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Jolanthe

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1

Mittwoch, 13. Mai 2009, 22:17

Wolke sieben - mein schönstes Opernerlebnis ( live)

Liebe Opernfans,

mich würde mal interessieren, welches Euer schönstes Erlebnis in einem Opernhaus war. Man erlebt sicher so manches "highlight", aber es geht mir wirklich um Euer herausragendstes Erlebnis, d.h. man geht aus der Aufführung und schwebt wirklich auf Wolke sieben.

Mir ging es 1994 so in Berlin. Eigentlich hatte ich Karten für den nächsten Abend und mein Ankunftsabend war eben noch zur freien Vefügung.
Spontan kaufte ich mir eine Karte für den "Fliegenden Holländer", obwohl ich damals für Wagner verhältnismäßig wenig übrig hatte.

Simon Estes sang den Holländer und Peter Seiffert den Erik.
An dem Abend stimmte einfach alles, Inszenierung, Sänger usw.

Bis heute ist diese Aufführung mein schönstes Opernerlebnis.
:jubel: :jubel: :jubel:

Liebe Grüße
Jolanthe

WotanCB

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2

Donnerstag, 14. Mai 2009, 09:24

Wagners Holländer gehört auch zu meinen schönsten Momenten. Denn den habe ich 2004 in Bayreuth gesehen in der Claus Guth Inszenierung. Es war ein toller Abend.
Weiterhin gehört auch der von mir schon oft erwähnte 48Stunden Riing in Köln zu den wundervollsten Momenten.
Schüler werden Meister, Meister sind schüler - ohne Anfang, ohne Ende

MosesKR1

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3

Donnerstag, 14. Mai 2009, 12:17

Ich habe einfach zu viele schöne Opernerlebnisse gehabt. Da möchte ich eigentlich keinen besonders herauspicken. Auch in der Provinz gibt es manchmal Sternstunden.

LG Uwe

Dreamhunter

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4

Donnerstag, 14. Mai 2009, 12:43

Mein beeindruckendstes Opernerlebnis fand im Juni 2005 an der STOP in Wien statt - Parsifal unter Thielemann.

Ich hatte keine Karte, konnte dann mit 100%-Aufschlag noch eine Karte für die 1-er Loge, 2.Rang, 2.Reihe ergattern - also praktisch ein Stehplatz. Es war sehr heiß, sodass sowohl die Philharmoniker als auch Thielemann auf ihre Sakkos verzichteten. Vom ersten Takt an war eine unglaubliche Stimmung im Publikum, man merkte, dass das was Besonderes war. Domingo radebrechte den Parsifal (was aber nicht weiter störte), Waltraud Meier eine unglaubliche Kundry. Die überlange Generalpause im 2.Aufzug nach "ich lachte" brachte die Stimmung zu sieden - es war eine Erleichterung spürbar, als es dann wieder weiterging - die Spannung war kaum mehr auszuhalten.

Und beim Schlussvorhang brach ein derartiger Jubel aus - ich sah zum ersten Mal, dass die Philharmoniker ihrem Dirigenten Standing Ovations gaben, Thielemann stand verschwitzt und weinend auf der Bühne..

Einfach Emotion pur!!
Hear Me Roar!

Jolanthe

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5

Donnerstag, 14. Mai 2009, 12:51

Zitat

Original von MosesKR1
Ich habe einfach zu viele schöne Opernerlebnisse gehabt. Da möchte ich eigentlich keinen besonders herauspicken. Auch in der Provinz gibt es manchmal Sternstunden.

LG Uwe


Das stimmt, die möchte ich auch nicht missen.

LG
:hello:
Jolanthe

florian

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6

Donnerstag, 14. Mai 2009, 13:10

Sternstunden in der Oper? Alle Aufführungen mit Carlos Kleiber am Pult des Münchner Nationaltheaters, als da waren Otello, La Traviata, Fledermaus und Rosenkavalier, den ich sechsmal sah. Jede Vorstellung war ein Festspiel. Man spürte förmlich die Suggestionskraft, mit der er alle Mitwirkenden zu Höchstleistungen anspornte. Als jemand, der seit 50 Jahren die Oper besucht, habe ich etliche Erfahrungen gesammelt, aber nie wieder eine solche Ausnahmeerscheinung wie diesen Carlos Kleiber erlebt.

Florian

Louis

Profi

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Beiträge: 552

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7

Donnerstag, 14. Mai 2009, 19:22

Zitat

Original von Dreamhunter
Mein beeindruckendstes Opernerlebnis fand im Juni 2005 an der STOP in Wien statt - Parsifal unter Thielemann.

Ich hatte keine Karte, konnte dann mit 100%-Aufschlag noch eine Karte für die 1-er Loge, 2.Rang, 2.Reihe ergattern - also praktisch ein Stehplatz. Es war sehr heiß, sodass sowohl die Philharmoniker als auch Thielemann auf ihre Sakkos verzichteten. Vom ersten Takt an war eine unglaubliche Stimmung im Publikum, man merkte, dass das was Besonderes war. Domingo radebrechte den Parsifal (was aber nicht weiter störte), Waltraud Meier eine unglaubliche Kundry. Die überlange Generalpause im 2.Aufzug nach "ich lachte" brachte die Stimmung zu sieden - es war eine Erleichterung spürbar, als es dann wieder weiterging - die Spannung war kaum mehr auszuhalten.

Und beim Schlussvorhang brach ein derartiger Jubel aus - ich sah zum ersten Mal, dass die Philharmoniker ihrem Dirigenten Standing Ovations gaben, Thielemann stand verschwitzt und weinend auf der Bühne..

Einfach Emotion pur!!


Hallo Dreamhunter !

Ist das evtl. der gleiche Abend, an dem diese Aufnahme entstand ?


rita

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Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

8

Donnerstag, 14. Mai 2009, 20:07

Ich hatte auch sehr viele Sternstunden.
Auch ich kann diese nicht alle aufzählen.Ich möchte diese Erlebnisse nicht missen.

Rita

Pamphili

Schüler

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9

Donnerstag, 14. Mai 2009, 21:23

Ich kann mich nicht für eines entscheiden, daher drei und alle dieses Jahr:

La Calisto in Brüssel, der fliegende Holländer mit B. Terfel in London und kürzlich Lohengrin mit Botha, Struckmann und Petra Lang, dirigiert von S. Bychkov, ebenfalls in London.

La Calisto hat mir definitiv am besten gefallen.

:hello:
"Das Leben ohne Musik ist einfach ein Irrtum" - Nietzsche

Louis

Profi

  • »Louis« ist männlich

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Registrierungsdatum: 26. September 2007

10

Donnerstag, 14. Mai 2009, 22:06

Ich hatte auch einige tief ergreifende Live-Erlebnisse: Ich erinnere mich an den Mai 2007, als Neil Shicoff (damals noch heißer Kandidat zur WSO-Direktion) das "lucevan le stelle" in der Tosca sang. So voller Schmerz und Verzweiflung habe ich es nicht wieder gesehen und gehört :jubel: Auch unvergessen ist die Götterdämmerung mit Franz Welser-Möst, ein musikalischer Traum und wie er Siegfrieds Trauermarsch dirigiert hat, einfach der Wahnsinn.
Und natürlich der Tristan im März 2007, zwar mit Evelyn Herlitzius, aber ein grandioser 1. Akt, sie hat die Isolde mit einer Leidenschaft verkörpert, daß ich erst mal nach Luft schnappen musste :faint: :faint:

Auch in Erinnerung geblieben ist mir die Elektra-Aufführung. So laute und schrille Musik habe ich bis dato nicht gehört. War aber irgendwie total faszinierend.

Liebe Grüße,

Louis

Knusperhexe

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11

Donnerstag, 14. Mai 2009, 23:45

1. Opernbesuch: 1974 im Kölner Opernhaus: "Hänsel und Gretel", die ganze Atmosphäre, der weiche Teppich, wo man einsank, die Gradobiere, die mich frug, ob ich auch knuspern wolle, das alte Opernglas, das meine Großmutter im Krieg gerettet und mir geschenkt hatte, dann die Ouvertüre, der Vorhang öffnete sich und eine Zauberwelt tat sich auf, von A bis Z, von der 1. bis zur letzten Note bzw. zum Schlussapplaus, wo der Hänsel (Marijke Hendriks) dann noch übermütig Lebkuchen ins Publikum warf war es ein Traum

Dann: Rosenkavalier, ebenfalls in Köln. Bei der Rosenüberreichung, alles in weiß und silber, und dazu dieses filigrane, perlende Motiv ... ich war ganz starr und dankbar, dass ich so etwas schönes sehen und hören durfte.

Eugen Onegin und Ivan Susanin in Moskau: Wie die Sängerin der Tatjana es geschafft hat immer zum wiederholungsmotiv die Feder einzutunken. Die perfekte Einheit von Musik, Schönheit, Anmut. Und dann wie beim Schlussbild von Ivan Susanin die Glocken dröhnten, dass das Bolschoi vibrierte.

Der fliegende Holländer in Köln: Eine doofe Inszenierung im Ikea-Fertighauslook, aber fantastisch gesungen und mit einem wirklich Gänsehaut erregenden Bild: Da es kein Holländerschiff, eigentlich ja gar kein Schiff gab, und nur besagtes Einheitsbühnenbild (saudoof!!!!) sprang auf einmal die Tür auf und da stand ein schwarzer Dämon und hielt eine nackte Frau im Arm. Das war wirklich gut gemacht!

Turandot in München: Ich erhasche eine Studentenkarte für acht Mark, sitze in der 1. Reihe Mitte und genieße eine Ponelle-Inszenierung mit den besten Sängern. Und die Nachbarn haben sich für mich mit gefreut, dass ich so eine preiswerte Karte erhscht habe.

Freischütz 2007 in Köln, weil noch mal ein Regisseur Mut zur Romantik hatte. da hatte ich richtig Tränen in den Augen.


