Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Caruso41

Prägender Forenuser

  • »Caruso41« ist männlich

Beiträge: 4 334

Registrierungsdatum: 19. November 2010

31

Sonntag, 28. Januar 2018, 09:39

Dieser "Barbier" in deutscher Sprache war eine der hinreißendsten Opernaufführungen, an die ich mich erinnere. Diese Leichtigkeit, Duftigkeit und Fische! Und dieser Witz, der niemals ins billig-drastische abglitt. Der von Stimmenliebhaber zitierte Joachim Herz brachte es mit dem "Anti-Felsentein" auf den Punkt. Während dieser mir heute bis auf ganz wenige Ausnahmen in seinen Verfilmungen altmodisch und unerträglich erscheint, hat sich diese Berghaus-Inszenierung tatsächlich in die Gegenwart gerettet. Sie ist nach meinem Eindruck wirklich zeitlos. Das spricht für ihre Qualitäten. In der Premiere am 21. November 1968 in der Berliner Staatsoper sang Sylvia Geszty die Rosina, Anheisser, dessen tragischen Tod ich auch immer noch beklage, aber schon der Figaro.


Lieber Rheingold,
ich habe im Laufe der Jahre diese hinreißende Inszenierung von Ruth Berghaus mit den verschiedensten Besetzungen gesehen und gehört. Aber die Aufführung mit Geszty, Schreier und Anheisser war schon was ganz Besonderes!

Anheisser habe ich dann noch des öfteren in Köln gehört. Häufig waren es eher kleinere Partien, aber sein Spieltalent und seine Gesangskunst haben diese kleineren Partien immer aufgewertet. Besonders sind mir zwei Rollenportraits von ihm in Erinnerung: sein wunderbar gesungener Fürst Jeletzki in "Pique Dame" und sein berührender Wolfram in "Tannhäuser". In New York hatte ich das Vergnügen ihn als König Salomon in Karl Goldmarks "Die Königin von Saba" zu hören.


Liebe Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

La Roche

Prägender Forenuser

  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 2 835

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

32

Sonntag, 28. Januar 2018, 09:43


Eterna hat in der DDR 1975 diese Platte herausgebracht, die ich hüte wie meinen Augapfel. Wie kann man nur so jung sterben, so tragisch, noch lange nicht auf dem Höhepunkt angelangt.

Sehr, sehr schön, daß diese prachtvolle, jungenhafte Stimme nicht vergessen wird.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Stimmenliebhaber

Prägender Forenuser

  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 7 977

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

33

Sonntag, 28. Januar 2018, 10:25

Lieber "Rheingold1876",

ein paar Korrekturen bzw. Anmerkungen zu deinem Beitrag.


Renate Kramer

Renate Krahmer

Rainer Süß

Reiner Süß

Rainer Süß als Bartolo mit seinem flachen und quäkenden Bass erschien mir immer der Zumutung nahe. Auch darstellerisch. Er übertrieb. Offenbar konnte ihn auch die Regisseurin Berghaus nicht zähmen.

Nun ist ein "flacher quäkender Bass" für diese Buffo-Rolle nicht das Schlechteste, während ein schwarzer Bass besser beim Basilio aufgehoben ist. Bartolo ist eher eine Bariton-Rolle und Stimmschönheit ist in dieser Rolle wohl das Allerunwichtigste (gerade im Vergleich zu den anderen Hauptrollen dieser Oper).
Was du darstellerisch über Süß schreibst, kann ich noch weniger nachvollziehen. Du lobst den "perfekten Anti-Felsenstein" im Konzept der Berghaus und wirfst gleichzeitig Süß vor, zu übertrieben? Gehört nicht gerade Übertreibung ganz wesentlich zu diesem Konzept dazu, ist nicht nicht fast die Hauptsache dabei? Du hebst (einmal mehr) die Berghaus so sehr in den Himmel, dass Kritik an ihr beinahe ausgeschlossen scheint und gleichzeitig sagst du, dass die Berghaus ihren Hauptdarsteller offenbar nicht erreichen nicht "zähmen" konnte. Beides passt für mich nicht zusammen. Bist du mal auf die Idee gekommen, dass er genau das gespielt hat, was die Berghaus wollte, auch wenn dir das im Detail nicht immer gefallen hat?

Ich bin jedenfalls glücklich und dankbar dafür, diese Inszenierung vor der Umstellung auf italienische Sprache und durchreisenden Gastsängerbetrieb noch wenigstens einmal mit Reiner Süß als Herz- und Kraftzentrum dieser Aufführung live erlebt haben zu dürfen. So gut die nachfolgenden Rollenvertreter (voran Carlos Chausson) auch waren - an diesen Eindruck reichte keiner heran, die Inszenierung war ohne ihn nicht mehr dieselbe.

Soviel meinerseits zu Reiner Süß als Bartolo.

Was du nun zu Joachim Herz schreibst: Je nun, ich bin inzwischen daran gewöhnt, dass du ab und an gerne zu drastischen Extremwertungen neigst (gerade bei Beiträgen im Morgenbereich). Die Berghaus wird mal wieder zur heiligen Ikone, was ich trotz der unbestrittenen Genialität dieser Inszenierung für deutlich übertrieben halte, weil sie die in dieser Güte meines Erachtens in der Folge nie wieder erreicht hat - und Herz wird dagegen von dir geradezu als Nachruhm-unwert verdammt. Ich kann das nicht nachvollziehen. Gerade vor ein paar Monaten habe ich mir wieder einige Inszenierungen von ihm angesehen. Die drei verfilmten Berliner Inszenierungen "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", Madam Butterfly" und "Das Land Bum-Bum" finde ich alle drei immer noch sehr ansprechend und eindrücklich, mehr spricht mich die Berghaus-Verfilmung ohne die Live-Atmosphäre auch nicht an. Herz vermittelt mir hier, gerade bei Will und Katzer, mehr Unmittelbarkeit und Live-Atmosphäre. Von den verfilmten arbeiten finde ich die "Così", den "Rosenkavalier" und die "Salome" ebenfalls gelungen, wärhend er den "Freischütz" selbst als misslungen fand und ihn nach nur zwei Jahren vom Spielplan absetzte. Ich habe mir in den letzten Monaten auch mehrfach seine Dresdner "Ariadne" (die gibt es offiziell nicht, ich weiß...) angesehen und bin sehr angetan, wie fein und detailreich dort in Vorspiel und Oper inszeniert wurde und welche Gesamtatmosphäre sich dabei einstellt (rein vom Betrachten der Aufzeichnungen her muss ich die doch mit der wunderbaren, Illusion zulassenden Berliner Inszenierung von Erhard Fischer mindestens auf eine Stufe stellen) - ja, und über diese Inszenierung hier, die unglaublich lebendig und theatralisch ist und darin dem Berghaus-"Barbier" nicht nachsteht bin ich gerade dabei, mich einem Werk, zudem ich jahrelang überhaupt keinen Zugang gefunden habe, deutlich anzunähern (was ich als wertvoll erachte):



https://www.youtube.com/watch?v=hXsmm7w1Lyc&t=295s

Wer diese Inszenierung sieht, wird deinen Herz-Verriss ("altmodisch und unerträglich") so nicht nachvollziehen können.

Dieses höchst anspruchsvolle Stück so grandios und lebendig auf die Bühne zu bringen - das ist für mich große Regie-Kunst! :jubel:

Es gab neben Frau Berghaus (und meines Erachtens im Bereich der klassischen Oper sogar noch vor Frau Berghaus) auch andere Regisseure, die sehr gut inszenieren konnten, voran Felsenstein, Herz, Fischer, Friedrich und Kupfer. Wenn also (gerade auch durch die vielen Berghaus-Schüler) ein Zerrbild von Berghaus, Berghaus über alles in einer Wüste der Regieunfähigkeit im DDR-Musiktheater gezeichnet wird (und das passiert meines Erachtens viel zu häufig!), werde ich gegen dieses Zerrbild, das ich als Verfälschung empfinde, auch zukünftig immer meine Stimme erheben. :yes: :hello:

(P.S.: Ich hoffe, dass das jetzt nicht wieder als persönliche Attacke aufgefasst wird, mir geht es wirklich um die Sache!)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 653

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

34

Sonntag, 28. Januar 2018, 10:39

Wer diese Inszenierung sieht, wird deinen Herz-Verriss ("altmodisch und unerträglich") so nicht nachvollziehen können.


Meine Ausführung: "Dieser ,Barbier' in deutscher Sprache war eine der hinreißendsten Opernaufführungen, an die ich mich erinnere. Diese Leichtigkeit, Duftigkeit und Fische! Und dieser Witz, der niemals ins billig-drastische abglitt. Der von Stimmenliebhaber zitierte Joachim Herz brachte es mit dem ,Anti-Felsentein' auf den Punkt. Während dieser* mir heute bis auf ganz wenige Ausnahmen in seinen Verfilmungen altmodisch und unerträglich erscheint, hat sich diese Berghaus-Inszenierung tatsächlich in die Gegenwart gerettet."

* gemeint ist Felsenstein

Lieber Stimmenliebhaber,

Walter Jens oder F.C. Weiskopf hätten es sprachlich genauer ausgedrückt als ich. Aber ich habe nichts gegen Joachim Herz sagen wollen. Ganz im Gegenteil. Den schätze ich nun immer noch sehr. Auch zu morgendlicher Stunde. Seine Inszenierungen waren genau gearbeitet. Sie hatten - wenn ich mich richtig erinnere - nie dramaturgisch Schwächen. Sie gingen stets auf. Die Schriften von Herz über einzelne Opern lese ich immer wieder gern und mit Gewinn. Die Regiehefte der Akademie der Künste zu seinem Leipziger "Ring" habe ich mir sogar binden lassen. Meine Kritik richtete sich gegen Felsenstein, den ich für überholt halte.

Deine Antwort, für die ich danke, habe ich nicht als Attacke aufgefasst, warum denn auch?
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Stimmenliebhaber

Prägender Forenuser

  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 7 977

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

35

Sonntag, 28. Januar 2018, 10:51

Meine Ausführung: "Dieser ,Barbier' in deutscher Sprache war eine der hinreißendsten Opernaufführungen, an die ich mich erinnere. Diese Leichtigkeit, Duftigkeit und Fische! Und dieser Witz, der niemals ins billig-drastische abglitt. Der von Stimmenliebhaber zitierte Joachim Herz brachte es mit dem ,Anti-Felsentein' auf den Punkt. Während dieser* mir heute bis auf ganz wenige Ausnahmen in seinen Verfilmungen altmodisch und unerträglich erscheint, hat sich diese Berghaus-Inszenierung tatsächlich in die Gegenwart gerettet."

* gemeint ist Felsenstein

Ok, dann habe ich das "dieser" fälschlicherweise von Joachim Herz bezogen, Pardon!

Meine Kritik richtete sich gegen Felsenstein, den ich für überholt halte.

Ach, naja, was ist "überholt"? Letztendlich wurden die Regiseure, die vor einigen Jahrzehnten tätig waren, ja irgendwie alle "überholt", sogar Frau Berghaus.

Wenn man sich die Felsenstein-Aufzeichnungen in der "Felsenstein"-Edition heute ansieht, hat man natürlich mitunter den Eindruck, dass das "überholt" ist. Das gilt am wenigsten für den "Ritter Blaubart" (da muss sich erst einmal erweisen, wie viel gültiger die Herheim-Neuinszenierung wird, über die neue Fassung habe ich Böses munkeln hören...) und meines Erachtens auch nicht für das "Schlaue Füchslein", das mich trotz der schlechten Aufzeichnungsqualität noch immer ganz unmittelbar erreicht.
Aber "Hoffmanns Erzählungen" und die beiden Mozart-Interpretationen sind sicher "überholt", das empfinde ich auch so, während beim "Othello" mein Problem eher die musikalische Seite betrifft. Über den "Fidelio" sei der Mantel des Schweigens gehüllt.

Felsensteins Ästhetik hat sich nach einem halben Jahrhundert natürlich überholt. Er selbst würde mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln und technischen Möglichkeiten ganz anders inszenieren als damals.
Dass sich offenbach auch Felsensteins Ethik "überholt" hat, ihre Relevanz für die heutige Theaterzeit verloren zu haben scheint, bedauere ich hingegen sehr!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 5 340

