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Pius

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1

Mittwoch, 24. August 2005, 13:12

Lieblings-Streichquartett

Hallo!

Dieser eher "seichtere" thread ist ein Versuch, etwas mehr Leben ins Forum hier zu bringen. Ich hoffe, er gelingt. Ähnliche threads gibt es ja schon zum Thema Oper, Oratorium, Lied.

Das Streichquartett ist sicher die "wichtigste" Werkgattungattung im Bereich der Kammermusik, und von Haydn bis heute haben viele Komponisten einige ihrer bedeutendsten Werke für diese Besetzung komponiert.

Nun die Frage: Was ist Euer Lieblings-Streichquartett?

Eine (kurze) Begründung zur Antwort wäre schön.
Wenn man sich nicht entscheiden mag, ist eine kurze Liste mehrerer Werke auch O.K.

Ich werde meinen Favoriten später benennen.

Viele Grüße,
Pius.

Albus

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2

Mittwoch, 24. August 2005, 14:21

Tag,

damit verhält es sich so: Ich schätze immer gerade das am höchsten was ich gerade höre, sofern das Hörenwollen von mir ausgeht.

Es gibt allerdings ein musikalisches Kunstwerk nach dem ich mich gelegentlich sehne. Beethovens Große Fuge, op. 133, ein noch gerade fassbares Moment des absoluten Geistes.

MfG
Albus

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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3

Mittwoch, 24. August 2005, 14:35

RE: Lieblings-Streichquartett

Ich wage mal die Behauptung, dass es kaum eine Gattung gibt, in der so viele herausragende Werke entstanden sind wie beim Streichquartett, u.a. vermutlich weil hier meistens auch für Experten, d.h. Musiker oder doch wenigenstens musizierende Amateure komponiert wurde. Ziemlich offensichtlich widmet Mozart die berühmten 6 Quartette nicht nur Haydn (und keinem Graf von und zu) als Anerkennung eines großen Vorbildes, sondern sie wirken fast wie eine freundschaftliche Herausforderung. Ähnlich Beethovens op.18: Demonstrativ wird die Beherrschung des Mozart/Haydnschen-Stils, inclusive einer für jeden Esel hörbaren Hommage im A-Dur-Quartett gezeigt und gleichzeitig, besonders im 1. und 6. Werk, klar gemacht, dass die Entwicklung auf demselben hohen Niveau weitergeht. Und so weiter.
Dazu kommt, was aber nicht nur ein Vorteil sein muß, dass nach der Wiener Klassik es eine Art Pflichtübung für Komponisten war, einige Quartette zu schreiben.
Kurzer Sinn: ich bin völlig außerstande ein liebstes Quartett zu nennen... :rolleyes: ich versuche mal, mich auf 5 zu beschränken:

Haydn: op.76,5 wegen des hochoriginellen Kopfsatzes, des brillant-humorvollen finales, aber hauptsächlich wegen des entrückten largo-Satzes. Aber es ist fast so schwer, ein favorisertes Haydn-Quartett zu nennen wie ein Lieblingsquartett schlechthin. Zumindest nennen will ich daher noch op. 74,3 "Reiter" und op. 20, 4.

Beethoven: op. 131 (sehr originell, ich weiß :wacky: ): vielleicht das experimentellste, was Beethoven gemacht hat, einer der großartigsten Variationensätze, ein düster enerigsches Finale und dei beidne ersten Sätze sind zwei ganz einzigartige Stücke.

Schubert: d-moll-Quartett Ich glaube, dass das G-Dur-Quartett das bessere, jedenfalls das originellere Werk ist (das hier schuldet Beethoven doch noch einiges), dennoch steht mir das d-moll persönlich irgendwie näher.

Dvorak: Quartett As-Dur (wegen des Numernchaos weiß ich nie welche Nummer und opuszahl, das letzte oder vorletzte eben). Vielleicht mein Lieblingsstück dieses Komponisten, ein konzentriertes und originelles romantisches Quartett, ohne allzu aufgesetzte Folklore oder Beethoven/Brahms-Epigonalität.

