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teleton

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121

Mittwoch, 24. Februar 2016, 12:01

Alfredo Casella: Sinfonie Nr.2

Auch wenn ich hier vor mehr als 5Jahren schon einmal eine Liste mit 12 Non-Mainstrem-Sinfonien als Lieblingssinfonien abgegeben habe, so kann ich mich nicht zurückhalten auch heute einen weiteren Einzelbeitrag einer weiteren Lieblingssinfonie abzugeben, die wirklich zu den Unbekannten und vernachlässigten gehört:

Casella: Sinfonie Nr.2 c-moll op.12 (1908-10)
Das Werk steht inhaltlich und qualitätiv auf Niveau einer Mahler-Sinfonie (zum Beispiel Sinfonie Nr.2) und kann sich ohne weiteres mit diesen messen.
Bei vielen vernachlässigten Komponisten und so manchen, die bisher in diesem Thead genannt wurden, kann ich gut nachvollziehen, warum diese eben nicht so oft gespielt werden; kein Interesse da ist auf Mainstream-Niveau aufzusteigen.
Bei Casella 2 kann ich das nicht nachvollziehen. Denn wir erleben hier ein packendes Meisterwerk voller Grösse und Erhabenheit, woran sich sogar so manche Mainsteam_Komponisten ein Beispiel nehmen könnten.

Die knapp unter 50Minuten dauernde Sinfonie hat 5 Sätze:
1. Lento grave solene ...
2. Allegro molto vivace ...
3. Adagio, quasi Andante
4. Finale: Tempo di mrica den risoluto, con fuoco - Allegro vivo ...
5. Epilog: Adagio mistico


Es gibt eine nicht so überzeugende NAXOS-Aufnahme mit dem Orchestre Sinfonica di Roma/La Veccia
und diese Ausgezeichnete, mit dem BBC PO/G.Noseda die meine Verwunderung über die Vernachlassigung einmal mehr deutlicht macht:


Chandos, 2010, DDD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

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122

Donnerstag, 31. März 2016, 23:56

Der beinahe vergessene österreichische Komponist Johannes Matthias Sperger (1750- 1812) hat etwa 45 Sinfonien geschrieben. Zwei von ihnen finden sich auf dieser CD. Stilistisch würde ich sie mit den mittleren Sinfonien von Joseph Haydn vergleichen. Ob die beiden indes ein signifikantes Beispiel für den gesamten Stil dieses Komponisten ausmachen, das wage ich derzeit noch nicht einzuschätzen die ersten Samples wirken indes vielversprechend, hoffentlich wird das Projekt fortgesetzt....

mfg aus Wien
Alfred

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âme

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123

Freitag, 1. April 2016, 01:13


Casella: Sinfonie Nr.2 c-moll op.12 (1908-10)


Dieser Empfehlung kann ich nur beipflichten. Casella ist für mich generell einer der besten Entdeckungen der letzten Zeit. Ich bin Jemand der eher dazu neigt, es mehr oder weniger gut nachvollziehen zu können wenn
Musik aus den hinteren Reihen wenig in Konzertsälen gespielt wird (zum. kann mich das Wenigste abseits des Etablierten so begeistern dass ich es als enorm unterschätzt bezeichnen würde) aber diese Musik würde ich auch
als zu unterrepräsentiert bezeichnen. Vielleicht kommt ja nochmal die Zeit für sie (manchmal bedarf es halt ein wenig Zeit und gewisse Umstände bis sich etwas entwickelt)
„Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.” (Marie von Ebner-Eschenbach)

Garaguly

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124

Freitag, 1. April 2016, 09:51

Der beinahe vergessene österreichische Komponist Johannes Matthias Sperger (1750- 1812) hat etwa 45 Sinfonien geschrieben. Zwei von ihnen finden sich auf dieser CD. Stilistisch würde ich sie mit den mittleren Sinfonien von Joseph Haydn vergleichen. Od dei beiden indes ein signifikantes Beispiel für den gesamten Stil dieses Komponisten ausmachen, das wage ich derzeit noch nicht einzuschätzenm die ersten Samples wirken indes vielversprechend, Hoffentlich wird das Projekt fortgesetzt....

