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Rheingold1876

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1

Samstag, 13. Juli 2013, 20:30

Ludmila Dvořáková - die Hochdramatische aus Böhmen

Die Frage ist so alt wie die Schallplatte selbst: Kann das Medium die Ausstrahlung von Sängern bewahren oder gar wiederherstellen, die einst das zeitgenössische Publikum ergriff? Bereiten uns die Töne aus Lautsprechern dieselbe Erschütterung, das gleiche Glücksgefühl wie einst? Erleben wir noch einmal jenes Staunen, das uns vor dreißig Jahren ergriff und das von vielen anderen Eindrücken offenbar nur überlagert, nicht aber wirklich getilgt ist? Ich trete in den Zeugenstand und schwöre, daß dies im Falle von Ludmila Dvořáková so ist – zumindest in jener Aufnahme, die im Zentrum dieser Betrachtung stehen soll: der „Lohengrin“ aus Bayreuth, mitgeschnitten am 26. Juli 1968, erschienen bei Golden Melodram. 1923 im tschechischen Kolin bei Prag geborenen, stieg die Dvořáková in den frühen sechziger Jahren an der Ostberliner Staatsoper Unter den Linden zu Weltruhm auf. Nach einem Gastspiel als Fidelio-Leonore hatte sie der Dirigent Franz Konwitschny aus dem Stand als Octavian im „Rosenkavalier“ engagiert. Damit zeichnete sich nach ersten Ausflügen ins jugendlich-dramatische Fach noch in der Tschechoslowakei (Rusalka, Figaro-Gräfin, Aida) zunächst eine Mezzo-Karriere ab. Ihre in die Tiefe neigende Stimme hätte das hergegeben. Es sollte anders kommen, weniger aus künstlerischen, denn – das dürfte einmalig sein – aus politischen Gründen. Der Bau der Berliner Mauer im August 1961 setzte eine Zäsur im Leben der aufstrebenden Sängerin. Mehrere im Westen beheimatete hochdramatische Kolleginnen hatten Ostberlin den Rücken gekehrt und Ludmila Dvořáková sah sich plötzlich mit der Herausforderung konfrontiert, diese schmerzliche Lücke zu füllen – voller Selbstzweifel, die schwierige Aufgabe bestehen zu können. Sie bestand und eroberte sich in diesem Fach alsbald alle führenden Opernhäuser Europas, Nord- und Südamerikas.
Ihre Bühnenpräsenz war umwerfend. Eine schöne Frau von scheinbar ewiger Jugend - blond, natürlich, gertenschlank. Sie gab der Brünnhilde oder der Isolde nicht nur die angemessene Stimme sondern auch die einzig mögliche Gestalt. Wenn sie die Bühne betrat, kamen Ohr und Auge des Publikums gleichermaßen auf ihre Kosten. Es grenzte immer an Wunder, mit welcher Kraft sie selbst den größten Raum erfüllte, das größte Orchester übertrumpfte. Die Dramatik ihres auch höhensicheren Organs kannte scheinbar keine Beschränkungen. Das Letzte, was man sich bei ihren Auftritten vorstellen konnte, waren Lampenfieber und Nervosität, die sie nach eigenem Bekunden vor jedem Auftritt fast um den sprichwörtlichen Verstand gebracht haben sollen.
Trotz ihrer Vielseitigkeit machte sie um bestimmte Rollen einen großen Bogen und unterlag beispielsweise der Verlockung nicht, an der Metropolitan Opera die Turandot zu singen. Hätte sie das nicht doch gekonnt? Das ist die typische Frage der Fans, die sich gern nach dem verzehren, was nicht ist. Ludmila Dvorakova hat anders entschieden und damit ohne Zweifel ihre Karriere verlängert, die an ihrem Stammhaus, der Deutschen Staatsoper Berlin, 1987 endete, ohne dass sie sich dort zum Abschied eine Traumrolle verwirklichen konnte, die ihr ohne Zweifel zugestanden hätte – die Küsterin in der Oper „Jenufa“ ihres Landmannes Leos Janacek. Aber in der DDR mangelte es auch bei solchen Gelegenheiten an Stilempfinden.
Auf den Grünen Hügel kam sie erstmals 1965 und trat dort in insgesamt fünf Sommern in Folge als Venus, Ortrud, Kundry, Brünnhilde und auch als Gutrune in Erscheinung. Offiziell ist nur die Gutrune in der legendären bei Philips erschienen Gesamtaufnahme des „Ring des Nibelungen“ unter Karl Böhm überliefert. Das ist wenig, wenngleich diese an sich undankbare Partie nie eindringlicher als durch sie gegeben worden ist. Aber es war über Jahre ja immer Bayreuther Besetzungspolitik, daß sich beispielsweise die Kundry von heute bereits morgen als Norn oder eben Gutrune wiederfand. MARTHA MÖDL hat das ebenso völlig uneitel praktiziert wie Astrid Varnay, und die Botschaft ist, daß es in den Werken Richard Wagners keine sogenannten unwichtigen Rollen gibt. Diese Art von Ensemblegeist wurde nirgends sonst so konsequent gepflegt wie in Bayreuth zu Zeiten von Wieland Wagner und noch einige Zeit danach. Und die Künstlerin selbst erzählt gern, daß in einer „Götterdämmerung“ gleich vier Brünnhilden auf der Bühne versammelt waren: Birgit Nilsson, die Varnay als dritte Norn, die Mödl als Waltraute und sie selbst als Gutrune.
Wer sich also für die Dvořáková interessiert – und das sind auch heute nicht wenige Musikfreunde, die ihre persönlichen Erinnerungen weitertragen und auf diese Weise der Künstlerin neue Fans zuführen – kann neben Ring und Lohengrin auf eine in Prag produzierte Wagner-Schallplatte von Supraphon (Elisabeth, Isolde, Sieglinde und Brünnhilde) zurückgreifen. Sie ist aus unerfindlichen Gründen bisher nicht auf CD veröffentlicht worden, in Antiquariaten oder auf Flohmärkten aber noch zu finden – auch als Ausgabe bei Ariola-Eurodisc. Ebenso längst vergriffen ist eine weitere frühe tschechische LP, auf der sich die Szene Senta-Erik aus dem „Fliegenden Holländer“ mit dem unvergessenen DDR-Heldentenor Ernst Gruber findet. Nicht zu reden von verschollenen Szenen aus der Dvorak-Oper „Dimitrij“ und einer kleinen Platte unter anderem mit der Arie der Santuzza. Greifbar als CD indessen ist der „Lohengrin“-Querschnitt von Eterna mit der Szene zwischen Ortrud und Telramund zu Beginn des zweiten Aufzugs. Mehr wäre nicht, wenn es da nicht das umsichtige Golden-Melodram-Label gäbe, das besagtem Lohengrin bereits die Bayreuther Venus von 1966 voranschickte. Wer sich aber als hartnäckiger musikalischer Pfandfinder betätigt, der stößt schon mal auf Radiobänder von „Götterdämmerung“ und „Tristan" unter GEORG SOLTI aus London, auf Brünnhilden aus Nizza, Düsseldorf oder Genf, die Ariadne aus San Francisco, die Sieglinde (erster Akt „Walküre") aus Budapest beziehungsweise Kopenhagen oder auf die Katerina Ismailowa aus Wien, die übrigens ihre erste Bühnenrolle nach dem Gesangsstudium war. Auch die Ortrud an der Metropolitan Opera New York von 1968 hat sich in den USA als Radiokonserve in privaten Sammlungen erhalten.
Doch kommen wir noch einmal auf den Ausgangspunkt, den Bayreuther „Lohengrin“, zurück, der nicht nur wegen der „Dvorscha“, wie sie Fans gern nennen, die Anschaffung lohnt. Der von ALBERTO EREDE mehr bodenständig als übersinnlich dirigierte Mitschnitt bietet weitere große Namen der Zeit auf. Die Titelpartie gibt JAMES KING mit großem heldischem Zuschnitt, lyrische Töne spart er sich vor allem für die Gralserzählung auf. HEATHER HARPER ist als Elsa sehr reif und dramatisch, paßt dadurch aber gut zu King und kommt vor dem Münster und in der Brautgemachszene stimmlich nicht unter die Räder. KARL RIDDERBUSCH trumpft in gewohnter Zuverlässigkeit als König Heinrich gebieterisch und majestätisch auf. Der raue und körnige DONALD MCINTYRE ist ein nahezu idealer Partner der Dvorakova, die ihren üppigen dunklen Sopran, der auch in extremen Höhen triumphiert, ganz dem Drama unterwirft. Sie umhüllt die Außenseiterin Ortrud mit einem düsteren Geheimnis, zu dem niemand Zugang findet, schon gar nicht der einfältige Telramund. Und genau darauf beruht ihre Macht, die auch dann nicht eigentlich zerbrochen ist, wenn der verzauberte Gottfried durch den gottgesandten Gralsritter seine Menschengestalt zurückerlangt. Diese Ortrud – und dafür steht die Dvořáková mit unerschöpflichen stimmlichen Reserven - behält mit ihrem wilden Auftritt am Schluß das letzte Wort des Werkes. Sie überlebt. So hat man das selten gehört. Die CD gibt uns eine Sternstunde des Musiktheaters zurück.

Am 11. Juli hat Ludmila Dvořáková ihren 90. Geburtstag bei guter Gesundheit gefeiert. Sie lebt jetzt wieder in Prag, ihrer eigentlichen Heimatstadt.

In Verehrung und Dankbarkeit für diese wunderbare Frau
Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 782

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2

Samstag, 13. Juli 2013, 21:37

Ein toller Beitrag, lieber Rheingold. Vielen Dank für die Würdigung dieser großen Künstlerin. Du beweist hier nicht nur eine hervorragende Fach- und Sachkenntnis. Dein Beitrag ist mit so viel Wärme, Leidenschaft, Verehrung und Herzblut geschrieben, daß es Freude macht und es einen mitbewegt, wenn man so etwas liest.
Natürlich kenne ich Ludmila Dvorakova und sie ist mir ein Begriff. Ihr Wirken an der Deutschen Staatsoper bis 1987 fiel ja noch in meine Besuchszeit dort, aber ich habe sie leider nie live erlebt, da sie in den ital. Opern zu meiner Zeit dort nicht besetzt war. Schade...

Herzliche Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Manfred

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  • »Manfred« ist männlich

Beiträge: 3 062

Registrierungsdatum: 19. November 2010

3

Samstag, 13. Juli 2013, 22:35

Vielen Dank, lieber Rheingold, für Deinen ausführlichen Beitrag, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich bislang nicht sehr viel über diese Sängerin wusste. Die von Dir erwähnte Wagner-Schallplatte habe ich tatsächlich vor ein paar Wochen auf einem Flohmarkt entdeckt und mitgenommen - bislang aber noch nicht gehört. Das werde ich jetzt schnell nachholen. Du hast mich neugierig gemacht.

Gruß
Manfred
"Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
Enrico Caruso

"Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
Giuseppe di Stefano

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 207

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4

Sonntag, 14. Juli 2013, 11:08

Zitat von »Manfred«

Vielen Dank, lieber Rheingold, für Deinen ausführlichen Beitrag, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich bislang nicht sehr viel über diese Sängerin wusste.

Ich muß gestehen, daß es mir wie Manfred erging. Ich hörte ihre Stimme öfter und besitze auch Aufnahmen von ihr, wußte aber momentan nicht welche. Es werden mit Sicherheit Arien auf LP´s der Marke ETERNA sein. Da werde ich mal stöbern müssen.
W.S.

mucaxel

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  • »mucaxel« ist männlich

Beiträge: 1 252

Registrierungsdatum: 31. Oktober 2005

5

Sonntag, 14. Juli 2013, 11:25

Ludmila Dvorakova

Auch von mir DANK für den tollen Beitrag von Rheingold über diese Sängerin.
Sie hat auch Abende an der Wiener Staatsoper gesungen.
Ariadne, Leonore Fidelio, Senta, Küsterin, Kundry, Brünnhilde Walküre, Octavian.(1956 - 1984)
Hab Sie life gehört als Leonore im Fidelio.
Eine ganz außergewöhnliche Sängerin.

:jubel:
mucaxel

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

6

Sonntag, 14. Juli 2013, 13:53

Ortrud

Diese Platte (oder CD) dürfte ja wohl fast jeder im Schrank haben:


Richard Wagner (1813–1883)
Lohengrin (Ausz.)


Adam, Ritzmann, Kuhse, Stryczek, Dvorakova,
Staatskapelle Berlin, Suitner
ADD, 1972 Eterna, Berlin Classic oder ars vivendi

[Coverbild und Ausstattung können abweichen, Preis von 0,01 - 5,00 €]

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

Beiträge: 3 024

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

7

Sonntag, 14. Juli 2013, 14:27

Diese Platte (oder CD) dürfte ja wohl fast jeder im Schrank haben:

Und siehe da - man muß nur erinnert werden. Ich hatte die Platte nur vergessen, durch Deine Erinnerung dämmerte was in meinem Hinterstübchen. Nach 3 Minuten Suchen hatte ich sie ganz hinten gefunden. Jetzt liegt sie ganz vorn, d.h. beim nächsten Opernabend erinnere ich mich an Frau Dvorakova.

Danke. La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 440

Registrierungsdatum: 11. August 2004

8

Sonntag, 14. Juli 2013, 16:25

Ich gestehe, die CD nicht zu besitzen, dafür aber diese



, in der Ludmila Dvořáková, wie von Rheingold1876 in seinem vorzüglichen Eröffnungsbeitrag erwähnt, die Gutrune singt.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist der Autor dieses Themas

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9

Montag, 12. August 2013, 11:22

Eine Sendung aus Prag zum 90. Geburstag mit viel Musik - und in deutscher Sprache


Ebenfalls relativ neu auf dem Markt ist diese CD mit Aufnahmen aus der Glanzzeit von Ludmila Dvořáková. Die meisten Titel wurden von einer Richard-Wagner-LP übernommen, die Manfred in seinem Beitrag (3) abgebildet hatte und die es bisher nicht auf CD schaffte. Aufgefüllt wurde mit Einspielungen des Prager Rundfunks.

Mit besten Empfehlungen grüßt Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Caruso41

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10

Montag, 12. August 2013, 12:51

Danke, lieber Rheingold für diesen Thread! Besonders interessiert und bewegt hat mich Deine sachkundige Einführung, die von einer tiefen Verehrung für diese wunderbare Sängerin zeugt!

Dankbar bin ich auch für den Hinweis auf das Supraphon-Portrait. Ist ja leider nicht gerade billig, aber vielleicht werde ich es mir besorgen, da meine LP schon recht abgespielt ist.

Wenigstens einen Hinweis wollte ich noch anschließen: Ich habe mal vor etlichen Jahren eine Sendung des HR mitgeschnitten, in der Dvorakova ausführlich gewürdigt wurde. Da wurden einige Aufnahmen gespielt, von denen ich nicht weiß, woher die stammen. Vor allem zwei längere Ausschnnitte aus dem Rosenkavalier, in denen sie als Marschallin (!!!) zu bewundern ist, haben es mir angetan! Ich hatte sie immer als Octavian gehört und gar nicht gewusst, dass sie später auch die Marschallin gesungen hat. Hast Du eine Ahnung, wo man die Aufnahmen bekommen könnte?? Wie gesagt: ich habe sie auf Compactkassette, aber im Augenblick kein Gerät, sie abzuspielen!


Seit einiger Zeit gibt es einen Mitschnitt des Don Carlos aus der Berliner Staatsoper. Für alle, die die Produktion erlebt haben, wird die wahrhaft königliche Elisabeth der Dvorakova immer unvergesslich bleiben. Noch habe ich den Mitschnitt nicht gehört. Hoffen wir, dass er technisch befriedigen kann!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Stimmenliebhaber

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11

Freitag, 31. Juli 2015, 14:00

Gestern ist Ludmila Dvorakova 92-jährig bei einem Brand in ihrer Prager Wohnung ums Leben gekommen.

http://derstandard.at/2000020042157/Tsch…akova-gestorben
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Joseph II.

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12

Freitag, 31. Juli 2015, 14:15

Das ist ja entsetzlich.

R. I. P.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Stimmenliebhaber

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13

Freitag, 31. Juli 2015, 14:26

Das ist ja entsetzlich.

R. I. P.

Ja, man hätte ihr diesen Brünnhilden-Tod nun wirklich nicht gewünscht! Andererseits war sie 92, hat ihr langes und erfülltes Leben gelebt. Den Tod von Ina Kringelborn mit 31 Jahren, ein drei Monate altes Kind zurücklassend, fand ich dann doch noch entsetzlicher.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Rheingold1876

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14

Freitag, 31. Juli 2015, 16:54

Diese Nachricht trifft auch mich sehr. Ich trauere um sie. Sie hat mir viel bedeutet.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Stimmenliebhaber

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15

Freitag, 31. Juli 2015, 22:03

Sie hat mir viel bedeutet.

Das ist mir wohl bekannt. Und du bist auch weiß Gott nicht der Einzige: Ich kenne viele, viele Berliner Dauer-Operngänger, die sie früher regelmäßig auf der Bühne der Deutschen Staatsoper Berlin erlebt haben und die sich bis heute schwer beeindruckt und begeistert von ihr zeigen. Da ich sie selbst nicht mehr live erlebt habe, kann ich da diesbezüglich nicht so mitreden.
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Caruso41

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16

Montag, 3. August 2015, 11:04

Ludmila Dvořáková auf der Bühne zu erleben, war für mich immer ein ganz besonderes Ereignis!
Deshalb bewegt mich die Nachricht von ihrem Tode sehr!

Stimmenliebhaber hat ja geschrieben, er hätte ihr diesen Brünnhilden-Tod nun wirklich nicht gewünscht. Als ich die Nachricht von ihrem Tode in einer englischen Zeitung zuerst las, hatte ich sonderbarerweise gleich das Bild vor Augen, wie sie in die brennende Burg schritt - obwohl in dieser Zeitung die Umstände des Todes nicht erwähnt worden waren. Vielleicht ist das symptomatisch: ich habe Dvořáková mehr ihm Auge als im Ohr!

Ihre Aufnahmen schätze ich teilweise durchaus - darüber habe ich ja oben schon ausführlich geschrieben -, aber sie vermitteln nur sehr begrenzt eine Vorstellung von der Präsenz und Intensität dieser Künstlerin, von ihrer Aura, ihrer Würde und Hoheit.

In meiner Erinnerung wird sie weiter leben!

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Rheingold1876

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17

Sonntag, 16. September 2018, 23:44

Gleich zweimal "Elektra"

In jüngster Zeit sind mehrere interessante Live-Dokumente mit Ludmila Dvorakova aufgetaucht. Dazu gehören zwei "Elektra"-Mitschnitte. In Graz hatte sie 1973 ihre einzige Elektra gesungen in einer Neuinszenierung von Harry Kupfer. Dem Vernehmen nach soll sie sich im Monolog versungen haben, was ich nicht tragisch finde. Sie hat es wohl als böses Omen verstanden und die Rolle nie wieder gesungen. Schade, denn ich hätte sie gern selbst damit gehört. In diesem Mitschnitt ist der Patzer korrigiert:


https://www.youtube.com/watch?v=vtnZnPIguC8

In einer Aufnahme aus der Deutschen Staatsoper Berlin von 1967 ist die Sängerin noch als Chrysothemis zu hören. Diese Inszenierung von Ruth Berghaus hat nur wenige Vorstellungen erlebt bis sie auf Geheiß aus den oberen Regionen der DDR-Führung wieder abgesetzt wurde - was faktisch einem Verbot gleichkam. Für damalige Vorestellungen - zumal in der DDR - muss die Deutung verstörend gewesen sein. Heute wäre sie schon wieder ein Klassiker. Ich gehe davon aus, dass der Mitschnitt bei der Generalprobe entstand. Warum? Weil die Zweitbesetzung als Orest, Antonin Svorc, zu hölen ist. Die Premiere sang Theo Adam, der sich vielleicht schonen wollte. Genau weiß ich es natürlich nicht.


https://www.youtube.com/watch?v=xZzQc6fvliw
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."