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Mitridate

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1

Montag, 10. August 2009, 14:56

Karl Friedrich

Hallo,
ich habe keinen Hinweis/Profil auf diesen, meineserachtens sehr zu Unrecht vergessenen Österreichischen Tenor bei Tamino gesehen.
Da ich kein Österreicher bin, wäre vielleicht Alfred an der Reihe, es ins Leben zurufen, oder?
Ansonsten würde ich etwas zusammen stellen
cheers
Mitridate

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Licia Albanese

Harald Kral

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2

Montag, 10. August 2009, 15:19

RE: Karl Friedrich

Lieber Rainer,
Du hast recht, über Karl Friedrich gibt es noch nicht viel hier im Forum zu lesen.
Hier wird er kurz erwähnt:
Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze - und den Interpreten auch nicht (??)

Unsere Wiener Ex-Taminos Waldi und Peter hatten zwar vor (mit mir) einen Thread anzulegen, leider ist es dazu nicht gekommen.



Karl Friedrich singt Arien & Lieder

von Wagner, Verdi, Bizet, Strauss, Lehar

Karl Friedrich, Tenor,
NWDR SO, Wiener Staatsopernorchester,
Schmidt-Isserstedt, Schüchter, Loibner
Label: Preiser , ADD/m, 51/52

Du kannst gerne loslegen!

LG

:hello:Harald
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Mitridate

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3

Montag, 10. August 2009, 16:41

RE: Karl Friedrich

Danke Harald,
dann werde ich in den nächsten Tagen mal was zusammenstellen
lg
Rainer
Mitridate

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Licia Albanese

Operngernhörer

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4

Montag, 10. August 2009, 22:16

Ich kenne einige gute Aufnahmen von Karl Friedrich - doch habe ich noch live bei seinen letzten Abenden in der Volksoper gesehen (als Ismael in Nabucco). Ein Baum bewegt sich eleganter auf der Bühne !
Dann habe ich die Vorurteile meiner Eltern ihm gegenüber verstanden.

Liebe Grüße -

vom Operngernhörer :hello:
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Mitridate

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5

Dienstag, 11. August 2009, 09:17

Zitat

Original von Operngernhörer
Ich kenne einige gute Aufnahmen von Karl Friedrich - doch habe ich noch live bei seinen letzten Abenden in der Volksoper gesehen (als Ismael in Nabucco). Ein Baum bewegt sich eleganter auf der Bühne !
Dann habe ich die Vorurteile meiner Eltern ihm gegenüber verstanden.

Liebe Grüße -

vom Operngernhörer :hello:

mir ist ein gut singender Baum lieber als ein blendend aussehender und beweglicher "Startenor" der heutigen Generation :hello:
Mitridate

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Operngernhörer

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6

Dienstag, 11. August 2009, 09:27

Lieber Mitridate,

ich würde Dir gerne recht geben, aber seine Stimme war zu dieser Zeit - vornehm ausgedrückt - schon sehr am Ende.
Kein Vergleich mit dem, was man von diversen Aufnahmen kennt.

Liebe Grüße -

vom Operngernhörer :hello:
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Mitridate

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7

Dienstag, 11. August 2009, 10:02

Zitat

Original von Operngernhörer
Lieber Mitridate,

ich würde Dir gerne recht geben, aber seine Stimme war zu dieser Zeit - vornehm ausgedrückt - schon sehr am Ende.
Kein Vergleich mit dem, was man von diversen Aufnahmen kennt.

Liebe Grüße -

vom Operngernhörer :hello:


Da stimme ich Dir zu (obwohl ich nicht weiß, wann diese Vorstellung war), leider ist jede Stimme irgendwann mal am Ende. Ich habe Friedrich selber (leider) nicht mehr live erleben können, meine letzte Aufnahme (live Mitschnitt) mit ihm stammt von 1956, und da war er zumindest noch gut drauf
liebe Grüße
Mitridate

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Licia Albanese

Operngernhörer

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8

Dienstag, 11. August 2009, 16:05

Lieber Mitridate,

die "Nabucco" Vorstellungen waren iim Jänner 1966, und da war nicht mehr viel Stimme übrig.

