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Alfred_Schmidt

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1

Mittwoch, 14. April 2010, 16:43

Der Sänger als Schauspieler

Als beinahe- nur CD-Opernkonsument verliert mann allmählich die Beziehung zum Sänger als Schauspieler Man registriert die Färbung der Stimme, man lobt man mäkelt, aber der Sänger bleibt "körperlos" und in gewisser Weise nur ausfs stimmliche beschränkt.

Im Opernhaus, und auf Vidoaufteichnunge kommen jedoch weitere Aspekte ins spiel, das generelle Aussehen, die Mimik und die Körpersprache inklusive diverser tänzerischer oder akrobatischer Talente.

Das ist mie ers vor wenigen Tagen wieder bewusst geworden, als ich begann Videoaufzeichnunge ein und der selben Oper in unterschiedlichen Besetzungen zu vergleichen.

Ich hatte schon längst vergessen , welch großen Anteil an Eigenpersönlichkeit - oder Schauspielkunst der Darstellet mitbringen muß, kann, oder soll.

Nun ergibt sich die Frage, wie man dies bewertet, als Beispie sei hierl eine herrliche Stimme gegen eine gute, aber nicht exorbitante genannt, jedoch der Trägert der guten Stimme ist ansonst die ideale Verkörperung der Figur die er darstellen soll....

Wie bewertet ihr das ?

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Jolanthe

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2

Mittwoch, 14. April 2010, 18:48

RE: Der Sänger als Schauspieler

Zitat

Original von Alfred_Schmidt

Im Opernhaus, und auf Vidoaufteichnunge kommen jedoch weitere Aspekte ins spiel, das generelle Aussehen, die Mimik und die Körpersprache inklusive diverser tänzerischer oder akrobatischer Talente.

Das ist mie ers vor wenigen Tagen wieder bewusst geworden, als ich begann Videoaufzeichnunge ein und der selben Oper in unterschiedlichen Besetzungen zu vergleichen.

Ich hatte schon längst vergessen , welch großen Anteil an Eigenpersönlichkeit - oder Schauspielkunst der Darstellet mitbringen muß, kann, oder soll.


In der heutigen Zeit spielen diese Faktoren sicher eine große Rolle. Von daher wird von den heutigen Sängern wesentlich mehr verlangt als früher.
Allerdings müssen da mehrere Komponenten zusammen kommen.
Ein Sänger, der nur attraktiv ist, mich aber darstellerisch nicht überzeugen kann, langweilt mich.
Ein Sänger, der attraktiv und ein guter Schauspieler ist, lässt mich auch sehr unzufrieden zurück, wenn er unsauber singt oder nur brüllt.
Die Attraktivität eines Sängers sehe ich nicht unbedingt in seinem Aussehen, sondern er muss charismatisch sein. Ihn ziehe ich dem Sänger vor, der wunderschön singt, aber ein schlechter Darsteller ist und mir seine Gefühle nicht zusätzlich durch sein Spiel und durch seine Ausstrahlung vermitteln kann.

Nur wunderschön zu singen, reicht heute nicht mehr.

:hello:
Jolanthe

musica

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3

Mittwoch, 14. April 2010, 22:12

Jolanthe hat eigentlich schon alles gesagt. Ein Sänger, der schlecht schauspielen kann, wird seine Rolle nie so rüberbringen können und das ist langweilig. Nicht nur schön singen ist wichtig, es gehört die Schauspielerei unbedingt dazu.
Ein Kollege, ein sehr guter Tenor, bekam seinen 2-Jahresvertrag nicht verlängert, da er nicht schauspielen konnte, der Regisseur meinte, er bekomme graue Haare mit ihm.
In der Operette ist es noch extremer, da MUSS der Sänger spielen und tanzen können, sonst kann er seine Karriere vergessen.
Heute wird an den Hochschulen leider nicht so viel Wert darauf gelegt, Operette ist eh ein Stiefkind und wenn ein Student nicht das Glück hat im Opernstudio zu singen, hat er schlechte Karten.
Eine Rolle zu verkörpern in der Oper oder Operette, ist das A und O auf der Bühne. Was nützt eine super Stimme, wenn der Sänger steif auf der Bühne steht und sich nicht in seine Rolle reinversetzen kann, sie haben kaum eine Chance weiter zu kommen.
Aber auch andersherum, wenn ein guter Schauspieler nicht singen kann, nützt ihm sein Talent zur Schauspielerei herzlich wenig.

Alles in allem, es muss stimmig sein, Stimme muss passen, ebenso die Schauspielerei, das eine muss sich mit dem anderen decken.

DER Sänger, der die Figur der Oper darstellt und sich in die Rolle hineinversetzt, das heißt "er IST die Figur", hat er schon eigentlich alles was er braucht von alleine.
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


Frank Georg Bechyna

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4

Mittwoch, 14. April 2010, 22:35

Sänger - Schauspieler .

Liebe b musica ,


es wir wohl in 2008 / 2009 nicht nur hier einige Opernfreunde überrascht haben , wie statisch selbst eine so faszinierende Sänger - Persönlichkeit wie C e s a r e S i e p i selbst im Don Giovanni agieren m u s s t e , weil die Vorgaben in vielen Inszenierungen dies damals s o verlangten .


Das Gegenbeispiel finden wir fast in Maria C a l l a s , die ja von sich selbst sagte, sie sei eine " singende Schauspielerin " . Die Callas lebte ihre Rollen geradezu aus und nach . Einzigartig .

W a s will eigentlich das immer wieder zitierte Publikum ?

Beste Grüsse


Frank
Frank Georg Bechyna
Musik & Medizin

musica

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5

Mittwoch, 14. April 2010, 22:50

Auf der Bühne ist jeder Schritt vom Regisseur festgelegt, kein Sänger kann sich so bewegen auf der Bühne wie er möchte. Die einzelnen Schritte von links nach rechts....usw, müssen eingehalten werden. Sogar manche Handbewegung wird vorgelegt. Also bleibt dem Sänger nur, sich in die Rolle zu versetzen, mit der Stimme und Mimik die Rolle darzustellen und die Fasziation des Inhaltes der Rolle in der Musik zu verschmelzen, er muss Eins sein mit der Musik.

Callas spielte mit ihrer Mimik und mit ihrer Stimme, beides war verschmolzen, sie brauchte nicht mehr viel zu tun.

Das Publikum will alles, einen guten Sänger der auch schauspielerisch gut ist, perfekt in der Technik ist, sich gut bewegen kann auf der Bühne, soweit wie es vorgegeben ist, eine gute Bühnenpräsenz hat. Er mag keine kalte" Stimmen, sie sind nicht aussagekräftig genug, warme, strahlende Stimmen kommen besser an, sie sind für die Ohren des Zuhörers angenehmer.
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Reinhard

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6

Mittwoch, 14. April 2010, 23:01

Sorry, ich bewege mich hier auf für mich ungewohntem Terrain...
Aber ist es nicht so, daß das Publikum einer Live-Aufführung den gut schauspielernden Sängern kleinere gesangliche Defizite eher großzügig verzeiht?
Und dann enttäuscht bis schockiert ist, wenn es eine reine Tonkonserve eben dieser Aufführung hört?


:hello:
Reinhard
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musica

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7

Mittwoch, 14. April 2010, 23:16

Ja, das kann sein. Anders ist es, wenn man eine Aufnahme hat von einer Aufführung die man life gesehen hat und nun auf Tonträger hört.

Einem guten Sänger verzeiht man eher in einer Life Aufführung, er macht es wieder gut durch den Gesamteindruck. Deshalb finde ich manche Kritiken über Sänger einer gesehenen Oper nicht immer berechtigt. Oft werden nur die "nicht so guten Töne", Patzer herausgefiltert und der Gesamteindruck bleibt auf der Strecke.
Oft habe ich das Gefühl man wartet förmlich auf irgend etwas, um dann eine schlechte Kritik zu machen.

Der Sänger ist nie perfekt, er ist von der Tagesform abhängig, heute gut, morgen nicht so gut. Doch wer ist schon perfekt, wer versetzt sich mal in die Lage eines Sängers, der sein teures Instrument, die Stimme, immer parat haben muss/soll, egal wie es ihm geht, ob er psychisch gut drauf ist oder sonstige Zipperlein hat. Wenn man mal hinter die Kulissen eines Sänger schaut, der vielleicht persönliche, familiäre Dinge zu bewältigen hat und abends wieder voll da sein muss, dann wird man mit Kritiken etwas vorsichtiger umgehen.

Auch das ist Schauspielerei, sich nichts anmerken zu lassen von persönlichen Tiefschlägen oder Problemen
musica

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Reinhard

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8

Mittwoch, 14. April 2010, 23:20

Zitat

Original von musica
Doch wer ist schon perfekt, wer versetzt sich mal in die Lage eines Sängers, der sein teures Instrument, die Stimme, immer parat haben muss/soll, egal wie es ihm geht, ob er psychisch gut drauf ist oder sonstige Zipperlein hat. Wenn man mal hinter die Kulissen eines Sänger schaut, der vielleicht persönliche, familiäre Dinge zu bewältigen hat und abends wieder voll da sein muss, dann wird man mit Kritiken etwas vorsichtiger umgehen.


Zwar bißchen off topic, aber ich meine, 'nem Geiger oder Pianisten geht es da bestimmt auch nicht viel besser... Oder könne die das eher überspielen, als ein Sänger?
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musica

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9

Mittwoch, 14. April 2010, 23:30

Ein Instrument ist eine "Hartware"im weitesten Sinn, die man auch austauschen kann, eine Stimme ist eine "Software", wenn sie kaputt ist, ist sie kaputt.

Doch klar, auch ein Spieler der psychisch belastet ist wird nie so spielen können, als wenn bei ihm alles in Butter ist.
musica

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Bernward Gerlach

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10

Donnerstag, 15. April 2010, 05:02

Der Sänger als Schauspieler

Sänger-Schauspieler sehr wichtig! Beim Anhören einer CD ist mir das schauspielerische Talent des Sängers nicht ganz so wichtig, obwohl es Aufnahmen gibt, da wird die Rolle nicht vom Sänger gesungen, sondern der Sänger ist "Hoffmann" oder "van Bett" oder "Oberst Ollendorf" zB. (Shicoff, Böhme).

Auf DVD oder live ist das ganz anders. Pavarotti als feuriger Liebhaber, nein Danke. Dann doch lieber Flores. Caballe in La Boheme oder La Traviata auf der Opernbühne, dann wohl doch lieber Netrebko etc.

Hervorragende Stimme, schauspielerisches Talent und perfekte Figur, alles zusammen, das wär's !

Aber: man kann nicht alles haben.

Grüße aus Burgdorf

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


Engelbert

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11

Donnerstag, 15. April 2010, 06:03

Der Anspruch an den Sänger

Liebe Musica,

ich lese Deine Reporte immer sehr gerne, weil man gleich heraushört, dass da jemand spricht, der aus der Branche kommt. Du analysierst sehr exakt und mir gefällt Deine ethische Haltung, dass Du im Sänger zuerst den Menschen siehst und dann das Instrument.

:yes:


Liebe Taminoraner,

ich sehe die Situation nun so, dass es einen wesentlichen Unterschied macht, ob der Sänger life auf der Bühne steht, im Studio eine Videoaufzeichnung vornimmt oder lediglich eine CD macht. Seine Attribute erfahren eine unterschiedliche Bewerting und die Akzente werden jeweis anders verteilt.

Bei der CD-Aufzeichnung kann eine ganze Reihe von Vorzügen wegfallen, weil sie entbehrlich sind: Das Erscheinungsbild ist egal. Das Jugendbildnis auf dem Cover kann man nach Bedarf retuschieren. Die Stimme muss aber hochkarätig und ausdrucksstark sein, alle Gemütsbewegungen müssen sich in hohem Maße wiederfinden, welche die Rolle verlangt. (Beispiel: Christina Deutekom als Konstanze - darstellerisch optisch miserabel, stimmlich einsame Spitze).

Auf der Bühne ist die Mimik so wichtig nicht. Die Entfernung vom Sitzplatz zum Darsteller ist doch beträchtlich und der Scheinwerfer strahlt extrem an, dass man vielfach nicht einmal merkt, wenn der angekündigte Sänger gegen einen anderen ausgetauscht wurde. Am Abend der Vorstellung muß die Rolle 'sitzen'. Verbessern geht nicht! Das Publikum sollte zum Verzeihen bereit sein, wenn die gewohnte Topform sich ausnahmsweise nicht eingestellt hat.

