Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

1

Dienstag, 29. September 2009, 18:18

Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Hallo an alle Forianer,

was denkt ihr, wenn ihr den Namen Muzio Clementi hört? Mal ehrlich, da schwirren einem doch sofort die Vorurteile im Kopf herum: "Seelenloser Etüdenschreiber", "klavieristisches Desaster der frühen Schülerjahre" etc.

Aber ist das angebracht bzw. gerecht?

Warum werden die wundervollen und ehrwürdigen Kompositionen (Sonaten, Duos, Symphonien, Capriccios, Kammermusikwerke, Variationen usw.) von Clementi in der heutigen Zeit nur so selten gespielt, wenn überhaupt? Natürlich: Die Sonatinen und "Gradus-ad-Parnassum"-Etüden werden im Unterricht noch immer oft verwendet, aber im Konzertsaal hört man Clementi so gut wie gar nicht. Und auf CD sowieso nicht: Während man bei Beethoven-Sonaten oder -Symphonien zwischen hundert verschiedenen Aufnahmen bzw. Interpreten die Qual der Wahl hat, kann man sich's bei Clementi-CDs gar nicht erlauben, wählerisch zu sein.

Es gibt so viele Tatsachen, die vor Augen führen, dass Clementi mehr Beachtung verdient: Erstens wurde er von Haydn, Beethoven, Schumann und sogar Strawinski verehrt (Mozart abschätzige Äußerungen über den Italiener entstanden aus Neid heraus), zweitens hatte er viele Schüler, die sich später in die Welt der Musikprofis etablierten, drittens war sein Haus in London stets ein Treffpunkt für Musiker aus dem In- und Ausland und viertens wurde er als Ausländer in der prächtigen Westminster Abbey beigesetzt. Übrigens ist an dieser Stelle auch noch ein Beethoven-Zitat zu erwähnen: "Clementis Sonaten gehören zweifellos zu den schönsten und pianistischsten aller Kompositionen."

Ich warte gespannt auf eure Meinungen/Antworten/Kommentare

Liebe Grüße aus Essen in NRW,
Helge Kreisköther

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

2

Dienstag, 29. September 2009, 18:31

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Salü,

zum Thema Clementi haben wir folgende Threads eigerichtet:

Nicht für ein Kreutzer guten Geschmack ? - Muzio Clementis Klaviersonaten...

Muzio Clementi [1752-1832]

Clementi ist hier also kein Unbekannter, sondern ein durchaus geschätzter Genosse ;)

Zitat

Während man bei Beethoven-Sonaten oder -Symphonien zwischen hundert verschiedenen Aufnahmen bzw. Interpreten die Qual der Wahl hat, kann man sich's bei Clementi-CDs gar nicht erlauben, wählerisch zu sein.


Naja, es gibt schon einiges (aus der Hüfte geschossen): Howard Shelley, Jos van Immerseel, Andreas Staier, Richard Burnett, Constantino Mastroprimiano und bestimmt 15 bis 20 weitere (unhippe) Interpreten, z.T. sogar Gesamteinspielungen des Klavierwerks. Später gerne mehr zum Thema...

Aber vielleicht kannst Du als Clementiliebhaber mir eine Frage beantworten: Warum komponierte dieser hochvirtuose Pianist nur ein einziges Klavierkonzert?

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

3

Dienstag, 29. September 2009, 18:46

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Na ja, zunächst einmal: Ich als großer Clementi-Verehrer bedauere die Tatsache, dass er nur ein einziges Klavierkonzert geschrieben hat, natürlich auch sehr, besonders wenn man bedenkt, dass alle Aufnahmen des Clementi-KKs (es gibt nicht viele, aber trotzdem) auf einem Manuskript des Wiener Musikers Johann Schenk, einem Beethoven-Lehrer, beruhen.

Das ganze war genau so: Clementi komponierte ein Klavierkonzert, veröffentlichte dieses aber nicht, sondern arrangierte es für Soloklavier (eine der Sonaten des Opus 33); die ursprüngliche Fassung Clementis als KlavierKONZERT kennt man heute leider aber nicht mehr, stattdessen beruhen alle Neuausgaben und CDs - wie gesagt - auf einer Abschrift von Schenk, von der man nicht weiß, ob sie mit Clementis Ursprungsfassung identisch ist.

