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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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Milletre

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  • »Milletre« ist männlich

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61

Samstag, 9. Juni 2012, 00:58

Lieber Milletre,

Du willst mir vorwerfen, ich würde keine Diskussion führen?

Du hast mir den Besuch einer Meistersinger-Inszenierung (Komponist: Richard Wagner) von Otto Schenk in Wien empfohlen.

Ich habe entgegnet, dass mich weder Otto Schenk (wegen seines New Yorker Ringes, den ich todlangweilig finde) noch Wien (wegen eines langweiligen Rheingold unter von Dohnanyi) in Sachen Wagner reizen können.

Ich hoffe, ich habe das jetzt so erklärt, dass es Deiner Auffassungsfähigkeit angemessen ist und bitte Dich um eine verbindlichere Wortwahl. Zeig doch mal durch Dein Verhalten im Forum, dass Dein "werktreues Theater" Dich zu einem besseren Menschen gemacht hat ...

:hello:

Lieber Wolfram,

wo bleibt da die Logik? Wenn der N.Y.-"Ring" von Dir schlecht empfunden wird, kannst Du ihn doch nicht 1:1 auf die Wiener "Meistersinger" umlegen - oder muß einfach alles schlecht sein, was der Otto Schenk macht?

Und das Wiener "Rheingold" ist ja wieder eine gaaaanz andere Baustelle.

a propos missionarisch: Wer ist es denn, der permanent mit Vergleichen operiert, die fatal an den Bibel-Sprech erinnern, ohne mit dem Thema etwas zu tun zu haben? (Weine, Küche, Autos ... ad infinitum.)

Wenn meine Auffassungsfähigkeit von Dir ins Lächerliche gezogen wird, spricht das doch für sich. Und auch Dein Imperativ-Schlußsatz zeigt wieder einmal, wer wie so oft einen sachlichen Disput ins Persönlich-Peinliche abgleiten läßt.
Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

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Registrierungsdatum: 7. April 2011

62

Samstag, 9. Juni 2012, 09:52

Lieber Milletre,

ich mag den Otto-Schenk-Ring aus New York, auch wenn er vielleicht einige wenige Schwächen hat. Es ist ja auch ein Mammutwerk. Aber es gibt zur Zeit weder auf den Bühnen noch auf DVD etwas Besseres auf dem Markt. Und so, wie ich die Kritiken verfolgt habe, sprechen auch 80 bis 90% positiv über den genannten, als einzigem, überhaupt noch anschaubaren Ring. Leider wurde der Hall-Solti-Ring nicht verfilmt. Also haben wir z. Z. auch keinen Vergleich, ob es etwas Besseres gibt.
Nun werde ich gleich Widerspruch ernten, aber das ist mir wurscht. Die weitaus größere Anzahl der Mitglieder ist gegen das sogenannte Regietheater, wobei die Beiträge jedes dieser Mitglieder von ein oder zwei Einzelpersonen immer sofort mit oft peinlichen und lächerlichen Argumenten Widerspruch und Belehrungen erhalten. Alles, was wir lieben, wird sofort mit der verbalen Keule abgeschmettert (glücklicherweise nicht - wie bei früheren Missionen - mit Feuer und Schwert). Es ist also keine Frage, wer hier Missionar spielen möchte.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

9079wolfgang

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63

Samstag, 9. Juni 2012, 10:31

Zitat

Die weitaus größere Anzahl der Mitglieder ist gegen das sogenannte Regietheater, wobei die Beiträge jedes dieser Mitglieder von ein oder zwei Einzelpersonen immer sofort mit oft peinlichen und lächerlichen Argumenten Widerspruch und Belehrungen erhalten. Alles, was wir lieben, wird sofort mit der verbalen Keule abgeschmettert (glücklicherweise nicht - wie bei früheren Missionen - mit Feuer und Schwert). Es ist also keine Frage, wer hier Missionar spielen möchte.

Mein lieber Gerhard!

Du sprichst hier genau das aus, was viele Opernfreunde hier im Forum denken.


Herzlichst

Wolfgang
W.S.

Wolfram

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64

Samstag, 9. Juni 2012, 10:38

wobei die Beiträge jedes dieser Mitglieder von ein oder zwei Einzelpersonen immer sofort mit oft peinlichen und lächerlichen Argumenten Widerspruch und Belehrungen erhalten.

