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RealHendrik

Schüler

  • »RealHendrik« ist männlich
  • »RealHendrik« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 131

Registrierungsdatum: 11. August 2004

1

Mittwoch, 1. September 2004, 12:28

Was ist mit der Plattenfirma DENON?

Hallo, Tamis!

Unlängst habe ich mal wieder nach einer bestimmten CD-Box recherchiert, die Mitte der Achtziger auf dem Label DENON erschienen ist. Erschreckt musste ich feststellen, dass es dieses Label in Deutschland offensichtlich nicht mehr gibt.

Das überrascht mich insofern, dass DENON bereits in den 70ern Vorreiter im Bereich der digitalen Tonaufzeichnung war. DENON brachte 1972 (!) die erste LP - in typisch japanischer Pressqualität - heraus, der eine digitale Tonaufnahme zugrundelag. Und soweit ich weiss, gab es von DENON nur digitale Aufnahmen.

Ich kann mich erinnern, dass DENON nach dem Erscheinen der Compact Disc ziemlich schnell begonnen hat, den damals schon ziemlich umfangreichen Katalog auf digitale Tonträger umzukopieren. Damit waren sie auch sehr erfolgreich - die Aufnahmen wurden oft (und oft zurecht) als audiophil gehandelt.

Was ist nun mit DENON los? Haben sie die Klassikkrise als Anlass genommen, den unrentablen Bereich Tonträger abzustoßen? Ist die Nachfrage nach den "uralten" (und neueren) digitalen Aufnahmen gesunken bzw. ist eine Marktsättigung erreicht? Gibt es möglicherweise wirtschaftliche Probleme? Und - ganz wichtig - was geschieht mit den vielen Aufnahmen, die DENON gemacht hat?

Gruss,

Hendrik

Spatz

Anfänger

  • »Spatz« ist weiblich

Beiträge: 36

Registrierungsdatum: 30. August 2004

2

Mittwoch, 1. September 2004, 13:26

RE: Was ist mit der Plattenfirma DENON?

Hallo Hendrik,

einige der "Bestseller" von Denon sind nun bei Brilliant Classics zu haben, so z. B. der Mahler- und Berlioz-Zyklus. Was nun allerdings wirklich aus dem Label Denon geworden ist, weiß ich leider auch nicht.

Liebe Grüße,

Spatz.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 102

Registrierungsdatum: 9. August 2004

3

Mittwoch, 1. September 2004, 13:38

Hallo,

Spatz war um Sekunden schneller :D

Ganz richtig, einiges gibt es jetzt bei Brillant Classics.
Denon arbeitete eng mit NIPPON COLUMBIA zsammen.
Weggekommen dürfte also kaum was sein.
So werden die Schätze also wahrscheinlich irgendwo in einem
Archiv schlummer und warten bis sie vom Konsumenten wachgeköüsst werden.
Besonders heftig Dürfte auch Dein Verlangen nach den Produkten nicht gewesen sein, denn AFAIF erfolgte Denons Abgang aus der Klassikszene vor etwa 3-4 Jahren ;)

Gruß aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

RealHendrik

Schüler

  • »RealHendrik« ist männlich
  • »RealHendrik« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 131

Registrierungsdatum: 11. August 2004

4

Donnerstag, 2. September 2004, 10:27

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Ganz richtig, einiges gibt es jetzt bei Brillant Classics.


Ja, das habe ich schon mitbekommen.

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Denon arbeitete eng mit NIPPON COLUMBIA zsammen.


Denon ist Nippon Columbia. Das Plattenunternehmen hat - wie schon gesagt - soviel technisches Know How gehabt, dass sie ihre Aufnahmegeräte - m.W. ausschliesslich digital - selbst entwickelt haben und daraus entstand eben eine Elektronikserie für Jedermann.

Da es die Elektroniksparte noch gibt, überrascht mich der Abgang der "Software" umsomehr.

Zitat

Original von Alfred_Schmidt
Besonders heftig Dürfte auch Dein Verlangen nach den Produkten nicht gewesen sein, denn AFAIF erfolgte Denons Abgang aus der Klassikszene vor etwa 3-4 Jahren ;)


Ah, das ist eine Information, mit der ich etwas anfangen kann... Nee, heftig ist mein Verlangen danach nicht. Es gibt da einzelne ganz interessante Aufnahmen, die ich jetzt wohl gerne hätte... Na, schaunmermal. Mein Seelenheil hängt davon nicht ab.

