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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

61

Donnerstag, 28. Juni 2012, 14:42

Im Dezember sieht es in der Wiener Staatsoper wirklich nicht schlecht aus:

1x Meistersinger (Schenk)
1x L'elisir d'amore (Schenk)
4x La Bohème (Zeffirelli)
3x Il barbiere di Siviglia (Rennert/Bletschacher)
1x Fledermaus (Schenk)

versus
4x La sonnambula (Marelli)
4x Otello (Mielitz)
4x Ariadne auf Naxos (Bechtolf)
1x Zauberflöte (Marelli)

Besonders ergiebig wäre für Wien-Besucher 2.-5. Dezember, das wären die ersten 4 angesprochenen Inszenierungen.
Spielplan Dezember

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

Beiträge: 6 808

Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

62

Dienstag, 17. Juli 2012, 12:14

Die Aufführungen im Römersteinbruch in St. Margareten
sind vor allem dem optischen Spektakel geschuldet.
Es wird durchwegs mit Nachwuchssängern besetzt um die Kosten im Griff zu behalten.
Aber auch hier ist die Qualität respektabel.
Nach Verona die grösste Freilichtopernveranstaltung der Welt.
...
2012 wird Carmen gegeben, das Bühnebild wird - soweit ich erfahren konnte, ein anderes sein als 2005.
...

dazu in den Medien zu lesen:

Zitat

Regisseur Robert Herzl hat daher versucht, das Märchen aus dem Jahr 1820 in die Realität des Jahres 1936 zu verpflanzen.

Offenbar will St. Margarethen nun auch kein Museum mehr sein.
:pfeif:

Die modernisierte Carmen scheint vergleichsweise nicht ganz so gut angekommen sein:
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/…rgarethen.story

Zitat

Herzl, der das Stück näher zu uns holte, ins Jahr 1937, lässt natürlich viele Statisten auf die Bühne, Kinder singen. Ein ausgemusterter Bundesheer-Lkw karrt die Soldaten nach Sevilla, Carmen flüchtet im Zweisitz-Motorrad. Das war neu, das kam gut an.

aber

Zitat

Er [Don José] erntete Jubel, die Inszenierung von Robert Herzl hingegen ebenso ungewöhnlich verhaltenen Applaus.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 196

Registrierungsdatum: 9. August 2004

63

Dienstag, 17. Juli 2012, 12:36

Es war vermutlich ein vergeblicher Versuch einen vor einigen Jahren gehabten, spektakulären Erfolg zu wiederholen.
Man konnte einfach nichtn das gleiche Bühnenbild, bzw die gleiche Inszenierung bringen, wollte "Neues" zeigen .
Aber Erfolge lassen sich nicht wiederholen, die erst einige Jahre alte, "alte" Carmen inszenierung war derart perfekt, daß das Publikum alles daran messen wird. Mit eine anderen Oper wäre man besser bedient gewesen.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT

Figarooo

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  • »Figarooo« ist männlich

Beiträge: 1 135

Registrierungsdatum: 19. März 2010

64

Dienstag, 17. Juli 2012, 12:53

Wer den fliegenden Holländer noch klassisch sehen will, muss wohl heutzutage nach Peking fliegen...


Liebe Grüße,
Figarooo

Figarooo

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  • »Figarooo« ist männlich

Beiträge: 1 135

Registrierungsdatum: 19. März 2010

65

Donnerstag, 13. September 2012, 22:26

Hier ein schönes Bild von Franco Zeffirelli's verschiedenen Aida-Inszenierungen

Liebe Grüße,
Figarooo

Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich
  • »Joseph II.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 11 887

Registrierungsdatum: 29. März 2005

66

Mittwoch, 26. September 2012, 15:35

Prager Staatsoper

Ein Geheimtipp für Freunde konservativer Inszenierungen scheint immer noch die Prager Staatsoper zu sein. Ich war selber angenehm überrascht, welchen Pomp man dort noch heute erleben kann. Doch Bilder sprechen mehr als Worte:

Aida


...

