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Alfred_Schmidt

Administrator

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Beiträge: 18 211

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Sonntag, 13. März 2011, 14:55

Die Protagonisten der Alten Musik (VII) - Musica Amphion

Zu den bereits bestehenden Ensemble-Threads


Die Protagonisten der Alten Musik (I) - Das Huelgas Ensemble
Die Protagonisten der Alten Musik (II) - Roland Wilson und seine Ensembles
Die Protagonisten der Alten Musik (III) - Das Ensemble Weser-Renaissance Bremen
Die Protagonisten der Alten Musik (IV) - Concentus Musicus Wien
Die Protagonisten der Alten Musik (V) - Il Giardino Armonico
Die Protagonisten der Alten Musik (VI) - Europa Galante

möchte ich heute einen weiteren hinzufügen, nämlich über Musica Amphion

Das Originalinstrument- Ensemble wurde 1993 von Pieter Jan Belder gegründet und ist nach einer Figur der griechischen Mythologie benannt. Es rekrutiert sich aus Mitgliedern diverser anderer Alte- Musik Formationen.
Soweit ich das nachvollziehen konnte verzichtet das Orchster auf spektakuläre Effekt und extreme Deutungsversuche, was im eine vernichtende Kritik eines ehemaligen Taminomitglieds eingetragen hat.

Die holländische Kritik, und auch einge deutsche Fachzeitschriften waren hier jedoch kontärer Meinung - und auch ich gewann einen positiven Gesamteindruck.

Die Corelli Aufnahme wurde im Forum bereits an anderer Stelle gelobt

aber auch wer bei Bachs "Brandenburgischen Konzert" eine gute Intepretation "der Mitte" ohne Extreme sucht wird gut bedient - nicht nur wenn man den Preis in Betracht zieht.

Der könnte meiner Meinung nach einen Schwachpunkt darstellen. Das Ensemble hat bisher zwar relativ viele Aufnahmen eingespielt - aber zumeist für "Budgetlabels" - was vielleicht dem Image schaden könnte.

.


Hier Corelli zum Reinschnuppern, es gibt aber auch eine Gesamtaufnahme.




mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

flutedevoix

Schüler

  • »flutedevoix« ist männlich

Beiträge: 140

Registrierungsdatum: 23. August 2010

2

Dienstag, 15. März 2011, 02:48

Zitat

Soweit ich das nachvollziehen konnte verzichtet das Orchster auf spektakuläre Effekt und extreme Deutungsversuche, was im eine vernichtende Kritik eines ehemaligen Taminomitglieds eingetragen hat.
Tendenziell möchte ich mich dieser Kritik anschließen, das freilich ohne sie zu kennen. Den Interpretationen der Musica Amphion fehlt sehr oft der Mut zu zugespitzten interpretatorischen Aussagen.

Gerade die Corelli-Gesameinspielung zeichnet sich eben nicht durch eine affektreiche Umsetzung der Musik aus, vielmehr steht eine gewisse Beliebigkeit im Vordergrund. Corelli kennzeichnet gerade in den langsamen Sätzen seiner Sonaten und Concerti eine ausdrucksstarke Musiksprache, die oft von Vorhaltsbildungen geprägt ist. Diese harmonischen Spannungen werden von der Musica amphion eher nivelliert als ausgekostet. Auch rhythmisch bewegt sich das Ensemble häufig im Mittelfeld und so auch im Mittelmaß. Daß viele Sätze z.B. in Corellis op.5 eigentlich stilisierte Tanzsätze sind, bleibt leider häufig außen vor.
Auch in den Brandenburgischen Konzerten fällt auf, daß einem klangschönen Musizieren öfters der Vorzug vor Ausdruck und persönlicher Aussage gegeben wird. Wo andere Formationen den Mut zu agogischen Finessen haben (z.B. Violinsolo im 1. Satz des 4. Konzertes) plätschert die Aufnahme der Musica Amphion eher vor sich hin. Schade - inspiriert ist anders.
Im Gegensatz zu den anderen hier bereits besprochenen Formationen würde ich die Musica Amphion eher als interpretatorisches Leichtgewicht bezeichnen. Daß die meisten Aufnahmen bei Budget-Labels erscheinen, kann mich in diesem Zusammenhang nicht verwundern

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 211

Registrierungsdatum: 9. August 2004

3

Mittwoch, 16. März 2011, 02:32

Ich finde, daß hier ein idealer Platz ist, den Stil auch zu "bewerten"

Zitat

Den Interpretationen der Musica Amphion fehlt sehr oft der Mut zu zugespitzten interpretatorischen Aussagen.


Und hier klinke ich mich ein:
Ich glaube, daß es nichts mit "Mut" sondern mit "Geschmack" zu tun hat.

Zitat

Auch in den Brandenburgischen Konzerten fällt auf, daß einem klangschönen Musizieren öfters der Vorzug vor Ausdruck und persönlicher Aussage gegeben wird.


Ich widerspreche der Aussage hier nicht, gebe aber zu bedenken, wie negativ hier "klangschönes Musizieren" bewertet wird.
Noch vor einigen Jahrzehnten wäre diese Aussage höchstes Lob gewesen . Heute ist sie abwertend gemeint....

Noch vor einigern Jahren galt die Klassische Musik als Platz apollinarischer Schönheit, heute wird von ihr das gleiche
rhytmisch vulgäre Element verlangt, das eigentlich erst in der Musik des 20 Jahrhundert integriert war...

Bei Corelli kann und möchte ich nichts sagen - ich hab kaum Zugang zu seinen Werken...

mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 665

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

4

Mittwoch, 16. März 2011, 10:27

Bei Corelli kann und möchte ich nichts sagen - ich hab kaum Zugang zu seinen Werken...

Seine Kammersonaten sind voll von "rhythmisch vulgärer" Tanzmusik.
;)

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

Beiträge: 4 036

Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

5

Montag, 22. August 2011, 21:35

Ich habe in die JPC-Schnipsel (nicht alle) der Brandenburgischen reingehört. Kann es sein, dass die Klangbalance zwischen Solisten und den "Generalbässlern" z. T. etwas unausgewogen ist, besonders 1. Satz des 6.?

zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler