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Alfred_Schmidt

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1

Montag, 24. Oktober 2011, 22:54

Persönlich vernachlässigte Pianisten - Eine "Beichte" Vol 2 (2011)

Liebe Klavierfreunde

Der Vorgängerthread gleichen Namens lief nun 7 Jahre (bzw 6, 2011 wurde dort nichts mehr geschrieben) und war mit etwa 30.000 Seitenaufrufen ausgeprochen erfolgreich. Aber er ist allmählich unübersichtlich georden, Alte Mitglieder sind ausgeschieden, neue haben den Thread entweder gar nicht mehr gekannt - oder sich in dem Wust der 115 Beiträge nicht mehr zurechtgefunden. Zudem gehören die bestehenden Listen auch ergänzt - nicht nur jene Pianisten , die inzwischen doch in der Sammlung gelandet sind gehören entfernt, sondern auch durch neue Namen, die man wiederum nicht kennt - ergänzt.

Persönlich vernachlässigte Pianisten - Eine "Beichte" Vol 1 (2005-2010)

So bietet sich also an, das Thema erneut zu starten

Die Regeln sind die gleichen gebliebn, ich schrieb im Jänner 2005:



Zitat

Immer wieder liest man, oder Schreibt man, dieser oder jener Pianist wäre (zumeist zu unrecht) vergessen, unterschätzt etc.

Das mag ja sein - aber warum ist das so ?

Natürlich, weil ein mehr oder weniger auf gewisse Namen fixiertes Publikum andere , ebenso bedeutende Künstler "ignoriert"

Und natürlich mach ich da keine Ausnahme, ich fürchte, ich bin geradezu ein Paradebeispiel dafür.

Wenn ich meine Sammlung durchforste, so habe ich eine gewaltige Sammlung an Klavierliteratur, allerdings mit einem ziemlichen Schwerpunkt "Wiener Klassik", das ergibt schon eine gewisse "Vorauswahl"

Allerdings gibt es auch noch andere Gründe für das Fehlen gewisser Namen, auch berühmtester, zumeist weiß man selbst nicht warum.


Und genau darum geht es in diesem Thread:

Welche berühmten, bzw sehr berühmten Namen von Pianisten fehlen unabsichtlich in Eurer Sammlung, ihr könnt aber auch angeben, warum ihr absichtlich einen Pianisten negiert.

Würde ich hier mit dem Aufzählen beginnen, wäre der Server wahrscheinlich bereits überlastet. :D

Ziel des ganzen ist, festzuzstellen ob es diesbezüglich Trends gibt.

Die Idee zu dem Thema kam mir, als ich einen meiner üblichen Pianistenthreads starten wollte, ich dann aber zu dem (vielleicht falschen) Schluß kam, daß viele, auch große Pianisten zuwenig Platten (CDs) veröffentlicht haben, bzw, sich diese am Markt durchsetzen konnte, um ein ganzes Thema abzudecken.

Vielleicht stellt es sich im Laufe dieses Themas heraus, daß dem nicht so ist, und wir können, aus den Ergebnissen dieses Themenfadens profitierend, neue Spezialthreads starten.

Ebenso habe ich den Vorsatz ein oder zwei der von mir vernachlässigten Pianisten endlich in meine Sammlung einzufügen.

Zugelassen in diesem Thread sind lediglich Stereo-Aufnahmen. "Historische" Künstler werden demnächst separat gewürdigt.


"Altmitglieder" sind herzlichst eingeladen ihre korrigierten und ergänzten Listen hier zu posten

"Neumitglieder" die Interesse am Thema haben , erstellen bitte eine neue Liste......

mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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2

Montag, 5. August 2013, 21:18

Scheinbar muß ich diesen Thread selbst einweihen, meine Liste hat sich geringfügig verändert - Anlass hier weiterzumachen war eigentlich der neue Threa über Nelson Freire , von dem ich in der Tat keine einzige Aufnahm besitze. Das liegt aber nicht in erster Linie am Pianisten, sondern natürlich auch am von ihm bevorzugten Repertoire.