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

36

Sonntag, 28. Januar 2018, 11:03

Lieber "Rheingold1876",

ein paar Korrekturen bzw. Anmerkungen zu deinem Beitrag.
Renate Kramer
Renate Krahmer
Rainer Süß
Reiner Süß
Rainer Süß als Bartolo mit seinem flachen und quäkenden Bass erschien mir immer der Zumutung nahe. Auch darstellerisch. Er übertrieb. Offenbar konnte ihn auch die Regisseurin Berghaus nicht zähmen.
Nun ist ein "flacher quäkender Bass" für diese Buffo-Rolle nicht das Schlechteste, während ein schwarzer Bass besser beim Basilio aufgehoben ist. Bartolo ist eher eine Bariton-Rolle und Stimmschönheit ist in dieser Rolle wohl das Allerunwichtigste (gerade im Vergleich zu den anderen Hauptrollen dieser Oper).
Was du darstellerisch über Süß schreibst, kann ich noch weniger nachvollziehen. Du lobst den "perfekten Anti-Felsenstein" im Konzept der Berghaus und wirfst gleichzeitig Süß vor, zu übertrieben? Gehört nicht gerade Übertreibung ganz wesentlich zu diesem Konzept dazu, ist nicht nicht fast die Hauptsache dabei? Du hebst (einmal mehr) die Berghaus so sehr in den Himmel, dass Kritik an ihr beinahe ausgeschlossen scheint und gleichzeitig sagst du, dass die Berghaus ihren Hauptdarsteller offenbar nicht erreichen nicht "zähmen" konnte. Beides passt für mich nicht zusammen. Bist du mal auf die Idee gekommen, dass er genau das gespielt hat, was die Berghaus wollte, auch wenn dir das im Detail nicht immer gefallen hat?

Ich bin jedenfalls glücklich und dankbar dafür, diese Inszenierung vor der Umstellung auf italienische Sprache und durchreisenden Gastsängerbetrieb noch wenigstens einmal mit Reiner Süß als Herz- und Kraftzentrum dieser Aufführung live erlebt haben zu dürfen. So gut die nachfolgenden Rollenvertreter (voran Carlos Chausson) auch waren - an diesen Eindruck reichte keiner heran, die Inszenierung war ohne ihn nicht mehr dieselbe.

Soviel meinerseits zu Reiner Süß als Bartolo.

Was du nun zu Joachim Herz schreibst: Je nun, ich bin inzwischen daran gewöhnt, dass du ab und an gerne zu drastischen Extremwertungen neigst (gerade bei Beiträgen im Morgenbereich). Die Berghaus wird mal wieder zur heiligen Ikone, was ich trotz der unbestrittenen Genialität dieser Inszenierung für deutlich übertrieben halte, weil sie die in dieser Güte meines Erachtens in der Folge nie wieder erreicht hat - und Herz wird dagegen von dir geradezu als Nachruhm-unwert verdammt. Ich kann das nicht nachvollziehen. Gerade vor ein paar Monaten habe ich mir wieder einige Inszenierungen von ihm angesehen. Die drei verfilmten Berliner Inszenierungen "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", Madam Butterfly" und "Das Land Bum-Bum" finde ich alle drei immer noch sehr ansprechend und eindrücklich, mehr spricht mich die Berghaus-Verfilmung ohne die Live-Atmosphäre auch nicht an. Herz vermittelt mir hier, gerade bei Will und Katzer, mehr Unmittelbarkeit und Live-Atmosphäre. Von den verfilmten arbeiten finde ich die "Così", den "Rosenkavalier" und die "Salome" ebenfalls gelungen, wärhend er den "Freischütz" selbst als misslungen fand und ihn nach nur zwei Jahren vom Spielplan absetzte. Ich habe mir in den letzten Monaten auch mehrfach seine Dresdner "Ariadne" (die gibt es offiziell nicht, ich weiß...) angesehen und bin sehr angetan, wie fein und detailreich dort in Vorspiel und Oper inszeniert wurde und welche Gesamtatmosphäre sich dabei einstellt (rein vom Betrachten der Aufzeichnungen her muss ich die doch mit der wunderbaren, Illusion zulassenden Berliner Inszenierung von Erhard Fischer mindestens auf eine Stufe stellen) - ja, und über diese Inszenierung hier, die unglaublich lebendig und theatralisch ist und darin dem Berghaus-"Barbier" nicht nachsteht bin ich gerade dabei, mich einem Werk, zudem ich jahrelang überhaupt keinen Zugang gefunden habe, deutlich anzunähern (was ich als wertvoll erachte):



https://www.youtube.com/watch?v=hXsmm7w1Lyc&t=295s

Wer diese Inszenierung sieht, wird deinen Herz-Verriss ("altmodisch und unerträglich") so nicht nachvollziehen können.

Es gab neben Frau Berghaus (und meines Erachtens im Bereich der klassischen Oper sogar noch vor Frau Berghaus) auch andere Regisseure, die sehr gut inszenieren konnten, voran Felsenstein, Herz, Fischer, Friedrich und Kupfer. Wenn also (gerade auch durch die vielen Berghaus-Schüler) ein Zerrbild von Berghaus, Berghaus über alles in einer Wüste der Regieunfähigkeit im DDR-Musiktheater gezeichnet wird (und das passiert meines Erachtens viel zu häufig!), werde ich gegen dieses Zerrbild, das ich als Verfälschung empfinde, auch zukünftig immer meine Stimme erheben. :yes: :hello:

(P.S.: Ich hoffe, dass das jetzt nicht wieder als persönliche Attacke aufgefasst wird, mir geht es wirklich um die Sache!)
Mir ist immer noch die Herz-Inszenierung des "Rings" mit eindrucksvoller Bühnenrealisition und ausgezeichneter Personenführung als große Regietat in bester Erinnerung. Manchmal habe ich den Eindruck, wenn wir einen Künstler ideailisieren, dass wir dann dazu neigen seine Antipoden zu dieser Zeit besonders kritisch zu beurteilen, denn sie könnten ja dem Idol etwas vom Glanz nehmen. Oder bin ich hier zu kritisch?
Eigentlich soll es in diesem Thread jedoch um Wolfgang Anheisser gehen. Bei seinem frühen Tod ein Schock und ein herber Verlust für die Opernwelt und uns alle. Ich war kürzlich an seinem Grab in Köln auf dem Melaten-Friedhof, als ich zusammen mit Frau Moll das Grab von dem mit uns befreundeten großen Bassisten Kurt Moll besuchte. Wir diskutierten das traurige Schicksal von Wolfgang Anheisser, dieses Hoffnungsträgers im Baritonfach.
Auch das Schicksal von Fritz Wunderlich stand vor unseren Augen mit dem Resümee: "Wen die Götter besonders lieben, rufen sie bald zu sich."

Herzlichst
Operus


Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Stimmenliebhaber

Prägender Forenuser

  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 7 977

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

37

Sonntag, 28. Januar 2018, 11:09

Lieber "Operus",
Mir ist immer noch die Herz-Inszenierung des "Rings" mit eindrucksvoller Bühnenrealisition und ausgezeichneter Personenführung als große Regietat in bester Erinnerung.
den Leipziger "Ring" hast du damals gesehen? NEID!!!

Es ist ein Jammer, dass der nicht aufgezeichnet wurde. :(

Eigentlich soll es in diesem Thread jedoch um Wolfgang Anheisser gehen.

Das hast du Recht! Er hat halt um 1970 recht viel an der Berliner Staatsoper gesungen, war 1968 die Premierenbesetzung der Titelpartie im Berghaus-"Barbier" und hat dann 1971 auch noch bei der Aufzeichnung derselben mitwirken können. Das war der Anlass zu diesem kleinen Exkurs zu ostdeutschen Regisseuren.

Dafür haben wir jetzt seinen 1. Akt Figaro in Bild und Ton in dieser Rubrik, was ein schönes Dokument seiner Gesangs- und Darstellungskunst ist. :yes: :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

9079wolfgang

Prägender Forenuser

  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 152

Registrierungsdatum: 15. April 2010

38

Sonntag, 28. Januar 2018, 11:29

Zitat

Ich war kürzlich an seinem Grab in Köln auf dem Melaten-Friedhof, als ich zusammen mit Frau Moll das Grab von dem mit uns befreundeten großen Bassisten Kurt Moll besuchte.


Dann hättet Ihr mich auch mal besuchen können. :yes: Ein kurzer Anruf oder eine Mail, das wäre es gewesen. Ich habe sogar einen Trollinger im Schrank stehen. Schade!

Liebe Grüße
Wolfgang
W.S.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 5 340

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

39

Sonntag, 28. Januar 2018, 15:55

Dann hättet Ihr mich auch mal besuchen können. :yes: Ein kurzer Anruf oder eine Mail, das wäre es gewesen. Ich habe sogar einen Trollinger im Schrank stehen. Schade
Lieber Wolfgang,

Heilbronn ist meine erste Heimat, Köln meine zweite. Unsere Alexandra hat am Klingelpütz eine wunderschöne Wohnung. Ausserdem ist der BDVT, bei dem ich Ehrenpräsident bin, auch in Köln. Das heißt ich bin häufiger in Köln. Ich würde mich freuen, wenn wir uns ind der Domstadt einmal treffen könnten. Ich weiß nicht, ob ich Deine Telefonnummer habe. Bitte maile mir diese bei Gelgenheit, aber bitte privat.
Herzlichst
Hans
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!