Gruss,

Hendrik

Klassikliebhaber

Prägender Forenuser

  • »Klassikliebhaber« ist männlich

Beiträge: 549

Registrierungsdatum: 9. September 2004

5

Freitag, 10. September 2004, 08:11

gibt übrigens bei Brilliant Classics eine 5cd box set von Helené Grimaud. Sind alte Denon Platten. Total liebloses Cover,hässliches Design.
Aber was soll man machen? - Ich habs mir auf jeden Fall zugelegt und der Klang hat mich dazu gebracht über die negativen punkte hinwegzusehen. :)

jpsa

Fortgeschrittener

  • »jpsa« ist männlich

Beiträge: 187

Registrierungsdatum: 11. August 2004

6

Donnerstag, 23. Juni 2011, 00:52

Auch wenn dieses Thema schon mehr als 6 Jahre begraben liegt.... einige Fragen oder Anmerkungen kann man besser später denn nie beantworten. ;)
Ebenso möchte ich in meinem Posting gerne die "One-Point"-Serie zitieren [separat], so dass bei Themen an anderer Stelle im Forum hierhin verlinkt werden kann.

Die Gründe, warum die CD-Produktion Anfang 2000 eingestellt wurde, sind mir nicht bekannt. Nichts desto trotz werden zahlreiche Aufnahmen des Kataloges seit einigen Jahren für den japanischen Markt unter dem alten Label-Namen von der Columbia Music Entertainment wieder aufgelegt, teils in Serien wie "Classics Best 100" oder "Denon Classics ReMastering & HQCD Series". Auch einige der One-Point Aufnahmen erscheinen in der "Audiophile Series" einzeln.

Nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Gesellschaft oder dem ehemaligen Teilbereich der EMI, war Denon ein Label der Nippon Columbia K.K., die übrigens außerhalb des eigenen Landes den Namen nicht verwenden durfte, da "Columbia Records" fast weltweit von Sony/BMG als Rechteverwerter der CBS geschützt ist. So wurden die einzelnen Label unter der 'Savoy Label Group' herausgegeben, wobei 'Savoy Jazz' und 'Denon' wohl die wichtigsten und bekanntesten waren.

Wie von RealHendrik einleitend ausgeführt, hatte Denon bereits 1972 den ersten PCM-Digital-Rekorder für Studioaufnahmen entwickelt/eingeführt und zum 20-jährigen Jubiläum hatten die Verantwortlichen ab 1992 insgesamt 4 Boxen mit je 5 CDs herausgegeben, in der die für die früheren Veröffentlichungen dieser Aufnahmen verwendeten zusätzlichen Mikrofone jetzt aus der Abmischung herausgelassen wurden und der Klang so nur über das eine und einzige Doppelmikrofon zu geniessen war/ist.
Wer also eine von diesen 20 CDs mit nicht-japanischem Booklet angeboten bekommt (meist noch zu einem völlig überzogenen Preis), erkennt den Einzel-Abverkauf daran, dass die CDs jeweils mit dem Zusatz [Disk 1] bis [Disk 5] numeriert wurden. Da ich nicht alle 4 Boxen habe, kann ich nur vermuten, dass man es bei allen CDs so gemacht hat.

Die einzelnen Ausgaben waren:
(Alle CDs wurden, wie bisher üblich, generell in Japan gefertigt und enthielten entsprechend der vorgesehenen Absatzländer die Booklet-Texte immer nur in der jeweiligen Landessprache.)