Ich stelle mir den Verlauf des Threads diesmal etwas anders vor als beim ersten Mal:

Vorerst - Etwa bis Ende September veröffentlicht jeder Mitspieler seine aktuelle "Beichtliste"
Ab diesem Zeitpunkt Soll dann jeder, der hier mitgespielt hat ZWEI Aufnahmen nominieren, welche
von einem Pianisten aufgenommen wurden den ein anderes Mitglied auf seine List gesetzt hat.
Dadurch soll Interesse geweckt werden - und wenn jedes Mitglied am Ende des Projekts nur EINEN Pianisten von der persönlichen "Fehlliste" streichen kann - dann würde ich das als Erfolg verbuchen...

Pierre-Laurent Aimard
Tzimon Barto
BorisBerezovsky
György Cziffra
Rudolf Firkusny
Malcolm Frager
Nelson Freire
Bruno Leonardo Gelber
Helene Grimaud
Adam Haraskiewicz
Julius Katchen
Amir Katz
Evgeny Kissin
Lang Lang (nicht vorgesehen)
Alexander Lonquich
Oleg Maisenberg
Ivan Moravec
Alfred Perl
Dezsö Ranki
Peter Rösel
Ragna Schirmer
Grigory Sokolow
Yevgeny Sudbin
Alexandre Tharaud
Jean Ive Thibaudet
Anatol Ugorski
Arcadi Volodos
Lilya Zilberstein

Es ist nicht auszuschliessen, daß ein oder der andere hier aufgelistete Pianist DENNOCH in meiner Sammlung aufscheint - ich ihn aber nicht bewusst wahrgenommen habe....

viel Spaß mit diesem Thread
wünscht Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

JLang

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3

Montag, 5. August 2013, 22:19

Dann nehme ich diesen schönen Vorschlag gleich einmal auf und veröffentlich meine Liste, die sehr lang ist, aber irgendwie bin ich immer so auf meine "Lieblinge festgelegt", daß ich dann überlege noch etwas Neues zu kaufen. Ich bin aber fest entschlossen, das zu ändern. Also meine Fehlliste sieht wie folgt aus:

Pierre Laurent Aimard (seltsam, daß ich keine Aufnahme besitze ... höre ich aber im Oktober mit Brahms und bin schon ganz gespannt)
Tzimon Barto
György Cziffra
Annie Fischer
Rudolf Firkusny
Malcolm Frager
Bruno Leonardo Gelber
Emil Gilels
Helene Grimaud
Byron Janis
Julius Katchen (den die Brahms Freunde sicher sehr schätzen werden)
Amir Katz (habe ich in Leipzig gehört und hat mir gut gefallen, eine CD besitze ich aber nicht)
Lang Lang (habe ich in der Kölner Philharmonie mit Mendelssohn gehört, den Kauf einer Aufnahme hat es nicht nach sich gezogen)
Alexander Lonquich
Oleg Maisenberg
Arturo Benedetti Michelangeli
Ivan Moravec
Alfred Perl
Francis Planté (von dem es aber nur wenige Aufnahmen gibt)
Dezsö Ranki
Peter Rösel
Grigory Sokolow (ebenfalls live schon gehört, aber keine Einspielung unter meinen CD’s gefunden)
Alexandre Tharaud
Jean Ive Thibaudet
Anatol Ugorski
Arcadi Volodos
Lilya Zilberstein

Auf viele Anregungen hofft
JLang
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4

Montag, 5. August 2013, 22:50

Also meine Fehlliste sieht wie folgt aus:
György Cziffra
Hier gibt es außer der riesigen Komplettbox auch sehr preiswerte Boxen mit Liszt und Chopin von der franz. EMI, die sich auf jeden Fall lohnen. Ich bilde mal nur die anscheinend neueste Auflage ab



Zitat

Annie Fischer
Leider nicht viel erhältlich, außer den recht teuren, posthum veröffentlichten Beethovensonaten auf hungaroton. Die lohnende alte EMI "Introuvables"-Box ist kaum zu finden ;) und teuer.


Zitat

Bruno Leonardo Gelber
Auf jeden Fall lohnend Brahms' 3. Sonate und Händel-Variationen, die u.a. bei 2001 in so einer Wiederauflage-Reihe erschienen sind. Falls man sie findet "Les Rarissimes" (EMI) mit u.a. Wandererfantasie, Chopins 3. Sonate, Carnaval und die 5 oder 6 japan. Beethoven-CDs sind auch noch zu kriegen, wenngleich nicht billig.


Zitat

Emil Gilels
Na, das ist aber eine Lücke ;)
Wenn Du mit nicht ganz idealem, aber gut anhörbarem Klang leben kannst, wären die Beethoven-Mitschnitte (alle Konzerte und 10 Sonaten) bei Brilliant ein guter Einstieg. Oder gleich den DG-Beethoven...


Zitat

Julius Katchen (den die Brahms Freunde sicher sehr schätzen werden)
Nicht nur Brahms! Leider ist die Decca-Sammelbox unerschwinglich geworden, aber es gibt auch außer dem Brahms einiges erfreulicherweise einzeln (z.B Diabellis + op.111). Eigentlich kann man da überall zugreifen, manchmal muss man wohl etwas nach günstigeren Angeboten suchen. Zu recht berühmt sind auch die Aufnahmen Brahmsscher Kammermusik (mit Suk und Starker)


Zitat

Arturo Benedetti Michelangeli
Da wirst Du in entsprechenden threads sicher reichlich Empfehlungen finden.


Zitat

Alfredo Perl
Ist anscheinend wieder ein wenig in der Versenkung verschwunden, nachdem er Mitte/Ende der 90er mit ca. 30 schon einen Beethovenzyklus bei Arte Nova einspielen konnte.


Zitat

Grigory Sokolow (ebenfalls live schon gehört, aber keine Einspielung unter meinen CD’s gefunden)
Er nimmt ja schon lange keine CDs mehr auf. Leider habe ich noch nie ein Konzert mit ihm erlebt. Die 10 oder 12 CDs bei Naive/op.111 oder wer immer das gerade vertreibt, lohnen sich alle (das meiste sind auch schon Mitschnitte). Mir gefallen vielleicht am besten Chopins op. 25, sicher eine der besten Interpretationen eines nicht gerade selten gespielten Werks und die Kunst der Fuge. Sokolov kann so transparent spielen wie Gould, aber ohne Gouldsches Gehacke... ;)

JLang

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5

Montag, 5. August 2013, 23:21

Lieber Johannes Roehl,

schon einmal vielen Dank für die vielen Empfehlungen

Zitat

Emil Gilels

Na, das ist aber eine Lücke
Wenn Du mit nicht ganz idealem, aber gut anhörbarem Klang leben kannst, wären die Beethoven-Mitschnitte (alle Konzerte und 10 Sonaten) bei Brilliant ein guter Einstieg. Oder gleich den DG-Beethoven...

Tja, wie das passieren konnte, weiß ich auch nicht recht ... aber ich habe extra zweimal nachgeschaut, nix zu finden :(
Werde mal nach Brilliant schauen

zu György Cziffra ist die EMI Box ja wirklich supergünstig und wird baldmöglichst gekauft.

Besten Dank
JLang
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William B.A.

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6

Dienstag, 6. August 2013, 01:09

Ich nenne mal alle Pianisten aus der Stereo-Ära, die ich bisher in meiner Sammlung vernachlässigt habe, obwohl ich sie vielleicht schon im Konzert gehört habe:
Waleri Afanssjew
Piotr Anderszewski
Vladimir Ashkenazy
Stefan Askenase
Paul Badura-Skoda
Tzimon Barto
Markus Becker*
Rafal Blechacz*
Nelson Freire
Richard Goode*
Adam Harasiewicz
Ewa Kupiec*
Yundi Li*
Siegfried Mauser*
Güher und Süher Pekinel*
Michael Pletnjow
Hans Richter-Haaser
Fazil Say
Olga Scheps
Markus Schirmer
Ragna Schirmer*
Herbert Schuch*
Grigori Sokolow*
Yaara Tal und Andreas Groethuysen*
Jean Yves Thibaudet
Rosalyn Tureck
Tamas Vasary
Yuja Wang
Alle mit "*" bezeichneten Pianisten habe ich schon ein- oder mehrere Male im Konzert erlebt.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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7

Dienstag, 6. August 2013, 12:32

Lieber Johannes Roehl,

schon einmal vielen Dank für die vielen Empfehlungen

Zitat

Emil Gilels

Na, das ist aber eine Lücke
Wenn Du mit nicht ganz idealem, aber gut anhörbarem Klang leben kannst, wären die Beethoven-Mitschnitte (alle Konzerte und 10 Sonaten) bei Brilliant ein guter Einstieg. Oder gleich den DG-Beethoven...

Tja, wie das passieren konnte, weiß ich auch nicht recht ... aber ich habe extra zweimal nachgeschaut, nix zu finden :(

Gilels und Cziffra waren ja mit einer Reihe von Aufnahmen eigentlich durchweg sehr präsent auf dem Plattenmarkt. Bei Cziffra vielleicht etwas einseitig Liszt, bei Gilels aber einiges. Dagegen muss man bei A. Fischer, Gelber, Firkusny, Ranki o.ä. schon ein wenig suchen bzw. schon einigermaßen in der Materie drin sein (oder die entsprechenden Hörer kennen), um überhaupt auf sie aufmerksam zu werden.

Man sieht hier auch die Zufälligkeiten des Plattenmarktes. Schiff, Ranki und Kocsis waren meines Wissens um 1970 gleichzeitig Studenten am Budapester Konservatorium. Von Ranki gibt es fast nur hungaroton-Aufnahmen aus den 1970ern und 80ern (es gab ein paar Teldec-CDs, aber nicht viel), Kocsis hat einige sehr angesehene Sachen bei einem Major Label gemacht (Bartok, Debussy), sich aber in den letzten ca. 15 Jahren anscheinend aufs Dirigieren verlegt, während Schiff schon bei Decca sehr viele CDs gemacht hat und jetzt bei ECM weiter ganz gut im Geschäft zu sein scheint. Wer alle drei gehört hat, wird kaum behaupten, dass Schiff offensichtlich der herausragendste ist (was Kraft und Virtuosität betrifft, scheinen mir die beiden anderen eher stärker, aber ich kein pianophiler Experte).

Felix Meritis

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8

Dienstag, 6. August 2013, 13:11

Ich glaube, außer ein paar sehr Pianophile hier, wird fast jeder riesige Löcher in seiner Abdeckung der Pianisten der Vergangenheit und Gegenwart haben. Ich habe nichts von Schnabel, Kempff, Katchen, Backhaus, Perl, Kissin, Grimaud, Lang Lang, um mal ein paar sehr bekannte zu nennen. An Kissin, Lang Lang oder Grimaud bin ich eigentlich nicht interessiert, aber Schnabel würde mich mal reizen.

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9

Dienstag, 6. August 2013, 14:07

Aimard: Beethoven und Dvorak-Konzerte, Messiaen
Waleri Afanssjew: späte Schubert-Sonaten; sehr eigenartig (noch extremer als Richter), aber hörenswert, wen so etwas interessiert
Piotr Anderszewski: Bach Partiten, Diabellis
Vladimir Ashkenazy: von dem habe ich angesichts der großen Diskographie nur sehr wenig, meine erste CD (Beethovens Konzerte 3+4) aber immer noch
Stefan Askenase: nichts
Paul Badura-Skoda: so gut wie nichts
Tzimon Barto: nichts
Markus Becker: zwei CDs aus der Reger-Reihe; des Repertoires wegen gekauft, gefallen mir aber gut.
Rafal Blechacz: Chopins Preludes eher zufällig in der 2010er DG-Box
Frager: nichts
Firkusny: Janacek, eine Beethoven-CD, Dvorak A-Dur-Klavquartett
Grimaud: nichts?
Nelson Freire: ein bißchen Chopin (Scherzi + Füller)
Richard Goode: nichts; habe eine Beethoven-CD (op.10) wegen Fadheit wieder abgegeben
Adam Harasiewicz: so gut wie nichts, bin mit Chopin eigentlich ganz gut versorgt
Janis: eine Folge aus "Great pianists of the century"
Katz: nichts
Ewa Kupiec: nichts
Lang Lang: nichts
Yundi Li: ein bißchen Chopin in obiger Box
Lonquich: Mozartsonaten mit Zimmermann (sehr gut, inkl. einer CD mit Klavierstücken)
Maisenberg: ein wenig als Begleiter von Kremer
Siegfried Mauser: nichts (evtl. ein Buch...)
Moravec: Chopin Preludes
Güher und Süher Pekinel: nichts
Michael Pletnjow: kann ultramanieriert sein, aber ohne Zweifel einer der überragenden Pianisten unserer Zeit -> Carnegie Hall Konzert (Chopins Scherzi, Beethoven op.111), Grieg-Album, vieles ist hörenswert, aber wie gesagt, sehr eigen.
Hans Richter-Haaser: nichts
Rösel: nichts
Fazil Say: nichts
Olga Scheps: nichts
Markus Schirmer: nichts
Ragna Schirmer: eine Schumann-CD
Herbert Schuch: nichts
Grigori Sokolow: ich glaube alle der Naive/op.111-CDs außer der mit Skrjabin/Prokofieff
Yaara Tal und Andreas Groethuysen: Schubert 4händig
Tharaud: nichts
Jean Yves Thibaudet: ich glaube nichts
Rosalyn Tureck: nichts
A. Ugorski: Bilder einer Ausstellung (noch so ein Manierierter)
Volodos: nichts
Tamas Vasary: ein Chopin-Album, soweit ich erinnere
Yuja Wang: nichts
Zilberstein: nichts

Wenn man nicht nur die aktiven, sondern auch die bekannteren anderen Pianisten der letzten 100 Jahre extensiv hören will, kann man nicht nur nichts anderes mehr hören, sondern kaum mehr was anderes machen. Sofern man also kein Musikjournalist oder Rentier ohne andere Hobbys ist, wird das schwierig...

JLang

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10

Dienstag, 6. August 2013, 14:27

Da bin ich wenigstens nicht der einzige großen Lücken. Es ist in der Tat sehr schwierig, auch nur annähernd einen Querschnitt der qualitätvollen Einspielungen zusammenzutragen,
daher fand ich das von Alfred ausgegebene Ziel, die Kenntnis um zumindest einen Namen zu erweitern sehr realistisch.

Zitat

Johannes Roehl: Schiff, Ranki und Kocsis ... Wer alle drei gehört hat, wird kaum behaupten, dass Schiff offensichtlich der herausragendste ist (was Kraft und Virtuosität betrifft, scheinen mir die beiden anderen eher stärker, aber ich kein pianophiler Experte).

Ich habe Schiff zuletzt in Leipzig im Gewandhaus unter Blomstedt gehört mit Beethoven, Klavierkonzert Nr. 1. Da wirkte er mir ehrlich gestanden fast schon wenig zu kraftlos. Er hat einen konsequent leichten Beethoven vorgelegt, der sicher seine Berechtigung hat, aber mir fehlten an einigen Stellen dynamische Momente.

Mir gefällt Ashekenazy ja bei Rachmaninoff (auch eine Reminiszenz an Jugendtage) :)
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Felix Meritis

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11

Dienstag, 6. August 2013, 14:40

ch habe Schiff zuletzt in Leipzig im Gewandhaus unter Blomstedt gehört mit Beethoven, Klavierkonzert Nr. 1. Da wirkte er mir ehrlich gestanden fast schon wenig zu kraftlos. Er hat einen konsequent leichten Beethoven vorgelegt, der sicher seine Berechtigung hat, aber mir fehlten an einigen Stellen dynamische Momente.

Kraftvolles Spiel ist definitiv nicht das, was mir zu Schiff einfällt. Ich kenne seinen Beethoven leider nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das seine Stärke sein kann. Wunderbar sind seine neuen Bacheinspielungen, die natürlich auch nicht so muskulös sind wie Gould, aber durch Klangschönheit und hervorragende Stimmführung bestechen. Er ist vom Typus ähnlich wie Angela Hewitt, aber besser.