Rigoletto


...

Turandot


...


Nabucco


...

Tosca


...

Die Zauberflöte


...

Carmen


...

La Bohème


...

Othello


...

Rusalka


...

Madama Butterfly


...

Die Fledermaus


...

Il trovatore



Wo an anderen Opernhäusern heute zu gelten scheint "90 % Regietheater, 10 % traditionelles Theater", scheint es in der Prager Staatsoper genau umgekehrt. :jubel: :jubel: :jubel:

P.S.: Die Preise sind für österreichische und deutsche Verhältnisse sehr moderat!
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 579

Registrierungsdatum: 7. April 2011

67

Mittwoch, 26. September 2012, 19:59

Lieber Joseph II,

vielen Dank für die schönen Bilder, die das Herz in unserer für die Oper finsteren Zeit erfrischen. Hier erkennt man wenigstens sofort, um welches Werk es sich handelt, ohne dass man sich nach einer ganzen Inszenierung fragen muss, was man da überhaupt für einen Schwachsinn gesehen hat. Und zu solchen Inszenierungen sollten unsere Opernhäuser nicht mehr in der Lage sein???

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 201

Registrierungsdatum: 15. April 2010

68

Mittwoch, 26. September 2012, 20:08

Lieber Joseph Ii.!

Ich möchte mich ebenfalls für die wunderbaren Bühnenbilder bedanken und mich den Wünschen von Gerhard anschließen. Von solchen Aufführungen kann man in Deutschland nur noch träumen. Gäbe es solche Opernaufführungen bei uns noch wäre ich bereit, auch einen überhöhten Eintrittspreis zu entrichten. Das wäre mir das Vergnügen allemal wert.



Gruß Wolfgang
W.S.

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 780

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

69

Mittwoch, 26. September 2012, 21:23

Lieber Joseph II.

Vielen, vielen Dank für die schönen Bilder und die Mühe, die Du Dir gemacht hast. Da geht doch dem echten Opernliebhaber das Herz auf. Du hast nicht nur mir, sondern ganz sicher vielen unserer Forum- Mitglieder damit eine riesige Freude gemacht. Nun müßte eigentlich jeder wissen und begreifen, was wir "ewig Gestrige" unter einer Inszenierung verstehen. So wird Oper tatsächlich zum Genuß und nicht zum Ärgernis.
Hier erkennt man wenigstens sofort, um welches Werk es sich handelt,
Genau so ist es. Da muß nichts dabei stehen. Man weiß sofort was es ist!
Weil Joseph II. hier Prag erwähnt. Mir hat ein lieber Freund vor einiger Zeit eine DVD mit der Rusalka geschickt. Eine herrliche, wunderbare Aufnahme aus der Nationaloper Prag. Nicht im Mindesten mit dem Stuttgarter (???) Mist zu vergleichen.

Nochmal danke und herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Strano Sognator

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  • »Strano Sognator« ist weiblich

Beiträge: 1 135

Registrierungsdatum: 12. Dezember 2011

70

Mittwoch, 26. September 2012, 22:17

@ Joseph II: Auch von meiner Seite aus vielen Dank für die wirklich schönen Bilder. Eine Frage zu den Finanzen. Weißt du vielleicht, wie sich die Oper dort finanziert? Staatsliche Zuschüsse erhalten die ja als Staatsoper garantiert auch, aber Auslastung scheint da, den Bilder nach zu schließen, doch noch ein Thema zu sein. :whistling:
"Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

Knusperhexe

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  • »Knusperhexe« ist männlich
  • »Knusperhexe« wurde gesperrt

Beiträge: 3 142

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71

Donnerstag, 27. September 2012, 15:02

Herzlichen Dank!
Regietheater? Nein, danke!

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 579

Registrierungsdatum: 7. April 2011

72

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 18:22

Liebe Opernfreunde im Forum,

heute las ich im Neuen Merker (07/12) eine Kritik zu der Aufführung des "Parsifal" in Wels. Ein paar Sätze daraus möchte ich euch nicht vorenthalten, weil sie genau das treffen, was ein Großteil der Opernfreunde (ich behaupte immer noch: die Mehrheit!) denkt:

"Wie schön: Ein Baum ist ein Baum und ein Dom ist ein Dom und keine urinöse Latrine."
"Eine Inszenierung, die alles erzählt und der Musik ihren Platz "eins" lässt."
"Frau Doppler lässt die Oper so sein wie es der Großteil des Publikums liebt, keine Hinterfragungen und Selbstverwirklichung der Regisseure. Das können sich nur fett subventionierte Häuser oder Schwachsinnige leisten, die lieber vor null Publikum spielen. Liebe Frau Doppler, weiter so!"

Damit ist doch in wenigen Sätzen alles gesagt und bedarf keines weiteren Kommentars.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

rodolfo39

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73

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 18:41

An der Rheinoper hat Herr Loy Cavalleria Rusticana und den Bajazoo sehr konservativ inszeniert und dafür sehr viel wert auf die Personenregie gelegt, diese ist für mich eine der besseren Loy Inszenierungen. Hier werden einem die Gefühle der Personen vermittelt und man kann verstehen warum sie so handeln und mit ihnen mitfühlen und mitleiden. Werde am Samstag in Düsseldort diese Oper sehen und freue mich schon sehr darauf.

T con brio

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  • »T con brio« ist männlich

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74

Sonntag, 6. Januar 2013, 10:56

Ich würde gerne mal wieder eine konservative Operninszenierung im besten Sinne besuchen, wenn ich nur wüsste wo. Bis es soweit ist, werde ich mich einstweilen mit einer konzertanten Aufführung des Parsifal im Janaur 2013 in Essen begnügen.

Liebe Grüße

Willi

Lieber Willi, gerade gestern hatte ich dazu gestern zufällig die Vorankündigung gelesen und habe eine womöglich ziemlich dumme Frage:

was habe ich mir unter einer 'konzertanten Opernaufführung' vorzustellen? Nur Musik und Gesang, ohne Bühnenbild?
Prima con brio || Plattenschrank

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

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75

Sonntag, 6. Januar 2013, 12:01

Zitat

Zitat von T con brio: was habe ich mir unter einer 'konzertanten Opernaufführung' vorzustellen? Nur Musik und Gesang, ohne Bühnenbild?
So ungefähr, lieber Tobias. Orchester und Sänger stehen auf einer Bühne oder in einem Konzertsaal und tragen eine gesamte Oper vor. Dabei zeigen die Sänger meist auch vor dem Orchester ein wenig Aktion, passende Mimik und Gestik. Es ist also eine Art Zwischending zwischen Hören und Sehen einer Oper. Aber auch manche einfallslose Inszenierung heutiger Regisseure kann man mit einer konzertanten Aufführung vergleichen (Beispiel "Die Frau ohne Schatten" von den Salzburger Festspielen). Und viele "modische" Inszenierungen arbeiten ebenfalls ohne Bühnenbild oder für alle Akte mit einen Einheitsbühnenbild. Da könnte man, wenn man wegen der Sänger in eine Oper geht und keinen großen Wert auf das Geschehen auf der Bühne legt. besser eine konzertante Aufführung sehen.
Manchmal wird bei konzertanten Aufführungen auch im Hintergrund (durch Projektion) ein passendes Bühnenbild gezeigt.
Eine konzertante Aufführung ist daher immer noch einer verunstalteten Inszenierung vorzuziehen, weil dabei dein Auge nicht beleidigt wird.

Liebe Grüße
Gerhard
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(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Strano Sognator

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76

Sonntag, 6. Januar 2013, 13:50

Eine konzertante Aufführung ist daher immer noch einer verunstalteten Inszenierung vorzuziehen, weil dabei dein Auge nicht beleidigt wird.

