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Alfred_Schmidt

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1

Mittwoch, 6. Mai 2009, 23:34

Nicht für ein Kreutzer guten Geschmack ? - Muzio Clementis Klaviersonaten...

Im Allgemeinen Clementi-Thread wurden - nebst anderem .teilweise ja schon Aufnahmen mit Klaviersonaten vorgestellt.
Aber diese Thread will das Theme etwas eingehender behandeln.
Wir könnten beispielsweise der Frage nachgehen ob an Mozarts Verdikt nur für einen Kreutzer Wahrheit dran ist, Wir könnten Clementis Aufnahmen jenen von Haydn , Mozart, Beethoven gegenüberstellen, versuchen seinen Stil zu lokalisieren und zu zu beschreiben, Interpretationsunterschiede zu ergründen und last but not least über die Frage nachzudenken, ob "Historisches Pianoforte, oder ein moderner Flügel die bessere Wahl wäre.....
Dazu kann man seine Lieblingssonate(n) hier vorstellen und eventuell(nicht verpflichtend) begründen, warum man gerade sie gewählt hat.
Und natürlich kann man hiebei eine Aufnahme empfehlen - oder eine Alternativ - mit Vor- und Nachteilen aufzeigen.

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Ulli

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2

Donnerstag, 7. Mai 2009, 06:47

RE: Nicht für ein Kreutzer guten Geschmack ? - Mucio Clementis Klaviersonaten...

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Wir könnten beispielsweise der Frage nachgehen ob an Mozarts Verdikt nur für einen Kreutzer Wahrheit dran ist,


Wie willst Du das machen? Mozarts Aussage über Clementi bezieht sich auf dessen Spieltechnik - nicht auf dessen Werke.

?(

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Alfred_Schmidt

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3

Donnerstag, 7. Mai 2009, 07:27

Lieber Ulli, das ist in der Tat richtig.
Dennoch hat es Clementis Ruf als Komponist angepatzt, weil ja die Leute (auch Musikhistoriker) in der Regel nicht so genau differenzieren
Unter diesem Gesichtspunkt war meine Frage gemeint.

LG

Alfred

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Ulli

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4

Donnerstag, 7. Mai 2009, 21:08

Nunja,

ich finde Clementis Sonaten etwas interessanter, als jene von Mozart. Das mag aber daran liegen, daß ich mir die Mozartsonaten überhört habe und mir das Neue, weil Andere, bei Clementi sehr gut gefällt.

Bedauerlich, daß Clementi - immerhin ein Pianist der S-Klasse (wenn auch Mozart etwas anderes meint) - nur ein Klavierkonzert komponierte. Immer noch besser als beispielsweise der Kollege Schubert...

Für den Einstieg kann ich diese, wenn auch betagte, Auswahl an Klaviersonaten Muzio Clementis empfehlen:



Sonaten op. 13 Nr. 6, op. 24 Nr. 2, op. 2 Nr. 5, op. 37 Nr. 2

Jos van Immerseel, Hammerklavier


Dabei ist op. 24 Nr. 2 in B-Dur die "mozartnächste" insoferne, daß Mozart aus dieser Sonate, die er gekannt haben muß, das Thema seiner Zauberflöten-Ouvertüre extrahierte. Mir persönlich gefällt aber die f-moll Sonate op. 25 Nr. 5 besonders gut.

Außerdem besitze ich Teil I der Klaviersonatengesamteinspielung Mastroprimianos:



Teil II ist im vergangenen Jahr (an meinem Geburtstag) auch erschienen:



Da sind durchaus ein paar sehr hörenswerte Leckerbissen dabei. Interessant die die Musical characterisitics op. 19, die in Auszügen mit angeboten werden: Darunter befinden sich Stücke mit Titel wie "Preludio alla Mozart" oder "alla Vanhal". Hier kann man dann die Einschätzung bzw. Sichtweise Clementis auf seine Kollegen erörtern, was eigentlich der Umkehrfall des Threadgedankens ist (z.B. daß Mozart zwar Preludien komponierte, diese aber "alla Bach" :D ). Das Preludio alla Mozart ist sowas von unmozartisch (was ist eigentlich 'mozartisch'?), man könnte hier echt glauben, Clementi hätte keine Ahnung gehabt... doch der Schein trügt...

Bis auf die nachfolgende Empfehlung sind die Einspielungen allesamt sehr preiswert und für einen Einstieg geeignet (die beiden Brilliantboxen könnten allerdings schnell langweilig werden, da auf 3 CDs einfach zuviel Neues erklingt).

Noch interessanter aber finde ich seinen "Gradus"



Über 100 Einzelstücke auf 4 CDs von verschiedenen Pianisten und Pianistinnen eingepielt - eine interessanter als die andere. Besonders gefallen mir hier die kontrapunktischen Werke Clementis. Geschockt hat mich der Preis der Box (soviel habe ich dafür sicherlich nicht bezahlt).

Meine anfängliche Skepsis bezog sich auf den lehrwerkhaften Charakter des Werktitels [den hat ja Bachs wohltemperirtes Clavier wohl auch...]; diese hat sich aber gleich spätestens nach dem 2. Stück in Luft aufgelöst! Was für eine Spannung wird hier aufgebaut. Wenn da nicht etwas für jeden dabei ist, der Klaviermusik mag... bei manchen "Etüden" wäre ich ja ne darauf gekommen, dass die hätten von einem gewissen Muzio Clementi sein sollen. Manchmal klingt Schubert, oft Beethoven, vielfach auch Bach [in einem Fall ganz kurz Mozart] an. Am besten gefallen mir seine Fugen und Fugati, an zweiter Stelle stehen die Stücke mit dem musikalischen Nichts, der Virtuosität also. Was da alles damals [1817 bzw. 1826] schon erdacht wurde, erweckt doch höchtes Erstaunen bei mir!

Letztlich sind das alles kleine [oder größere] Impromtus im schubertschen Sinne - keine wirklichen Etüden also, sondern notengewordene Kompositions-"Etüden", eine schöner als die andere!

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)