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Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 582

Registrierungsdatum: 7. April 2011

1

Donnerstag, 24. November 2011, 20:30

NESSLER, Victor: Der Trompeter von Säckingen

Victor Nessler ( 1841 – 1890 )

Der Trompeter von Säckingen

Romantische Oper in einem Vorspiel und drei Akten
Libretto: Rudolf Bunge nach Victor Scheffel
Originalsprache: Deutsch

Uraufführung: Leipzig 1884

PERSONEN DER HANDLUNG

Freiherr von Schönau, Bass
Maria, seine Tochter, Sopran
Graf von Wildenstein, Bass
Gräfin Wildenstein, seine geschiedene Frau und Schwägerin des Freiherrn, Alt
Damian, Sohn des Grafen aus zweiter Ehe, Tenor
Werner Kirchhofer, Student, Bariton
Konradin, ein Landsknecht, Bass
Haushofmeister, Bariton
Rektor, Bass
Studenten, Landsknechte, Soldaten, Dienerschaft, Bauern, Volk

Ort und Zeit der Handlung: Heidelberg, Säckingen und Umgebung, nach dem dreißigjährigen Krieg

VORSPIEL
Im Hof des kurfürstlichen Schlosses in Heidelberg bei Nacht
Studenten - unter ihnen Werner – singen ein Lied (Alt Heidelberg, du feine). Über den Schluss des Liedes, in dem vom Reiten die Rede ist, spotten die Landsknechte, weil die „Federfuchser“ im Gegensatz zu ihnen keine Pferde besitzen.
Der Haushofmeister gebietet im Namen der Kurfürstin Ruhe. Die Studenten machen sich über ihn lustig, fordern Werner auf, seine Trompete zu blasen und bringen gemeinsam mit den Landsknechten der Kurfürstin ein Ständchen. Der Haushofmeister droht den Rektor herbeizuzitieren, was die Studenten nur spotten lässt.
Konradin, dem das Trompetenspiel gefallen hat, möchte Werner für die Landsknechte werben, was dieser zunächst ablehnt, obwohl er gerne Reitersmann wäre. Man erfährt von ihm, dass er von einem Professor der Heidelberger Universität bei Zigeunern aufgekauft wurde, und dieser ihm das Studium verordnet habe. Die Landsknechte versuchen, ihn mit Gewalt in ihre Reihen zu bringen und es entsteht ein Streit zwischen ihnen und den Studenten.
In diesem Augenblick erscheint der Rektor und verweist die Studenten von der Universität. Nun lassen sich diese freiwillig von den Landsknechten anwerben.

ERSTER AKT
1. Bild: Platz vor der Kirche in Säckingen
Die Bürger feiern das Fridolinsfest. Konradin, der im Dienst der Stadtherren steht, streitet mit den Bürgern. Da taucht Werner auf, der von ihm herzlich begrüßt wird.
Als die Gräfin Wildenstein mit ihrer Nichte Maria zur Kirche gehen will, wollen aufsässige Bauern ihnen den Weg versperren. Konradin und Werner treiben sie aus dem Weg. Maria und Werner finden Gefallen aneinander. Die Gräfin erkundigt sich nach dem ritterlichen jungen Mann. Konradin stellt ihn vor und erzählt auch von dessen Herkunft und jetzigem Stand. Von der Gräfin erfahren wir, dass sie auch einen Sohn hatte, der ihr geraubt wurde und jetzt in diesem Alter sein müsse. Dann treibt sie ihre Nichte zum Kirchgang an, während Werner - für Maria schwärmend - zurückbleibt.

2. Bild: Zimmer im Schloss des Freiherrn von Schönau
Der Freiherr von Schönau beklagt seine Gicht. Er erwartet den Grafen von Wildenstein, der seinen Sohn Damian mit Maria verheiraten möchte, um den alten Streit mit seiner Exfrau zu schlichten. Die Gräfin und Maria kommen aus der Kirche zurück und erzählen von ihrem Abenteuer mit den rebellischen Bauern. Dem Freiherrn ist kürzlich der Schlosstrompeter, der bei Überfällen Signale geben könnte, gestorben. Auf Vorschlag Marias, die in einem Lied ihre Zuneigung zu Werner zu durchblicken lässt, befiehlt der Freiherr, diesen trotz der Warnungen der Gräfin zu rufen. Da auch er Gefallen an ihm findet, stellt er ihn nicht nur als Trompeter ein, sondern möchte auch, dass Werner seiner Tochter Musikunterricht erteilt, worüber diese sich natürlich sehr freut.