Bartok: Streichquartett #5 (zu lange her, dass ich das gehört habe, für Details, aber es war mit dem 4. immer mein Favorit) Beethovensche Kompromisslosigkeit und Ausdruckskraft!

Aber da ist jetz kein Schostakowitsch, kein Berg, kein Smetana, kein Debussy, kein Mozart, kein Schumann, kein Mendelssohn dabei. Und der Rest von Haydn und Beethoven auch nicht...

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
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MStauch

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4

Mittwoch, 24. August 2005, 21:04

Zunächst nur als Ergänzung, einiges ist schon gesagt:

Schostakowitsch No.15 (op 144)

Janacek No. 1 und No. 2

ebenso nachdrücklich auch: Bartok No. 4 und No. 5

Mit besten Grüßen aus Bremen

Matthias
Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.

petemonova

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5

Mittwoch, 24. August 2005, 22:44

Hallo,

ich kenne bis dato noch nicht allzu viele Quartette, weil ich noch nicht so richtig warm werde mit dieser Gattung.
Das, was mir bis jetzt am Besten gefallen hat, war das "Kaiserquartett" Hob. III:77 von Haydn.

Der erste Satz sprüht nur so von Witz und Freude, dass es einfach nur Spaß macht.
Ja, der langsame Satz - unsere Nationalhymne. Da habe ich so meine Probleme mit. Aber nur, weil diese Melodie als unsere Hymne verwendet wird. Da wird sie oftmals verhunzt und man vergisst, dass das eigentlich ein hübscher , kleiner Choral ist.
Wenn man die 4. Variation als Hymne spielen würde, würde sie mir auch wieder mehr gefallen.
Dann der 3. Satz. Trios und Menuette finde ich in der Regel in der Klassik nicht so spannend. So auch hier. Wie ich finde, nichts Besonderes.
Aber der Finalsatz ist ganz toll. Erst der ganze Durchlauf in c-Moll, dann der Teil, wo wieder in C-Dur geleitet wird. Und dann das fantastische Finale.
Hier mal eine Frage an die Beethovenkenner: Hat er den Finalsatz seiner 1. Klaviersonate, die ja auch Haydn gewidmet ist, in Anlehnung an den Finalsatz des Kaiserquartetts geschrieben?
Ich finde, die Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen!


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

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6

Donnerstag, 25. August 2005, 11:23

Zitat

Original von petemonova
ich kenne bis dato noch nicht allzu viele Quartette, weil ich noch nicht so richtig warm werde mit dieser Gattung.
Das, was mir bis jetzt am Besten gefallen hat, war das "Kaiserquartett" Hob. III:77 von Haydn.
[...]
Dann der 3. Satz. Trios und Menuette finde ich in der Regel in der Klassik nicht so spannend. So auch hier. Wie ich finde, nichts Besonderes.
Schaltest Du beim Fußball auch weg, wenn die Hymne kommt? Ich muß gestehen, dass ich das für etwas überempfindlich halte, zumal der Variationensatz ja völig unbombastisch ist.
Die Menuette können vielleicht manchmal etwa ereignisarm wirken, dieses IMO kaum; es findet sich ein kleiner durchführungsähnlicher Abschnitt im Hauptteil und das Trio mit der Bewegung von grüblerischem Moll zum gemütlichen Dur finde ich einen wunderbaren Kontrast zum rustikal-fröhlichen Hauptteil.


Zitat

Aber der Finalsatz ist ganz toll. Erst der ganze Durchlauf in c-Moll, dann der Teil, wo wieder in C-Dur geleitet wird. Und dann das fantastische Finale.
Hier mal eine Frage an die Beethovenkenner: Hat er den Finalsatz seiner 1. Klaviersonate, die ja auch Haydn gewidmet ist, in Anlehnung an den Finalsatz des Kaiserquartetts geschrieben?
Ich finde, die Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen!
op.76 wurde ca. 1797 komponiert, veröffentlicht erst 1799 (ich bin ncihtmal sicher, ob Beethoven es bei der Komposition von op.18 schon kannte). Sein op.2 schrieb Beethoven 1795. Das geht also nicht.