Ansonsten habe ich noch sehr viele ander Opernhörerlebnisse, die einmalig waren. Wenn man auf einmal so dankbar ist, weil sich die Musik neu erschließt.
Regietheater? Nein, danke!

Dreamhunter

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  • »Dreamhunter« ist männlich

Beiträge: 641

Registrierungsdatum: 21. Mai 2006

12

Freitag, 15. Mai 2009, 09:45

Zitat

Original von Louis
[
Hallo Dreamhunter !

Ist das evtl. der gleiche Abend, an dem diese Aufnahme entstand ?



Ja - insgesamt waren es ja 3 Abende, die zu dieser Aufnahme geführt haben (war in allen drei..)
Hear Me Roar!

  • »Mengelberg« ist männlich
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13

Freitag, 15. Mai 2009, 10:31

Ich habe schon viele schöne Abende erlebt. Das schönste Erlebnis war allerdings eine Aida in der Deutschen Oper Berlin, die ich von der Seitenbühne beobachten konnte. Das war vor etwa 12 Jahren. Ich erinnere mich an George Fortunes Amonasro und an die große Szene im dritten Akt. Ich saß wie gebannt auf meinem Hocker und beobachtete diesen großartigen Verdi-Bariton aus wenigen Metern Entfernung. Da erst habe ich begriffen, was Singen überhaupt bedeutet und was es heißt, Verdi auf der Bühne zu singen - eine fast übernatürliche Leistung.

Ansonsten Heikki Siukola als Tristan an der Staatsoper, auch etwa vor 12 Jahren. Das waren Sternstunden.

:hello:
M.
Mein Wort hörtest Du... hüte Dich wohl.

  • »Giovanni Bertati« ist männlich

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 26. Januar 2009

14

Freitag, 15. Mai 2009, 15:43

Mir geht es so wie dir, Mengelberg, ich habe schon viele, viele schöne Abende in der Oper erleben dürfen. Welche soll ich denn da auslassen? Hier einige dieser Sternstunden zunächst aus meinen frühen Jahren vom Stehplatz der Wiener Staatsoper:

La Nilsson als Brünnhilde, Isolde, Elektra oder Turandot - aber auch später als Färberin, Carreras oder Domingo in Tosca, die Rysanek als Salome, Kaiserin (Die Frau ohne Schatten), Sieglinde oder später als Kundry, Ghiaurov als Boris, Philipp oder auch, ein besonderer Leckerbissen als Basilio in Le nozze di Figaro, einen Siepi als Figaro und Don Giovanni usw.
Als Einzelabende erinnere mich an eine "grandiose" Walküre unter Stein mit einer überragenden Besetzung (Nilsson, Jones, Ludwig, King, Adam, Ridderbusch) oder an eine La Boheme unter Karajan (Freni, Carreras,...) und dann noch an große Abende mit dem "Raunzer" Karl Böhm: Elektra (Nilsson, Rysanek, Ludwig/Varnay), Salome (Rysanek/Jones, Wächter, Beirer - erster Tipp: Die CD Einspielung der Permiere "klingt" für sich) Cosi fan tutte (Janowitz, Fassbaender, Schreier, Weikl, Holm, Wächter) oder Die Frau ohne Schatten.
Ein singuläres Erlebnis war auch die Chowantschina - aber nicht die unter Abbado sondern jene beim Gastspiel der Bulgarischen Staatsoper - was für eine Ansammlung an "schwarzen" Bässen!

Aber auch in den letzten Jahren gab es einige solche "Sternstunden", jetzt allerdings meist im Theater an der Wien:
2002: Monteverdis Il Ritorno d'Ulisse in Patria in der Regie von Adrian Noble unter William Christie mit der Mijanovic und Spicer (Zweiter Tipp: es gibt davon eine DVD – wenn auch aus Aix)
2007: Janacecks Aus einem Totenhaus in der Regie von Patrice Chereau unter Pierre Boulez mit Ainsley, Bär, ... (DritterTipp: ebenfalls eine DVD am Markt)
2007: Heggies Dead Man Walking in der Regie von Nikolaus Lehnhoff unter Sian Edwards mit der überragenden Sister Helen von Kristine Jepson
2008: Poulencs Les Dialoges des Carmeltes in der Regie von Robert Carsen unter Bertrand de Billy mit Matthews, Lipovsek, Petibon, Brunner, ...
2001: Brittens Billy Budd in der Regie von Willy Decker unter Donald Runnicles mit dem überragenden Neil Shicoff als Cpt. Vere und dem berührenden Skovhus als Billy
2007: Strauss' Arabella in der Regie von Sven-Eric Bechtolf unter Franz Welser-Möste mit der
köstlichen Pieczonka in der Titelpartie, mit Kühmeier, Hampson und Schade

Unbedingt will ich noch drei Aufführungen ergänzen, wahre „Sternstunden“, die weder im Theater an der Wien noch an der Wiener Staatsoper stattfanden: Glass‘ Satyagraha 2001 unter Keuschnig in St.Pölten (Bühne Nitsch), Die Ausflüge des Herrn Broucek unter Mackerras in Brünn (Regie Nekvasil) und Porgy and Bess mit der Harlem-Opera im Sommer 2004 in Linz.

