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Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

Beiträge: 887

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

181

Donnerstag, 27. April 2017, 17:51

Lieber Operus,

solche Beispiele wie deinen Scarpia habe ich auch dutzendfach erlebt. Das ist bedauerlich, hängt aber eher mit mangelnder Sprachbegabung zusammen als mit den Nachteilen der Originalsprache. Ich habe ja eingeräumt, dass es viele Gründe gibt, davon abzuweichen. Das ändert alles nichts an der Tatsache, dass die Partitur neben der Musik die Originalsprache einfordert. Was ich traurig finde, ist, dass die Feststellung einer so schlichten Tatsache wieder so wütende Giftpfeile in Bewegung setzt, die ich mir dann aus der Kniekehle ziehen muss.
Vielleicht kannst du, als bewährter Vermittler, im Verein mit einigen anderen, darauf hinwirken, solche miesen Querschläge zu unterbinden, die nicht nur mir das Leben im Forum verleiden. Man kann sich auch auf positive Weise profilieren. Im Falle des Erfolges würde dir vielleicht ein verdienter Lorbeerkranz zuteil. Und mancher hier könnte wieder freier atmen und seine Kräfte fruchtbaren Diskussionen widmen - meint, mit herzlichen Güßen an alle Teilnehmer guten Willens, Sixtus

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 6 854

Registrierungsdatum: 15. April 2010

182

Donnerstag, 27. April 2017, 22:02

Hier eine hervorragende, zwar fast historische Aufnahme der "Boheme" in deutsch gesungen. Der Klang ist für eine Aufnahme dieses Aufnahmedatums sehr gut und Trude Eipperle und Karl Terkal in den Hauptrollen großartig. So gefällt auch "Oper in deutsch":

W.S.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 229

Registrierungsdatum: 12. August 2005

183

Donnerstag, 27. April 2017, 23:09

Da deutsch ja die zweitwichtigste "Originalsprache" ist,

Französisch ist doch wohl mindestens ebenso wichtig als Opernsprache.


Historisch ist französisch natürlich sogar wichtiger, weil es vor der Zauberflöte nicht viel deutsche Oper gab, aber in der Praxis sind heute "Carmen", "Contes d'Hoffmann" und vielleicht noch Debussys "Pelleas" m.E. die einzigen original-französischen Opern, die ähnlich zentral sind wie Entführung, Zauberflöte, Fidelio, Freischütz, ca. 10mal Wagner, Fledermaus, 3-5mal Richard Strauss und Wozzeck. Also etwa 20 zu 3. Selbst wenn man das vielleicht auch anders sehen und auf nicht ganz so ungleiche Verhältnisse kommen kann, sehe ich im heutigen Repertoire nicht annähernd so viele französische Opern wie deutsche. Nach Carmen und Hoffmann kommt erst einmal ganz lange nichts. Dann Massenet oder Gounod. Da fallen mir beinahe mehr wichtige russische Opern ein als französische...
Aber allein die Superschwergewichte Zauberflöte, Wagner und Strauss würden deutsch als zweitwichtigste Opernsprache begründen...

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 803

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

184

Donnerstag, 27. April 2017, 23:51

Also etwa 20 zu 3.
Sorry, aber das halte ich doch für eine ziemliche Milchmädchenrechnung, und das nicht nur, wenn man noch alle die Opern nichtfranzösischer Komponisten mitrechnet, deren Originalsprache französisch ist, also Gluck, Rossini, Donizetti, Verdi (nicht nur "Don Carlos", der natürlich das beste Beispiel dafür ist, wie lächerlich das Postulat bestimmter Melomanen nach der "Originalsprache" ist, wenn sie diese Oper auf Italienisch haben wollen, denn das ist so wenig die Originalsprache wie deutsch, auch wenn Verdi von seinen französischen Librettisten forderte, bestimmte Szenen wie dem Duett Philipp-Posa und Philipp-Großinquisitor, so nahe wie möglich an das Schillersche Original zu führen, was dann, wenn man schon nicht die französische Originalsprache spielt, eher für eine schillernahe deutsche Übersetzung, als für eine italienische Übersetzung spricht, wenn man sich auf den Komponistenwillen beruft), Prokofjew und und und.
Auch die französische Oper wird im Vergleich zur deutschen Oper, die in Zeiten der Globalisierung eher im Abnehmen begriffen ist, keinesfalls nur im Verhältnis 3:20 (also beinahe 1:7!) gespielt, auch wenn man keinen 10-Werke-Dauerspiel-Komponisten wie Wagner dabei hat. Neben und vor Wagner, haben es die deutschen Komponisten immer schwerer, selbst Weber und der deutschsprachige Mozart jenseits der "Zauberflöte". Ich gehe, wenn überhaupt, von einem Verhältnis 5:3 aus, eher 5:4. Wenn man dann noch Rameau und Co dazu nimmt, könnte die behauptete Mehrheit deutschsprachiger Aufführungen im Vergleich zu französischsprachigen Aufführungen schon bedenklich wackeln, denn vor Mozart ist ja gar nichts deutschsprachiges mehr konkurrenzfähig. Von Gluck spielt man heute seine italienischen und französischen Opern, während "Der betrogene Kadi" und "Der bekehrte Trunkenbold" ebenso von den Spielplänen verschwunden sind wie Dittersdorfs "Doktor und Apotheker" oder Webers "Abu Hassan". Das Übergewicht französischer Opern des 18. Jahrhunderts gegenüber deutschen Opern des 18. Jahrhunderts (ja, "Abu Hassan" gehört da knapp nicht mehr rein, ich weiß) ist also unbestritten, im 19. Jahrhundert gewinnen die Franzosen nicht nur durch die Meyerbeer-Renaissance deutlich Boden (auf eine Lortzing-Renaissance wird man wohl vergeblich warten), aber auch sonst werden Werke wie "L'etoile" von Chabrier wieder gespielt (sogar dirigiert von Rattle!), es gibt weit mehr gespielte Werke von Offenbach als von Johann Strauß und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehe ich auch keinen deutshce Komponisten, der international so häufig aufgeführt werden würde wie Francis Poulenc. Ich denke also, halbe-halbe ist weit realistischer als 20:3!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 229

Registrierungsdatum: 12. August 2005

185

Freitag, 28. April 2017, 09:43

Halbe-Halbe trüge m.E. dem relativen Gewicht der Opern in keiner Weise Rechnung. Gluck, Rameau, Poulenc oder Verdi auf französisch sind m.E. zu exotisch, um für die "Masse" der Aufführungen relevant zu sein. (Historisch sind Rameau und Gluck natürlich sehr wichtig, aber das bestreite ich ja gar nicht.) Und um die "Masse" geht es ja, wenn wir von der Sängerausbildung und der Notwendigkeit guter Sprachbeherrschung ausgehen.
International ist "Carmen" mit derartigem Abstand die meistgespielte französische Oper, dass der Rest beinahe im Rauschen untergeht.
(Und sowohl Carmen als auch Hoffmann wären für mich recht klare Kandidaten für Publikumssprache, aber das ist wieder eine andere Sache.)
Frankreich hat pro Kopf auch vergleichsweise wenige Opernaufführungen (vgl. mit D, A, CH und kleineren Ländern), die Zeiten, in denen Paris oder die Pariser Oper der Nabel der Musikwelt waren, sind lange vorbei. (Paris hat weniger Aufführungen als Dresden bei 14mal soviele Einwohnern im Großraum.)

http://operabase.com/top.cgi?lang=de&splash=t

Ist auch zweitrangig. Ich habe ja nicht bestritten, dass französisch wichtig ist. Nur behauptet, dass deutsch angesichts der heutigen Repertoire-Opern wichtiger ist. Außerdem ist dem Vernehmen nach das gesungene Französisch (v.a. von Nichtmuttersprachlern) auch schon seit Jahrzehnten kläglich (was bei der Nasalsprache auch kein Wunder ist, die eignet sich einfach nicht gut zum Singen :untertauch: :D)