Doch sei dies wie's sei, nun zur Frage, warum Clementi nur ein Klavierkonzert geschrieben hat...man könnte darauf antworten, dass zum Beispiel das Genie Mozart doch auch gar nichts solomäßiges fürs wunderschöne (bei Haydn und anderen Zeitgenossen sehr beliebte!) Instrument Cello geschrieben hat. Oder nehme man Beethoven: Warum hat dieses Genie, das sich ja sehr für dramatische Literatur interessiert hat, nur eine einzige Oper geschrieben?

Es würde mich übrigens sehr freue, wenn das von mir eröffnete Thema zu Muzio Clementi und seinem heutigen Ansehen noch viel Interesse findet - auch wenn schon eine ähnliche "Tamino"-Diskussion besteht :-)

lg Helge

Michael

Prägender Forenuser

  • »Michael« ist männlich

Beiträge: 680

Registrierungsdatum: 16. Januar 2007

4

Dienstag, 29. September 2009, 19:49

Ich kenne Clementi vom Klavier her, wo er durch diese Sonatinen ewig abgestempelt wurde. Die Übungen Gradus ad Parnassum, ich habe sie mehr aus Pflicht heraus gelernt, haben mich damals nie gelangweilt, was schon was heißen will, es gibt darunter sehr schöne.
Ich habe nun ein wenig im Netz recherchiert, und einige symphonische Werke kamen mir sehr bekannt vor, ohne zu wissen, daß sie von Clementi sind.
Ich schließe mich Helge an, was den bestehenden älteren Thread betrifft, und muß gestehen, daß ich an nicht musikalischer Fachliteratur leider über so gut wie nichts verfüge, was sicher interessant wäre, denn wie heißt es in der Geschichte? Sie gehört andauernd umgeschrieben, und wer weiß wann Clementi zu seinen verdienten Ehren kommt.
lg Michael

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

5

Dienstag, 29. September 2009, 20:12

Hallo Michael,

Du verfügst über keine Fachliteratur über Muzio Clementi??

Dann kann ich Dir ein anderes von mir eröffnetes Thema empfehlen: "Buch über Muzio Clementi". Es würde mich freuen, wenn Du das mal liest.

PS: Ich heiße HelgE, nicht HelgA :-)

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

6

Dienstag, 29. September 2009, 20:14

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Doch sei dies wie's sei, nun zur Frage, warum Clementi nur ein Klavierkonzert geschrieben hat...man könnte darauf antworten, dass zum Beispiel das Genie Mozart doch auch gar nichts solomäßiges fürs wunderschöne (bei Haydn und anderen Zeitgenossen sehr beliebte!) Instrument Cello geschrieben hat.


Mozart war aber kein Cellist, sondern Pianist (und zuvor Violinist) und er komponierte für sich Violin- und Klaviersonaten wie auch -konzerte en masse. Das kann also nicht des Rätsels Lösung sein... ;)

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

7

Dienstag, 29. September 2009, 20:17

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

OK, zugegeben, eine schlüssige Erklärung ist das nicht...aber der Vergleich mit Beethoven passt schon eher, oder?

Oder nimm doch (wenn ich duzen darf) Franz Liszt als Vergleich: Tausende Solostücke für Klavier, aber nur zwei Klavierkonzerte, die zudem auch noch sehr kurz sind.

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

8

Dienstag, 29. September 2009, 20:26

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Zitat

Original von Helge Kreisköther
OK, zugegeben, eine schlüssige Erklärung ist das nicht...aber der Vergleich mit Beethoven passt schon eher, oder?


Nö. Beethoven war auch eher kein Opernkomponist, sondern Pianist und komponierte ebenfalls Klaviersonaten und -konzerte!

Zitat

Oder nimm doch (wenn ich duzen darf)


Na, ich will mal eine Ausnahme machen... ;)

Zitat


Franz Liszt als Vergleich: Tausende Solostücke für Klavier, aber nur zwei Klavierkonzerte, die zudem auch noch sehr kurz sind.


Für den gilt natürlich genau die gleiche Frage.

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

9

Dienstag, 29. September 2009, 20:35

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Du bist aber hartnäckig :yes:

Einen richtig überzeugenden logischen Grund habe auch ich nicht und glaub mir: Mit Clementi kenn ich mich wirklich aus (ich habe auch ein Buch über ihn geschrieben, falls Dich das interessiert).

:hello:

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

10

Dienstag, 29. September 2009, 20:46

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Du bist aber hartnäckig :yes:


Wirklich... :pfeif:

Zitat

Einen richtig überzeugenden logischen Grund habe auch ich nicht und glaub mir: Mit Clementi kenn ich mich wirklich aus


Gut zu wissen - ich werde darauf zurückgreifen (z.B. Warum klingt das Preludio alla Mozart aus den 'musical characteristics' op. 19 nicht nach Mozart?)

Zitat

(ich habe auch ein Buch über ihn geschrieben, falls Dich das interessiert).


Sicher. Mit persönlicher Widmung?

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

11

Dienstag, 29. September 2009, 20:56

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Du kennst Dich aus, Respekt :yes:

Also, zunächst einmal: Der "Mozart-Klang" ist für jeden anders, also höchst subjektiv und schwer nachzuahmen. Persönlich gehört hat Clementi Mozart auch nur einmal: am 24. Dezember 1781 in Wien. Vielleicht hätte er den Salzburger öfter erleben müssen, besonders beim Improvisieren/Fantasieren. So gar nicht nach Mozart hört sich's doch aber auch nicht an, Clementi macht das schon sehr professionell in seinem Opus 19, indem er kurze Passagen aus irgendeinem Werk des jeweiligen Komponisten zitiert.

Was meinst Du mit "persönlicher Widmung"??

:hello:

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

12

Dienstag, 29. September 2009, 21:02

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Also, zunächst einmal: Der "Mozart-Klang" ist für jeden anders, also höchst subjektiv und schwer nachzuahmen.


Genau diesen Standpunkt habe ich neulich in einem anderen Thread vertreten. Dabei ging es um Beethoven- und Schubertanklänge bei Ferdinand Ries. Aber niemand wollte es hören und wahrhaben...

Ich denke, daß wir heute andere Aspekte aus der Musik extrahieren und als 'Mozart', 'Beethoven' oder 'Schubert' zu erkennen glauben, als das damalige Publikum.

Zitat

So gar nicht nach Mozart hört sich's doch aber auch nicht an,


Für mich schon - das klingt (wenn schon nach Mozart) dann nach KV 399 und da imitiert Mozart Händel... :pfeif:

Zitat


Was meinst Du mit "persönlicher Widmung"??


So ein liebenswertes handschriftliches Gekritzel im Einband...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 453

Registrierungsdatum: 9. August 2004

13

Dienstag, 29. September 2009, 21:07

Clementi mag im derzeitigen Konzertleben zu wenig präsent sein, mag vom Durchschnittshörer unterschätzt sein - ein Schicksal das er übrigens mit den meisten seiner Zeitgenossen - abgesehen von Mozart Haydn und Beethoven - teilt, jedoch auf CD ist er meiner Meinung nach gut vertreten. Klassikkennern ist er jedoch bekannt und bei Liebhabern der Wiener Klassik ist er meines Wissen nach geradezu populär.

Seine Sinfonien sind wahre Ohrwürmer und derzeit auf Brilliant Klassics komplett für 7.99 Euro zu haben. Ulli hat über diese Aufnahmen (in der Originalveröffentlichung m, die teuer war) nichts Gutes geschrieben, eine Meinung der ich mich jedoch nicht anschliessen kann.



Dennoch - hier eine Alternative:





Hayperion bringt indes sämtliche Klaviersonaten Clementis heraus.
Am modernen Flügel: Howard Shelley, der schon durch seine Mozart - und Hummel-Aufnahmen auf sich aufmerksam machte.

.

Die beiden Abbildungen sind natürlich nur ein Auszug...

wem Hyperion zu teuer ist, der wird wieder einmal durch Brilliant Classics gut bedient - ebenfalls eine Gesamtaufnahme, allerdings auf zeitgenössichen Istrumenten
Man kann durch anklicken der Cover hineinhören und vergleichen.

