Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

audiamus

Prägender Forenuser

  • »audiamus« ist männlich
  • »audiamus« wurde gesperrt
  • »audiamus« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 663

Registrierungsdatum: 24. Oktober 2007

1

Dienstag, 20. November 2007, 14:50

Cover als Blickfang - Das Auge hört mit

Liebe Taminen!


Wem von uns ist es nicht schon so ergangen:

Wir stehen im Geschäft oder scrollen uns durch die Seiten unserer Tamino-Medienpartner - natürlich nur dort - auf der Suche nach einer Aufnahme eines bestimmten Werkes oder dem Zugang zu einem bestimmten Komponisten, einer bestimmten Werkgattung.

Mehrere plausible Empfehlungen sind im Forum – natürlich nur dort – reichhaltig begründet
ausgesprochen worden, unser Vertrauen in die Erfahrung der Mitglieder ist grenzenlos.


Mit nur wenig mehr als fünfzehn guten Ratschlägen ausgerüstet stehen wir nun vor der Wahl:

Kempe, Karajan, Kondrashin, Knappertsbusch, Klemperer, Kuhrphusch?
Korngold, Krenek, Kálmán, Khatchaturian, Künneke, Klöbner?
Klavierquartett, Kammersymphonie, Kantate, Kanon, Konzertstück, Krummhornserenade?
Königsthema, Kriegssonate, Katzenduett, Kegelstatt-Trio, Kaiserquartett, Knödelquintett?


Siebenunddreißig CDs liegen ausgebreitet unter unfreundlichen Blicken des Ladeninhabers und unflätigem Gemurmel der Schlangestehenden vor dem einzigen Player des Etablissements, zweihundertfünfundvierzig virtuelle Items permutieren von der Wunschliste zum Warenkorb und zurück.


Und plötzlich sehen wir bewusst, was wir vorher blind herausgefischt oder unterbewusst schon eingereiht hatten, und es durchzuckt uns:

Ein Lieblingsbild aus der Kunstgeschichte.
Ein umwerfendes Photo.
Eine graphische Kostbarkeit.
Eine persönlich favorisierte Farbkombination.
Ein Kunstwerk zum Hineindenken.
Eine genau auf der eigenen Wellenlänge liegende Assoziation zur enthaltenen Musik.
Eine perfekte Komposition aus gestalterischen Elementen: Bild, Schrift, Logo.
Eine ideale Kombination aus Ästhetik und Information.


Fazit: Liebe auf den ersten, spätestens zweiten Blick – Die nehme ich!


Ich muss zugeben, für mich persönlich spielt die äußere Gestaltung einer Schallplatte/CD/DVD eine nicht unerhebliche Rolle.
Das geht mitunter soweit, dass ich die Hülle eines Tonträgers, der gerade seinen Dienst tut, als künstlerisches Kleinod gut sichtbar im jeweiligen Raum platziere und mich daran erfreue.
Hier haben natürlich die guten, alten Schallplatten die dekorative Nase vorn, doch stehen sie leider nur noch sehr selten „on display“.


Für diejenigen unter Euch, die nicht allein Ohren-, sondern auch Augenmenschen sind, aber auch für jene, denen das Auditive ungleich näher ist als das Visuelle nun dieser Versuch eines neuen Threads mit folgenden möglichen Leitfragen:


Welchen Stellenwert hat das Cover für Euch?
Welche Covers waren Euch Entscheidungshilfen beim Kauf einer Schallplatte/CD/DVD?
Welcher „Augenblick“ hat Euch sofort betört?
Was sind für Euch die Kriterien für ein gelungenes, sprich: Ästhetisches, ansprechendes, ausdruckstarkes, interessantes, informatives, neugierig machendes Cover?
Inwieweit kann in Euren Augen ein Cover zum Bereich Bildende Kunst zählen?
Welche Rolle spielt das Label-Logo für Euch?

Aber auch:

Welche Gestaltung hat Euch davon abgehalten, ein Produkt zu kaufen?
Was macht für Euch ein Cover edel, was billig?
Wem ist es wurscht, was außen drauf ist, solange das Richtige drin ist?