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 803

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

186

Freitag, 28. April 2017, 11:12

International ist "Carmen" mit derartigem Abstand die meistgespielte französische Oper, dass der Rest beinahe im Rauschen untergeht.
Das mit "Carmen" ist unbestreitbar, aber der Rest geht immer weniger im Rauschen unte,r sondern holt auf: Gounod, Meyerbeer, Massenet, Berlioz, auch Thomas werden alle häufiger gespielt als früher.
Ich glaube, deine sicht ist eher die vor 15 oder 20 Jahren, seitdem hat die französische Oper eher aufgeholt als verloren, auch Auber wird wieder häufiger gespielt.
(Und sowohl Carmen als auch Hoffmann wären für mich recht klare Kandidaten für Publikumssprache, aber das ist wieder eine andere Sache.)
Völlig einverstanden, aber die Realität sieht leider anders aus, selbst Offenbach wird in Deutschland an großen Häusern auf Französisch gespielt, von "Carmen" ganz zu schweigen, ich weiß gar nicht, ob aktuell überhaupt irgendwo noch eine deutschsprachige "Carmen" läuft.
Außerdem ist dem Vernehmen nach das gesungene Französisch (v.a. von Nichtmuttersprachlern) auch schon seit Jahrzehnten kläglich (was bei der Nasalsprache auch kein Wunder ist, die eignet sich einfach nicht gut zum Singen :untertauch: :D)
Auch hierbei habe ich keinen Widerspruch!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

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Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

187

Freitag, 28. April 2017, 11:40

Ich möchte nur einen kurzen Einwurf machen. Auch der Rosenkavalier wird meist nicht in der Originalsprache aufgeführt, denn die ist wienerisch. In meinem Wiener Semester habe ich jeden Rosenkavalier gehört und mich an die Originalfassung gewöhnt.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

Beiträge: 887

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

188

Freitag, 28. April 2017, 12:11

Ich möchte der Erbsenzählerei keine weiteren Früchte liefern, werfe aber die folgende praktische Methode in den Ring.
Wie wäre es, wenn wir uns mit der schlichten Erfahrungstatsache begnügen, die ich immer wieder bestätigt sehe - und die jeder für sich nachprüfen kann:
Ich habe, wie vermutlich alle Ältern unter uns, die meisten Opern zuerst in deutscher Sprache kennen- und schätzengelernt. Dann kam eine zweite Phase, in der mir Zweifel kamen, ob dabei Musik und Text wirklich zusammenpassen. Als ich dann bei den nichtdeutschen Opern das Original erlebte, ordnete ich manches zunehmend anders ein - bei mir als Bereicherung. Und ich kam zu dem Schluss: Je besser ich eine Oper kenne, desto weniger muss ich jedes Wort verstehen, weil ich ja mit der Handlung vertraut bin. Außerdem erschließt sich dann oft der fehlende Rest des Sinns aus der Musik. Jeder, der längere Opernerfahrung hat, muss das ähnlich erfahren haben, weil sich ein Kunstwerk in der Regel erst peu à peu ganz erschließt. Die Frage bleibt allerdings, ob man sich dessen bewusst ist.
Trotzdem soll jeder seine Vorlieben pflegen, wie er will; aber gewisse Grundtatsachen lösen sich nicht durch zorniges Leugnen in Luft auf - in diesem Fall die Tatsache, dass die Musik von einem bestimmten Text inspiriert wurde, der demnach zu ihr gehört. Diese Einheit kann eine Übersetzung nicht unbeschadet beibehalten. Der Rest ist subjektives Erleben.
Ein Sonderfall liegt vor, wenn es von einer Oper zwei Fassungen in verschiedenen Sprachen gibt, die beide vom Komponisten beglaubigt sind (wie Tell, Favorite, Don Carlos). Dann liegt keine bloße Übersetzung vor, sondern eine Neufassung, in der auch die musikalische Textur dem neuen Text angepasst ist. Beide sind dann gleichberechtigt, die Vorliebe Geschmackssache.

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 4 675

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

189

Freitag, 28. April 2017, 12:32

Vielleicht kannst du, als bewährter Vermittler, im Verein mit einigen anderen, darauf hinwirken, solche miesen Querschläge zu unterbinden, die nicht nur mir das Leben im Forum verleiden. Man kann sich auch auf positive Weise profilieren. Im Falle des Erfolges würde dir vielleicht ein verdienter Lorbeerkranz zuteil. Und mancher hier könnte wieder freier atmen und seine Kräfte fruchtbaren Diskussionen widmen - meint, mit herzlichen Güßen an alle Teilnehmer guten Willens, Sixtus
Lieber Sixtus,

ich würde mich sogar gerne vor Dich stellen und die Giftpfeile von Dir fernhalten. Nur ich kann seit Deiner erfreulichen Rückkehr ins Forum überhaupt keine Agriffe auf Dich oder jemand anderen in dieser Diskussion erkennen. Das liegt doch alles im Bereich einer normalen kontroversen Auseinandersetzung. Im Gegenteil ich bin seit längerer Zeit mit der Ruhe, der Eintracht, ja den kollegialen Freundschaften - unter den meisten von uns - mehr als zufrieden. In der Zeit, in der ich beim Forum dabei bin habe ich noch nie eine so lange Friedensperiode erlebt. Möge sie andauern und wir weiterhin den schmalen Grad einer engagierten Diskussion und persönlichen Angriffen erkennen und einhalten. :angel: :angel: :angel:

Herzlichst
Operus

chrissy

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190

Freitag, 28. April 2017, 12:51

Ich habe, wie vermutlich alle Ältern unter uns, die meisten Opern zuerst in deutscher Sprache kennen- und schätzengelernt. Dann kam eine zweite Phase, in der mir Zweifel kamen, ob dabei Musik und Text wirklich zusammenpassen. Als ich dann bei den nichtdeutschen Opern das Original erlebte, ordnete ich manches zunehmend anders ein - bei mir als Bereicherung. Und ich kam zu dem Schluss: Je besser ich eine Oper kenne, desto weniger muss ich jedes Wort verstehen, weil ich ja mit der Handlung vertraut bin. Außerdem erschließt sich dann oft der fehlende Rest des Sinns aus der Musik. Jeder, der längere Opernerfahrung hat, muss das ähnlich erfahren haben, weil sich ein Kunstwerk in der Regel erst peu à peu ganz erschließt. Die Frage bleibt allerdings, ob man sich dessen bewusst ist.
Trotzdem soll jeder seine Vorlieben pflegen, wie er will; aber gewisse Grundtatsachen lösen sich nicht durch zorniges Leugnen in Luft auf - in diesem Fall die Tatsache, dass die Musik von einem bestimmten Text inspiriert wurde, der demnach zu ihr gehört. Diese Einheit kann eine Übersetzung nicht unbeschadet beibehalten. Der Rest ist subjektives Erleben.
Lieber Sixtus
Vielen Dank für Deinen Beitrag, dessen Inhalt ich absolut zustimme, genauso ist es, besser kann man das nicht ausdrücken!

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Stimmenliebhaber

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191

Freitag, 28. April 2017, 13:13

Ich habe, wie vermutlich alle Ältern unter uns, die meisten Opern zuerst in deutscher Sprache kennen- und schätzengelernt. Dann kam eine zweite Phase, in der mir Zweifel kamen, ob dabei Musik und Text wirklich zusammenpassen. Als ich dann bei den nichtdeutschen Opern das Original erlebte, ordnete ich manches zunehmend anders ein - bei mir als Bereicherung. Und ich kam zu dem Schluss: Je besser ich eine Oper kenne, desto weniger muss ich jedes Wort verstehen, weil ich ja mit der Handlung vertraut bin. Außerdem erschließt sich dann oft der fehlende Rest des Sinns aus der Musik. Jeder, der längere Opernerfahrung hat, muss das ähnlich erfahren haben, weil sich ein Kunstwerk in der Regel erst peu à peu ganz erschließt. Die Frage bleibt allerdings, ob man sich dessen bewusst ist.
Trotzdem soll jeder seine Vorlieben pflegen, wie er will; aber gewisse Grundtatsachen lösen sich nicht durch zorniges Leugnen in Luft auf - in diesem Fall die Tatsache, dass die Musik von einem bestimmten Text inspiriert wurde, der demnach zu ihr gehört. Diese Einheit kann eine Übersetzung nicht unbeschadet beibehalten. Der Rest ist subjektives Erleben.
Lieber Sixtus
Vielen Dank für Deinen Beitrag, dessen Inhalt ich absolut zustimme, genauso ist es, besser kann man das nicht ausdrücken!

CHRISSY
Das bringt doch das ganze Dilemma auf den Punkt: Heute wird die Möglichkeit, das Stück in seiner eigenen Sprache kennen zu lernen und dadurch inhaltlich besser zu durchdringen und auch Details zu verstehen, um dann vielelicht später, wenn man es schon kennt, eine originalsprachliche Aufführung als Bereicherung zu empfinden, meistens gar nicht mehr eingeräumt, und das ist dann eben keine Bereicherung mehr, sondern eine Verarmung! (Und meines Erachtens eine wichtige Mit-Ursache dafür, dass weniger Menschen durch die Kunstform Oper angesprochen werden, als es sonst möglich wäre.)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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chrissy

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192

Freitag, 28. April 2017, 13:53

(Und meines Erachtens eine wichtige Mit-Ursache dafür, dass weniger Menschen durch die Kunstform Oper angesprochen werden, als es sonst möglich wäre.)
Die Ursache sehe ich eher in den "Neugestaltungen, Verfälschungen, Verunstaltungen" etc. !!! (Um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen: Manon Lescaut im Reisebus usw.)
Frühere Opernliebhaber und Theatergänger werden somit vertrieben. Da gibt es zahlreiche Beispiele auch unter den Mitgliedern unseres Forums, die sich das nicht mehr antun.

CHRISSY

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operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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193

Freitag, 28. April 2017, 13:55

Das bringt doch das ganze Dilemma auf den Punkt: Heute wird die Möglichkeit, das Stück in seiner eigenen Sprache kennen zu lernen und dadurch inhaltlich besser zu durchdringen und auch Details zu verstehen, um dann vielelicht später, wenn man es schon kennt, eine originalsprachliche Aufführung als Bereicherung zu empfinden, meistens gar nicht mehr eingeräumt, und das ist dann eben keine Bereicherung mehr, sondern eine Verarmung! (Und meines Erachtens eine wichtige Mit-Ursache dafür, dass weniger Menschen durch die Kunstform Oper angesprochen werden, als es sonst möglich wäre.


In dieser Meinung lieg viel Wahres, was ich aus meiner Erfahrung nur bestätigen kann.
Herzlichst
Operus

Stimmenliebhaber

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194

Freitag, 28. April 2017, 14:01

(Und meines Erachtens eine wichtige Mit-Ursache dafür, dass weniger Menschen durch die Kunstform Oper angesprochen werden, als es sonst möglich wäre.)
Die Ursache sehe ich eher in den "Neugestaltungen, Verfälschungen, Verunstaltungen" etc. !!! (Um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen: Manon Lescaut im Reisebus usw.)

CHRISSY

Herrje, im Original ist es eine Postkutsche, nun ist es ein Reisebus, das ist ja eine unerhörte Verfälschung!!!

Sorry, aber da ist mir echt zu blöd! Herzlich willkommen auf meiner Ignorierliste!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

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195

Freitag, 28. April 2017, 14:09

Sorry, aber da ist mir echt zu blöd! Herzlich willkommen auf meiner Ignorierliste!
Herr Oberlehrer und Immerrechthaber!
Das geht mir aber sowas vom am A... vorbei...

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

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196

Freitag, 28. April 2017, 22:54

Rollentausch reihum!

Da habe ich ja etwas angerichtet - ein allgemeines Stühlerücken ausgelöst. Ich stelle fest: Jetzt ist es an mir, für Ausgleich zu sorgen, denn:
Operus hat offenbar durch lange Zugehörigkeit zum Forum Hornhaut auf den Nerven bekommen; ich bin womöglich ein Sensibelchen oder ein Paranoiker; Christian hat mir zuliebe überreagiert (was ich zu schätzen weiß) - und Stimmenliebhaber hat etwas angemerkt, dem ich fairerweise zustimmen muss:
Die allgemein übliche Originalsprache heutiger Aufführungen gibt Anfängern nicht mehr die Chance, das Stück in seiner Handlung auf Anhieb zu verstehen (Übertitelung ist da immer eine Notlösung). Das führt dazu, dass die Schwelle zum Kennenlernen der Gattung Oper erhöht wird - und viele junge Leute vorzeitig aufgeben, weil sie Oper als elitäre Kunstform abschreckt.
Die Frage stellt sich: Ist es erstrebenswert, die Oper möglichst vielen zugänglich zu machen - auch denen, die nie an ihren Kern gelangen und sie eher als aufgemotztes Event geil finden, oder ist es besser, weniger Leute in die Vorstellungen zu locken, aber dafür die, die das Wesen dieser Gattung kennenlernen wollen und sich peu à peu zu echten Opernfreunden entwickeln?
Meine Meinung ist unschwer zu erraten: Die Oper ist alles, nur nicht demokratisch. Sie ist zu komplex, um sich einer Mehrheit zu erschließen. Ist es deshalb sinnvoll, sie allen zugänglich machen zu wollen, nur um die Kassen zu füllen? Ich glaube, das wäre eine populistische Variante, die eher zum Musical passt. Wir werden uns wohl oder übel dem Vorwurf des Elitären aussetzen müssen.
(So viel zu Sixtus in seiner neuen Rolle als Schlichter)

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

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Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

197

Freitag, 28. April 2017, 23:07

Sorry, aber da ist mir echt zu blöd! Herzlich willkommen auf meiner Ignorierliste!
Herr Oberlehrer und Immerrechthaber!
Das geht mir aber sowas vom am A... vorbei...

CHRISSY


8-)
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Mme. Cortese

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198

Freitag, 28. April 2017, 23:26

Sorry, aber da ist mir echt zu blöd! Herzlich willkommen auf meiner Ignorierliste!
Herr Oberlehrer und Immerrechthaber!
Das geht mir aber sowas vom am A... vorbei...

CHRISSY


Hallo Chrissy, willkommen im Club. Es wäre mal interessant zu erfahren, wer noch nicht auf Immerrechthabers Ignorierliste steht. Mit Sicherheit ist sie länger als mein Arm. Irgendwann wird er monologisieren müssen.

LG

Mme. Cortese
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

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199

Samstag, 29. April 2017, 00:23

Eine Ignorierliste ist echt kontraproduktiv. Ich muss doch lesen, was meine Feinde schreiben!
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

m-mueller

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200

Samstag, 29. April 2017, 00:41

Eine Ignorierliste ist echt kontraproduktiv. Ich muss doch lesen, was meine Feinde schreiben!


Sehe ich mal auch so. Hier im Forum nicht einer Meinung zu sein und das argumentativ auszutragen ist doch der halbe Spaß!

Mme. Cortese

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  • »Mme. Cortese« ist weiblich

Beiträge: 1 166

Registrierungsdatum: 12. Januar 2010

201

Samstag, 29. April 2017, 09:58

Herrje, im Original ist es eine Postkutsche, nun ist es ein Reisebus, das ist ja eine unerhörte Verfälschung!!!


Immerhin ist es mir dann aber neu, dass man im Reisebuszeitalter immer noch Straftäterinnen nach Amerika deportiert. :no:
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

202

Samstag, 29. April 2017, 10:52

Nieder mit den Neben-Kriegsschauplätzen!

Jetzt waren wir einander doch schon zum Kuscheln nahe. Wo ist da noch das Problem? Und jetzt fangen auch noch die Damen an zu eifern!
Ihr könnt mich doch nicht gleich zu Beginn als Schlichter so überfordern, wenn ich schon für Operus einspringe. Jeder Präsident bekommt eine Hundert-Tage-Frist...
Ich schlage vor: Jeder Betroffene liest die letzten Beiträge nochmal in Ruhe durch - und protestiert erst, wenn er bei einem Kontrahenden einen SACHLICHEN Fehler findet. Oder, falls er bei sich selber fündig wird, gewande er sich gefälligst für alle sichtbar in Sack und Asche!
Das wirkt Wunder - meint Sixtus, der das wissen muss; denn er durchschreitet soeben die Pforte zu ultimativer Altersweisheit!

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 472

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

203

Samstag, 29. April 2017, 12:04

Jetzt waren wir einander doch schon zum Kuscheln nahe. Wo ist da noch das Problem?
Hallo, lieber Sixtus
Was soll das? Falls ich mit gemeint bin - ich habe kein Problem, auch keins verursacht. Sowohl meine Antwort an Dich im Btr. 190, wie auch meine Meinungsäußerung in Btr. 192,
sind sachlich, unaufgeregt und ohne jegliche Aggressivität. Und wenn jemand zum Thema anderer Meinung ist, ist das ganz sicher nicht mein Problem!
Das wirkt Wunder - meint Sixtus, der das wissen muss; denn er durchschreitet soeben die Pforte zu ultimativer Altersweisheit!
... und auf diesem Weg begleiten Dich meine allerbesten Grüße und Wünsche.

Herzlichst
CHRISSY
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Knusperhexe

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204

Samstag, 29. April 2017, 12:40

Ich weiß gar nicht, wie das geht, jemanden auf die Ignorierliste setzen. Der arme Stimmen Liebhaber bringt sich um einiges. Auch ich bin auf seiner Liste. Schade, denn ich habe ihm schon mehrfach auch Lob ausgesprochen, unter anderem für seine Aufarbeitung der Berliner Operngeschichte. Und auch hinsichtlich seines Einsatzes von Opernaufführungen in der Landessprache kann ich ihn nur unterstützen.
Regietheater? Nein, danke!

Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

205

Samstag, 29. April 2017, 12:58

Zur Beruhigung!

Lieber Christian,
wie kommst du denn darauf?
Ich bin erschrocken, dass du glaubst, ich könnte dich gemeint haben! Wo wir uns doch grade so einig waren...
Ich habe überhaupt niemanden persönlich gemeint, sondern das Mysterium, das immer wieder die dummen Missverständnisse zusammenbraut. Am besten, wir tun alle das, was wir im Moment nötig haben: tief durchatmen! Ich mache jedenfalls jetzt mein Mittagsschläfchen...in meiner originalen Muttersprache. Bis demnächst!

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

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Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

206

Samstag, 29. April 2017, 13:37

Ich kenne auch keine Ignorierliste. Und wenn, ich würde sie nicht nutzen.

Nichts ist doch schöner, als zu beobachten, wenn 2 sich streiten. Das ist wie Fernsehen, nur live. Also genieße ich weiter. Und, mein lieber Chrissy, dreimal darfst Du raten, wessen Position ich zu Beitrag 194 + 195 vertrete. Ich hoffe, daß ich keinen Kommafehler gemacht hape.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 472

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

207

Samstag, 29. April 2017, 13:49

Ich kenne auch keine Ignorierliste. Und wenn, ich würde sie nicht nutzen.

Nichts ist doch schöner, als zu beobachten, wenn 2 sich streiten. Das ist wie Fernsehen, nur live. Also genieße ich weiter.
Und, mein lieber Chrissy, dreimal darfst Du raten, wessen Position ich zu Beitrag 194 + 195 vertrete.
Ich hoffe, daß ich keinen Kommafehler gemacht habe.

Herzlichst La Roche
O je, o je, mein lieber La Roche.
Diese, Deine Bemerkung, war ganz sicher der Weg um ebenfalls auf die Ignorierliste gesetzt zu werden.
Aber ich meine, es gibt Schlimmeres, wir werden das aushalten...

Und für morgen in Chemnitz ein beglückendes Theatererlebnis wünscht...
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

m.joho

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Beiträge: 1 099

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

208

Samstag, 29. April 2017, 13:59

Liebe "Ignorierlistenfreunde", habt Erbarmen mit ihm, bzw. seinen schwachen Magennerven, denn es wird ihm bei bestimmten Äusserungen übel... ;) Allerdings frage ich mich langsam, welcher Opernliebhaber noch nicht auf seiner Liste ist.

Sixtus

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  • »Sixtus« ist männlich

Beiträge: 887

Registrierungsdatum: 2. Dezember 2015

209

Mittwoch, 3. Mai 2017, 19:59

Da bin ich aber froh, dass der Listenstreit an mir vorbeigegangen ist.
Ich hatte an meinem Geburtstag andere Sorgen, die auch nicht von Pappe waren, z.B. zwei Dutzend Leute abfüttern und small talk aushalten - und, nicht zu vergessen: die Hymne von Operus auf mich lesen. Ihr wisst ja: Er übertreibt gern, wenn es ans Loben geht. Aber ich hole ihn schon wieder auf die Erde zurück.
Jetzt bn ich endlich wieder einigermaßen bei Kräften und kann mich ab morgen wieder in die Diskussionen einklinken.
Bis dann herzliche Grüße von Sixtus

dr.pingel

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Mittwoch, 3. Mai 2017, 20:39

Zum Thema zurück. Ich hatte ja schon gesagt, dass der "Rosenkavalier" auf deutsch schon eine Bearbeitung des Wiener Originals darstellt. Jetzt ist mir noch ein Werk aufgefallen, das in diese Schublade passt. Es ist Orffs "Mond". Der ist nämlich auf bayrisch (oder bairisch). In beiden Opern finde ich den Dialekt essentiell für eine Opernaufführung.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

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