Box 1 "20th anniversary"
Mahler Symphonie 5; Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
Tchaikovsky Symphonie 5; Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
Händel Concerti Grossi op 6 Nr. 1, 2, 6, 7, 10; I Solisti Italiani
Beethoven Klaviersonaten 8, 20, 5, 3; Bruno Leonardo Gelber
J.S.Bach The Masterpieces For Organ; Heinz Balli

Box 2 "Sophisticated Art by DENON"
Händel Music for the Royal Fireworks etc.; La Stravaganza Köln, Andrew Manze
Haydn Symphonien 104, 103; Orchestre de Chambre de Lausanne, Jesus Lopez-Cobos
Berlioz Symphonie Fantastique; Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
Mahler Symphonie 1; Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
Schostakowitsch Symphonie 5; Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal

Box 3 "Welcome to the Concert"
Vivaldi 5 Concerti for Basson, Strings and Continuo; I Solisti Italiani & Milan Turkovic, Basson
Haydn Symphonien 6-8 "Le Matin", "Le Midi", "Le Soir"; Orchestre de Chambre de Lausanne, Jesus Lopez-Cobos
Schubert Klaviersonate D 894; Valery Afanassiev
Tschaikowsky Symphonie 6 "Pathetique"; Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, Eliahu Inbal
Schostakowitsch Symphonien 9 & 3; Wiener Symphoniker, Eliahu Inbal

Box 4
Vivaldi 6 Concerti ("Conca", "Il favorito", "Grosso Mogul", "L'amoroso", "Il Carbonelli", "L'inquietudine"); I Solisti Italiani
Mozart Divertimenti KV 445+334, 113, Wiener Kammerensemble
Liszt Eine Faust-Sinfonie; Radio-Symphonie-Orchester Berlin, Eliahu Inbal
Mussorgsky Bilder einer Ausstellung; Valery Afanassiev
Dvorak Symphonie 9 "Aus der Neuen Welt"; Tschechische Philharmonie, Vaclav Neumann


Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

jpsa

Fortgeschrittener

  • »jpsa« ist männlich

Beiträge: 187

Registrierungsdatum: 11. August 2004

7

Donnerstag, 23. Juni 2011, 00:55

Um etwas von dieser großartigen Serie zu erhalten folgt nun der Einführungstext aus den Veröffentlichungen für deutschsprachige Länder von © Yukio Takahashi und © Gerhard Betz, der übrigens auch wieder für registrierte Mitglieder zum --> Download <-- im PDF-Format an bekannter Stelle bereit steht:

DENON ONE-POINT-SERIE

Klassische Musikaufnahmen
Die Aufnahmeverfahren für klassische Musik kann man im Großen und Ganzen in drei Arten einteilen:
1. Polymikrofonie
2. Stereo-Hauptmikrofonverfahren (One-point-Verfahren)
3. Haupt- und Stützmikrofonverfahren.
Bei der Polymikrofonie wird jedem Instrument oder jeder Instrumentengruppe ein Mikrofon zugeordnet und durch Mischen der Einzelsignale aller dieser Mikrofone das Klangbild zusammengesetzt, wie dies in der Popmusik allgemein üblich ist. Der für Klassik wünschenswerte Nachhall wird dann durch Raummikrofone oder in Form von künstlichem Nachhall hinzugefügt.
Da bei diesem Verfahren der Klang jedes einzelnen Instrumentes über ein direkt davorstehendes Mikrofon eingefangen wird, läßt sich ein "deutliches, präsentes" Klangbild erzielen, allerdings läßt die Verschmelzung der Instrumente und der Entfernungseindruck zu wünschen übrig, und die elektrische Summation vieler Einzelsignale führt zu einer gewissen Eintrübung und Aufrauhung des Klangs.
Demgegenüber erlaubt das Stereo-Haupt-Mikrofonverfahren, bei dem im günstigsten Punkt des Aufnahmeraumes nur zwei Mikrofone aufgestellt werden - also ein äußerst "einfaches" Verfahren -, theoretisch die in musikalischer und klanglicher Hinsicht natürlichste Aufnahme. "One-point" ist eine aus Japan stammende, ebenso einfache wie leicht verständliche Bezeichnung für dieses Aufnahmeverfahren, bei dem nicht mehr als ein Stereopaar von Mikrofonen zum Einsatz kommt.
Am häufigsten verwendet wird bei klassischen Musikaufnahmen eine Mischform der beiden vorgenannten Techniken.
Dem Gesamtklang der Hauptmikrofone werden die Signale von Stützmikrofonen hinzugefügt, die bei einzelnen oder allen Instrumenten(gruppen) stehen, um deren Präsenz zu erhöhen oder eine eventuell fehlende Ausgewogenheit auszugleichen.
Je nachdem, wieviele Stützmikrofone eingesetzt werden und wie das Mischungsverhältnis zwischen den beiden Hauptmikrofonen einerseits und der Summe aller Stützmikrofone andererseits ist, kann diese dritte Technik mehr zur ersten, der Polymikrofonie, oder mehr zur zweiten, dem One-point-Verfahren tendieren.

DENON und One-point-Aufnahmen
Zwei Mikrofone im Saal aufzustellen und das von ihnen abgegebene elektrische Signal direkt auf Band zu speichern, das ist eigentlich das denkbar einfachste Aufnahmeverfahren. Aber gerade deshalb ist ein auf diese Weise gewonnenes Stereosignal eine höchst delikate Angelegenheit und muß mit äußerster Sorgfalt behandelt werden. Sowohl aufnahmeseitig als auch wiedergabeseitig muß höchste Übertragungsqualität bezüglich Frequenzgang, Phasenverhalten, Verzerrungen usw. gewährleistet sein.
Als im Jahr 1972 von DENON der erste PCM-Recorder der Welt in den praktischen Einsatz eingeführt wurde, wurde zum ersten Mal eine als ideal zu bezeichnende Aufnahme- und Wiedergabekette Realität (und ein Jahrzehnt später konnte diese Kette mit Einführung der Compact Disc bis ins Wohnzimmer des Musikhörers ausgedehnt werden).
Mit Hilfe dieser neuen Technik führte DENON Untersuchungen durch, auf welche Weise in Bezug auf Klangfarbe, Ausgewogenheit, Lokalisierung, Tiefenstaffelung, Raumklang usw. ein natürlicher und hochwertiger Klang zu erreichen ist, wofür bei Klassik-Aufnahmen als eine konkrete Technik das One-point-Aufnahmeverfahren verwendet wurde.
Wie der Name "Stereo-Haupt-Mikrofonverfahren" andeutet, handelt es sich um zwei Mikrofone, die auf irgendeine Weise als Stereo-Paar angeordnet sind. Dabei gibt es verschiedene Methoden, die sich durch die Richtcharakteristik der Mikrofone und deren Aufstellung unterscheiden. DENON verwendet die sogenannte AB-Aufstellung, also zwei ungerichtete Mikrofone (Kugelcharakteristik), mit einem Abstand von 50-60 cm. Von entscheidendem Einfluß auf die Anwendung dieser Technik war die Entwicklung eines Studio-Mikrofons des dänischen Meßgeräteherstellers Brüel & Kjaer (B&K). Dieses Mikrofon besitzt folgende technische Eigenschaften:
1. bis in extreme Tiefen reichender Tiefbaß, verzerrungsfreier Hochtonbereich.
2. als Mikrofon mit diffusfeldentzerrter Kugelcharakteristik kann es sowohl den Direktschall als auch Raumreflexionen und Nachhall (indirekter Schall) mit linearem Frequenzgang aufnehmen. Dadurch wird eine ideale Verschmelzung von Direktschall und Nachhall und eine Einheit des Ensembles erreicht.
Bei der Aufstellung des Hauptmikrofon-Paares kommt es darauf an, einen Punkt zu finden, in dem alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
1. idealer Direktschall bei gleichzeitig wünschenswertem Anteil an indirektem Schall.
2. angemessener Winkel zwischen Mikrofonen und den beiden äußersten Punkten der Schallquelle (Aufnahmewinkel - er beeinflußt die Lokalisierbarkeit und die Ausdehnung der abgebildeten Schallquelle).
3. Ausgewogenheit der einzelnen Instrumente untereinander.
Den richtigen Punkt für die Mikrofone kann man nur nach der Methode "trial and error" nach mehrmaliger Veränderung der Mikrofonposition und der Aufstellung der Instrumente finden.
Wenn es überhaupt keinen solchen Punkt gibt, gehen wir zum Verfahren " Haupt- und Stützmikrofone" über, wobei wir versuchen, den Pegelanteil der Stützmikrofone so gering wie möglich zu halten.
Um das äußerst subtile Hauptmikrofonsignal ohne Verluste auszuzeichnen, realisierten wir einen möglichst kurzen und qualitativ hochwertigen Weg vom Mikrofon zum Aufnahmegerät. Das Ausgangssignal der B&K-Mikrofone durchläuft nur einen eigens dafür entwickelten DENON-Mikrofonverstärker und gelangt danach unmittelbar - ohne den Umweg über ein Mischpult - zum PCM-Aufzeichnungsgerät. Alle weiteren Arbeitsschritte wie Editing und Mastering bleiben in der rein digitalen Ebene, somit ist die kürzeste mögliche Verbindung zwischen Mikrofon und CD gewährleistet.