Zudem:

Wie seht Ihr die Zusammenhänge von Covergestaltung und Konsum in der Gesellschaft?
Wie und in welchen Formen ist ein Wandel betreffend „Verpackung“ und Kaufverhalten im Laufe der Zeiten feststellbar?


Und natürlich:

Welches ist Euer absolutes Lieblingscover?
Welches ist das schlechteste Cover, das Euch untergekommen ist?
(Hier kann man sich auch sehr kurz fassen, obwohl eine kleine Begründung hübsch wäre.)


Wohlgemerkt: In diesem Thread soll es in erster Linie um das Äußere, nicht das Innere gehen.
Booklet-Wertigkeit/Material, -Layout und -Inhalt wären mal ein gesondertes Thema wert.


Auf einige anregende Beiträge freut sich


Euer


audiamus



P.S.:

Ein herzliches Dankeschön an Alfred, der auf meine Anfrage hin diesem etwas geschwächten, in meinen Augen aber gerade in Verbindung mit der klassischen Musik großes Potenzial beinhaltenden Arm des Gesamtforums mehr Spielraum verlieh, indem er den ursprünglichen Forennamen „Ölmalerei" weiter fasste und in "Malerei und Bildende Kunst“ umbenannte.


.

"Oh, das schmeckt gut. Danke!" - Johannes Brahms' letzte Worte

Walter Krause

Prägender Forenuser

  • »Walter Krause« ist männlich
  • »Walter Krause« wurde gesperrt

Beiträge: 1 781

Registrierungsdatum: 24. April 2007

2

Dienstag, 20. November 2007, 15:21

Lieber audiamus,

Natürlich gehört ein Cover, so schäbig er auch sein mag, zur Bildenden Kunst, und natürlich freue ich mich als Kunsthistoriker, wenn da auch künstlerische Qualität begegnet. Aber ich habe gelernt, schönen Hüllen zu mißtrauen, und lasse mich nur von einer bemerkenswerten Verpackung allein nicht verführen. Da muß schon auch Neugier auf den Inhalt gegeben sein. Dieser Inhalt hat mit vielen attraktiven Bildern auf der Außenseite meist ohnehin herzlich wenig zu tun. Die "Kleine Nachtmusik" wird etwa mit Spitzwegs "Serenade" verbrämt - beides wunderbar, hat aber miteinander eigentlich nichts verloren. Oder Beethoven wird in ein napoleonisches Gemälde als Mantel gekleidet - da hat der Werbeschani der Firma irgendwann einmal läuten hören, daß dieser Komponist bei einem seiner Hauptwerke an Napoleon gedacht hat - was tut es schon, wenn nicht die Eroica, sondern das Violionkonzert drin ist? Beethoven bleibt Beethoven (stimmt ja auch). Ich bin inzwischen da recht hartgesotten. Angenehm ist natürlich, wenn irgendein authentisches Szenenfoto oder Mitwirkenden-Porträt erscheint, auch wenn der Heros, dem man auf Grund seiner Stimme achilleische Schönheit zumuten würde, sich in wirklicher Optik als leptosomes Weichei mit Kummerfalten und schiefer Nase erweist.

Ich nehme eine covermäßig schön gestaltete CD oder DVD natürlich gerne in die Hand, aber wenn ich weiß, daß sich darunter Ausschuß birgt, dann kaufe ich nur, wenn es wirklich notwendig ist und keine passende Alternative zur Verfügung steht. Umgekehrt stecken in bild- und anspruchslosen Hüllen oft wertvollste Scheiben.

Jedenfalls erwarte ich auf der Außenseite entsprechende Informationen über Dirigent, Orchester, Chor, Besetzung, Datum etc. Wenn z.B. nur "Placido Domingo" daraufsteht, dann würde ich jetzt nicht zubeißen, habe das nur einmal getan, als ich noch gar nichts Spezifisches von ihm hatte - da war es kein großes Risiko.
Wenn ich mit einem Logo gute Erfahrungen gemacht habe, bin ich eher bereit zuzugreifen. Die Gestaltung des Logos ist mir zwar ästhetisch nicht wurscht, gibt aber keinen Ausschlag. Man kann nicht alles haben im Leben. Solange mich der Inhalt zufriedenstellt, bin ich bereit, den Ärger über scheußliches Exterieur zu ertragen und höchstens ein bißchen zu murren.

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

musicophil

Prägender Forenuser

  • »musicophil« ist männlich
  • »musicophil« wurde gesperrt

Beiträge: 7 091

Registrierungsdatum: 19. Februar 2006

3

Dienstag, 20. November 2007, 16:12

RE: Covers als Blickfang - Das Auge hört mit

Zitat

Original von audiamus
Welchen Stellenwert hat das Cover für Euch?
Welche Covers waren Euch Entscheidungshilfen beim Kauf einer Schallplatte/CD/DVD?
Welcher „Augenblick“ hat Euch sofort betört?
(...)
Welche Rolle spielt das Label-Logo für Euch?
(...)
Wem ist es wurscht, was außen drauf ist, solange das Richtige drin ist?

Lieber Audiamus,

Da kann ich ganz kurz sein. Unbedingt greif ich zu, wenn das Werk mir nichts sagt und es ein Kleinmeister des 18. Jhdt ist.
Je unbekannter das Label, je kostbarer oft das Werk, denn komplett unbekannt. Für die Ausführung gilt eher das Umgekehrte. Je unbekannter das Label, je schlechter die Aufnahme und/oder Ausführung. Aber das unbekannte Werk macht saure Trauben süß. :)

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

pbrixius

Prägender Forenuser

  • »pbrixius« ist männlich
  • »pbrixius« wurde gesperrt

Beiträge: 6 202

Registrierungsdatum: 15. Dezember 2006

4

Dienstag, 20. November 2007, 16:34

Zitat

Original von Walter Krause
Natürlich gehört ein Cover, so schäbig er auch sein mag, zur Bildenden Kunst, und natürlich freue ich mich als Kunsthistoriker, wenn da auch künstlerische Qualität begegnet. Aber ich habe gelernt, schönen Hüllen zu mißtrauen, und lasse mich nur von einer bemerkenswerten Verpackung allein nicht verführen. Da muß schon auch Neugier auf den Inhalt gegeben sein. [...]
Ich nehme eine covermäßig schön gestaltete CD oder DVD natürlich gerne in die Hand, aber wenn ich weiß, daß sich darunter Ausschuß birgt, dann kaufe ich nur, wenn es wirklich notwendig ist und keine passende Alternative zur Verfügung steht. Umgekehrt stecken in bild- und anspruchslosen Hüllen oft wertvollste Scheiben.

Jedenfalls erwarte ich auf der Außenseite entsprechende Informationen über Dirigent, Orchester, Chor, Besetzung, Datum etc. Wenn z.B. nur "Placido Domingo" daraufsteht, dann würde ich jetzt nicht zubeißen, habe das nur einmal getan, als ich noch gar nichts Spezifisches von ihm hatte - da war es kein großes Risiko.


Lieber Waldi,

wie mein ausführliches Zitat Deines Beitrags zeigt, kann ich mich in weiten Teilen mit dem von Dir Gesagten wiederfinden. In LP-Zeiten hat das Cover auf mich auch noch eher gewirkt als jetzt in dieser Bildchen-Zeit. So habe ich die Reihe von musica sacra immer gerne aufgesucht - und auch sehr viel von meinem damaligen schmalen Geld dort angelegt. Aber es ging eben auch viel in die absolut anspruchslosen "Cover" der DG Archiv-Produktion (mit den schönen Karteikarten - die konnte man aber von draußen nicht sehen).

Heute mag ein gelungenes Cover ein Blickfang beim "Wühlen" sein, aber der Blick auf die Informationen entscheidet, ob ich die CD mitnehme oder wieder zurücklege.

Es gibt Labels, von denen ich weiß, dass sie ihr Booklet nur dürftigst ausstatten - die können auch das schönste Cover aufbieten: Gerade bei unbekannten Werken ist mir eine ausführliche Dokumentation wichtig - sonst kaufte ich keine CD, sondern dann reichten Mitschnitte aus dem Rundfunk ...

