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1

Donnerstag, 3. Dezember 2009, 16:53

Kurzstueckmeister: Empfehlungen

Ich stehe der Reihe zwar skeptisch gegenüber, halte jede Aufnahme für ersetzbar und mich bezüglich Interpretation nicht für kompetent (weil ich in der Regel nur eine Aufnahme kenne).

Dennoch werde ich jetzt auch drauflosempfehlen.

Dabei befolge ich diese meine PERSÖNLICHEN Kriterien:

1) Der Komponist soll als bedeutend gelten, mich begeistern können und ist auf dem CD-Markt kaum in (mich) befriedigender Weise vertreten

2) Aufnahmen von Musik bis ins 19. Jahrhundert sollen HIP sein (historisches Instrumentarium, auf dem fachkundig gefuhrwerkt wird)

3) Der Interpret soll nicht den Eindruck erwecken, sich selbst anstelle des Werkes zu verwirklichen

Ich bin an Anmerkungen durchaus interessiert aber nicht an Kritik an diesen meinen PERSÖNLICHEN Kriterien.
:)

Aus 1) folgt, dass es ziemlich terminbedingt ist, ob ein Komponist genannt werden soll oder nicht. Traetta etwa ist momentan kaum bekannt und auf CD kaum vorhanden obwohl er in einer Aufzählung von seria-Komponisten des späteren 18. Jahrhunderts nicht fehlen darf. Wenn nächste Woche 4 gute HIP-Einspielungen herauskommen, bedürfte es keiner Empfehlung mehr und ich wäre nicht mehr kompetent.
:hello:

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2

Donnerstag, 3. Dezember 2009, 17:02

Tommaso Traetta (1727 - 1779)


Antigona (1772)

Gilt als sein "reifstes" Werk. Eindrucksvoller Wechsel von Chören, Arien, Rezitativen - die barocke Nummernfolge ist aufgebrochen, musikalische Gestaltung auf der Höhe der Zeit.

Sehr schöne Aufnahme mit Les Talens Lyriques unter Rousset. Nur noch gebraucht zu bekommen.

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3

Donnerstag, 3. Dezember 2009, 17:11

Alois Hába (1893 - 1973)


Sämtliche Streichquartette

Alois Hába ist DIE führende Figur der Mikrointervallik in der Zwischenkriegszeit, als nicht nur von anderen als den 12 hinlänglich benutzten Tönen geträumt wurde (Busoni) sondern auch für Töne dazwischen komponiert wurde. Hindemith war stolz darauf, Vierteltöne sauber auf der Bratsche intonieren zu können (beim musizieren Hába-scher Streichquartette). Heute fällt Hába zwischen die Stühle: "normale" Musiker können keine Viertel- (oder Fünftel-/Sechstel-)Töne spielen und den Festivals für Neue Musik ist Hábas Stil zu altmodisch (obwohl zur Mikrointervallik die Athematik kommt).

Endlich gibt es eine Gesamteinspielung der Streichquartette. Am Stamitz-Quartett finde ich nichts auszusetzen.

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4

Donnerstag, 3. Dezember 2009, 17:22

Jean Barraqué (1928-1973)


Das Gesamtwerk

Barraqué schuf nur eine handvoll Werke, die aber stets gewichtig, komplex und ausdrucksstark sind. Er zählt zu den bedeutendsten Komponisten des Serialismus, wird aber von Boulez, Nono und Stockhausen an den Rand gedrängt. Zum Glück ist sein Werk in den letzten Jahren wieder recht präsent, die Klaviersonate wurde mehrfach eingespielt, eine gediegene Gesamteinspielung wie diese hier ist bei einem so kompakten, einheitlichen, schwierigen und beglückenden Werk aber ein besonderer Glücksfall, der sich wohl so bald nicht wiederholen wird.

Die Sonate wird von Litwin gespielt, die anderen Werke vom Klangforum Wien.

