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Caruso41

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Beiträge: 3 391

Registrierungsdatum: 19. November 2010

61

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 22:57

Masur hat seinen eigenen Thread. Da kann man über seine Qualitäten, die ich hoch schätze, diskutieren.

Hier ging es um den Rang von Orchestern. Dazu habe ich mich geäussert. Es ist schade, dass offenbar manche Kollegen die Beiträge anderer Taminos nicht wirklich genau lesen und ihnen dann gleichwohl vehement entgegnen, weil sie irgend eine Bemerkung erregt!! Zu solchen Debatten habe ich keine Lust!

Erbärmlich finde ich es, wenn Menschen verboten wird, sich über etwas ein Urteil zu bilden und das mitzuteilen!
Jeder und Jede hat das Recht, sich über die DDR und das System, das dort herrschte, zu äussern. Auch ich habe dieses Recht! Das lasse ich mir nicht verbieten, nur weil ich dort nicht gewohnt habe, die DDR also nur von Besuchen (es waren sehr viele im Laufe der Jahre), eine große Zahl persönlicher Kontakte und durch wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Quellen kenne!

Schlichtweg absurd finde ich das Plädoyer, Politik draussen zu lassen, wenn über den Kulturbetrieb der DDR und seine Protagonisten gesprochen wird.
Wer so argumentiert, hat die DDR-Wirklichkeit nicht verstanden - er mag dort gelebt haben oder sonstwo!

Ich bin jetzt erst mal ein paar Tage auf Reisen. Ob ich mich danach noch mal in diesem Thread hier zu Worte melde, weiss ich nicht.
Eher würde mir wünschen, dass ich bei meiner Rüßckkehr in dem Thread über Regine Crespin, über das Wunder der Heliane oder über Vergleichendes Hören Beiträge finde, die mich anregen, wieder etwas zu schreiben!

Eine ernsthafte Diskussion über DDR-Orchester wäre natürlich wünschenswert. Ich selber war es ja, der versucht hat, sie anzustoßen: mit einem Beitrag über das Berliner Sinfonie Orchester, dessen Geschichte sehr genau zu der Frage passte, die in diesem Thread aufgeworfen war.
Aber ich fürchte es wird nicht leicht, hier offen und sachlich zu debattieren. Dazu sind zu viele Animositäten im Spiel und zu viel unverarbeitete eigene Geschichte!

Gute Nacht

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Liebestraum

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Beiträge: 3 121

Registrierungsdatum: 5. Mai 2006

62

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 23:23

Es geht hier nicht um persönliche Meinungen hinsichtlich der Geschichte, sondern um Fakten.

Vielleicht sollte der eine oder andere weniger vergleichend hören, sondern ab und an sich geschichtlich weiterbilden über eine noch nicht allzu lang vergangene Zeit, bevor man sich mit gefährlichem Halbwissen auf geschichtliches Glatteis begibt - oder, wenn man es selbst nicht richtig weiß, einfach mal die Finger stillhalten, bevor man sich blamiert, so bald man den musikalischen Sektor verlässt.


:hello: LT
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
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Beharrlichkeit führt zum Ziel!
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Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
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... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

William B.A.

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Beiträge: 14 401

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

63

Freitag, 19. Oktober 2012, 01:24

Legendäre Orchester unter legendären Dirigenten - Was ist geblieben?

Zitat

La Roche: Hier soll nicht über Politik geredet werden!!!!!
Manchmal muss man es aber leider doch. Wenn hier gesagt wird, dass die DDR auf ihre Erfolge in Kunst, Kultur und Sport stolz sein konnte, dann reagiere ich, wenn neben der Musik meine zweite große Leidenschaft, der Sport, auf die DDR bezogen, hauptsächlich der Olympische Sport, betroffen ist, weil einfach diese Erfolge auf fragwürdigen Auswahl- und Fördermethoden sowie auf flächehndeckendem Staatsdoping beruhten.
Des weiteren gab es zu allen Zeiten (Bach, Händel, Mozart), bis heute (Günter Wand, Christian Thielemann, um nur zwei zu nennen) Situationen, wo die Politik in die Musik hineinregierte und es kam zu nachteiligen Folgen für die Musiker. Nun hat dies für Günter Wand praktisch im Nachhinein nur positive Folgen gehabt, weil dies der Startschuss zu seiner "späten Weltkarriere" war (Bruckner- und Schubert-Zyklus mit dem WDR-Sinfonieorchester, Chef-Posten beim NDR-Sinfonie-Orchester, maßgeblicher Dirigent beim Schleswig-Holstein-Musikfestival) und, und, und. Und auch Thielemann hat ja keinen schlechten Tausch gemacht als neuer Chef-Dirigent der Staatskapelle Dresden mit verantwortlicher Gestaltung der Salzburger Osterfestspiele ab 2013. Aber zunächst einmal werden organisch gewachsene Strukturen zuerst schlagen. Doch nun genug davon!

Zitat

La Roche: Aber wehren wird man sich wohl dürfen.
Wie wahr, wie wahr. Wenn man das (hier) nicht dürfte, wäre Tamino längst tot. Und das wäre schade.

Liebe Grüße

Willi ;)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 259

Registrierungsdatum: 12. August 2005

64

Freitag, 19. Oktober 2012, 10:38

Neumann hatte ich überhaupt nicht erwähnt. Ich habe einfach festgestellt, dass Masur lange Jahre Chef des Orchesters war, daher in den 1970ern bis 1990ern sein Name mit ihm verbunden, m.E. in stärkerem Maße als irgendein Dirigent mit Staatskapelle Dresden oder Wiener Phil verknüpft war. (Was die Anzahl von CDs betrifft, wäre vermutlich Bernstein der Dirigent, der Ende der 1970er bis Mitte/Ende der 1980er am engsten mit den Wienern verbunden war, selbst wenn das keine Studioproduktionen gewesen sind)

Da ich davon, außer ca. zwei Mendelssohn-CDs fast nichts kenne, war das mit keiner präzisen Aussage über das Niveau des Orchesters verbunden.
Wenn jemand das Orchester über Jahre häufig erlebt hat, kann ich diesem Urteil kaum widersprechen.
Trivialerweise wird man vermutlich bei allen "legendären" Paarungen wie Wiener/Böhm oder Chicago/Solti Aufnahmen (erst Recht Konzerte) finden, die weniger gelungen sind. Ich hatte den thread nicht so verstanden, dass es um die Bewertung aller dieser Kollaborationen ging. (Müller-Brühl etc. spielen wohl kaum in derselben Liga wie Karajan/Berliner...)

Noch eine Randbemerkung zum Sport (da leider die beinahe einzige Sportart, die mich interessiert, eine der dopinggeplagtesten ist):
Es ist inzwischen ein offenes Geheimnis, dass spätestens ab Mitte der 1970er in der BRD ebenfalls Doping "verordnet" wurde, um mit dem Ostblock mithalten zu können. Wenn auch vermutlich nicht in dem außerordentlichen systematischen Umfang wie dort, ist davon auszugehen, dass die teils hervorragenden Leistungen von bundesdeutschen Leichtathleten der 1980er auch nicht alle "clean" erzielt worden sind.
Wie die Armstrong-Affäre gezeigt hat, ist Doping keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal sozialistischer Staaten gewesen. Von den absurdesten (und offensichtlich mit massivem Doping erzielten) Weltrekorden, stammen zwei (100m/200m) immer noch von Florence Griffith-Joyner und, obwohl es jeder weiß, sind sie "offiziell" anerkannt (der ähnlich absurde 400m Frauen Rekord stammt von einer DDR-Athletin). Oder ein beinahe 30 Jahre haltender Rekord wie 800m von Coe, obwohl das sicher ein Ausnahmeathlet gewesen ist. Im Grunde muss man fast alle Rekordleistungen seit 1970 oder so unter Generalverdacht stellen. Und in den letzten 20 Jahren ist es zwar schwieriger geworden, nicht erwischt zu werden, aber zu meinen, es würde überhaupt nicht mehr praktiziert, halte ich für naiv. Ich glaube allerdings, dass es doch deutlich zurückgegangen ist, was man an einigen uralten Rekorden, die oft nicht mehr annähernd erreicht werden, sieht.

Theophilus

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  • »Theophilus« ist männlich

Beiträge: 10 823

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

65

Freitag, 19. Oktober 2012, 15:27

Von den absurdesten (und offensichtlich mit massivem Doping erzielten) Weltrekorden, stammen zwei (100m/200m) immer noch von Florence Griffith-Joyner und, obwohl es jeder weiß, sind sie "offiziell" anerkannt (der ähnlich absurde 400m Frauen Rekord stammt von einer DDR-Athletin).

Es muss präziser heißen: obwohl es jeder zu wissen glaubt, ...
FGJ wurde natürlich nach allen Regeln der damaligen Doping-Entlarver-Kunst durchleuchtet, aber es konnte ihr nichts nachgewiesen werden. Offiziell ist sie blütenweiß. Allerdings scheint Die Sache Armstrong zu beweisen, dass man mit entsprechendem Können sogar über Jahre hinweg systematisch und trotz aller Anstrengungen unerkannt dopen kann bzw. konnte.

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 457

Registrierungsdatum: 9. August 2004

66

Dienstag, 3. September 2013, 01:06

Aus aktuellem Anlass - dem Thread über George Szell - bzw Neuauflagen einiger seiner Einspielungen bringe ich hier das Cleveland Orchestra ins Spiel. Ich verbinde diese Orchester bis heute noch mit George Szell und bin der Überzeugung daß die Perode, wo er dem Orchester vorstand (1946-1970) die glänzendste war. Erreicht hat er die kompromisslose Qualität durch sein rücksichtsloses Streben nach Perfektion und seinen autokratischen Führungsstil ohne wenn und aber. Das macht ihn sicher nicht zu einem Sympathieträger - aber der Erfolg gibt ihm recht.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 457

Registrierungsdatum: 9. August 2004

67

Mittwoch, 5. Juli 2017, 11:30

Nach einer vierjährigen Pause ist es IMO hoch an der Zeit das Thema wieder aufzugreifem und es von ZWEI Seiten zu beleuchten.

1) Sind in der Zwischenzeit "legendäre" Orchester verblasst ? Soll heissen einerseits in der Erinnerung, der Stellenwert ihre Aufnahmen ist gesunken - andrerseits in der Gegenwart, das HEUTIGE Orchester wird nicht so signifikant wahrgenommen (häufiger Chefdirigentenwechsel - gutes Orchester aber ohne "Markenzeichen")

2) Sind durch einen prägenden Chefdirigenten bestehende Orchester in den Vordergrund gerutscht, oder aber durch eine Reihe marktbeherrschender Aufnahmen ?

Persönlich würde ich fürs erste mal die Frage Nr 2 verneinen. Durch andauernden Chefdirigentenwechsel , nochdazu wurden Leute so international ausgesucht, daß man sich nicht mal deren Namen merken kann (und will)- Alles ist anonymer geworden und austauschbarer - und die Prioritäten des Publikums andere.....

mfg aus Wien
Alfred

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