Waren es früher Stimmen oder und Dirigenten die mich begeisterten so sind es heute – man sieht es auch daran, dass ich nun meist auch die Regie anführe – die Gesamtwirkung einer Aufführung! - eine Sängerleistung allein kann mich zwar noch immer begeistern z.B. Garanca als Sesto (Titus) oder Shicoff in seiner Glanzpartie des Eleazer (La Juive) , das gilt auch für die musikalische Seite gesamt (z.B. Meistersinger oder Tristan unter Thielemann) doch zu einem wirklich großen Abend gehört heute für mich das vor allem das Werk mit seiner musikalischen und szenischen Realisierung!

Doch genug geschrieben - ich setze mich jetzt hin und genieße die CD Einspielung der Salome unter Böhm live aus der Wiener Staatsoper!
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)

  • »Zwischenrufer2« ist männlich

Beiträge: 102

Registrierungsdatum: 17. Dezember 2008

15

Freitag, 15. Mai 2009, 16:55

Da kann man schon ein wenig neidisch auf die Wiener werden! Mein mit Abstand schönstes Opernerlebnis hatte ich im Dezember 2007 in der Kölner Oper: L´Italiana in Algeri (Inszenierung: Ponnelle) mit Juan Diego Flores!

Jolanthe

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  • »Jolanthe« ist weiblich
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16

Freitag, 15. Mai 2009, 17:06

Zitat

Original von Zwischenrufer2
Da kann man schon ein wenig neidisch auf die Wiener werden!


Genau dieser Gedanke kam mir auch, als ich die Beiträge der Wiener Taminos gelesen habe. Für uns hier in der Provinz sind solche "Sternstunden" wirklich nicht so dicht gesät.

Viele Grüße
:hello:
Jolanthe

Honoria Lucasta

Fortgeschrittener

  • »Honoria Lucasta« ist weiblich

Beiträge: 285

Registrierungsdatum: 16. April 2009

17

Freitag, 15. Mai 2009, 19:29

Ernani und Maria Stuarda -

das waren meine beiden schönsten Live-Opernerlebnisse, beide in Moskau, und beide eben nicht im Bolschoi Theater, in dem man zu meiner Zeit dort (1997 bis 2001) leider sehr oft auf drittklassigem Niveau bedient wurde.
Ernani gab es im Stanislawski-Theater, und ich habe diese herrlich unlogische, aber ungeheuer melodienreiche Verdi-Oper dort mindestens 10 Mal gesehen - aber nur einmal, ein einziges Mal in perfekter Besetzung, mit Sängern, deren Namen den Forianern wahrscheinlich nichts sagen; es genüge, zu versichern, daß es ein mich noch sehr lange begeisterndes Opererlebnis war...
Und Maria Stuarda in der Neuen Oper, einem Haus mit eigentlich gar keiner richtigen Bühne (es war mal ein Kino), aber mit einem sehr guten Ensemble (Elisabeth wurde von Margarita Nekrassowa gesungen, der ich eine internationale Karriere wünschen würde) und einem phantastischen Chor - seitdem gehört Maria Stuarda zu meinen absoluten Lieblingsopern.
Ach ja, und dann noch einmal Wiener Staatsoper, es muß 1989 gewesen sein: Rigoletto, mit Araiza und Nucci - tief bewegend.
Ansonsten ist es für mich schwer, perfekte Live-Erlebnisse zu haben, am Balkan gleich gar; aber auch da gelingt es bisweilen, wenn Motivation der Sänger und Tagesform perfekt aufeinander eingestimmt sind.
Abendliche nostalgische Grüße aus Sarajewo sendet
Honoria
"...and suddenly everybody burst out singing"
Busman's Honeymoon

  • »Giovanni Bertati« ist männlich

Beiträge: 136

Registrierungsdatum: 26. Januar 2009

18

Samstag, 16. Mai 2009, 00:25

Hoppala, da ist mir eine Oper "verrutscht" Ghiaurov trat natürlich nicht in Le nozze auf sondern in Il barbiere in Siviglia.

Aber natürlich sind mir noch einige Abende eingefallen- Staatsoper Wien: L'Italiana in Algeri unter Abbado (Baltsa, Raimondi) Vierter Tipp: CD Einspielung!! Salzburg: Penderecki: Die schwarze Maske (Regie: Harry Kupfer, Dirigent: Woldemar Nelsson) und an der Volksoper Wien eine Traviata mit der Loukianetz in einer maßgeschneiderten Regie von Gratzer.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)

principae

Anfänger

  • »principae« ist männlich

Beiträge: 35

Registrierungsdatum: 21. April 2009

19

Montag, 25. Mai 2009, 16:41

Sternstunde in der Oper

Also einer meiner absoluten Sternstunden war "La Traviata" in der Inszenierung von Peter Mussbach in Aix-en-Provence! 2003
Habe mich überreden lassen hinzugehen, obwohl ich normalerweise Verdi nicht unbedingt mag!
Was soll ich sagen, ich war total begeistert! Verdi pur, ohne Kitsch und sonstigem Brimborium!