Lieber Gerhard,

ich verstehe ja, dass Du in einem argen argumentativen Notstand bist. Nicht ein einziges Argument konntest Du auf der Sachebene widerlegen.

Aber warum gibst Du Dir nun diese Blöße, dass Du dies durch das Verlassen der argumentativen Ebene nun offen eingestehst und obendrein völlig pauschal und unkonkret die Art der Argumentation der anderen Seite in den Schmutz zu ziehen versuchst? Hast Du das wirklich nötig? Ich verstehe ja, dass Dir mangels Argumenten gar nicht anderes übrigbleibt, als diese Ebene zu betreten. Nur beschädigt es Dich ungleich mehr als diejenigen, über die Du in solcher Weise schreibst. Si tacuisses ...


Die weitaus größere Anzahl der Mitglieder ist gegen das sogenannte Regietheater
Lieber Gerhard, ich gehe wegen Deiner Aussage davon aus, dass Du mit der deutschsprachigen und internationalen Landschaft von Klassik-Internetforen nicht allzu sehr vertraut bist. Sonst wüsstest Du, wie isoliert Tamino bzgl. der Haltung der meisten seiner aktiv schreibenden Mitglieder zum sog. Regietheater dasteht.

Deine Aussage hat ungefähr dieselbe Beweiskraft, als ob jemand in einem links- oder rechtsextremen Forum schreiben würde: "Und alleine die Diskussion, die wir hier führen, zeigt doch, dass fast alle Menschen so denken wie wir."

Und in meiner Wahrnehmung wird andernorts in Form und Inhalt auf einem Niveau diskutiert, das dem Gegenstand der Auseinandersetzung eher angemessen ist als das, was einige Hardliner hier vom Stapel lassen.

Ich will Dir Deine Erfahrungen und Vorlieben nicht madig machen. Erfreue Dich daran, dass Du die Erfahrungen machen durftest. Wer weiß, vielleicht werde ich in 30 Jahren nostalgisch-verbittert und mit altersbedingten Denkressourcen in einem Internetforum beklagen, dass es keine Konwitschnys und Bieitos mehr gibt.

Aber im Moment meine ich zu verstehen, warum das konventionelle Theater so sehr auf dem Rückzug ist: Wenn es vor allem Menschen anziehen sollte (was ich nicht glauben will), die so "argumentieren", wie Du es in Deinem letzten Beitrag getan hast, dann kann es gar nicht anders sein.

Ich finde es sehr schade, dass Du solch dunkle Seiten von Dir zeigst. Lass uns doch lieber an Deinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben! Mach dochmal einen Thread auf à la "Legendäre Inszenierungen, die ich erleben durfte" oder so. Damit wäre allen mehr geholfen, nicht zuletzt Dir.

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

Milletre

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65

Samstag, 9. Juni 2012, 11:06

Da lässt er ja wieder den belehrenden Missionar heraushängen, der seinen tumben Schafen Saures geben will.
Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

Wolfram

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66

Samstag, 9. Juni 2012, 11:12

Lieber Milletre,

wie gesagt: Ich verstehe ja, dass Du in einem argen argumentativen Notstand bist ...

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

Wolfram

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Registrierungsdatum: 5. August 2006

67

Samstag, 9. Juni 2012, 11:46

Mein lieber Wolfram! Bitte komm mal ins "rückständige" Wien und besuche unsere "Meistersinger", die Otto Schenk ganz wunderbar und stimmig inszeniert hat. Damit Du endlich einmal einmal erkennst, wo der Bartl den Most herholt!

Lieber Milletre,

ich sehe gerade, dass es diese Inszenierung auf DVD gibt! Ein "Ing Helmut Million" aus Ternitz (Nähe Wien) schreibt als Kundenrezension dazu:

Zitat von »Amazon-Kunde Helmut Million«

Ein Muß für jede Wagnervideothek. Ich habe diese Inszenierung mit vielen verschiedenen Sängern über die Jahre unzähligemale in Wien gesehen. Auch die gegenständliche Aufführung 2 mal Anfang 2008. Jedesmal ein Erlebnis auf der Bühne. Wenn dann noch der Dirigent Thielemann heißt und die Sänger, allen voran Struckmann und Bohta, wie in dieser Aufzeichnung in bester Form sind bleibt kein Wunsch mehr offen. In der Festwiesenszene muß jedem Zuhörer bzw. Zuseher das Herz aufgehen, es ei denn er ist einer von den "Opernkennern", die das Werk auf der Bühne überhaupt nicht erkennen wollen und zum Verstehen das Programmheft mit den Erklärungen des Regiesseurs brauchen.
Vielleicht werde ich ja noch schwach. Immerhin habe ich von meiner Lieblingsoper noch keine DVD-Version. Die Konwitschny-Meistersinger aus Hamburg scheinen ja leider nicht auf DVD verewigt zu werden ... :wacko:

Viele Grüße, Wolfram

Gerhard Wischniewski

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68

Samstag, 9. Juni 2012, 11:54

Lieber Wolfram,

jeder klar denkende Mensch durchschaut doch deine Einlassungen und sieht sofort, wer hier im argumentativen Notstand ist. Ich würde mich an deiner Stelle nicht so bloßstellen. Das soll keine Belehrung sein. Wenn du glaubst, dass das nicht - auch für Besucher - durchschaubar ist, sei dir deine Argumentation belassen. Sie stört mich jedenfalls nicht und ich ziehe mir - und ich glaube wohl keiner hier - das nicht an. Lachen ist gesund, und du trägst viel zu meiner Gesundheit bei.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

MSchenk

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69

Samstag, 9. Juni 2012, 12:43

ich mag den Otto-Schenk-Ring aus New York, auch wenn er vielleicht einige wenige Schwächen hat. Es ist ja auch ein Mammutwerk. Aber es gibt zur Zeit weder auf den Bühnen noch auf DVD etwas Besseres auf dem Markt. Und so, wie ich die Kritiken verfolgt habe, sprechen auch 80 bis 90% positiv über den genannten, als einzigem, überhaupt noch anschaubaren Ring. Leider wurde der Hall-Solti-Ring nicht verfilmt. Also haben wir z. Z. auch keinen Vergleich, ob es etwas Besseres gibt.
Nun werde ich gleich Widerspruch ernten, aber das ist mir wurscht. [...]

Ich will ja garnicht widersprechen! - Meine Tochter schätzt den Schenk-Ring ebenfalls; sie mag aber auch den La Fura dels Baus-Ring aus Valencia. Nun kann man sagen, was weiß denn schon ein siebenjähriges Kind - dass hieße allerdings, meine Tochter zu unterschätzen (ich selber neige beizeiten dazu).

Was m.E. den N.Y.er Schenk-Ring auszeichnet, ist der konsequente Beweis dafür, dass man dieses Werk tatsächlich recht nahe an den Wagnerschen Regieanweisungen inszenieren kann. Andererseits ist Otto Schenk ein viel zu intelligenter und humorvoller Mann, als dass er dies nicht auch mit einem Augenzwinkern und leiser Ironie tut. Wenn z.B. im ersten Siegfried-Aufzug ein Bär auftritt, so ist dies "am Libretto"; es ist aber ebenso auch "Kindertheater". Insofern führt der Schenk-Ring nicht nur den Beweis, dass man es auf diese Art und Weise machen kann, sondern er stellt auch die Frage, ob man dies heute noch auf diese Art und Weise machen sollte. Ich persönlich bin mir nahezu sicher, dass Otto Schenk sich dieser Dimension seiner Interpretation sehr wohl bewusst war; alleine, beweisen kann ich es nicht.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

La Roche

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70

Samstag, 9. Juni 2012, 13:54

Ich hoffe, ich habe das jetzt so erklärt, dass es Deiner Auffassungsfähigkeit angemessen ist und bitte Dich um eine verbindlichere Wortwahl. Zeig doch mal durch Dein Verhalten im Forum, dass Dein "werktreues Theater" Dich zu einem besseren Menschen gemacht hat ...
Wolfram, Du bist einfach nur peinlich. Früher hätte man Dich als Flegel bezeichnet. Die heute üblichen Beschreibungen Deines Stils erspare ich mir, sonst sind wir selbst auf dem Niveau von Konwitschny und Konsorten.

La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


Joseph II.

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71

Samstag, 9. Juni 2012, 14:01

Und weiter geht's, diesmal aus dem vom Verunstaltungstheater-Virus besonders infizierten Staatstheater Nürnberg, das bereits vor einigen Jahren einen lächerlichen Lohengrin herausbrachte (der zwischenzeitlich sang- und klanglos verschwand).

