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Harald Kral

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1

Dienstag, 6. Juli 2010, 21:57

Joan Baez - How Sweet the Sound

Der Fernsehsender arte bringt diese Woche am Donnerstag eine Dokumentation über die Sängerin - ein willkommener Anlaß, dieser Dame (meiner Jugendliebe!) einen eigenen Thread zu widmen:

Sendung Donnerstag, 8. Juli 2010 um 22.15 Uhr arte.de

Joan Baez - How Sweet the Sound
(Usa, 2009, 84mn,
Regie: Mary Wharton

Zitat

Das Gewissen einer Generation: Die politisch engagierte Folksängerin Joan Baez sang im Luftschutzbunker, während draußen die Bomben fielen. Aber sie ist auch eine der wichtigsten und bekanntesten Vertreterinnen der Folkmusik. Seltene Archivaufnahmen und sehr persönliche Interviews mit Bob Dylan, Reverend Jesse Jackson, Roger McGuinn und vielen anderen machen den Dokumentarfilm zu einem sehr persönlichen und historischen Porträt zugleich.

In einem ersten umfassenden Dokumentarfilm über Joan Baez werden sowohl die Privatperson Baez als auch ihre Karriere, ihre Geschichte als Live- und Studiomusikerin und ihr bemerkenswerter Weg als Menschenrechtsaktivistin beleuchtet. Historische Aufnahmen zeigen Joan Baez bei ihrem umstrittenen Besuch in Nordvietnam, wo sie mit den Einwohnern von Hanoi während der heftigsten Luftangriffe des Krieges betet, aber auch Martin Luther King Jr., der der inhaftierten Joan Baez einen Solidaritätsbesuch abstattet. Musikalische Aufnahmen vom legendären Auftritt auf dem Newport Folk Festival 1959 oder eines frühen Auftritts im historischen Club 47 in Cambridge werden mit Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie David Crosby, Bob Dylan oder Reverend Jesse Jackson zu einer dichten Erzählung verwoben. Der Dokumentarfilm gibt in bisher nicht dagewesener Art und Weise Einblick in das Leben der Künstlerin und Aktivistin, die 2010 mit 68 Jahren erneut auf einer internationalen Tournee unterwegs ist.


Die Originalfassung des Dokumentarfilms wurde für die vielfach preisgekrönte Non-Fiction-Reihe American Masters der New Yorker Firma WNET produziert.

Wiederholung:
12.07.2010 um 01:30 arte.de

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

s.bummer

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2

Dienstag, 6. Juli 2010, 22:05

Oh, und ich hoffte

sie wäre endlich verstummt!
Sie hat mich mit ihrem schrillen Sopran und der immer selben Intonation die späten 60iger und frühen 70iger verfolgt. Peinlich, peinlich!
Sowas wie ne Petra Kelly der USA.

Und sie war scharf auf Bob Dylan (It ain't me babe), der diese Dame irgendwie dann auch loswerden wollte.

Na, ja, Fans werden es mögen!

Und ich gucke es mir natürlich an! Denn sie war ein fester Bestandteil meiner Jugend, wenn auch ein nicht geliebter.

Gruß S.
Johannes Richter: Neue Ideen setzen sich nur durch, weil die Anhänger der alten aussterben

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3

Dienstag, 6. Juli 2010, 23:00

Naja. Die Sache mit Dylan war anders rum. Die beiden waren zu einer Zeit ein Paar, als Baez schon sehr berühmt war (Queen of Folk) und Dylan hat ziemlich davon profitiert, um nicht zu sagen ausgenutzt.
Es gibt ein ganz interessantes Buch über diese Verquickungen, inklusive Baez' Schwester Mimi und deren jung verunglückten Ehemann Richard Farina:



Allerdings sehe ich es ähnlich, dass Baez künstlerisch im Ggs zu Robert Zimmermann spätestens ab Ende der 1960er eher stagnierte. Ich kenne die neueren Sachen nicht, aber schon die Versuche mit Schickele (das Weihnachts- und das Konzeptalbum), die Country-Musik usw. sind m.E. nicht besonders gelungen. Am besten gefallen mir die ersten ca. 5 Alben, größtenteils mit echten Folksongs und bloßer Gitarrenbegleitung und einiges aus dem Dylan-Album "Any Day now" (sie kann halt doch ziemlich gut singen, besonders verglichen mit Bobbys Genöle und die Stimme hat Gänsehautfaktor). Aber Schuster bleib bei deinem Leisten, die Bachiana Brasileira auf einem Album ist m.E total mißlungen und auf dem Weihnachtsalbum finde ich auch einiges grenzwertig.