Die Delunsch war überirdisch gut und hat die Rolle der Violetta mit einer derartigen Emotionalität gesungen, dass man ihr die Krankheit absolut abgenommen hat.

Ihre Violetta war von einer unglaublichen Intensität, die schon fast herzzerreissend sein konnte.

Durch die nicht vorhandene Möblierung wird der Zuschauer so in den Bann gezogen und zwangsläufig voll auf die Musik konzentriert.

Man hat diese Aufführung in der Kritik schon verteufelt, aber auch in den Himmel gehoben. Ich finde sie auf jeden Fall großartig und für Traviata-Fans ein muss. Klassische Verdi-Fans werden sicherlich etwas enttäuscht sein, ob des fehlenden Pomps und Kitsches :untertauch:

Live in Aix wurde die Sängercrew begeistert gefeiert.
Die sichtlich mitgenommene Delunsch, sie hat tatsächlich geweint!! erhielt Ovationen!
Sie hat die Violetta gelebt! Man sollte Matthew Polenzani als Alfredo nicht vergessen, er war gut, aber er war für die Delunsch nur Staffage. Sehr gut hat mir Zeljiko Lucic als Germont gefallen.

Das Orchestre de Paris unter Yutaka Sado spielte grandios und genauso emotional wie die Delunsch gesungen hat. Erhielt ebenfalls Ovationen.

Von dieser Inszenierung gibt es eine hervorragende DVD die live aufgenommen wurde. Da ist die Kunst der Delunsch in sehr guten Naheinstellungen zu sehen, so kann man das live in der Oper natürlich nicht erkennen. Erschienen bei Bel Air Classiques.

Ich hab mir dann später verschiedene Violettas angesehen, mit der Dessay, Gheorghiu, usw. aber keine konnte die Delunsch erreichen.

Auf alle Fälle bin ich seitdem der Musik Verdis nicht mehr so entfernt.
Es war eine meiner Sternstunden in der Oper!
:hello: aus der musikalischen Diaspora 40km westlich München
Alles was du sagst, sollte wahr sein. aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen!
Voltaire, (1694 - 1778),

Knusperhexe

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Registrierungsdatum: 29. November 2006

20

Montag, 25. Mai 2009, 20:39

RE: Sternstunde in der Oper

Zitat

Original von principae
Verdi pur, ohne Kitsch und sonstigem Brimborium!


Hi principae,
was bedeutet denn für Dich "Kitsch" in Zusammenhang mit dieser Oper?
Viele Grüße,
Knuspi
Regietheater? Nein, danke!

principae

Anfänger

  • »principae« ist männlich

Beiträge: 35

Registrierungsdatum: 21. April 2009

21

Dienstag, 26. Mai 2009, 18:36

RE: Sternstunde in der Oper

Zitat

Original von Knusperhexe

Zitat

Original von principae
Verdi pur, ohne Kitsch und sonstigem Brimborium!


Hi principae,
was bedeutet denn für Dich "Kitsch" in Zusammenhang mit dieser Oper?
Viele Grüße,
Knuspi


Hallo Knuspi,
meine Vorstellung von Kitsch ist eine Inszenierung mit totalem Overkill an Kostümen und Bühnenbild, was ja bei Verdiopern manchmal bis zum Exzess gesteigert wird! Ebenso kann die Musik genauso süsslich gespielt werden. Da gibt es sicherlich viele Beispiele. Die Traviata in Aix war auf jeden Fall auf das Wesentliche reduziert. Und das Wesentliche ist m.M nach die Musik und die schauspielerische und sängerische Leistung der Protagonisten. Und die waren ohne Fehl und Tadel. Das Orchester, von Yatuko Sato geleitet bot einen straffen und wunderschönen Verdi, der auch vom Publikum mit Ovationen bedacht wurde.
Muss leider jetzt abbrechen, da ums Haus das Unwetter tobt!
Grüße :D
principae
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Voltaire, (1694 - 1778),

Merlin

Anfänger

  • »Merlin« ist männlich

Beiträge: 50

Registrierungsdatum: 12. August 2007

22

Donnerstag, 28. Mai 2009, 15:47

Zu meinen schönsten Opernerlebnissen live gehören
Aufführengen an der Münchner Staatsoper (Simone Boccanegra mit Ghiaurov, Cappuccilli und Freni; Macbeth mit Cappuccilli und Ghiaurov; Faust mit Freni und Ghiaurov) und Opernaufführungen mit Christian Thielemann in Berlin (Palestrina, Lohengrin, Parsifal) und Bayreuth (Die Walküre)

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Beiträge: 540

Registrierungsdatum: 6. August 2007

23

Sonntag, 31. Mai 2009, 01:00

... auch ich muß da zumindest 3 Produktionen nennen ...