Allerdings! Ich freue mich schon auf den Rienzi in der Hamburger Laisz-Halle, den ich am 13.1. erleben werde.
"Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

MSchenk

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  • »MSchenk« ist männlich

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77

Sonntag, 6. Januar 2013, 14:00

Eine konzertante Aufführung ist daher immer noch einer verunstalteten Inszenierung vorzuziehen, weil dabei dein Auge nicht beleidigt wird.

Allerdings! Ich freue mich schon auf den Rienzi in der Hamburger Laisz-Halle, den ich am 13.1. erleben werde.

Ein Bericht würde mich interessieren; habe selber Karten für den 18.01. Die Premiere am 13.01. wird m.W. live im Radio auf NDR-Kultur übertragen. - Übrigens singt wohl statt des ursprünglich avisierten Christian Franz der österreicher(?) Andreas Schager die Titelpartie.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Strano Sognator

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78

Sonntag, 6. Januar 2013, 14:17

Ein Bericht würde mich interessieren; habe selber Karten für den 18.01. Die Premiere am 13.01. wird m.W. live im Radio auf NDR-Kultur übertragen. - Übrigens singt wohl statt des ursprünglich avisierten Christian Franz der österreicher(?) Andreas Schager die Titelpartie.

Ja, ich habe auch von Andreas Schlager gelesen. Einen Bericht werde ich sicherlich schreiben.
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La Roche

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79

Sonntag, 6. Januar 2013, 14:37

Aber auch manche einfallslose Inszenierung heutiger Regisseure kann man mit einer konzertanten Aufführung vergleichen (Beispiel "Die Frau ohne Schatten" von den Salzburger Festspielen)

Lieber Gerhard,

das sehe ich anders. Wäre es eine konzertante Aufführung gewesen, so hätte ich sie garantiert nicht vom Recorder gelöscht. Es war musikalisch nämlich ganz gut (wenn auch nicht überragend). Aber was der Regisseur daraus gemacht hat, das war für mich schlimmes Theater. Deshalb - Rums, weg von der Platte!!

La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Gerhard Wischniewski

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80

Sonntag, 6. Januar 2013, 22:28

Zitat

Zitat von La Roche: das sehe ich anders.
Lieber La Roche,

da habe ich mich sicher etwas unglücklich ausgedrückt. Gemeint war, dass diese Salzburger Inszenierung nicht als Inszenierung im Sinne einer Operninszenierung anzusehen war, sondern nicht mehr war als eine konzertante Aufführung, weil die Regie (besser die Nichtregie) - und das habe ich ja gesagt - völlig einfallslos war. Wäre es eine echte konzertante Aufführung (ohne Versuch einer Regie) gewesen, wäre sie ja ganz akzeptabel gewesen, denn die Musik und die Stimmen, die ich nach anfänglich vorübergehendem Hinschauen dann nur noch über die Stereoanlage (ohne Bild, in das ich zwischendurch dann noch kurz hineingeschaut habe) gehört habe, fand ich recht gut. Was die bildliche Darstellung betraf, aber war diese Inszenierung nichts Halbes und nichts Ganzes. Und wenn in einer historischen Oper auf einer leeren Bühne eine/r in modernen Klamotten herumspringt und singt, ist das für mich auch nicht mehr als eine konzertante Aufführung, bei der das Orchester aber noch im Graben sitzt, aber von Bühnenbild und Regie keine Spur ist. Da sehe ich aber lieber echte konzertante Aufführungen, denn hier weiß ich, was mich erwartet.

Liebe Grüße
Gerhard
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T con brio

