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zweiterbass

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1

Dienstag, 5. Februar 2013, 01:37

Distler, Hugo - Das Chorliederbuch

Hallo,

ich beziehe mich auf die Beiträge zur Vertonung "Der Gärtner".

Es ist mir schon klar, dass ein Kunstlied nicht unbedingt mit einem Chorsatz (3. Fassung) von Hugo Distler verglichen werden kann. Was ich jedoch vergleichen kann ist, welche Vertonung für mich näher am Text liegt (Die nachfolgende Reihenfolge ist keine qualitative Wertung, mehr was sofort auffällt):

1. Nicht nur durch die linke Hand der Klavierstimme wird durchgängig das gerittene "Rösslein" dargestellt und quasi als beherrschendes Moment zu Gehör gebracht.
2. Distler deutet reiten durch die punkt. Achtel-, die Sechzehntel- und Achtelnote auf "Röss".. in Tenor 1 und 2 an, nicht im Bass, wodurch die Reitbewegung auch gehört werden kann, aber eben nur "auch".
3. Mörikes Gedicht(e, wie viele?) zeichnet sich dadurch aus, dass die Textzeilen (oder Teile daraus) der Strophen inhaltlich/vom Gefühl/vom Ausdruck Gleiches oder zumindest sehr Ähnliches darstellen. (Ich verweise hierzu auf meinen Beitrag Nr. 34 "Schön Rohtraud" im Thread "Hugo Distler - Neuerer…"); dies spricht für eine strophenartige Vertonung.
4. Distler wiederholt in jeder Strophe, erst den 1. und dann den 2. Teil der 2. Textzeile - auf die 1. Strophe bezogen bedeutet dies - "die schönste Prinzessin" und "reit't durch die Allee" sind für ihn das Ausschlaggebende der Aussage und damit auch für die Vertonung.
5. Distler wiederholt "die schönste Prinzessin" mit der gleichen Melodiephrase, aber um einen Ganzton höher, dadurch neben textlich auch noch musikalisch die Wichtigkeit besonders betont, während er "reit/ja durch die Allee" auf dem letzten Ton der Wiederholung von "die schönste Prinzessin" vertont und den Ton vier Mal wiederholt - die Wiederholung ebenso - und damit dem Alleehaften Ausdruck gibt.
6. Von Alle dem ist bei Wolf nichts zu hören, im Gegenteil: "wie der Schnee" ist in der Tonlage höher als "die schönste Prinzessin" (?) und "reit't durch die Allee" ist musikalisch eher ein Berg- und Talwanderweg als ein Alleeweg. Wolfs Wiederholung der 2. Textzeile insgesamt der letzten Strophe bringt nicht die Wirkung der Betonung, wie sie Distler durch die Wiederholung von Satzteilen (in jeder Strophe) erzeugt.

Ich habe mir nun die meisten Interpretationen der Wolfvertonung auf youtube angehört - reiterhaft ist der Klavierpart und betont dies sehr, die Melodie hört sich für mich etwas einfach, um nicht zu sagen simpel an und die Harmonik als schlicht zu bezeichnen, wäre für mich unpassend, sie ist für mich langweilig, ohne Reiz.

Ganz anders der Chorsatz von Distler: Er trifft mit einer ausgefeilten Harmonik und z. T. eigenwilligen Chromatikübergängen das Märchenhafte, Geheimnisvolle, das eigentlich rational nicht Nachvollziehbare des Vorgangs exzellent. Dies auszudrücken hat der Chorsatz m. E. bessere Voraussetzungen - aber den Chorsatz für Klavier und Tenor bearbeitet, würde die Wolfvertonung ebenso um Längen schlagen, was die Nähe der Musik am Text betrifft.

Viele Grüße
zweiterbass


Nachsatz: Besonders gespannt bin ich nun auf die Antwort/Entgegnung von Helmut Hofmann.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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2

Dienstag, 5. Februar 2013, 01:37

Distler, Hugo - Das Mörike-Chorliederbuch

Hallo,

ich beziehe mich auf die Beiträge zur Vertonung "Der Gärtner".

Es ist mir schon klar, dass ein Kunstlied nicht unbedingt mit einem Chorsatz (3. Fassung) von Hugo Distler verglichen werden kann. Was ich jedoch vergleichen kann ist, welche Vertonung für mich näher am Text liegt (Die nachfolgende Reihenfolge ist keine qualitative Wertung, mehr was sofort auffällt):

1. Nicht nur durch die linke Hand der Klavierstimme wird durchgängig das gerittene "Rösslein" dargestellt und quasi als beherrschendes Moment zu Gehör gebracht.
2. Distler deutet reiten durch die punkt. Achtel-, die Sechzehntel- und Achtelnote auf "Röss".. in Tenor 1 und 2 an, nicht im Bass, wodurch die Reitbewegung auch gehört werden kann, aber eben nur "auch".
3. Mörikes Gedicht(e, wie viele?) zeichnet sich dadurch aus, dass die Textzeilen (oder Teile daraus) der Strophen inhaltlich/vom Gefühl/vom Ausdruck Gleiches oder zumindest sehr Ähnliches darstellen. (Ich verweise hierzu auf meinen Beitrag Nr. 34 "Schön Rohtraud" im Thread "Hugo Distler - Neuerer…"); dies spricht für eine strophenartige Vertonung.
4. Distler wiederholt in jeder Strophe, erst den 1. und dann den 2. Teil der 2. Textzeile - auf die 1. Strophe bezogen bedeutet dies - "die schönste Prinzessin" und "reit't durch die Allee" sind für ihn das Ausschlaggebende der Aussage und damit auch für die Vertonung.
5. Distler wiederholt "die schönste Prinzessin" mit der gleichen Melodiephrase, aber um einen Ganzton höher, dadurch neben textlich auch noch musikalisch die Wichtigkeit besonders betont, während er "reit/ja durch die Allee" auf dem letzten Ton der Wiederholung von "die schönste Prinzessin" vertont und den Ton vier Mal wiederholt - die Wiederholung ebenso - und damit dem Alleehaften Ausdruck gibt.
6. Von Alle dem ist bei Wolf nichts zu hören, im Gegenteil: "wie der Schnee" ist in der Tonlage höher als "die schönste Prinzessin" (?) und "reit't durch die Allee" ist musikalisch eher ein Berg- und Talwanderweg als ein Alleeweg. Wolfs Wiederholung der 2. Textzeile insgesamt der letzten Strophe bringt nicht die Wirkung der Betonung, wie sie Distler durch die Wiederholung von Satzteilen (in jeder Strophe) erzeugt.

Ich habe mir nun die meisten Interpretationen der Wolfvertonung auf youtube angehört - reiterhaft ist der Klavierpart und betont dies sehr, die Melodie hört sich für mich etwas einfach, um nicht zu sagen simpel an und die Harmonik als schlicht zu bezeichnen, wäre für mich unpassend, sie ist für mich langweilig, ohne Reiz.

Ganz anders der Chorsatz von Distler: Er trifft mit einer ausgefeilten Harmonik und z. T. eigenwilligen Chromatikübergängen das Märchenhafte, Geheimnisvolle, das eigentlich rational nicht Nachvollziehbare des Vorgangs exzellent. Dies auszudrücken hat der Chorsatz m. E. bessere Voraussetzungen - aber den Chorsatz für Klavier und Tenor bearbeitet, würde die Wolfvertonung ebenso um Längen schlagen, was die Nähe der Musik am Text betrifft.

Viele Grüße
zweiterbass


Nachsatz: Besonders gespannt bin ich nun auf die Antwort/Entgegnung von Helmut Hofmann.
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Helmut Hofmann

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3

Dienstag, 5. Februar 2013, 12:00

Dank an zweiterbass, dass er den Blick auf die Vertonung der Mörike-Lyrik um eine gattungsmäßig neue Dimension erweitert hat. Ich vermag selbst dazu nicht viel zu sagen, da ich mich mit Chormusik bislang nicht näher beschäftigt habe, mir also die Urteilkriterien fehlen. Aber ich habe mir, nachem sich zweiterbass erfreulicherweise hier dazu geäußert hat, diese Distler-Vertonung in der dritten Fassung natürlich angehört.

Es ist in der Tat so, dass man hier schwer Vergleiche anstellen kann. Es handelt sich um eine Vertonung von Lyrik mit anderen musikalischen Mitteln. Vor allem - und das mag banal klingen, ist es aber nicht - fehlt hier die klangliche Aussage, die sich aus dem Dialog zwischen Singstimme und Klavier ergibt. Auf der anderen Seite kann der Chorsatz etwas einbringen, was im Klavierlied nicht möglich ist: Die differenzierte Harmonik und Rhythmik, die sich aus dem Zusammenspiel der Stimmen ergibt. Das ist hier sehr schön zu vernehmen. Eine tänzerische Rhythmisierug ergibt sich zum Beispiel daraus, dass an manchen Stellen eine Stimmengruppe der anderen vorauseilt und von dieser dann wieder eingheholt wird, auf dass die gemeinsame Skandierung sich wieder einstellt.

Zu der Feststellung von zweiterbass "die Melodie hört sich für mich etwas einfach, um nicht zu sagen simpel an und die Harmonik als schlicht zu bezeichnen, wäre für mich unpassend, sie ist für mich langweilig, ohne Reiz."... möchte ich mich nicht äußern. Das ist ein subjektives Urteil, das jedem auf seine Weise zusteht.

Was den Aspekt "Nähe zum Text anbelangt", so ist zu bedenken, dass man diesen Begriff "Nähe" unterschiedlich definieren kann. Das gilt schon für das Klavierlied: Textnähe ist für Schubert etwas anderes als für Hugo Wolf. Und es gilt erst recht für das Chorlied im Vergleich zum Klavierlied, - eben weil ersteres mit anderen Mittel arbeitet und infolgesssen anders am lyrischen Text ansetzen muss. Auffällig ist, dass Distler offensichtlich den Schwerpunkt seiner musikalischen Aussage auf das Geschehen in diesem Gedicht legt, - und das emotional-evokative Potential der lyrischen Bilder nicht so stark berücksichtigt. Man kann das sehr schön daran erkennen, dass er bei der zweiten Versgruppe der Strophen zu dem Mittel der Wiederholung greift. Es wird musikalisch herausgestellt, dass da eine "schönste Prinzessin" "durch die Allee" reitet, und dass der Sand wie Gold blinkt. Zu diesem Schwerpunkt auf dem Geschehen passt auch die Rhythmisierung.

Das ist in der Tat ein anderer Akzent - oder eine andere Perspektive - was den Aspekt Textnähe betritt. Worin diese Textnähe bei Hugo Wolf besteht und welche Perspektive sie ihrerseits aufweist, das wurde in der Besprechung des Liedes in Beitrag 153f. ja dargestellt und muss deshalb hier nicht noch einmal wiederholt werden.

Helmut Hofmann

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4

Dienstag, 5. Februar 2013, 12:00

Dank an zweiterbass, dass er den Blick auf die Vertonung der Mörike-Lyrik um eine gattungsmäßig neue Dimension erweitert hat. Ich vermag selbst dazu nicht viel zu sagen, da ich mich mit Chormusik bislang nicht näher beschäftigt habe, mir also die Urteilkriterien fehlen. Aber ich habe mir, nachem sich zweiterbass erfreulicherweise hier dazu geäußert hat, diese Distler-Vertonung in der dritten Fassung natürlich angehört.

Es ist in der Tat so, dass man hier schwer Vergleiche anstellen kann. Es handelt sich um eine Vertonung von Lyrik mit anderen musikalischen Mitteln. Vor allem - und das mag banal klingen, ist es aber nicht - fehlt hier die klangliche Aussage, die sich aus dem Dialog zwischen Singstimme und Klavier ergibt. Auf der anderen Seite kann der Chorsatz etwas einbringen, was im Klavierlied nicht möglich ist: Die differenzierte Harmonik und Rhythmik, die sich aus dem Zusammenspiel der Stimmen ergibt. Das ist hier sehr schön zu vernehmen. Eine tänzerische Rhythmisierug ergibt sich zum Beispiel daraus, dass an manchen Stellen eine Stimmengruppe der anderen vorauseilt und von dieser dann wieder eingheholt wird, auf dass die gemeinsame Skandierung sich wieder einstellt.

Zu der Feststellung von zweiterbass "die Melodie hört sich für mich etwas einfach, um nicht zu sagen simpel an und die Harmonik als schlicht zu bezeichnen, wäre für mich unpassend, sie ist für mich langweilig, ohne Reiz."... möchte ich mich nicht äußern. Das ist ein subjektives Urteil, das jedem auf seine Weise zusteht.

Was den Aspekt "Nähe zum Text anbelangt", so ist zu bedenken, dass man diesen Begriff "Nähe" unterschiedlich definieren kann. Das gilt schon für das Klavierlied: Textnähe ist für Schubert etwas anderes als für Hugo Wolf. Und es gilt erst recht für das Chorlied im Vergleich zum Klavierlied, - eben weil ersteres mit anderen Mittel arbeitet und infolgesssen anders am lyrischen Text ansetzen muss. Auffällig ist, dass Distler offensichtlich den Schwerpunkt seiner musikalischen Aussage auf das Geschehen in diesem Gedicht legt, - und das emotional-evokative Potential der lyrischen Bilder nicht so stark berücksichtigt. Man kann das sehr schön daran erkennen, dass er bei der zweiten Versgruppe der Strophen zu dem Mittel der Wiederholung greift. Es wird musikalisch herausgestellt, dass da eine "schönste Prinzessin" "durch die Allee" reitet, und dass der Sand wie Gold blinkt. Zu diesem Schwerpunkt auf dem Geschehen passt auch die Rhythmisierung.

Das ist in der Tat ein anderer Akzent - oder eine andere Perspektive - was den Aspekt Textnähe betritt. Worin diese Textnähe bei Hugo Wolf besteht und welche Perspektive sie ihrerseits aufweist, das wurde in der Besprechung des Liedes in Beitrag 153f. ja dargestellt und muss deshalb hier nicht noch einmal wiederholt werden.

Dr. Holger Kaletha

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5

Dienstag, 5. Februar 2013, 23:25

Zu dem hochinteressanten Vergleich Distler-Wolf kann ich leider nichts beisteuern, weil ich die Distler-Aufnahme nicht habe! :( "Der Gärtner" ist bei youtube nicht zu finden, wohl aber der Feuerreiter.

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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6

Dienstag, 5. Februar 2013, 23:25

Zu dem hochinteressanten Vergleich Distler-Wolf kann ich leider nichts beisteuern, weil ich die Distler-Aufnahme nicht habe! :( "Der Gärtner" ist bei youtube nicht zu finden, wohl aber der Feuerreiter.

Schöne Grüße
Holger

zweiterbass

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7

Donnerstag, 7. Februar 2013, 21:58

Hallo,

es ist tatsächlich fast unmöglich, Wolfs Vertonung "Gebet" mit der von Distler zu vergleichen. Zweierlei kann aber denoch festgestellt werden.

Die kürzesten Interpretationen für Wolf, die auf youtube zu hören sind, bewegen sich zwischen 2.01 und 2.13 (den Ausreißer mit 1.46 außer Acht lassend). Distler wiederholt die 1. Strophe und benötigt 2.19 und das, obwohl er auch noch die für ihn typischen Wort- und Verswiederholungen hat - das Distlersche Tempo ist also nicht so getragen, weniger "fromm und innig", wie Wolf als Liedvortrag angibt.

Die für Distler typischen Wort- und Verswiederholungen bringen in Verbindung mit der kanonartigen Frauen-Chorstimmführung eine musikalische Textverdichtung, -verdeutlichung, die hörenswert ist. (Z. B. auch Schubert verwendet Wort- oder Verswiederholungen, wenn er dem Text besonders/ausnehmend hohe Bedeutung beimißt und dies und das Verständnis dafür durch die Wiederholung noch extra betonen will, dies meist in einer höheren Stimmlage und/oder einem hervorgehobenen Klaviersatz.)

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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8

Donnerstag, 7. Februar 2013, 21:58

Hallo,

es ist tatsächlich fast unmöglich, Wolfs Vertonung "Gebet" mit der von Distler zu vergleichen. Zweierlei kann aber denoch festgestellt werden.

Die kürzesten Interpretationen für Wolf, die auf youtube zu hören sind, bewegen sich zwischen 2.01 und 2.13 (den Ausreißer mit 1.46 außer Acht lassend). Distler wiederholt die 1. Strophe und benötigt 2.19 und das, obwohl er auch noch die für ihn typischen Wort- und Verswiederholungen hat - das Distlersche Tempo ist also nicht so getragen, weniger "fromm und innig", wie Wolf als Liedvortrag angibt.

Die für Distler typischen Wort- und Verswiederholungen bringen in Verbindung mit der kanonartigen Frauen-Chorstimmführung eine musikalische Textverdichtung, -verdeutlichung, die hörenswert ist. (Z. B. auch Schubert verwendet Wort- oder Verswiederholungen, wenn er dem Text besonders/ausnehmend hohe Bedeutung beimißt und dies und das Verständnis dafür durch die Wiederholung noch extra betonen will, dies meist in einer höheren Stimmlage und/oder einem hervorgehobenen Klaviersatz.)

Viele Grüße
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Helmut Hofmann

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9

Freitag, 8. Februar 2013, 11:13

Hugo Distler gehört - mit Hugo Wolf und Othmar Schoeck zusammen - zu jenen Komponisten, die sich der Lyrik Mörikes besonders intensiv widmeten. Im Jahre 1939 erschien sein Mörike-Chorlieder-Buch op.19, in dem sich auch Vertonungen von Gedichten finden, die Hugo Wolf zur Grundlage einer Liedkomposition gemacht hat.

Wie ich schon sagte, bin ich dankbar dafür, dass zweiterbass auf diese Distler-Vertonungen Mörikes hier aufmerksam macht und sie kommentiert, denn das bringt eine Erweiterung des Blicks auf die Mörike-Lyrik und die Formen ihrer Vertonung mit sich. Ich denke aber, er wird Verständnis dafür haben, dass ich meinerseits dazu nicht in jedem Einzelfall Stellung nehmen kann. Mein Thema hier ist Hugo Wolf, - und mit dem habe ich gerade genug zu tun. Ich gehöre leider nicht zu jenem Ideal-Typus von Tamino-Mitglied, der in der Lage ist, an einem Tag zu gleich drei und mehr Themen Beiträge einzustellen.

Ich habe mir diese Chorliedfassung von "Gebet" natürlich dennoch angehört. Interessant ist, wie Distler die Möglichkeiten des Chorliedes nutzt, um bestimmte Aussagen des lyrischen Textes musikalisch besonders herauszuarbeiten. Dadurch, dass er die Stimmen gegenläufig einsetzt, gibt er der zweiten Strophe eine deutlich stärkeres Gewicht. Während die eine Stimmgruppe das "Wollest mit Freuden / Und wollest mit Leiden" wiederholt, lagert sich die andere Stimmegruppe mit dem Vers "Mich nicht überschütten" darüber (oder darunter). Dadurch erhält diese Bitte eine ganz besondere Nachdücklichkeit.

Das ist eine kompositorische Möglichkeit, die gattungsspezifisch ist, und die Hugo Wolf natürlich nicht zur Verfügung hat. Wie überhaupt - zweiterbass hat dies ja auch betont - ein Vergleich zwischen Distler und Wolf im Grunde nut beschäränkt möglich ist. Das Tertium comparationis ist der lyrische Text. Und das einzige, was man hier sinnvollerweise machen kann, das ist, herauszuarbeiten, welche musikalischen Akzente die Komponisten auf bestimmte Aussage desselben setzen und wie sie ihn generell gelesen haben.

Helmut Hofmann

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10

Freitag, 8. Februar 2013, 11:13

Hugo Distler gehört - mit Hugo Wolf und Othmar Schoeck zusammen - zu jenen Komponisten, die sich der Lyrik Mörikes besonders intensiv widmeten. Im Jahre 1939 erschien sein Mörike-Chorlieder-Buch op.19, in dem sich auch Vertonungen von Gedichten finden, die Hugo Wolf zur Grundlage einer Liedkomposition gemacht hat.

Wie ich schon sagte, bin ich dankbar dafür, dass zweiterbass auf diese Distler-Vertonungen Mörikes hier aufmerksam macht und sie kommentiert, denn das bringt eine Erweiterung des Blicks auf die Mörike-Lyrik und die Formen ihrer Vertonung mit sich. Ich denke aber, er wird Verständnis dafür haben, dass ich meinerseits dazu nicht in jedem Einzelfall Stellung nehmen kann. Mein Thema hier ist Hugo Wolf, - und mit dem habe ich gerade genug zu tun. Ich gehöre leider nicht zu jenem Ideal-Typus von Tamino-Mitglied, der in der Lage ist, an einem Tag zu gleich drei und mehr Themen Beiträge einzustellen.

Ich habe mir diese Chorliedfassung von "Gebet" natürlich dennoch angehört. Interessant ist, wie Distler die Möglichkeiten des Chorliedes nutzt, um bestimmte Aussagen des lyrischen Textes musikalisch besonders herauszuarbeiten. Dadurch, dass er die Stimmen gegenläufig einsetzt, gibt er der zweiten Strophe eine deutlich stärkeres Gewicht. Während die eine Stimmgruppe das "Wollest mit Freuden / Und wollest mit Leiden" wiederholt, lagert sich die andere Stimmegruppe mit dem Vers "Mich nicht überschütten" darüber (oder darunter). Dadurch erhält diese Bitte eine ganz besondere Nachdücklichkeit.

Das ist eine kompositorische Möglichkeit, die gattungsspezifisch ist, und die Hugo Wolf natürlich nicht zur Verfügung hat. Wie überhaupt - zweiterbass hat dies ja auch betont - ein Vergleich zwischen Distler und Wolf im Grunde nut beschäränkt möglich ist. Das Tertium comparationis ist der lyrische Text. Und das einzige, was man hier sinnvollerweise machen kann, das ist, herauszuarbeiten, welche musikalischen Akzente die Komponisten auf bestimmte Aussage desselben setzen und wie sie ihn generell gelesen haben.

Dr. Holger Kaletha

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11

Freitag, 8. Februar 2013, 11:41

Die für Distler typischen Wort- und Verswiederholungen bringen in Verbindung mit der kanonartigen Frauen-Chorstimmführung eine musikalische Textverdichtung, -verdeutlichung, die hörenswert ist. (Z. B. auch Schubert verwendet Wort- oder Verswiederholungen, wenn er dem Text besonders/ausnehmend hohe Bedeutung beimißt und dies und das Verständnis dafür durch die Wiederholung noch extra betonen will, dies meist in einer höheren Stimmlage und/oder einem hervorgehobenen Klaviersatz.

Lieber zweiterbaß,

das Verfahren der Wiederholung stammt ja aus der Rhetorik - und die Tradition musikalischer Rhetorik, die das Musikverständnis in Europa über Jahrhunderte geprägt hat, ist bei der Liedvertonung besonders dominant. Der Ruf der Rhetorik ist aber immer ein zweifelhafter gewesen: Einerseits dient die rhetorische Bekräftigung - zu der die Wiederholung gehört - der Sinnverdeutlichung, steht aber zugleich im Verdacht, mehr zu überreden denn zu überzeugen, d.h. primär auf Wirkung zu zielen. Deswegen gerät die musikalische Wiederholung in den Verdacht, nur eine Floskel zu sein. Schönberg z. B. mokiert sich über die Wiederholungen in "An der schönen blauen Donau", obwohl er natürlich diesen Wiener Walzer gleichwohl sehr schön findet. Ich finde, es ist ein Vorurteil, wenn man immer wieder lesen kann, daß Wiederholungen von Worten, Zeilen, Strophen im Lied nur Floskeln seien. Man sollte vielmehr genau schauen, welchen kompositorischen Sinn sie konkret haben. Auch Wolf wiederholt die Zeite "Doch in der Mitten" - warum wohl? Dies dient dazu, den Schluß "abzusetzen", d.h. einen formalen und semantischen Einschnitt zu realisieren.

Ich freue mich wirklich, Distler kennenzulernen, weil man hier auch noch Orttmar Schoeck zum Vergleich hat.

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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12

Freitag, 8. Februar 2013, 11:41

Die für Distler typischen Wort- und Verswiederholungen bringen in Verbindung mit der kanonartigen Frauen-Chorstimmführung eine musikalische Textverdichtung, -verdeutlichung, die hörenswert ist. (Z. B. auch Schubert verwendet Wort- oder Verswiederholungen, wenn er dem Text besonders/ausnehmend hohe Bedeutung beimißt und dies und das Verständnis dafür durch die Wiederholung noch extra betonen will, dies meist in einer höheren Stimmlage und/oder einem hervorgehobenen Klaviersatz.

Lieber zweiterbaß,

das Verfahren der Wiederholung stammt ja aus der Rhetorik - und die Tradition musikalischer Rhetorik, die das Musikverständnis in Europa über Jahrhunderte geprägt hat, ist bei der Liedvertonung besonders dominant. Der Ruf der Rhetorik ist aber immer ein zweifelhafter gewesen: Einerseits dient die rhetorische Bekräftigung - zu der die Wiederholung gehört - der Sinnverdeutlichung, steht aber zugleich im Verdacht, mehr zu überreden denn zu überzeugen, d.h. primär auf Wirkung zu zielen. Deswegen gerät die musikalische Wiederholung in den Verdacht, nur eine Floskel zu sein. Schönberg z. B. mokiert sich über die Wiederholungen in "An der schönen blauen Donau", obwohl er natürlich diesen Wiener Walzer gleichwohl sehr schön findet. Ich finde, es ist ein Vorurteil, wenn man immer wieder lesen kann, daß Wiederholungen von Worten, Zeilen, Strophen im Lied nur Floskeln seien. Man sollte vielmehr genau schauen, welchen kompositorischen Sinn sie konkret haben. Auch Wolf wiederholt die Zeite "Doch in der Mitten" - warum wohl? Dies dient dazu, den Schluß "abzusetzen", d.h. einen formalen und semantischen Einschnitt zu realisieren.

Ich freue mich wirklich, Distler kennenzulernen, weil man hier auch noch Orttmar Schoeck zum Vergleich hat.

Schöne Grüße
Holger

zweiterbass

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13

Freitag, 8. Februar 2013, 17:26

Ich denke aber, er wird Verständnis dafür haben, dass ich meinerseits dazu nicht in jedem Einzelfall Stellung nehmen kann. Mein Thema hier ist Hugo Wolf,

Lieber Helmut,

das ist überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Ich bin ja froh, dass ich mich (ungefragt) mit "meinem" Distler hier einmischen darf, denn - wer liest schon meine Beiträge im Distler-Thread, von antworten ganz zu schweigen (dabei dürfte die Art, wie Distler außergewöhnliche und zugleich hervorragende Chorsätze komponiert, "einigermaßen" selten sein).

Viele Grüße
zweiterbass
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14

Freitag, 8. Februar 2013, 17:26

Ich denke aber, er wird Verständnis dafür haben, dass ich meinerseits dazu nicht in jedem Einzelfall Stellung nehmen kann. Mein Thema hier ist Hugo Wolf,

Lieber Helmut,

das ist überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Ich bin ja froh, dass ich mich (ungefragt) mit "meinem" Distler hier einmischen darf, denn - wer liest schon meine Beiträge im Distler-Thread, von antworten ganz zu schweigen (dabei dürfte die Art, wie Distler außergewöhnliche und zugleich hervorragende Chorsätze komponiert, "einigermaßen" selten sein).

Viele Grüße
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15

Freitag, 8. Februar 2013, 18:01

Da bin ich beruhigt, lieber zweiterbass!
Bei mir stellt sich rasch ein schlechtes Gewissen ein, wenn ich auf einen Beitrag, der in einen der von mir gestarteten Threads eingestellt wird, nicht reagiere. Denn ich bin ja dankbar dafür. Und ich sehe an Deiner Bemerkung zum Distler-Thread, dass Du das verstehst.

Auf jeden Fall höre ich mir aber die Distler-Vertonungen an. Und ich bin sogar schon ein wenig auf den Geschmack gekommen. Die Art, wie er die Musik aus der Sprachmelodie heraus entwickelt und dabei höchst kunstvoll mit harmonischer Modulation und dem Zusammenspiel der Stimmen arbeitet, ist wirklich beeindruckend!

Helmut Hofmann

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Freitag, 8. Februar 2013, 18:01

Da bin ich beruhigt, lieber zweiterbass!
Bei mir stellt sich rasch ein schlechtes Gewissen ein, wenn ich auf einen Beitrag, der in einen der von mir gestarteten Threads eingestellt wird, nicht reagiere. Denn ich bin ja dankbar dafür. Und ich sehe an Deiner Bemerkung zum Distler-Thread, dass Du das verstehst.

Auf jeden Fall höre ich mir aber die Distler-Vertonungen an. Und ich bin sogar schon ein wenig auf den Geschmack gekommen. Die Art, wie er die Musik aus der Sprachmelodie heraus entwickelt und dabei höchst kunstvoll mit harmonischer Modulation und dem Zusammenspiel der Stimmen arbeitet, ist wirklich beeindruckend!

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17

Sonntag, 10. Februar 2013, 22:01

es ist tatsächlich fast unmöglich, Wolfs Vertonung "Gebet" mit der von Distler zu vergleichen.

Es ist einfach so, daß der Komponist, welcher ein Chorlied schreibt, bestimmte kompositorische Möglichkeiten hat, welche der Komponist eines Kunstlieds nicht hat und umgekehrt. Das finde ich macht gerade den Reiz des Vergleichs aus!


Lieber Holger,

das freut mich zu lesen.
Ich bin noch nicht dazu gekommen nachzusehen, von welchen Wolf-Liedern, die Helmut so exzellent beschrieben hat, die Texte auch Distler vertont hat. Als "alter" (so und so) Chorsänger habe ich nat. einen besonderen Zugang zu Chormusik. Und es ist mir eine besondere Genugtuung, hier auf Distler zu verweisen. Auf die besondere Art des musikalischen Ausdrucks von Distler habe ich in einer kurzen Bemerkung zum "Gärtner" hingewiesen - und dabei verblasst für mich die Wolf-Vertonung - was ausschließlich subjektiv ist.

Viele Grüße
zweiterbass
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18

Sonntag, 10. Februar 2013, 22:01

es ist tatsächlich fast unmöglich, Wolfs Vertonung "Gebet" mit der von Distler zu vergleichen.

Es ist einfach so, daß der Komponist, welcher ein Chorlied schreibt, bestimmte kompositorische Möglichkeiten hat, welche der Komponist eines Kunstlieds nicht hat und umgekehrt. Das finde ich macht gerade den Reiz des Vergleichs aus!


Lieber Holger,

das freut mich zu lesen.
Ich bin noch nicht dazu gekommen nachzusehen, von welchen Wolf-Liedern, die Helmut so exzellent beschrieben hat, die Texte auch Distler vertont hat. Als "alter" (so und so) Chorsänger habe ich nat. einen besonderen Zugang zu Chormusik. Und es ist mir eine besondere Genugtuung, hier auf Distler zu verweisen. Auf die besondere Art des musikalischen Ausdrucks von Distler habe ich in einer kurzen Bemerkung zum "Gärtner" hingewiesen - und dabei verblasst für mich die Wolf-Vertonung - was ausschließlich subjektiv ist.

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Dr. Holger Kaletha

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19

Mittwoch, 13. Februar 2013, 08:56

Lieber zwetierbass,

ich habe mir schon gedacht, daß Du ein Chorsänger bist! :) Das ist in der Tat eine wunderbare und wertvolle Erfahrung (die ich leider nicht habe machen können, ich bin da ein einsamer Solist mit dem Klavier geblieben) und schult gewiß das strukturelle Hören in Zusammenhängen. Und ich finde es höchst spannend, Wolfs Vertonungen im Kontext mit anderen zu beleuchten. Im Falle Distlers gibt es da noch reichlich Gelegenheit!

Lieber Helmut,

wieder eine wunderbare Liedbesprechung von Dir. Schlaf und Tod - eine Verbindung, die immer wieder hergestellt wird. Hier merkt man das Versinken in den Schlaf finde ich nicht zuletzt an der zeitlichen Dehnung, der Aufhebung der Sukzession, das ungewöhnlich lange Verweilen bei den einzelnen Worten.

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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20

Mittwoch, 13. Februar 2013, 08:56

Lieber zwetierbass,

ich habe mir schon gedacht, daß Du ein Chorsänger bist! :) Das ist in der Tat eine wunderbare und wertvolle Erfahrung (die ich leider nicht habe machen können, ich bin da ein einsamer Solist mit dem Klavier geblieben) und schult gewiß das strukturelle Hören in Zusammenhängen. Und ich finde es höchst spannend, Wolfs Vertonungen im Kontext mit anderen zu beleuchten. Im Falle Distlers gibt es da noch reichlich Gelegenheit!

Lieber Helmut,

wieder eine wunderbare Liedbesprechung von Dir. Schlaf und Tod - eine Verbindung, die immer wieder hergestellt wird. Hier merkt man das Versinken in den Schlaf finde ich nicht zuletzt an der zeitlichen Dehnung, der Aufhebung der Sukzession, das ungewöhnlich lange Verweilen bei den einzelnen Worten.

Schöne Grüße
Holger

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21

Mittwoch, 13. Februar 2013, 23:42

Hallo,

mehrmals wurde gepostet (auch ich habe…), dass ein Vergleich der Vertonungen der Mörike-Gedichte Wolf : Distler an sich nicht möglich ist, die Unterschiede können aufgezählt werden und…welche Art der Vertonung beim Umsetzen der Gedichte in Musik näher kommt. Dass ich als Chorsänger hier Distlers "A-cappella" -Vertonung vorziehe, mag verständlich sein, ich möchte dies aber auch rational untermauern.

1. Beim A-cappella (darauf liegt die Betonung, weil z. B. die Bachmotette "Singet dem Herrn ein neues Lied..." mit Instrumentalbegleitung nicht angemessen ist, denn es heißt "Singet dem Herrn.." und nicht "Musiziert/spielt dem Herrn…" und ich bei instrumental begleiteten Chorsätzen immer etwas misstrauisch bin, was für Opern, Oratorien usw. nicht gilt) -Chorsatz ist ein einheitlicher Klang der Chorstimmen/menschlichen Stimmen vorhanden. Dass der Klang des Klaviers völlig anderes ist - keine Frage, sodass bei allem Bemühen um Harmonik und Harmonie zwischen Klavier und der Liedstimme - der Klang von Klavier und Gesangstimme bleibt uneinheitlich - es bleibt eine Diskrepanz, die, wenn geschickt komponiert, Sinn steigernd sein kann, aber es bleibt, da sind zwei Klangwelten, die sich widersprechen.
2.
a) Ob der Sinngehalt eines lyrischen Gedichts rein objektiv bestimmbar ist? Meine subjektive Aufnahme des Gedichtinhaltes wirkt sich aber aus, wie stimmig ich eine Vertonung höre in Bezug auf Nähe der Musik am Text, besser: Kann die Musik die Verständlichkeit des Gedichtinhaltes verbessern, vertiefen, überhöhen im positiven Sinn, gemessen an der objektiven (?) Textaussage ohne Musik (durch die Vertonung soll ja nichts "hineinkomponiert" werden, was im Text nicht schon steht, auch wenn's nur "zwischen den Zeilen steht").
b) Hier hat nun der A-cappella-Chorsatz eindeutige Vorzüge. Der Text kann im homophonen Satz einheitlich gesungen, aber auch über die Stimmen geschickt verteilt werden, sodass Textverdichtungen möglich werden. Im polyphonen Satz sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt und wenn beides in einem Satz klug und nahe am Text Verwendung findet… das gibt Möglichkeiten des musikalischen und sprachlichen Ausdrucks, die Singstimme und Klavier einfach nicht haben, selbst wenn man sagen kann, "ein Klaviersatz spricht", er spricht eben, wenn überhaupt, nur musikalisch und in einem anderen Klang als die Gesangstimme, welche bei der Liedinterpretation text- und tonangebend ist und der unterschiedliche Klang kann nicht überbrückt werden.

Um dies nun an Beispielen zu verdeutlichen, habe ich mir heute die Noten zum Mörike-Chorliederbuch von Distler bestellt. Sobald diese eingetroffen sind, werde ich entspr. posten, auch erneut zur 3. Fassung des Gärtner, die ich nur gestreift habe. Ich kann mir zwar die Noten zu den Wolfvertonungen im Internet ausdrucken und zu den Distlervertonungen nur nach dem Gehör Stellung nehmen, aber Feinheiten in der Komposition gehen nur mit Noten und meine Beiträge sollen ja Sinn machen und nicht nur "an der Oberfläche dahin treiben" - ich bitte also um etwas Geduld.

Wenn die Mod. der Meinung ist, dieser Beitrag gehört nicht in diesen Thread, so möge sie bitte einen neuen Thread eröffnen und diesen und die schon dazu passenden Beiträge dorthin verschieben, aber bitte unter der Prämisse, dass es um einen Vergleich unterschiedlicher Musikgattungen bei gleicher Textvorlage geht und da ist der Wolf-Thread m. E. gut geeignet, da gewiss mehr Mitglieder/Leser die Wolfvertonung eher haben, als die von Distler (dabei nimmt Holger eine mir bekannte Sonderstellung ein).

Viele Grüße
zweiterbass


Nachsatz: Man verzeihe mir bitte manchen Schachtel-, Bandwurmsatz, aber das Wohlbefinden beim Lesen der Texte von Thomas Bernhard (Achtung "A") hat meinen schriftlichen Satzbau "gaaaaaaaanz leicht und etwas, etwas, etwas, etwas" (eine simple, billige Nachahmung, wie Distler bei der Vertonung mit Text umgeht) beeinflusst.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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22

Mittwoch, 13. Februar 2013, 23:42

Hallo,

mehrmals wurde gepostet (auch ich habe…), dass ein Vergleich der Vertonungen der Mörike-Gedichte Wolf : Distler an sich nicht möglich ist, die Unterschiede können aufgezählt werden und…welche Art der Vertonung beim Umsetzen der Gedichte in Musik näher kommt. Dass ich als Chorsänger hier Distlers "A-cappella" -Vertonung vorziehe, mag verständlich sein, ich möchte dies aber auch rational untermauern.

1. Beim A-cappella (darauf liegt die Betonung, weil z. B. die Bachmotette "Singet dem Herrn ein neues Lied..." mit Instrumentalbegleitung nicht angemessen ist, denn es heißt "Singet dem Herrn.." und nicht "Musiziert/spielt dem Herrn…" und ich bei instrumental begleiteten Chorsätzen immer etwas misstrauisch bin, was für Opern, Oratorien usw. nicht gilt) -Chorsatz ist ein einheitlicher Klang der Chorstimmen/menschlichen Stimmen vorhanden. Dass der Klang des Klaviers völlig anderes ist - keine Frage, sodass bei allem Bemühen um Harmonik und Harmonie zwischen Klavier und der Liedstimme - der Klang von Klavier und Gesangstimme bleibt uneinheitlich - es bleibt eine Diskrepanz, die, wenn geschickt komponiert, Sinn steigernd sein kann, aber es bleibt, da sind zwei Klangwelten, die sich widersprechen.
2.
a) Ob der Sinngehalt eines lyrischen Gedichts rein objektiv bestimmbar ist? Meine subjektive Aufnahme des Gedichtinhaltes wirkt sich aber aus, wie stimmig ich eine Vertonung höre in Bezug auf Nähe der Musik am Text, besser: Kann die Musik die Verständlichkeit des Gedichtinhaltes verbessern, vertiefen, überhöhen im positiven Sinn, gemessen an der objektiven (?) Textaussage ohne Musik (durch die Vertonung soll ja nichts "hineinkomponiert" werden, was im Text nicht schon steht, auch wenn's nur "zwischen den Zeilen steht").
b) Hier hat nun der A-cappella-Chorsatz eindeutige Vorzüge. Der Text kann im homophonen Satz einheitlich gesungen, aber auch über die Stimmen geschickt verteilt werden, sodass Textverdichtungen möglich werden. Im polyphonen Satz sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt und wenn beides in einem Satz klug und nahe am Text Verwendung findet… das gibt Möglichkeiten des musikalischen und sprachlichen Ausdrucks, die Singstimme und Klavier einfach nicht haben, selbst wenn man sagen kann, "ein Klaviersatz spricht", er spricht eben, wenn überhaupt, nur musikalisch und in einem anderen Klang als die Gesangstimme, welche bei der Liedinterpretation text- und tonangebend ist und der unterschiedliche Klang kann nicht überbrückt werden.

Um dies nun an Beispielen zu verdeutlichen, habe ich mir heute die Noten zum Mörike-Chorliederbuch von Distler bestellt. Sobald diese eingetroffen sind, werde ich entspr. posten, auch erneut zur 3. Fassung des Gärtner, die ich nur gestreift habe. Ich kann mir zwar die Noten zu den Wolfvertonungen im Internet ausdrucken und zu den Distlervertonungen nur nach dem Gehör Stellung nehmen, aber Feinheiten in der Komposition gehen nur mit Noten und meine Beiträge sollen ja Sinn machen und nicht nur "an der Oberfläche dahin treiben" - ich bitte also um etwas Geduld.

Wenn die Mod. der Meinung ist, dieser Beitrag gehört nicht in diesen Thread, so möge sie bitte einen neuen Thread eröffnen und diesen und die schon dazu passenden Beiträge dorthin verschieben, aber bitte unter der Prämisse, dass es um einen Vergleich unterschiedlicher Musikgattungen bei gleicher Textvorlage geht und da ist der Wolf-Thread m. E. gut geeignet, da gewiss mehr Mitglieder/Leser die Wolfvertonung eher haben, als die von Distler (dabei nimmt Holger eine mir bekannte Sonderstellung ein).

Viele Grüße
zweiterbass


Nachsatz: Man verzeihe mir bitte manchen Schachtel-, Bandwurmsatz, aber das Wohlbefinden beim Lesen der Texte von Thomas Bernhard (Achtung "A") hat meinen schriftlichen Satzbau "gaaaaaaaanz leicht und etwas, etwas, etwas, etwas" (eine simple, billige Nachahmung, wie Distler bei der Vertonung mit Text umgeht) beeinflusst.
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23

Donnerstag, 14. Februar 2013, 08:53

Um dies nun an Beispielen zu verdeutlichen, habe ich mir heute die Noten zum Mörike-Chorliederbuch von Distler bestellt. Sobald diese eingetroffen sind, werde ich entspr. posten, auch erneut zur 3. Fassung des Gärtner, die ich nur gestreift habe.

Lieber zweiterbass,

das finde ich eine tolle Idee! :) Mit den Noten in der Hand kann man doch ganz anders in die Materie eindringen!

Schöne Grüße
Holger

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24

Donnerstag, 14. Februar 2013, 08:53

Um dies nun an Beispielen zu verdeutlichen, habe ich mir heute die Noten zum Mörike-Chorliederbuch von Distler bestellt. Sobald diese eingetroffen sind, werde ich entspr. posten, auch erneut zur 3. Fassung des Gärtner, die ich nur gestreift habe.

Lieber zweiterbass,

das finde ich eine tolle Idee! :) Mit den Noten in der Hand kann man doch ganz anders in die Materie eindringen!

Schöne Grüße
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25

Donnerstag, 14. Februar 2013, 16:54

Meines Erachtens sollten die Mörike- Vertonungen von Distler in einem eigenen Thread behandelt werden.

Lieber Helmut,

das wäre wohl angemessen, um Distler wirklich gerecht zu werden. Allerdings finde ich grundsätzlich auch, daß es einen Gewinn für das Verständnis von Wolf ist, wenn man eine solche andere - auch ganz andere - Vertonung einbezieht. Im Vergleich werden doch manche Dinge sichtbar, die man alleine so nicht so leicht sieht. :)

Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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26

Donnerstag, 14. Februar 2013, 16:54

Meines Erachtens sollten die Mörike- Vertonungen von Distler in einem eigenen Thread behandelt werden.

Lieber Helmut,

das wäre wohl angemessen, um Distler wirklich gerecht zu werden. Allerdings finde ich grundsätzlich auch, daß es einen Gewinn für das Verständnis von Wolf ist, wenn man eine solche andere - auch ganz andere - Vertonung einbezieht. Im Vergleich werden doch manche Dinge sichtbar, die man alleine so nicht so leicht sieht. :)

Schöne Grüße
Holger

Helmut Hofmann

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27

Donnerstag, 14. Februar 2013, 17:14

Zit:: "Im Vergleich werden doch manche Dinge sichtbar, die man alleine so nicht so leicht sieht"

Bei einzelnen Liedern ist das ja auch sinnvoll, lieber Holger. Und ich habe das im Falle von "Der Gärtner" - wie oben nachlesbar - ja ausdrücklich begrüßt. Bei dem Gedanken freilich, dass alle von Distler ebenfalls vertonten Lieder in diesen Thread einbezogen werden, beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Der mit diesem Thread verfolgte Ansatz, nämlich das Wesen und die Eigenart der Liedkomposition von Hugo Wolf aufzuzeigen, ginge verloren oder wäre zumindest gefährdet. Ich darf noch einmal daran erinnern: Hier geht es um Klavierlieder, nicht um Chorlieder. Nicht ohne Grund gibt es in diesem Forum eine eigene Sparte dafür! Dass es mit der Vergleichbarkeit zweier musikalischer Gattungen nicht weit her ist, muss ja wohl auch nicht eigens betont werden.

Die Sache ist auch technisch problematisch. Es müsste nämlich, wie das schon beim "Gärtner" geschehen ist, auf längst besprochene Lieder zurückgegriffen werden. Ob das der inneren Ordnung dieses Threads, die sich ja der von Wolf gewählten Reihenfolge der Lieder verpflichtet fühlt, dient? Da habe ich meine Zweifel!

Deshalb noch einmal mein Vorschlag: Ein eigenständiger Thread "Hugo Distler und Eduard Mörike". Und das mit ständiger Bezugnahme auf die hier besprochenen Hugo Wolf-Vertonungen, um den Unterschied im kompositorischen Zugriff auf den lyrischen Text deutlich werden zu lassen.
Das wäre eine solide Sache, weil man sich auf diese Weise gründlich mit den beiden Gattungen beschäftigen und den jeweiligen Werken gerecht werden kann.

Das sind meine ganz persönlichen Gedanken zu dieser hier aufgekommenen Frage. Selbstverständlich muss sie sich niemand zu eigen machen. Ich selbst sehe mich durch die Beschäftigung mit dieser jetzt hier aufgekommenen Frage in meinem Vorsatz bestärkt, nun hier etwas flotter voranzugehen. Zu langes Verweilen bei einem Thema kann zu Ermüdung führen. Das hätten diese Lieder nicht verdient.

Helmut Hofmann

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28

Donnerstag, 14. Februar 2013, 17:14

Zit:: "Im Vergleich werden doch manche Dinge sichtbar, die man alleine so nicht so leicht sieht"

Bei einzelnen Liedern ist das ja auch sinnvoll, lieber Holger. Und ich habe das im Falle von "Der Gärtner" - wie oben nachlesbar - ja ausdrücklich begrüßt. Bei dem Gedanken freilich, dass alle von Distler ebenfalls vertonten Lieder in diesen Thread einbezogen werden, beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Der mit diesem Thread verfolgte Ansatz, nämlich das Wesen und die Eigenart der Liedkomposition von Hugo Wolf aufzuzeigen, ginge verloren oder wäre zumindest gefährdet. Ich darf noch einmal daran erinnern: Hier geht es um Klavierlieder, nicht um Chorlieder. Nicht ohne Grund gibt es in diesem Forum eine eigene Sparte dafür! Dass es mit der Vergleichbarkeit zweier musikalischer Gattungen nicht weit her ist, muss ja wohl auch nicht eigens betont werden.

Die Sache ist auch technisch problematisch. Es müsste nämlich, wie das schon beim "Gärtner" geschehen ist, auf längst besprochene Lieder zurückgegriffen werden. Ob das der inneren Ordnung dieses Threads, die sich ja der von Wolf gewählten Reihenfolge der Lieder verpflichtet fühlt, dient? Da habe ich meine Zweifel!

Deshalb noch einmal mein Vorschlag: Ein eigenständiger Thread "Hugo Distler und Eduard Mörike". Und das mit ständiger Bezugnahme auf die hier besprochenen Hugo Wolf-Vertonungen, um den Unterschied im kompositorischen Zugriff auf den lyrischen Text deutlich werden zu lassen.
Das wäre eine solide Sache, weil man sich auf diese Weise gründlich mit den beiden Gattungen beschäftigen und den jeweiligen Werken gerecht werden kann.

Das sind meine ganz persönlichen Gedanken zu dieser hier aufgekommenen Frage. Selbstverständlich muss sie sich niemand zu eigen machen. Ich selbst sehe mich durch die Beschäftigung mit dieser jetzt hier aufgekommenen Frage in meinem Vorsatz bestärkt, nun hier etwas flotter voranzugehen. Zu langes Verweilen bei einem Thema kann zu Ermüdung führen. Das hätten diese Lieder nicht verdient.

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29

Samstag, 16. Februar 2013, 21:29

Distler, Hugo - Das Mörike-Chorliederbuch

Hallo,

nachdem ich nun die Noten erhalten habe - Verweis auf den Thread "Wolf - Mörike Lieder" - kann ich nun bald zu den Distler Vertonungen im Vergleich zu Wolf posten,

Zuvor bitte ich jedoch die Mod. höflich, folgende Beiträge aus dem o. g. Thread nach hier zu verschieben, was auch der ausdrückliche Wunsch von Helmut Hofmann und Dr.Holger Kaletha ist:

Nr. 259, 260, 261, 266, 267, 269, 271, 272, 283, 287, 290, 291, 296, 297, 301, 302, 303

Vielen Dank!

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30

Sonntag, 17. Februar 2013, 09:16

Lieber Zweiterbass,

das ist ja hoch erfreulich! :)

Schöne Grüße
Holger

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