ZWEITER AKT
Platz im Garten des freiherrlichen Schlosses
Werner komponiert ein Lied für Maria. Konradin kommt hinzu und Werner berichtet ihm, dass er nie mit Maria allein sein kann, weil sie ständig von der Gräfin überwacht würden.
Als die Gräfin mit Maria erscheint, versucht es Konradin, die Argwöhnische fortzulocken, was ihm schließlich gelingt, indem er vorgibt, der Freiherr habe sie gebeten, die Weinmenge, die er aus dem Keller holen dürfe, zu überwachen. Als Maria und Werner allein sind, gestehen sie sich ihre Liebe. Obwohl man die Gräfin noch aus der Ferne vernimmt, sie höre die beiden nicht musizieren und käme gleich wieder, umarmen und küssen sich die beiden. In diesem Augenblick taucht die Gräfin wieder auf, ist entsetzt und benachrichtigt den Freiherrn, der gerade mit den Bauern streitet.
Als dieser erfährt, was geschehen ist, erklärt er, dass er bereits einen Schwiegersohn aus seinem Stande ausgewählt habe.
Herolde verkünden die Ankunft des Grafen mit seinem Sohn. Es folgen Chorgesang und eine Pantomime.
Über die eintretenden Gäste ist die Gräfin verärgert. Maria weigert sich, den trotteligen Damian, dem sein Vater erst Mut zusprechen muss, zum Mann zu nehmen. Doch der Freiherr hört nicht auf das Flehen seiner Tochter und verweist Werner des Hofes, der traurig Abschied nimmt („Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen…“).

DRITTER AKT
Im Schlosshof des Freiherrn von Schönau
Maria beklagt den Verlust ihres Trompeters.
Von außen belagern Bauern das Schloss. Der Graf von Wildenstein ermuntert seinen ängstlichen Sohn, einen Ausfall zu wagen, der erwartungsgemäß misslingt. Da erscheinen Werner und Konradin mit einer Schar von Landsknechten und schlagen die Bauern in die Flucht. Werner wird verwundet. Beim Verbinden entdeckt Konradin an seinem Arm ein Mal, das dem der Gräfin von Wildenstein gleicht. Dies weist ihn als ihren und damit den ersten Sohn des Grafen, den Erben von Wildenstein, aus.
Auch der Freiherr will nun von dem feigen Damian nichts mehr wissen und gibt Werner seine Tochter zum Lohn. Die jungen Leute jubeln und die Bürger feiern ihren Retter.
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

9079wolfgang

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2

Donnerstag, 24. November 2011, 21:17

Hallo, Gerhard!

Diese Aufnahme habe ich in Vinyl:



und diese Aufnahme wird auch angeboten, kenne ich aber noch nicht:





Gruß Wolfgang
W.S.

Harald Kral

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3

Donnerstag, 24. November 2011, 21:52

In einem anderen Thread sprachen wir über die bekannten Opern-Querschnitte der Electrola.

Auf einem sind auch Ausschnitte aus dieser Oper enthalten (mit u.a. Hermann Prey):



LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Gerhard Wischniewski

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4

Donnerstag, 24. November 2011, 21:52

Lieber Wolfgang.

ich besitze die zweite von dir abgebildete. Die Interpreten sind aber - zumindest in den Hauptrollen - dieselben.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Harald Kral

Erleuchteter

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5

Sonntag, 4. Mai 2014, 21:16

Uraufführung vor 130 Jahren

Der Trompeter von Säckingen,
Oper in 4 Akten
von Viktor Nessler,
Text von Rudolf Bunge nach Josef Viktor von Scheffels gleichnamiger Verserzählung (1854).
Uraufführung: 4.5.1884 Leipzig
mit Jahns • Georg Marion • Otto Schelper • Karl Grengg,
Dirig. Arthur Nikisch.