Liebe Grüße

Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Carola

Prägender Forenuser

  • »Carola« ist weiblich
  • »Carola« wurde gesperrt

Beiträge: 839

Registrierungsdatum: 25. Oktober 2005

5

Dienstag, 20. November 2007, 18:15

Mir sind die Cover eigentlich recht gleichgültig - Bilder und überhaupt alles Visuelle interessieren mich kaum, weshalb ich bis gerade auch noch nie in diesem Forum war...

Unterschwellige An- und Abstoßungen mag es aber durchaus geben. Zum Beispiel macht das Gelb der alten DG-Originals-Aufnahmen immer einen sehr anheimelnden und vertrauenerweckenden Eindruck auf mich. Auch das kann aber leider täuschen, wie ich inzwischen feststellen musste.

Allenfalls ein brutales oder nach meinem Eindruck frauenfeindliches Cover wäre für mich ein Grund, die CD nicht zu kaufen. Ansonsten ist die Verpackung eine nette oder eben auch weniger nette Zugabe.

Mit Gruß von Carola
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

Jacques Rideamus

Prägender Forenuser

  • »Jacques Rideamus« ist männlich
  • »Jacques Rideamus« wurde gesperrt

Beiträge: 4 678

Registrierungsdatum: 15. Juli 2007

6

Dienstag, 20. November 2007, 19:26

Lieber audiamus,

zunächst einmal lüpfe ich meinen Hut ob der Wortgewalt Deines Einleitungsbeitrages. Ganz hoch.

Dieser Thread wird mit Sicherheit in Kürze die Runde bei allen Art Directors der diversen cd- und DVD-Label machen. Soll er ruhig, denn kaum ein ernsthafter Liebhaber klassischer Musik wird gern zugeben, dass er sich beim Einkauf durch die Covergestaltung leiten lässt. Es gibt da übrigens auch ein oder zwei Parallelthreads zu den seltsamsten Covern etc., in denen auch schon einiges zu diesem Thema steht, darunter ein Posting von mir, in dem ich das ebenfalls weit von mir, aber auch darauf hinweise, dass sich zum Beispiel das leicht erkennbare Design der Vivaldi-Opern von Opus 111 ausgezahlt zu haben scheint - und das ganz unabhängig davon, ob die einzelnen Cover gefallen. jedenfalls erzielen sie die nötige Aufmerksamkeit, und die lässt inzwischen auch an die eine oder andere positive Kritik erinnern. Gleiches gilt für die zunehmende Beliebtheit attraktiver Künstler, bei denen ein bisschen (?!!) suggerierter Sex offensichtlich auch nicht schadet.

Da kann die zigtausendste Abbildung eines Gemäldes oder Naturbildes schwer mithalten. Gleiches gilt für alles, was Naxos herausbringt, denn da dominiert der visuelle Eindruck Billiglabel so stark, dass ich mich aus der freien Hand an kein einiges erinnern kann, obwohl ich ein paar sehr gute Aufnahmen dieses Labels gekauft habe - früher wegen des Werkes, von dem ich in aller Regel keine Aufnahme hatte, heute auch auf Grund gezielter Empfehlungen.

Soweit zum kommerziellen Aspekt, wobei ich kaum glaube, dass der Appeal von Covern jedweder Art ein entscheidender Faktor für den Repertoirekenner ist. Wohl aber für solche, die Klassik-cds "nur" als Geschenke kaufen, und das sollen ja gar nicht so wenige sein.

Du aber fragst, welche Cover mir besonders gefallen haben. Ich gestehe, da muss ich passen. Es gibt sie sicher, aber dass mir ohne Recherche in meinen Regalen kein einziges einfällt außer seltsamerweise dem Cover der Karajan-Turandot, das mich wohl mal - aus welchen Gründen auch immer - beeindruckt haben muss, belegt mein mindestens relatives Desinteresse an der optischen Aufmachung. Das andere Cover, das mir gleich hinterher einfällt ist das der Abbado-Einspielung von SIMON BOCCANEGRA, das mir in seiner Kombination aus Suggestivkraft und Verzicht auf die üblichen Starbildchen gefällt. Das kann aber aktuell auch damit zu tun haben, dass ich heute einige Male im BOCCANEGRA-Thread gepostet habe.