1) Gerd Kührs "Stallerhof" in Krefeld (ich glaube die 1. Wiederholung nach der Münchener UA) an einem einer Kammeroper (ohnehin ein von mir besonders geschätztes Genre !) angemessenen Ort - der "Fabrik Heeder", eigentlich ein Sprechtheaterchen unweit des Hbf.
Als "Fan" des "anderen Bayern" (Kroetz, Achternbusch, Polt und wie sie alle heißen) fand ich es schon recht aufregend, dass da ein Öperchen nach einer Vorlage aus dieser Ecke entsteht - und dann gibt`s auch noch eine Inszenierung unweit meines damaligen Wohnortes =)
Die von mir besuchte Aufführung war wider Erwarten ausverkauft - mit viel Glück bekam ich noch eine zurückgegebene Karte. Das Publikum, den 4 Darstellern vorne fast auf den Füßen bzw. im Nacken sitzend, folgte gespannt... ...an Namen ist mir nur noch Wolfgang Vater präsent (ist jetzt wohl in Wiesbaden ?), und dass die Sängerin der "Mutter" damals (ca. 92/93) wohl in Dortmund schöne Erfolge feierte und Mit "L" beginnt...
Nun denn :P - besonders gespannt war (nicht nur ?) ich auf die Umsetzung der Szene, die allein aus 2 Sätzen Regieanweisung besteht (O-Ton Kroetz: "Sepp sitzt auf dem Abort beim Scheißen. Dabei onaniert er"). - Na, sie war IMO äusserst gelungen, witzig und nicht die Spur pornographisch oder obszön !

2) Giselher Klebes "Jacobowsky und der Oberst" im duisburger Haus der "Rheinoper" (Anfg. `95)
Ab ca. 90 Min. vor der von mir besuchten Aufführung ging ein fieser Eisregen über Duisburg nieder, so daß das Theater fast leer blieb - die paar Dutzend Leutchen, die es dennoch geschafft hatten, tobten am Schluß geradezu vor Begeisterung, und Klebe nahm Jacobowsky-Darsteller Hermann Becht (Tsss - auch kürzlich verstorben 8o) spontan in den Arm...
Der damalige Intendant Kurt Horres lieferte eine ebenso hochkonzentrierte wie bewegende "Reclam-Inszenierung"... ...selten zuvor oder danach haben mich Bühnenbilder (wer war das bloß ??) derart ergriffen... - und Wolfgang Schmid zeigte als Oberst eine IMO äusserst gelungene Karikatur eines Heldentenors 8)

3) Paul Dessaus "Verurteilung des Lukullus" am Essener AaltoTheater.
Musikalisch mgl.erweise nur 2.Klasse (wenn auch die nur von Akkordeon (!) begleitete "Arie des Fischweibs" durchaus tiefbewegend war) - aber eine Aufführung, in der schlechthin alles "passte".
Und die üblichen Hilsdorf-Mätzchen (bsp.weise befragte meinen Begleiter und mich vor Beginn im Foyer ein mit Mikro bewaffneter angeblicher "Gastro-Reporter" nach unserem Lieblingslokal :baeh01:) fand ich angesichts der bösen Polemik des Stücks durchaus angebracht...

-------- na das alte Lied hier ;) : Ich hab halt ein spezielles Faible für die Musik des vergangenen Jahrhunderts...
Zumindest 3 andere Produktionen (allesamt in Duisburg: Andras Fricsays "Entführung" u.a. mit Marlies Petersen und Corby Welch / Christoph Loys faszinierender 5aktiger "Don Carlos" - Dirigent John Fiore / der "Parsifal" von Ostern `06 - Dirigat wieder Fiore, und u.a. mit Hans (?) - Peter König, Einspringerin Liobe Braun und John Wegner) rangieren dann knapp hinter den obigen Dreien - aber eben dahinter.

:hello:
micha
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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24

Sonntag, 31. Mai 2009, 13:46

"Niemals sollst Du mich befragen".
Wenn man sich das Leben lang mit Musik beschäftigt und ein Opernnarr ist, hat man das Glück vieler "schönster Erlebnisse".
Und dennoch gibt es für mich ein Opernerlebnis, das mir unvergesslich ist und mich und meine Frau nachhaltig geprägt hat. Vielleicht besonders deshalb, weil es mit persönlichen Ereignissen verbunden war.
1960 verspätete Hochzeitsreise, meine Frau hinreißend im umgearbeitetem Hochzeitskleid, ich mit geliehenem Smoking Erster Besuch der Bayreuther Festspiele und gleich der ganze Ring. Dirigent Rudolf Kempe. Sängerbesetzung mit Nilsson, Hopf, Hotter, Stewart, Cordes, Frick, Ottokar Krauss usw. einfach traumhaft. Grandiose Inszenierung von Woflgang Wagner. Das gesamte Ringgeschehen von Rheingold bis Götterdämmerung spielte sich auf einer Scheibe ab, die sich im Fortgang des Dramas immer mehr zerklüftete und sich am Ende nach dem Inferno zu den letzten ergreifenden Takten der Götterdämmerungsmusik wieder schloß, dazu eine außergewöhnlich gekonnte Lichtregie. Unbeschreiblich schön!
Da ich damals meine ersten grösseren Kritiken schreiben durfte, ohne diesen Auftrag wären Karten, zu allen Ringabenden nie zu ergattern gewesen, hatte ich auch Kontakt zu den Sänger-Protagonisten. Aus einer dieser Begegnungen enstand meine lebenslange, intensive Freundschaft mit Gottlob Frick, die bis heute in der Gottlob-Frick-Gesellschaft posthum und sogar hier im Tamino-Forum in den vielen Anekdoten vom "Lobl" im Thread "Heiterkeit und Fröhlichkeit" fortdauert.
Verzeiht bitte, wenn ich ins Schwärmen geriet, aber das ist der Stoff aus dem die Opernträume gemacht sind. Ich wünsche Euch allen solche traumhaften Opernerlebnisse.
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Joseph II.