.

Der Preis ist geradezu ein Witz....




Ebenfalls auf altem Instrument - klingt jedoch völlig anders...

Violinsonaten gefällig - Bitte sehr: Auch da...



Wie gesagt, das Angebot ist doch einigermaßen passabel.
Und das Gezeigte ist nur ein kleiner Ausschnitt..

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

14

Dienstag, 29. September 2009, 21:17

RE: Wird die Musik Muzio Clementis heutzutage nicht viel zu wenig gewürdigt bzw. gespielt?

Das Buch ist bestimmten Personen gewidmet, oder was??

Auf Wunsch "kritzel" ich auch gerne was rein, da muss ich mir dann noch was passendes überlegen, wenn's so weit ist

Ansonsten: Fragen an Clementi gerne weiterhin an mich ;-)

:hello:

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

15

Dienstag, 29. September 2009, 21:18

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Clementi mag im derzeitigen Konzertleben zu wenig präsent sein


Ich sag's ja: hätte er mal mehr Konzerte geschrieben... Mozart und Haydn hört man auch eher selten, was Klaviersonaten oder -stücke betrifft. Allerdings (zugegeben) etwas häufiger als Clementi.

Zitat


Seine Sinfonien sind wahre Ohrwürmer und derzeit auf Brilliant Klassics komplett für 7.99 Euro zu haben. Ulli hat über diese Aufnahmen (in der Originalveröffentlichung m, die teuer war) nichts Gutes geschrieben, eine Meinung der ich mich jedoch nicht anschliessen kann.



Ich kann es nur nochmals wiederholen: FLOSSEN WEG DAVON! Dann lieber Richter auf dem Eierschneider in mono von 1940... das hat wenigstens Stil. (Und ich besitze auch genau diese Brilliant-Ausgabe).

Zitat


Violinsonaten gefällig - Bitte sehr: Auch da...


Die sind mir zuweilen auch sehr ans Herz gewachsen und bestechen durch ihre Frischheit. Ich habe allerdings seinerzeit eine spottbillige Quadromania-Ausgabe erwischt, welche auch das bereits angesprochene Klavierkonzert, einige Klaviersonaten und Sonaten für Flöte und Klavier (letztere eher überflüssig :D ) enthält: diverse Interpreten, 4 CDs für 1,99 € oder so ähnlich.



Zitat


Auf Wunsch "kritzel" ich auch gerne was rein, da muss ich mir dann noch was passendes überlegen, wenn's so weit ist


So war's gemeint!

Zitat


Ansonsten: Fragen an Clementi gerne weiterhin an mich ;-)


Gerne - Du leitest sie dann an Muzio weiter :D : Konnte irgendwie nachgewiesen werden, daß Clementi in besagtem Mozartwettkampfkonzert genau die Sonate op. 24 N° 2 spielte oder nimmt man das nur an, um einen Aufhänger für Mozarts Ouvertüre zur 'Zauberflöte' zu haben?

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

16

Dienstag, 29. September 2009, 21:30

Die Clementi-CDs, die zur Zeit auf dem Markt erhältlich sind, kann man schon als sehr gelungen bezeichnen, aber zugegeben: An manchen Stellen lassen Pianisten wie Pietro Spada technisch gesehen schon zu wünschen übrig.

Aber genau das ist ja das Problem: Alfred Brendel, Andras Schiff oder Mikhail Pletnev wären sicherlich qualitativ besser, aber die "trauen" sich ja nicht, Clementi-Werke einzuspielen. Deshalb muss man sich als Clementi-Verehrer sagen, dass es doch besser ist, wenn etwas schlechtere Aufnahmen vorliegen als gar keine.

Einige Namen seien aber auch genannt, die unbekannt, dennoch erstaunlich gut sind: Susan Alexander-Max (ganz passabel), Pietro de Maria (herrliche Aufnahme der Sonaten Opus 40 bei "Naxos") und Vittorio Forte, dessen Clementi-CD noch relativ neu ist und zum Glück auch sehr gekonnt und professionell eingespielt. Man muss ferner ja auch immer differenzieren zwischen Aufnahmen mit Hammerklavier und Steinway...

:hello:

lg Helge

Wolfram

Prägender Forenuser

  • »Wolfram« ist männlich
  • »Wolfram« wurde gesperrt

Beiträge: 4 158

Registrierungsdatum: 5. August 2006

17

Dienstag, 29. September 2009, 21:43

Hallo zusammen,

immerhin hat sich Horowitz mit Clementi mehrfach auseinander gesetzt. Einige Ergebnisse davon sind hier zu hören:



Ich warte darauf, dass Andreas Staier sich über die Werke hermacht.
Viele Grüße, Wolfram

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 453

Registrierungsdatum: 9. August 2004

18

Dienstag, 29. September 2009, 21:51

Es gibt auch Clementi Aufnahmen von berühmten Pianisten:

Maria Tipo

[jpc]4139294 [/jpc].


Horowitz



Andreas Staier



mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Michael

Prägender Forenuser

  • »Michael« ist männlich

Beiträge: 680

Registrierungsdatum: 16. Januar 2007

19

Mittwoch, 30. September 2009, 04:59

Zitat

Original von Helge Kreisköther
.....

PS: Ich heiße HelgE, nicht HelgA :-)

lg Helge


Sorry Helge, schon korrigiert
lg Michael

Michael

Prägender Forenuser

  • »Michael« ist männlich

Beiträge: 680

Registrierungsdatum: 16. Januar 2007

20

Mittwoch, 30. September 2009, 05:46

Ich finde nicht, daß die von Alfred freundlicherweise angeführten Einspielungen noch einer Verbesserung durch andere Pianisten bedürfen, sie teilen wohl das Los der Mozart Sonaten, daß sie nicht Konzertsaaltauglich sind (eben für kleinere Räume komponiert), und mit Ulli, warum Clementi nicht mehrere Klavierkonzerte geschrieben hat, scheint wohl geklärt, wenn man dies als gegeben ansehen kann, daß es daran lag, daß Clementi seine Klavierkonzerte partiturmäßig nicht für die Ewigkeit gedacht hat. An sich müßte Clementi, der ja nocht Liszt spielen gehört hat, einen völlig anderen Ansatz zur Klaviertechnik haben, als Mozart, der ja sehr früh verstarb, mir scheint aber, daß Clementi als Pedagoge, Klavierbauer usw., vielleicht in seinen späteren Jahren gar nicht mehr daran interessiert war (auch dieser glücklichen späten 2. Ehe wegen), sich da noch mit neuen Stilrichtungen und Techniken abzuplagen.
So wird er wohl der bleiben, als den wir ihn kennen, den reifen, aber nicht älteren Komponisten von Weltruf.

lg Michael

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

21

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 19:31

Warum sollen Mozart- oder Clementi-Sonaten denn nicht für den Konzertsaal geeignet sein?? In Konzerten können doch nicht immer nur Chopin, Beethoven und Liszt zu Gehör gebracht werden?!

Es ist schließlich mindestens genau so schwierig und deshalb anerkennungswürdig, eine Mozart- bzw. Clementi-Sonate fehlerfrei und sauber zu spielen wie ein virtuos-erschreckendes Klaviergemälde von Liszt, denn bei den Klassikern hört man jeden einzelnen falschen Ton...und mal ehrlich: Ist das beim "Heiligen Franziskus, den Vögeln predigend" oder bei Ravels "Gaspare de la nuit" auch der Fall??

lg Helge

Michael

Prägender Forenuser

  • »Michael« ist männlich

Beiträge: 680

Registrierungsdatum: 16. Januar 2007

22

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 19:52

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Warum sollen Mozart- oder Clementi-Sonaten denn nicht für den Konzertsaal geeignet sein??

lg Helge


Weil Mozart und Clementi intim sind, also für einen kleineren Raum geeignet, als für einen ganzen Saal. Klar, Helge, hört man jeden falschen Ton, bei anderen kann man mehr mogeln, das ist klar. Aber in diesen irre großen Konzertsälen kommen Mozart- und ClementiSonaten einfach beim Publikum nicht an. Die Klavierkonzerte von Mozart allerdings schon eher, da dort rasche Läufe und ein Orchester vorhanden sind. Leider wird ja auch Bach kaum in Konzertsälen gespielt, und seine Zeitgenossen genauso wenig. Hängt nun mal mit dem Stoff zusammen aus dem sie gestrickt sind.
Ich denke, das wird Dir jeder Pianist bestätigen, manche fürchten ja schon Schuberts Klavierwerke.
lg Michael

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

23

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 21:35

Klaviersonaten der Wr. Klassik wurden ja üblicher Weise nicht für den Konzertsaal komponiert, sondern für den Hausgebrauch. D. h. insbesondere zum Selbstspielen - da mag es dann den ein oder anderen Zuhörer durchaus gegeben haben. Mir persönlich geben solche Sonaten auch mehr, wenn ich selbst Hand anlege, als wenn ich jemandem beim Geklimper zuhöre. Das kann natürlich nicht jeder, insbesondere jene nicht, die kein Klavier spielen können. Damals aber zur Zeit deren Entstehung war es zumindest in gehobenen Bügerhäusern (beim Adel sowieso) üblich, daß die Familienmitglieder mindestens ein Instrument brauchbar spielten, meistens Klavier. Heute ist das nicht mehr so. Aber deswegen finde ich Klaviersonaten dennoch für den großen Konzertsaal wenig geeignet.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

24

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 22:01

Das kann doch alles kein Grund sein...

Tatsache ist doch, dass die Klaviersonaten von Clementi, Mozart und anderen Klassikern wahre Meisterwerke sind - unterhaltsam, abwechslungsreich und lehrreich. Warum sind Sie dann nicht geeignet für große Hallen und großes Publikum?!

Das ist doch genau so, als wenn man sich auf Opernhäuser bezieht und sagt: Wir geben nur Wagner-Opern, denn Opern von Händel und Mozart sind nicht spektakulär genug.

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

25

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 22:17

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Das kann doch alles kein Grund sein...

Tatsache ist doch, dass die Klaviersonaten von Clementi, Mozart und anderen Klassikern wahre Meisterwerke sind - unterhaltsam, abwechslungsreich und lehrreich. Warum sind Sie dann nicht geeignet für große Hallen und großes Publikum?!


Sie klingen aber doch in so einem Saal ziemlich verloren. Für das gemeine Publikum gibt es auch wenig Ablenkung - ich glaube kaum, daß die Mehrheit sich auf den Pianisten bzw. das Werk konzentriert. Bei Opern und/oder Orchesterwerken ist die Abwechslung sehr viel größer und es gibt viel mehr zu sehen.

Ich halte Klaviersonaten eher für Kammermusik, die in maximal einem kleinen Redoutensaal gespielt werden sollte, um die Intimität zu wahren.

Daß die Werke (viele jedenfalls) Meisterwerke sind, steht ja außer Zweifel... aber der Geschmack ist eben doch grundverschieden.

Das Thema 'Gehören Klaviersonaten in die Konzerthalle' oder so ähnlich (Alf :hello: ) ist aber eher einen eigenen Thread wert, denn das bezieht sich ja nicht ausschließlich auf Clementi und Mozart, sondern auch mindestens noch auf Haydn, Jadin, vlielleicht sogar Beethoven und Schubert.

:hello:

Ulli

P.S. Soll das Clementi sein?



Der hat wohl ne gehörige Portion Beethoven abbekommen :D
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

26

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 22:31

Na ja...ich bin der Meinung, alles passt in große Konzerthäuser, solange es gute Musik ist, die von guten Interpreten gespielt wird.

Man nehme als Beispiele die Klaviersonate in A-Dur mit dem "Türkischen Marsch" von Mozart oder die herrlich-ausgereiften Klaviersonaten Opus 40 von Clementi...diese Werke sollen nur für einen kleinen Zuhörerkreis geeignet sein?!

Und außerdem finde ich, man sollte gegen diese geläufige, aber ziemlich falsche Meinung, dass romantisches und virtuoses automatisch besser ist als klassisches, ankämpfen! Beispiel: Bei einem Schulkonzert werden jeweils ein Satz aus einem Klavierkonzert von Haydn und Grieg gespielt...welcher Pianist kriegt mehr Applaus? Natürlich, der, der den Grieg gespielt hat - selbst wenn der Haydn-Pianist exakter und sauberer gespielt hat, so bleibt er immer ein wenig außen vor. Das mag "normal" sein, aber auch richtig?!