Die Handlung spielt in Heidelberg und Säckingen nach dem 30-jährigen Krieg. Heimlich liebt der Trompeter Werner (Bariton) Maria (Sopran), die Tochter des Freiherrn von Schönau (Bass), der er Trompetenunterricht erteilt. Maria soll aber Damian (Tenor) heiraten, den Sohn des Grafen von Wildenstein (Bass). Während eines Angriffs auf das Schloss erweist sich Damian als Feigling und Werner als großer Held. Nachdem sogar noch Werners adlige Herkunft enthüllt wird, steht seiner Heirat mit Maria nichts mehr im Weg. – Das Lied Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen trug zur einstigen Popularität des Werks bei.
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Misha

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6

Sonntag, 4. Mai 2014, 23:15

Ich habe die von Harald erwähnte Aufnahme kürzlich erworben. Klangqualität ist gut. Das Stück ist eher arm an originellen musikalischen Einfällen und ich fand es schnell langweilig. Eine ziemliche Schmonzette.
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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7

Montag, 5. Mai 2014, 16:01

Lieber Misha,

das ist das Problem mancher Spielloper, dass sie in der Handlung und musikalisch die schöne, heile,vergangene Welt widerspiegelt.. Alles vordergründig, musikalisch eindimensonal, textlich naiv - aber oft begesiternd durch den Melodienreichtum. Im Fall des "Trompeter von Säckingen" lohnt sich der Kauf allein wegen Hermann Prey. Hier kann er die ganze Gefühligkeit seiner Stimme und die Emotionalität seines Vortrags voll einbringen und auskosten. Wer nicht puritanisch das Urteil "Schmalz" fällt, und bereit ist, sich vom Hexenmeister einfangen zu lassen kann in musischer Seligkeit baden.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

wega

Profi

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Registrierungsdatum: 26. Mai 2009

8

Dienstag, 6. Mai 2014, 09:09

Hermann Prey

Hallo,
vielleicht ist das gerade das Besondere der Aufnahmen. Der junge und der gereifte Hermann Prey in der gleichen Rolle. Zwischen beiden Aufnahmen liegen mehr als 3 Jahrzehnte. Prey singt beide Male ganz anders, aber in jedem Falle hörenswert. Ich besitze beide Aufnahmen und finde, dass der Vergleich sehr spannend ist.
Schöne Grüße
wega

Misha

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Registrierungsdatum: 16. März 2005

9

Dienstag, 6. Mai 2014, 12:45

Lieber Operus,

ich habe gar nichts gegen die "Spieloper". Lortzing schätze ich zB sehr. Abgesehen von der vom sujet politischen "Regina" sind ja auch die anderen Opern häufig mit einer augenzwinkernden Kritik bestimmter "Typen" (Lortzing ist ein Meister der Charakterisierung) und Verhältnisse verbunden. Diese "2. Ebene" geht nun dem "Trompeter" völlig ab. Das allein wäre nicht tragisch, aber ich finde die Musik größtenteils recht unoriginell (was aber auch an meiner Einspielung liegen mag). Bzgl. Prey stimme ich Dir zu; er war (neben der Lücke in meiner Sammlung ;) ) Hauptgrund für den Kauf des Werkes (das übrigens in keinem meiner Opernführer Erwähnung findet).
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

musikwanderer

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Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

10

Dienstag, 6. Mai 2014, 15:38

(...) das übrigens in keinem meiner Opernführer Erwähnung findet).
In der Tat muss man schon sehr weit zurückgehen, wenn man in einem Print-Opernführer eine inhaltliche Beschreibung des "Trompeters" finden will. Ich besitze nur wenige Opernführer, aber selbst der älteste (Reclam 1952, Nachdruck aus Vorkriegszeiten mit aktuellen Ergänzungen) schweigt sich über den "Trompeter" aus. Insofern ist es doch toll, dass Gerhard ihn für den Tamino-Opernführer beschrieben hat.

:hello:
.

MUSIKWANDERER