Liebe Grüße -

der Operngernhörer :hello:
Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

Siegfried

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9

Dienstag, 11. August 2009, 20:48

Also unter "Die berühmte Stimme" würde ich Karl Friedrich nicht einordnen, denn häte er eine berühmte Stimme gehabt, wäre er nicht in Vergessenheit geraten.

Zu seiner Zeit gab es eben viel bedeutendere Sängerkollegen, die man heute noch gerne hört, wie Peter Anders, Rudolf Schock, Ernst Haefliger, Josef Traxel und andere.

Daß Karl Friedrich in seiner Heimat eine gewisse Popularität erreicht hat, zeugt von solidem handwerklichen Können. Aber das Charisma und die berühmte Träne im Knopfloch hat ihm für den großen Durchbruch gefehlt.

Sorry, Mitridate. Aber du bist auch ein Freund klarer Worte und wirst diese hier verkraften. :hello:
Freundliche Grüße Siegfried

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10

Mittwoch, 12. August 2009, 17:08

Zitat

Original von Siegfried
Also unter "Die berühmte Stimme" würde ich Karl Friedrich nicht einordnen, denn häte er eine berühmte Stimme gehabt, wäre er nicht in Vergessenheit geraten.

Zu seiner Zeit gab es eben viel bedeutendere Sängerkollegen, die man heute noch gerne hört, wie Peter Anders, Rudolf Schock, Ernst Haefliger, Josef Traxel und andere.

Daß Karl Friedrich in seiner Heimat eine gewisse Popularität erreicht hat, zeugt von solidem handwerklichen Können. Aber das Charisma und die berühmte Träne im Knopfloch hat ihm für den großen Durchbruch gefehlt.

Sorry, Mitridate. Aber du bist auch ein Freund klarer Worte und wirst diese hier verkraften. :hello:


Hallo Siegfried,
natürlich kann ich es verkraften, wer austeilt muß auch einstecken können ;)
Ich halte Traxel übrigends eh für einen ganz Großen, aber dem wird ja inzwischen auch mehr berechtigte Aufmerksamkeit gewidme. Peter Anders schätze ich nicht besonders, mir ist seine Stimme zu eng. Haefliger ist sicherlich ein guter Liedsänger gewesen, ansonsten war er für mich nicht ein "Hinhörer".
Rudolf Schock, nun ja, er war einer der ersten Startenöre, wenn man heutige Maßstäbe anlegt. Er war mein erster Tamino, und wenn die 3 Chorknaben nicht zu laut sangen, konnte man ihn auch hören. Er war (live) eher ein Tenorino, hatte eine sehr enge Höhe, war nie C-sicher und ein Konsonantenschlucker erster Güte.
Dadurch, dass er eine einflußreiche Plattenfirma hinter sich hatte, wurde er hochgejubelt, wie heute Villanzon und andere Tenöre. Sorry, aber für mich war Schock immer total überbewertet und konnte einem Karl Friedrich nie das Wasser reichen. :hello:

liebe Grüße
Mitridate

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Herbert Henn

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11

Mittwoch, 12. August 2009, 17:26

Ich ziehe den originalen Richard Tauber seinen Imitatoren Marcel Wittrich, Herbert Ernst Groh oder Karl Friedrich vor. Tenören wie Peter Anders oder Rudolf Schock konnte Karl Friedrich nicht das Wasser reichen. Man denke nur an den großartigen Liedersänger P. Anders.
Er und R.Schock hatten dieses einmalige individuelle Timbre und K.Friedrich mit ihnen zu vergleichen ist ziemlich absurd.

:hello:Herbert.
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Mitridate

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12

Mittwoch, 12. August 2009, 19:19

jeder darf seine Meinung zu dem Thema gerne kund tun. Und über Timbre kann man nicht streiten. oder?
Nur hatte ich hat das zweifelhafte Vergnügen, Schock live zu erleben, und keiner kann mir erzählen, das Schock ein guter Sänger war.
Nicht umsonst hat er nur sehr kurz auf der Bühne gestanden und sich dann nur noch per Platte und Fernsehen gemeldet.
Und eben deswegen finde ich es absurd, Schock als großen Sänger zu bezeichnen, Es gab unzählige Tenöre zu Schocks Zeiten, die es verdient hätten, die Position einzunehmen, die man Schock zugestanden hat. Aber nicht jeder kannte eben Walter Legge..........
Mitridate