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

25

Donnerstag, 27. August 2009, 21:38

Zitat

Original von operus
"Niemals sollst Du mich befragen".
Wenn man sich das Leben lang mit Musik beschäftigt und ein Opernnarr ist, hat man das Glück vieler "schönster Erlebnisse".
Und dennoch gibt es für mich ein Opernerlebnis, das mir unvergesslich ist und mich und meine Frau nachhaltig geprägt hat. Vielleicht besonders deshalb, weil es mit persönlichen Ereignissen verbunden war.
1960 verspätete Hochzeitsreise, meine Frau hinreißend im umgearbeitetem Hochzeitskleid, ich mit geliehenem Smoking Erster Besuch der Bayreuther Festspiele und gleich der ganze Ring. Dirigent Rudolf Kempe. Sängerbesetzung mit Nilsson, Hopf, Hotter, Stewart, Cordes, Frick, Ottokar Krauss usw. einfach traumhaft. Grandiose Inszenierung von Woflgang Wagner. Das gesamte Ringgeschehen von Rheingold bis Götterdämmerung spielte sich auf einer Scheibe ab, die sich im Fortgang des Dramas immer mehr zerklüftete und sich am Ende nach dem Inferno zu den letzten ergreifenden Takten der Götterdämmerungsmusik wieder schloß, dazu eine außergewöhnlich gekonnte Lichtregie. Unbeschreiblich schön!
Da ich damals meine ersten grösseren Kritiken schreiben durfte, ohne diesen Auftrag wären Karten, zu allen Ringabenden nie zu ergattern gewesen, hatte ich auch Kontakt zu den Sänger-Protagonisten. Aus einer dieser Begegnungen enstand meine lebenslange, intensive Freundschaft mit Gottlob Frick, die bis heute in der Gottlob-Frick-Gesellschaft posthum und sogar hier im Tamino-Forum in den vielen Anekdoten vom "Lobl" im Thread "Heiterkeit und Fröhlichkeit" fortdauert.
Verzeiht bitte, wenn ich ins Schwärmen geriet, aber das ist der Stoff aus dem die Opernträume gemacht sind. Ich wünsche Euch allen solche traumhaften Opernerlebnisse.
Herzlichst
Operus

Oh, lieber Operus, das liest sich wie ein wahr gewordenes Märchen! Wunderschön! :jubel:
1960 war ohnehin ein unglaublich tolles Jahr in Bayreuth: Die "Jahrhundert-Meistersinger" unter Knappertsbusch, der von Dir genannte Kempe-"Ring", der Maazel-"Lohengrin", der schon übliche Kna-"Parsifal", in dem Jahr mit dem jungen Thomas Stewart als Amfortas. :faint:
Mein Bayreuth-Debüt steht noch bevor, allerdings glaube ich (leider), daß die Goldenen Jahre wirklich längst passé sind. :(
Drum, lieber Operus, schätze Dich glücklich, das war sicherlich ein einmaliges Erlebnis, das sich vermutlich nimmer wiederholen wird.

Aber um zum Thema überzuleiten: Mein bisher schönstes Opernerlebnis war vermutlich der "Don Carlo" in Wien, Anfang 2006, mit Furlanetto als König. :jubel:
"Staubige", gute alte Ausstattungsoper.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

m.joho

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26

Freitag, 28. August 2009, 10:48

Auch mir ist es unmöglich nur ein Erlebnis zu nennen. Prägend waren für mich die Vorstellungen, die ich in Wieland Wagners Inszenierungen in seinem Winter-Bayreuth Stuttgart mit Wolfgang Windgassen erlebt habe, den ich dabei auch persönlich kennen lernen durfte.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir eine Walküre mit Rysanek, Ligendza und Thomas Stewart unter Leitner, eine Götterdämmerung mit Varnay 1969, ein Tannhäuser mit Jurinac und Frick und natürlich der Tristan unter Kleiber mit Ligendza, Hoffmann, Neidlinger und Frick von 1973.
Daneben möchte ich auch eine Tosca unter Santi mit Gobbi, Gianni Raimondi und Gwyneth Jones erwähnen, alle Othellos unter Kleiber und als eines der letzten umwerfenden Erlebnisse der Werther unter Prêtre mit Kraus in den umwerfenden Bühnenbildern von Samaritani, der auch in Wien lange Zeit gezeigt wurde.
Seufz, ach wie haben sich die Zeiten geändert....

