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Helmut Hofmann

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Beiträge: 5 855

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

31

Sonntag, 27. Mai 2018, 19:33

Zit. Alfred Schmidt: "Mir sind sie auf diese Weise wesentlich näher gekommen...."

Das ist eine interessante Beobachtung. Und sie gibt, indirekt, wohl auch eine Antwort auf die Leitfrage dieses Threads.
Mich fragte einmal ein lieber, leider inzwischen verstorbener Kollege, der leidenschaftlicher Liebhaber der Geige war, mit ehrlichem und völliges Unverständnis ausdrückendem Erstaunen, was ich denn an der Klaviermusik so faszinierend fände. Im Gegensatz zu dem warmen Klang der Geige sei der Klavierton doch so kalt, weit weg von jeder anheimelnden, dem Menschen nahe kommenden Wärme.

Ich hätte ihm damals zwar ganz einfach entgegnen können, dass das Klavier die große Sehnsucht meiner Jugend war, - völlig unerreichbar angesichts der sozialen Verhältnisse in denen ich aufwuchs. Aber ich bemühte mich um eine sachlich fundierte Antwort und wies darauf hin, dass das Klavier für mich das Instrument sei, das für die Wiedergabe von Musik in ihren verschiedenen Formen und Gestalten am universellsten und umfassendsten einsetzbar ist. Und vor allem könne man mit diesem Instrument die innere Struktur von Musik, die spezifische Art ihrer Faktur am klarsten und prägnantesten zum Ausdruck bringen.
Daran habe ich mich eben erinnert, als ich auf diese Beobachtung von Alfred Schmidt an sich selbst als Rezipient der für Klavier umgeschriebenen Händel-Orgelkonzerte hier stieß.

Was ich meinem Kollegen damals - als junger Mensch ein wenig verschämt - verschwieg, nun aber im Alter durchaus bekennen kann:
Diese Aussagen zur Klaviermusik beruhten auf eigener Erfahrung. Ich hatte, weil es von den finanziellen meiner Eltern her für mich - dankenswerter Weise - nur zu einem Akkordeon als Musikinstrument reichte, mit aller Entschiedenheit "Klassik für das Akkordeon" einstudiert und es darin so weit gebracht, dass ich die Ungarischen Tänze fünf und sechs von Johannes Brahms und - bitte nicht lachen - in Teilen sogar die Zweite ungarische Rhapsodie von Franz Liszt in einem öffentlichen Konzert aufführte.
Aber die instrumentenbedingte Unzulänglichkeit dessen, was ich da trieb, war mir bei all dem auf geradezu schmerzliche Weise bewusst. Und die Sehnsucht nach dem Klavier wurde nur umso mächtiger.

(Man sehe mir das Abheben auf die persönliche Ebene in diesem meinem Beitrag bitte nach. Aber der Thread fragt ja "Was mich(!) an Klaviermusik fasziniert", und ich wollte eine direkte und ehrliche Antwort darauf geben.)