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Herbert Henn

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13

Mittwoch, 12. August 2009, 19:49

Obschon es nicht in diesen Thread gehört, möchte ich zum Thema Rudolf Schock doch noch erwähnen, daß er über 30 Jahre auf den großen Opernbühnen große Partien gesungen hat. Walter Legge hat sich übrigens um Schock bemüht und nicht umgekehrt.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Alfred_Schmidt

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14

Mittwoch, 12. August 2009, 22:04

Ich gestehe, daß ich den Sänger zu Threadbeginn nicht gekannt habe. Dennoch - ich habe in einige Klangschnippsel hineingehört.
Da war mir sofort klar warum er vergessen ist.
Seine Stärke war nämlch zugleich seine schwäche, und das war die unverkennbare Ähnlichkeit mit Taubers Stimme. Ob das "natürliches Timbre" oder "gewollte Annäherung" war, das vermag ich nicht zu sagen. Ich würde ihn aber durchaus als "hörenswert" einstufen.
Es gibt schwächere Stimmen, von denen unzählige Aufnahmen am Markt sind.....

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Mitridate

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15

Donnerstag, 13. August 2009, 09:26

Zitat

Original von Herbert Henn
Obschon es nicht in diesen Thread gehört, möchte ich zum Thema Rudolf Schock doch noch erwähnen, daß er über 30 Jahre auf den großen Opernbühnen große Partien gesungen hat. Walter Legge hat sich übrigens um Schock bemüht und nicht umgekehrt.

:hello:Herbert.


Herbert,
weder 30 Jahre gesungen auf den "großen" Opernbühnen noch die Story mit Legge sind richtig, sorry.
Aber es scheint so zu sein, das man hier im Forum wohl die Säulenheiligen nicht stürzen darf....... :rolleyes:
Mitridate

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Herbert Henn

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16

Donnerstag, 13. August 2009, 11:01

Säulenheilige

Lieber Mitridate,
wir haben keine Säulenheiligen. Wir sind nur oftmals verschiedener Meinung. Wenn wir alle derselben Meinung wären, käme ja keine Diskussion zustande und das Forum wäre stinklangweilig. :D

:hello:Herbert.
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Siegfried

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17

Donnerstag, 13. August 2009, 11:16

RE: Säulenheilige

Ich möchte dieses Thema nicht in die Länge ziehen, sonst käme ein unbekannter Sänger (KF) doch noch zu Ehren, die er nicht verdient hat.

Aber um der Wahrheit willen sei ergänzt:

Zwischen Rudolf Schocks erstem Soloauftritt 1936 als Froh in Duisbug und seinem Bühnenabschied 1976 als Belmonte liegen 40 Jahre.

Und wer wem Wasser oder anderes reichen kann, ist ohnehin Geschmacksache. Und es gibt gute und weniger gute Geschmäcker. Jedem das Seine.
Freundliche Grüße Siegfried

Mitridate

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18

Donnerstag, 13. August 2009, 13:00

RE: Säulenheilige

Zitat

Original von Siegfried
Ich möchte dieses Thema nicht in die Länge ziehen, sonst käme ein unbekannter Sänger (KF) doch noch zu Ehren, die er nicht verdient hat.

Aber um der Wahrheit willen sei ergänzt:

Zwischen Rudolf Schocks erstem Soloauftritt 1936 als Froh in Duisbug und seinem Bühnenabschied 1976 als Belmonte liegen 40 Jahre.

Und wer wem Wasser oder anderes reichen kann, ist ohnehin Geschmacksache. Und es gibt gute und weniger gute Geschmäcker. Jedem das Seine.


sein erster Auftritt war 1936 als Chorknabe (nicht Froh), und in den sogenannten 40 Jahren seiner "Bühnenlaufbahn" stand er immerhin auf so bedeutenden internationalen Opernhäusern wie Passau, Braunschweig etc auf der Bühne. Über die jahrelangen Pausen dazwischen spricht auch keiner.

Ja ich weiß, er war auch in Bayreuth und Salzburg, nur was er da vollbracht hat, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit.

Ich weiß nicht, wie häufig die Hardcore Schock Verehrer ihn live in Opernaufführungen erlebt haben, ich für meinen Teil vermutlich einmal zu viel.
Zumindest hat das Hamburger Opernpublikum gejubelt, als endlich Schock durch Sandor Konya ersetzt wurde! Man konnte plötzlich wieder eineTenorstimme hören
Aber vielleicht hört man ja halt anders im Norden............. :pfeif:

Aber keine Angst, ich werde nicht mehr über Karl Friedrich schreiben, es scheint ja so zu sein, das manche lieber an ihren durch Presse, Fernsehen und Konserven geprägten Vorurteilen festhalten, da ist mir meine Zeit einfach zu schade für :)
Mitridate

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19

Donnerstag, 13. August 2009, 14:30

Lieber Mitridate,

wenn Du natürlich alle nachlesbaren Fakten als unwahr bezeichnest,

sollten wir diese Diskussion als beendet betrachten.

:hello:Herbert.


(Dies soll eigentlich eine PN sein. Sie kann nach Kenntnisnahme
gelöscht werden.)
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Harald Kral

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20

Donnerstag, 13. August 2009, 19:26

Mitridate: "ich werde nicht mehr über Karl Friedrich schreiben"

Nachdem es Euch gelungen ist, den Threadstarter wegzumobben, will ich es an seiner Stelle übernehmen, diesen angefangenen Thread noch zu einem anständigen Verlauf zu verhelfen:

Im Gegensatz zu Siegfried bin ich nicht der Meinung, dass Karl Friedrich nicht in den "berühmte Stimmen" -Kanon gehört, da gibt es andere Luschen, Bülents und Bogdans, die eher nichts hier verloren haben! :boese2:



Friedrich, Karl, Tenor,
wurde am 15. Januar 1905 in Wien geboren, gestorben ist er am 8. April1981 ebenfalls in Wien; wo er seine letzte Ruhestätte in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof erhielt.
Nach Studium in Wien erhielt er sein erstes größeres Engagement 1931/32 in Karlsruhe, nach anderen Stationen war er bis 1938 am Opernhaus von Düsseldorf engagiert und wurde von da aus an die Wiener Staatsoper berufen, wo er bis 1970 blieb; in Deutschland war er bekannt und beliebt durch einen Gastspielvertrag mit der Staatsoper Hamburg.
Er gastierte sehr erfolgreich bei den Opernfestspielen von Salzburg, an der Covent Garden Oper London und am Liceo Barcelona. (Walther von Stolzing in den »Meistersingern«.)
Zugleich war er ein geschätzter Interpret klassischer Operetten, die er vor allem an der Wiener Volksoper sang. Er war ein Lieblingssänger von Franz Lehar, der mit ihm in der männl. Hauptrolle beim österr. Rundfunk 1942 seine Operetten „Giuditta“ und „Paganini“ einspielte. 1943 folgte dann noch „Frasquita“ allerdings dirigiert von Max Schönherr.



Seine großen Opernpartien waren der Walther von Stolzing, der Erik, der Lohengrin, der Florestan, der Pedro in »Tiefland, der Matteo in »Arabella«, der Manrico im »Troubadour«, der Herzog im »Rigoletto«, der Radames in »Aida«, der Don Carlos, der Faust von Gounod und der Hans in Smetanas »Verkaufter Braut«. Nach dem Krieg machte er beim Hessischen Rundfunk viele Opernaufnahmen (oft mit Maud Cunitz als Partnerin), aber auch beim NDR in Hamburg und in München.


Plattenmäßig wurde es dann ruhig um Friedrich, später ist er noch in kleineren Rollen im „Rosenkavalier“ zu hören, aber eine große Schallplattenkarriere hat er nie angestrebt.
Bekannt geworden ist eine Duett-LP mit Hilde Güden, die zusammen Operette singen.

LG

:hello:
Harald

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Operngernhörer

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21

Freitag, 14. August 2009, 11:11

Darf ich zum Thema "Karl Friedrich" noch etwas erklären ?

Ich bin vielleicht etwas voreingenommen. In meinem Elternhaus wurde sehr viel Musik gehört und meine Eltern und Großeltern waren begeisterte Opern - bzw. Operettenfreunde. Aber es gab zwei Sänger, die nicht geschätzt wurden : Karl Friedrich und Karl Terkal, denn es gab jede Menge an guten bis ausgezeichneten Sängern, sodaß die darstellerischen Einschränkungen nicht durch die Stimme wettgemacht werden konnten.

