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Alfred_Schmidt

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1

Donnerstag, 2. September 2004, 13:56

Resteverwertung oder Meisterwerk ? - - - Bachs "Brandenburgische Konzerte"

Liebe Taminoianer,

Neu waren sie ja schon damals nicht, als Bach jene 6 Konzerte an seinen Auftraggeber (mit 2 Jahren Verspätung !) sandte, die heute als die "Brandenburgischen" bekannt sind. Er wird gewusst haben warum, denn Markgraf Christian Ludwig von Brandenburg zahlte Bach nicht einen Heller dafür.
Bach scheint geahnt zu haben, daß das kein lukrativer Auftrag war, den er da erhalten hatte, denn er nahm mehr oder weniger willkürlich älteres Notenmaterial, bearbeitete es teilweise, und stellte diesen Zyklus zusammen, über den er eine Widmung schrieb.

Aus diesem Grunde sind die Werke auch stilistisch unterschiedlich.

Die Schallplatten und CD-Aufnahmen sind überaus vielfältig. War es bis in die späten siebziger Jahre üblich, die Konzerte mit modernem Instrumentarium duch Kammerorchester einspielen zu lassen, verdrängten Orchester, die sich "Originalinstrumenten" bedienten fast schlagartig die alten Aufnahmen. Nikolaus Harnoncourt, bislang von vielen als "Spinner" angesehen, feierte Triumphe, ebenso die Herren Pinnock und Goebel mit ihren Einspielungen.
Heute hat sich die erste Begeisterung wieder gelegt, und man kann ohne gesteinigt zu werden auch wieder zugeben, daß man eine Aufnahme mit modernem Instrumentarium bevorzugt oder zumindest als gleichwertig betrachtet. (In diesem Falle bin ich persönlich aber eher ein Verfechter der historischen Interpretationspraxis, weil mir erst diese den Zugang zu diesen Werken ermöglichte, und natürlich der gar nicht historisch orientierte Karl Richter, aber der war eine Ausnahmeerscheinung).

Nun kommt meine Frage: Wie steht ihr überhaupt zu den Werken, bereiten sie Euch Genuss, oder empfindet Ihr sie als langweilig ?
(So ketzerisch die Frage klingt, so realistisch ist sie: etliche Leute (aus der Klassikszene) können mit den "Brandenburgischen" nichts anfangen)
Es könnte auch sein, daß es ein einzelnes Konzert ist, das euch begeistert, wie gesagt, der Zyklus (der ja in Wirklichkeit keiner ist) ist stilistisch sehr unterschiedlich.
Und jene, die sie gerne hören ,frage ich: Konventionelle oder HIP Aufnahme, was ist euch lieber ? Es kann natürlich auch geantwortet werden, daß beides akzeptiert, bzw gemocht wird.
Die Frage nach Euren Referenzaufnahmen ist in diesem Falle nur eine "Draufgabe" :D


Grüße aus Wien

Alfred

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BigBerlinBear

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2

Donnerstag, 2. September 2004, 15:53

Die "Brandenburgischen" gehörten zu meinen frühesten Begegnungen mit Bach; ich war 10 als ich die 2. Blockflöte im 4. spielen und 12 als ich die Flötenstimme im 2. zu übernehmen hatte :rolleyes:
Ich höre die Werke nicht allzu häufig und mag auch nicht alle gleich gern. Früher waren es vor allem Nr.2 und Nr. 4; heute sinds mehr Nr. 1
und Nr. 5, die ich besonders schätze. Aufnahmen gibt es wie Sand am Meer. Alfreds Favoritaufnahme mit der "Akademie für Alte Musik Berlin" ist mir persönlich ein wenig zu glatt. Ich denke, daß diese Werke durchaus
"Ecken und Kanten" haben, aber die Berliner Akademie macht daraus im übertragenen Sinne, das, was vor allem der späte Karajan mit seinem
"Stil" der Hochglanzpolituren an etlichen Werken der Klassik und Romantik verbrochen hat, will sagen, die Musik wird lediglich noch Erfüllungsgehilfe der Interpretation und DAS alleine kanns ja wohl nicht sein ! Inzwischen fast 20 Jahre alt, ist Reinhard Goebels Einspielung
der Werke mit Musika Antiqua Köln immer noch meine 1. Referenz.
Mit unbändiger und ungebremster Speilfreude wird auf die Werke zugegriffen und sie werden als Kompositionen eines JUNGEN Komponisten aufgefasst ! Man höre nur Goebels Spiel des Violino piccolo im 1. Satz des 4. Konzertes ! :]
Andreas Staier am Cembalo im 5. ist ebenfalls nicht zu verachten !





Wem Goebels Zugriff auf die Werke zu harsch erscheinen mag, kaufe sich Harnoncourts 2. Einspielung aus den 80gern, die, sehr spielfreudig, auch etwas für Ohren ist, die eher das "gemäßigte" schätzen !



Die "historischen" Aufnahmen unter Casals, Karajan, Klemperer sind
allenfalls von historischem Interesse, für die Rezeptionsgeschichte der Kompositionen jedoch sind sie nicht von Bedeutung.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Uwe

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3

Freitag, 3. September 2004, 19:15

Hallo Alfred,

ich kann die "Brandenburgischen" eigentlich immer wieder mit Genuss hören. Auch habe ich keine Probleme damit, wenn mal jemand die Klemperer oder Karajan-Version auflegt (besitze ich sie doch selber :D). Im Gegenteil, manchmal finde ich es sehr interessant und gerade auch hier sehr gut hör- und vergleichbar, wie sich der Interpretationsstil doch sehr verändert hat...
Wenn ich aber persönlich am meine Lieblings-CD's/LP's dieser Konzerte auflege, so sind dies (neben der schon erwähnten Goebel-Aufnahme) der "alte" Harnoncourt, der mir aus, wahrscheinlich nostalgischen Gründen näher ist, als die Aufnahme von 1985.



Dann Benjamin Britten, der ein sehr, sehr guter Dirigent war - nicht nur seiner eigenen Werke ( es gibt eine äußerst empfehlenswerte Schubert h-moll von ihm):



...und auch jener möge einmal erwähnt werden: Helmut Müller-Brühl lässt sehr schwungvoll, aber nicht zu flott spielen.



Gruß aus Hamburg
Uwe

BigBerlinBear

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4

Freitag, 3. September 2004, 21:28

Zitat

Uwe schrieb der "alte" Harnoncourt, der mir aus, wahrscheinlich nostalgischen Gründen näher ist, als die Aufnahme von 1985






Ja, der alte Harnoncourt hat natürlich auch was, aber die Naturhörner im 1. Konzert klingen als würde mein kleiner Neffe in einen Gartenschlauch tröten... Das war halt der Anfang des Spielens auf historischen Instrumenten. Die Britten-Aufnahme ist ganz sicher interessant: ich werde sie mir besorgen !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Alfred_Schmidt

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5

Samstag, 4. September 2004, 03:05

Hallo,


BigBerlinBear schrieb:


Zitat

Alfreds Favoritaufnahme mit der "Akademie für Alte Musik Berlin" ist mir persönlich ein wenig zu glatt. Ich denke, daß diese Werke durchaus
"Ecken und Kanten" haben, aber die Berliner Akademie macht daraus im übertragenen Sinne, das, was vor allem der späte Karajan mit seinem
"Stil" der Hochglanzpolituren an etlichen Werken der Klassik und Romantik verbrochen hat, will sagen, die Musik wird lediglich noch Erfüllungsgehilfe der Interpretation und DAS alleine kanns ja wohl nicht sein ! Inzwischen fast 20 Jahre alt, ist Reinhard Goebels Einspielung
der Werke mit Musika Antiqua Köln immer noch meine 1. Referenz.


Also, ohne jetzt den Anspruch zu erheben recht zu haben, muß ich sagen daß ich manches ganz anders sehe.
Musik sollte IMO niemals Ecken und Kanten haben, die wurden, so vorhanden, durch all die Jahrhunderte immer geglättet,.Wenn ich mir den Anfang der der Brandenburgischen Konzerte (1. Konzert) unter Harnoncourt (digital) anhöre, klingt es, als ob die falsch spielen würden !!
Wir sollten uns auch mal dem Thema Karajan widmen (es existiert seit 2 Monaten ein unberührter Thread), denn sein Stil, war es ja der ihn berühmt machte, aber darüber an anderer Stelle. Ich sehe es sicher nicht als Makel an, wenn ein Orchester ein Stück "auf Hochglanz poliert"
so wie ich auch eine elegante Sprache liebe und teures Eau de Cologne

Göbels "Brandenburgische" sind nicht unumstritten, hier übertrieb er IMO mächtig, aber ich bin kein Unparteiischer in dieser Hinsicht, ich mag Goebel und seine Formation nicht.

Wenn schon "rabiat", dann wenigstens "Il giardino armonico",die erhalten den Stücken trotzdem ihren Liebreiz. Im Falle der "Brandenburgischen Konzerte sind sie jedoch auffallend angepasst.


Ich habe diese Werke mit Göbel , mit Pinnock, mit Il giardino armonico und "Akademie für Alte Musik, Berlin" (Richter auf LP)

Irgendwann werde ich mir tatsächlich eine Aufnahme mit modernen Instrumenten zulegen, allerdings eher ein Kammerorchester.....


Gruß aus Wien
Alfred

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BigBerlinBear

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6

Samstag, 4. September 2004, 08:14

Alfred schrieb:

Zitat

Irgendwann werde ich mir tatsächlich eine Aufnahme mit modernen Instrumenten zulegen, allerdings eher ein Kammerorchester.....


Hallo Alfred: natürlich hast du, was die Hörner bei Harnoncourt angeht,
recht: die klingen wie Gartenschläuche, in die jemand hineinpustet, ich schrieb das bereits :rolleyes: Bei der Aufzeichnung mit der Berliner Akademie wurden die Blockflöten im 4. Konzert derart weit nach "hinten" gesetzt, daß von gleichberechtigter Spielbeteiligung der Solo-Instrumente im Sinne des "Concerto Grosso" , nichts anderes sind ja Bachs Werke, keine Rede mehr sein kann. Eine schöne, kammermuisikalische Aufnahme der Werke
mit modernen Instrumenten ist die unter Neville Marriner, inspiriert und
lebendig:

Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Uranus

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7

Mittwoch, 29. September 2004, 20:16

Brandenburgische Konzerte

Hallo,
ich besitze die Brandenburgischen Konzerte in der Einspielung von Harnoncourt und dem Concentus Musicus aus den 80er Jahren, also auf Original-Instrumenten. Die Aufnahme gefällt mir auch ausnehmend gut; dennoch wäre ich an einer Alternative auf modernen Instrumenten interessiert.
Hat jemand einen entsprechenden Tipp? Auch ein "großes" Orchester würde mich nicht schrecken...
Viele Grüße
Achim
Herzliche Grüße
Uranus

Klassikliebhaber

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8

Samstag, 30. Oktober 2004, 01:01

Diese Aufnahme hab ich mal angehört:

Rudolf Serkin/Klavier, Peter Serkin/Cembalo, Alexander Schneider/Violine, Marlboro Festival Orchestra/Pablo Casals. ADD/SBM. Sony Classical/CBS

Ich glaub,bei dem Auftritt des 5.Konzertes sollte Clara Haskil spielen,aber es spielte dann doch der Rudolf Serkin.

Zig Aufnahmen habe ich davon gehört und beim 5.sträuben sich mir alle Haare zu Berge,weil das Cembalo viel zu leise und zu künstlich klingt.

Ein modernes Klavier passt viel besser! So auch bei der oben genannten Aufnahme.

Ob sich Bach schon damals vorrausschauend gedacht hat,dass es eines Tages bessere Tasteninstrumente gebaut werden,und es damit besser klingt?

Gerrit_Stolte

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9

Dienstag, 25. Januar 2005, 08:27

Eigentlich locken mich die Konzerte nicht mehr hinter dem Ofen hervor oder vor die Lautsprecher. Dennoch werde ich demnächst mal ein Vergleichshören machen, zumindest punktuell. Grund dafür ist die Aufnahme des Ensembles La Stravaganza (Hamburg) mit dem Cembalisten Siegbert Rampe. Die Aufnahme ist 1993 bzw. 1995 entstanden und enthält neben den bekannten sechs Konzerten auch eine Frühfassung des 5. Konzerts sowie das Triplekonzerts.

Rampe hat zu der Erstveröffentlichung auch eine umfangreiche Abhandlung zu Enstehung, Instrumentieren, Aufführungspraxis etc. geschrieben, die im Beiheft abgedruckt ist.

Besonders interessant ist die Aufnahme für mich aus drei Gründen:

1. Das Cembalo ist im 5. Konzerts außerordentlich präsent und "gutklingend"
2. Das 1. Konzert habe ich bisher noch nicht derartig virtuos gehört

3. Laut Beiheft ist der Kammerton auf a'= 394 Hz (CD1) und 392 (CD2) festgelegt.

Ich müsste bei den anderen mir bekannten historischen Einspielungen (Goebel, Savall, Akademie für alte Musik, Harnoncourt I, Freiburger Barockorchester) zumindest noch mal nachschauen oder -hören, aber die müssten eigentlich alle bei a'> 400 Hz liegen.
Gruß,
Gerrit

der Lullist

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10

Dienstag, 25. Januar 2005, 09:00

Die Brandenburgischen Konzerte sind ja zwangsläufig eine der ersten Musiken mit der man in Berührung kommt wenn man anfängt Bach zu hören.
Zuerst konnte ich recht wenig mit diesen Werken anfangen, irgendwie sprachen mich die Orchestersuiten mehr an - war ja klar :D

Mittlerweile sehe ich diese 6 Konzerte aber in einem ganz anderen Licht.
Es gibt ja verschiedenen Einordnungen von Musikwissenschaftlern ob sie nun Concerti Grossi oder Solokonzerte seien - für mich ist das (...) Mittlerweile weiß ich das es noch eine dritte Kategorie gibt die Concerti per molti instrumenti wie sie von Heinichen oder Vivaldi für den sächsischen Hof geschrieben wurden. Bach folgt diesen beiden Modellen.

Bevor ich mich mit den Konzerten beschäftigt habe vergingen gut 6 Jahre nach dem letzten hören - weil Überdosis.
Ich legte mir die Interpretation der Tafelmusik unter Jeanne Lamon zu und ich endeckte die Konzerte von neuem.

Alfred_Schmidt

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11

Dienstag, 25. Januar 2005, 12:38

Hallo,

In meiner Jugend haben mich dies Konzert nicht sonderlich berührt.
Das mag aber darauf beruhen, daß ich die Werke lediglich via Schallplatte kennenlenrnte. Lautsprecher,auch gute, verfärben nun mal, und gerade, das ist für diese Stücke tödlich, hier ist es IMO notwendig feinste Klangfarben rauszuhören.
Seit fünf Jahren jedenfalls zählen die "Brandenburgischen Konzerte" zu meinen Favoriten, und ich habe viereindhalb Einspielungen (von Pinnock fehlen noch 3 Konzerte) davon, das meist innerhalb der letzen drei Jahre gekauft. In mittelferner Zukunft stehen noch Richters Einspielung (ich besitze sie bereits, aber nur auf Schallplatte) und die oben angeführte unter Siegbert Rampe auf meine Wunschliste. Auf Rampe wurde ich erst vor ca 18 Monaten aufmerksam, als ich mir eine von ihm aufgenommene CD mit Werken Graupners kaufte.
Übersättigung bei einzelen Werken kommt bei mir nun eigentlich überhaupt nicht mehr vor, sei es, weil die Samlung nun schon einigermaßen groß ist, sei es weil ich heute bewußter höre, als noch vor einigen Jahren.

Beste Grüße aus Wien

Alfred

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MStauch

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12

Dienstag, 25. Januar 2005, 19:07

Bei mir haben sich die Brandenburgischen Konzerte trotz doch immer wieder mal Hörens noch nicht ganz verbraucht. Für mich hat es etwas, auch das genau Gekannte immer mal wieder in anderen Interpretationen zu hören. Allerdings auch eine "Gebrauchsmusik", ich gestehe es, die auch mal nebenher läuft, wenn Besuch da ist oder auch wenn ich beim Kochen bin.
Hier stehen die Aufnahmen von Trevor Pinnock (mit den Orchester-Suiten, die ich auch immer noch sehr gern mag) - eine Aufnahme, die ich wegen ihrer Aufgewogenheit vielleicht unter allen am meisten schätze und auch tatsächlich am meisten höre.
Dann noch:
Reinhard Goebel mit Musica Antiqua (mit Eigenheiten), aber auch noch häufig gehört,
Il Giardino Armonico (wenn ich etwas Beschleunigung brauche)
Brüggen, Kuijkens, Bylsma, Leonhardt und
die Harnoncourt-Aufnahme aus Anfang der 80er Jahre.

Hier wurde auch Jeanne Lamon genannt. Die schätze ich sehr von den Händel Concerti Grossi. Wie ist diese Aufnahme einzuschätzen? Siegbert Rampe muß ich wohl auch noch näher treten.

Mit freundlichen Grüssen

Matthias
Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.

der Lullist

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13

Dienstag, 25. Januar 2005, 23:09

Also die Aufnahme mit Jeanne Lamon habe ich mir auf Empfehlung von Fono Forum zugelegt, da es ja bekanntlich ettliche Einspielungen gibt wollte ich eine Aufnahme die "historische Instrumente" benutzt. Dann war sie auch noch recht günstig und ich habe den Kauf bis Heute nicht bereut.

Wenn man hier Extravaganz erwartet ist man falsch beraten, ich würde diese Einspielung von der Interpretation her als gelungen und solide einschätzen, der Klang ist auch recht gut. Zumindest war diese Aufnahme mal Stern des Monats, die schlechteste kann es wohl nicht sein.
Aber die Aufnahme ist nun auch schon 10 Jahre alt, da kann es durchaus sein, dass mittlerweile etwas besseres zu haben ist.

ThomasBernhard

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14

Sonntag, 30. Januar 2005, 17:26

Hallo Leute



Möglicherweise werdet ihr dankbar sein für diesen "abwegigen" CD-Tip.
Furtwänglers Interpretation des Fünften Konzerts ist einfach herrlich. Joachim Kaiser bekommt sicher immer einen O..., wenn er Furtwängler die Kadenz am Flügel spielen hört, jedenfalls hat er diesen Mitschnitt in den Himmel gelobt, wobei ich ihm beipflichte. Zeit wird da ausser Kraft gesetzt, Musik im Freiflug, Furtwänglers Klavierspiel und -Klang ist einmalig. Exzessive Temposchwankungen
Im grossen und ganzen bevorzuge ich zwar bei den brandenburgischen Konzerten Aufnahmen mit historischen Orchestern, dennoch will ich mir weitere aufnahmen mit Flügel kaufen (Casals/serkin, perahia)

Es gibt noch eine Aufnahme mir Dimitri Mitropoulos als Dirigent und am Flügel - diese Aufnahhme taugt aber leider nichts.

Bei mir wuchs die Liebe zu den Brandenburgischen Konzerten recht langsam aber stetig, vielleicht macht das dem ein oder anderen auch noch hoffnung.

Gruß aus frankfurt
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good night and good luck

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Ulli

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Dienstag, 12. April 2005, 17:28

Salut,

für mich sind die Brandenburgischen Konzerte ein Fels in der Brandung. Die von mir favorisierten Aufnahmen sind:



mit Karl Richter und dem Münchener Bach-Orchester. Die Aufnahmen stammen von 1968 und haben eine hervorragende Qualität. Als "Zugabe" ist noch das Konzert für 3 Violinen BWV 1064R und das Konzert für Oboe und Violine BWV 1060R enthalten.

Cordialement,
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
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BigBerlinBear

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Dienstag, 12. April 2005, 17:40

Ulli hört :

Zitat

mit Karl Richter und dem Münchener Bach-Orchester. Die Aufnahmen stammen von 1968


Ja und genauso klingen sie auch. Ich meine, bei derartigen Einspielungen immer das persönliche Leid Karl Richters darüber zu verspüren, daß Bach (Mist auch) NICHT Richard Wagner war :(
Als Zeitdokument mag die Einspielung ihre Berechtigung haben, als Referenzaufnahme hätte sie jedoch auch im Jahr 1968, (da war Marriner mit seiner "Akademie" schon im Kommen, nicht getaugt.
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Ulli

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17

Dienstag, 12. April 2005, 18:06

Salut,

das kann ich eigentlich nicht bestätigen, ich finde die Einspielungen sehr frisch gestaltet [Richter am Cembalo], meinetwegen: manchmal ein wenig herrisch. Aber für den Geschmack der 68er Zeit ziemlich in Ordnung.

Cordialement,
Ulli
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der Lullist

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18

Dienstag, 12. April 2005, 19:32

Also ganz so extrem sehe ich das auch nicht, die Aufnahmen Karl Richters sind eigentlich immer noch ganz anhörbar. Auch die Ouvertüren, da hab ich schon schlimmeres mitbekommen.
Mir gefällt's!

Aber ich habe ja ohnehin einen Faibel für die Interpretation der Barockmusik aus den 60ern und 70ern.

BigBerlinBear

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Dienstag, 12. April 2005, 20:01

der Lullist konstatiert:

Zitat

Aber ich habe ja ohnehin einen Faibel für die Interpretation der Barockmusik aus den 60ern und 70ern.


Ja, und ich gehöre einer Generation an, die diese Zeit noch "live" und als Musiker miterlebt hat und als Schüler Joshua Rifkins bin ich wohl für derartig üppiges Barockspiel nicht mehr zu retten :D
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der Lullist

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20

Dienstag, 12. April 2005, 20:13

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass die Verkleinerung der Ensembles ein Fehler ist.
Dann kann man natürlich auch die Vorwürfe "Blutleer" "Akademisch" auch nachvollziehen.
Bei aller historischen Genauigkeit, aber war es nicht üblich z.B. in Rom die Concerti Grossi mit wahren Streichermassen aufzuführen?
Lullys Te Deum soll mit 150 Musikern aufgeführt worden sein, manche Zeitgenossen behaupten sogar 300 Musiker - das wäre dann der gesammte Bestand an Musikern in Versailles.

Also ich mag diese alten Aufnahmen und gerade die Richter Interpretationen fand ich immer hervorragend.
Man muß ja nicht gleich soweit gehen wie Leopold Stokowsky - obwohl selbst das gut ist.

salisburgensis

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21

Montag, 18. April 2005, 11:56

Ulli schreibt:

Zitat

Richter am Cembalo


Also das Wort Cembalo würde ich nicht für das Ding gebrauchen, welches Karl Richter da spielt, vielleicht eher sowas wie Eierschneider. Kein Wunder, wenn diese Instrumente als Nähmaschine und dergleichen betitelt wurden. Der Klang dieser Dinger hat kaum etwas mit einem "richtigen" Cembalo zu tun, ist völlig steril.

Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

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22

Montag, 18. April 2005, 12:23

salisburgensis meint:

Zitat

Also das Wort Cembalo würde ich nicht für das Ding gebrauchen, welches Karl Richter da spielt, vielleicht eher sowas wie Eierschneider. Kein Wunder, wenn diese Instrumente als Nähmaschine und dergleichen betitelt wurden. Der Klang dieser Dinger hat kaum etwas mit einem "richtigen" Cembalo zu tun, ist völlig steril. Thomas


Mich nervt diese mit 4 Füssen versehne "Harfe" oder watt das da ist, schon als Continuo-Instrument, wo es völlig unangemessen vor sich hinklirrt, aber was dann im 5. Konzert abgeht, wo sich Richter ermutigt fühlt auch noch "laut" auf dem Dingda zu spielen, hätte den alten Bach glatt aus dem Grabe gerissen, wär sowas wirklich von München bis Leipzig hörbar gewesen :rolleyes:
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romeo&julia

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23

Dienstag, 28. Juni 2005, 09:10

Hallo zusammen

Ja lieber Matthias

Die Aufnahme Il Giardino Armonico von Teldec ist sicherlich eine der besten Aufnahmen dieser Konzerte. Wir möchten aber unbedingt noch auf die Aufnahme der Akademie für Alte Musik Berlin mit Midori Seiler der harmonia mundi France hinweisen. Sehr schnell aber trotzdem vielschichtig und differenziert vorgetragen und Frau Seiler spielt einfach hinreissend Geige.



Übrigens zur Zeit sehr günstig zu erwerben.

Viele Grüsse

romeo&julia

Pius

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24

Dienstag, 28. Juni 2005, 23:21

Hallo!
Resteverwertung oder Meisterwerk?
Beides! Wer sagt denn, daß sich das gegenseitig ausschließt? Da hat Bach doch mehrfach den Gegenbeweis angetreten...
Die Brandenburgischen Konzerte sind die ersten Werke von Bach, die ich näher kennengelernt habe, und ich höre sie immer wieder gerne.
Übrigens hat Bach das Konzert Nr.4 nochmal wiederverwertet - als Konzert für Cembalo und 2 Flöten BWV 1057 (= Klavierkonzert Nr.6).
Kennengelernt habe ich die BBKs durch die Aufnahme Maazel/Berliner RSO, die ich nicht mehr höre, weil ich sie recht schlecht finde (ganz schlimm: bei BBK 5 hört man das Cembalo kaum).
Am meisten höre ich meine Harnoncourt/Concentus Musicus-Aufnahme (die ältere); dann habe ich noch Marriner/AoSMiF ,höre ich auch gerne.
Viele Grüße,
Pius.

Mr.Deeds

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25

Donnerstag, 5. Januar 2006, 22:09

Hallo,

es soll wohl um Rudolf Serkin und Adolf Busch eine Aufnahme der BB Konzerte aus den 30er/40er Jahren geben. Gibt es die wirklich? Und kennt sie jemand? Sind die toll oder kurios?

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Registrierungsdatum: 25. Oktober 2005

26

Donnerstag, 5. Januar 2006, 22:15

Kurios.
Mind, body & soul

Mr.Deeds

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Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

27

Donnerstag, 5. Januar 2006, 22:38

Sind davon wohl diese tollen japanischen Lps zu haben?

tom

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Freitag, 6. Januar 2006, 01:48

Eine interessante Variante des Umgangs mit diesem Zyklus bieten die Pianistinnen Sontraud Speidel und Eveline Trenkner. Die beiden Damen haben die Transkiption des Großmeisters Max Reger aus dem Jahr 1905 für Klavier zu vier Händen bei dem Edellabel MDG eingespielt. Wer hier Historismus à la Hanoncourt oder Leonhardt oder eine barocke Aufführungsästhetik erwartet, wird schnell eines besseren belehrt. In vorelektroakustischen Zeiten war es eben üblich, daß solche Orchesterjuwelen minimiert worden sind, um ein Kennenlernen dieser Stücke auch zum Hausgebrauch zu ermöglichen. Man kann natürlich Mutmaßungen darüber anstellen, welchen Sinn denn eine solche Aufnahme in der heutigen Zeit macht, wo nahezu jedermann/-frau über eine Wiedergabemöglichkeit von CDs oder Schallplatten verfügt. Wie dem auch sei, eine interessante und klangtechnisch, wie üblich bei diesem Label, tolle Variante, wenn vielleicht auch nur für die Niesche, bieten diese beiden Damen.

Robert Stuhr

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Registrierungsdatum: 24. September 2005

29

Freitag, 6. Januar 2006, 19:54

Zitat

Original von Mr.Deeds
Sind davon wohl diese tollen japanischen Lps zu haben?


Das Konzert Nr.5 BWV 1050 mit Adolf Busch und den Busch Chamber Players ist auf einer Andante-Box mit Bachscher Orchestermusik erschienen. Wenn ich mich nicht sehr irre, gibt es alle BK und die Orchestersuiten in einer EMI-Box.

Übrigens hat auch Altmeister Alfred Cortot die BK eingespielt, kpl als EMI- Box. Die Andante-Box enthält von ihm das BK Nr.4 BWV 1049.

Die Andante- Box ist noch lieferbar, die EMI-Boxen sind oop. Der Klang der EMI-Boxen ist nicht sonderlich befriedigend, die Interpretationen naturgemäß auf dem Stand der 30er Jahre, aber nicht so stark romantisierend, wie man vielleicht erwartet hätte (nur bei Busch).

Nähere Einzelheiten zu den EMI-Boxen kann ich derzeit nicht machen, weil meine ganze CD-Sammlung in Umzugskisten verpackt liegt und ich vermutlich erst in einigen Wochen (nach dem Umzug) wieder Zugriff habe.

Außerdem gibt es von Pearl eine Box mit allen BK und den Orchestersuiten, mit Serge Koussevitzky am Pult des Boston SO.
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
gott füße hat,
zu füßen gottes sitzt
bach,
nicht
der magistrat von leipzig
(Reiner Kunze, Auf eigene Hoffnung, Gedichte)

Uranus

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Registrierungsdatum: 11. August 2004

30

Montag, 6. März 2006, 13:21

Kennt jemand von Euch die Neueinspielung der BK des Concerto Italiano unter Rinaldo Alessandrini auf Naive?
Ich habe diese Doppel-CD (+DVD) soeben als Prämie als neuer Abo-Kunde von Fonoforum erhalten und wollte diese, da ich schon zwei gute Einspielungen besitze, eigentlich originalverpackt weiterverkaufen. Jetzt lese ich aber überall (ClassicsToday, Rondo, Klassik-Heute), dass es sich um eine herausragende Einspielung handeln soll und gerate ins Grübeln... ?(
Herzliche Grüße
Uranus