Das Finale ist insofern ein Unikum, dass ein in Moll beginnendes, erst ziemlich am Ende nach Dur gewendetes Finale für ein in Dur stehendes Werk in der Wiener Klassik die absolute Ausnahme ist. Meines Wissens macht Haydn das nur hier und in op.76,1.

An eingängigen Quartetten würde ich entweder die letzten drei oder so Dvoraks empfehlen, oder da der Haydn dir gefallen hat, vielleicht das schon erwähnte erste Quartett (G-Dur) aus op.76. Oder das "Reiterquartett" op.74,3 ein sehr romantisches Adagio und sehr energische Ecksätze. Von Beethoven op. 59,2, von Mozart vielleicht KV 458 ("Jagd")
Oder was ganz anderes: die Quartette von Debussy und Ravel!


viele Grüße

JR
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observator

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7

Freitag, 26. August 2005, 13:41

ich liebe "seichte" fäden

haydn d op76/2 hob III:76
das ist das so genannte quintenquartett.
und zwar empfehle ich die einspielung des quatuor mosaiques


(ich habe zwar wenig vergleichsmöglichkeiten, aber das ist eine aufnahme, wo ich einfach nach keiner weiteren mehr suchen möchte -dies thema wurde bereits a.a.o. besprochen)
besonders hingerissen bin ich da vom 1. und 3. satz (die menuette sind überhaupt in ihrer strengen klar- und unerbittlichen kargheit eine offenbarung, ich verweise auf den 3.satz von op 77/1 hob III:81 und den 2.satz von op 77/2 hob III:82, haydns letztem vollendeten stqua)

wobei gesagt werden MUSS, dass unter den ca. 70 haydn-streichquartetten sicher etliche ungehobene karfunkeln ihrer entdeckung harren.

des weiteren erlaubt ;) uns der themenstarter weitere lieblinge zu nennen:

schostakowitsch nr 8 c op 110 ( 1960 )

beethoven nr 12 Es op 127

:hello:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Ulli

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8

Freitag, 26. August 2005, 15:22

RE: ich liebe "seichte" fäden

Salut,

das was einer der ersten Musiken, die ich bei Observator zu hören bekam und ich kann nur voll zustimmen. Quatuor mosaiques kannte ich bis dato noch nicht, habe aber kaum einen Unterschied zu den Quatuor festetics [Kertész] festgestellt...

Ein bestimmtes Lieblingsquartett habe ich allerdings nicht, vielleicht Mozart oder Arriaga jeweils d-moll... ?

Trés amicalement
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Theophilus

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9

Freitag, 26. August 2005, 15:51

Hi,

ich bin natürlich versucht, als liebstes Streichquartett den Mount Everest der Kammermusik anzuführen, aber dummerweise war Schubert der Meinung, mit einem Cello nicht auszukommen und hat daher das Streichquintett geschrieben. Daher habe ich keine so eindeutige Meinung mehr. Also ganz spontan einige meiner Lieblingsquartette:

Beethoven 1. Rasumovsky-Quartett (Empfehlung Juillard String Quartett)
Beethoven op 132 (Empfehlung La Salle Quartett)
Eines der letzten Schubert Quartette
Haydn (Kaiser- oder Reiter-Quartett; schöne Debut-Platte des ABQ)
...

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Pius

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10

Montag, 29. August 2005, 00:05

RE: Lieblings-Streichquartett

Hallo!

Nun benenne ich meinen Favoriten:
Es ist das Streichquartett cis-moll op.131 von Beethoven.

Zitat von »Johannes Roehl«

Beethoven: op. 131 (sehr originell, ich weiß :wacky: ): vielleicht das experimentellste, was Beethoven gemacht hat, einer der großartigsten Variationensätze, ein düster enerigsches Finale und dei beiden ersten Sätze sind zwei ganz einzigartige Stücke.
Da kann ich mich nur anschließen!
Das geniale Scherzo sei auch noch erwähnt!
Op. 131 gehört zu den Werken, die mich sprachlos machen. Ich will schon seit längerem einen thread dazu starten, traue mich aber nicht. Zu op.95 und op.135 habe ich schon ausführlich berichtet. Was soll ich denn dann erst bei op.131 alles sagen? Es sind ja ohnehin nur Worte... der Rest ist Schweigen (und Hören!).