Erst in letzter Zeit, wo die beiden wieder akustisch vertreten sind, sind sie für mich wieder anhörbar werden wie im Fall von Karl Terkal wieder geschätzt.

Ich komme erst heute, wo das Angebot an Sängern der 1. Kategorie nicht mehr so aufregend groß ist, wieder zu den Anfängen zurück und weiss heute, dass die beiden ihre Daseinsberechtigung immer gehabt haben.

Und bitte, vergrault mir die Mitdiskutanten nicht !

Einen schönen Tag wünscht allen -

der Operngernhörer :hello:
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Rheingold1876

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22

Samstag, 26. April 2014, 23:17




Nun ist ja einige Zeit vergangen, dass hier so wacker über Karl Friedrich gestritten wurde. Ich glaube, er ist der Falsche für solche Debatten und Richtungsstreite, die gern dann ausbrechen, wenn Sänger miteinander verglichen werden statt die individuellen Stärken jedes einzelnen zu ergründen. An anderer Stelle und in anderem Zusammenhang hat sich einmal Freund Operus sehr nachdrücklich und überzeugend dazu geäußert. :hello: Ich möchte ganz einfach für die oben eingestellten Aufnahmen werben, die allesamt auch noch auf dem Markt sind. Es kommt also sehr viel zusammen mit Friedrich. Und es spricht für ihn, dass sich bedeutende Dirigenten immer wieder seiner Mitwirkung versicherten. Das dürfte Gründe gehabt haben. Gewiss, Friedrich ist ein ziemlich unorthodoxer Tenor. Man hat den Eindruck, als würden manchmal die Pferde mit ihm durchgehen. Er lässt aber nie einen Zweifel daran, dass mit ihm ein Mensch aus Fleisch und Blut vor uns steht. Seine Stimme ist aus Tausenden herauszuhören. Sie ist unverwechselbar - wenn Friedrich darauf steht, ist auch Friedrich drin. Für Richard Strauss - er singt den Bacchus gemeinsam mit Maria Cebotari als Ariadne und den Apollo in der "Daphne" - bringt er nach meinem Eindruck die allerbesten Voraussetzungen mit. Er humanisiert diese Götter. Wenn ich richtig informiert bin, wollte es Strauss auch so haben. Anrührend, wie er als Apollo fast selbst erschrocken scheint über seinen eigenen Richtspruch der Verwandlung. Er bringt eine große Traurigkeit und Einsamkeit in diese Szene. Und diese Trunkenheit im "Ariadne auf Naxos"-Finale"! Wann und wo hat man das je so gehört? Friedrich sollte nicht gemessen werden am Sitze dieses oder jenes Tones. Er ist ein Sänger von großer Gestaltungskraft. Dabei soll er auf der Bühne nicht der Erfinder der Leidenschaftlichkeit gewesen sein.

Ich kann mir Oper und Operette ohne ich gar nicht vorstellen. Er hat auch das Tenorsolo in der 9. Sinfonie von Beethoven unter Horenstein gesungen, wovon es ja bekanntlich auch eine filmische Version gibt. Zuzeiten war ich fast süchtig nach dieser Stimme.

Mit Grüßen verbleibt Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Rheingold1876

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23

Freitag, 17. November 2017, 22:07

Inzwischen ist es üblich und möglich, Sängerthreads mit Tinbeispielen anzureichern. So soll es auch hier geschehen mit einem Angebot, das die Vielseitigkeit des Tenors Karl Friedrich verdeutlichen mag. Leider habe nicht jene Aufnahmen gefunden, die sein Talent so verdeutlichen wie ich es im Beitrag zuvor habe verdeutlichen versucht. Friedrich neigt auch sehr zur Beliebigkeit und Gefälligkeit. Manchmal habe ich den Eindrck, als wolle er jedes notwendige Maß an Gestaltung verweigern. Er singt drauflos. Aber wie er das macht, das gefällt mir schon.



https://www.youtube.com/watch?v=bJ1gn7TVcYo


https://www.youtube.com/watch?v=DgZW3fGNrgg


https://www.youtube.com/watch?v=7-pATt2Ab_I
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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