Haydns Werke sind (wie Mozart, Clementi und andere auch) genau so wertvoll und vielfältig einsetzbar wie romantisches und virtuoses. Man darf nur nicht immer zu viel bzw. falsches erwarten...man muss sich sagen: OK, das ist jetzt zwar Klassik, aber deshalb nicht weniger aufregend!

:hello:

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

27

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 22:43

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Man nehme als Beispiele die Klaviersonate in A-Dur mit dem "Türkischen Marsch" von Mozart oder die herrlich-ausgereiften Klaviersonaten Opus 40 von Clementi...diese Werke sollen nur für einen kleinen Zuhörerkreis geeignet sein?!


Ich sprach nicht von der Größe des Zuhörerkreises, sondern von der des Raumes, welcher für die Interpretation geeignet ist. Was den Zuhörerkreis angeht, so ist die Frage eher, ob dieser Zirkel für die Werke geeignet ist als umgekehrt ;)

Vor solchen Schweinen spiele ich nicht - Das neue Selbstbewußtsein des Künstlers

Zitat


Und außerdem finde ich, man sollte gegen diese geläufige, aber ziemlich falsche Meinung, dass romantisches und virtuoses automatisch besser ist als klassisches, ankämpfen!


Ich weiß zwar nicht, wer das behauptet, aber fest steht, daß Virtuoses immer mehr beeindruckt als unsichtbares Können. Der wahre Kenner wird dies jedoch zu unterscheiden wissen.

Zitat


Beispiel: Bei einem Schulkonzert werden jeweils ein Satz aus einem Klavierkonzert von Haydn und Grieg gespielt...welcher Pianist kriegt mehr Applaus? Natürlich, der, der den Grieg gespielt hat - selbst wenn der Haydn-Pianist exakter und sauberer gespielt hat, so bleibt er immer ein wenig außen vor. Das mag "normal" sein, aber auch richtig?!


Du mußt davon ausgehn, daß der Großteil des Publikums musikalisch wenig bis ungebildet ist: Wer am meisten Krach macht, bekommt auch mehr Applaus. Dies ließe sich nur über die Bildung des Publikums ändern. Insoferne ist es eben vielleicht doch angebrachter, im kleinen Rahmen mit ausgesuchtem und verständigem Publikum zu spielen...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

28

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 22:49

OK, Ulli, Du hast wiedermal Recht :yes:

Die Diskussion ist eben so sinn- wie endlos, denn wie Du gesagt hast: Die wahren Musikkenner wissen die wahre Qualität zu schätzen und die Laien und Möchtegern-Musikkenner bevorzugen stets lautes mit Virtuosität :yes:

Nein, das Bild ist natürlich nicht Clementi, aber der gute alte Ludwig ist mein Zweit-Lieblingskomponist...und außerdem gab's kein Clementi-Bild in der Auswahl :no:

:hello:

lg Helge

  • »Helge Kreisköther« ist männlich
  • »Helge Kreisköther« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 119

Registrierungsdatum: 27. September 2009

29

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 22:56

Neuer Gesprächsstoff: Wäre Martin Stadtfeld nicht der perfekte neue Clementi-Interpret??

Und noch eine Frage: Ist es nicht eine Schweinerei, dass man an die Noten von Kammermusik-Werken Clementis nur sehr sehr schwer rankommt, wenn überhaupt??

:hello:

lg Helge

Ulli

Erleuchteter

  • »Ulli« ist männlich
  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

30

Donnerstag, 1. Oktober 2009, 23:04

Zitat

Original von Helge Kreisköther
Nein, das Bild ist natürlich nicht Clementi, aber der gute alte Ludwig ist mein Zweit-Lieblingskomponist...und außerdem gab's kein Clementi-Bild in der Auswahl :no:


...kannst Du aber selbst Hochladen ;) - würde besser passen.

Zitat


Neuer Gesprächsstoff: Wäre Martin Stadtfeld nicht der perfekte neue Clementi-Interpret??


Wenn er auf einem Hammerflügel aus dem Hause Clementi spielt, ließe ich mit mir reden...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)