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81

Sonntag, 6. Januar 2013, 22:58

Zitat

Zitat von T con brio: was habe ich mir unter einer 'konzertanten Opernaufführung' vorzustellen? Nur Musik und Gesang, ohne Bühnenbild?
So ungefähr, lieber Tobias. Orchester und Sänger stehen auf einer Bühne oder in einem Konzertsaal und tragen eine gesamte Oper vor. Dabei zeigen die Sänger meist auch vor dem Orchester ein wenig Aktion, passende Mimik und Gestik. Es ist also eine Art Zwischending zwischen Hören und Sehen einer Oper. Aber auch manche einfallslose Inszenierung heutiger Regisseure kann man mit einer konzertanten Aufführung vergleichen (Beispiel "Die Frau ohne Schatten" von den Salzburger Festspielen). Und viele "modische" Inszenierungen arbeiten ebenfalls ohne Bühnenbild oder für alle Akte mit einen Einheitsbühnenbild. Da könnte man, wenn man wegen der Sänger in eine Oper geht und keinen großen Wert auf das Geschehen auf der Bühne legt. besser eine konzertante Aufführung sehen.
Manchmal wird bei konzertanten Aufführungen auch im Hintergrund (durch Projektion) ein passendes Bühnenbild gezeigt.
Eine konzertante Aufführung ist daher immer noch einer verunstalteten Inszenierung vorzuziehen, weil dabei dein Auge nicht beleidigt wird.

Liebe Grüße
Gerhard

Vielen Dank für Deine Ausführungen, Gerhard - wieder was gelernt! :)

Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja wirklich nach Essen, um mir das zweitkleinste Übel anzutun... ;)
Prima con brio || Plattenschrank

La Roche

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82

Montag, 7. Januar 2013, 15:23

Da sehe ich aber lieber echte konzertante Aufführungen, denn hier weiß ich, was mich erwartet.

Der Kandidat erhält 100 von 100 möglichen Punkten. Ganz meine Meinung!

La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Milletre

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Registrierungsdatum: 18. März 2008

83

Montag, 7. Januar 2013, 20:50

Zitat

Zitat von T con brio: was habe ich mir unter einer 'konzertanten Opernaufführung' vorzustellen? Nur Musik und Gesang, ohne Bühnenbild?
So ungefähr, lieber Tobias. Orchester und Sänger stehen auf einer Bühne oder in einem Konzertsaal und tragen eine gesamte Oper vor. Dabei zeigen die Sänger meist auch vor dem Orchester ein wenig Aktion, passende Mimik und Gestik. Es ist also eine Art Zwischending zwischen Hören und Sehen einer Oper. Aber auch manche einfallslose Inszenierung heutiger Regisseure kann man mit einer konzertanten Aufführung vergleichen (Beispiel "Die Frau ohne Schatten" von den Salzburger Festspielen). Und viele "modische" Inszenierungen arbeiten ebenfalls ohne Bühnenbild oder für alle Akte mit einen Einheitsbühnenbild. Da könnte man, wenn man wegen der Sänger in eine Oper geht und keinen großen Wert auf das Geschehen auf der Bühne legt. besser eine konzertante Aufführung sehen.
Manchmal wird bei konzertanten Aufführungen auch im Hintergrund (durch Projektion) ein passendes Bühnenbild gezeigt.
Eine konzertante Aufführung ist daher immer noch einer verunstalteten Inszenierung vorzuziehen, weil dabei dein Auge nicht beleidigt wird.

Liebe Grüße
Gerhard

Anzumerken wäre allenfalls noch, daß in einer konzertanten Aufführung die Sänger nicht im Bühnenkonstüm, sondern in aller Regel in festlicher Abendkleidung vor dem Orchester (vom Publikum aus gesehen) stehen (bzw. sitzen, wenn sie gerade nicht in der Szene vorkommen).
Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

rodolfo39

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84

Montag, 7. Januar 2013, 20:57

Es gibt ja auch noch die sogenannten halbszenischen Aufführungen, wo die Sänger in Kostümen auf die Bühne kommen und auch agieren wie bei einer normalen Inszenierung , nur (glücklicherweise) ohne Bühnenbild.

farinelli

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85

Montag, 10. Juni 2013, 17:40

Wo gibt es heute noch konservative Operninszenierungen zu sehen?