Bei der Video-Aufzeichnung müssen sich wirklich alle positiven Attribute bündeln, denn die Kamera geht ganz nah an den Mimen heran. Die Stimme muss vorzüglich sein und das darstellerische Talent auch.

Etwas Hilfestellung gibt es aber auch hier für die weniger Talentierten. Der Regisseur kann soviel Schnickschnack aufbauen, dass der Betrachter einfach abgelenkt ist. Wenn der Mime im Turnen in der Schule eine 1 hatte, geht er mit einer 2 im Singen unbeschadet durch die Prüfung.(Beispiel: Die Walküre-Inszenierung in Valencia)

:)

Wenn ich im Ausnahmefall eine Oper besuche, quatsche ich die Leute in der Pause gern an, wie es ihnen gefallen hat. Beim Berliner 'Don Carlos' wurden fünf, sechs Personen beiderlei Geschlechts wie Wäsche an den Beinen nackt aufgehangen, weil der Regissuer beweisen wollte, dass die spanische Inquisition etwas Schreckliches gewesen sei. Eine etwa sechzigjährige Besucherin auf ihren Eindruck befragt, hatte diese Szene bei ihr keinen seelischen Schaden angerichtet. Sie äußerte sich mit einem weisen Lächeln: "Ja, heutzutage wird von einem Opernsänger schon sehr viel verlangt." Richtiggestellt: Diesmal mussten die Aktmodelle nicht singen. Aber wer weiß, wo sich die Eboli eines Tages wiederfinden wirdt."O don fatale, o don crudel"

:angel:
Engelbert

WotanCB

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12

Donnerstag, 15. April 2010, 08:11

Naja, man darf ja auch nicht vergessen, dass Oper nun mal singendes Theater ist. Kein Schauspielhaus kommt auf die Idde einen Menschen einzustellen, der keine Lust sich auf der Bühne zu bewegen.
In der Oper spielt sicherlich die Stimme eine größere Rolle, aber verkörpern müssen die Sänger eine Rolle auch, zumal dann auch die stimmliche Darbietung intensiver wird. Allerdings scheinen heutzutage manche Regisseure Schauspielerei mit Akrobatik zu verwechseln.
Schüler werden Meister, Meister sind schüler - ohne Anfang, ohne Ende

operus

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13

Donnerstag, 15. April 2010, 09:38

Model-Wahn an der Oper?

Wie bereits herausgearbeitet müssen, um die voll befriedigende Leistung zu bringen, Stimme, Gesangskultur und Darstellungskunst alle auf zumindest akzeptablem Niveau sein. Diese Einheit ist nicht zu trennen. Liegt in einem der Faktoren ein Defizit vor, ist der ganzheitliche Erfolg gefährdet, oder es muss z. B. eine so tolle Stimme vorhanden sein, dass Mängel in den anderen Bereichen kompensiert werden können.
Ich meine allerdings, dass beim Sänger fehlende stimmliche Qualitäten kaum ausgeglichen werden können. Deshalb ist es richtig, wenn hier in unserer Diskussion vom Sänger-Darsteller geprochen wird. Ich habe weit mehr schlecht singende Schauspieler erlebt, als Sänger, die darstellerisch wirklich ungenügend waren. Das Darsteller sängerisch überhaupt nicht befriedigen erlebt man oft in Operetten oder besonders im Musical.
Viele Gesangslehrer, die an Musikhochschulen wirken, bemängeln, dass in der Ausbildung falsche Prioritäten gesetzt würden. Die Gesangsausbildung käme viel zu kurz. Zu viel Zeit würde auf Körperschulung, Tanzen, Fechten und Musiktheorie verwendet. Vielleicht ist in den Lehrplänen der Hochschulen eine Umorientierung notwendig, um die oft zitierte Krise der Gesangskunst zu überwinden.
Noch ein kleines Beispiel, wie Nebensächlichkeiten überbewertet werden. Nach einem Opernkonzert wurde eine ausgezeichnete, junge Sopranistin von uns mit ihren Kollegen zum Essen eingeladen. Die superschlanke Sängerin aß aber überhaupt nichts und trank nur stilles Wasser. Auf meine Frage warum antwortete sie: "Ich muss ungeheuer auf meine Figur achten. Jedes Kilo zu viel ist der Karriere abträglich. Die Agenturen würden heute weit mehr auf das Aussehen achten, als auf die Stimmen. Sängerische Qualität würde als selbstverständlich vorausgesetzt."
Model -Wahn jetzt auch schon bei Sängerinnen?
Herzlichst
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musica

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14

Donnerstag, 15. April 2010, 10:31

RE: Model-Wahn an der Oper?