mfg aus Wien
Alfred

Ich glaube nicht, dass diese Sperger-CD Bestandteil eines "Projektes" ist, wie du es nennst. Das Ensemble "L'arte del mondo" unter Werner Ehrhardt widmet sich seit Jahren etwa einmal jährlich in Form einer einzigen CD einem unbekannten Komponisten (das allein stellt indes ja bereits ein Projekt dar). Doch mehr zu Sperger dürfte aus dieser Richtung nicht zu erwarten sein; zuletzt gab's eine Sterkel-CD, irgendwann einmal eine (sehr gute) Eichner-CD (noch für's CAPRICCIO-Label) usw.; aus alldem folgte kein zweites Sterkel- oder Eichner-Volume. Es geht wohl eher darum, dem geneigten Publikum über die Jahre eine Art klingendes Kompendium der unbekannteren Meister der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zusammen- und vorzustellen.
Aber vielleicht nimmt ja ein anderes Orchester bei einem anderen Label die Sperger-CD zum Anlass etwas anderes von diesem Tonsetzer auszugraben und auf Tonträger zu bannen. Ich bin jedenfalls erst einmal - wie du wohl auch - gespannt auf dieses Scheibchen. Bestellt ist es bereits.

Grüße
Garaguly

Alfred_Schmidt

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125

Freitag, 1. April 2016, 22:05

Danke Lieber Garaguly für die Informationen. Man ist ja immer geneigt zu bedauern, daß so viele Komponisten und deren Werke nicht bekannt sind, bzw. nicht auf CD zu haben sind - man beachte nur die vielen Quellen bei youtube. Darüber vergisst man aber, wie viel andrerseits doch zu haben ist, vermutlich mehr als man je im Leben wird hören können, ich meine hier BEWUSST hören.


Und da habe ich schon wieder 4 Sinfonien eines unbekannten Komponisten parat, nämlich von Joachim Nikolas EGGERT (1779-1813). Es gibt dazu bereits einen eigenen Thread, der sich aber erst entwickeln muß.
Joachim Nikolas EGGERT - Die Sinfonien
Ungeachtet dessen gehören diese Sinfonien auch hier erwähnt, was somit geschehen ist.....

mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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126

Mittwoch, 20. April 2016, 22:05

Paul Büttner: Sinfonie Nr 4 in h-moll

Manchmal bin ich schon ein wenig verzweifelt. Da hört man eine Sinfonie eines unbekannten Komponisten via youtube und ist begeistert. Bei näherer Recherche findet man dann heraus, daß dieser Komponist im Laufe seines Lebens VIER Sinfonien geschrieben hat. Lediglich EINE davon ist auf CD erhältlich, nämlich die Vierte.
Die Rede ist hier vom deutschen Komponisten Paul Büttner (1870-1943), der heute weder in einem Konzertführer noch in meinem vierbändigem Musiklexikon auch nur Erwähnung findet. Laut Booklet war der sozialdemokratisch engagierte Büttner - ein Draeseke-Schüler - erfolgreich, bis ihn die Machthaber aus allen seinen Posten entfernten.
Ich hoffe dereinst auf eine Büttner Renaissance - zumindest der 4 Sinfonien. (Der Werkkatalog bei Wikipedia ist auffallend klein, ich vermute, daß er unkomplett ist) Dann werde ich dem Komponisten einen eigenen Thread widmen. Für heute möchte ich nur festhalten, dass es sich bei Büttner Sinfonie Nr 4 in h.moll um ein beeindruckendes mächtiges Werk handelt, das über eine interessante Instrumentation verfügt und auch einige besonders hörerfreundliche Passagen aufweist, selbst dann, wenn Anspielungen auf den Krieg - die Sinfonie entstand 1918 - nicht zu überhören sind. Persönlich wurde ich stellenweise, bei den Passagen wo die Klangmassen einen förmlich erdrücken wollten an Richard Wagners Musik zum "Fliegenden Holländer" erinnert...
mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Freitag, 20. Mai 2016, 23:45