:hello:
Zerging in Dunst das heilge römsche Reich

- uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

86

Montag, 10. Juni 2013, 19:25

Danke, Farinelli, einfach schön. Ein Hort traditioneller Aufführungen ist seit langem die Wiener Volksoper, manches wird dort sogar noch in Deutsch gesungen. Zur Zeit ist dieses Haus besonders aktuell durch ein hervorragendes, junges Solistenensemble, aus dem Kristina Kaiser, Sopran, Vincent Schirrmacher, Tenor und Sebastian Holecek, Bariton besonders herausragen. Auch an der Budapester Oper erlebt man in der Regel Inzenierungen, die von Regieuntaten frei sind. Bereits das ganze Ambiente dieses Hauses ist ein Wirklichkeit gewordener Traum. :jubel:

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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87

Montag, 29. Juli 2013, 15:58

Die Lucio-Silla-Premiere in Salzburg sieht jedenfalls so aus, als müssten hier eigentlich alle in Jubel ausbrechen!

http://www.salzburg.com/nachrichten/spez…lten-rom-68468/

http://www.salzburgerfestspiele.at/biografie/artistid/13424

Marshall Pynkoski, ein Name, den man sich merken sollte offenbar. Interessanterweise wie Bernd R. Bienert in Altenburg ein Tänzer, der die Opern des 18. Jahrhunderts in barocker Darstellung und Gestik wiederbeleben will. Wenn man bereit ist, durch die Welt zu reisen, kann man wohl heute schon gar nicht so wenig "historisch informiert" sehen. Bei mir steht dann mein erster Drottningholm-Besuch an, mit La Clemeza di Tito.
:hello:

  • »kurzstueckmeister« ist männlich

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2006

88

Montag, 29. Juli 2013, 16:25

Der Standard muss natürlich herablassend urteilen:

Zitat

Ein interessanter Fall ist auch die Inszenierung von Marshall Pynkoski: Sie will die Regietradition der Mozart-Zeit nachstellen, fällt quasi bewusst aus der Zeit. Reichlich parfümiert wirken die Choreografien denn auch. Und gerne begeben sich die Figuren in stilisierte Posen oder schweben galant über die Bühne, um sich am Ende der Da-capo-Arien an der Rampe in konzertanter Pose zu präsentieren. Das Ganze hat in Summe also etwas von der gestischen Grazie des Stummfilms. Es hat jedoch seine Reize als präzises, bewusst historisches Experiment.
Na immerhin "es hat seine Reize", obwohl es nicht Regietheater ist. Na so was.
:D

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

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Registrierungsdatum: 7. April 2011

89

Montag, 29. Juli 2013, 17:42

Lieber Kurzstückmeister,

vielen Dank für den Hinweis. Auch ich habe heute morgen eine (ebenfalls etwas herablassende) Kritik gelesen, die mir aber eindeutig zu erkennen gibt, dass es sich hier um eine werksgerechte Aufführung handelt. Der Kritik vermag ich einzig zu glauben, dass Rolando Villazon nicht mehr mit seiner Stimme so recht auf der Höhe ist. Ansonsten: Vielleicht ist ein österreichischer Sender (ORF 2 oder eventuell sogar ServusTV, die ich empfangen kann) bereit, eine Aufzeichnung zu übertragen. Ich werde das im Auge behalten. Bei deutschen Sendern ist das aber wohl kaum zu erwarten, denn die sind in den letzten Jahren meist nur auf diese Verunstaltungen programmiert. Wenn jemand etwas erfährt, bitte sofort melden. Lucio Silla ist eine der wenigen Opern von Mozart, von der ich noch keine Inszenierung gesehen habe.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
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Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist der Autor dieses Themas

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

90

Donnerstag, 8. August 2013, 14:30

Der Ring des Nibelungen, Seattle Opera, USA

Wer auf einen naturalistischen "Ring" steht, sollte einen Flug nach Seattle in Erwägung ziehen:



"Das Rheingold"



"Die Walküre"



"Siegfried"



"Götterdämmerung"

Altes Europa, schäm dich! Selbst die oft als Kulturbanausen verschrieenen Amis schaffen es, sowas auf die Beine zu stellen.

Eine DVD-Veröffentlichung wäre mehr als wünschenswert.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid