfalls sehr hörenswert, nicht nur die Sonatne für Bläser, sondern auch die für Violine und die Trionsonaten; einige Werke sind zwar von zweifelhafter Autorschaft und gewiß sind nicht alle gleichermaßen großartig, aber allemal hörenswert.
Einer meiner Favoriten (von BBB unlängst als ähnlich Langweilig wie die Brockes-Passion gescholten) sind die 9 deutschen Arien; die Texte von Brockes bilden teils eine Art "Ehre Gottes aus der Natur", teils sind sie allgemeineren moralisch-beschaulichen Inhalts. Gewiß nicht spektakulär, aber poetische und rührende Miniaturen.

"Künft'ger Zeiten eitler Kummer/stört nicht unsern sanften Schlummer/
Ehrgeiz hat uns nie besiegt./Mit dem unbesorgten Leben,/das der Schöpfer uns gegeben,/sind wir ruhig und vergnügt."

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Oolong

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6

Donnerstag, 29. Juni 2006, 10:26

Hallo Marc, hallo Wulf,

Ihr habt mit Euren Einwänden gegen meine Formulierungen natürlich recht, wenn ich diese OBJEKTIV anwenden würde. Doch ich nannte mehrheitsfähige VORURTEILE!! Aber es geht mir schon um die Tendenz die Marc darstellt - um Werke die nicht etwa vergessen wurden und daher in ihrer Rezeption unterrepräsentiert sind, sondern um Werke, die die Mehrheit der Musikliebhaber vielleicht durchaus oberflächlich kennt, aber mit einem Schulterzucken als belanglos im Regal verstauben läßt. Und genau hier interessieren mich abweichende Meinungen einzelner von Euch zu ihren Perlen im Sande.

Ich hoffe mich verständlich ausgedrückt zu haben!

Gruß
Stefan
Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

musicophil

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7

Donnerstag, 29. Juni 2006, 13:12

Lieber Stefan,

Ich verstehe Deine Gefühle.
Seit über 35 Jahre sammele ich besonders Aufnahmen weniger bekannten Komponisten c.q. kaum ausgeführten Werke ihrer bekannteren Gegenstücke.

Und dabei habe ich sooooooooviel schönes gefunden, sogar in wirklich "schwache" Werke gibt es manchmal noch ein kleines Goldkorn.

Eine Auflisting würde ja so lang, das erspare ich Dich.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Wulf

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8

Donnerstag, 29. Juni 2006, 15:47

Hallo Paul,

aber genau um die Repertoireresistenten geht es ja in diesem thread nicht.

Lieber Stefan,

habe schon verstanden, was Du meinst.
Doch genau dort liegt mein Problem. Woher nimmst Du das Wissen, daß es Werke gibt, welche die beiden Bedingungen

1. es ist den meisten Musikliebhabern (zumindest oberflächlich) bekannt
2. ein Großteil dieser Liebhaber schätzen es als belanglos bzw. langweilig ein

gleichzeitig erfüllt? Das ist IMO doch höchst spekulativ.
Du formulierst ein vages Gefühl, das zu verifizieren höchstens durch statistische Erhebungen möglich wäre.
Weiterhin glaube ich , daß die Diversität von Geschmacksurteilen unter den Liebhabern der gleichzeitigen Erfüllung dieser beiden Bedingungen widerspricht.

Ob ein Werk unter musikwissenschaftlicher Perspektive als belanglos eingestuft wird, mag eine Sache sein - selbst hier besteht ja keinesfalls immer Konsens.

Aber mir ist zumindest kein Werk bekannt, von dem behaupten könnte: Ja, kennt irgend wie jeder aber will auch fast keiner wirklich hören (bis auf ein paar Ausnahmen, die in dieses Werk vernarrt sind...)

Ich glaube es gibt immer mehr Liebhaber als man zunächst denkt.

Aber vielleicht folgen Beispiele, denen ich mich mit einem Knurren anschließen könnte.... ;)

LG
Wulf.
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

Theophilus

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9

Donnerstag, 29. Juni 2006, 15:53

Zitat

Ja, kennt irgend wie jeder aber will auch fast keiner wirklich hören (bis auf ein paar Ausnahmen, die in dieses Werk vernarrt sind...)

Die Kleine Nachtmusik ? 8) :D

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Wulf

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10

Donnerstag, 29. Juni 2006, 16:05

Gut ja, könnte man durchgehen lassen. Kennt fast jeder, tun vielleicht(!) viele als eher belanglos ab.

Obwohl, wer das Werk sein eigen nennt, wird sich - so denke ich - bestimmt an den weiteren Sätzen erfreuen können.

Ob die "Kleine Nachtmusik" wirklich verstaubt??

Vielleicht.
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
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musicophil

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11

Donnerstag, 29. Juni 2006, 16:21

Zitat

Original von Wulf
Hallo Paul,

aber genau um die Repertoireresistenten geht es ja in diesem thread nicht.