Rossinis Reise nach Reims (Il viaggio a Reims) gehört zu seinen eher unbekannteren Opern. Sie entstand 1825 anlässlich der Krönung des letzten Königs von Frankreich Karl X. (1824—1830). Umso bedauerlicher, dass man sie zwar auf die Bühne bringt, aber in einer inaktzeptablen Art und Weise. Doch Bilder sagen mehr als Worte:

»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Wolfram

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72

Samstag, 9. Juni 2012, 14:13

Lieber La Roche,

herzlichen Dank für Dein Feedback!

sonst sind wir selbst auf dem Niveau von Konwitschny und Konsorten.

Diese "Gefahr" sehe ich beileibe nicht. Konwitschny verfügt einfach über viel zu viel Theaterwissen und kennt die Partituren, die er inszeniert, en detail. Von den zugehörigen Werkhintergründen und -kontexten ganz zu schweigen.

Ich gebe Dir selbstverständlich Recht, wenn Du sagst, dass dieses Niveau mit einer einfachen Stilbeschreibungsübung nicht erreicht werden kann.

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

Gerhard Wischniewski

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73

Samstag, 9. Juni 2012, 20:16

Zitat

Diese "Gefahr" sehe ich beileibe nicht. Konwitschny verfügt einfach über viel zu viel Theaterwissen und kennt die Partituren, die er inszeniert, en detail. Von den zugehörigen Werkhintergründen und -kontexten ganz zu schweigen.
Das wage ich zu bezweifeln, denn sonst hätte er diese Verunstaltungen nicht produziert.

Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
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Alfred_Schmidt

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74

Samstag, 9. Juni 2012, 20:40

Zitat

Diese "Gefahr" sehe ich beileibe nicht. Konwitschny verfügt einfach über viel zu viel Theaterwissen und kennt die Partituren, die er inszeniert, en detail. Von den zugehörigen Werkhintergründen und -kontexten ganz zu schweigen
Das mag sein. Es gibt viele Leute mit guter Ausbildung und enormen Hintergrundwissen, die dieses aber entweder bewusst mißbrauchen - über die Hintergründe soll man in anderen Regietheaterthreads spekulieren oder streiten . Es ist wie bei vielen Komponisten zeitgenössischer Musik. Sie haben das nötige Fachwissen und die Ausbildung - nur leiden einen miserablen Geschmack. Und einmal mehr habe ich mich hinreissen lassen, wie alle anderen auch das Thema zu verlassen. Daher bitte ich - wenn es sich schon nicht vermeiden lässt (und ich fürchte das wird der Fall sein) die Replik zu meinen Aussagen an anderer Stelle im Forum zu placieren.

HIER sollte EIGENTLICH nicht gegen das Regietheater gewettert werden , sondern man sollte sich über mißglückte Regieeinfälle (nicht ganze Inszenierungen !!) lustig machen - und auf diese Weise die Lacher auf seiner Seite zu haben.
Das war zumindest die Intention desjenigen, der mich zu diesem Thread "angestiftet" hat.......

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Wolfram

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75

Samstag, 9. Juni 2012, 21:34

Das war zumindest die Intention desjenigen, der mich zu diesem Thread "angestiftet" hat.......
Na, klappt doch!


Es ist wie bei vielen Komponisten zeitgenössischer Musik. Sie haben das nötige Fachwissen und die Ausbildung - nur leiden einen miserablen Geschmack.
Ja. Diese Behauptung ist uralt. Monteverdi, Beethoven, Bruckner, Liszt, Schönberg und Strawinsky sahen sich mit solchen Behauptungen - die freilich (de gustibus ... ) mangels echter Argumente und wahrscheinlich auch einer gewissen Feigheit wegen völlig pauschal, unkonkret und darum unangreifbar formuliert wurden - konfrontiert.

Nur, dass man Monteverdi, Beethoven, Bruckner, Liszt, Schönberg und Strawinsky heute kennt - und deren Widersacher mit Ausnahme vielleicht von Hanslick, dem Wagner in den Meistersingern ein Denkmal gesetzt hat, sind vergessen. Geschichte ist manchmal eben doch gerecht.

Ich bin sehr dankbar, dass diese Widersacher verloren haben und dass die Musik Monteverdis, Beethovens, Bruckners, Liszts, Schönbergs und Strawinskys überlebt hat!

Ein Hoch auf die Geschichte! Hoch! Hoch!

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

m.joho

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76

Samstag, 9. Juni 2012, 22:06

Warum wundert es mich bloss nicht, dass Du Schönberg aufführst? Oder meins Du etwa die Gurre-Lieder?

Wenn Du dich allerdings an der Zwölf-Tonmusik delektierst ist der Weg zu den von Dir bejubelten Regisseuren wahrlich nicht mehr weit!

Aber um auf das Thema dieses Threads zurückzukommen: Gab es etwas lächerlicheres als den Rattengrin??

Wolfram

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77

Samstag, 9. Juni 2012, 22:25

Wenn Du dich allerdings an der Zwölf-Tonmusik delektierst ist der Weg zu den von Dir bejubelten Regisseuren wahrlich nicht mehr weit!

Werter M.Joho,

haben Sie etwas gegen die dodekaphonen Meisterwerke Arnold Schönbergs einzuwenden? Die sind ja auch schon fast hundert Jahre alt, mithin älter als Sie.

Die Klaviersuite, die Streichquartette Nr. 3 und 4, "Moses und Aron", die Variationen op. 31, der "Überlebende aus Warschau" usw. usw. - das ist doch großartiige Musik! Was gäbe es dagegen einzuwenden?

Zahlreiche namhafte Komponisten wie Berg, Webern, Messiaen, Boulez u. v. a. m. haben daran direkt oder indirekt angeknüpft und die Kunst weiter entwickelt.

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

m.joho

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78

Samstag, 9. Juni 2012, 22:31

Tja, leider, und sich dadurch ebenso vom Publikum entfernt, wie das RT!

Wolfram

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79

Samstag, 9. Juni 2012, 22:52

Tja, leider, und sich dadurch ebenso vom Publikum entfernt, wie das RT!

Werter M.Joho,

die Akzeptanz beim Publikum (welchem?) würde ich in der Musik als ebenso ungeeigneten Gradmesser betrachten wie die Auflagenstärke einer Zeitung bei der Bewertung journalistischer Qualität.

Die folgenden Zeilen mögen vom hochgeschätzten Chrissy und auch von anderen wiederum als überheblich o. ä. bezeichnet werden - ich kann sie nicht anders formulieren. Genauso denke ich, ohne Ansehen der Person.

Ich meine: Wer ein spätes Streichquartett von Beethoven "schön" findet, aber die letzten beiden Streichquartette von Schönberg nicht, der hat das Beethoven-Werk nicht verstanden. Strukturell haben beide sehr viel gemeinsam. Wenn überhaupt, dann sind die Schönberg-Werke strukturell sogar noch vollkommener als diejenigen von Beethoven.

Wer ein spätes Streichquartett von Beethoven "schön" findet, aber die letzten beiden Streichquartette von Schönberg nicht, der meint vielleicht die äußere tonale Hülle, hat aber nicht das Werk verstanden.

Genauso könnte man sagen: Ich finde eine Frau schön, wenn ich ihr Ganzkörperbild gesehen habe. So verständlich dies im individuellen Fall sicher auch sein mag: Mit "verstehen" hat dies nichts zu tun. -

Mit dieser Herangehensweise wird man dieselbe Frau nicht mehr "schön" finden, wenn sie mt Dreck beschmiert daliegt. Das erklärt vielleicht schon viele Aversionen der Gegner moderner Operninszenierungen.

Man kann nur entgegnen: Die Frau ist dieselbe wie vorher - hingucken alleine genügt eben nicht, man wird ihre Qualitäten erst dann erkennen, wenn man sich aus der Genussecke herausbewegt und sich aktiv einbringt. Etwa in ein Gespräch mit der Frau.

Ich verstehe, dass dies Arbeit macht. Doch dazu möchte ich ermutigen: Man wird reich belohnt!

Wie gesagt: Dies alles ist nicht überheblich oder belehrend oder sonstwie hierarchieaufbauend gemeint. Genauso erlebe ich Kunst.

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

Joseph II.