Zitat

Original von operus
. Die Agenturen würden heute weit mehr auf das Aussehen achten, als auf die Stimmen. Sängerische Qualität würde als selbstverständlich vorausgesetzt."
Model -Wahn jetzt auch schon bei Sängerinnen?
Herzlichst
Operus


Liebe operus,
das stimmt leider. Eine hübsch anzusehende Sängerin kann viel besser vermittelt werden, womit wir wieder bei "dicken" Sängerinnen wären, wie schon gehabt.
Wenn ein Agent sich entscheiden müsste zwischen dick und dünn...die dünnere singt aber nicht so gut....wer bekommt den Zuschlag? Natürlich. Es sei denn die Dicke ist eine Wagnersängerin, dann hat sie natürlich bessere Chancen.

Entschuldigung das ist OT
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Dalai Lama


Basti

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15

Donnerstag, 15. April 2010, 18:46

Ich finde durchaus, dass ein darstellerisch begabter Sänger eine Menge reißen kann, wenn er nicht besonders singt. Nehmen wir den von mir bereits oft erwähnten Bass Franz Hawlata: Ich habe ihn jetzt als Sachs, Osmin, Ochs und Wozzeck auf DVD - kaum zu glauben, dass der derselbe Sänger sein soll, so gut fügt er sich in die Konzepte, so überzeugend und herausragend agiert er auf der Bühne, individuell in all diesen Rollen. Sängerisch ist das keine Referenz, da soll man lieber seine Alben aus den Neunzigern hören, aber was er darstellerisch leisten kann, ist enorm. Würde der visuelle Eindruck fehlen, wäre mein Urteil wohl nicht so positiv. Zudem hat er auch nicht gerade die Figur eines Athleten (er ist eher normal-kräftig gebaut), aber er hat das Selbstbewusstsein, Dinge zu tun, die andere nicht tun würden. Er hat schon ein paar Kilos mehr, aber dennoch steht er mit freiem Oberkörper auf der Bühne. Vielleicht haben Männer es mit der Figur leichter als Frauen?

:hello:
»Neulich haben Sie mich gegrüßt und ich hab Sie leider nicht gleich erkannt. Das nächste Mal, wenn ich Sie wieder nicht erkenne, treten Sie mir in den Arsch. Großartiger Jochanaan übrigens, neulich.«
Hans Knappertsbusch zu Hans Hotter

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16

Donnerstag, 15. April 2010, 19:10

Lieber Basti,

es ist vielleicht dein Geschmack dass du den Sänger nicht so toll findest. Aber prinzipell haben es korpulente Männer wesentlich leichter als Frauen, kommt aber auch auf die Rolle an. Ein korpulenter, wohl genährter, im Gefängnis sitzender Florestan kann noch so schön singen, aber er ist für diese Rolle untauglich.

Aber das ist ein anderes Thema....
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Alfred_Schmidt

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17

Donnerstag, 15. April 2010, 19:41

Dieser Thread ist ja nicht durch Zufall entstanden, es gab ein gewisses Schlüsselerlebnis. Und auch dieses Schlüsselerlebnis ist aurch einen oder mehrere Zufälle entstanden. Es ergab sich die Notwendigkeit ein neues fernsehgerät zu erwerben. Fernsehen war nie mein Sache, ich achute allenfalls eiin oder zweimal pro Woche hinein, zappte mich durch Kanäle etc. Klassik im Fernsehen ? Nein danke, Konzert muß ich nicht sehen, und die Opernübertragungen der Gegenwart ärgern mich in der Regel maehr, als daß sie mich erfreuen, signalisieen sie mir doch andaurend, daß sich der schlechte Geschmack durchgesetzt hat - wenngleich sich das naürlich ändern kann - aber miir persönlich nutz da nichtst

Irgendwann sah ich dann, daß es doch noch etliche "konventionelle " Opernaufführungen auf DVD gibt, bzw daß sogar heute noch solche Produktionen gemacht werden, dazwiischen aber auch "modernisierende, bzw stilisierende Inszzenierungen, bzw Aussatattungen, die ich gegebenenfalls noch ertragen kann.
Der Zufall wollte es, daß mir solch eine Produktion des Barbiere di Siviglia in die Hände fiel - uind ich sie kaufte, Das Bühnenbild ist in der Tat nicht mein Geschmack,spartanische Einfachheit ist hier der Slogan. die Kostüme sich im Stil der Zeit , jedoch vereinfacht -mit Anspielungen auf die Gegenwart. In gewisser Hinsicht eine Parodie der Oper.

AAABER was diese Truppe SCHAUSPIELERISCH auf die Bühne gebracht hat , das hat mich soo beeindruckt, daß alle anderen Parameter dagegen verblassten und ich erst bei öfterem Abspielen mich der Hauptsache, nämlich den Stimmen widmen konnte....

Ich habe dan (erst probewiese) eine andere Inszenierunge der gelichen Oper angesehen, und kam zuallererst zu dem Schluß, daß der Figaro in der zweiten Version dem ersten stimmlich unterlegen sei. Aber die mimik, die eleganten Bewegungen, der Schalk im Nacken, all das war ebenso überzeugen wie bei Nr 1 - und ich kan zur Erkenntnis, daß der GESAMTEINDRUCK, trotz "kleinerer" Stimme der ersten Aufnahme ebenbürtig sei.....

Seither denke ich über das Phänomen "Rollengestaltung" in der Oper nach - inwieweit stimmliche Defizite durch optische Eindrücke - sie müssen IMO nicht unbdingt SCHÖN sein, sondern eindrucksvoll und überzeugend - den Gesamteindruck verändern können. Und
eben auch Bewegung und Mimik
Dicke Sängerinnen ud Sänger sind sicher Typen die im Opernalltag gebraucht werden, Natürlich nicht speziell als hauptdarsteller in "Romeo und Julia"....

mfg aus Wien

Alfred

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Gustav

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18

Donnerstag, 15. April 2010, 20:35

Was in der Diskussion noch fehlt, ist der Begriff der Persönlichkeit, des Charisma, etwas was für den Erfolg im Opernhaus sicher wichtiger als für den auf der DVD ist.

Ein Sänger kann noch so gut singen und wird uns auch berühren, aber er bannt uns nicht, ohne diese magische Kraft, die von ihm ausgeht, ist er denn eine Persönlichkeit. Gleiches gilt für den eher schauspielernden Sänger.

Alfredo Kraus war kein begnadeter Schauspieler, aber er zog sofort die Blicke auf sich. Ich erinnere mich an sein "Pourquoi me reveiller" in Barcelona. Er stand nur auf der Bühne, ohne sich groß zu bewegen (schon fast Rampensingen) und ich war trotzdem unendlich fasziniert und bewegt. Und vergaß natürlich auch völlig, das er wahrlich kein jugendlicher Lover mehr war.

Was ist mit all den sehr statischen Rollen (z.B. Germont), bei denen man, v.a. aus dem vierten Rang, eh nicht viel an Mimik und kaum etwas an Gestik mitbekommt? Und doch ist man von einigen eben gebannt, von anderen nicht. Woran liegt es denn?

Was ist mit Liederabenden? Hier kommt die Wahrhaftigkeit vollständig aus der gesanglichen Interpretation und trotzdem nehmen uns einige mit, andere nicht. Und es sind alles kleine Dramen, die dort geboten werden! Warum funktionieren die, ohne schauspielerische Einlagen?

Für mich ist zunächst einmal wichtig, dass ein Sänger in und mit seiner Stimme spielt. Und das er aufgrund seiner Persönlichkeit mich trifft. Dann vergesse ich auch, ob er dick oder dünn, groß oder klein, hölzern oder beweglich, zu jung, zu alt oder sonst etwas ist.

:hello: Gustav
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19

Donnerstag, 15. April 2010, 22:42

Jeder Sänger hat eine Persönlickeit, doch nicht alle wissen sie zu nutzen. Ich nenne diese Persönlichkeit Bühnenpräsenz. Bei einem Liederabend ist sie besonders wichtig, schon beim Auftreten des Sängers muss er das Publikum schon angesprochen haben, verzaubert haben. Die Augen drücken sehr viel aus, sie müssen strahlen. Das Strahlen kommt aus seinem Innersten, er lebt diesen Moment. Das drückt sich dann in seinen Liedern aus, die er dann interpretatorisch lebt, ausdrückt, was das Lied beinhaltet.

Ein Strahlen von innen heraus kommt über die Rampe der Bühne zum Publikum und läßt sie aufhorchen für das was kommt. Es entlockt auch dem Publikum ein Lächeln und das wiederum kommt zum Sänger zurück.

Wenn man oben steht und ins Publikum schaut, sieht man sofort ob man gut angkommt, ob man gespannt ist oder ob man Langeweile austrahlt.
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operus

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20

Freitag, 16. April 2010, 11:20

Überholt ab er doch begeistenrd

Eine Pioniertat aus den Anfängen der Aufzeichnungen von Opern auf Bild und Ton ist die bei Arthaus wieder aufgelegte DVD des "Freischütz" aus der Serie der berühmten Liebermann-Verifilmungen aus Hamburg mit Leopold Ludwig am Pult. Natürlich herrscht heute eine andere Regieauffassung vor und vieles wird sicherlich als antiquiert empfunden. Aber die Handlung wird so herrlich realistisch, ja gruselig in Szene gesetzt, dass diese Nostalgie schon wieder begeistert. Umwerfend schaurig ist die Wolfschluchtszene.
Um wieder zum Thema "Der Sänger als Schauspieler" zurück zu kommen, welche Charaktere die Sängerschauspieler Arlene Saunders, Edith Mathis, Franz Grundheber, Toni Blankenheim, Tom Krause, Hans Sotin und Gottlob Frick - ausser, dass sie wie erwartet hervorragend singen . aus ihren Partien formen, ist frappierend. Blutvolles, lebendiges Theater, natürlich mit dem Pathos der damaligen Zeit. Lediglich der fabelhaft singende Ernst Kozub als Max wirkt darstellerisch steif. Alles in allem eine auch heute noch sehenswerte Produktion, auch aus der Sicht unserer Diskussion "Der Sänger als Schauspieler".
Herzlichst
Operus
:jubel: :hello:
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Bernward Gerlach

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21

Freitag, 16. April 2010, 12:36

Der Sänger als Schauspieler

Recht hat er. operus. Ich habe die ganze DVD-Serie aus der Hamb. Staatsoper. Auf die gleiche Stufe wie den Freischtz möchte ich den Wozzeck stellen, mit den Sängerschauspielern Blankenheim und Unger. gell.


Grüße aus Burgdorf Bernward

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Harald Kral

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22

Freitag, 16. April 2010, 13:42

DVDs aus Hamburg

Hier möchte ich, lieber Bernward, lieber operus, doch widersprechen.
Erstens handelt es sich nicht um Aufzeichnungen aus der Hamburger Oper, sondern um Studioproduktionen für das Fernsehen. Vielleicht wurden ein paar kulissen oder einige Sänger "ausgeborgt", aber es handelt sich hier um Verfilmungen, bei denen andere Maßstäbe angelegt werden als bei Bühnenaufführungen!




Den "Freischütz" (1968 ) sehe ich, und mit mir die Leute, die mit dem Aufstieg des Mediums "Fernsehen" aufgewachsen sind, völlig anders. Ernst Kozub hat als erster erkannt, dass man im Hinblick auf die Kameras mit Tele, Zoom (damals nannte man das "Gummilinse") und ihren Großaufnahmen viel sparsamer agieren muß als auf der Bühne, wo der kurzsichtige Besucher im 4. Rang und in der 99. Reihe Parkett mitkriegen muß, was Sache ist. Ganz im Gegensatz zum überreifen "Jägerburschen" Kaspar des Gottlob Frick, der mit übertriebenem Chargieren und Augenrollen nicht ins Fernsehbild mit seinen gnadenlosen Nahaufnahmen passt und eher peinlich wirkt.

Regisseur Joachim Hess hat sich damals in einem Interview im Hamburg Abendblatt entsprechend geäußert. Dementsprechend wurde damals öfter das Singen vom Schauspiel getrennt, d.h. die Musikaufnahmen wurden vorab gemacht, die Bildaufnahmen mit Schauspielern eingespielt, die sich aufs agieren konzentrieren konnten.
Das wäre Thema für einen weiteren Thread: Was haltet ihr von Playback-Opern?

LG

:hello:
Harald

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Herbert Henn

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23

Freitag, 16. April 2010, 14:17

Recht hat der Harald. Im Film oder Fernsehstudio herrschen andere Gesetze als auf dem Theater. Weil eben viele Großaunahmen gemacht werden, sollten die Bewegungen sparsamer sein. Auch die Arbeit der Maskenbildner ist eine andere, als auf der Bühne. Das gilt natürlich auch für verfilmtes Sprechtheater.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

operus

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24

Freitag, 16. April 2010, 19:33

RE: DVDs aus Hamburg

Die Besprechungen, die ich bei der Wiederauflage dieser "Freischütz"-Aufnahme las, lagen im Tenor eher auf der Linie von Bernward und mir. Ich habe aber selbst von Nostalgie und antiquiert, also durchaus auch kritisch geschrieben. Trotz dieser Einschränkungen ist für mich die Hamburger Filmserie, die man auch in ihrer Zeit sehen sollte und gerade dieser "Freischütz" lebendiges Theater und ein wertvolles Zeitdokument.
Auch bei Filmen geht mir das oft so: Ich flippe bei Klassikern, wie
z. B. "Vom Winder verweht", "Wem die Stunde schlägt" , "Die zwölf Geschworenen" oder selbst beim "Postmeister" mit Heinrich George oder "Dem blauen Engel" mit Dietrich und Jannings vor Begeisterung auch heute noch fast aus.
Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Marnie

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25

Freitag, 16. April 2010, 20:01

RE: Model-Wahn an der Oper?

Zitat

Original von musica

Zitat

Original von operus
. Die Agenturen würden heute weit mehr auf das Aussehen achten, als auf die Stimmen. Sängerische Qualität würde als selbstverständlich vorausgesetzt."
Model -Wahn jetzt auch schon bei Sängerinnen?
Herzlichst
Operus


Liebe operus,
das stimmt leider. Eine hübsch anzusehende Sängerin kann viel besser vermittelt werden, womit wir wieder bei "dicken" Sängerinnen wären, wie schon gehabt.
Wenn ein Agent sich entscheiden müsste zwischen dick und dünn...die dünnere singt aber nicht so gut....wer bekommt den Zuschlag? Natürlich. Es sei denn die Dicke ist eine Wagnersängerin, dann hat sie natürlich bessere Chancen.

Entschuldigung das ist OT


Ich muss gestehen, dass mir in der letzten Zeit auch auffallend viele sehr magere Opernsängerinnnen begegnet sind.
Mir persönlich ist es egal, ob ein/-e Opernsänger/-in übergewichtig ist oder nicht. Entscheidend finde ich primär die Stimme. Wobei ein gleichzeitig guter Schauspieler eine Oper zu einem besonderen Erlebnis werden lassen kann.

Allerdings finde ich auch, dass einige Inszenierungen es den Sängern sehr schwer machen, zeitgleich gut zu singen und gut zu schauspielern. Ich denke, ein Sänger, der sich in seiner Haut während einer Aufführung unwohl fühlt, wird nie das bringen können, was er grundsätzlich könnte.
Viele Grüße,

Marnie

Basti

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26

Montag, 19. April 2010, 21:29

Zitat

Original von musica
Lieber Basti,

es ist vielleicht dein Geschmack dass du den Sänger nicht so toll findest. Aber prinzipell haben es korpulente Männer wesentlich leichter als Frauen, kommt aber auch auf die Rolle an. Ein korpulenter, wohl genährter, im Gefängnis sitzender Florestan kann noch so schön singen, aber er ist für diese Rolle untauglich.

Aber das ist ein anderes Thema....


Im Gegenteil: Ich finde Hawlata nicht nur toll, sondern ganz und gar großartig. Eben weil er sich diese Dinge traut und dabei eine gute Figur macht. In Interviews betont er immer übrigens immer wieder, dass er ein Freund moderner Inszenierungen ist.

:hello:
»Neulich haben Sie mich gegrüßt und ich hab Sie leider nicht gleich erkannt. Das nächste Mal, wenn ich Sie wieder nicht erkenne, treten Sie mir in den Arsch. Großartiger Jochanaan übrigens, neulich.«
Hans Knappertsbusch zu Hans Hotter