Hallo Wulf,

Da bin ich völlig mit einverstanden, und da habe ich auch auf geantwortet.

Zitat

Ich verstehe Deine Gefühle.
Seit über 35 Jahre sammele ich besonders Aufnahmen weniger bekannten Komponisten c.q. kaum ausgeführten Werke ihrer bekannteren Gegenstücke.

Und dabei habe ich sooooooooviel schönes gefunden, sogar in wirklich "schwache" Werke gibt es manchmal noch ein kleines Goldkorn.


Aber jetzt reagierte ich auf dem Artikel von MarcCologne. Und da wurde über "Exßessen" geredet.
Und da sagte ich, solange es nicht Kitsch ist, und als Werbung für klassische Musik zu betrachten ist, bin ich ein Verfechter davon.
Ich stimme sofort zu, es ist ein Seitenpfad. Aber über Seitenpfade wurden oft solche Mauerblühmchen bekannt. Erinnere Dich das Rondo Russo von Mercadante.
Das war das erste Mal, das ich Musik von Mercadante kennenlernte. Und jetzt schätze ich ihm sehr.

LG, Paul
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12

Donnerstag, 29. Juni 2006, 16:21

Zitat

Original von Wulf
habe schon verstanden, was Du meinst.
Doch genau dort liegt mein Problem. Woher nimmst Du das Wissen, daß es Werke gibt, welche die beiden Bedingungen

1. es ist den meisten Musikliebhabern (zumindest oberflächlich) bekannt
2. ein Großteil dieser Liebhaber schätzen es als belanglos bzw. langweilig ein

gleichzeitig erfüllt? Das ist IMO doch höchst spekulativ.


Zumindest erfüllt Stefans Telemann-Bsp. 1) gewiß nicht. Wer kein Telemann- oder alte-Musik-Spezialist ist dürfte (wie ich ) noch nie von dem Stück gehört haben...

Zitat


Aber mir ist zumindest kein Werk bekannt, von dem behaupten könnte: Ja, kennt irgend wie jeder aber will auch fast keiner wirklich hören (bis auf ein paar Ausnahmen, die in dieses Werk vernarrt sind...)


Da fallen mir eine ganze Reihe ein, die würde ich aber als "abgedroschen", nicht als Mauerblümchen charakterisieren. Das müßten dann eher schon Werke sein, die klarerweise im Schatten berühmterer Nachbarn stehen (Beethovens 4., etliches von Haydn, alternative Vertonungen bestimmter Opernstoffe usw.); die sind aber oft vergleichsweise wenig bekannt.

viele Grüße

JR
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Wulf

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13

Donnerstag, 29. Juni 2006, 19:29

Zitat

Original von Johannes Roehl

Zitat

Original von Wulf
habe schon verstanden, was Du meinst.
Doch genau dort liegt mein Problem. Woher nimmst Du das Wissen, daß es Werke gibt, welche die beiden Bedingungen

1. es ist den meisten Musikliebhabern (zumindest oberflächlich) bekannt
2. ein Großteil dieser Liebhaber schätzen es als belanglos bzw. langweilig ein

gleichzeitig erfüllt? Das ist IMO doch höchst spekulativ.


Zumindest erfüllt Stefans Telemann-Bsp. 1) gewiß nicht. Wer kein Telemann- oder alte-Musik-Spezialist ist dürfte (wie ich ) noch nie von dem Stück gehört haben...


Genau so sehe ich das nämlich auch.

Zitat


Zitat


Aber mir ist zumindest kein Werk bekannt, von dem behaupten könnte: Ja, kennt irgend wie jeder aber will auch fast keiner wirklich hören (bis auf ein paar Ausnahmen, die in dieses Werk vernarrt sind...)


Da fallen mir eine ganze Reihe ein, die würde ich aber als "abgedroschen", nicht als Mauerblümchen charakterisieren. Das müßten dann eher schon Werke sein, die klarerweise im Schatten berühmterer Nachbarn stehen (Beethovens 4., etliches von Haydn, alternative Vertonungen bestimmter Opernstoffe usw.); die sind aber oft vergleichsweise wenig bekannt.

viele Grüße

JR


Welche denn z.B.? Ich halte das für höchst spekulativ. Um es ganz drastisch zu sagen, ich finde solche Überlegungen außerdem müßig. Jeder kann für sich entscheiden, welches Werk er als subektiv abgedroschen empfindet. Doch wieivielen geht es denn genau so? Woher will man denn wissen, ob XY in seinem stillen Kämmerlein nicht doch hin und wieder der "Kleinen Nachtmusik" frönt??

Und sorry, diesen althergebrachten Quark von den "großen" und "kleinen" Symphonien Beethovens kann ich auch nicht mehr hören. Die 4. brauch sich IMO in keinster Weise hinter der 3. zu verstecken.
Kein geringerer als Schumann schätzte gerade die 4. ganz besonders..

LG
Wulf.
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)