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80

Samstag, 9. Juni 2012, 22:54

Könnte man diese Diskussion bitte in einen der zig anderen Regietheater-Threads verschieben? Hier soll es nur um einen "Sammelplatz für absurde und lächerliche Inszenierungsideen" gehen. Danke.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Gerhard Wischniewski

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81

Samstag, 9. Juni 2012, 23:07

Hier noch ein paar links zu Inszenierungen, die ich verrückt und äußerst lächerlich fand:
http://www.youtube.com/watch?v=W_KRJ48ksa4

http://www.youtube.com/watch?v=-cYrDE1X9U8

http://www.youtube.com/watch?v=N36GkYHaIBE


Liebe Grüße
Gerhard
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
(Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

Strano Sognator

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82

Samstag, 9. Juni 2012, 23:08

http://www.hamburgische-staatsoper.de/de…nBocD90PU9wZXI=[/url]

(Auf der Seite sind mehrere Videos, das besagte befindet sich links unten)

Doris Dörries "Interpretation" von Don Giovanni in Hamburg :D
"Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

Joseph II.

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83

Samstag, 9. Juni 2012, 23:15

Danke, lieber Gerhard!

Der Hamburger Siegfried ist an Ekelhaftigkeit kaum zu überbieten.

Dieser Barbier von Sevilla wäre höchstens was für eine Kinderoper.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Figarooo

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84

Samstag, 9. Juni 2012, 23:25

Die Hamburger Oper - mannomann! Die produzieren seit Jahren solch lächerliches Zeug und merken gar nicht wie peinlich die sind! Das Siegfried auf einer Wasvhmaschine rumhämmert und dann der dilettantische Schwachsinn à la Dörrie! Auch das Video der Lucia di Lammermoor ist wirklich geeignet um die Lachmuskeln zu trainieren! Bin ja gespannt, wie die nächste Spielzeit die Traviata verunstalten!
Liebe Grüße,
Figarooo

9079wolfgang

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85

Samstag, 9. Juni 2012, 23:32

Hallo Gerhard, hallo Strano Sognator!

Was ihr da an Beispielen zeigt, kann nur irren Hirnen entsprungen sein. Ich hätte als zahlender Besucher gleich nach ein paar Minuten unter Protest den Zuschauerraum verlassen und mein Eintrittsgeld plus Schmerzensgeld geltend gemacht!
W.S.

Strano Sognator

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86

Samstag, 9. Juni 2012, 23:38

Und weiter geht's :



Und hier mein persönliches Highlight:

"Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

Figarooo

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  • »Figarooo« ist männlich

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87

Samstag, 9. Juni 2012, 23:43

Und weiter geht's :



Und hier mein persönliches Highlight:



Die merken ja gar nicht mehr, was für einen Schwachsinn sie produzieren! Das hat mit Aida so viel zu tun wie Astronomie mit Astrologie! :D Und die Sänger...naja...Wer will schon solche Inszenierungen singen?

Diese Palestrina-Inszenierung hatten wir auch in München, und da waren sich viele Leute einig: "Wir haben schon Schlimmeres gesehen!" Diese Aussage ist bezeichnend dafür, wie tief das Inszenierungs-Nieveau gesunken ist!
Liebe Grüße,
Figarooo

MSchenk

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Figarooo

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Registrierungsdatum: 19. März 2010

89

Sonntag, 10. Juni 2012, 00:18

Zitat

Und jetzt darf los"gehackt" werden :baeh01:

*hack-hack* :D
Liebe Grüße,
Figarooo

chrissy

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90

Sonntag, 10. Juni 2012, 00:32

Was ihr da an Beispielen zeigt, kann nur irren Hirnen entsprungen sein.

Dem kann man absolut zustimmen. Alleine wenn ich mir den Link der Aida anschaue... Da frage ich mich wirklich, wie krank muß man sein, um solch einen Scheiß auf die Bühne zu bringen. Auf der anderen Seite beweist es mir, wie dankbar darf ich sein, daß ich früher wirklich gute hervorragende Aufführungen erleben durfte. Kommenden Dienstag beabsichtige ich in Berlin zu sein. Natürlich führt mich auch mein Weg zur Deutschen Staatsoper. Ich werde ein paar dankbare Gedenkminuten halten.
Ich hatte mich früher schon einmal so geäußert, Gott hat nicht jedem ein Gehirn gegeben. Solche "Regisseure/Künstler" sind zumindest "psychisch auffällig".
Falco läßt im Schlußteil des Videos "Jeanny, Part 1" herzlich grüßen.
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

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