ANDERERSEITS: ich weiß, dass ich beim Stöbern in Plattenläden, in denen, wie etwa bei Dussmann haufenweise cds auf Angebotstischen gestapelt sind, gerne mal zu cds greife, deren Cover mir gefallen - ohne dass ich jedes Mal sagen könnte, warum. Kaufen tue ich aber trotzdem wegen der Namen - und zwangsläufig des Preises, wenn er bescheiden genug ist, denn bei mir stehen mindestens 50 Schnäppchen gegenüber einer einzigen Fullprice-cd.

Kurz und klein: Thema verfehlt mangels hinreichender Aufmerksamkeit bisher für das Thema Deiner Kernfrage. Sorry.

Dafür extra für Dich ein Limerick außerhalb Deines entsprechenden Threads:

Gefragt, ob die Cover mir wichtich
Gesteh' ich, ich seh' sie kaum richtich.
Ich bin halt ein Lover
Von Inhalt, nicht Cover
Wer soll sich drum ärgern? Doch ich nich.

:hello: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

  • »Frank Pronath« ist männlich

Beiträge: 318

Registrierungsdatum: 21. September 2006

7

Dienstag, 20. November 2007, 20:40

RE: Covers als Blickfang - Das Auge hört mit

Zitat

Original von audiamus
Ein Lieblingsbild aus der Kunstgeschichte.
Ein umwerfendes Photo.
Eine graphische Kostbarkeit.
Eine persönlich favorisierte Farbkombination.
Ein Kunstwerk zum Hineindenken.
Eine genau auf der eigenen Wellenlänge liegende Assoziation zur enthaltenen Musik.
Eine perfekte Komposition aus gestalterischen Elementen: Bild, Schrift, Logo.
Eine ideale Kombination aus Ästhetik und Information.


Hallo,
ich muss audiamus hier unbedingt zustimmen. Das Cover spielt bei mir unter den von audiamus genannten Gesichtspunkten eine große Rolle bei der Kaufentscheidung, weil eine CD für mich ein Produkt darstellt, welches nicht nur meinen musikalischen, sondern auch meinen optischen und haptischen Ansprüchen gerecht werden soll.

In diesem wichtigen Punkt unterscheidet sich die CD glücklicherweise noch von den in gewissen Online-Shops herunterzuladenden Musikdateien. Ich hoffe deshalb nur, dass uns die CD als solche noch lange erhalten bleibt.

Viele Grüße
Frank

Achim

Profi

  • »Achim« ist männlich
  • »Achim« wurde gesperrt

Beiträge: 359

Registrierungsdatum: 11. Mai 2007

8

Dienstag, 20. November 2007, 21:47

RE: Covers als Blickfang - Das Auge hört mit

Das Cover ist die einzige Chance, mit der die CD als Gesamtprodukt in der Masse auf sich aufmerksam machen kann.
Es soll signalisieren, kauf mich, ich bin atrraktiv und verspreche Dir ein positives Konsumerlebnis.
Nun ja, dies gilt in dieser reduzierten Form gerade nicht für das typische Tamino-Mitglied, denn dieses sucht wissend nach bestimmten Aufnahmen, also Inhalten.

Ich reagiere auch auf eye-catcher, insbesondere wenn sich attraktive Damen auf dem Cover befinden :D , aber gekauft wird nur dann, wenn auch der Inhalt stimmt (der CDs ;) ).

Allerdings gabs auch schon mindestens eine Ausnahme:
Die Gouldschen Bach-CDs im Mini-LP Format habe ich primär wegen der Optik gekauft, die (positiven) Hörerlebnisse folgten erst nach und nach.
De nix hett, de nix tellt

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

9

Mittwoch, 21. November 2007, 11:55

RE: Covers als Blickfang - Das Auge hört mit

Zitat

Original von audiamus
Ich muss zugeben, für mich persönlich spielt die äußere Gestaltung einer Schallplatte/CD/DVD eine nicht unerhebliche Rolle.
Das geht mitunter soweit, dass ich die Hülle eines Tonträgers, der gerade seinen Dienst tut, als künstlerisches Kleinod gut sichtbar im jeweiligen Raum platziere und mich daran erfreue.


Sagen wir mal so:

Ich freue mich besonders, wenn der optische Reiz besonders reizend ist :D - prinzipiell ist mir alledings der Inhalt wesentlich wichtiger. Wenn das Drumherum dann zufällig auch noch passt, umso schöner. Und da gibt es ja einiges erstaunliches auf dem Markt. Gestern beispielsweise lachte mich diese Box an:



Johann Sebastian Bach [1685-1750]
Messe h-moll BWV 232

2 Super Audio CDs

Dorothe Mields, Johannette Zomer, Matthew White,
Charles Daniels, Peter Harvey

Netherlands Bach Society
Jos van Veldhoven


...und ich lachte zurück!

Allein das Ding in Händen zu halten macht bereits Spaß! Ich habe die Box natürlich im Taumel mitgenommen, obgleich es leider nicht möglich war, vorab in einzelne Tracks hineinzuhören.

Und die Beschreibung bestätigt den ersten Eindruck:

Zitat

Deluxe-Ausgabe mit einem 192seitigen Buch (Hardcover, Bookletformat) über Bachs "katholische Messe". Mit zahlreichen Abbildungen von liturgischen Gegenständen aus dem Museum Catharjineconvent in Utrecht.


Die Einspielung ist sowieso großartig, dazu aber andernorts mehr.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

petemonova

Prägender Forenuser

  • »petemonova« wurde gesperrt

Beiträge: 4 186

Registrierungsdatum: 6. Dezember 2004

10

Mittwoch, 21. November 2007, 21:26

Wir hatten so einen Thread schon mal, allerdings noch nicht in diesem Unterforum. :D

Da ich ja nun ziemlich viel mit CD-Covern zu tun habe, kommt mir auch das ganze Spektrum von abstoßend bis anziehend zu Gesicht.
Und das differiert zumeist zwischen den Labels und nicht unbedingt innerhalb der einzelnen Labels.

Für mich gibt es die schönsten und stimmigsten Cover bei Chandos.
Sowohl, was die Bilder angeht als auch die oftmals sehr hübsche und angenehm zu lesende Schrift. Das wirkt, zumindestens auf mich, sehr anziehend und zum Kauf einladend.




Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 207

Registrierungsdatum: 9. August 2004

11

Mittwoch, 21. November 2007, 23:35

Zitat

Soll er ruhig, denn kaum ein ernsthafter Liebhaber klassischer Musik wird gern zugeben, dass er sich beim Einkauf durch die Covergestaltung leiten lässt.


Aber wer sagt denn sooowas ??

Es gibt aus meiner Sicht sehr oft zwei oder drei musikalisch GLEICHWERTIGE Aufnahmen, und da nehme ich dann - wenn ich mich nicht entscheiden kann - fürs erste "die Schönste"

Was ist aber "die Schönste" ? Will stelle ICH mir ein Cover vor ?

Ich gestehe offen, daß ich da gewisse Vorstellungen habe.
Zum einen das LOGO der Plattenfirma:
Ähnlich wie bei Champagner, Parfüm oder Spirutuosen habe ich gerne einen antiken Schriftzug, bzw eine Aufnamachung, die das Traditionelle des Labels hervorstreicht (auch wenn es nur ein Fake ist !!) - beispielsweise die Kartusche der" Deutschen Grammophon Gesellschaft" in ihrer ursprünglichen Form - oder Nipper vor dem Trichter für "Columbia-Electrola"
Welch ein Genuss war es doch die Labels von Schellackplatten zu betrachten,diese Bombatische Aufnmachung vermochte es offenbar über das Rauschen und den stark eingescgränkten Frequenzgang hinwegzutäuschen und erstklassigen Klang zu suggerieren.

Ich verbinde aber auch mit dem Cover Assoziationen. Es sollte stets der Künstler oder aber ein Kunstwerk der Zeit zu sehen sein. Auf diese Weise kam ich schopn in frühen Jahren zur Renaissancemusik, weil ich die Bilder alter Lauten derart anheimelnd fand, daß ich mich - nach einiger Zeit der Eingewöhnung - auch für deren Klang zu begeistern begann.

Klassische Musik ist ja nicht nur Musik an sich, sondern auch stets eine Zeitreise - zumindest für mich. Vielleicht wird nun so mancher verstehen, warum ich gegen moderne Inszenierungen eingestellt bin.

Ein Lieblingscover habe ich eigentlich nicht, nuir eine Lieblingsrichtung.
Chandos wurde schon genannt, hier möchte ich noch cpo anfügen, die ihre anfangs grausigen Cover geopfert haben und nun zur Musik passende gestalten - mit großem Erfolg, wie ich meine. Nicht unerwähnt bleiben sollen aber auch die Label ALPHA und harmonia-mundi-france. Man hat hier oft das Gefühl sie kämen aus einem anderen Jahrhundert - und das ist IMO das beste was man über die Aufmachung einer Klassk-CD sagen kann.

Was ich meide (gemieden habe) sind die Kartonverpackungen, weil sie nicht kompatibel zu meinen (zugegebenermaßen nicht besonders schönen) Jewel-Case-Boxen sind - und zudem die CDs nicht vor Staub schützen.
Seit einigen Wochen bin ich technisch in der Lage solche CDS mit perfekten Boxen auszustatten, die wie professionell gedruckte aussehen.
Leider wird hiezu teures Druckerpapier benötigt - Seidenglanz (ca 1 Euro pro Blatt - für eine Box braucht man zwei)

Beobachter haben gesehen, daß ich seit neuestem auch Boxen mit Sinfonien bestelle, wo ich doch gesagt habe, daß ich Einzelveröffentlichungen lieber habe.

Das Geheimnis ist, daß alle diese CD umverpackt werden und mit Covern aus meiner Hand ausgestattet werden sollen.....

mfg aus Wien

Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

der Lullist

Prägender Forenuser

  • »der Lullist« ist männlich
  • »der Lullist« wurde gesperrt

Beiträge: 3 963

Registrierungsdatum: 13. Januar 2005

12

Donnerstag, 22. November 2007, 10:30

CD Cover sind meiner Meinung nach imens wichtig, da sie einfach die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollen und müssen.
Sie müssen optisch das versprechen was auf der CD zu hören ist.
Im Klassikbereich gibt es sehr viele gute Designs, aber auch eine Menge Schrott.
Viele gute Designs sind auch wieder abgeschaft worden.

zwei Design Formen die ich sehr mochte waren von der harmonia Mundi France und der deutschen Harmonia Mundi:




der edle Marmor Rand hatte zugleich etwas schweres, wie elegantes und war einfach das typische Erkennungszeichen der DHM.
Dazu kam noch stets ein passendes Gemälde aus der Zeit / bzw Umfeld der Musik - leider hat man diese Gestaltung aufgegeben, jetzt ist die DHM Mundi genauso gesichtslos wie die meisten anderen Label.


ganz furchtbar finde ich die Label Designs der deutschen Grammophon - der gelbe Kasten + die Photos, das ist einfach furchtbar.
Auch ganz schlimm ist das Label Orfeo



aber von diesem label besitze ich auch keine einzige Aufnahme.
das wirkt nicht nur unausgegoren sondern auch billig.


eines der gelungensten Cover der letzen Zeit ist aber immer noch dieses hier:



einfach nur genial, witzig und sehr gut gemacht!

Bernhard

Prägender Forenuser

  • »Bernhard« ist männlich

Beiträge: 3 511

Registrierungsdatum: 26. Februar 2007

13

Mittwoch, 30. Januar 2008, 11:22

Guten Tag

abgesehen dass mir Orgelmusik gefällt, auch diese Covers gefallen mir iregendwie :yes:



Gruß :hello:

aus der Kurpfalz

Bernhard