JLang

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12

Dienstag, 6. August 2013, 15:16

Zitat

Kraftvolles Spiel ist definitiv nicht das, was mir zu Schiff einfällt. Ich kenne seinen Beethoven leider nicht, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das seine Stärke sein kann. Wunderbar sind seine neuen Bacheinspielungen, die natürlich auch nicht so muskulös sind wie Gould, aber durch Klangschönheit und hervorragende Stimmführung bestechen. Er ist vom Typus ähnlich wie Angela Hewitt, aber besser.

Daß sich ein von Schiff gespielter Bach wunderbar anhört, glaube ich sofort gern; Beethoven war bei diesem Konzert definitiv nicht seine Stärke, bei aller Klangschönheit, die ihn auszeichnet, das allein macht einen Beethoven in meinen Ohren nicht aus. Aber Bach mit Schiff, das probiere ich gern.
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13

Dienstag, 6. August 2013, 15:52

Ich sehe, daß man sich an meiner Liste orientiert hat. Das sind Pianisten die ICH NICHT besitze - aber sie wird doch bei anderen anders sein. Dann habe ich (mit zunehmender Begeisterung) gesehen, daß man von dem von mir vorgeschlagenen Schema abgewichen ist, und gleich zu diskutieren begonnen hat - was vermutlich für alle Beteiligten interessanter ist.
Und so schliesse ich mich der Linie an:
Schiff ist mit Sicherheit kein "Tastenlöwe" mit unerbittlicher Pranke , sondern eher der Schönheit des Klanges verpflichtet.
Persönlich lehne ich gerade in Geschmacksfragen bei Pianisten - solange sie die Grundstruktur des Werkes wahren - die Begriffe "besser und schlechter" ab.

Zu diesem Thema wurden übrigens zwei Trailer-Threads gestartet, welche ihrerseits auf weitere Spezialthreads verweisen, die noch erweitert werden sollten. Aus offensichtlichem Mangel an Interesse (und Spezialwissen?) ruht dieses Projekt derzeit leider.
Da ich in anderen Dimensionen denke als die Mehrheit der Menschen stört mich das indes nicht besonders. Neuzugänge an Mitgliedern könnten an den Themen ihre Freude haben. Schliesslich war auch der Opernführer benahe 2 Jahre verwaist, bevor er fortgesetz wurde. Auch die "Berühmten Stimmen" und das "Kunstliedforum" ruhten einige Zeit sind aber dank einiger verdienstvoller Mitglieder wieder erstanden wie Phönix aus der Asche. Kammemusik ist wieder Thema bei Tamino und auch Alte Musik erholt sich zögernd. So gehe ich davon aus, daß auch dieses Projekt dereinst jene Aufmerksamkeit geniessen wird, die ihm zusteht.

2012 - Berühmte Pianisten der Vergangenheit und ihr Beethovenbild
2012 - Berühmte Pianisten der Gegenwart und ihr Beethovenbild

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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14

Dienstag, 6. August 2013, 16:16

Auf die Spezialthreads werde ich sicher zurückkommen, muß aber zuvor noch einmal meine Aufnahmen durchhören, um außer Gemeinplätzen inhaltlich etwas beitragen zu können (wobei mein Spezialwissen sich wirklich in engen Bahnen hält und ich mich eher als Laien mit einer gehörigen Portion Neugier bezeichnen würde).
Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich hier so einfach losdiskutieren kann, aber es paßte grade so schön und ich lasse mich auch gern disziplinieren und poste an anderer Stelle :)
Bei der Liste war ich ein wenig bequem und habe die vorhandene an meine Sammlung angepaßt.

Im Grunde paßt es aber auch hierher, wenn ich meine, daß Schiff auf mich etwas kraftlos wirkte,

Zitat

Persönlich lehne ich gerade in Geschmacksfragen bei Pianisten - solange sie die Grundstruktur des Werkes wahren - die Begriffe "besser und schlechter" ab.

Es war ja keine Wertung im Sinne eines besser oder schlechter, sondern ging in die Richtung "eine Interpretation, die mich mehr oder weniger überzeugt".
Beim hohen Niveau all der hier genannten Pianisten würde ich mir nicht anmaßen wollen, Maßstäbe wie "besser" oder "schlechter" anzulegen. Nur ist imO der kraftvollere Ansatz bei Beethoven überzeugender. Das hat aber immer auch mit den individuellen Hörerfahrungen zu tun, eine überzeugende Interpretation hinterlasst nachhaltigen Eindruck und alles, was anders klingt, kann zunächst problematisch sein. Oft erschließen sich mir neue/ andere Ansätze erst bei mehrmaligem Hören.

Und eben das führt mich zurück zur Liste, ich bin auf die weiteren Listen sehr gespannt und dann v. a. auf die Vorschläge zu Einspielungen, die mich sicher neben dem Kennenlernen neuer Pianisten vermeintlich bekannte Stücke neu hören lassen, das ist hier für mich der große Reiz.

Mit viel Freude am thread und besten Grüßen
JLang
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15

Dienstag, 6. August 2013, 17:18

Ich fand die Vorlesungen Schiffs zu den Beethoven-Sonaten, die man mal beim Guardian anhören oder runterladen konnte, außerordentlich interessant. Von den zwei CDs aus seiner Einspielung, die ich gekauft habe, war ich dann eher enttäuscht, obwohl er sehr viele Sachen richtig macht, die fast alle falsch machen, z.B. die Wiederholung (und ein entsprechend etwas zügigeres) Tempo der Grave-Einleitung im Kopfsatz von op.13 und den vielleicht überzeugendsten ersten Satz der Mondscheinsonate (sehr transparent, flüssig und unsentimental), den ich außer Schnabel gehört habe. Aber insgesamt fehlt ihm vielleicht ein bißchen das Temperament für restlos überzeugenden Beethoven (einen ähnlichen Eindruck hatte ich übrigens von Brendels später Sonateneinspielung).
Bei den Mozart-Konzerten, die ich wegen Veghs Orchesterbegleitung sehr hoch schätze, ist mir immer noch nicht ganz klar, ob Instrument und Aufnahmetechnik hier eine Rolle spielen, dass Schiff so zurückhaltend wirkt.

Mit Kocsis und Ranki gibt es Mozart aus den 1980ern (oder 70ern), aber sonst kann man ja gar nicht bei so viel Repertoire vergleichen. Schiffs Bartok-Konzerte sollen auch gut sein. Mir ging es eher darum, dass Schiff wohl einer der z Zt. angesehensten Pianisten mit einer riesigen Diskographie ist, während Ranki ein Geheimtipp ist.

Felix Meritis

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16

Dienstag, 6. August 2013, 22:40

Tempo der Grave-Einleitung im Kopfsatz von op.13 und den vielleicht überzeugendsten ersten Satz der Mondscheinsonate (sehr transparent, flüssig und unsentimental),

Ja, gerade auf diesen Satz wäre ich sehr neugierig, denn Schiff rühmt sich selbst in seinem Einleituungstext zum WTC (!), dass er als einziger das Stück auf modernen Flügel mit Dämpfer spielt.

lutgra

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17

Dienstag, 6. August 2013, 22:47

Also, Pianist/innen herauszufischen, die man NICHT in der Sammlung hat, finde ich ein schwieriges Unterfangen, denn es gibt ja Tausende, die mal was aufgenommen haben. Obwohl ich eigentlich meinen Schwerpunkt nicht bei Klaviermusik habe, habe ich von vielen der vorab gelisteten doch wenigsten ein, zwei Aufnahmen. Passen muss ich bei:

Amir Katz (noch nie gehört)
Lang Lang
Oleg Maisenberg
Alfred Perl
Jean Ive Thibaudet
Lilya Zilberstein (das Klavierkonzert von Grieg hatte ich mal)
Francis Plante (noch nie gehört)
Afanassjew
Marcus Becker
Rafael Blechaz
Siegfried Mauser
Olga Scheps
Herbert Schuch
Rosalyn Tureck
Yuja Wang

Also eher bei den jungen, die noch nicht so viel eingespielt haben. Von den großen Pianisten der Vergangenheit müsste ich eigentlich von jedem etwas im Regal haben, gerade kürzlich kamen meine ersten Rachmaninoff-Einspielungen dazu. Bartok, Prokofieff und Schostakowitsch hatte ich schon.