Viele Grüße,
Pius.

klingsor

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11

Montag, 29. August 2005, 12:19

für mich auf jeden fall die quartette von ravel und debussy ....

als ich sie damals - als ich noch wenig zugang zu streichquartetten hatte - an einem sonnensommertag hörte .. (nur zu empfehlen) da ging mir das herz auf ... und die begeisterung für kammermusik auch ohne klavier wurde geweckt ... :yes:
--- alles ein traum? ---

klingsor

Maik

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12

Sonntag, 8. Januar 2006, 14:28

Hallo Pius,

auch ich kenne nicht besonders viel in diesem Genre, aber warm bin ich mit dieser Musik geworden!!!
Von dem was ich kenne nimmt mich kein anderes Werk so in seinen Bann wie Dvoráks op.96!

Dvorák - Streichquartett Nr.12 op.96 'American'

Ein sehr erfrischender Charakter, der mich in immer in Schwung versetzt.

Zitat

original von Johannes
Dvorak: Quartett As-Dur (wegen des Numernchaos weiß ich nie welche Nummer und opuszahl, das letzte oder vorletzte eben).

As-Dur ist sein Letztes (Nr.14), op.105.
Sein Vorletztes (Nr.13), op.106, steht in G-Dur.


Auch hier kann ich mich noch auf so viele Entdeckungen freuen :yes:

Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Uwe Schoof

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13

Sonntag, 8. Januar 2006, 18:21

Hallo,

wenngleich es bereits zwei Mal genannt worden ist, sage auch ich: Mein Lieblingsquartett ist Beethovens cis-moll Quartett.

Die Grundsprache ist der der anderen späten Quartette zwar gleich, aber das angesprochene ist für mich das rundeste, geschlossendste, gleichzeitig am meisten nach vorne schreitende.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

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14

Sonntag, 8. Januar 2006, 18:36

Zitat

Original von Maik

Zitat

original von Johannes
Dvorak: Quartett As-Dur (wegen des Numernchaos weiß ich nie welche Nummer und opuszahl, das letzte oder vorletzte eben).


As-Dur ist sein Letztes (Nr.14), op.105.
Sein Vorletztes (Nr.13), op.106, steht in G-Dur.

Auch hier kann ich mich noch auf so viele Entdeckungen freuen :yes:

Hast Du die beiden letzten Dvorak-Quartette inzwischen gehört?

(Falls es dir irgendwann begegnet Schönbergs "Nulltes" Quartett D-Dur klingt extrem verdächtig nach Dvorak).

viele Grüße

JR
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Maik

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15

Sonntag, 8. Januar 2006, 18:40

Zitat

original von Johannes
Hast Du die beiden letzten Dvorak-Quartette inzwischen gehört?

(Falls es dir irgendwann begegnet Schönbergs "Nulltes" Quartett D-Dur klingt extrem verdächtig nach Dvorak).

viele Grüße

JR

Derzeit beschäftige ich mich noch mit dem Streichquartett Nr.14 op.105.
Anschließend folgt dann op.106.

Vielleicht begegnet es mir ja rein zufällig einmal ;)

Gruß, Maik
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Sirach 32, 7

Daniel

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16

Sonntag, 8. Januar 2006, 18:51

Hallo,

Zu meinen Lieblingsstreichquartetten gehören eine Großzahl der Haydn-Qartette (mit denen von Mozart, Beethoven und Schubert werd ich mich demnächst genauer mit auseinandersetzen).

Das Amerikanische Streichquartett von Dvorak gehört ganz klar auch dazu.

Dann mag ich natürlich Mendelssohn Streichquartette (so eigentlich alle).

Und dann noch zwei ganz besonders lohnenswerte Streichquartette: Das e-moll (op. 112) und G-Dur (op. 153) Quartett von Camille Saint-Saens! :yes: Unbedingt mal reinhören, und nicht nur reinhören sondern am besten ganz hören! Ungemein melodienreich, motivisch ausgefeilt und mit großen musikalischen Gesten. Wobei das e-moll Quartett weiter ausholt, ist das recht spät entstandene G-Dur Quartett ganz bewußt in einer traditionellen Form, und ich finde keine anderen Worten, es ist anmutig und grazil. Anhören lohnt sich!

Damit Grüße,
Daniel :hello:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Daniel« (8. Januar 2006, 18:51)


  • »Johannes Roehl« ist männlich

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17

Sonntag, 8. Januar 2006, 19:17

Zitat von »Original von Daniel«

Und dann noch zwei ganz besonders lohnenswerte Streichquartette: Das e-moll (op. 112) und G-Dur (op. 153) Quartett von Camille Saint-Saens! :yes: Unbedingt mal reinhören, und nicht nur reinhören sondern am besten ganz hören! Ungemein melodienreich, motivisch ausgefeilt und mit großen musikalischen Gesten. Wobei das e-moll Quartett weiter ausholt, ist das recht spät entstandene G-Dur Quartett ganz bewußt in einer traditionellen Form, und ich finde keine anderen Worten, es ist anmutig und grazil. Anhören lohnt sich!

Kannst Du eine CD empfehlen?

viele Grüße

JR
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Daniel

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18

Sonntag, 8. Januar 2006, 20:21

Hallo,

Ja, empfehlen kann ich eine Aufnahme schon, aber ich kenne auch nur diese eine, aber sie gefällt mir sehr gut.

Also:
Label: Dynamics
Quartetto d'archi di Venezia

Das Bild ging leider nicht größer:


Grüße,
Daniel

Alfred_Schmidt

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19

Sonntag, 8. Januar 2006, 20:25

Mein Lieblingsstreichqartett ist nicht etwa wie mance vermuten werden von Mozart oder Haydn, neine es ist von Dvorak

Auch auf die Gefahr langweilig zu erscheinen :

Es ist das bereits 2 mal hier angeführte Streichquartett Nr 12 op 96 "American"



Kennengelernt habe ich das Werk durch einen Zufall:
Ich zappte grade durch diverse Fernsehkanäle, als ich auf einen Film stiß, bei dem es offenbart um eine Beziehungskrise zweier junger Musiker ging. Damals hatte ich mit Kammermusik wenig bis nichts am Hut, aber das Musikalische Thema des Filmes verfolgte mich, die Musiker übten es wiederholt für eine Aufführunge deren Zustandekommen durch die Beziehungskrise gefährdet schien. Der Film interessierte mich weniger - aber diese Musikalische Thema hypnotisch, süß, und gleichzeitig wehmütig - das musste ich haben. Ich widmete daher meine Aufmerksamkeit diesem Thema um mich immer wieder dran erinnern zu können, aber plötzlich wurde das Werk im Film namentlich erwähnt.
Ob die beiden Musiker sich letztlich trennten oder zusammenfanden - ich weiß es nicht mehr - aber ich hatte noch am gleichen Tag eine Aufnahme des Quartetts (Naxos)
Als ich auf des Suche nach einer Alternativaufnahme war fiel mir die extrem günstige (Weiß wer da will warum) in die Hände, die bis heute meine Lieblingsaufnahme des Werkes geblieben ist, obwohl ich in der Zwischenzeit einige kenne.

Immerhin war das Werk eines der Schlüsselerlebnisse (es gabe mehrerer) in Sachen Kammermusik.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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Cosima

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20

Sonntag, 8. Januar 2006, 20:41

Eines meiner vielen lieb gewonnen Streichquartette ist derzeit das 2. von Mendelssohn, Op. 13. Radagast hatte in seinem Rätsel einen kleinen Ausschnitt davon untergebracht (ich war ganz hin und weg), und ich war ganz glücklich, endlich zu erfahren, um welches Quartett es sich handelt. Netterweise hat er mir auch gleich die Aufnahme des ABQ empfohlen - die ist umwerfend!



Es grüßt,
Cosima

D.Minor

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21

Sonntag, 8. Januar 2006, 21:02

Liebe Taminos
mein Lieblingsstreichquartett ist die Nr. 8 von Schostakowitsch, falls es das nicht gäbe würde ich Nr. 1 von Bártok nehmen.
lg
d.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als dem Schweigen eines Dummkopfes zuzuhören

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22

Sonntag, 8. Januar 2006, 22:34

Zitat von »Cosima«

Eines meiner vielen lieb gewonnen Streichquartette ist derzeit das 2. von Mendelssohn, Op. 13. Radagast hatte in seinem Rätsel einen kleinen Ausschnitt davon untergebracht (ich war ganz hin und weg), und ich war ganz glücklich, endlich zu erfahren, um welches Quartett es sich handelt. Netterweise hat er mir auch gleich die Aufnahme des ABQ empfohlen - die ist umwerfend!

Vielleicht mein Favorit unter den Mendelssohn-Quartetten; ich erlaube mir mal auf den einschlägigen Thread zu verlinken:

Mendelssohns Kammermusik

viele Grüße

JR
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petemonova

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23

Sonntag, 8. Januar 2006, 22:35

Mein liebstes Streichquartett zur Zeit ist das Erste vom Herrn Smetana. Daraus besonders der 2. Satz.
Es bekommt aber starke Konkurrenz vom Grieg-Quartett, das mir nach ein paar mal Mehrhören sicher noch besser gefallen wird.

Aber auch ich habe noch Massen kennenzulernen. Ich kenne ja noch nichtmal die Beiträge von Mendelssohn und Brahms zu der Gattung!



Gruß, Peter.
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24

Mittwoch, 11. Januar 2006, 02:17

Die Beethoven-Streichquartette - je später, desto besser, kann ich cum grano salis sagen - stehen für mich auf einsamer Höhe.

Ein Lieblings-Streichquartett anzugeben ist mir nicht möglich. Die drei Brahms-Quartette, die drei Schumann-Quartette, Schuberts großes op. post., natürlich sein "Tod und das Mädchen"- und das Rosamunde-Quartett, Mendelssohns A-dur-Quartett - gehören die nicht alle mit auf den Olymp?? Vielleicht ertönt da aber bereits Mozarts Dissonanzen-Quartett...

Seit fast 40 Jahren spiele und höre ich Streichquartett. Trotz aller Bartok/Debussy/Ravel/Ligeti/Webern/Janacek/Milhaud/Borodin-und weißderHenkerwasnochfür-Versuche und -Erfahrungen: Die vorgenannten "sind's" für mich. Tolle Musik sind auch die anderen.

Und alle, einfach alle sind voller

Lagenwechsel

P.S. Den Streicher möchte ich sehen, dem beim Streichquartett nicht das Herz aufgeht - und wohl auch blutet.

Sonnensucher

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25

Donnerstag, 12. Januar 2006, 05:15

Eine meiner großen Entdeckungen des vergangenen Jahres 2005 waren die Streichquartette des Nordfriesischen Arztsohnes Gustav Jenner.
(Übrigens ist auch daran wieder ein Beitrag im TAMINO-Forum schuld ... ;) )



Insbesondere sein G-Dur-Quartett Nr. 2 hat es mir angetan.


Es grüßt Euch:

Laurenz
`
Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.

— Paul Watzlawick —

`

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Registrierungsdatum: 17. November 2006

26

Sonntag, 7. Januar 2007, 16:54

Hallo, liebe Forianer,
ein einziges Lieblingsstreichquartett zu nennen fällt auch mir schwer, weil ich gerade diese Gattung sehr mag.
Ich nenne mal eines von meinen liebsten Quartetten:

Beethovens "ernstes Quartett" op. 95 scheint mir ein wichtiges und besonders spannendes Werk in der Geschichte dieser Gattung zu sein. Denn hier ist, gerade im knappen ersten Satz, eine neue Dichte der Musik erreicht. Der zweite liedförmige und der dritte scherzoförmige Satz, die durch ein attacca subito mit einander verbunden sind, scheinen mir eine Art schwelenden Konflikt darzustellen, der zwar am Ende des Scherzos keine oder zumindest keine glückliche Auflösung findet. Dafür erhält das Scherzo in der letzten, unvollständigen, Scherzo-Reprise einen ergreifenden individuellen Charakter. Den letzten Satz mit seiner überraschenden, anscheinend fröhlichen Allegro-Coda finde ich irritierend. Ich frage mich, ob er dadurch nicht sogar einen zynischen Charakter bekommt.
Besonders durch den aggressiven ersten und den irritierenden letzten Satz hat dieses Streichquartett für mich etwas von schnoddrigem Expressionismus wie er dann im 20. Jahrhundert gepflegt wird. Aber was man auch immer von Schönberg halten mag - dessen Werke gehen doch im Vergleich zum Schluss von Beethovens op. 95 oder auch von op. 131 meistens gut aus. Oder etwa nicht?

:hello:

Viele Grüße, Boris
Das ist eben die Eigenschaft der ächten Schönheit, daß man sich ganz in sie hinein stürzt, und das persönliche Bewußtsein darüber einbüßt. (L. Tieck)

Hayate

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27

Sonntag, 7. Januar 2007, 17:21

Das Streichquartett zählt zwar nicht zu meiner Lieblingsgattung, jedoch gebe ich mich hin und wieder doch den puren Streicherklängen hin.

Momentan würde ich sagen steht bei mir Mozarts berühmtes Dissonanzenquartett und Schuberts Rosamunde Quartett am höchsten in der Gunst.

mit Grüßen
Christoph

Melot1967

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28

Sonntag, 7. Januar 2007, 20:53

Debussy und Ravel

Ich liebe diese Gattung, und es gibt so viele, die ich sehr gerne höre, allen voran alle Quartette von Beethoven, viele von Haydn, Schubert, Schostakowitsch, weniger Mozart, Brahms und Schumann, deren Klaviermusik ich wiederum bevorzuge. Außerdem mag ich Werke für Streichquartett, die ursprünglich nicht für ein Streichquartett geschrieben waren, z. B. die Kunst der Fuge.

Den ersten Platz haben bei mir aber zwei Streichquartette, nämlich die von Debussy und Ravel. Diese habe ich schon sehr früh gehört, sie haben mir gleich auf Anhieb gefallen, und ich höre sie immer noch "mit den gleichen Ohren" wie damals - es ist jedes Mal ein kleines Dejavu. Bei den meisten anderen Werken musste ich mich (früher) ein wenig an die Musik gewöhnen, und ich mache auch eine Entwicklung in der Art des Hörens durch. Bei den Quartetten von Debussy und Ravel ist alles unverändert.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

Khampan

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29

Sonntag, 7. Januar 2007, 21:14

Streichquartett ist meine Lieblingsgattung seitdem ich die späten Quartette von Beethoven kennengelernt habe, und das währt nun schon einige Jahrzehnte. Früher war mal op. 130 ganz oben, aber das erwähne ich nur weil es noch nicht genannt wurde.

Zunächst möchte ich den bisherigen Nennungen von Herzen zustimmen. Es freut mich zu sehen, daß ich nicht der einzige Verrückte bin (@ Lagenwechsel: mir blutet das Herz, daß ich es versäumt habe, ein Streichinstrument zu lernen).
Die Quartette von Saint-Saens kenne ich noch nicht, danke für den Tip.

Nun zur Statistik, ich versuche ich mich zu beschränken:

Beethoven op. 127,130,131
Schubert Nr. 14,15
Brahms Nr. 2
Debussy
Janacek Nr. 2
Bartok Nr. 5

Gruß, Khampan

rappy

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30

Sonntag, 7. Januar 2007, 21:19

Dvorak Amerikanisches Quartett F-Dur:

Sehr spritzige Themen, der Finalsatz strahlt so richtig wunderbar, ich glaub es gibt kaum ein so schönes und zugleich leicht zugängliches Werk dieser oft schwierigen Gattung.

Haydn:

Bei Haydn wären zu nennen, Op. 64 Nr. 5 Lerchenquartett wegen das spritzigen Finalsatzes, Op. 74 Nr.2 und 3 "Reiter", beide sehr schöne Kopfsätze, und wunderbar Op. 64 Nr. 3 B-Dur mit einem der schönsten haydnschen Themen im Kopfsatz.

Dann fällt mir noch ein: Mendelssohn Op. 44 e-Moll, Brahms a-Moll (ziemlich geil), die von Beethoven kenn ich leider noch nich so.
"Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould