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dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 947

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

31

Sonntag, 6. November 2016, 17:37

Danke, Dieter, für deine Nachhilfe; es war tatsächlich eine ernsthafte Frage und ich hatte nicht weit genug gedacht. Meine erste Frage: ich habe mich mit Musiktheorie bzw. Musikpsychologie noch nie beschäftigt, daher ist mir das alles neu. Dazu brauche ich das Papier, auf dem es gedruckt steht, ich kann am Rechner nicht lesen!
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

Glockenton

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  • »Glockenton« ist männlich

Beiträge: 1 951

Registrierungsdatum: 27. Juli 2006

32

Sonntag, 6. November 2016, 18:17

Das finde ich nun wiederum gar nicht.
Was bitte? War ich oder dr. pingel gemeint?
Deine Bemerkung passt auf mich, aber das Zitat kommt vom Dr..... ?(


Und Deine Aussage »Durch die ›Beschränkung‹ auf das Allgemeine, können in der Seele des die Musiksprache verstehenden und nachempfindenden Hörers nahezu alle möglichen Assoziationen/Verknüpfungen hochkommen« liest sich für mich doch geradezu wie ein Beleg für das, was Holger geschrieben hat. Wenn im Hörer »nahezu alle möglichen Assoziationen/Verknüpfungen hochkommen« dürfen, dann liegt es doch an mir als Hörer und ist nicht in der Musik festgeschrieben, was ich empfinde. Und das sagt mir ja auch meine eigene Erfahrung, dass ich ein- und dasselbe Musikstück zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Stimmungen, mit unterschiedlichen Erfahrungen, die ich gemacht habe, ganz anders empfinden kann.
In seinen wieder einmal hervorragenden Ausführungen will ich Holger gar nicht widersprechen.
Ich widerspreche lediglich den oftmals wenig schmeichelhafen Äußerungen Hanslicks über Bruckner.
Mir ist schon klar, dass man hier aus unserer Sicht, bei der uns diese gesamte Musikgeschichte ausgebreitet vorliegt, und der Sicht des in der Musikgeschichte als Zeitgenosse steckenden Hanslick unterscheiden muss. Am Ende des Tages muss man dann aber doch sagen, dass die Geschichte der Musikrezeption und der Musikausübung dem Bruckner auf jeden Fall recht gegeben hat. Hierbei sollte man auch auf das Verdienst eines Günter Wand hinweisen, der sich für diese Musik stark gemacht hat. Die Zeiten, in denen ein Bruckner noch nicht zu den ganz Großen zählte, sind meines Wissens nach noch gar nicht so lange her.

Seit meiner Jugend bin ich nun starker Liebhaber und Anhänger der Musik von Brahms. Meinen Zugang zu Bruckner habe ich erst seit einigen Jahren so richtig finden könnten. Von daher kann ich Kritiker schon ein bisschen verstehen, wenn er Schwierigkeiten mit dieser Musik hatte, wobei die bei ihm ja auch prinzipiell waren.
Allerdings gibt es auch viele Hörer, die mit den Symphonien Brahms am Anfang ebenso wenig anfangen können. Gerade in der Romantik, die nicht wie im Barock eine eindeutig gemeinsame Stilistik hatte ( jeder praktizierte sozusagen seinen eigenen Romantik-Stil) ist es klug, nicht gleich nach dem ersten Hören mit einem Urteil schnell herauszukommen. Manchmal braucht man Jahre, bis einem etwas von einem Werk aufgeht und die Liebe zu dieser Musik dementsprechend hinzukommt.
Das Schöne an der Musik von Brahms und Bruckner ist für mich ja, dass ich bei beiden immer wieder Neues entdecken kann. Ihre symphonischen Werke sind Fixpunkte, mit denen man lebt, die einen ein Leben lang nicht loslassen.

Helmut Hofmann hat den Grad des Brahmsverständnisses bei Hanslick dankenswerterweise angesprochen. Leider kenne ich mich da nicht gut genug aus, aber ich finde das Thema interessant.

Ob die Erste von Bruckner schon das Gewicht der Ersten von Brahms hat? Die Frage ist interessant, aber ich will sie hier nicht erörtern.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich die schönen Beiträge von Helmut Hofmann und auch von Dr. Holger Kaletha wieder aufs Neue schätzen gelernt habe. Nach deren Lektüre bin ich wieder einmal klüger als vorher, ein für mich immer wieder vergnüglicher Umstand.


Gruß :hello:
Glockenton

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 6 171

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

33

Sonntag, 6. November 2016, 21:58

Das ist schwere Kost, ich werde mir das ausdrucken, damit ich darüber nachdenken kann. Nur eine kleine philosophische Frage fällt mir jetzt schon dazu ein: Erzeugt ein umstürzender Baum im Wald ein Geräusch, auch wenn kein Mensch in der Nähe ist?

Den Sinn Deiner Frage habe ich nicht so ganz verstanden, lieber Dr. Pingel. Ein Geräusch verlangt im Prinzip einen Hörer, es ist ja etwas Hörbares. Natürlich muß nicht tatsächlich ein Hörer anwesend sein, aber für einen potentiellen Hörer produziert der umstürzende Baum etwas Wahrnehmbares. Auch wenn niemand konkret da war, hätte es jemand wahrnehmen können. :hello:

Schöne Grüße
Holger

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