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18

Dienstag, 6. August 2013, 23:35

Vielleicht zur Klärung: Ich war keineswegs davon enttäuscht, was Schiff in den erwähnten Sätzen macht. Aber die anderen enthaltenen Sonaten und der Gesamteindruck lösten irgendwie nicht ganz die von den Vorträgen mit Beispielen erwartete Begeisterung aus. Das ist aber auch schon wieder 5 Jahre oder länger her, vermutlich sollte ich die mal wieder anhören.

Felix Meritis

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19

Dienstag, 6. August 2013, 23:40

Schiff ist ein extrem kontrollierter Pianist - vielleicht zu kontrolliert für Beethoven. Sein Haydn würde mich mal interessieren.

JLang

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20

Mittwoch, 7. August 2013, 13:20

Zitat

Emil Gilels

Na, das ist aber eine Lücke
Wenn Du mit nicht ganz idealem, aber gut anhörbarem Klang leben kannst, wären die Beethoven-Mitschnitte (alle Konzerte und 10 Sonaten) bei Brilliant ein guter Einstieg. Oder gleich den DG-Beethoven...


Tja, wie das passieren konnte, weiß ich auch nicht recht ... aber ich habe extra zweimal nachgeschaut, nix zu finden
Werde mal nach Brilliant schauen

So, eine Gilels Einspielung ist doch gefunden, mit Tschaikovsky Klavierkonzert Nr. 1 & 2 (EMI Classics), weil ich die aber eigentlich nie höre, steht die CD weit hinten im Regal, daher habe ich sie auch bei zweimaligem Schauen nicht gefunden.
das soll mich aber nicht davon abhalten, meine Gilels Einspielungen zu erweitern

Und vielleicht werde ich mir Schiff mit Beethoven auch doch noch einmal anhören, jetzt bin ich nämlich doch wieder neugierig geworden.
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21

Montag, 4. November 2013, 00:09

Nach einiger Zeit hier im Forum hat sich meine Liste doch ein wenig verändert, indem nämlich einige – schmerzliche – Lücken etwas gefüllt wurden. Mittlerweile ist meine Sammlung bereichert um:

1) György Cziffra - EMI Liszt Box: die habe ich nun ganz gehört und bin insgesamt sehr begeistert.
2) Emil Gilels- da hatte ich ja doch ein Tschaikovsky Klavierkonzert gefunden, habe aber angefangen, seine Beethoven-Sonaten zusammenzutragen, die imO zur Spitze gehören.
3) Amir Katz: von ihm habe ich die Lieder ohne Worte erworben, eine sehr schöne Einspielung. Chopin ist auf dem Weg zu mir.
4) Alfredo Perl: auch von ihm habe die "großen" Beethovensonaten gekauft. Ebenfalls eine hochqualitätvolle Einspielung
Francis Planté (von dem es aber nur wenige Aufnahmen gibt)

Als nächste stehen wohl Aimard (Liszt), Michelangeli (Debussy) und Volodos an.
Mit besten Grüßen
JLang
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

William B.A.

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22

Dienstag, 2. September 2014, 00:02

In meiner Aufstellung vom 6. August 2013 hatte ich einen der Größten gar nicht erwähnt, Solomon Cutner. Inwzischen habe ich alle seine Beethoven-Sonaten-Aufnahmen, und auch die ersten acht schon besprochen. Solomons Aufnahmen der Beethoven-Sonaten gehören heute zu den größten Schätzen in meiner Sammlung. Mehr als 18 werden es leider nicht mehr, und da sitzt irgendwo in Rumänien einer der größten Schubert-Pianisten und auch mit unendlichem Potential für Beethoven, und der will einfach nicht mehr (aufnehmen).
Übrigens von meiner letztjährigen August-Liste habe ich inzwischen Ashkenazy, Badura-Skoda, Goode, Sokolov und Li abgearbeitet, und Barto stand zu Unrecht auf der Liste.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).