Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 216

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Sonntag, 19. Juli 2009, 21:48

Lieder die mich beeindruckt haben

Liebe Forianer

Der Titel ist an sich einfach und klar - und dennoch leicht mißzuverstehen. Es wird weder nach "schönsten" , noch nach "liebsten" Liedern in diesem Thread gesucht - nur nach einem oder mehr Liedern, die euch BEEINDRUCKT haben.

Wo liegt der Unterschied? Beispielsweise zählt das Lied "Die Post" von Schubert zu meinen Lieblingsliedern, ditto auch das oft als Kitsch abgetane Schubertlied "Leise flehen meine Lieder...."
Aber "beeindruckt" haben sie mich nicht.

Hingegen finde ich, daß das Lied "Der Leierkastenmann" zu den ausdrucksstärksten und eigentlich unheimlichsten Liedern von Schubert gehört, die ich kenne..wobei ich noch nicht wirklich analysiert habe, worauf denn diese Wirkung eigentlich berut. Vielleicht hilft hier dieser Thread weiter.
Der subjektive Eindruck ist "Resignation", die aber nicht ausgelebt werden darf - zumindest nicht passiv. Der Leierkastenmann kann vielfach gedeutet werden: Als die Resignation des Alters, das Alter als Allegorie, etwas gewagter auch als der Tod. Für mich gibt es da kaum Hinweise - mit Ausnahme des Ausklangs bzw. Abbruchs der letzten Töne..

Zulässig sind Lieder aus aller Herren Länder - auch aus Zyklen ausgekoppelt und ebenso Balladen.....

Es sollte nach Möglichkeit eines gewählt werden und die Wirkung die es auf Euch gemacht hat beschrieben werden, aber auf keinen Fall sollten es mehr als 3 werden. Die drei müssen nicht in einem Beitrag aufscheinen, es können auch drei verfasst werden...

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

musicophil

Prägender Forenuser

  • »musicophil« ist männlich
  • »musicophil« wurde gesperrt

Beiträge: 7 091

Registrierungsdatum: 19. Februar 2006

2

Sonntag, 19. Juli 2009, 22:35

Als ich dreizehn war, las ich Erlkönig. Und als ich vierzehn/fünfzehn war, hörte ich in einem niederländischen Rundfunkprogramm dieses durch Schubert vertonte Lied. Es sang Dieskau.

Dieses Lied hat mich beeindruckt qua Text und qua Musik. Und ich mag es gerne.

Dasselbe gilt auch für Schuberts "Der Kreuzzug", wovon ich die letzten Zeilen unvergeßlich finde:

Zitat

Des Lebens Fahrt durch Wellen trug
Und heißen Wüstensand,
Es ist ja auch ein Kreuzeszug
In das gelobte Land.


Und schließlich, auch von Schubert, das rezitierte Lied "Abschied von der Erde"

Zitat

Leb' wohl, du schöne Erde!
Kann dich erst jetzt versteh'n,
Wo Freude und wo Kummer
An uns vorüberweh'n.

Leb' wohl, du Meister Kummer!
Dank dir mit nassem Blick!
Mit mir nehm' ich die Freude,
Dich laß' ich hier zurück.

Sei nur ein milder Lehrer,
Führ' alle hin zu Gott,
Zeig' in den trübsten Nächten
Ein Streiflein Morgenrot!

Lasse sie die Liebe ahnen,
So danken sie dir noch,
Der früher und der später,
Sie danken weinend doch.

Dann glänzt das Leben heiter,
Mild lächelt jeder Schmerz,
Die Freude hält umfangen
Das ruh'ge, klare Herz.

Du siehst, die Texte sind bei mir seehr wichtig. Und ich kann sie ruhig jetzt alle drei geben, weil sich die Wahl doch nicht ändert.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

gerdprengel

Anfänger

  • »gerdprengel« ist männlich
  • »gerdprengel« wurde gesperrt

Beiträge: 49

Registrierungsdatum: 17. Januar 2009

3

Montag, 20. Juli 2009, 00:20

Totengräbers Heimweh

Von Schubert gibt es unvergleichlich herrliche Lieder. Ich habe eine Gesamtaufnahme aller Lieder mit Dietrich Fischer Dieskau. Eines möchte ich herausgreifen:
"Totengräbers Heimweh" aus dem Jahr 1825. Mit seinem Schlußteil ist es das visionärste Lied, das ich kenne!