Und man sollte den Protest dieser Zeit nicht als bloßen Lifestyle herunterspielen. Baez' zeitweiliger Ehemann war meiner Erinnerung nach im Knast wg. Wehrdienstverweigerung oder musste nach Kanada fliehen, wie nicht wenige junge Männer zu Zeiten des Vietnamkrieges.

:hello:

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

s.bummer

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4

Mittwoch, 7. Juli 2010, 12:00

Richard Farina

hat einen wichtigen Roman in den 60igern geschrieben.
"Been Down So Long It Looks Like up to Me"
(Auf deutsch ist er meines Wissens nie erschienen)

Er war der Schwager von Joan Baez und hatte Kontakt zu Ric Von Schmidt, der wiederum auch zu Dylan ("First heard this from Ric Von Schmidt, he lives in Cambridge....", so Dylans Intro zu "Baby let me follow you down").

Der große Thomas Pynchon, der zum Roman "Been Down..." in der Wiederauflage das Vorwort beisteuerte, was er selten tat, später nochmal für 1984, hat sein Opus Magnum "Gravitys Rainbow" Richard Farina gewidmet, "To Richard Farina."

Gruß S.
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Dreamhunter

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5

Mittwoch, 7. Juli 2010, 15:16

In den 70ern und 80ern habe ich Platten von Joan Baez gesammelt. Ich muss meinen Vorschreibern zustimmen, dass ihre Platten bis zu Mitte der 60er-Jahre sicherlich diejenigen sind, die mir am besten gefallen haben. Auch ihre Newport-Auftritte (die, die auf Vanguard-Records und Decca (?) erhältlich sind, waren sehr gut - z.b. das Duett mit Dylan - With God on our Side). Spannend war noch ihr Auftritt in "Renaldo and Clara". Ich habe sie auch in Wien live gehört, das ist aber auch schon ein paar Jährchen her. Ich glaube, das letzte Mal war es, als sie gemeinsam mit Konstantin Wecker und Mercedes Sosa tourte.

Wenn ich Baez heutzutage höre, ja dann nervt sie mich ein bisschen. Ich habe das Gefühl, dass ihre Lieder (mit wenigen Ausnahmen wie z.B. "Diamonds and Rust") relativ schlecht gealtert sind - im Vergleich mit den Aufnahmen von Leonard Cohen, Phil Ochs oder eben Bob Dylan, die ich mir noch immer mit großem Genuss anhören kann. Ich denke, dass sie in ihrer Entwicklung irgendwann einmal stehen geblieben ist - oder habe ich mich von ihrer Linie wegentwickelt? Wer kann das schon mit Sicherheit sagen...
Hear Me Roar!

Harald Kral

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6

Sonntag, 9. Januar 2011, 09:56

Zum 70. Geburtstag

Eine Legende wird heute 70:

Joan Baez (* 9. Januar 1941
auf Staten Island, New York); amerikanische Folk-Sängerin, die besonders für ihre starke, klare Sopran-Stimme und ihr politisches Engagement bekannt ist. Sie wird auch als „das Gewissen und die Stimme der 1960er“ bezeichnet. 1959 erreichte sie auf dem renommierten Newport Folk Festival zum ersten Mal ein größeres Publikum.
Am 28. August 1963 sang sie auf dem Civil Rights March das berühmte We Shall Overcome, das in den folgenden Jahren quasi zu ihrem sängerischen Markenzeichen wurde. In der Folge trat sie beim Woodstock-Festival auf, kämpfte für Bürgerrechte und hatte eine Liebesbeziehung mit Bob Dylan. Neben vielen weiteren Auszeichnungen erhielt sie im Jahr 2004 den World Peace Music Award sowie den Grammy für ihr Lebenswerk im Jahr 2007.



Happy Birthday! :jubel:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Harald Kral

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7

Freitag, 22. Juli 2011, 19:45

How sweet the sound

Der in meinem Eingangsbeitrag erwähnte Film über die Sängerin wird demnächst bei arte TV nochmals ausgestrahlt.



Selten gelingt es Künstlern sich selbst treu zu bleiben, sich aber trotzdem weiter zu entwickeln. Auf Joan Baez trifft dies sicherlich zu. Im September vergangenen Jahres veröffentlichte die Ausnahmekünstlerin ihr erstes Studio-Album seit über fünf Jahren - produzier t von keinem geringeren als Steve Earle. Joan Baez coverte persönliche Lieblingssongs von Tom Waits über Elvis Costello bis hin zu Steve Earle und begeisterte sowohl alte Fans, als auch neue Anhänger.

Sendung am Dienstag, 26. Juli 2011 um 22:55 Uhr bei arte.de:

Joan Baez
How Sweet the Sound

(USA, 2009, 84mn)
Regie: Mary Wharton

Wiederholung:
08.08.2011 um 09:55h

LG

:hello:
Harald

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