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5

Freitag, 4. Dezember 2009, 12:19

Paul Peuerl (1570 - nach 1625)


Lieder, Suiten und Canzonen aus
Newe Padouan 1611
Weltspiegel 1613

Die Geschichte der Suite beginnt mit Paul Peuerl, in den "newe Padouan" präsentiert er standardisierte Tanzfolgen, bei denen je ähnliches Material zur Verwendung gelangt, die Tänze "antworten" also einander. Da seine Tänze einfacher gestrickt sind als die des gleichaltrigen Brade (dessen Tanzsätze aber einzeln dastehen) und die des großen Schein, dürfte der Mut, eine Portrait-CD zu veröffentlichen, selten auftreten.

Armonico Tributo Austria unter Lorenz Duftschmid musizieren ambitioniert.

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6

Freitag, 4. Dezember 2009, 13:22

Jacques-Nicolas Lemmens (1823-1881)


die 3 Sonaten und andere Orgelwerke

Der Belgier Lemmens verband Romantik mit Polyphonie und wurde in Paris Lehrer von Widor. Herzstück seines Schaffens sind drei Orgelsonaten mit "Marche Pontificale", Fantasien oder Fugen als herausragende Sätze.

Ben van Oosten spielt auf der 1871-74 für Notre-Dame de Laeken gebauten Orgel.

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7

Freitag, 4. Dezember 2009, 14:52

Pierre Henry (* 1927)


La Ville (1984)

Die beiden Väter der französischen Tonbandmusik sind Pierre Schaeffer und Pierre Henry, ersterer mehr als Theoretiker und letzterer als produktiver Komponist der "musique concrète" (Musik aus aufgenommenen, nicht synthetisch erzeugten Klängen). Henry "emanzipierte" sich recht rasch von Schaeffer, gegen dessen Abstraktionszwang auch Luc Ferrari bald eine "anekdotische" Version setzte. Später reichert Henry seine Musik mit Rock-Elementen an, und der repetitive Charakter der mit Schlagzeug kombinierten Geräuschmontagen weist auf den Techno voraus (wie in "La Ville").

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8

Dienstag, 3. Mai 2011, 11:27

Franco Evangelisti (* 1926)


Werke


Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza

Evangelsiti ist eine beinahe mythische Figur der Neuen Musik. Radikaler als die Radikalsten, zynisch und letztlich tragisch, verstummend und halb vergessen. Die Werke der 50er Jahre wie die Proiezioni sonore für Klavier und Incontri di fasce sonore für Tonband sind wilde und abwechslungsreiche Varianten des europäischen Serialismus, den er frei und womöglich etwas skeptisch verwandte. Über die Aleatorik gelangte er zur Improvisation und stellte das Komponieren weitgehend ein, die Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza arbeitete kollektiv am sorgfältigen Tilgen von Plattitüden, die Improvisationen wirken letzten Endes strenger und vielleicht "komponierter" als Evangelistis aleatorische Werke. Das heute bekannteste Mitglied dieser berühmtesten aller "klassischen" Improvisationsgruppen ist übrigens Ennio Morricone.

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9

Dienstag, 3. Mai 2011, 11:40

Emanuel Aloys Förster (1748-1823)


Streichquintette opp. 19, 20, 26
Fantasie & Sonate für Streichquintett

Ensemble Les Adieux

Förster hatte Umgang mit Haydn, Mozart und Beethoven, war Mitglied des Schuppanzigh-Quartetts und wirkt dennoch überraschend un-wiener-klassisch mit seinen breiten modulationsfreudigen Al-Fresko-Wirkungen und der eher flüchtigen kontrapunktischen Faktur. Das erinnert manchen jetzt vielleicht an typische "Mängel" der Vorklassik, wie man sie Richters "unmotivierter" Sequenzfreudigkeit vorwirft - Försters Musik wirkt aber gar nicht mehr frühklassisch, die Sprache weist durchaus nach vorne.