...
Oh Heimat des Friedens, der Seligen Land
an dich knüpft meine Seele ein magisches band.
Du winkest mir von ferne, du ewiges Licht,
es schwinden die Sterne, das Auge schon bricht
ich sinke, ich sinke, Ihr Lieben ich komm
ich sinke, Ihr Lieben ich komm
"When I was deep in poverty, you taught me how to give" Bob Dylan

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »gerdprengel« (20. Juli 2009, 00:21)


musica

Prägender Forenuser

  • »musica« ist weiblich
  • »musica« wurde gesperrt

Beiträge: 2 370

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

4

Montag, 20. Juli 2009, 22:09

Der Tod und das Mädchen von Franz Schubert, Text: Matthias Claudius

Dieses Lied hat mich von jeher beeindruckt, ich habe es selber sehr gerne gesungen, doch immer mit einem Schauer im Rücken.


Das Mädchen:
"Vorüber! ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh, Lieber!
Und rühre mich nicht an."

Der Tod:
"Gib deine Hand, du schön und zart Gebild',
Bin Freund und komme nicht zu strafen.
Sei gutes Muts! Ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen."
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


  • »pieter.grimes« ist männlich
  • »pieter.grimes« wurde gesperrt

Beiträge: 540

Registrierungsdatum: 6. August 2007

5

Montag, 20. Juli 2009, 23:35

- - - die Nr.2 aus der "Müllerin" ("Ich hört ein Bächlein rauschen..........")
trifft punktgenau meine eigene entspr. "Wanderstimmung"


- - - die Nr.3 aus den "Fetes galantes II." (nach Paul Verlaine) von D e b u s s y

COLLOQUE SENTIMENTAL
"In dem einsamen vereisten Park
gingen gerade zwei Gestalten vorüber.
Ihre Augen sind tot, und ihre Lippen sind schlaff........."
(dt. von Reinhard Lüthje)

ein fast schon filmisches "bleiernes Flair"
((denke grade an den Film "Die Katze" ("Le chat", Regie Pierre Granier-Deferre) mit Simone Signoret und Jean Gabin...))


- - - die Nr.15 aus den "Canti del Capricorno" von G i a c i n t o S c e l s i
ein kurzer Glücksrausch, ein kurzer Zustand der vollkommenen Angstfreiheit...

:hello:
michele
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

Siegfried

Prägender Forenuser

  • »Siegfried« ist männlich

Beiträge: 4 664

Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

6

Dienstag, 21. Juli 2009, 09:39

Bewegende Lieder

Zunächst muß ich hier die Winterreise nennen, dessen 20 Lieder ich nicht zerpflücken kann und will. Er wirkt als Zyklus=Gesamtwerk so stark wie kaum eine andere Textvertonung. Überragende Interpretationen: Hermann Prey, Thomas Quasthoff, Peter Anders. :angel: :angel: :angel:

Auf der heiteren Seite ebenfalls Schubert: Der Musensohn. Hier die unvergeßliche Live-Aufnahme vom Liederabend bei den Salzburger Festpielen aus dem Mozarteum 1965 mit Fritz Wunderlich. :angel:
Freundliche Grüße Siegfried

kopiroska

Fortgeschrittener

  • »kopiroska« ist weiblich

Beiträge: 243

Registrierungsdatum: 7. Mai 2009

7

Dienstag, 21. Juli 2009, 10:35

Ein bewegendes Lied und ein Stück Geschichte


Das Lied, das mich immer wieder tief ergreift, ist ein altes ungarisches Bauernlied (etwa aus dem 18. Jahrhundert – vielleicht schätze ich es richtig ein…).

Das Lied ist der Abschied eines jungen Mannes von seiner Geliebten und von seiner Heimat. Der konkrete Grund des Abschieds wird nicht genannt, aber in Kenntnis der Geschichte, der vielen Kriege und der ewigen Sehnsucht nach Freiheit, die einem immer wieder versagt wird, ist das mitsamt der Metaphorik des Textes leicht nachzuvollziehen.

Bartók hat dieses Lied gesammelt und fürs Klavier bearbeitet (in: 15 Hungarian Peasants Songs; No. 1: „Megkötöm lovamat“).

In den siebziger Jahren hat Janos Brody zu dem Lied einen neuen Text verfasst und Zsuzsa Koncz und er haben dieses Lied in ihren Konzerten immer wieder gesungen. In den siebziger Jahren hatten sie auch Probleme mit den staatlichen Behörden, denn der neue Text enthält eine Reihe von Allegorien, die eindeutige Hinweise auf die Unterdrückung durch das totalitäre Regime sind. Alle Strophen fangen mit einem Bild an:
Wenn ich eine Rose wäre …
Wenn ich ein Haustor wäre …
Wenn ich ein Fenster wäre …
Wenn ich eine Straße wäre …
Wenn ich eine Fahne wäre …

Eine Aufnahme des Liedes, gesungen von Zsuzsa Koncz und Janos Brody in den achtziger Jahren in der Aula der Hochschule für Gartenbau und Agrarwesen, kann man hier sehen und hören:
www.youtube.com/watch?v=jrYOS43tgz8
Die Aufnahme gibt Vieles von der Stimmung des Landes wieder.

Nach der Wende wurde diese Aufnahme öfter gezeigt, auf dem Video gibt es noch ein Interview mit den beiden Künstlern aus den neunziger Jahren, das ist allerdings auf Ungarisch und nur für die Ungarn gedacht…

:hello:
KP

hart

Prägender Forenuser

  • »hart« ist männlich

Beiträge: 1 709

Registrierungsdatum: 7. Dezember 2009

8

Mittwoch, 9. Dezember 2009, 20:47

RE: Bewegende Lieder

Wieso 20 Lieder?

Herbert Henn

Prägender Forenuser

  • »Herbert Henn« ist männlich

Beiträge: 2 887

Registrierungsdatum: 24. März 2006

9

Mittwoch, 9. Dezember 2009, 22:06

RE: Bewegende Lieder

Vielleicht hat der Siegfried 4 Lieder gestrichen, aber welche?

Ich würde auch die Winterreise mit dem 22 jährigen Fischer-Dieskau (1948 )

mit zu den ergreifensten Interpretationen dieses großartigen Werk's

zählen, aber auch seine WDR Aufnahme, die 4 Jahre später mit

Hermann Reutter am Klavier entstand.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

hart

Prägender Forenuser

  • »hart« ist männlich

Beiträge: 1 709

Registrierungsdatum: 7. Dezember 2009

10

Dienstag, 12. Januar 2010, 21:09

RE: Lieder die mich beeindruckt haben

Etwa 80 Prozent aller Lieder sind für mich beeindruckend, aber dann schält sich so ab und an mal wieder ein besonders Stück heraus, das einem für Wochen und Monate nicht los lässt. Ich versuche nun das Stück in allen möglichen Interpretationen zu bekommen.
Aktuell ist das: "Litanei auf das Fest Aller Seelen" D343 Franz Schubert "Ruh´n in Frieden alle Seelen"
Gesungen von Erb, Schwarzkopf, Fischer-Dieskau, Prey, Terfel u.a.,
daneben auch Aufnahmen ohne Gesang.

Titan

Profi

  • »Titan« ist männlich
  • »Titan« wurde gesperrt

Beiträge: 303

Registrierungsdatum: 31. Dezember 2009

11

Dienstag, 12. Januar 2010, 21:56

Zitat

Original von musica
Der Tod und das Mädchen von Franz Schubert, Text: Matthias Claudius

Dieses Lied hat mich von jeher beeindruckt, ich habe es selber sehr gerne gesungen, doch immer mit einem Schauer im Rücken.


Das Mädchen:
"Vorüber! ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh, Lieber!
Und rühre mich nicht an."

Der Tod:
"Gib deine Hand, du schön und zart Gebild',
Bin Freund und komme nicht zu strafen.
Sei gutes Muts! Ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen."


Hallo "Musica"
Über die Besonderheit dieses Liedes muß man nicht reden. Ich höre es selten, da ich es nicht so leicht wie andere Lieder einfach mal so auflegen kann......ich muß innerlich ruhig, aufmerksam sein und mich stabil fühlen. Wenn ich an dieses Lied denke oder gerade Deinen Artikel gelesen habe höre ich fast immer zwei Sänger: die Ferrier mit ihrer Fragilität in der Stimme und ihrem unverwechselbarem Timbre, das ich liebe und einen russischen schwarzen Bass, der in seines Stimmes Schwärze schon bedrohlich klingt und daher bei mir die Assoziation an den singenden "Tod" im dialektischen Sinne auslöst. Ich kenne die Aufnahme aus einer EMI Box mit historischen Liedaufnahmen......leider passiert es mir (wie auch jetzt) immer wieder, dass ich nicht mehr sicher bin ob Igor Kipnis oder Fjodr Schaljapinund der Sänger ist.

Gruß............."Titan"

Gustav

Prägender Forenuser

  • »Gustav« ist männlich
  • »Gustav« wurde gesperrt

Beiträge: 648

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2009

12

Mittwoch, 13. Januar 2010, 00:09

Als erstes und eigentlich immer:

Richard Strauss: Morgen

Bei einem Hamburger Liederabend begleitete sich Jessye Norman selber und widmete dieses Lied dem damals kürzlich verstorbenen Geoffrey Parsons.

Schubert: Der Lindenbaum

Als eine ferne Erinnerung an meine Kindheit, als das deutsche Volkslied noch einen Stellenwert hatte und nicht zum verkitschten Musikantenstadlrepertoire herabgesunken war.

Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekommen

Christa Ludwig :jubel: bei ihrem letzten Liederabend (eigentlich eine Matinee) in der Hamburgsichen Staatsoper. Die Stimme, naja, halt die Stimme einer älteren Dame, aber eine Interpretation zum Weinen.

:hello: Gustav
"Gesegnet sei der Gott, der den Frühling und die Musik erschuf." R. Wagner

  • »Peter Pasdzierny« ist männlich

Beiträge: 134

Registrierungsdatum: 12. September 2008

13

Mittwoch, 13. Januar 2010, 02:52

Vorweg: Ich bin bislang kein großer Liederhörer, aber das ein oder andere hab ich auch schon gehört und entdeckt...

----

Für den Moment nenne ich hier drei Amadéische Lieder: "An Chloe" (KV 524 in Es-Dur), "Abendempfindung" (KV 523 in F-Dur) und "Lied der Trennung" (KV 519 in f-moll).

Ersteres seiner Einfachheit wegen, zweites seiner Schönheit wegen, das dritte wegen den unverhohlen Seraphischen (und trotzdem eigenen) Anklängen.

----

Beindruckt haben mich diese Lieder insofern, als ich bei ihrem Erlauschen erstmals wirklich nachvollziehen konnte, warum man Goethe ideell vielmehr mit MOZ-Kunst als mit Rübengarten in Verbindung bringen kann. Ich hätte lange Zeit nämlich letzteres getan.

:P :hello:

Peter

musica

Prägender Forenuser

  • »musica« ist weiblich
  • »musica« wurde gesperrt

Beiträge: 2 370

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

14

Mittwoch, 13. Januar 2010, 10:43

Zitat

Original von Titan
Hallo "Musica"
Über die Besonderheit dieses Liedes muß man nicht reden. Ich höre es selten, da ich es nicht so leicht wie andere Lieder einfach mal so auflegen kann......ich muß innerlich ruhig, aufmerksam sein und mich stabil fühlen. Wenn ich an dieses Lied denke oder gerade Deinen Artikel gelesen habe höre ich fast immer zwei Sänger: die Ferrier mit ihrer Fragilität in der Stimme und ihrem unverwechselbarem Timbre, das ich liebe und einen russischen schwarzen Bass, der in seines Stimmes Schwärze schon bedrohlich klingt und daher bei mir die Assoziation an den singenden "Tod" im dialektischen Sinne auslöst. Ich kenne die Aufnahme aus einer EMI Box mit historischen Liedaufnahmen......leider passiert es mir (wie auch jetzt) immer wieder, dass ich nicht mehr sicher bin ob Igor Kipnis oder Fjodr Schaljapinund der Sänger ist.

Gruß............."Titan"


Gestern habe ich durch Zufall dieses Lied wieder mal im Radio gehört und zwar von der Fleming. Abei der Ankündigung dachte ich mir, naja, von einem Sopran gesungen, was mag das schon sein. Fleming sang den ersten Teil, naja, so wie ich es mir von ihr vorstellte, nix besonderes. Dann aber kam der 2. Teil "Gib deine Hand", ich war erschüttert und mir lief eine Gänsehaut über den Rücken, so düster wie sie es sang hatte ich es noch nie gehört, faszinierend, mir kamen die Tränen.

Bisher kannte ich das Lied nur von Mezzi oder Altistinnen, aber das...einfach toll. Wie sie beide Figuren interpretatorisch darstellte, erst das Mädchen dann den Tod. Sie sang den Tod auch sehr langsam, so hatte ich es noch nie gehört oder auch selber gesungen.
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


Honoria Lucasta

Fortgeschrittener

  • »Honoria Lucasta« ist weiblich
  • »Honoria Lucasta« wurde gesperrt

Beiträge: 285

Registrierungsdatum: 16. April 2009

15

Mittwoch, 13. Januar 2010, 11:08

Ich bin eine große Verehrerin von Hugo Wolf und seinen Liedern und habe so für jede Stimmung ein passendes. Tränen habe ich aber selber schon geweint (und singenderweise bei Zuhörern hervorgerufen) mit Wolfs Vertonung des Eichendorff'schen Gedichts "Heimweh" - und hier besonders der letzte Vers:

Der Morgen, das ist meine Freude, da steig ich in stiller Stund'
auf den höchsten Berg in die Weite, grüß dich, Deutschland, aus Herzens Grund.

Das an fernen Orten vor einem deutschsprachigen Publikum gibt immer eine in bestem Sinne sentimentale Stimmung, die mit Deutschtümelei oder Nationalismus nun wirklich nichts zu tun hat - Heimweh ist halt ein ganz eigenes Gefühl.

Die erste Strophe lautet ja nicht umsonst so:

Wer in die Fremde will wandern, der muß mit der Liebsten geh'n
Es jubeln und lassen die andern den Fremden alleine steh'n...

Grüße :hello: vom Balkan!

Honoria
"...and suddenly everybody burst out singing"
Busman's Honeymoon

musica

Prägender Forenuser

  • »musica« ist weiblich
  • »musica« wurde gesperrt

Beiträge: 2 370

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

16

Mittwoch, 13. Januar 2010, 11:32

Hallo Honoria,

das kann ich sehr gut verstehen, bei manchen Liedern die ich singe muss ich oft sehr schlucken und aufpassen, dass es mir nicht die Kehle zuschnürt.

Wie wundervoll diese Lieder geschrieben wurden, wer schreibt heute noch? :hello:
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


Dreamhunter

Prägender Forenuser

  • »Dreamhunter« ist männlich

Beiträge: 641

Registrierungsdatum: 21. Mai 2006

17

Mittwoch, 13. Januar 2010, 12:14

Liebe musica,

im E-Bereich gebe ich Dir recht, allerdings werden meiner Meinung nach auch heute noch wunderbare Lieder geschrieben, die phantastische Texte haben - diese findet man aber eher im Singer/Songwriter-Bereich.

Ich denke da an viele Texte von Bob Dylan, Leonard Cohen oder auch an Phil Ochs. Oder im deutschsprachigen Bereich einiges von Konstantin Wecker. Oder da wären auch noch viele kleine Meisterwerke von Paul Simon anzuführen.

Ebenfalls fallen mir da viele Chansons von Jacques Brel an, z.B. "Les vieux amants".

Zwei Lieder, die mich oft zu Tränen gerührt haben, sind folgende:

Phil Ochs - WHEN I'M GONE

There's no place in this world where I'll belong when I'm gone
And I won't know the right from the wrong when I'm gone
And you won't find me singin' on this song when I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here

And I won't feel the flowing of the time when I'm gone
All the pleasures of love will not be mine when I'm gone
My pen won't pour out a lyric line when I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here

And I won't breathe the bracing air when I'm gone
And I can't even worry 'bout my cares when I'm gone
Won't be asked to do my share when I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here

And I won't be running from the rain when I'm gone
And I can't even suffer from the pain when I'm gone
Can't say who's to praise and who's to blame when I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here

Won't see the golden of the sun when I'm gone
And the evenings and the mornings will be one when I'm gone
Can't be singing louder than the guns when I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here

All my days won't be dances of delight when I'm gone
And the sands will be shifting from my sight when I'm gone
Can't add my name into the fight while I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here

And I won't be laughing at the lies when I'm gone
And I can't question how or when or why when I'm gone
Can't live proud enough to die when I'm gone
So I guess I'll have to do it while I'm here


oder von Leonard Cohen - IF IT BE YOUR WILL (auf Youtube findet man eine unglaubliche Interpretation der Webb-Sisters von der aktuellen Cohen-Tournee) -

If it be your will
That I speak no more
And my voice be still
As it was before
I will speak no more
I shall abide until
I am spoken for
If it be your will
If it be your will
That a voice be true
From this broken hill
I will sing to you
From this broken hill
All your praises they shall ring
If it be your will
To let me sing
From this broken hill
All your praises they shall ring
If it be your will
To let me sing

If it be your will
If there is a choice
Let the rivers fill
Let the hills rejoice
Let your mercy spill
On all these burning hearts in hell
If it be your will
To make us well

And draw us near
And bind us tight
All your children here
In their rags of light
In our rags of light
All dressed to kill
And end this night
If it be your will

If it be your will.
Hear Me Roar!

musica

Prägender Forenuser

  • »musica« ist weiblich
  • »musica« wurde gesperrt

Beiträge: 2 370

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

18

Mittwoch, 13. Januar 2010, 12:37

Hallo Dreamhunter,

ein sehr schöner Text wenn ich ihn hier lese, doch ich kann den Text beim Höres des Liedes nicht so schnell übersetzen, das ist das Problem. Wenn ich ein Lied höre, muss ich es Wort für Wort verinnerlichen, so ist es auch mit Oper. Wenn ich den italienischen Text nicht verstehe, evtl. die Oper nicht kenne, ist es sehr schwer den Inhalt zu verstehen.

Bestimmt gibt es in der U-Musik wundervolle Texte, auch in Musicals wie aus Les Misérables "Ich hab geträumt vor langer Zeit". Wir haben es im Programm und es hat mich oft zu Tränen gerührt.
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


hart

Prägender Forenuser

  • »hart« ist männlich

Beiträge: 1 709

Registrierungsdatum: 7. Dezember 2009

19

Mittwoch, 13. Januar 2010, 17:06

für musica (falls es interessiert)
Der Tenor Christoph Prégardien singt auf CD am Schluss dieses Liedes ein tiefes D, das man früh morgens extra aufgenommen hatte.

musica

Prägender Forenuser

  • »musica« ist weiblich
  • »musica« wurde gesperrt

Beiträge: 2 370

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

20

Mittwoch, 13. Januar 2010, 18:46

Zitat

Original von hart
für musica (falls es interessiert)
Der Tenor Christoph Prégardien singt auf CD am Schluss dieses Liedes ein tiefes D, das man früh morgens extra aufgenommen hatte.


vielen Dank hart, ich habe es bisher nur von Sängerinnen gehört, ist für mich selber interessanter, da ich ja nun selber singe.

Der Morgenbass, ist wohl allen Sängern und auch Sängerinnen bestens bekannt. :hello:
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


MosesKR1

Prägender Forenuser

  • »MosesKR1« ist männlich

Beiträge: 824

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

21

Donnerstag, 14. Januar 2010, 19:54

Ein Lied von Grieg hat mich sehr beeindruckt. Ein Schwan.

Im Jahre 1978 bin ich mit einem Freund durch Skandinavien gereist. Wir machten an einem Campingplatz an einem See halt. Am Abend hörten wir überirdische Klänge. Mitten auf dem See war ein Schwan, der sang. Als er aufhörte richtete er sich noch einmal auf, und versank in den Fluten. Er war gestorben.

Viele Jahre später kam ich erst zu dem Lied von Grieg. Jedesmal, wenn ich es jetzt singe, geht mir eine richtige Gänshaut.

LG Uwe

:hello:

MosesKR1

Prägender Forenuser

  • »MosesKR1« ist männlich

Beiträge: 824

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

22

Donnerstag, 14. Januar 2010, 19:56

Zitat

Original von musica

Zitat

Original von hart
für musica (falls es interessiert)
Der Tenor Christoph Prégardien singt auf CD am Schluss dieses Liedes ein tiefes D, das man früh morgens extra aufgenommen hatte.


vielen Dank hart, ich habe es bisher nur von Sängerinnen gehört, ist für mich selber interessanter, da ich ja nun selber singe.

Der Morgenbass, ist wohl allen Sängern und auch Sängerinnen bestens bekannt. :hello:



Jau, der Morgenbass ist mir sehr gut bekannt. Ich freue mich dann auf Mittag, wenn es wie ein Bariton klingt. Der Abend ist für den Tenor reserviert. :untertauch: :untertauch:

LG Uwe

:hello:

hart

Prägender Forenuser

  • »hart« ist männlich

Beiträge: 1 709

Registrierungsdatum: 7. Dezember 2009

23

Dienstag, 19. Januar 2010, 21:36

Der Schwan von Grieg wird von dem unvergessenen Helge Rosvaenge ganz vorzüglich gesungen; in der Tat eines der schönsten Lieder.

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 5 903

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

24

Mittwoch, 30. August 2017, 20:00



Das hat mich wirklich sehr beeindruckt heute - Mussorgskys Lieder orchestriert von Igor Markewitsch und berührend gesungen von Galina Vishnevskaja. :) :) :)

Die CD ist im Moment für 1.99 Euro zu haben (auf das Cover klicken!).

Schöne Grüße
Holger