DENON und One-point-Serie - darauf sollten Sie hören
Die Aufnahmen dieser Serie wurden bereits früher als Abmischungen mit Stützmikrofonen veröffentlicht. Das heißt, um allen musikalischen Anforderungen gerecht zu werden, wurde eine Hinzufügung von Stützmikrofonen für notwendig gehalten, und die so hergestellte Abmischung gilt auch weiterhin als optimales Resultat für die jeweilige Aufnahme. Aber dennoch sind wir der Meinung, daß der ungemein durchsichtige Klang, die vollkommen natürliche Wiedergabe der Tiefenstaffelung und des Raumklanges, dieser typische Sound der One-point-Aufnahmen eine unwiderstehliche Faszination besitzt, der durch nichts anderes ersetzt werden kann.
Wenn wir nun aus Anlaß des 20jährigen Jubiläums von DENON-Digitalaufnahmen aus unserem umfangreichen Katalog einige Aufnahmen für eine Neuveröffentlichung in der One-point-Version ausgewählt haben, so geschieht dies einerseits im vollen Bewußtsein, daß eventuell aus musikalischer Sicht an der einen oder anderen Stelle die Ballance der einzelnen Instrumente o.ä. nicht über jeden letzten Zweifel erhaben sein mag, andererseits in der Überzeugung, daß die gleichzeitig hinzugewonnene Natürlichkeit des Klanges zu einem neuen Hörvergnügen für viele bewußte oder unbewußte Klang-Astheten werden wird. - Vergessen wir nicht, daß gerade das Streben nach mehr Natürlichkeit einer der Motoren für die sprunghaften Fortschritte der Audiotechnologie in den letzten beiden Jahrzehnten war, wobei DENON als Pionier der Digitaltechnik häufig eine wichtige Vorreiterrolle spielte.
Damit Sie den phantastischen Klang der One-point-Aufnahmen noch mehr genießen können, sollten Sie bei der Wiedergabe besonders sorgfältig auf folgende Punkte achten.
1. Sind die Lautsprecher links/rechts richtig aufgestellt und ist der Ballance-Regler in Mittenstellung? Hat der Raum keine akustisch extrem unterschiedlichen Wände? Ist genügend Ruhe, können Sie sich ganz auf die Musik konzentrieren (z. B. Raum abdunkeln)?
2. Die Anlage sollte einen genügend breiten Übertragungsbereich haben, die Lautstärke realitätsgetreu eingestellt sein, so dass Sie sich das Konzertpodium vor sich vorstellen können.
3. Eine Wiedergabe über Kopfhörer ist zwar nicht wie bei der Kunstkopf-Stereophonie erforderlich, wenn Sie aber einmal über Kopfhörer hören, werden Sie noch feinere Details und ein überwältigendes Raumgefühl wahrnehmen. Über Kopfhörer treten die Unterscheide zwischen One-point-Aufnahmen und Polymikrofonie-Aufnahmen besonders deutlich in Erscheinung.
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »jpsa« (23. Juni 2011, 02:09)


Accuphan

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  • »Accuphan« ist männlich

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Registrierungsdatum: 7. Februar 2007

8

Freitag, 15. Juli 2011, 21:43

Bei den Aufnahmen des RSO Frankfurt wurden immer Stützmikrophone verwendet - das haben mir Musiker des Orchesters erzählt.
Die Klangqualität ist in der Tat hervorragend. Den Klang des Orchesters in der Alten Oper habe ich damals sogar blind erkannt, als ich in Portland (Oregon) zufällig nachts an einem kleinen Radio bei der manuellen Sendersuche zufällig in Mahlers Erste 'reindrehte'. Das kenne ich doch, das klingt so vertraut. Und siehe da, es war Inbal mit meinem, äh, seinem Orchester...
"mit Bravour"