Christian Biskup

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27

Freitag, 28. August 2009, 20:32

Auch ich habe schon 2x in der Oper auf Wolke 7 schweben dürfen.
Zu einen war es Wagners Lohengrin ( inder 1. Reihe :yes: ) . Obwohl das Bühnenbild vollkommen modern war zog mich die Musik doch vollkommen in ihren Bann. Diese Musik war nicht umbedingt wunderschön, aber sie berauschte einen richtig. Man war mitten in der Sagenwelt, an einem anderen Ort. Dies ist mir bisher nur bei Wagner's Lohengrin wiederfahren ( der Ring dagegen hat mir noch nicht viel gesagt, da muss ich vielleicht noch älter werden! ).
Als Nummer 2 würde ich Turandot von Puccini angeben. Auch hier wusste ich nach der ersten Minute, dass es ein ganz besonderes Spektakel wird. Der Wolfsburger Orchestergraben war vollkommen überfüllt , der Zuschauerraum, wie so oft bei Oper in Wolfsburg , nicht ! Wer meine Beiträge schon etwas kennt weiß, dass ich auf monumentale Musik stehe, und da kam ich bei Turandot genau an die richtige Adresse.Auch hier fanzinierten mich die chinesischen Anklänge ( und die Tam-Tams ) sowie das groß angelegte Finale ( welches ja doch nicht von ihm ist wie ich später lernte ) Im ganzen war es aber dennoch nix gegen Lohengrin.

Lieben Gruß
Chrissi

oiram

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28

Montag, 23. November 2009, 19:03

Meine absoluten Sternstunden (alles Hamburgische Staatsoper):

15.8.1984:
Als damals noch eher opernunerfahrener Student abends schnell noch mal in die Oper. Studentenkarte an der Abendkasse für 15,- DM, 1. Rang, 3. Reihe. Die Namen der Sänger sagten mir nichts. Es gab aber La Bohème, meine damalige (und eigentlich heute immer noch) Lieblingsoper. Es folgte ein Sängerfest, wie ich es damals und eigentlich bis heute nie wieder gehört habe. Besonders die Sängerin der Mimi war ein Traum. Eine Spintostimme mit lyrischen Anteilen. Wunderbar. Nach dem vierten Akt herrschte eine Minute Totenstille im Saal, bevor der Applaus begann.
Ach ja, schnell noch ein Blick auf den Besetzungszettel von damals: Freni, Daniels, Shicoff, Ltg. Patané.
Für so etwas hätte ich eigentlich drei Tage anstehen müssen.

9.3.1986:
Ein Freund hatte eine Karte für Parsifal übrig. Richard Wagner!!! Diese Opern mochte ich damals sehr, so lange niemend sang! Und dann sollte es noch fast fünf Stunden dauern. Einem geschenkten Gaul... Außerdem war es ein schwerlich zu übertreffendes Preis-Leistungsverhältnis.
Kurzum (wenn man es nach fünf Stunden Oper so sagen darf): Die Musik hat mich tief im Innersten berührt und den Keim meiner Wagnerleidenschaft gelegt.
Die Besetzung: Moll, Brendel, Schnaut. King war leider erkrankt. Ltg. Stein.

2.5.1992:
Abonnementsvorstellung Ariadne auf Naxos. Ich war damals ein Strauss-Verächter und wollte eigentlich gar nicht hingehen. Aber bezahlt ist bezahlt. Als ich in der Oper eintraf, wurde mittels Aushang bekanntgegeben, dass die Vorstellung auf Grund eines Streikes der Bühnenarbeiter nicht szenisch in der Oper, sondern konzertant in der Musikhalle gegeben werde. Meine Laune war im Keller. Vor der Vorstellung als auch noch ein Fußmarsch!
Was dann folgte war wieder eine Sternstunde, die meine Meinung über Strauss gründlich änderte. Seither habe ich eine Schwäche für konzertante Aufführungen.
Ich habe die Oper übrigens zwei Jahre später in der Inszenierung gesehen und war etwas gelangweilt, was vielleicht auch mit der im Vergleich zur Musikhalle deutlich schlechteren Opernakustik zusammen hängt.



Es sollten noch viele andere Sternstunden folgen, wobei es immer Abende waren, von denen ich mir nicht viel erwartet hatte. Hohe Erwartungen sind halt schwer zu überbieten (Drei Tage für Domingo als Otello angestanden: "Toll, genauso wie auf der CD"...).


In diesem Sinne


oiram

Bernward Gerlach

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29

Donnerstag, 26. November 2009, 12:27

Hallo Stimmenfans,

ich finde es ganz toll, dass mein Lieblingstenor
per Foto erscheint, aber im Text nicht
erwähnt wird. War das Absicht ?

Freundlichen Gruß

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


oiram

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30

Freitag, 27. November 2009, 16:36

Hallo gerlach,

wie man es nimmt. Ich hätte den seeligen Bergonzi gerne erwähnt, wenn ich ihn nur einmal hätte live hören können.

Gruß

oiram