Derzeit arbeite ich mich durch die im Laufe der letzten 5 Jahre angesammelten Sinfonien des "Nischenrepertoires" durch. Und es macht mir viel Vergnügen. Vor allem wenn ich auf Sinfonien stoße, die meiner Meinung nach besonders klangschön oder originell sind und meine Sammlung auf diese Weise bereichern. Solch eine Sinfonie ist die Sinfonie Nr 1 "Herbst" des dänischen Komponisten Peter Erasmus Lange-Müller (1850-1926), eines Spätromantikers. Sie wurde am 11. Februar 1882 uraufgeführt, war damals aber bereits ein paarJahre alt.
Eigentlich erwartet man von einer Herbstsinfonie ein wenig Melancholie . weit gefehlt. Lange-Müller lässt die Herbstblätter im Wind vor sich hertreiben und den Herbst eine letzte Schlacht gegen den Winter kämpfen. Assoziert man indes Herbst mit Farbenfreude, dann ist die Umsetzung pefekt gelungen. Teilweise recht plastisch muten die Erklärungen des Komponisten zu dieser Sinfonie an, die 2, kenne ich noch nicht, ich bewahre sie mir für später auf, denn Lange-Müller hat nur 2 Sinfonien geschrieben. Auf Grund diverser Krankheiten hat er die letzten 26 Jahre seines Laben so gut wie nichts mehr komponiert.
Der Stil lässt sich kaum beschreiben, da er mich an keinen mir bekannten Komponisten erinnert, Der Grundton ist eher lieblich bis freudig, es gibt zahlreiche Solostellen, teilweise ist die Instrumentierung durch kurze aber auffallende Effekte gekennzeichnet. Keine nordische Melancholie, eher tänzerisch verspielt mutet das Werk auf mich an, auf Grund des derzeitigen Preises ist diese Aufnahme fpr jedermann erschwinglich....

mfg aus Wien
Alfred

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Garaguly

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Samstag, 21. Mai 2016, 00:42

Lieber Alfred,

und diese Lange-Müller-Symphonie würdest du tatsächlich schon als eine deiner alternativen Lieblingssymphonien bezeichnen? Ich dachte, in diesem Thread werden die echten - oft gehörten - Lieblingsalternativen der Taminos zu Beethoven, Dvorak und Brahms vorgestellt. Ist Lange-Müller so gut, das man das haben muss? In dieser Interpretation?

Grüße
Garaguly

Alfred_Schmidt

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Dienstag, 24. Mai 2016, 23:31

Ich glaub meine Einstellung zur Sinfonie Nr 1 "Herbst" von Lange-Müller habe ich rech klar formuliert. Vielleicht ist der Titel "Lieblingginfonien" ein wenig zu dick aufgetragen, aber aich freue mich über jede dem Schönklang (im weitersten Sinne des Wortes) verpflichtete Sinfonie die nicht nur komponiert, sondern auch via Tonträger verfügbar gemacht wurde. Lange- Müller "muß" man natürlich nicht haben - aber wenn man seine Musik mag, dann ist man gut beraten sie zu kaufen, solange es sie noch gibt.

mfg aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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130

Donnerstag, 29. Dezember 2016, 19:26


Niemand würde hier an der Qualität der Kompositionen zweifeln. Allerdings könnte jemand die Frage Stellen ob es sich hier wirklich um Sinfonien ausserhalb des Mainstreams handelt. Ich wüde das indes kritiklos bejahen, insbesondere, wenn man sich die Anzahl der existierenden Einspielungen von Michael Haydns Sinfonien ansieht. Die alte cpo Aufnahme, die zum Großteil vom Slowakischen Kammerorchester unter Bohdan Warchal bestritten wird, hat mich nie recht überzeugt. Daneben gibt es einige Einzelaufnahmen. Umso mehr sehe ich der Weiterführung eines begonnen Projekts (Folge 2 ist bereits erschienen) der Michael Haydn Sinfonien entgegen.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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